Neu im Kino/Filmkritik: „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ gruselt nicht

Die Vorwürfe gegen zweite Teile sind ja bekannt. Sie erzählen die in sich abgeschlossene Geschichte des ersten Films, der auch nie auf einen zweiten Teil angelegt, aber kommerziell überraschend erfolgreich war, einfach noch einmal. Nur schlechter.
Auch „Die Frau in Schwarz“ war 2012 ein Überraschungserfolg. Er ist ein kleiner, angenehm altmodischer, im 19. Jahrhundert spielender Geisterhorrorfilm mit „Harry Potter“ Daniel Radcliffe in der Hauptrolle. Und am Ende der Susan-Hill-Verfilmung hat man wirklich keine Sehnsucht nach einer Fortsetzung. Immerhin ist die Geschichte des Anwalts, der den Nachlass einer Verstorbenen regeln sollte und von einem Geist verfolgt wurde, zu Ende erzählt.
In „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ kehren wir wieder in das auf einer Insel gelegene, verlassene Eel Marsh House zurück. Aber die Geschichte, für die Susan Hill einen Entwurf schrieb, spielt Jahrzehnte später, während des Zweiten Weltkriegs, und kein Charakter aus dem ersten Film lebt noch. Insofern stellt sich die Frage, ob es sich bei „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ mit einem neuen Drehbuchautor und einem neuen Regisseur um einen dreisten Etikettenschwindel handelt, bei dem Kapital aus dem Ruf von „Die Frau in Schwarz“ geschlagen werden soll oder, was ja auch möglich wäre, ob es sich um einen eigenständigen Horrorfilm handelt, der so ein größeres Publikum findet. Die „Alien“-Filme praktizierten solche Wechsel ja sehr erfolgreich.
Der von „Peaky Blinders“-Regisseur Tom Harper inszenierte Schauerfilm beginnt in London, das jede Nacht von den Deutschen bombardiert wird. Eine Gruppe von acht Schulkindern wird, begleitet von ihren Lehrerinnen, der strengen Jean Hogg und der mitfühlenden Eve Parkins, in das verlassene und ziemlich heruntergekommene Eel Marsh House evakuiert. Das Haus liegt abseits vom Kriegsgeschehen auf einer Insel, die nur bei Ebbe über einen Damm errreicht werden kann. Das auf dem Festland liegende Dorf wurde evakuiert.
Schon bald geschehen, dank der titelgebenden Frau in Schwarz, im Haus unheimliche und tödliche Dinge. Eve Parkins, die selbst von einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit verfolgt wird, versucht die Kinder vor dem Geist zu retten. Und sie verliebt sich in den Royal-Air-Force-Piloten Harry Burnstow, der in der Nähe stationiert ist und auch etwas verschweigt.
„Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ ist ein vorhersehbarer, wenig erschreckender Horrorfilm ohne eine Seele, ohne eine erzählerische Idee und ohne Gefühl für die Regeln einer gelungenen Schauergeschichte. Es ist eine Ansammlung von Einzelteilen, die jedes für sich genommen, einen spannenden Film hätte ergeben können.
Aber so ist es, wieder einmal, eine enttäuschende Fortsetzung, die mit „Die Frau in Schwarz“ außer dem Handlungsort nichts zu tun hat.

Die Frau in Schwarz 2 - Plakat 1

Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes (The Woman in Black 2: Angel of Death, Großbritannien 2014)
Regie: Tom Harper
Drehbuch: Jon Crocker
mit Phoebe Fox, Helen McCrory, Jeremy Irvine, Oaklee Pendergast, Alfie Simmons
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Englische Facebook-Seite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“
Moviepilot über „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“
Metatcritic über „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“
Rotten Tomatoes über „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“
Wikipedia über „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ 

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