DVD-Kritik: Fanny Ardant erlebt „Die schönen Tage“

Fanny Ardant, die seit „8 Frauen“ nicht mehr im deutschen Kino zu sehen war, deren neueren Film- und TV-Auftritte höchstens vereinzelt im TV liefen und die Cineasten seit den Francois-Truffaut-Filmen „Die Frau nebenan“ und „Auf Liebe und Tod“ in ihr Herz geschlossen haben, hat mit „Die schönen Tage“ endlich wieder einen Kinofilm gedreht, der auch in unseren Kinos lief, gute Kritiken erhielt und jetzt auf DVD vorliegt.
Ardant, die für meinen Geschmack hier etwas zu zurückhaltend und ätherisch spielt, spielt Caroline, eine frisch pensionierte Zahnärztin, die auch den Tod ihrer besten Freundin verarbeiten muss, und die von ihren beiden Töchtern einen Gutschein für „Die schönen Tage“, einen Seniorenclub, geschenkt bekommt. Sie fühlt sich in dem Club reichlich deplatziert, aber als sie dort Julien, den 39-jährigen Computerlehrer, kennen lernt, verbringt sie mit ihm einige schöne Tage – und wir mit dem Liebespaar einige schöne Minuten.
Denn Marion Vernouxs Film ist mit 94 Minuten ziemlich kurz geraten. Sie erzählt auch nur eine Episode aus dem Leben einer reifen Frau mit der Leichtigkeit, die wir aus französischen Filmen kennen. Denn natürlich hat die Liebe zwischen Caroline und Julien keine Zukunft. Es ist ein Seitensprung, der frei von den falschen Illusionen der Jugend ist, die bei jeder neuen Liebe an die ewige Liebe glauben. Es ist für Caroline eine Auszeit, in der sie sich ihrer Attraktivität vergewissert, während Julien, der einfach alle Frauen liebt, ihr schon am Anfang sagt, dass sie vor ihm wisse, wann die Beziehung vorüber sei. Er erhebt auch keine weiteren Ansprüche – und Carolines Mann, der schon früh von der Affäre erfährt, weiß, dass sie mehr verbindet, als eine flüchtige Bettgeschichte.
„Die schönen Tage“ ist ein feinfühlig erzähltes Melodrama, das im positiven Sinn an die Filme von Claude Lelouch, Claude Sautet und Francois Truffaut, um nur einige zu nennen, erinnert, die sich auch immer wieder mit den Fallstricken der Liebe beschäftigten.
Für Fanny-Ardant-Fans gibt sogar zwei Premieren: sie hat ihre Haare blond gefärbt und sie trägt erstmals Jeans in einem Film.

Die schönen Tage - DVD-Cover - 4

Die schönen Tage (Les beaux Jours, Frankreich 2013)
Regie: Marion Vernoux
Drehbuch: Marion Vernoux, Fanny Chesnel
LV: Fanny Chesnel: Une jeune fille aux chevaux blancs, 2010
mit Fanny Ardant, Laurent Lafitte, Patrick Chesnais, Jean-Francois Stévenin, Fanny Cottencot, Chatherine Lachens

DVD
Wild Bunch/Alive
Bild: 2,35:1 (16:9)
Sprachen: Deutsch, Französisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial (angekündigt): Deleted Scene, Making of „The Beach“, B-Roll, Trailer
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Film-Zeit über „Die schöne Taget“
Moviepilot über „Die schöne Tage“
Metacritic über „Die schöne Tage“
Rotten Tomatoes über „Die schöne Tage“
AlloCine über „Die schöne Tage“
Wikipedia über „Die schöne Tage“ (deutsch, englisch, französisch)

One Response to DVD-Kritik: Fanny Ardant erlebt „Die schönen Tage“

  1. […] Mehr in meiner ausführlichen Besprechung. […]

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