LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002
London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.
Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Seine sieben „Inspector Brant“-Romane sind bis jetzt noch nicht übersetzt.
Wahrscheinlich wird eine gekürzte Fassung gezeigt.
mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans
Der Schrei der Eule (D/F/GB/Kan 2009, R.: Jamie Thraves)
Drehbuch: Jamie Thraves
LV: Patricia Highsmith: The Cry of the Owl, 1962 (Der Schrei der Eule)
Robert beobachtet nachts heimlich die schöne Jenny. Sie verliebt sich in ihn und verlässt ihren Verlobten Greg. Als Greg nach einer Schlägerei spurlos verschwindet, wird Robert des Mordes verdächtigt.
Bereits Claude Chabrol und Tom Toelle verfilmten 1987 den Krimi. Beide Verfilmungen ähneln sich sehr und sind, wenn man die Prämisse akzeptiert, auch gelungen. Inzwischen ist Toelles Film, weil er nie im TV läuft und auch nicht auf DVD erschienen ist, fast vergessen.
Die dritte Verfilmung des Romans ist auch gelungen, obwohl sie sich kaum von den vorherigen unterscheidet, und inzwischen dürfte sie auch die bekannteste Verfilmung des Highsmith-Romans sein.
Red Riding: Yorkshire Killer 1980 (GB 2009, R.: James Marsh)
Drehbuch: Tony Grisoni
LV: David Peace: Nineteen Eighty, 2001 (1980)
Yorkshire, 1980: Der Yorkshire Killer ist immer noch nicht geschnappt. Jetzt soll der von außen kommende Sonderermittler Peter Hunter sich noch einmal die Akten ansehen und den Ermittlungen einen neuen Drive verpassen. Dummerweise ist Hunter kein Blödkopf und er entdeckt einige Fehler in den Akten.
Der Mittelteil der grandiosen Red-Riding-Trilogie ist ein noirischer Polizeifilm. Grisoni gelang in seinen Büchern für die TV-Miniserie (Yep, die Filme entstanden für das Fernsehen.) die beim Lesen unverfilmbar erscheinenden Bücher kongenial in ein anderes Medium zu übertragen.
Morgen zeigt 3sat um 22.25 Uhr den dritten und letzten Teil „Red Riding: Yorkshire Killer 1983“.
Mit Paddy Considine, Warren Clarke, James Fox, David Calder, David Morrissey
Drogen helfen den fünf Kumpels in „The World’s End“ nur bedingt. Wobei für einen gestandenen Engländer Bier, auch in großen Mengen genossen, keine Droge ist. Trotzdem versagten sie 1990 bei ihrer großen Sauftour durch die zwölf Pubs von Newton Haven zum Schulabschluss kläglich. Sechzig Pints sind ja auch eine Menge. Die andere Angabe, die im Presseheft und der deutschen Synchronisation auch gemacht wird, nämlich dass sie in jedem Pub nur ein Pint trinken müssen, vergessen wir schleunigst. Denn zwölf Pint wären ja eine einfach erreichbare Menge. Außerdem geht es in „The World’s End“ nicht um das Trinken, sondern das Vollenden von begonnenen Dingen.
Gary King (Simon Pegg), für den die Nacht der Höhepunkt seines Lebens war, will die damals begonnene Tour, die legendäre „Goldene Meile“, jetzt beenden. Natürlich mit seinen damaligen Kumpels, die er seitdem nicht mehr gesehen hat und die inzwischen gesetzte Anfangsvierziger sind und anfangs bei dieser blöden Idee nicht mitmachen wollen.
Sie tun es dann doch und die ersten Biere, garniert mit einigen Betrachtungen über das Älterwerden und die sich immer ähnlicher sehenden Pubs, gehen auch locker die Kehle hinunter. Aber in einem Pub entdecken sie, während einer wüsten Schlägerei auf der Toilette, dass die Dorfbewohner keine Menschen, sondern von Außerirdische übernommene, blaublütige Roboter sind. Das Angebot, sich von den Aliens occupyen zu lassen, lehnen sie ab. Die Sauftour wollen sie allerdings beenden in dem titelgebenden Pub „The World’s End“, der zufälligerweise auch die Zentrale der Aliens ist.
„The World’s End“ ist die neueste Komödie der Macher von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ und ist eigentlich ein Remake von „Shaun of the Dead“ mit zombiehaft angreifenden Aliens anstatt Zombies. Dazu gibt es etwas Midlife-Crisis-Komödie, die ihre Charaktere wesentlich sanfter als die britische TV-Serie „Mad Dogs“ ihre fünf Mittvierziger, die während eines Mallorca-Urlaubs in eine wüste Gangstergeschichte geraten, behandelt, zahlreiche Anspielungen auf entsprechende Science-Fiction-Filme von der „Invasion der Körperfresser“ bis zu den „Frauen von Stepford“, um nur zwei Filme zu nennen, und auch – ähem – weitere Anspielungen. So heißen unsere ritterlichen Helden Gary King, Andy Knightly (Nick Frost), Peter Page (Eddie Marsan), Steven Prince (Paddy Considine) und Oliver Chamberlain (Martin Freeman). Die Pubnamen sind auch nicht zufällig gewählt.
Das ist alles sehr vergnüglich mit einem starken Déjà-Vu-Gefühl, das auch durch die Bezüge zu den vorherigen Filmen der „Blut- und Eiskrem-Trilogie“ bzw. „Drei Geschmacksrichtungen: Cornetto“-Trilogie (benannt nach dem Eis Cornetto, das in den Filmen auftaucht) verstärkt wird.
„The World’s End“ ist wie ein Pubbesuch mit einigen guten Freunden, plus einer grandiosen Methode, die Aliens zu besiegen, die eindeutig aus der „Dr. Who“-Schule stammt, und einem unpassendem Epilog, der ungefähr so witzig wie der Kater nach der Sauftour ist.
The World’s End (The World’s End, Großbritannien 2013)
Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Simon Pegg, Edgar Wright
mit Simon Pegg, Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan, Rosamund Pike, David Bradley, Pierce Brosnan