Neu im Kino/Filmkritik: Ist „Hot Air“ mehr als heiße Luft?

Lionel Macomb (Steve Coogan) ist ein erfolgreicher Radiomoderator, der in seiner täglichen Sendung konservative und reaktionäre Ansichten verbreitet, gegen Politiker und Ausländer hetzt und die Nation weiter spaltet. Auch in seinem Privatleben versucht er ein möglichst großes Arschloch zu sein, das für nichts und niemand Verantwortung übernimmt.

Eines Tages steht eine junge Frau in seiner Wohnung. Sie ist seine sechzehnjährige Nichte Tess (Taylor Russell), die er nicht kennt und die sich, wegen einer familiären Notsituation, bei ihm einquartiert. Außerdem ist sie eine Afroamerikanerin, die kurz vor der Aufnahme in eine Elite-Universität steht.

Am liebsten würde Macomb Tess sofort rauswerfen. Aber Tess ist gewitzt, Macombs Vertraute Valerie Gannon (Neve ‚Scream‘ Campbell) hilft ihr und man muss wirklich kein Genie sein, um zu wissen, wie „Hot Air“ endet.

Der Weg dorthin ist zwar nicht sonderlich überraschend, aber Frank Coraci, der Regisseur mehrerer Adam-Sandler-Filme, erzählt die Geschichte flott und die Schauspieler sind sympathisch engagiert dabei. Vor allem Steve Coogan, der zuletzt Stan Laurel in „Stan & Ollie“ war, darf als blasierter Zyniker und Menschenhasser nach Herzenslust jeden, den er trifft, kunstvoll und wortgewaltig beleidigen. Er ist einer der Menschen, die man in einem Film mühelos, aus tiefstem Herzen hassen kann. Die zahlreichen Szenen von Macombs Radiosendungen erinnern an Oliver Stones grandioses, fast unbekanntes und analytisch schärferes Drama „Talk Radio“ (1988). In dem Einpersonenstück spielte Eric Bogosian einen Radiomoderator, der seine Zuhörer provoziert.

Taylor Russell (TV-Serie „Lost in Space“) ist ein sympathischer Wildfang und in jeder Beziehung das Gegenteil von Macomb. Die Filmgeschichte kann als „Annie“ im Talkradio-Milieu und ohne Songs beschrieben werden.

Hot Air (Hot Air, USA 2018)

Regie: Frank Coraci

Drehbuch: Will Reichel

mit Steve Coogan, Neve Campbell, Taylor Russell, Skylar Astin, Judith Light, Tina Benko

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Hot Air“

Metacritic über „Hot Air“

Rotten Tomatoes über „Hot Air“

Wikipedia über „Hot Air“ (deutsch, englisch)

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