Kaum kündige ich die Berlin Edition vom Texas Chainsaw Massacre an, erzählt Regisseurin Karyn Kusama (zuletzt „Jennifer’s Body“) bei „Trailers from Hell“, warum sie das Blutgericht in Texas so sehr beeindruckte.
Hörenswert!
Kaum kündige ich die Berlin Edition vom Texas Chainsaw Massacre an, erzählt Regisseurin Karyn Kusama (zuletzt „Jennifer’s Body“) bei „Trailers from Hell“, warum sie das Blutgericht in Texas so sehr beeindruckte.
Hörenswert!
Die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ hat nachgefragt, wie Politiker und Verwaltungen es mit der Veröffentlichung ihrer Gebäude bei Google Street View halten:
Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) lässt ausrichten, sie wolle ihr Privathaus pixeln lassen. Für den Verwaltungssitz neige sie ebenfalls dazu, während die Frage nach Auskunft einer Justizsprecherin für andere Gebäude der Behörde noch geprüft wird. Denkbar wäre etwa, die Abbildung der Gerichtsgebäude zu dulden, aber Bilder von Gefängnissen löschen zu lassen. Zumal es ja sein könnte, dass in Tegel gerade das Tor für einen Häftlingstransport offen stand, als das Google-Foto-Auto vorbeifuhr.
Nach Auskunft von Senatssprecher Richard Meng prüfen die Senatsbehörden unter Regie der Innenverwaltung, was sie zu verbergen haben.
Hm, dann soll also bei Google Street View das Bild ihres Verwaltungssitzes gelöscht werden, aber auf ihrer Homepage wird’s weiter zu sehen sein. Und wahrscheinlich auf hunderttausend anderer Seiten.
Immerhin gut, dass die Justizverwaltung keine Webcam installiert hat…
Aber dafür haben die einige hübsche Bilder von ihren Gefängnissen online.
Die Politiker sollten endlich mit diesem Sommertheater aufhören und sich wirklich um den Datenschutz kümmern.
Die Private Eye Writers of America haben für die diesjährigen Shamus Awards folgende Krimis mit Privatdetektiven als Ermittlern nominiert:
Best Hardcover P.I. Novel
• The Silent Hour, von Michael Koryta (Minotaur)
• Where the Dead Lay, von David Levien (Doubleday)
• Locked In, von Marcia Muller (Grand Central)
• Schemers, von Bill Pronzini (Forge)
• My Soul to Take, von Yrsa Sigurdardottir (William Morrow)
–
Best First P.I. Novel
• Loser’s Town (Stadt der Verlierer), von Daniel Depp (Simon & Schuster)
• The Last Gig, von Norman Green (Minotaur)
• The Good Son, von Russel D. McLean (Minotaur)
• Faces of the Gone, von Brad Parks (Minotaur)
• Chinatown Angel, von A.E. Roman (Minotaur)
–
Best Paperback Original P.I. Novel
• Dark Side of the Morgue, von Raymond Benson (Leisure)
• Sinner’s Ball, von Ira Berkowitz (Three Rivers Press)
• Red Blooded Murder, von Laura Caldwell (Mira)
• Vengeance Road, von Rick Mofina (Mira)
• Body Blows, von Marc Strange (Dundurn)
–
Best P.I. Short Story
• The Dark Island, von Brendan DuBois (aus „Boston Noir“, herausgegeben von Dennis Lehane; Akashic)
• Deadline Edition, von S.L. Franklin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, April 2009)
• Blazin’ on Broadway, von Gary Phillips (aus „Phoenix Noir“, herausgegeben von Patrick Millikin; Akashic)
• Suicide Bonds, von Tim L. Williams (Ellery Queen Mystery Magazine, March/April 2009)
• Julius Katz, von Dave Zeltserman (Ellery Queen Mystery Magazine, September/October 2009)
–
Der Shamus wird auf der Bouchercon im Oktober in San Francisco verliehen.
(dank an The Rap Sheet)
Als Mitveranstalter freue ich mich auf diesen Abend:
Am Samstag, den 4. September 2010, präsentieren das Filmkunst 66, die Humanistische Union, One World Berlin/realeyz.tv und Turbine Medien um 22.30 Uhr im Berliner Kino Filmkunst 66 Tobe Hoopers Debütfilm „The Texas Chainsaw Massacre“ nach vielen Jahren wieder auf der großen Leinwand. Die ungekürzte Fassung des Filmes ist seit 1985 aufgrund einer Indizierung und einem Verbot nicht in Deutschland zu sehen.
Nach der Filmvorführung diskutieren wir mit
Dr. Stefan Höltgen (Medienwissenschaftler, F.LM – Texte zum Film)
und
René Bahns (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität, Promotion zum Thema „Indizierung von Filmen“)
über die filmhistorische und gesellschaftliche Bedeutung von „Texas Chainsaw Massacre“ und die bundesdeutsche Verbotspolitik bei Kunstwerken.
Die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union, das Menschenrechtsfilmfestival One World Berlin, die Independent Film Onlineplattform realeyz.tv und der DVD-Verlag Turbine Medien möchten mit dieser Filmvorführung den Weg zu einer Wiederaufnahme des Falls und zeitgemäßen Diskussion über den Film ebnen.
Einmal verboten, für immer im Giftschrank?
Eine Strafe ist irgendwann vorüber.
Ein Verbot besteht dagegen ewig.
Das musste die DVD-Firma Turbine Medien feststellen, als sie zum 35. Geburtstag des bahnbrechenden Horrorfilms „The Texas Chainsaw Massacre“ (Blutgericht in Texas, Das Texas Kettensägen-Massaker) eine filmhistorisch umfassende Edition für die deutschen Filmfans veröffentlichen wollte.
Denn das Original ist seit dem 23. Dezember 1985 verboten. Im Beschlagnahmebeschluss des Münchner Landgerichts 1 steht: „Der Film ‚Ketten-Sägen-Massaker‘ ist sicher kein Werk der Kunst, so dass bereits aus diesem Grunde auf die Bedeutung des Kunstvorbehalts des Art. 5 Abs. 3 GG nicht eingegangen zu werden braucht. Nach alledem stellt der Film weder eine Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dar (§ 131 Abs. 2 StGB) noch zielt er auf das kritische Bewusstsein des Betrachters ab. Er liefert auch keinen Denkanstoß hinsichtlich der Problematik der Ursachen von grausamer Gewalt, sondern er versteht sich als Horrorfilm, der von brutalen und geschmacklosen Szenenfolgen lebt.“
Tobe Hooper und Kim Henkel erzählen in „The Texas Chainsaw Massacre“ eine typische Urbanoia-Fantasie: eine Gruppe Jugendlicher gerät in die Fänge einer Hinterwäldler-Familie, die sie umbringen und essen wollen. Was Hoopers billig gedrehtes Debüt von anderen Horrorfilmen unterscheidet, ist der erkennbare Bezug zu gesellschaftlichen Problemen, wie dem Vietnam-Krieg und der Massentierhaltung, die alptraumhafte, schwer zu ertragende Atmosphäre, die formale Geschlossenheit und das geschickte Spiel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers. In den Kinos war der Film ein Hit. Die Einnahmen haben das Budget um das Fünfhundertfache übertroffen.
Inzwischen ist der Film Teil der ständigen Ausstellung des Museums of Modern Art in New York. Er wird allgemein als ein moderner Klassiker des Horrorfilms angesehen, Leatherface ist einer der legendärsten Filmbösewichte und die zahlreichen Fortsetzung, Parodien und Hommagen bestätigen immer wieder seinen Einfluss auf die Popkultur. Außerdem haben sich nach einem viertel Jahrhundert die Sehgewohnheiten geändert.
„Wir hatten sogar Angst, dass der Film, wenn er von der FSK geprüft wird, eine Ab-16-Freigabe erhält und jeder glaubt, dass es sich um eine gekürzte Version handelte“, sagt Christian Bartsch, Produktmanager bei Turbine Medien. Dem war nicht so. Denn, so mussten sie feststellen, wenn in Deutschland ein Film, ein Lied oder ein Buch wegen Gewaltdarstellungen (§ 131 StGB), Pornographie (§ 184 StGB), Volksverhetzung (§ 130 StGB) oder der Verletzung von Persönlichkeitsrechten (wie der Roman „Mephisto“ von Klaus Mann, der erst nach jahrelangen Gerichtsverhandlungen 1980 gedruckt werden durfte) verboten wird, dann ist es für immer verboten.
Die einzige Möglichkeit, ein solches Verbot aufzuheben ist, dass jemand den Film wieder veröffentlicht, jemand gegen diese Veröffentlichung klagt und dann ein Gericht die Klage ablehnt. Falls das Verbot bestätigt wird, muss der Verlag die DVDs abschreiben und auf den Müll werfen. Dieses Risiko wird natürlich – Ausnahmen bestätigen die Regel – nicht eingegangen und so bleiben in Deutschland verbotene Werke für immer verboten.
In Österreich und der Schweiz kann der Film dagegen ganz legal gekauft werden. Auch in anderen europäischen Ländern ist „The Texas Chainsaw Massacre“ legal und ungekürzt teilweise schon für Vierzehn- (Italien) und Fünfzehnjährige (Schweden, Dänemark) erhältlich. In Kanada dürfen Dreizehnjährige den Film sehen. Nur in Deutschland dürfen sogar Erwachsene den Film nicht sehen.
Einige Meinungen zum Film
„Hemmungslos sadistischer Horrorfilm mit nervtötendem Soundtrack, technisch wie inhaltlich gleichermaßen niveaulos.“ (Lexikon des internationalen Films)
„Dieser ekelhafte Kotzbrocken, den auch abgebrühte Zuschauer nur schwer verkraften können, ist in den USA zum Kultfilm geworden. (…) eine perfide Schlächterorgie.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms, 1985/1989)
„The Texas Chainsaw Massacre thematisiert Gewalt nicht, sondern macht sie spürbar. Tobe Hooper analysiert nicht ihre Ursachen, sondern vermittelt die sinnliche Erfahrung mit ihr zu kollidieren.“ (Ulrich von Berg: Besondere Kennzeichen: Schlechter Geschmack – Tobe Hooper, das Genie des neuen Horrorfilms, in Michael Farin/Hans Schmid, Hrsg.: Ed Gein – A quiet man, 1996)
„Hoopers Debüt als universeller Albtraum ist bisher unübertroffen. (…) eine Unvermeidlichkeit, die sich in Hoopers Anwendung einer albtraumhaften Logik spiegelt, die Raum und Zeit in einem geschlossenen Kreis bildet; Leatherface ist ewig auf Sally Fersen, ohne sie jedoch auf ihrer Flucht einzuholen, und Sally entkommt bloß, um zu ihnen zurückgebracht zu werden. Trotz dieser umgedrehten Märchenmotive sieht das Ganze realistisch aus. Die vorgefundenen Locations und das körnige Filmmaterial (…) verleihen dem Film eine harte Glaubwürdigkeit, die von dem manchmal nervösen Schnitt noch unterstrichen wird. Der Humor – der Koch tadelt Leatherface wegen seines Vandalismus mit der Kettensäge – verstärkt nur den Horror, besonders in der makabren Essensszene. Der rhythmische Soundtrack und das immer präsente Kettensägengeheul hält die Spannung am Kochen bis zu Leatherfaces letztem Tanz. Ein Meisterwerk, leider nur mit eingeschränkter Freigabe.“ (James Marriott & Kim Newman: Horror – Meisterwerke des Grauens von Alien bis Zombie, 2006)
„Die filmhistorische Bedeutung von Tobe Hoopers Erstlingswerk kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. (…) Er bildet das Bindeglied zwischen Serienmörder- und Slasher-Film, tradiert Motive des einen, inauguriert Motive des anderen. Darüber hinaus ist er – das zeigt sich nicht zuletzt an den drei Sequels, dem Remake und dem Prequel, die ihm folgten – ein zentrales Werk des Serienmörderfilms bis heute, ein gleichermaßen erfolgreicher wie verabscheuter Film.“ (Stefan Höltgen: Schnittstellen – Serienmord im Film, 2010)
„Noch heute übt Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre aus dem Jahre 1974 einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Horrorgenre aus. (…) Aus heutiger Sicht wirkt sein Film auch wie ein zorniges Mahnmal, das sich mit den Vietnamkriegsängsten der zeitgenössischen Jugend auseinandersetzt. Der Film zeigt ein Amerika, das sich in eine Mordmaschine verwandelt hat, das seine eigenen Kinder frisst. (…) Endlich eine dem filmhistorischen Status entsprechende Veröffentlichung dieses bisher im deutschen Sprachraum nur verstümmelt erhältlichen Films.“ (Jörg Buttgereit: Der Mann mit der Säge [zur 35th Anniversary Edition des Films von Turbine Medien, epd Film 6/2010)
HInweise
Wikipedia über „The Texas Chainsaw Massacre“ (deutsch, englisch)
Wer bei den Hardcover-Ausgaben zögerte, kann jetzt die, teilweise überfälligen Taschenbuch-Ausgaben von einigen guten Büchern kaufen. Beginnen wir ohne bestimmte Reihenfolge in Berlin:
D. B. Blettenberg: Berlin Fidschitown (Pendragon, 12,95 Euro)
Sein bereits 2003 erschienener, hauptsächlich in Berlin, oft im Untergrund, spielender, mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneter Thriller ist jetzt endlich als Taschenbuch erschienen. Unbedingt lesen!
Jörg Juretzka: Der Willy ist weg (Unionsverlag, 9,90 Euro)
Sein dritter Krimi erschien zuletzt bei Rotbuch als Hardcover. Jetzt gibt es das brüllend komische Abenteuer von Privatdetektiv Kristof Kryszinski als Taschenbuch. Im Anhang gibt es ein dreiseitiges Interview, eine Bio- und eine Bibliografie.
Domingo Villar: Wasserblaue Augen (Unionsverlag, 9,90 Euro)
Ein Debüt aus Spanien: Inspektor Leo Caldas soll den Mörder eines bestialisch ermordeten Saxofonisten finden. Ihre Ermittlungen führen sie in Szenebars und Schwulenclubs – und mit etwas über 200 Seiten kann das Buch in einem Rutsch gelesen werden.
Matti Rönkä: Bruderland (grafit, 8,95 Euro)
Der zweite Krimi mit dem in Helsinki lebendem, russischstämmigem Privatdetektiv Viktor Kärppä. Als einige Jugendliche an verunreinigtem Heroin sterben, wird Kärppä von der Polizei gezwungen, seine alten Kontakte zu benutzen. Guter PI-Krimi, der nicht wallandert, sondern sich an amerikanischen Vorbildern orientiert.
Charles den Tex: Die Zelle (grafit, 11 Euro)
Nach „Die Macht des Mr. Miller“ ein weiterer Thriller mit dem Unternehmensberater Michael Bellicher, dessen Leben wieder aus den geordneten Bahnen gerät. Dieses Mal soll er einen Unfall mit Todesfolge verursacht haben (er erinnert sich nicht daran) und er besitzt plötzlich marode Treibhäuser (die er niemals gekauft hat). „Die Zelle“ erhielt den Goulden Strop.
Max Bronski: München Blues (Heyne, 7,95 Euro)
Drei Jahre nach der Hardcover-Ausgabe erscheint der zweite Krimi von Max Bronski endlich als Taschenbuch. Amateurdetektiv Gossec stolpert während des Oktoberfestes über eine Bierleiche und in den schönsten bayerischen Amigofilz.
Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse (Heyne)
Nun, die Taschenbuch-Ausgabe eines Hard-Case-Crime-Taschenbuches. Mir gefällt das originale Pulp-Cover besser. Der Inhalt bleibt gleich und ist nichts für zartbesaitete Gemüter.
Roger Smith: Kap der Finsternis (Heyne, 8,95 Euro)
Ein zünftiger Hardboiled aus Südafrika. Das feine Debüt spart nicht Gewalt und erscheint deshalb auch folgerichtig in der Hardcore-Reihe von Heyne.
Jeffery Deaver: Der Täuscher (Blanvalet, 9,95 Euro)
Lincoln Rhyme ermittelt wieder und wir erfahren einiges über die Möglichkeiten der Überwachung und Datenmanipulation. Da hat Deaver wieder ein halbes Sachbuch in seinen Krimi geschmuggelt.
Michael Connelly: Echo Park (Heyne, 6,65 Euro)
Harry Bosch ermittelt wieder. Muss ich wirklich mehr sagen?
Joe R. Lansdale: Akt der Liebe (Heyne, 8,95 Euro)
Lansdales Debüt erschien 1999 bei pulp master, ist schon seit Ewigkeiten nicht mehr erhältlich und Antiquare verlangen ziemlich viel Geld dafür. Daher ist die, anhand einer kursorischen Überprüfung nur wenig überarbeitete Neuausgabe für alle Lansdale-Fans (neue und alte) die Gelegenheit, einen Klassiker des Serienkillerthrillers (wieder) zu lesen. Immerhin erschien „Akt der Liebe“ in den USA 1981; was uns schmerzlich daran erinnert, dass Lansdale auch schon einige Jahrzehnte auf dem Planeten wandelt.
Lasst euch nicht von dem nichtssagendem Cover, das eher an eine Liebesschnulze in tropischen Hütten erinnert, und dem harmlosen Titel abschrecken.
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Und wer doch nicht auf sein geliebtes Hardcover verzichten kann:
Laura Thompson: Agatha Christie (Scherz, 24,95)
Eine fünfhundertseitige Biographie über die enorm produktive Schriftstellerin (15. September 1890 – 12. Januar 1976). In England wurde das Buch gemischt aufgenommen. Denn Thompson, die auch einen exclusiven Zugang zum Archiv von Agatha Christie hatte, schreibt nicht besonders kritisch über die heute immer noch erfolgreiche Krimiautorin. Und das ist wahrscheinlich das größte Rätsel um Agatha Christie.
Die Liste der British Crime Writers’ Association (CWA) für den diesjährigen Dagger wird immer kürzer:
CWA Gold Dagger 2010
Blacklands, von Belinda Bauer (Corgi)
Blood Harvest, von S.J. Bolton (Bantam Press)
Shadowplay, von Karen Campbell (Hodder & Stoughton)
The Way Home (Kein Weg zurück), von George Pelecanos (Orion)
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CWA Ian Fleming Steel Dagger 2010 (gestiftet von Ian Fleming Publications Ltd.)
A Loyal Spy, von Simon Conway (Hodder & Stoughton)
The Dying Light, von Henry Porter (Orion)
Innocent, von Scott Turow (Macmillan)
The Gentlemen’s Hour (Pacific Paradise), von Don Winslow (Heinemann)
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CWA John Creasey (New Blood) Dagger 2010
Acts of Violence, von Ryan David Jahn (Pan)
The Pull of the Moon, von Diane Janes (Robinson)
Rupture, von Simon Lelic (Picador)
The Holy Thief, von William Ryan (Mantle)
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Die Preisverleihung ist am Freitag, den 8. Oktober.
(via The Rap Sheet)
Kiss & Kill (Killers, USA 2010)
Regie: Robert Luketic
Drehbuch: Bob DeRosa, Ted Griffin
Nach „Knight and Day“, der diesjährigen Variante von „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ für die ältere Generation, gibt es mit „Kiss & Kill“ die „Ein Vogel auf dem Drahtseil“-Variante für die jüngere Generation. Für uns alte Säcke bleibt immerhin noch Tom Selleck als Papa.
Die Kritiker (eher Mitglieder der älteren Generation) schlachteten den Film: bei Rotten Tomatoes gibt es elf Prozent; bei dem normalerweise für meinen Geschmack zu positiv gewichtenden Metacritic gibt es einundzwanzig Prozent.
Mit Ashton Kutcher, Katherine Heigl, Tom Selleck, Katherine O’Hara
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Coverage: Interview mit Bob DeRosa (15. Dezember 2009)
Blogworld: Interview mit Bob DeRosa (2. März 2010)
Screenwriting from Iowa: über Bob DeRosa und die Hintergründe von „Killers“ (8. Juni 2010)
Nice Guys Finish First: Blog von Bob DeRosa
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Mother (Madeo, Südkorea 2009)
Regie: Bong Joon-ho
Drehbuch: Eun-kyo Park, Bong Joon-ho, Wun-kyo Park
„Mother“ (ein wunderschöner deutscher Titel) ist der neue Film von Bong Joon-ho, dem Regisseur des erfolgreichen Amphibien-Horrorfilms „The Host“ (toller deutscher Titel) und des Krimis „Memories of Murder“ (unglaublich poetischer deutscher Titel).
Es geht um eine Mutter, die nicht glaubt, dass ihr geistig behinderter Sohn ein Mädchen umbrachte. Sie sucht den Mörder.
Die Kritiker lieben den düsteren Thriller mit Slapstick-Elementen. In Berlin läuft er in drei Kinos.
mit Kim Hye-ja, Won Bin
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Gegenschnitt: Interview mit Bong Joon-ho (aus dem Presseheft)
Ah, hier ist der Trailer zur Verfilmung des ersten Jack-Taylor-Romans „The Guards“ (Jack Taylor fliegt raus) von Ken Bruen:
Nachtrag (4. August): Die ersten Reaktionen zum TV-Film sind online bei Crime Always Pays (nicht so begeistert) und Detectives Beyond Borders (in den Kommentaren).
Die Damen und Herren der KrimiWelt haben die verschlossenen Umschläge abgeliefert, an einem geheimen Ort wurden sie miteinander verglichen und der Zeremonienmeister verkündete die Bestenliste für den August 2010:
1 (4) Richard Price: Cash
2 (1) Pete Dexter: God’s Pocket
3 (-) Derek Nikitas: Scheiterhaufen
4 (2) Dominique Manotti: Letzte Schicht
5 (9) Jiří Kratochvil: Das Versprechen des Architekten
6 (-) John Farrow: Treibeis
7 (-) D.B. Blettenberg: Murnaus Vermächtnis (Interview zum Buch)
7 (-) Don Winslow: Pacific Paradise
8 (-) Giancarlo de Cataldo: Romanzo Criminale
9 (10) John Hart: Das letzte Kind
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
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Schon wieder fünf Neueinsteiger.
Die ersten beiden Plätze sind fest in der Hand großer amerikanischer Literaten, die auch in Hollywood ihre Spuren hinterlassen haben. Gegen Don Winslow kann nichts gesagt werden und der Einstieg von D. B. Blettenberg in die Bestenliste war überfällig.
Nächsten Monat könnten dann Garry Disher, Raúl Argemi, Claudia Pineiro, Jenny Siler, Frank Göhre, Robert Brack, Massimo Carlotto (Zählt eine Biographie?) und R. J. Ellory (obwohl das Buch so unglaublich dick ist) mit ihren neuen Werken auf der Liste sein.
Sebastian Fitzek wird’s dagegen wahrscheinlich nie auf diese Liste packen.
Inception (Inception, USA/GB 2010)
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
In angloamerikanischen Raum zerbrechen sich die Fans schon seit einigen Tagen den Kopf über den Mindfuck von Christopher Nolan, der in den vergangenen Jahren ja schon einige Blockbuster drehte, bei denen man sein Gehirn nicht an der Kasse abgeben musste.
Die Story? Hm, DiCaprio spielt ein Spion, der sich in die Gehirne von anderen Menschen einloggt. Jetzt soll er allerdings nicht etwas ausspionieren, sondern eine schädliche Idee in das Gehirn seines Opfers implantieren.
Die Kritiker sind begeistert. Die Zuschauer ebenso (In der IMDB ist „Inception“ der drittbeste Film aller Zeiten. Das verrät einiges über die IMDB-Benutzer). Die Kinobetreiber zählen strahlend die verkauften Eintrittskarten
mit Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Berenger, Marion Cotillard, Pete Postlethwaite, Michael Caine, Lukas Haas
Hinweise
Amerikanische Homepage zu „Inception“
Deutsche Homepage zu „Inception“
Nolan Fans (umfangreiche Homepage, auch mit den Drehbüchern. „Inception“ soll demnächst online sein)
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Knight and Day (Knight and Day, USA 2010)
Regie: James Mangold
Drehbuch: Patrick O’Neill
Die diesjährige Variante von „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ (Bird on a wire, USA 1990) Ist schon letzte Woche gestartet. Damals gab’s reichlich Action und Comedy mit Mel Gibson (damals ein richtig großer Star, heute…) und Goldie Hawn. Heute wird das gleiche Programm mit einer anderen Story mit Tom Cruise (supercooler Agent) und Cameron Diaz (superdumme Blondine) präsentiert. Natürlich ist die Action vier Nummern größer geraten und die Story spielt nicht mehr nur in Amerika.
mit Tom Cruise, Cameron Diaz, Maggie Grace, Peter Sarsgaard
Hinweise
Amerikanische Homepage zu „Knight and Day“
Auf der Comic-Con hat die „International Association of Media Tie-In Writers“ (IAMTV) zum vierten Mal ihre Scribe-Awards verliehen:
BEST NOVEL (GENERAL FICTION)
As The World Turns: The Man From Oakdale, von „Henry Coleman“ und Alina Adams
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BEST ORIGINAL NOVEL (SPECULATIVE FICTION)
Terminator Salvation: Cold War, von Greg Cox (Tie)
Enemies & Allies, von Kevin J. Anderson (Tie)
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BEST ADAPTATION (GENERAL & SPECULATIVE)
The Tudors: Thy Will Be Done, von by Elizabeth Massie
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BEST YOUNG ADULT (ORIGINAL & ADAPTED)
Bandslam: The Novel, von Aaron Rosenberg
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GRANDMASTER
WILLIAM JOHNSTON
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Die Nominierungsliste finden Sie hier.
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Erste, kurze Eindrücke von der Verleihung liefern Lee Goldberg und Max Allan Collins.
In den vergangenen Wochen haben die Öffentlich-rechtlichen Sender einen großen Teil ihres Internetauftritts gelöscht. Jetzt sehen wir, wenn wir zum Beispiel bei 3sat die für eine frühere Ausstrahlung von „Subway“ erstellte (ziemlich informative) Seite anklicken das:
Sehr geehrte Zuschauerin,
sehr geehrter Zuschauer,
Zum Weiterlesen: das 3sat-Telemedienkonzept.
Damit dürften dann so langsam auch alle Hintergrundinformationen zu Filmen und Serien bei ARD, ZDF, 3sat, Arte, den dritten Programmen und den Spartensendern verschwinden.
Und was sagen die Zeitungsverleger zum Dreistufentest? „Der Dreistufentest wird zur Farce, die Rundfunkräte haben die Onlineauftritte der ARD einfach abgenickt“
Farce: lächerlicher Streich; Verhöhnung; als wichtig hingestellte, im Grunde aber belanglose Angelegenheit (Wahrig Fremdwörterlexikon)
Tja, nun.
Am Freitag wurden auf dem Theakstons Old Peculiar Crime Writing Festival in Harrogate die ersten Daggers der British Crime Writers’ Association (CWA) verliehen:
CWA International Dagger Award
The Darkest Room, von Johan Theorin (Doubleday)
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CWA Gold Dagger for Non-fiction
Aftermath: The Omagh Bombing and the Families’ Pursuit of Justice, von Ruth Dudley Edwards (Harvill Secker)
Besondere Erwähnung
The Monster of Florence, von Douglas Preston, with Mario Spezi (Virgin/Random House).
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CWA Short Story Dagger
Can You Help Me Out There, von Robert Ferrigno (aus „Thriller 2“, herausgegeben von Clive Cussler; Mira)
Besondere Erwähnung
The Weapon, von by Jeffery Deaver (aus „Thriller 2“)
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CWA Dagger in the Library (“awarded to an author for a body of work, not one single title”)
Ariana Franklin (Random House)
Besondere Erwähnung
Simon Beckett (Bantam)
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CWA Debut Dagger (“a new-writing competition open to anyone writing in the English language who has not yet had a novel published commercially”)
A Place of Dying, von Patrick Eden (UK)
Besondere Erwähnung
Case No. 1, von Sandra Graham (Australia)
Die Nominierungslisten finden Sie hier.
(via The Rap Sheet)
Die British Crime Writers’ Association (CWA) hat weitere Dagger-Nominierungen veröffentlicht:
CWA Gold Dagger 2010
• Blacklands, von Belinda Bauer (Corgi)
• Blood Harvest, von S.J. Bolton (Bantam Press)
• Conman, von Richard Asplin (No Exit Press)
• Rain Gods, von James Lee Burke (Orion)
• Shadowplay, von Karen Campbell (Hodder & Stoughton)
• The Strange Case of the Composer and His Judge, von Patricia Duncker (Bloomsbury)
• Still Midnight, von Denise Mina (Orion)
• The Way Home (Kein Weg zurück, rororo), von George Pelecanos (Orion)
–
CWA Ian Fleming Steel Dagger 2010
• 61 Hours, von Lee Child (Bantam Press)
• A Loyal Spy, von Simon Conway (Hodder & Stoughton)
• Gone, von Mo Hayder (Bantam Press)
• Slow Horses, von Mick Herron (Robinson)
• The Dying Light, von Henry Porter (Orion)
• Innocent, von Scott Turow (Macmillan)
• The Gentlemen’s Hour (Pacific Paradise, suhrkamp), von Don Winslow (Heinemann)
–
CWA John Creasey (New Blood) Dagger 2010
• Acts of Violence, von Ryan David Jahn (Pan)
• Cut Short, von Leigh Russell (No Exit Press)
• Martyr, von Rory Clements (John Murray)
• Random, von Craig Robertson (Simon & Schuster)
• Stop Me, von Richard Jay Parker (Allison & Busby)
• Rupture, von Simon Lelic (Picador)
• The Holy Thief, von William Ryan (Mantle )
• The Pull of the Moon, von Diane Janes (Robinson)
Die Finalisten werden am Montag, den 9. August, bekannt gegeben.
Die Preisverleihung ist am Freitag, den 8. Oktober, im Grosvenor House Hotel in London.
(via The Rap Sheet)
Einmal im Jahr präsentiert Franz Stadler, der Betreiber des „Filmkunst 66“ (Berlin-Charlottenburg, Nähe S-Bahnhof Savignyplatz), das „Independent Filmfestival – Festival des unabhängigen Films“. Die meisten Filme sind bei uns, trotz bekannter Namen, nur auf DVD erschienen. Jetzt gibt es eine der ganz seltenen Gelegenheiten, diese Filme im Kino zu sehen. Dieses Jahr sind unter anderem dabei:
Nichts als die Wahrheit: ein auf einem wahren Fall basierender Politthriller über eine US-Journalistin, die, um den Namen ihres Informanten zu verraten, in Beugehaft genommen wird. Regie führte Rod Lurie (Die letzte Festung, Rufmord). Kate Beckinsale, Matt Dillon und Alan Alda spielen mit.
Synecdoche, New York: das mit zwei Independent Spirit Awards ausgezeichnete Regiedebüt von Charlie Kaufmann. Er schrieb die Drehbücher für „Being John Malkovich“, „Adaptation“, „Human Nature – Die Krone der Schöpfung“, „Vergiss mein nicht“, „Geständnisse – Confessions of a dangerous mind“. Philip Seymour Hoffman, Catherine Keeler, Emily Watson, Jennifer Jason-Leigh spielen mit.
Jeder stirbt – The Unscarred: ein zehn Jahre alter Film von Buddy Giovinazzo mit James Russo, Heino Ferch und Ornella Muti, der damals wegen der Pleite des Produzenten im Archiv verschwand.
Gangster
36 – Quai des Orfevres
MR 73: die Polizeifilm-Trilogie von Olivier Marchal, den Zitty den „Nachfolger von Jean-Pierre Melville“ nennt. Die drei Noirs erschienen bei uns nur auf DVD. Auch „Diamond 13“, für das Marchal das Drehbuch schrieb und eine Hauptrolle übernahm, erschien bei uns nur auf DVD.
1983: die grandiose Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Es ist zwar eine Fernsehproduktion, aber die Bilder schreien nach der großen Leinwand.
Insgesamt laufen im „Filmkunst 66“ vom Donnerstag, den 22. Juli, bis zum Mittwoch, den 4. August, 24 Filmpremieren von unabhängigen Filmen, die nicht nur Futter für die Augen, sondern auch für die kleinen grauen Zellen liefern.
Bei Telepolis schreibt Hans Schmid über „Keine Orchideen für Miss Blandish“ (No Orchids for Miss Blandish, 1939), den skandalösen und kommerziell sehr erfolgreichen Debütkriminalroman von James Hadley Chase. Chase schrieb in den folgenden Jahren zahlreiche weitere verkaufsträchtige Krimis. Inzwischen sind sie vor allem antiquarisch erhältlich.
–
Christopher McQuarrie (Die üblichen Verdächtigen, The Way of the Gun) soll jetzt das Drehbuch für den ersten Jack-Reacher-Film „One Shot“ (deutscher Titel: Sniper) schreiben und auch inszenieren.
–
Alan Ball entwickelt für HBO eine auf Charlie Hustons „Das Clean-Team“ (The Mystic Arts of Erasing all Kinds of Death, 2009) basierende Serie. Huston schrieb das Drehbuch für den Piloten und im August soll mit dem Dreh begonnen werden. Wann die Serie nach Deutschland kommt…
–
Ein Interview mit Michael Connelly. Vor allem über seinen neuen, in den USA am 5. Oktober erscheinenden Roman „The Reversal„.
–
Der erste Trailer von Ben Afflecks neuem Film „The Town“ ist draußen:
Die Verfilmung von Chuck Hogans „Endspiel“ (Prince of Thieves, 2004) soll bei uns am 23. September starten.
Auf ihrem jährlichen Thrillerfest in New York hat die Autorenvereinigung International Thriller Writers (ITW) auch ihren Thriller-Award vergeben:
Best Hard Cover Novel
THE NEIGHBOR von Lisa Gardner
Best Paperback Original Novel
THE COLDEST MILE von Tom Piccirilli
Best First Novel
RUNNING FROM THE DEVIL von Jamie Freveletti
Best Short Story
A STAB IN THE HEART von Twist Phelan
Für besondere Leistungen für das Genre erhielten auch folgende Autoren Trophäen:
Thriller Master
Ken Follett
True Thriller Award
Mark Bowden
Silver Bullet Award
Linda Fairstein
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Hier gibt es eine Liste aller nominierten Werke.
Nach der Longlist gibt es jetzt die Shortlist für den 2010 Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award:
In the Dark, von Mark Billingham (Little, Brown)
The Surrogate, von Tania Carver (Little, Brown)
A Simple Act of Violence, von R.J. Ellory (Orion)
The Crossing Places, von Elly Griffiths (Quercus)
Dead Tomorrow, von Peter James (Pan Books)
Gallows Lane, von Brian McGilloway (Pan Macmillan)
Doors Open (Der Mackenzie-Coup), von Ian Rankin (Orion)
Child 44 (Kind 44), von Tom Rob Smith (Simon & Schuster)
–
Der Gewinner wird am Donnerstag, den 22. Juli auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate, England, bekannt gegeben. Er wird ermittelt, indem die Ergebnisse einer Online- und einer Experten-Abstimmung zusammengefasst werden.
(via The Rap Sheet)