Neu im Kino/Filmkritik: Don’t „Whistle“, denn dann kommt der Tod

Mai 6, 2026

Wer den Ton der aztekische Todes-Pfeife hört, wird kurz darauf sterben.

Jetzt bläst eine Schülerin der Pellington High, als sie mit vier Schulkameraden eine nächtliche Mini-Party feiert, in diese Pfeife.

Fortan müssen sie um ihr Überleben kämpfen. Aus dieser Prämisse, die Horrorfans möglicherweise an die „Final Destination“-Filme erinnert, macht Corin Hardy einen gradlinigen Horrorfilm mit ordentlichen Effekten, einer durchaus überschaubaren Zahl von Toten und vielen Suspense-Momenten.

Weil die Erscheinungsform, die der Tod annimmt, durchgehend CGI-generiert ist, sind Effekte möglich, die sonst nicht möglich wären. Schließlich sind Gelenke nicht endlos biegsam.

Corin Hardy präsentiert mit „Whistle“ einen sich kurzweilig und gelungen innerhalb bekannter Bahnen bewegenden Horrorfilm. Die im Abspann versteckte Schlusspointe sollte man besser nicht als einen direkten Hinweis auf eine sich direkt an diesen Film anschließende Fortsetzung sehen. Man sollte sich auch nicht zu sehr mit Fragen der Logik beschäftige, wie beispielsweise der Frage, warum der Schulspind der neuen Schülerin in den vergangenen Monaten, nach dem entsetzlichen Tod eines anderen Schüler (den wir am Filmanfang sehen), nicht geöffnet und ausgeräumt wurde.

Whistle (Whistle, Kanada 2025)

Regie: Corin Hardy

Drehbuch: Owen Egerton

mit Ali Skovbye, Dafne Keen, Jhaleil Swaby, Nick Frost, Percy Hynes White, Sky Yang, Sophie Nélisse

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Kinostart: 7. Mai 2026

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Whistle“

Metacritic über „Whistle“

Rotten Tomatoes über „Whistle“

Wikipedia über „Whistle“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Corin Hardys „The Nun“ (The Nun, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik (kurz): „I like Movies“, und du?

März 27, 2025

Lawrence ist ein kleiner dicker Junge mit einem Hobby und einem Ziel. Nach der Schule will er in New York an der Filmschule studieren. Dummerweise verlangt die eine saftige Aufnahmegebür. Das Geld hat er nicht. Er hat kaum genug Geld, um sich all die Filme, die er sehen möchte, auszuleihen. Auch seine alleinerziehende Mutter hat nicht so viel Geld. Deshalb rät sie ihm zu einer kanadischen Filmuniversität. Die seien auch gut.

Zum Glück sucht die eine örtliche Videothek, in der er Stammkunde ist, einen Service-Mitarbeiter. Für Lawrence ist das ein Traumjob: endlosen Zugang zu Filmen, tägliche Gespräche über Filme und dabei das Geld für die Universität verdienen. Kurz darauf hat er einen Job bei „Sequels“ und in den doch etwas seltsamen Arbeitskollegen findet er neue Freunde.

Chandler Levack erzählt in ihrem autobiographisch inspiriertem Indie-Spielfilmdebüt in vielen kurzen Episoden von Lawrence letzten Monaten 2003 in seiner Heimatstadt Burlington, Kanada. Dabei ist Lawrence nicht irgendein Filmfan, sondern ein Über-Nerd, mit einem großen Filmego, der im zwischenmenschichen Umgang sprunghaft, schwierig und oft unausstehlich ist. Oft möchte man ihn auch einfach in den Arm nehmen und trösten.

Levack erzählt das als humorvolle, ihre Figuren niemals diskriminierende Erinnerung an auch ihre Highschool-Zeit und als liebevolle Liebeserklärung eines Filmfans an andere Filmfans. Sie erfreuen sich am gewählten Academy-Filmformat und Lawrences offenherzig geteiltem Filmwissen. So empfiehlt er in der Videothek einem filmsuchendem Liebespaar als ernst gemeinten Tipp Todd Solondz‘ „Happiness“ als Liebesfilm für einen gemeinsamen Abend. Ob Quentin Tarantino das auch gemacht hätte?

I like Movies (I like Movies, Kanada 2022)

Regie: Chandler Levack

Drehbuch: Chandler Levack

mit Isaiah Lehtinen, Romina D’Ugo, Krista Bridges, Percy Hynes White, Alex Ateah

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „I like Movies“

Metacritic über „I like Movies“

Rotten Tomatoes über „I like Movies“

Wikipedia über „I like Movies“ (deutsch, englisch)