TV-Tipp für den 8. Oktober: Papillon

Oktober 8, 2011

ARD, 00.05

Papillon (USA 1973, R.: Franklin J. Schaffner)

Drehbuch: Dalton Trumbo, Lorenzo Semple jr.

LV: Henri Charrière: Papillon, 1969 (Papillon)

Henri Charrière, genannt Papillon, wird 1931 zu lebenslanger Strafarbeit in der Strafkolonie Bagno auf der Teufelsinsel Cayenne in Französisch-Guayana verurteilt. Er soll einen Zuhälter ermordet haben. Kaum angekommen, denkt Papillon nur an eine scheinbar unmögliche Flucht.

Tolle Verfilmung der beeindruckenden und höchst erfolgreichen Autobiographie von Charrière. Das Nachfolgewerk „Banco“ war dann mehr episodisch.

Mit Steve McQueen, Dustin Hoffmann, Dalton Trumbo (Nebenrolle)

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Papillon“ (deutsch, englisch)

 


DVD-Kritik: Charles Bronson jagt den „weißen Büffel“

Oktober 7, 2011

‚Der weiße Hai‘ im Wilden Westen“ war wohl in Hollywood der Pitch für diese Dino-De-Laurentis-Produktion gewesen. Und mit Charles Bronson, der damals in den Siebzigern einer der großen Stars war, einer Riege verlässlicher Nebendarsteller, „James Bond“-Komponist John Barry für die Musik, „Silent Movie“- und „Buffalo Bill und die Indianer“-Kameramann Paul Lohmann für die Bilder, einem üppigen Budget von gut fünf Millionen Dollar und Action-Routinier J. Lee Thompson („Die Kanonen von Navarone“, „Ein Köder für die Bestie“ und, nach diesem Film, etliche Charles-Bronson-Filme) als Regisseur sah es nach einem guten Geschäft zwischen all den anderen Tierfilmen, die im Gefolge von dem „Weißen Hai“, in den Kinos liefen („King Kong“, „Orca“, „Piranhas“,…), aus.

Dem war aber nicht so. In den USA wurde der Film kaum gezeigt. Die Kritiken waren vernichtend („nur mäßig spannender Monsterfilm…psychedelisch verbrämte Unsinn ist streckenweise von unfreiwilliger Komik.“ [Lexikon des internationalen Films]) und „Der weiße Büffel“ verschwand ohne eine nennenswerte Spur aus dem öffentlichem Bewusstsein. Im TV wurde er auch anscheinend nie gezeigt.

Dabei hat der Film als surrealer Alptraum durchaus seine Qualitäten; wobei unklar ist, ob die Macher das beim Dreh so geplant hatten. Denn in „Der weiße Büffel“ erinnert der Wilde Westen eher an die Studiokulissen aus den 30er-Jahre-Horrorfilmen irgendwo zwischen „Dracula“ und „Frankenstein“ und an Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Adaptionen, die alle in einer künstlichen, nebligen Kulissenwelt gedreht wurden. Vor allem wenn der weiße Büffel ein Indianerdorf ausradiert oder Häuptling Crazy Horse (Will Sampson) in einer verregneten Nacht eine Postkutsche verfolgt oder wenn Wild Bill Hickok (Charles Bronson) sich in einem Wirtshaus, das wie ein raumloses Purgatorium wirkt, mit einigen Bösewichtern duelliert, ist die Stimmung nicht von dieser Welt. Dass Hickok von Alpträumen und Vorahnungen geplagt ist und deshalb den weißen Büffel töten will und, in der zweiten Hälfte des Films, ein großer Teil der Handlung in einer Höhle in den verschneiten Bergen spielt, trägt nur noch zu der surrealen Stimmung bei. Ebenso die schlampig inszenierten Action-Szenen und die extrem billig gemachte Animation des Büffels, der ohne die dramatische Musik ungefähr so bedrohlich wie ein mechanischer Bulle ohne Strom ist.

Da hätte Hickok nicht den halben Film mit einer extrem unförmigen Brille herumlaufen müssen.

Doch gerade diese Fehler tragen zur irrealen Atmosphäre des Films bei, in dem die Hauptpersonen von Schuldgefühlen und Ängsten geplagt sind. Insofern ist der weiße Büffel kein echter weißer Büffel, sondern er symbolisiert Hickoks Urängste und er versucht seine Angst zu bekämpfen indem er gegen seine Angst antritt. Das macht aus „Der weiße Büffel“ dann ein ziemlich paranoides Werk, in dem Hickok und Crazy Horse mit falschen Namen durch die Berge laufen und sich nur aufgrund ihrer Taten kurzzeitig Vertrauen können. Diese Zweckehe von zwei echten Männern ist dann der fragile Gegenpol zu dem allumfassendem Misstrauen und Fatalismus, der in vielen Post-Watergate-Filmen und auch in diesem Western, vorhanden ist.

Als Abenteuerfilm oder als Western ist „Der weiße Büffel“ dagegen ein ziemlicher Totalausfall.

Der weiße Büffel (The white buffalo, USA 1977)

Regie: J. Lee Thompson

Drehbuch: Richard Sale

LV: Richard Sale: The white buffalo, 1975

mit Charles Bronson, Jack Warden, Will Sampson, Kim Novak, Clint Walker, Stuart Whitman, Slim Pickens, John Carradine, Ed Lauter

DVD

Eurovideo

Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Originaltrailer

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Der weiße Büffel“

Los Angeles Times: Nachruf auf Richard Sale

 Wider Screenings über „Der weiße Büffel“

Creature Features über „Der weiße Büffel“

The League of Dead Films über „Der weiße Büffel“

Meine Besprechung von J. Lee Thompsons „Der gefährlichste Mann der Welt“

Meine Besprechung des Charles-Bronson-Films „Yukon“

 


TV-Tipp für den 7. Oktober: Durchschaut

Oktober 7, 2011

Arte, 21.45

Durchschaut – Das Rätsel der Gesichter (D 2011, R.: Andrea Cross, Luise Wagner)

Drehbuch: Andrea Cross, Luise Wagner

Einstündige Doku über den US-Psychologen Paul Ekman, der die tolle US-Krimiserie „Lie to me“ mit Tim Roth als Lügenexperte Cal Lightman inspirierte und wissenschaftlich begleitete. Der 1934 geborene Psychologieprofessor Ekman forschte über nonverbale Kommunikation, also die kleinen Gesten, Gesichtsausdrücke und Stimmschwankungen die viel über uns verraten.

Auf deutsch erschien vor einigen Monaten bei rororo Paul Ekmans Sachbuch „Ich weiss, dass du lügst – Was Gesichter verraten“ (Telling Lies, 1991/2001/2009)

Wiederholungen

Samstag, 8. Oktober, 10.00 Uhr

Donnerstag, 20. Oktober, 15.40 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Wikipedia über Paul Ekman (deutsch, englisch)

Homepage von Paul Ekman

Süddeutsche Zeitung: Interview mit Paul Ekman (23. Januar 2009)


Neu im Kino/Filmkritik: Eine „Fright Night“ in der Vorstadt

Oktober 6, 2011

Wahrscheinlich ist es ein persönliches Problem: Bei 3D-Filmen werde ich immer wieder aus der Filmwirklichkeit herausgerissen und immer wieder daran erinnert, dass ich nur einen Film sehe. Bei einem 2D-Film kann ich problemlos in die Filmwirklichkeit eintauchen.

Auch bei „Fright Night“, das ich in der 3D-Version gesehen habe, hatte ich dieses Problem.

Der Film ist ein Remake von Tom Hollands Vampirkomödie „Die rabenschwarze Nacht“ von 1985. Kein vollkommen unbekannter Film, aber auch kein Überklassiker und vor allem kein Film, den alle kennen. Das hat immerhin den Vorteil, dass man den Film von Craig Gillespie locker als vollkommen eigenständigen Film betrachten kann.

Charley Brewster (Anton Yelchin) lebt mit seiner Mutter Jane (Toni Collette) in einer anonymen Vorstadt von Las Vegas; der Spielerstadt, die in den vergangenen zwanzig Jahren von 258.000 Bewohnern auf über 558.000 Bewohner wuchs und in der nicht auffällt, wenn jemand ohne sich zu verabschieden verschwindet. Als in Charleys Klasse zwei Klassenkameraden nicht mehr zum Unterricht erscheinen, ist das allen bis auf Ed (Christopher Mintz-Plasse), einem nerdigen Ex-Freund von Charley, egal.

Ed erpresst Charley, mit ihm das Haus der verschwundenen Schulkameraden zu besuchen. Sie tun’s und während sie durch das leere Haus schleichen, erzählt Ed, dass Charleys neuer Nachbar Jerry (Colin Farrell) ein Vampir sei, er sich die Verschwundenen geschnappt habe und dass es, neben den bekannten Dingen wie Kreuze, Knoblauch und Sonnenlicht noch einen weiteren Schutz gegen Vampire gebe: sie können nur dann ein Haus betreten, wenn sie eingeladen werden.

Diese Regel führt später, wenn Jerry das Haus der Brewsters betreten will, er dafür um ein Bier bittet, an der offenen Tür verharrt und auf die Einladung wartet, die Charley nicht ausspricht, zu einer schönen Szene.

Das ist spannend, witzig und bestätigt ohne Worte, dass der neue Nachbar ein Vampir ist. Oder vielleicht auch nur ein besonders höflicher Mann.

Doch solche Szenen sind in „Fright Night“ eher rar gesät. Denn schon kurz darauf beißt Jerry Ed und alle Zweifel darüber, ob der neue Nachbar ein Vampir ist, sind beseitigt. Ab diesem Moment läuft die Geschichte ziemlich gradlinig auf ihr Ende zu.

Dabei mutiert Jerry schnell zum ausschließlich blutrünstigem Vampir, der einfach alles beißt und aussagt, was ihm zwischen die Zähne gerät. Das macht ihm zu einem bedrohlichen Gegner für Charley, der zunächst allein (denn natürlich glaubt ihm niemand, dass der neue Nachbar ein Vampir ist) und später mit dem Las-Vegas-Vampirexperten Peter Vincent (David Tennant), den Kampf gegen Jerry aufnimmt. Aber besonders verführerisch – wir erinnern uns an Graf Dracula – ist dieser Vampir, der schon einmal ein Haus in die Luft jagt oder größere Verkehrsunfälle provoziert, nicht.

Fright Night“ ist eine enttäuschende Vampirkomödie, bei der nie deutlich wird, warum sie gedreht wurde. Da hilft es auch nicht, dass Colin Farrell und David Tennant sichtlich Spaß an ihren exzentrischen Rollen haben.

Fright Night (Fright Night, USA 2011)

Regie: Craig Gillespie

Drehbuch: Marti Noxon (nach dem Drehbuch und Film „Fright Night“ von Tom Holland)

mit Anton Yelchin, Colin Farrell, Toni Collette, David Tennant, Imogen Poots, Christopher Mintz-Plasse, Dave Franco, Chris Sarandon (der auch im Original dabei war)

Länge: 106 Minuten

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fright Night“

Wikipedia über „Fright Night“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit Marti Noxon (20. Juli 2010)

Click Online: Interview mit Marti Noxon (31. August 2011)

Hier der Trailer zum Original, das am Montag, den 10. Oktober, um 02.50 Uhr (Taggenau!) auf Kabel 1 als „Fright Night“ läuft

 

 


DVD-Kritik: „Largo Winch II: Die Burma-Verschwörung“

Oktober 6, 2011

Am Ende von „Largo Winch“ hat Largo Winch (Tomer Sisley) sein Erbe, den multibillionendollarstarken Konzern seines ermordeten Vaters angenommen und auch den Mörder seines Vaters gefunden.

Am Anfang von „Largo Winch II“ hat Largo Winch beschlossen, den Konzern zu verkaufen und das gesamte Geld für wohltätige Zwecke zu investieren. Klar, dass das den anderen Kapitalisten nicht gefällt. Und dass wenige Sekunden nachdem er den Vertrag, der den Verkauf seines Konzern regeln soll, unterschrieben hat, UN-Chefanklägerin Diane Francken (Sharon Stone im „Basic Instinct“-Modus) ihn als Kriegsverbrecher wegen Menschenrechtsverletzungen in Burma anklagt wird, ist sicher kein Zufall.

Largo Winch will die Wahrheit herausfinden und er will auch herausfinden, was sein Vater mit dem Massaker in Burma zu tun hat. Denn er kann nicht glauben, dass sein Vater diese Verbrechen veranlasst hat. Allerdings hatte sein Vater auch den Zugriff auf ein ultrageheimes Bankkonto, über das Geld nach Burma geflossen ist.

Nach dem tollen ersten „Largo Winch“-Film ist die Fortsetzung eine leichte Enttäuschung. Es ist zwar wieder alles da, was den ersten Film zu einem bunten Action-Abenteuer voller Exotik (die Geschichte spielt unter anderem in Hongkong, Burma, Schweiz, Kasachstan und es wurde auch viel vor Ort gedreht), Action, Liebe, großer Verbrechen und Witz gemacht hat. Die Schauwerte sind beträchtlich. Auch die Besetzung ist gut.

Aber dieses Mal ist die Intrige etwas durchsichtig geraten (was verschmerzbar ist) und, was wirklich ärgerlich ist, die Action-Szenen wurden, wie es im Moment Mode ist, so zerschnipselt, dass man von den Kämpfen nichts mehr mitbekommt. Da erinnert eine Autoverfolgungsjagd in den ersten Filmminuten an die grottige Autoverfolgungsjagd aus dem letzten James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“. Da wird in einem Kampf ein Luxus-Hotelzimmer zerlegt und außer wilden Schnitten und schattenhaften Bewegungen kriegt man von dem Kampf nichts mit und man fragt sich dann doch, was es uns nützt, wenn der Hauptdarsteller seine Stunts selbst macht.

Der zweite Largo-Winch-Film ist kein schlechter Film, aber es ist ein Film, der besser hätte sein können.

Largo Winch II: Die Burma-Verschwörung (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Julien Rappeneau, Jean Van Hamme (Mitarbeit)

LV: Comic von Jean Van Hamme und Philippe Francq

mit Tomer Sisley, Sharon Stone, Ulrich Tukur, Olivier Barthélémy, Nicolas Vaude

DVD

Sunfilm/Tiberius Film

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, DD 5.1), Französisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Bonus-DVD mit viel Stoff

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

(DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray sind ab dem 15. September im Verleih; 2-Disc-Special-Edition ist ab dem 6. Oktober im Verkauf)

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Largo Winch“ (deutsch, französisch)

Meine Besprechung von „Largo Winch“


TV-Tipp für den 6. Oktober: Die Tricks der Lebensmittelindustrie

Oktober 6, 2011

Arte, 20.15

Die Tricks der Lebensmittelindustrie (D 2011, R.: Eberhard Rühle)

Drehbuch: Eberhard Rühle

Einstündige Doku über, tja, nun, „Die Tricks der Lebensmittelindustrie“ oder wie Konzerne mit Geschmacksverstärkern, natürlichen Aromen und Vitaminzusätzen unser Essen aufpeppen. Sicher sehr informativ: Aber will ich das wirklich wissen?

Danach folgt eine Doku über Kindersklaven auf westafrikanischen Kakaoplantagen: „Schmutzige Schokolade“.

Wiederholung: Freitag 14. Oktober, 10.05 Uhr

Hinweis

Arte über den heutigen Themenabend „Tatort Supermarkt“


TV-Tipp für den 5. Oktober: Der Kommissar und sein Lockvogel

Oktober 5, 2011

RBB, 22.45

Der Kommissar und sein Lockvogel (F/I 1969, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: Joseph Harrington: The last known Address, 1965

Kommissar Leonetti soll in wenigen Tagen einen seit fünf Jahren verschwundenen Zeugen finden.

Ein selten gezeigter Klassiker des Polizeifilms. Giovanni zeigt ohne gefällige Lösungen die zermürbende Arbeit eines Polizisten. Besonders das Ende ist in seiner bitteren Konsequenz grandios.

„Mich reizte die Idee, einen Bullen zu zeigen, der zu Fuß durch die Stadt marschiert, der weder einen schnellen Schlitten fährt, noch dieses ganze Theater wahrnimmt, das man im Kino immer sieht. Aus diesem Grund habe ich diesen Film gemacht, als Gegensatz zu allem, was existiert. Das war übrigens auch schon im Buch von Harrington, der früher selbst Polizist war.“ (José Giovanni)

Mit Lino Ventura, Marlène Jobert, Michel Constantin

Auch bekannt als „Tödliche Frist“ und „Letzter bekannter Wohnsitz“ (unter dem Titel war der Film im Kino angekündigt)

Hinweise

Arte über „Der Kommissar und sein Lockvogel“ und über Lino Ventura

Schnitt über „Der Kommissar und sein Lockvogel“

Wikipedia über José Giovanni (deutsch, französich)

Meine Besprechung des Films „Die Abenteurer“ (nach einem Buch von José Giovanni, mit Lino Ventura)

Kriminalakte über José Giovanni und Lino Ventura

 


Cover der Woche

Oktober 4, 2011

Der Film läuft um 00.20 Uhr im Ersten.

Bereits um 21.40 Uhr zeigt ZDF Kultur „Macbeth: Der Königsmörder“ (USA 1948) von und mit Orson Welles.


TV-Tipp für den 4. Oktober: Die Saat der Gewalt

Oktober 4, 2011

RBB, 22.45

Die Saat der Gewalt (USA 1955, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Evan Hunter: The blackboard jungle, 1954

Hochgelobtes, damals heiß diskutiertes und immer noch sehenswertes Jugenddrama über einen idealistischen Lehrer, der seine Schüler in New York vor einer Laufbahn als Verbrecher bewahren will. Bill Haleys „Rock around the clock“ wurde zum Welthit.

Das Drehbuch war für einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America nominiert und der Regisseur für den Preis der Directors Guild of America.

Hunter ist unter seinem Pseudonym Ed McBain als Autor der 1957 begonnenen Serie über das 87. Polizeirevier viel bekannter.

Mit Glenn Ford, Sidney Poitier, Anne Francis, Louis Calhern, Paul Mazursky (Nebenrolle)

Hinweise

Wikipedia über „Die Saat der Gewalt“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2006)

Meine Besprechung von Ed McBains “Die Gosse und das Grab” (The Gutter and the Grave, 2005, Erstausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)

Meine Besprechung der Evan-Hunter-Verfilmung „Die jungen Wilden“ (The Young Savages, USA 1960)


TV-Tipp für den 3. Oktober: Die Nibelungen: Siegfried/Kriemhilds Rache

Oktober 2, 2011

Arte, 20.15

Die Nibelungen: Siegfried (D 1922/1924, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Thea von Harbou

Arte, 22.40

Die Nibelungen: Kriemhilds Rache (D 1924/2010, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Thea von Harbou

Heute liefert Arte gute sechs Stunden Programm für den Filmfan: in den ersten viereinhalb Stunden gibt es, als TV-Premiere, die 2010 uraufgeführte, in über vierjähriger Arbeit und für 750.000 Euro restaurierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung von „Die Nibelungen“ (in der historischen Viragetechnik) und anschließend, um 00.45 Uhr, die 75-minütige Doku „Das Erbe der Nibelungen“ über den Film.

Die Geschichte dürfte bekannt sein: der junge Siegfried will in Worms der schönen Kriemhild den Hof machen. Auf dem Weg zu ihr badet er im Drachenblut und wird so unverwundbar (bis auf diese eine Stelle). In „Kriemhilds Rache“ will Kriemhild dann ihren toten Siegfried rächen.

Lang drehte von 1922 bis 1924, mit viel Presserummel für 8 Millionen Reichsmark das Nationalepos, das nach seiner Premiere nur kurz in seiner integralen Fassung zu sehen war. Nach „Die Nibelungen“ drehte Lang „Metropolis“, „Spione“, „Frau im Mond“ und, als seinen ersten Tonfilm, „M“.

‚Die Nibelungen‘ bestechen als filmästhetisches Meisterwerk und stilisiertes Kunstprodukt: in dramaturgischer, architektonischer, schnitt- und kameratechnischer Hinsicht. Alle Langschen Stilmittel und Topoi, das Gefühl für Zeit und Räume, die großen Themen, sie alle sind hier zu finden. (…) Er präsentiert eine Geschichte von Menschen, verwickelt in einen Kampf ohne Gnade gegen den Kosmos und gegen übernatürliche Gefühle. Lang geht es um die Decouvrierung eines krankhaften, überholten Heroismus eines Volkes, das vom unausweichlichen Untergang gezeichnet ist. Aus dem Fatalismus speist sich ein religiös-mystisches Todesritual, eine Sehnsucht zum Tode.“ (Josef Nagel: Die Nibelungen, in Andreas Friedrich, Hrsg.: Filmgenres: Fantasy- und Märchenfilm, 2003)

mit Gertrud Arnold, Margarethe Schön, Hann Ralph, Paul Richter, theodor Loos, Hans Carl Müller, Rudolf Klein-Rogge

Hinweise

Wikipedia über „Die Nibelungen“ (deutsch, englisch)

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung über „Die Nibelungen“

Arte über „Die Nibelungen“

Wikipedia über Fritz Lang (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs „Du und ich“ (You and me, USA 1938)

Fritz Lang in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Francis Ford Coppola liefert das „Full Disclosure“ für seinen Klassiker „Apocalypse Now“

Oktober 2, 2011

Alles, was Sie schon immer über „Apocalypse Now“ wissen wollte, aber niemals zu fragen wagten, finden Sie in der jetzt erschienenen „Full Disclosure“-Ausgabe des Films. Neben den Extras, die auf früheren US-DVD-Ausgaben des Films enthalten sind, gibt es auch etliche brandneue Extras. In Deutschland sind sie, nachdem in früheren DVD-Ausgaben des Films, die entweder die alte Kino- oder die neuere „Redux“-Fassung im falschen Bildformat und immer ohne nennenswerte Extras, enthielten, alle neu.

Damit gibt es jetzt endlich eine Blu-ray und DVD-Ausgabe (sie ist anscheinend identisch mit der für diese Besprechung angesehenen Blu-ray), die der Bedeutung des Films angemessen ist.

Der Film

Die Filmstory dürfte bekannt sein: Captain Willard (Martin Sheen) soll den durchgeknallten Army-Colonel Kurtz (Marlon Brando) töten. Kurtz hat, abseits aller militärischen Befehle, im Dschungel ein Königtum errichtet. Willard macht sich mit einem kleinen Patrouillenboot auf den Weg in das „Herz der Finsternis“ (so der Titel von Joseph Conrads Novelle, die die Vorlage für den Film war).

Für Coppola stand diese Reise von Willard, die auch so während der Dreharbeiten vom gesamten Filmteam unternommen wurde, für eine Reise immer tiefer in die Geschichte der Menschheit von der Zivilisation zurück zu ihren primitiven Ursprüngen.

Nachdem schon die Dreharbeiten viel länger als geplant gedauert hatten, zog sich auch die Postproduktion endlos hin und in den Zeitungen wurde immer wieder von dem absehbarem finanziellem und künstlerischem Desaster des Regisseurs, der mit „Der Pate“ und „Der Pate 2“ zum Star wurde, geschrieben.

In Cannes zeigte Francis Ford Coppola 1979, als eine Art Vorwärtsverteidigung, eine noch nicht endgültig geschnittene Version des Film. Im Bonusmaterial sagt er, dass sie damals den Film zum ersten Mal vor Publikum zeigten und es weitgehend die auch für die Kinoauswertung geplante Fassung war. Der Film gewann, mit Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, die Goldene Palme.

2001 zeigte Coppola, wieder in Cannes, die fünfzig Minuten längere „Redux“-Version des Films, in der vor allem die Szene mit den französischen Kolonialisten (einige Ausschnitte waren in der 1991 fertiggestellten Dokumentation „Hearts of Darkness“ enthalten), die Szene mit den Playboy-Bunnies in dem vom Sturm verwüsteten Lager, etliche Szenen mit Lt. Col. Kilgore neu und viele kleinere Änderungen enthalten waren.

Diese 200-minütige „Redux“-Version von „Apocalypse Now“ gefällt mir besser als die ursprüngliche Version. „Apocalypse Now Redux“ ist letztendlich kurzweiliger, stringenter und in sich geschlossener als die 150-minütige Version.

Das Bonusmaterial

Von den DVD-Ausgaben neuer Filme wissen wir, dass Masse (sowohl die Länge des Bonusmaterials als auch die anwählbaren Menüpunkte) nichts über die Klasse des Materials aussagen. Bei der „Full Disclosure“-Version von „Apocalypse Now“ stimmt in jedem Fall die Masse. „Über neun Stunden Bonusmaterial“ steht auf dem Cover und das ist sogar tiefgestapelt. Denn die Audiokommentare für den Spielfilm und die spielfilmlange Dokumentation „Hearts of Darkness“ (die hier erstmals in Deutschland auf Blu-ray und DVD veröffentlicht wurde) wurden nicht mitgezählt.

Außerdem stimmt hier auch die Klasse. Denn bis auf ein, zwei kurze Featurettes (von insgesamt unter zehn Minuten Laufzeit) ist das gesamte Bonusmaterial sehr informativ und damit auch sehenswert.

In Deutschland ist, nachdem die vorherigen DVD-Ausgaben letztendlich nur den Film enthielten, wie gesagt, das gesamte Bonusmaterial neu. In den USA erschien einiges schon auf der „Special Edition – The Complete Dossier“-Fassung.

Brandneu sind vor allem zwei jeweils gut einstündigen Interviews von Francis Ford Coppola mit Drehbuchautor John Milius und Hauptdarsteller Martin Sheen und das, mit vielen Bildern vom Casting illustrierte, Gespräch mit Casting Director Fred Roos. Mit Milius unterhält Coppola sich über das Drehbuch und die Vorproduktion. Dabei betont Coppola immer wieder, wie wichtig Milius‘ Drehbuch war und dass etliche der bekannten Szenen und Sätze schon im Drehbuch standen. Mit Sheen unterhält er sich über die Dreharbeiten und das Gespräch wird anekdotischer.

Schon etwas älter sind die Featurettes über die Postproduktion, wozu vor allem das Sound-Design und die Musik gehören, Marlon Brandos T.-S.-Elliot-Rezitation mit Bildern von den Dreharbeiten und ein fast vierzigminütiges Gespräch von Filmkritiker Roger Ebert mit Francis Ford Coppola in Cannes 2001 anlässlich der Premiere der „Redux“-Fassung. Sehenswert, auch wegen der vielen Filmaufnahmen von der Vorbereitung und den Dreharbeiten und den vielen Interviewpartnern (oft für aktuelle Interviews), sind sie alle.

Es gibt, in bescheidener Bildqualität, eine gute halbe Stunde, zusätzlicher Szenen und den legendären, aber missverständlichen, von Coppola kommentierten, Abspann zur Ursprungsversion von „Apocalypse Now“. Nach den Dreharbeiten mussten sie das Camp von Kurtz vernichten. Coppola meinte, wenn sie es schon abreißen müssten, könnten sie doch auch einige Bilder davon machen. Sie stellten etliche Kameras (auch Infrarotkameras) auf und jagten das Lager in die Luft. Diese Bilder zeigte er dann im Abspann als psychedelische Erfahrung. Das Publikum verstand die Bilder allerdings als zweites Ende, in dem das Lager zerstört wird. Weil das aber nicht seine Absicht gewesen war, entfernte er die Aufnahmen aus dem Abspann und es entstand nach der Cannes-Premiere das Gerücht von den verschiedenen Enden des Films.

Als Ergänzung zu diesem Bonusmaterial gibt es den mit zwei Emmys ausgezeichneten, spielfilmlangen Dokumentarfilm „Hearts of Darkness – Reise ins Herz der Finsternis“. Der Film dokumentiert chronologisch die Dreharbeiten. Coppola hatte während des Drehs seine Frau beauftragt, ein „Making of“ zu drehen, das dann als fünfminütiger TV-Beitrag zum Filmstart gezeigt werden sollte. Weil er für dieses „Making of“ den Endschnitt hatte, durfte Eleanor Coppola viel, auch die künstlerischen Krisen und Selbstzweifel ihres Mannes, aufnehmen. Aus dem Mini-“Making of“ wurde nichts und die Aufnahmen verschwanden im Archiv, bis Fax Bahr und George Hickenlooper davon erfuhren und daraus einen längeren Film, ergänzt um neue Interviews, machen wollten.

Coppola, der die Rechte an den Aufnahmen besaß, war einverstanden und, auch wenn ihm nicht alles an der Dokumentation „Hearts of Darkness“ gefiel, legte er kein Veto gegen die Ausstrahlung ein. Denn, so dachte er, die Dokumentation werde einige Male im Fernsehen laufen und dann vergessen werden. Aber sie wurde immer wieder gezeigt und lief sogar im Kino. Auch in Deutschland gab es, was damals für Dokumentationen selten und für Dokumentationen über Filme noch seltener war, einen Kinostart. Denn „Hearts of Darkness“ zeigt, durchaus kritisch, die Dreharbeiten und einen Regisseur, der zuerst nur einen kleinen, kommerziellen Kriegsfilm drehen wollte, dann über drei Jahre mit 238 Drehtagen im Dschungel verbrachte und Haus und Hof riskierte.

Zu der spielfilmlangen Dokumentation gibt es noch einen 2007 getrennt aufgenommenen Audiokommentar von Eleanor Coppola und ihrem Mann Francis Ford Coppola, der einige Dinge, die ihm falsch dargestellt erschienen, klarstellen wollte. Es geht dabei vor allem um den Herzanfall von Martin Sheen und seine Reaktion gegenüber den Geldgebern in Hollywood darauf.

Ärgerliche Momente

Letztendlich haben mich bei der Blu-ray nur drei Kleinigkeiten gestört:

Ich musste die Blu-rays mit dem Bonusmaterial öfters komplett neu starten, weil ich nur so das nächste Feature abspielen konnte.

Die deutschen Untertitel enthalten erschreckend viele Schreibfehler.

Und, so löblich es auch ist, dass es einen umfangreichen Ausschnitt aus dem Drehbuch mit handschriftlichen Anmerkungen und das Original-Kinoprogramm von 1979 mit einem Vorwort vom Meister höchstpersönlich gibt, so ärgerlich ist es, dass man die Texte nicht vergrößern kann. D. h. erst wenn der Bildschirm groß genug ist, kann auch das Drehbuch gelesen werden.

Apocalypse Now (Apocalypse Now, USA 1979)

Regie: Francis Ford Coppola

Drehbuch: John Milius, Francis Ford Coppola

LV: Joseph Conrad: Heart of Darkness, 1899 (Herz der Finsternis)

mit Martin Sheen, Robert Duvall, Marlon Brando, Fred Forrest, Sam Bottoms, Albert Hall, Larry Fishburne, Dennis Hopper, Harrison Ford, G. D. Spradlin, Bill Graham

Länge: 152 Minuten (Apocalpyse Now)

202 Minuten (Apocalypse Now Redux)

Bonusfilm

Hearts of Darkness – Reise ins Herz der Finsternis (Hearts of Darkness – A Filmmaker’s Apocalypse, USA 1991)

Regie: Fax Bahr, George Hickenlooper, Eleanor Coppola (Regie des Dokumentarmaterials während der „Apocalypse Now“-Dreharbeiten)

Drehbuch: Fax Bahr, George Hickenlooper

Premiere: 17. Mai 1991 (Internationales Filmfestival Cannes, „Un Certain Regard“)

Deutscher Kinostart: 12. März 1992

Länge: 95 Minuten

Blu-ray

Arthaus/Studio Canal

Bild: 2,35: 1 (1080p)

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS 2.0 Surround)

Untertitel Disc 1: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch

Untertitel Disc 2: Deutsch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Russisch, Japanisch

Untertitel Disc 2: Deutsch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Japanisch, Englisch für Hörgeschädigte

FSK: ab 16 Jahre

(DVD identisch)

Das Bonusmaterial – oder was auf den Blu-rays ist:

Disc 1

Apocalypse Now Kinofassung von 1979

Apocalypse Now Redux

Audiokommentar von Francis Ford Coppola

Disc 2

Ein Gespräch mit John Milius (49:45)

Ein Gespräch mit Martin Sheen (59:26)

Fred Roos: Casting Apocalypse (Der Casting Director spricht über den Test hunderter Schauspieler für die verschiedenen Rollen) (11:43)

Radiosendung „The Mercury Theatre on the Air“, 6. November 1938 (Orson Welles liest Joseph Conrads Roman „Herz der Finsternis“) (36:34)

The Hollow Men“ (Marlon Brando rezitiert T.S. Elliots Gedicht mit Szenen aus dem Film und von den Dreharbeiten) (16:56)

Die verlorene Szene aus „Affen auf dem Sampam“ (Eingeborene singen Doors-Song „Light my Fire“) (2:51)

Zusätzliche Szenen (26:08)

Zerstörung des Camps von Kurtz mit Credits und Kommentar von Francis Ford Coppola (6:02)

Die Entstehung des 5.1-Sounds (5:51)

Der Überflug der Geister-Helikopter (Sourround-Design) (3:55)

Apocalypse Now: Der Synthesizer-Soundtrack von Bob Moog (Artikel aus dem Contemporary Keyboard Magazine vom Januar 1980)

Der Schnitt von Apocalypse Now (17:55)

Die Musik von Apocalypse Now (14:44)

Das Sound-Design von Apocalypse Now (15:17)

Die endgültige Mischung (3:07)

Apocalypse damals und heute (Auszug aus einem Interview mit Roger Ebert über beide Versionen des Films) (3:42)

Filmfestival Cannes 2001: Roger Ebert unterhält sich mit Francis Ford Coppola (38:34)

Straßengang auf dem Boot (Vorstellung der Schauspieler von Willards Crew) (4:07)

Die Farbpalette von Apocalypse Now (Doku über den Technicolor-Transfer) (4:05)

Disc Credits

Disc 3

Hearts of Darkness- Reise ins Herz der Finsternis (Dokumentation über die Dreharbeiten)

Audiokommentar von Eleanor und Francis Ford Coppola

Auszug aus dem Drehbuch von John Milius mit Anmerkungen von Francis Ford Coppola

Storyboard-Sammlung (mehr als 200 Zeichnungen) (11:14)

Fotoarchiv (Filmfotos und SW-Fotos von Mary Ellen Mark) (2:37)

Marketing-Archiv (Kinotrailer 1979 [3:54], Radiospots 1979 [2:05], Original-Kinoprogramm von 1979 mit Informationen zur Geschichte des Films und einem Vorwort von Francis Ford Coppola, Kinoplakate und PR-Fotos [3:40], Filmplakate-Galerie [0:27; erstaunlich kurz])

außerdem

24-seitiges Booklet „In the Heart of the Movie“ mit Konzeptzeichnungen, Fotos und einem Vorwort von Francis Ford Coppola zur Full Disclosure Edition (Deutsch und Englisch)

5 SW-Postkarten

Hinweise

Wikipedia über „Apocalypse Now“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte: Vergleich der Kino- mit der „Redux“-Fassung

Awesome Film: Drehbuch „Apocalypse Now“ von John Milius (Fassung vom 3. Dezember 1975)


TV-Tipp für den 2. Oktober: Reservoir Dogs

Oktober 2, 2011

3Sat, 23.15

Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Hinweise

The Quentin Tarantino Archives

Deutsche Quentin-Tarantino-Fanseite

Wikipedia über „Reservoir Dogs“

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

Quentin Tarantino in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 1. Oktober: Einsam sind die Tapferen

Oktober 1, 2011

ZDF, 01.50

Einsam sind die Tapferen (USA 1962, R.: David Miller)

Drehbuch: Dalton Trumbo

LV: Edward Abbey: The Brave Cowboy, 1956

New Mexico, 1953: Cowboy Jack Burns will einen Kumpel aus dem Gefängnis befreien. Dafür provoziert er seine Einlieferung ins Gefängnis. Aber sein Freund will seine Strafe absitzen. Also flüchtet Burns alleine aus dem Gefängnis in Richtung Mexiko. Sheriff Johnson verfolgt ihn.

Toller Post-Western, der, wenn er gezeigt wird, in der Nacht versteckt wird. Da wäre eine DVD-Ausgabe überfällig.

Kirk Douglas sagte, dass „Einsam sind die Tapferen“ sein Lieblingsfilm sei. Michael Douglas hält den Film für den besten Film seines Vaters. Und der Film taucht immer wieder in Western-Bestenlisten auf.

Die Qualitäten und das Engagement des Films sind die Qualitäten und das Engagement seiner Autoren. Edward Abbey, der Romanautor, war hauptsächlich Umweltschützer in US-Nationalparks. Dalton Trumbo, der Drehbuchautor, war der prominenteste unter den ‚Hollywood-Ten‘, die nach den McCarthy-Verfolgungen offiziell nicht mehr beschäftigt werden durften,…Es gibt Kritiker, die finden, dass in diesem Film sein missionarischer Enthusiasmus mit ihm durchgegangen ist.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon, 1976/1995)

‚Einsam sind die Tapferen‘ ist der paradigmatische Postwestern. Ein existenzialistischer Film, eine kritische Studie, ein selbstreflexives Metapherngewitter. Schwarz-weiß war ein genialer Schachzug.“ (Josef Rauscher in Bernd Kiefer/Norbert Grob, Hrsg.: Filmgenres: Western, 2003)

Mit Kirk Douglas, Walter Matthau, Gena Rowlands, Michael Kane, George Kennedy

Hinweise

Wikipedia über „Einsam sind die Tapferen“

Turner Classic Movies über „Einsam sind die Tapferen“