TV-Tipp für den 23. Januar: Arizona Dream

Januar 23, 2013

3sat, 22.25 (VPS 22.24)

Arizona Dream (USA 1992, R.: Emir Kusturica)

Drehbuch: David Atkins

Als Axel (Johnny Depp) aus New York in seine alte Heimat, eine Kleinstadt in Arizona, zurückkehrt, um bei der Hochzeit seines Onkels (Jerry Lewis) Trauzeuge zu sein, lernt er die Flugzeugbastlerin Elaine (Faye Dunaway) und deren Tochter Grace (Lili Taylor) kennen und ein ausgeflippt-schräg-surrealistischer Reigen beginnt.

‚Arizona Dream‘ ist ein ausgeflippter Film voller hinterlistiger Fallen und origineller Finten.“ (Fischer Film Almanach 1994) – und ein großer, herziger Spaß

mit Johnny Depp, Jerre Lewis, Faye Dunaway, Lili Taylor, Vincent Gallo

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Arizona Dream“

Wikipedia über „Arizona Dream“ (deutsch, englisch)

Kustupedia über „Arizona Dream“

Depp Impact über „Arizona Dream“

 


Cover der Woche

Januar 22, 2013

Garfield - Ein Mann sieht rot

Wegen des Todes von Michael Winner.

Der Originaltrailer der Verfilmung:


R. i. P. Michael Winner

Januar 22, 2013

Michael Winner (30. Oktober 1935, London, England – 21. Januar 2013, London, England)

Ein Kritikerliebling war Michael Winner nie, aber das Publikum liebte ihn. Vor allem in den siebziger Jahren, als er mit Charles Bronson „Chatos Land“ (1972), „Kalter Hauch“ (The Mechanic, 1972), „Ein Mann geht über Leichen“ (The Stone Killer, 1971) und „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1974) drehte. Erst acht Jahre später, als seine Filmkarriere ins Stocken geriet, folgten mit „Der Mann ohne Gnade – Death Wish II“ (1982) und „Death Wish III – Die Rächer von New York“ (1985) direkte Fortsetzungen des Selbstjustiz-Klassikers, der damals für Kontroversen sorgte, inzwischen ein Klassiker ist und die Blaupause für unzählige ähnlich gelagerte Filme war.

Marlon Brando (Das Loch in der Tür [The Nightcomers, 1971]), Burt Lancaster (Lawman, 1971; Scorpio, der Killer, 1973), Alain Delon (Scorpio, der Killer, 1973), Robert Mitchum, James Stewart und Edward Fox (Tote schlafen besser [The Big Sleep, 1978); eine missglückte Raymond-Chandler-Verfilmung), James Coburn, Eli Wallach und Sophia Loren (Firepower, 1979) und Faye Dunaway (Die verruchte Lady [The Wicked Lady, 1983) spielten ebenfalls in seinen Filmen mit.

Sein letzter Film war 1998 „Parting Shots“, der bei uns nur noch eine Videopremiere erlebte.

Einer seiner letzten Filme war, mit Peter Ustinov als Hercule Poirot, die Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, 1988), die so ziemlich das Gegenteil eines typischen Michael-Winner-Films ist. Denn er stand immer für Action, Thrill und eine gehörige Portion Sensationsgier, die die Leute ins Kino bringen sollten.

In den letzten Jahren war Winner in England vor allem als Restaurantkritiker für die „Sunday Times“ und Lebemann bekannt.

Michael Winner starb nach langer Krankheit am Montag in seiner Wohnung in Kensington. Seine Frau Geraldine, die er vor zwei Jahren, nachdem sie schon fünfzig Jahre zusammen waren, sagte: „Michael was a wonderful man, brilliant, funny and generous. A light has gone out in my life.“

 

Nachrufe erschienen bei Spiegel Online, Telegraph, Guardian, Independent, Huffington Post, Daily Mail Online,  und der Los Angeles Times.

 


TV-Tipp für den 22. Januar: Das Osterman-Weekend

Januar 22, 2013

WDR, 23.15

Das Osterman-Weekend (USA 1983, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Alan Sharp, Ian Masters

LV: Robert Ludlum: The Osterman-Weekend, 1972 (Das Osterman-Wochende)

Der CIA nimmt an, dass die Freunde von Journalist John Tanner KGB-Spione sind. Mit Tanners Hilfe verwanzen sie für ein Wochenende sein ganzes Haus. Ab da geht alles schief. Seine Freunde wollen ihre Geheimnisse schützen, Tanner will die Wahrheit wissen und CIA-Agent Fassett spielt ein ganz eigenes Spiel.

Peckinpahs letzter Film ist ein kühler Spionagethriller, ein Verwirrspiel (deshalb kann der Film immer wieder angesehen werden. Nach einem Jahr haben Sie die konfuse Handlung schon wieder vergessen.) und eine Studie über den Verfall von Freundschaft und Vertrauen. “Das Osterman-Weekend” ist einer der schwachen Peckinpah-Filme mit einer deprimierenden Aussage.

Ulrich von Berg schrieb in “Sam Peckinpah – Ein Outlaw in Hollywood” (1987): “The Osterman Weekend ist von der ersten bis zur letzten Einstellung ein monströses Vexierspiel, in dem jeder jeden täuscht und betrügt. Keine der Figuren ist zur Identifikation tauglich, alle sind nichts als abhängige Marionetten….Die Menschen in diesem Film sind flach und eindimensional, keiner von ihnen macht eine innere Entwicklung durch, ihre Handlungsmotive sind ohne Ausnahme von Eigennutz bestimmt (Macht, Rache, Prestige, materielle Vorteile). Peckinpah interessiert sich für keinen einzigen von ihnen besonders – und das ist gut angesichts des abstrusen Drehbuchs – sondern allein für das alles Vertrauen zerfressende und alle zwischenmenschliche Beziehungen infiltrierende Geflecht aus Intrigen und Gegenintrigen. Die Atmosphäre von Hilflosigkeit und Abhängigkeit ist wichtig, nicht die Plausibilität des Plots…In Peckinpahs letztem Film unterliegen sie (die eigenen vier Wände, AdV) der totalen Kontrolle eines offensichtlich wahnsinnigen CIA-Agenten. Die stoischen Einzelgänger, die sich in allen seinen anderen Filmen gegen Reglementierung und Anpassung zur Wehr setzen, gib es hier nicht mehr. Das Bild, das Peckinpah in The Osterman Weekend von Amerika entwarf, ist die konsequente Weiterentwicklung der düsteren Zukunftsvision seiner Western, das Versprechen einer freien Gesellschaft wird als Lüge entlarvt. Ein Arrangement mit dieser Gesellschaft ist den höchst unterschiedlichen Männern in Peckinpahs zeitgenössischen Filmen unmöglich”.

Mit Rutger Hauer, John Hurt, Craig T. Nelson, Dennis Hopper, Burt Lancaster, Chris Sarandon, Meg Fosters, Helen Shaver

Hinweise

Wikipedia über “Das Osterman-Wochenende” (deutsch, englisch)

Ludlum Books – The Fansite of Robert Ludlum

Meine Besprechung von Mike Siegels „Passion & Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah“

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs “Steiner – Das eiserne Kreuz”

Sam Peckinpah in der Kriminalakte


„Raylan“ räumt jetzt auch in der deutschen Übersetzung auf

Januar 21, 2013

Leonard - Raylan - Suhrkamp

Anstatt für die deutsche Ausgabe liebevoll auf altem Sütterlinpapier, hergestellt von Jungfrauen in einer Vollmondnacht, eine neue Besprechung zu schreiben, poste ich einfach, leicht aktualisiert und ohne die YouTube-Videos, meine Rezension zur Originalausgabe von Elmore Leonard neuestem Roman „Raylan“ wieder:

Raylan Givens ist ein Charakter von Elmore Leonard, der in den beiden in Florida spielenden Romanen „Jede Wette“ (Pronto, 1993) und „Volles Risiko“ (Riding the Rap, 1995) und der Novelle „Fire in the Hole“ (2001) auftrat.

Raylan Givens ist der Held der grandiosen US-Krimiserie „Justified“, die in den USA demnächst in die vierte Staffel geht, während bei uns im Herbst bei Kabel 1 die zweite Staffel so wenige Zuschauer hatte, dass die zweite Staffel zwar vollständig, aber in Doppelfolgen, ausgestrahlt wurde.

Raylan“ heißt der neue Roman von Elmore Leonard, in dem U. S. Marshal Raylan Givens in Harlan County, Kentucky, Bösewichter jagt. Dabei liest sich „Raylan“ weniger wie ein Roman, sondern wie drei Episoden für „Justified“: eine sehr gelungene Einzelepisode und eine sehr locker miteinander verknüpfte, durchwachsene Doppelfolge. Leonard selbst sagt in Interviews, er habe „Raylan“ geschrieben, um den Machern der TV-Serie einige Ideen zu liefern, aus denen sie dann machen könnten, was sie wollten. Die echten „Justified“-Fans werden auch einige Verbindungen zwischen Leonards Roman und der Serie entdecken.

Dass man beim Lesen immer das „Justified“-Ensemble und die Optik der TV-Serie vor seinem geistigen Auge hat, ist kein Nachteil. Immerhin treten etliche aus der TV-Serie bekannte Charaktere auf und Raylan Givens muss sich mit mehr oder weniger sympathischen weiblichen Bösewichtern herumschlagen. Es sind eine Krankenschwester, die mit dem Herausoperieren von Nieren außerhalb des OP-Raums und ohne Einverständnis des Spenders ein lukratives, aber auch sehr illegales Geschäftsmodell entdeckte (das ist die erste und auch beste Geschichte); eine Vertreterin einer Minenfirma, die auch mal gerne eine Pistole in die Hand nimmt und jemanden erschießt; und eine Pokerspielerin mit den falschen Freunden.

Elmore Leonard sorgt also für viel Spaß in Harlan County und Raylan Givens, der, nicht nur wegen seines Hutes, wie ein Überbleibsel aus dem Wilden Westen wirkt, darf auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. Wenn Worte nicht helfen. Denn zuerst redet er.

Raylan“ ist ein oft skizzenhafter, episodenhafter Roman von Elmore Leonard, der nach der ersten Geschichte auch etwas vor sich hin plätschert. Aber nach dem enttäuschenden „Road Dogs“ und dem komplett vermurksten „Djibouti“ ist „Raylan“ wieder ein Elmore-Leonard-Werk, das eben jene Elemente hat, für die ihn seine Fans lieben: eindrucksvolle Charaktere und grandiose Dialoge. Dass dabei der Plot, mal wieder, vernachlässigt wird, ist für langjährige Elmore-Leonard-Fans keine Neuigkeit.

Haue noch einen Nachtrag ran: Für November ist mit „Blue Dreams“ ein neuer Roman von Elmore Leonard angekündigt.

Und frage mich, wo die deutsche DVD-Ausgabe der zweiten Staffel von „Justified“ bleibt. Immerhin liefen die Folgen schon vor einigen Wochen im TV.

Elmore Leonard: Raylan

(übersetzt von Kirsten Riesselmann)

Suhrkamp, 2013

312 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Raylan

William Morrow, New York 2012

 

Hinweise

Homepage zur Serie

Kabel 1 über “Justified”

Wikipedia über „Justified“ (deutsch, englisch)

Meine Ankündigung von “Justified” (Staffel 2)

Christian Science Monitor: Interview mit Elmore Leonard (18. Januar 2012)

Wall Street Journal: Interview mit Elmore Leonard über “Raylan” und “Justified” (13. Januar 2012)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

 

 


TV-Tipp für den 21. Januar: Unschuldig in Haft

Januar 21, 2013

ARD, 22.45

Unschuldig in Haft – Wenn der Staat zum Täter wird (D 2012, R.: Jan Schmitt)

Drehbuch: Jan Schmitt

45-minütige Doku, die einige Opfer von Justizirrtümern in Deutschland porträtiert und wie diese Irrtümer Leben zerstören können.

Mehr Infos hier.


TV-Tipp für den 20. Januar: Zeugin der Anklage

Januar 20, 2013

Arte, 20.15

Zeugin der Anklage (USA 1957, R.: Billy Wilder)

Drehbuch: Larry Marcus, Billy Wilder, Harry Kurnitz

LV: Agatha Christie: The Witness for the Prosecution, 1933 (Kurzgeschichte, ursprünglich erschienen in „The Hound Of Death And Other Stories”, Zeugin der Anklage)

Hat Leonard Vole eine reiche Witwe erschlagen? Für Staranwalt Sir Wilfried hängt alles von der Aussage von Voles Frau Christine ab.

Prototyp aller Gerichtsfilme und immer noch weitaus spannender als die jüngeren Gerichtsthriller (obwohl die Pointe bekannt sein dürfte), mit – in glänzender Spiellaune – Marlene Dietrich, Charles Laughton, Tyrone Power

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert. „Die zwölf Geschworenen“ gewann ihn.

Wiederholung: Mittwoch, 23. Januar, 13.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Zeugin der Anklage“ (deutsch, englisch)

Leiche“ (deutsch, englisch)

Homepage von Agatha Christie

Kirjasto über Agatha Christie

Wikipedia über Agatha Christie (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Agatha Christie

Meine Besprechung der Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988 – Mit Peter Ustinov als Hercule Poirot)

Billy Wilder in der Kriminalakte


Charles Cumming über „Die Trinity-Verschwörung“

Januar 19, 2013

Cumming - Die Trinity-Verschwörung 2

Charles Cumming unterhält sich mit Schauspieler Dominic West („The Wire“, „300“, „John Carter“), der auch einige Ausschnitt aus dem Roman vorliest, über „Die Trinity-Verschwörung“ (The Trinity Six, 2011) und „The Wire“:

Außerdem gibt Charles Cumming einige Hintergrundinformationen zum historischen Hintergrund und seinen Roman

Meine Meinung zum Buch gibt es hier.


TV-Tipp für den 19. Januar: Vier im roten Kreis

Januar 19, 2013

Im Rahmen der „Langen Filmnacht: Alain Delon“ gibt es davor „Rette deine Haut, Killer“ (um 22.15 Uhr) und danach „Der Anwalt“ (um 02.00 Uhr), aber der beste Film der Filmnacht ist

RBB, 23.45

Vier im roten Kreis (F 1970, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.

Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.

Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino

mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte

 


R. i. P. Jakob Arjouni

Januar 18, 2013

Jakob Arjouni (8. Oktober 1964, Frankfurt am Main – 17. Januar 2013, Berlin)

Als 1985 sein Debüt „Happy Birthday, Türke!“ erschien, war die im schnoddrigen Hardboiled-Stil geschriebene Privatdetektiv-Geschichte mit einem türkischstämmigen Detektiv, bei dem nur sein Name Kemal Kayankaya türkisch, der Rest Frankfurter Junge ist, eine Frischzellenkur. Denn dröge Sozialkritik fand sich nie bei Arjouni. Politik und Kritik an der bundesdeutschen Gesellschaft schon. Ebenso pointierte Dialoge und ein deutlicher Einfluss der Sam-Spade/Philip-Marlowe-Schule. Schnell erschienen mit „Mehr Bier“ und „Ein Mann, ein Mord“ zwei weitere Kayankaya-Krimi. Zehn Jahre später, 2001, erschien der vierte Kayankaya-Krimi „Kismet“ und 2012 mit „Bruder Kemal“ der fünfte Kayankaya-Krimi. Daneben schrieb er weitere Romane und Theaterstücke.

Happy Birthday, Türke!“ wurde 1991 von Doris Dörrie mit Hansa Czypionka in der Hauptrolle gelungen verfilmt.

Arjouni starb in der Nacht zum 17. Januar im Kreis seiner Familie in Berlin. Er hatte Krebs.

 

Nachrufe gibt es bei seinem Verlag Diogenes, Spiegel, FAZ, taz, Die Zeit,Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Tagesspiegel, Deutschlandradio, Stuttgarter Zeitung, Berliner Zeitung (müsste identisch mit Frankfurter Rundschau sein) und das ZDF hat ein älteres Interview wieder online verfügbar gemacht.


Verlosung: Wer will Richard Starks „Irgendwann gibt jeder auf“?

Januar 18, 2013

Stark - Irgendwann gibt jeder auf4

Bis zum Kinostart von „Parker“ am 7. Februar sind es noch einige Tage, die man zum Beispiel mit der Lektüre von Richard Starks Parker-Gangsterthriller „Irgendwann gibt jeder auf“, der Vorlage für Taylor Hackfords Film mit Jason Statham in der Hauptrolle, verbringen kann.

In dieser Parker-Geschichte begibt der coole Profiverbrecher sich nach Palm Beach, Florida. Er will sich von einigen Verbrechern, die ihn betrogen haben, seinen Anteil an der Beute zurückholen. Dass er dafür ihren neuesten Coup sabotiert und es etliche nicht vorhersehbare Probleme gibt, erstaunt den langjährigen Fan von Richard Starks Parker-Romanen nicht. „Irgendwann gibt jeder auf“ reiht sich nahtlos in die grandiose Reihe der anderen Parker-Romane ein.

 

Dank der netten dtv-Presseabteilung kann ich drei (!) Exemplare von „Irgendwann gibt jeder auf“ verlosen.

Die Verlosung läuft in den gewohnten Bahnen ab:

Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Verlosung“ und einer deutschen Postadresse an info@axelbussmer.de

Die Verlosung endet am kommenden Freitag, den 25. Januar, um Mitternacht.

Richard Stark: Irgendwann gibt jeder auf

(übersetzt von Rudolf Hermstein)

dtv, 2013

272 Seiten

9,95 Euro

Deutsche Erstausgabe

Paul Zsolnay Verlag, 2010

Originalausgabe

Flashfire

Mysterious Press, 2000 (Hardcover)

Verfilmung

Parker (Parker, USA 2013)

Regie: Taylor Hackford

Drehbuch: John J. McLaughlin

mit Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis, Wendell Pierce, Clifton Collins Jr., Bobby Cannavale, Emma Booth, Nick Nolte

Kinostart: 7. Februar 2013

Hinweise (ein gewisses Fantum ist unübersehbar)

Homepage von Donald E. Westlake

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Lax/Donald Westlakes „Hot Rock“ (Pierre qui roule, 2008, Comic)

 


„Nur zu deinem Schutz“ – ein kleiner Nachtrag

Januar 18, 2013

Coben - Nur zu deinem Schutz

Wenn Harlan Coben einen neuen Roman veröffentlicht, gibt es normalerweise einen gelungenen Buchtrailer und einige Interviews mit ihm.

So auch bei seinem ersten Mickey-Bolitar-Roman „Nur zu deinem Schutz“ (Shelter, 2011), der sich in erster Linie an ein jugendliches Publikum richtet und den ich auch schon besprochen habe.

Aber ohne diese Videos:


Die Edgar-Allan-Poe-Nominierungen 2013

Januar 18, 2013

Die Mystery Writers of America (MWA) haben die Nominierungen für den diesjährigen Edgar-Allan-Poe-Preis, einer der renommiertesten und wichtigsten Krimipreise, veröffentlicht:

BEST NOVEL

The Lost Ones von Ace Atkins (Penguin Group USA – G.P. Putnam’s Sons)

The Gods of Gotham von Lyndsay Faye (Penguin Group USA – Amy Einhorn Books/G.P. Putnam’s Sons)

Gone Girl: A Novel von Gillian Flynn (Crown Publishers)

Potboiler von Jesse Kellerman (Penguin Group USA – G.P. Putnam’s Sons)

Sunset von Al Lamanda (Gale Cengage Learning – Five Star)

Live von Night von Dennis Lehane (HarperCollins Publishers – William Morrow)

All I Did Was Shoot My Man von Walter Mosley (Penguin Group USA – Riverhead Books)

BEST FIRST NOVEL

The Map of Lost Memories von Kim Fay (Random House Publishing– Ballantine)

Don’t Ever Get Old von Daniel Friedman (Minotaur Books – Thomas Dunne Books)

Mr. Churchill’s Secretary von Susan Elia MacNeal (Random House Publishing– Bantam Books)

The Expats von Chris Pavone (Crown Publishers)

The 500 von Matthew Quirk (Hachette Book Group – Little, Brown and Company – Reagan Arthur)

Black Fridays von Michael Sears (Penguin Group USA – G.P. Putnam’s Sons)

BEST PAPERBACK ORIGINAL

Complication von Isaac Adamson (Soft Skull Press)

Whiplash River von Lou Berney (HarperCollins Publishers – William Morrow Paperbacks)

Bloodland von Alan Glynn (Picador)

Blessed are the Dead von Malla Nunn (Simon & Schuster – Atria Books – Emily Bestler Books)

The Last Policeman: A Novel von Ben H. Winters (Quirk Books)

BEST FACT CRIME

Midnight in Peking: How the Murder of a Young Englishwoman Haunted the Last Days of Old China von Paul French (Penguin Group USA – Penguin Books)

Devil in the Grove: Thurgood Marshall, the Groveland Boys, and the Dawn of a New America von Gilbert King (HarperCollins Publishers – Harper)

More Forensics and Fiction: Crime Writers’ Morbidly Curious Questions Expertly Answered von D.P. Lyle, MD (Medallion Press)

Double Cross: The True Story of the D-Day Spies von Ben Macintyre (Crown Publishers)

The People Who Eat Darkness: The True Story of a Young Woman Who Vanished from

the Streets of Tokyo – and the Evil that Swallowed Her Up von Richard Lloyd Parry (Farrar Straus & Giroux Originals)

BEST CRITICAL/BIOGRAPHICAL

Raymond Chandler’s Philip Marlowe: The Hard-Boiled Detective Transformed von John Paul Athanasourelis (McFarland and Company)

Books to Die For: The World’s Greatest Mystery Writers on the World’s Greatest Mystery Novels herausgegeben von John Connolly und Declan Burke (Simon & Schuster – Atria Books – Emily Bestler Books)

The Scientific Sherlock Holmes: Cracking the Case with Science and Forensics von James O’Brien (Oxford University Press)

In Pursuit of Spenser: Mystery Writers on Robert B. Parker and the Creation of an American Hero, herausgegeben von Otto Penzler (Smart Pop)

BEST SHORT STORY

„Iphigenia in Aulis“ in An Apple for the Creature von Mike Carey (Penguin Group USA – Ace Books)

„Hot Sugar Blues“ in Mystery Writers of America Presents: Vengeance von Steve Liskow (Hachette Book Group – Little, Brown and Company – Mulholland Books)

„The Void it Often Brings With It” in Ellery Queen Mystery Magazine von Tom Piccirilli (Dell Magazines)

„The Unremarkable Heart“ in Mystery Writers of America Presents: Vengeance von Karin Slaughter (Hachette Book Group – Little, Brown and Company – Mulholland Books)

„Still Life No. 41“ in Ellery Queen Mystery Magazine von Teresa Solana (Dell Magazines)

BEST JUVENILE

Fake Mustache: Or, How Jodie O’Rodeo and Her Wonder Horse (and Some Nerdy Kid) Saved the U.S. Presidential Election from a Mad Genius Criminal Mastermind von Tom Angleberger (Abrams – Amulet Books)

13 Hangmen von Art Corriveau (Abrams – Amulet Books)

The Quick Fix von Jack D. Ferraiolo (Abrams – Amulet Books)

Spy School von Stuart Gibbs (Simon & Schuster Books for Young Readers)

Three Times Lucky von Sheila Turnage (Penguin Young Readers Group – Dial Books for Young Readers)

BEST YOUNG ADULT

Emily’s Dress and Other Missing Things von Kathryn Burak (Macmillan Children’s Publishing Group – Roaring Brook Press)

The Edge of Nowhere von Elizabeth George (Penguin Young Readers Group – Viking)

Crusher von Niall Leonard (Random House Children’s Books – Delacorte BFYR)

Amelia Anne is Dead and Gone von Kat Rosenfield (Penguin Young Readers Group – Dutton Children’s Books)

Code Name Verity von Elizabeth Wein (Disney Publishing Worldwide – Hyperion)

BEST TELEVISION EPISODE TELEPLAY

Pilot” – Longmire, Teleplay von Hunt Baldwin & John Coveny (A&E/Warner Horizon Television)

Child Predator” – elemeNtarY, Teleplay von Peter Blake (CBS Productions)

Slaughterhouse” – Justified, Teleplay von Fred Golan (Sony Pictures Television/FX Productions)

A Scandal in Belgravia” – Sherlock, Teleplay von Steven Moffat (BBC/Masterpiece)

New Car Smell” – Homeland, Teleplay von Meredith Stiehm (Showtime/Fox21)

ROBERT L. FISH MEMORIAL AWARD

„When They Are Done With Us“ – Staten Island Noir von Patricia Smith (Akashic Books)

GRAND MASTER

Ken Follett

Margaret Maron

RAVEN AWARDS

Oline Cogdill

Mysterious Galaxy Bookstore, San Diego & Redondo Beach, CA

ELLERY QUEEN AWARD

Akashic Books

THE SIMON & SCHUSTER – MARY HIGGINS CLARK AWARD (verliehen auf der MWA’s Agents & Editors Party am 1. Mai 2013)

Dead Scared von S.J. Bolton (Minotaur Books)

A City of Broken Glass von Rebecca Cantrell (Forge Books)

The Reckoning von Jane Casey (Minotaur Books)

The Other Woman von Hank Phillippi Ryan (Forge Books)

Sleepwalker von Wendy Corsi Staub (HarperCollins Publishers – Harper)

Die Edgar-Preisverleihung ist während des 67th Gala Banquet am 2. Mai im Grand Hyatt Hotel, New York City.


Deutscher Krimipreis 2013 verliehen

Januar 18, 2013

Den diesjährigen Deutschen Krimipreis (kurz DKP), einem von Krimikritikern und -buchhändlern verliehenen Preis, erhalten:

National

1. Platz: Merle Kröger: Grenzfall (Argument)

2. Platz: Friedrich Ani: Süden und das heimliche Leben (Knaur)

3. Platz: Oliver Bottini: Der kalte Traum (dumont)

International

1. Platz: Sara Gran: Die Stadt der Toten (Claire deWitt and The City of the Dead) (Droemer)

2. Platz: Helon Habila: Öl auf Wasser (Oil on Water) (Verlag Das Wunderhorn)

3. Platz: Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels (The Devil all the Time) (Liebeskind)


TV-Tipp für den 18. Januar: Bunny und Bill

Januar 18, 2013

Das Vierte, 20.15

Bunny und Bill (USA 1971, R.: Gerd Oswald)

Drehbuch: Stanley Z. Cherry, Coslough Johnson

Das könnte fast ein neuer Film sein: Nachdem die Witwe Bunny O’Hare ihr Haus an die Bank verloren hat, beschließt sie, mit einem flüchtigen Ex-Bankräuber die Bank zu überfallen.

Bekannt wurde die sehr, sehr selten gezeigte, fast unbekannte Komödie, weil Hauptdarstellerin Bette Davis gegen die Produzenten klagte, weil sie den Kommentar zur Gesellschaft, der im Drehbuch enthalten war, im Film vermisste. „Das Scharmützel ging aus wie das Hornberger Schießen. Indes fällt schwer, sich vorzustellen, worin die sozialkritische Komponente des Films hätte angelegt sein sollen, überzeugen doch weder Geschichte, Regie noch Darsteller.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Anspruchslose Verulkung“ (Lexikon des internationalen Films)

Der Deutsche Gerd Oswald inszenierte in Hollywood etliche Episoden für TV-Serien, die Ira-Levin-Verfilmung „Ein Kuss vor dem Tode“ (sein Spielfilmdebüt) und den durchaus gelungenen, fast vollkommen unbekannten deutschen Noir „Am Tag, als der Regen kam“. Sein letzter Spielfilm war 1975 die Johannes-Mario-Simmel-Verfilmung „Bis zur bitteren Neige“.

mit Bette Davis, Ernest Borgnine, Jack Cassidy, Joan Delaney

auch bekannt als „Die ganz verrückte Rentnergang“, „Die Rentnergang“ und „Zwei Rentner außer Rand und Band“

Wiederholung: Samstag, 19. Januar, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Turner Classic Movies über „Bunny und Bill“

Wikipedia über „Bunny und Bill“

Gerd Oswald in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Das Surfer-Biopic „Mavericks“ reitet die Welle

Januar 17, 2013

Wenn sich die Surfer-Legende Rick ‚Frosty‘ Hesson (Gerard Butler) und der junge Jay Moriarity 1987 zum ersten Mal begegnen, ist klar, dass sie die Leidenschaft für das Meer teilen und auch wie sich die in Santa Cruz, Kalifornien, spielende, auf dem Leben des echten Jay Moriarity basierende Geschichte weiterentwickelt. Auch wenn wir noch nie etwas von Jay Moriarity (16. Juni 1978 – 15. Juni 2001) gehört haben.

Denn selbstverständlich will ‚Frosty‘ sieben Jahre später den fünfzehnjährigen Jay (Jonny Weston), der jede freie Minute auf dem Surfbrett verbringt, zuerst nicht trainieren. Vor allem nicht für die großen Monsterwellen, die es nur alle Jubeljahre gibt und die sogar für erfahrene Surfer tödlich sind. Aber Jay überzeugt ihn und ‚Frosty‘, der als Vater und Ehemann ein ziemlicher Versager ist, wird für Jay, der von seiner Mutter noch nicht einmal mehr schlecht als recht erzogen wird, zum Vaterersatz und zum Lehrer. Später auch zum Freund.

Diese Geschichte läuft ziemlich nach dem Drehbuchlehrbuch, inclusive der ersten Liebe, ab und funktioniert. Schließlich geht es in erster Linie um das harte Training, das zu der großen Bewährungsprobe führt, die dann auch am Filmende bestanden wird. Jay Moriarity wurde nachdem er erstmals die Wellen an dem inzwischen beliebt-bekannten Surfspot Mavericks geritten hat, zu einem bekannten Surfer, der in der Szene Legendenstatus hat. Eine solche Geschichte funktioniert immer.

Gleichzeitig sind die Charaktere präzise in einem Milieu und einer Szene verortet. Es wurde vor Ort in Santa Cruz, Half Moon Bay und Mavericks mit Einheimischen gedreht. Moriaritys engste Freunde, nämlich ‚Frosty‘ Hesson und Jay Moriaritys Frau Kim (die wir im Film als seine Freundin kennen lernen), waren von Anfang an bei dem Film dabei. Im Film sind Mitglieder der Surfer-Community, Freunde und Fans von Jay Moriarity. Es wird immer wieder der Wert der Freundschaft und die Kameradie in der eingeschworenen Gemeinde der Surfer gezeigt, in die Jay von ‚Frosty‘ aufgenommen wird, nachdem er sich von seinem Talent überzeugt hat. Das wird von Curtis Hanson („L. A. Confidential“, „8 Mile“) und Michael Apted („Halbblut“, „James Bond: Die Welt ist nicht genug“), der die Regie von Hanson, der gesundheitliche Probleme hatte, übernahm, süffig, ohne übermäßig kritisch zu sein, mit einem liebevollen Blick auf die Charaktere erzählt.

Wegen der spektakulären Bilder der Surfer, die die riesigen Wellen reiten, sollte der Film auf einer möglichst großen Leinwand genossen werden. So gewinnt man einen Eindruck von der Gewalt der Wellen, die über einem zusammenkrachen.

Don-Winslow-Fans können „Mavericks“ auch als ideale Ergänzung zu seinen Romanen sehen. Allerdings ohne Mord und Totschlag, Drogenhandel und grenzüberschreitende Kriminalität.

Mavericks - Plakat

Mavericks (Chasing Mavericks, USA 2012)

Regie: Curtis Hanson, Michael Apted

Drehbuch: Kario Salem (nach einer Geschichte von Jim Meenaghan und Brandon Hooper)

mit Gerard Butler, Jonny Weston, Elizabeth Shue, Abigail Spencer, Leven Rambin, Greg Long, Peter Mel, Zach Wormhoudt, Cooper Timberline (spielt Jay Moriarity im 1987 spielendem Prolog)

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Mavericks“

Metacritic über „Mavericks“

Rotten Tomatoes über „Mavericks“

Wikipedia über „Mavericks“

 

 


TV-Tipp für den 17. Januar: Reservoir Dogs

Januar 17, 2013

Heute läuft Quentin Tarantinos neuester Film „Django Unchained“ an.

Das ist doch eine gute Gelegenheit, wieder einen Blick auf sein Debüt zu werfen:

WDR, 23.15

Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Hinweise

Metacritic über „Reservoir Dogs“

Rotten Tomatoes über „Reservoir Dogs“

Wikipedia über „Reservoir Dogs“

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von „Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Bei Quentin Tarantino ist „Django Unchained“ – und Dr. King Schultz hat die besten Sätze

Januar 16, 2013

Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film.

Sodele, das wäre die allerkürzeste Fassung meiner „Django Unchained“-Besprechung. Aber es geht auch länger.

Immerhin konnte ich, „Cowboys & Aliens“ war ja ein halber Science-Fiction-Film, als Westernfan wieder einmal einen waschechten Western auf der großen Leinwand sehen. Mit guten Schauspielern und guten Dialogen. Wobei Dr. King Schultz (Christoph Waltz) die besten Sätze sagen darf und letztendlich das dramaturgische und auch emotionale Zentrum des Films ist. Der deutschstämmige Schultz verdient zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg in den Südstaaten der USA sein Geld als Kopfgeldjäger, der die Formel „Tod oder Lebendig“ als „Tod oder viele unnötige Probleme, die man mit einer wohlplatzierten Kugel elegant und legal vermeiden kann“ interpretiert und deshalb die gesuchten Verbrecher ohne Diskussion erschießt. Danach kann er den Anwesenden ja immer noch erklären, warum er geschossen hat.

Er befreit in einer Szene, die ähnlich gelungen wie der erste Auftritt von Hans Landa in „Inglourious Basterds“ ist, den Sklaven Django (Jamie Foxx), weil dieser ihn zu den Brittle-Brüdern, auf die ein beträchtliches Kopfgeld ausgesetzt ist, führen kann. Nachdem sie das Kopfgeld kassiert haben, schlägt Schultz Django vor, dass sie gemeinsam Djangos verschwundene Frau Broomhilda von Shaft (Kerry Washington) suchen. Das Paar wurde bei einer Sklavenauktion getrennt und sie ist jetzt auf einer anderen Farm. Nach einer längeren Suche finden sie sie auf der Farm von Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), einem reichlich dekadenten Südstaatler, der sich bemüht, das ererbte Vermögen durchzubringen. Immerhin hat er den altgedienten Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson), der als kriecherisches Faktotum letztendlich die Farm führt und der Schultz und Django ziemlich schnell durchschaut.

Bis Django dann endlich mit seiner Frau Broomhilda, einer Afroamerikanerin, die von Deutschen erzogen wurde (was Tarantino die Möglichkeit gibt, Dr. King Schultz zuerst Django die Geschichte von Brunhilde und Siegfried zu erzählen und später, in der Originalfassung, mit ihr Deutsch zu sprechen), zusammen ist, gibt es, Tarantino-typisch, viele Verweise auf andere Filme, dieses Mal vor allem Italo-Western, spitzfindige Dialoge und eine ordentliche Portion Gewalt. Aber nicht so übertrieben und episch wie in „Kill Bill 1“.

Es gibt aber auch eine eher spannungsfreie Dramaturgie, die sich schnell in einem episodischen „Und dann“-Erzählen ergeht. Denn anstatt die Geschichte zu straffen und sie ziemlich konsequent auf das finale Duell zulaufen zu lassen, plätschert sie oft vor sich hin und mit fast drei Stunden Laufzeit ist „Django Unchained“, weil Tarantino, wie auch in seinen anderen Filmen, seine Geschichte einfach an allen Ecken und Enden ausfransen lässt, einfach zu lang geraten.

Wie ein kleines Kind will er sich nicht von einer guten Szene trennen, wenn die Szene für sich gut ist. Zum Beispiel die absurd-komische Diskussion einer Vigilantengruppe, die mit ihren Klu-Klux-Klan-Masken nicht zurechtkommen. Dass sie dann im Gesamtkontext wenig bringt, ist ihm egal. Auch dass dadurch der Erzählfluss teilweise zum Stillstand kommt, so zum Beispiel auf Candyland, ist ihm egal.

Dabei, und das ist bei „Django Unchained“ auffallend, hätte die Geschichte durch einige Umstellungen und Straffungen viel kraftvoller werden können.

So sterben die Brittle-Brüder ziemlich früh. Danach könnten sich die Wege von Schultz und Django trennen, aber aus einem moralischen Verantwortungsgefühl heraus (vulgo dem Willen des Autors), will Schultz Django bei der Suche nach seiner Frau helfen. Spannender wäre gewesen, wenn sie die Brittle-Brüder erst auf Candyland getroffen hätten. Denn Django geht es nicht nur um die Befreiung seiner Frau, sondern auch um Rache.

Und Django ist als Held der Geschichte einfach ein blasser, weitgehend passiver Charakter, der immer im Schatten des charismatischen Dr. King Schultz steht. Dummerweise stirbt er in dem Film, mit einem herrlich selbstironischen letzten Satz, viel zu früh ungefähr zu Beginn des letzten Filmdrittels – und damit stirbt auch das emotionale Zentrum des Films.

Mit dem Original-“Django“ hat „Django Unchained“ allerdings, abgesehen von Spurenresten, nichts zu tun. Eher schon mit den vielen anderen Italo-Western, die nach dem Erfolg von „Django“ alle einen verkaufsträchtigen „Django“ im Titel hatten und die ihre Geschichte auch oft als ekletische, teils barock ausufernde Nummernrevue mit schwarzem Humor, derber Gewalt und offensichtlichem politischen Subtext erzählten.

Wie gesagt: „Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film, mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise in Kleinstrollen, die dieses Mal unter der Maske von Bart und Dreck kaum bis überhaupt nicht erkennbar sind. Als Tarantino- und Western-Fan hat mir die Nummernrevue, bei der Tarantino einfach die vertrauten Pfade in einem anderen Setting abschreitet, durchaus gefallen.

Django Unchained - Hauptplakat 2

Django Unchained (Django Unchained, USA 2012)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Walton Goggins, Dennis Christopher, Don Johnson, Laura Cayouette, James Remar, James Russo, Nichole Galacia, Dana Gourrier, Don Stroud, Bruce Dern, Lee Horsley, Zoe Bell, Michael Bowen, Robert Carradine, Tom Savini, Rex Linn, Ned Bellamy, Michael Parks, Quentin Tarantino, Franco Nero

Länge: 165 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Django Unchained“

Metacritic über „Django Unchained“

Rotten Tomatoes über „Django Unchained“

Wikipedia über „Django Unchained“ (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz)


TV-Tipp für den 16. Januar: Musik als Waffe

Januar 16, 2013

ZDF, 00.50

Musik als Waffe (D 2010, Regie: Tristan Chytroschek)

Drebuch: Tristan Chytroschek

Gut einstündige Doku, die eindrucksvoll zeigt, wie mit Kinderliedern, Songs (gerne Heavy Metal) und lauten Geräuschen, wie auch im „Krieg gegen den Terror“ gezeigt, gefoltert werden kann und welche weiteren Ideen Militärs und Forscher für eine psychologische Kriegsführung haben.

Die „Emmy“-prämierte Doku funktioniert auch gut als reale Ergänzung zu dem Spielfilm „Männer, die auf Ziegen starren“.


Cover der Woche

Januar 15, 2013

Bernard - Quentin Tarantino

Am Donnerstag startet „Django Unchained“, der neue Film von Quentin Tarantino.