Neu im Kino/Filmkritik: „Harodim – Nichts als die Wahrheit?“ oder Nur eine weitere Lüge?

Lazarus Fell, totgeglaubter Navy Seal und Spezialist für verdeckte Operationen, ist am Ziel seiner jahrelangen Suche: vor ihm sitzt in einem Raum unterhalb der Wiener U-Bahn der Terrorist, der für den Tod seines Vaters, den hochrangigen Geheimdienst-Mitarbeiter Solomon Fell, während des Anschlags auf das World Trade Center verantwortlich ist. Bevor Lazarus Fell ihn umbringt, will er ein Geständnis von ihm. Und der Terrorist (der im Film zwar keinen Namen hat, aber verdächtig an Osama Bin Laden mit besserer Frisur erinnert) beginnt zu erzählen. Danach waren die amerikanischen Geheimdienste in den Anschlag involviert.

Lazarus fragt sich, ob er nur eine erfundene Geschichte hört oder ob der Terrorist (sehr einnehmend von Michael Desante gespielt) ihm die Wahrheit sagt.

Regisseur Paul Finelli unterlegt das Verhör und vor allem die Enthüllungen des Terroristen mit Nachrichtenbildern und Fotografien, die dem gesagten eine zusätzliche Dimension verleihen. So muss der Terrorist, wenn man die Zeichen deuten kann, keine Namen nennen, um seine bis weit in die Vergangenheit zurückreichende Verschwörungstheorie zu belegen.

Aber seine Erzählung, die später von einem Kronzeugen („Easy Rider“ Peter Fonda) um ein, zwei Drehungen ergänzt wird, läuft von der ersten Sekunde an auf die altbekannte Verschwörungstheorie hinaus, dass sowieso alles von geheimen Mächten im Hintergrund (den, wie ein Blick auf einen Dollar-Schein verrät, Illuminaten) gesteuert wird und hier wird das neunzigminütige Kammerspiel mit drei Personen schnell langweilig. Denn als der Terrorist mit seinem Geständnis beginnt, ist die Pointe unangenehm offensichtlich und Regisseur Paul Finelli bemüht sich über den gesamten Film, dies möglichst oft zu sagen.

Harodim – Nichts als die Wahrheit? (Österreich 2012)

Regie: Paul Finelli

Drehbuch: Paul Finelli

mit Travis Fimmel, Michael Desante, Peter Fonda

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

harodim-derfilm.polyband.de

Film-Zeit über „Harodim“

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