Ein Abend mit Eric Rohmer (geb. 21. März 1920 in Tulle, Département Corrèze; gest. 11. Januar 2010 in Paris)
Arte, 20.15
Sommer (Conte d’été, Frankreich 1996)
Regie: Eric Rohmer
Drehbuch: Eric Rohmer
Gaspard fährt in die Bretagne. Seine Freundin Lena soll später kommen. Bis dahin verliebt er sich in einige andere Frauen.
Dritter Film von Rohmers „Jahreszeiten“-Zyklus und eine Wiederbegegnung mit Amanda Langlet, der Pauline aus „Pauline am Strand“.
„besteht das leichtfüßig daherkommende Beziehungsdrama größtenteils aus Gesprächen über die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Auch hier zeigt sich wieder Rohmers unnachahmliche Kunst, das Allerweltsthema inszenatorisch so zu überhöhen, dass die Zuschauer regen Anteil nehmen an den Nöten und Macken der Durchschnittsfiguren.“ (Fischer Film Almanach 1997 – das kann eigentlich über jeden Rohmer-Film gesagt werden)
Pauline am Strand (Paulie à la plage, Frankreich 1982)
Regie: Eric Rohmer
Drehbuch: Eric Rohmer
Sommer in der Normandie: drei Frauen, drei Männer, lange Gespräche über die Liebe.
„Pauline am Strand“ ist der dritte Film aus Rohmers Serie „Komödien und Sprichwörter“: „Von manchen Kritikern hoch gelobt, ist ‚Pauline am Strand‘ doch eher ein akademisches Alterswerk.“ (Fischer Film Almanach 1984, dem Rohmers frühere Filme besser gefielen)
Auf der Berlinale erhielt er den Silbernen Bären für Rohmer.
mit Amanda Langlet, Arielle Dombasle, Pascal Gregory, Feodor Atkine, Simon de la Brosse
High Heels – Die Waffen einer Frau (Tacones Lejnanos, Spanien/Frankreich 1991)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Ein alter, gewohnt vergnüglicher Almodóvar: Nach fünfzehn Jahren begegnen Mutter (erfolgreiche Sängerin) und Tochter (TV-Nachrichtensprecherin) sich wieder und kurz darauf ist der Mann der Tochter, der auch Ex-Liebhaber der Mutter ist, ermordet. Da kann nur ein Untersuchungsrichter, der auch Transvestit ist, helfen.
„Auch in seinem neuen Rührstück dominieren wieder die Frauen, notfalls mit Gewalt (…) Im Vergleich zu den bisherigen virtuosen Farcen sind die Charaktere in ‚High Heels‘ tiefgründiger und die Handlung komplizierter geworden.“ (Fischer Film Almanach 1993)
mit Victoria Abril, Marisa Paredes, Miguel Bosé, Pedro Diez de Corral, Feodor Atkine
Und gleich schon wieder Drogen.
Aber dieses Mal, nach dem Thriller „Sicario“ und dem Dokumentarfilm „Cartel Land“, geht es in die Vergangenheit und ins benachbarte Frankreich. Die „French Connection“ (die wir ja immer noch aus den beiden grandiosen US-Spielfilmen kennen) ist in den sechziger und siebziger Jahren für einen großen Teil des Drogenschmuggels in die USA verantwortlich. Verschifft werden die Drogen in Marseille.
1975 wird der Jugendrichter Pierre Michel (Jean Dujardin) zum Richter für Organisierte Kriminalität befördert. Er beginnt mit den ermittelnden Polizisten den Kampf gegen Gaetano Zampa (Gilles Lellouche), den Anführer der im Film immer „La French“ genannten Verbrecherbande und damit dem Kopf des illegalen Drogenhandels.
Cédric Jimenez erzählt in „Der Unbestechliche – Mörderisches Marseille“ den sechsjährigen Kampf von Michel gegen Zampa als sattes Gangsterdrama, das dank seines hohen Budgets (laut IMDB 26 Millionen US-Dollar), mit prächtiger Siebziger-Jahre-Ausstattung punktet. Das und die packende Geschichte, die natürlich auch die bekannten Klischees, Topoi und Bilder bedient, erinnert immer wieder an die damaligen Gangster- und Polizeifilme aus Frankreich und auch Italien. Und wie in den besten dieser Filme sind die Grenzen zwischen Gut und Böse durchlässig, die Politik spielt auch eine Rolle und es gibt, vor der fotogenen südfranzösischen Kulisse, immer wieder knallharte Actionszenen.
Am Ende des über zweistündigen, äußerst kurzweiligen Trips bleibt nur eine Frage: Warum lief diese grandiose Geschichtsstunde nur während des Fantasy Filmfests in unseren Kinos?
Das Bonusmaterial ist zwar quantitativ umfangreich, aber qualitativ enttäuschend. Es gibt eine handvoll geschnittener Szenen und ein fünfzigminütiges Making-of, das vor allem ausführlich die Dreharbeiten beobachtet; was nicht so wahnsinnig interessant ist. Die wenigen, willkürlich eingestreuten Statements vom Regisseur und den Hauptdarstellern sind zwar informativ, aber eigentlich hätte man gerne auch etwas über die wahren Hintergründe von „Der Unbestechliche“ erfahren. Darüber haben die Macher allerdings das Gebot des Schweigens gelegt.
Der Unbestechliche – Mörderisches Marseille (La French, Frankreich/Belgien 2014)
Regie: Cédric Jimenez
Drehbuch: Audrey Diwan, Cédric Jimenez
mit Jean Dujardin, Gilles Lellouche, Céline Sallette, Mélanie Doutey, Benoît Magimel, Guillaume Gouix, Bruno Todeschini, Féodor Atkine, Moussa Maaskri
lief 2015 auf dem Fantasy Filmfest als „The Connection“
– DVD
Koch Media
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Making of, Geschnittene Szenen, Originaltrailer, Deutscher Trailer
Länge: 130 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise AlloCiné über „Der Unbestechliche“ Rotten Tomatoes über „Der Unbestechliche“
Wikipedia über „Der Unbestechliche“ (englisch, französisch)