Kleinkram – mit den besten Thrillern des Jahres (so die ITW) und dem Ned Kelly Award

September 6, 2011

Aargh, das hatte ich vollkommen verdrängt: die Autorenvereinigung International Thriller Writers (ITW) hat bereits im Juli ihre Thriller Awards verliehen. Die glücklichen Gewinner sind:

Best Hard Cover Novel:
BAD BLOOD, John Sandford

Best Paperback Original Novel:
THE COLD ROOM, J.T. Ellison

Best First Novel:
STILL MISSING, Chevy Stevens

Best Short Story:
THE GODS FOR VENGEANCE CRY, Richard Helms

Also receiving special recognition during the ThrillerFest VI Awards Banquet:

R.L. Stine, ThrillerMaster
in recognition of his legendary career and outstanding contributions to the thriller genre

Joe McGinniss, True Thriller Award

Karin Slaughter, Silver Bullet Award

Die Longlist gibt es hier. Und hier gibt es einige Berichte vom ThrillerFest.

In dem ITW-Magazin „The Big Thrill“ gibt es in der aktuellen Ausgabe Interviews mit und Vorstellungen der neuen Bücher von Kathy Reichs, Raymond Benson (der hat mal James-Bond-Bücher geschrieben), Jamie Freviletti, Lawrence Block (ein altes Buch, aber neu unter seinem Namen), Simon Wood, Dave Zeltserman Laurie R. King,Paul Levine (der für „JAG“ etliche Drehbücher schrieb), Rick Mofina und Harry Dolan.

Declan Burke hat sich mit Val McDermid unterhalten.

Der Ned Kelly Award 2011 der Crime Writers‘ Associaton of Australia ging an

Best Fiction: The Diggers Rest Hotel, by Geoffrey McGeachin (Penguin)

Best First Fiction: Prime Cut, by Alan Carter (Fremantle Press)

True Crime: Abandoned: The Sad Death of Dianne Brimble, by Geesche Jacobson (Allen & Unwin)

S.D. Harvey Short Story: “Hemisphere Travel Guides: Las Vegas for Vegans,” by A.S. Patric

(via The Rap Sheet)

Die neueste Ausgabe des Literaturkritik ist online. Der Schwerpunkt ist „Zehn Jahre 11. September“. Aber es gibt auch einige Krimibesprechungen, unter anderem über die neuen Bücher von Jean-Patrick Manchette (Der Mann mit der roten Kugel) und Walter Mosley (Manhattan Karma).

Weil im Verlag Antje Kunstmann jetzt David Simons bereits vor zwanzig Jahren in den USA erschienenes. mit dem Edgar ausgezeichnetes Sachbuch „Homicide – Ein Jahr auf mörderischen Straßen“ (er begleitete in Baltimore ein Jahr die Mordermittler) erschien, kann man, als vorbereitende Lektüre, wieder Pieke Biermanns Lobgesang auf das Buch lesen.

Das Buch inspirierte die Krimiserie „Homicide“. Simon war danach auch für „The Wire“ und „Treme“ verantwortlich.

Zum Abschluss noch einige  TV-Serien-Tipps:

Wochentäglich zeigt Arte um 17.00 Uhr die kultige englische Krimiserie „Simon Templar“ (mit Roger Moore) und JEDERZEIT ONLINE. Wer also die gestrige Auftaktfolge verpasst, hat nichts verpasst, weil er ja in die Mediathek gehen kann.

Montags zeigt ZDFneo um 22.35 Uhr die englische Krimiserie „Luther„. Die BBC hat gerade die dritte Staffel bestellt. Da sieht’s allerdings mit dem Nachsehen der ersten Folge dumm aus.

Mittwochs zeigt RTL II um 22.00 Uhr die Mysteriekrimiserie „Haven“, die sehr lose auf dem Buch „The Colorado Kid“ von Stephen King basiert.

Mittwochs zeigt ZDFneo die zweite Staffel von „Mad Men„, die ich gar nicht so toll finde.

Freitags gibt es bei Kabel 1 endlich neue Folgen von „Castle“ (doch dazu später mehr)

 


Cover der Woche

September 6, 2011


TV-Tipp für den 6. September: Der Chef

September 6, 2011

RBB, 22.45

Der Chef (Fr/I 1972, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte