TV-Tipp für den 26. Dezember: Das finstere Tal

Dezember 25, 2022

3sat, 23.15

Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)

Regie: Andreas Prochaska

Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska

LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.

Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.

mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Die lesenswerte Vorlage

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Perlentaucher über den Roman „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 7. Oktober: Das finstere Tal

Oktober 6, 2022

3sat, 22.25

Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)

Regie: Andreas Prochaska

Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska

LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.

Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.

mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Die lesenswerte Vorlage

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Perlentaucher über den Roman „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


DVD-Kritik: Über Wolfgang Petersens Damals-Skandalfilm „Die Konsequenz“

Juli 4, 2022

https://www.youtube.com/watch?v=KTO-do3Cer8

Das muss ich für die Jüngeren jetzt wohl erst einmal erklären. Denn als „Die Konsequenz“ am 8. November 1977 im Fernsehen laufen sollte, gab es nur drei Fernsehprogramme: ARD, ZDF und ein drittes Programm, das in jeder Region von einem anderen Sender bestritten wurde. Die Norddeutschen konnten nur den Norddeutschen Rundfunk sehen. Die Hessen den Hessischen Rundfunk. Es gab auch einen Sendeschluss und, für die Stunden zwischen Sendeschluss und Sendebeginn, ein Testbild. „Die Konsequenz“ sollte damals im ersten Programm laufen. Deutschlandweit. Aber der Bayerische Rundfunk klinkte sich aus und zeigte ein anderes Programm. Das hatten die Bayern davor schon einige Male gemacht. Dieses mal sorgte diese Zuschauerbevormundung für einen veritablen Skandal – und einer Präsentation des TV-Films im Kino.

In seinem Film erzählt Wolfgang Petersens die Liebesgeschichte von Martin Kurath (Jürgen Prochnow) und Thomas Manzoni (Ernst Hannawald). Sie lernen sich im Gefängnis kennen. Martin ist inhaftiert wegen Unzucht mit einem Fünfzehnjährigem. Der Grund für die Strafe ist, wie Martin am Anfang sagt, nicht der Sex mit einer minderjährigen Person, sondern dass es schwuler Sex war.

Thomas ist der minderjährige Sohn des Wärters Giorgio Manzoni (Walo Lüönd). Er leidet unter den Ansprüchen seines konservativen Vaters, der niemals einen homosexuellen Sohn akzeptieren wird, und der Gesellschaft, die Homosexualität ablehnt.

Nach Martins Entlassung treffen sie sich weiter. Sie ziehen sogar zusammen.

Als Thomas‘ Eltern davon erfahren, schicken sie ihren Sohn in ein Erziehungsheim, in dem die Erziehung und der Umgang untereinander von Gewalt, Machokultur, Repression, Erniedrigung und auch Folter geprägt ist. Die Kinder werden dazu erzogen, ihre Gefühle zu verheimlichen und zu gehorchen. Der sensible Thomas will das Heim möglichst schnell verlassen. Martin will ihm dabei helfen. Allerdings ist das im legalen Rahmen nicht möglich.

Als Wolfgang Petersen „Die Konsequenz“ inszenierte, war er bereits ein bekannter Regisseur. Er inszenierte die durchgehend sehenswerten Finke-“Tatorte“, unter anderem „Reifeprüfung“, die -ky-Verfilmung „Einer von uns beiden“ (ebenfalls mit Prochnow) und „Smog“, eine Semidoku über eine mehrere Tage anhaltenden Smoglage im Ruhrgebiet. Einige Zuschauer hielten den Film (der mal wieder im TV gezeigt werden könnte) für einen Dokumentarfilm und er wurde breit diskutiert. 1981 folgte „Das Boot“.

Aus heutiger (und sicher auch aus damaliger) Sicht ist „Die Konsequenz“ ein etwas aus der Zeit gefallener Film. Handlungsorte und -zeit werden nie präzise genannt. Letztendlich spielt er irgendwo zwischen der Schweiz und Deutschland und eher in den sechziger als in den siebziger Jahren. Und er wurde in SW gedreht, obwohl damals eigentlich auch alle TV-Filme in Farbe gedreht wurden.

Außerdem wurde 1977 schon länger über Homosexualität und die Erziehung in Heimen gesprochen. Es gab in den Jahren davor wichtige Liberalisierungen in den Gesetzen und in der Gesellschaft. In der Erziehung wurde Gewalt immer stärker abgelehnt (Der Film „Freistatt“ gibt einen Einblick in die Heimerziehung in den Sechzigern.). Rosa von Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“ (1970) war der Startpunkt für die Schwulenbewegung – und einer der Filme, deren Ausstrahlung damals ebenfalls vom Bayerischen Rundfunk boykottiert wurde.

Die Konsequenz“ ist, trotz seiner Kritik am Strafvollzug, der Heimerziehung und dem Umgang mit Homosexuellen, kein Agitprop-Film, sondern eine sensibel erzählte Liebesgeschichte über zwei Liebende und den zahlreichen Widerständen, gegen die sie kämpfen müssen. Dass diese Liebenden Männer sind, ist da eher nebensächlich; – auch wenn es damals bei den Sittenwächtern zum Skandal taugte.

Ein Terminhinweis

Am Sonntag, den 10. Juli 2022, zeigt die Astor Film Lounge (Kurfürstendamm 225, 10719 Berlin) um 11.00 Uhr den Film. Anschließend gibt es ein Filmgespräch mit dem Hauptdarsteller Jürgen Prochnow.

Die Konsequenz (Deutschland 1977)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Wolfgang Petersen, Alexander Ziegler

LV: Alexander Ziegler: Die Konsequenz, 1975

mit Jürgen Prochnow, Ernst Hannawald, Walo Lüönd, Edith Volkmann, Erwin Kohlund, Hans Irle, Erwin Parker, Alexander Ziegler, Werner Schwuchow, Hans-Michael Rehberg

DVD

EuroVideo

Bild: 16:9 (1,37:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial (angekündigt): Booklet

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Blu-ray identisch

Hinweise

Filmportal über „Die Konsequenz“

Wikipedia über „Die Konsequenz“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. August: Das finstere Tal

August 8, 2020

3sat, 21.45
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Wiederholung: Montag, 10. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Perlentaucher über den Roman „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 20. Dezember: Das finstere Tal

Dezember 19, 2019

3sat, 22.25
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Perlentaucher über den Roman „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 28. Dezember: Das finstere Tal

Dezember 28, 2018

ZDF, 00.25
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Homepage zum Film

Perlentaucher über „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 9. August: Die Wand

August 9, 2017

Arte, 20.15 (VPS 20.14)

Die Wand (Österreich/Deutschland 2012)

Regie: Julian Roman Pölsler

Drehbuch: Julian Roman Pölsler

LV: Marlen Haushofer: Die Wand, 1963

Eine Frau kann von einem Kurztrip in die Berge nicht mehr zurückkehren. Sie ist allein und sie ist von einer unsichtbaren Wand umgeben.

Schön gefilmte, von der Kritik gelobte Romanverfilmung, die für meinen Geschmack zu viel Respekt vor der Vorlage hat.

Marlen Haushofers Roman ist vielfältig interpretierbar. Inzwischen gilt er als Klassiker der feministischen Literatur.

mit Martina Gedeck, Karl-Heinz Hackl, Ulrike Beimpold, Julia Gschnitzer, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Wand“

Moviepilot über „Die Wand“

Wikipedia über „Die Wand“

Berlinale: Die „Die Wand“-Pressekonferenz

Meine Besprechung von Julian Roman Pölsers „Die Wand“ (Österreich/Deutschland 2012)


TV-Tipp für den 20. Juli: Das finstere Tal

Juli 20, 2017

3sat, 22.25
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

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Perlentaucher über „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 8. Januar: Das finstere Tal

Januar 8, 2017

3sat, 21.45
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner
Wiederholung: Montag, 9. Januar, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Homepage zum Film

Perlentaucher über „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 27. Dezember: Das finstere Tal

Dezember 27, 2015

ZDF, 22.00
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner
Wiederholung: Montag, 28. Dezember, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Homepage zum Film

Perlentaucher über „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


DVD- und Buchkritik: Der Alpen-Western „Das finstere Tal“

September 8, 2014

Das gelingt nur ganz wenigen Filmen: hier in Berlin läuft „Das finstere Tal“ immer noch in ganz normalen Kinos und es gab fast keinen Tag, an dem man sich seit dem Kinostart am 13. Februar Andreas Prochaskas Alpen-Western nicht hätte ansehen können. Der Film erhielt acht deutsche Filmpreise und ist jetzt der Oscar-Kandidat von Österreich für den besten ausländischen Film.
Die Filmgeschichte könnte den Amerikanern gefallen. Schon die ersten Bilder sind reinstes Americana: ein Mann reitet in den Bergen in ein einsam gelegenes Dorf, das im Winter komplett von der Welt abgeschnitten ist. Die Bewohner beäugen ihn misstrauisch. Mit einem Sack voll Gold erkauft er sich ein Quartier für den Winter. Was die Bewohner nicht wissen, aber jeder, der schon zwei Western gesehen hat, nach den atmosphärischen Bildern weiß: der Mann will sich an den Dörflern für ein in der Vergangenheit liegendes Ereignis rächen. Die Überlebenschancen der Bösewichter tendieren gegen Null, wozu auch die gar nicht so unschuldigen Dorfbewohner zählen, wenn sie nicht schnell genug in Deckung gehen.
Dennoch lässt sich Prochaska (u. a. einige Folgen für „KDD – Kriminaldauerdienst“, die TV-Filme „Spuren des Bösen“, „Das Wunder von Kärnten“, „In 3 Tagen bist du tot“ und die Fortsetzung) viel Zeit, bis es die erste Leiche gibt: ein scheinbar unglücklicher Unfall beim Transport von Bäumen in einer Baumrutsche.
Greider (Sam Riley), so heißt der schweigsame Fremde, der behauptet, mit seiner Kamera Fotos machen zu wollen, kam aus den USA zurück in die Alpen. In Wirklichkeit will er seine Eltern rächen. Sie wurden von dem Brenner-Bauer, der seit Jahrzehnten als unumstrittener Patriarch über das abgelegene Tal herrscht, und seinen Söhnen, unterstützt vom Dorfpfarrer, vergewaltigt und getötet.
Diese Geschichte, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Alpen spielt, verweist immer wieder auf den Western. Die Cinemascope-Bilder, der konsequente Verzicht auf typisch alpenländische Attribute (es gibt keinen Sepplhut und bei den Kleidern wurde konsequent stilisiert) und die karge Landschaft mit ihren ebenso kargen Gebäuden (so steht die Kirche, ein Steingemäuer, auf einem waldlosem Hügel und sie wirkt wie eine ungastliche Trutzburg) erinnert dann an die bekannten Bilder aus US-und Italo-Western, wie Sergio Corbuccis im Schnee spielender Western „Leichen pflastern seinen Weg“. Auch Robert Altmans „McCabe & Mrs Miller“, dessen Finale ebenfalls im Schnee spielt, fällt einem ein. Und natürlich die zahllosen, konsequent ironiefreien Rachewestern der vergangenen Jahrzehnte, gerne mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.
Das alles ist so gut, dass gerade die Kleinigkeiten umso deutlicher auffallen. So ist der Brenner-Bauer, der als kranker Herrscher, kaum noch sein Haus und Bett verlässt, als greifbarer Bösewicht kaum vorhanden. Diese Rolle des Bösewichts müssen seine Söhne übernehmen, die aber auch weitgehend austauschbare Handlanger des Bösewichts bleiben. Im Film allerdings weniger als im Roman, wo sie nur eine anonyme Masse sind.
Auch die Rolle Brenners bei der Kindererzeugung (er hat das Recht auf die erste Nacht) und die Beziehungen der Brenner-Buben zu ihren Frauen werden nur sparsam angedeutet.
In diesen Momenten hätten sich Filmemacher noch deutlicher von der Vorlage entfernen können. Denn der Film folgt dem Roman sehr genau. Thomas Willmann bedankt sich im Nachwort seines Romandebüts bei Ludwig Ganghofer und Sergio Leone, wobei der Roman für meinen Geschmack zu viel Ganghofer und zu wenig Leone hat. Denn wer den Film nicht kennt und auch nicht den Klappentext gelesen hat, liest sich im ersten Drittel durch das Porträt einer Dorfgemeinschaft und der beginnenden Liebe von Luzi zu ihrem künftigem Bräutigam. Auch nach dem ersten Todesfall nehmen die Hochzeitsvorbereitungen viel Raum ein und nach der Romanmitte gibt es eine sechzigseitige Rückblende, in der wir erfahren, was mit Greiders Mutter geschah. Im Film ist das eine kurze Montage.
Auffallend sind zwei große Änderungen. Die erste ist, dass die Filmgeschichte von Luzi erzählt wird. Im Roman gibt es dagegen einen neutralen Erzähler, der einfach, wie ein Zeitungsreporter berichtet, was geschieht. Die zweite ist, dass Greider im Roman ein Maler, im Film ein Fotograf ist. Beide Änderungen sind nachvollziehbar und gerade bei der zweiten Änderung wundert es, dass Willmann, der auch Filmjournalist ist, das nicht selbst tat. Immerhin gibt es in Western öfter Fotografen als Maler.
Auf den ersten Blick wirkt das Bonusmaterial vernachlässigbar. Drei entfallene Szenen, ein Making of und ein Audiokommentar. Aber beim Ansehen fällt auf, wie gut es ist. Das gut 45-minütige, absolut sehenswerte „Making of“ gibt einen umfassenden und werbefreien Blick in den gesamten Entstehungsprozess des Films mit Interviews mit allen Beteiligten und einigen Blicken hinter die Kulissen. Und der Audiokommentar (den Filmton hätte man etwas leiser drehen können) ist absolut hörenswert. Regisseur Andreas Prochaska lud den Filmjournalisten Christian Fuchs als Gesprächspartner ein und, auch wenn Fuchs kaum etwas sagt, hatte Prochaska damit einen Gesprächspartner, dem er alles über den Film erzählen konnte. Entsprechend informativ fällt der Audiokommentar aus.

Das Finstere Tal - DVD-Cover - 4

Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

DVD
Warner Brothers/X-Edition
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur Andreas Prochaska und Filmjournalist Christian Fuchs, Making of, Entfallene Szenen, Trailer, Audiodeskription
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro

Erstausgabe
Liebeskind, 2010

Hinweise

Homepage zum Film

Perlentaucher über „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“