Ana Drezga und die „Top Girls“

In ihrem Romandebüt „Top Girls“ lässt Ana Drezga, die bereits mehrere prämierte Theaterstücke schrieb und inszenierte, die junge Liv aus ihrem Leben erzählen. In Wien pendelt die Theaterschauspielerin zwischen Partys in ihrer Wohngemeinschaft in einem der schlechteren Viertel von Wien, schlecht bezahltem und demütigendem Engagement im Theater und einer Rückkehr in das Dorf, in dem sie aufwuchs. Ihre Mutter starb.

Drezga lässt Liv ihr Leben in einem einzigen Bewusstseinsstrom erzählen, der gut über die Kürze der nicht einmal 120-seitigen Geschichte trägt. Er kann aber auch nicht verdecken, dass vieles nicht vertieft und entsprechend austauschbar bleibt. Außerdem unterscheidet sich Livs Leben nicht wesentlich von dem Leben irgendeiner anderen jungen Person, die aus einem Dorf kommt und in einer größeren Stadt studiert und die ersten Schritte in ihr Berufsleben unternimmt. Sie konsumiert Drogen, hat Sex und fragt sich, ob das das Leben ist, das sie sich wünschte. Livs Leben unterscheidet sich auch nicht wesentlich von dem Leben irgendeiner jungen Person, die diese Reise vor mehreren Jahrzehnten durchlebte. Wer also mehr über das Leben „einer Generation zwischen Sehnsucht, Exzess und der Suche nach Zugehörigkeit“ (Klappentext) erfahren will, sollte zu einem anderen Buch greifen.

Wer noch einmal in seine Jugendjahre eintauchen will und sich daran erinnern möchte, wie erfreulich das Putzen der Wohnung nach einer exzessiven Party ist, sollte unbedingt zugreifen.

Ana Drezga: Top Girls

Otto Müller Verlag, 2025

120 Seiten

22 Euro

Hinweise

Homepage von Ana Drezga

Otto Müller Verlag über Ana Drezga

Wikipedia über Ana Drezga

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