Cover der Woche + ein Update zu Richard Osmans „Der Donnerstagsmordclub“

Juni 3, 2025

weil

Erklärung zum Delikt

Richard Osman hat in unseren beiden Gesprächen über die geplante, von Steven Spielberg produzierte Verfilmung seines Bestsellers gesprochen und eine hochkarätige Besetzung versprochen.

Nun, er hat nicht zu viel versprochen.

Die Hauptrollen übernahmen Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley und Celia Imrie. Weitere Rollen übernahmen Naomi Ackie, Daniel Mays, Tom Ellis, David Tennant, Paul Freeman, Jonathan Pryce und Richard E. Grant.

Chris Columbus, der Regisseur von u. a. „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, „Harry Potter und der Stein der Weisen“, „Mrs. Doubtfire“, „Kevin – Allein in New York“ und „Kevin – Allein zu Haus“, führte die Regie.

Wie üblich bei Netflix-Filmen wird es keine Kinoauswertung geben. Leider (geschrieben mit britischem Understatement). Dort läuft er ab dem 28. August 2025.

Die Story des humoristischen Kriminalromans, der gleichzeitig der Auftakt einer Serie ist: in einer luxuriösen Seniorenresidenz treffen sich jeden Donnerstag vier Heimbewohner, unter anderem eine ehemalige Geheimagentin und ein früherer Gewerkschaftsführer, und versuchen ungelöste alte Verbrechen aufzuklären. Als vor ihrer Haustür ein Mord geschieht, beginnen sie mit der Mördersuche. Und stören dabei die Arbeit der Polizei.

Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2021

464 Seiten

15,99 Euro

Originalausgabe

The Thursday Murder Club

Viking, 2020

Hinweise

Wikipedia über Richard Osman (deutsch, englisch)

List über Richard Osman

BookMarks über „Der Donnerstagsmordclub“

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Donnerstagsmordclub“ (The Thursday Murder Club, 2020)

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Mann, der zweimal starb“ (The Man who died twice, 2021)

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ (The last Devil to die, 2023)

Mein Bericht über Richard Osmans Besuch 2022 in Berlin

Mein Interview mit Richard Osman über „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ (The last Devil to die, 2023)


Amtlich geprüfte mörderische Weihnachten auf der Insel, Jahrgang 2023 – und der Doktor ist auch dabei

Dezember 18, 2023

Verschneite Weihnachten gibt es nur noch in diesen kitschigen Weihnachtsfilmen, die sich niemand ansieht. Oder in den typisch englischen Rätselkrimis, in denen sich an Weihnachten die gesamte Familie im Landhaus versammelt und den Abend mit dem Mord an einem allseits verhassten Familienmitglied beendet. Manchmal tut es auch eine Gruppe Menschen, die sich zufällig beispielsweise in einem Zug oder einem Dampfschiff treffen und die zufällig alle einen guten Grund für den Mord hatten. Agatha Christie war eine Meisterin im Erfinden dieser Rätselkrimis. Eine ihrer Nachahmerinnen ist Alexandra Benedict. Doch bevor wir uns ihrem „Mord im Christmas Express“ widmen, werden wir einen Blick in die unlängst erschienene Kurzgeschichtensammlung „Weihnachten mit Agatha Christie – Alle Geschichten zum Fest“. Auf 272 Seiten sind alle von Agatha Christie geschriebenen Kurzgeschichten gesammelt, die irgendetwas mit Weihnachten zu tun haben.

Manchmal ist Weihnachten nur noch daran erkennbar, dass Christie in der Geschichte sagt, es sei Weihnachten. Und nicht jede ihrer Weihnachtsgeschichten ist eine Kriminalgeschichte; – eigentlich sind sogar erstaunlich viele der Geschichten keine Kriminalgeschichten. Sicher. Es gibt Kriminalgeschichten mit Miss Marple und Hercule Poirot (wozu auch beide Versionen der Geschichte mit dem Plumpudding gehören) und einigen Kriminalgeschichten ohne ihre weltbekannten Ermittler. Im ersten Text des Sammelbandes erinnert sich Agatha Christie an ihre zahlreichen „Weihnachten auf Abney Hall“. Außerdem wurden die sechs Geschichten, die in „Es begab sich aber… . Bezaubernde Geschichten von himmlischen und irdischen Wundern, die immer und überall geschehen können“ enthalten sind, wieder abgedruckt. Da gibt es dann „Die Fahrt auf der Themse“, die eine Frau, die Menschen nicht mag, verändert, und eine sich über mehrere Kurzgeschichten erstreckende alternative Erzählung der Geschichte von Jesus Geburt.

Zwei Dinge fallen bei dieser Kurzgeschichtensammlung auf. So schrieb Agatha Christie in ihrem langen Schriftstellerleben erstaunlich wenige Kurzgeschichten, die etwas mit Weihnachten zu tun haben. Vierzehn Geschichten und eine Erinnerung sind in dem Buch abgedruckt. Ohne die Geschichte „Die Ankunft des Mr Quin“, die an Silvester spielt, wäre das Buch sogar gut dreißig Seiten dünner geraten. Und es fällt auf, dass Agatha Christie keine gute Kurzgeschichtenautorin war. Ihre Romane sind besser.

Agatha Christie: Weihnachten mit Agatha Christie – Alle Geschichten zum Fest

(übersetzt von Günter Eichel, Lia Franken, Hans Erik Hausner, Michael Mundhenk, Renate Orth-Guttmann und Lotte Schwarz)

Atlantik, 2023

272 Seiten

22 Euro

enthält:

Weihnachten auf Abney Hall (aus Die Autobiographie, 1977)

Die Versuchung (1965)

Die Pralinenschachtel (1923)

Der unfolgsame Esel (1965)

Eine Weihnachtstragödie (1930)

Die Fahrt auf der Themse (1965)

Ein Weihnachtsabenteuer (1923; eine frühe Fassung von „Das Geheimnis des Plumpuddings“)

In der Abendkühle (1965)

Die Pfarrerstochter (1923)

Das Rote Haus (1923)

Die vierzehn Nothelfer (1965)

Das Geheimnis des Plumpuddings (1960)

Der Traum vom Glück (1924)

Die Insel (1965)

Die Ankunft des Mr Quin (1924)

Hinweise

Wikipedia über Agatha Christie (deutsch, englisch)

Homepage von Agatha Christie

Krimi-Couch über Agatha Christie

Meine Besprechung von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, 1934)

Meine Besprechung von John Guillermins Agatha-Christie-Verfilmung “Tod auf dem Nil” (Death on the Nile, Großbritannien 1978)

Meine Besprechung von Michael Winners Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, USA 2017)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenner Agatha-Christie-Verfilmung „Das krumme Haus“ (Crooked House, USA 2017) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ (Death on the Nile, USA/Großbritannien 2022) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „A Haunting in Venice“ (A Haunting in Venice, USA 2023) (und Buchbesprechung)

Viel Schnee gibt es in Alexandra Benedicts „Mord im Christmas Express“. Rosalind ‚Roz‘ Parker ist am 23. Dezember auf dem Weg nach Schottland. Bis vor kurzem war sie Detective bei der Londoner Polizei. Künftig will sie sich um ihre Tochter und ihre Enkelin, die früher zur Welt kommt als geplant, kümmern.

Kurz vor dem Ziel bleibt der Nachtzug im Schnee stecken. Und es gibt eine Leiche. Die Influencerin Meg Forth wurde tot in ihrem Abteil aufgefunden. Es ist von innen verschlossen. Es gibt keine Spuren im Schnee. Trotzdem sind Roz und alle anderen Mitreisenden überzeugt, dass Meg ermordet wurde. Wahrscheinlich von ihrem Freund Grant McVey.

Als gewiefter Krimileser schließt man ihren jähzornigen und besitzergreifenden Freund sofort als Täter aus. Das liegt vor allem daran, dass Benedict im Prolog explizit Meg als Opfer und Grant als Täter nennt. Für eine Rätselkrimi wäre dieses Verraten des Täters durch den Autor auf den ersten Seiten kontraproduktiv und ein ultimativer Verrat an den Regeln des Spiels, das von Benedict gespielt wird. „Mord im Christmas Express“ soll nämlich ein in der Gegenwart spielender, nichtsdestotrotz traditioneller Rätselkrimi sein. So erwähnt sie mehrmals Agatha Christe und ihren „Mord im Orientexpress“. Der Mord geschieht, wie wir es aus den Cozies kennen, erst ziemlich spät. In diesem Fall wird Megs Leiche in der Buchmitte entdeckt. Bis dahin stellt Benedict die verschiedenen Zugpassagiere vor und streut Verdachtsmomente gegen sie ge. Danach werden verschiedene Spuren verfolgt und Roz fragt sich, wie der Mörder das von innen verschlossene Abteil verlassen konnte.

Als Rätselkrimi ist Alexandra Benedicts „Mord im Christmas Express“ trotzdem eine ziemliche Enttäuschung. Ein Rätselkrimi lebt von den kunstvoll gelegten falschen Fährten und der überraschenden, im nachhinein überzeugenden Auflösung. Beides ist hier bestenfalls in homöopathischen Dosen vorhanden.

Der Rest ist dann locker vor sich hin erzählt und wir erfahren mehr über Roz‘ Leben, ihre Gefühle und Wünsche als wir jemals über Miss Marple und Hercule Poirot erfahren haben.

In Großbritannien hat Alexander Benedict seit 2005 zwanzig Bücher, teils Cozy-Krimis, teils Science-Fiction, teils Mystery, teils historische Liebesgeschichten, teils Serien, teils Einzelromane, veröffentlicht. „Mord im Christmas Express“ ist der erste von ihr auf Deutsch veröffentlichte Roman und bislang ein Einzelroman.

Alexandra Benedict: Mord im Christmas Express

(übersetzt von Anke Caroline Burger)

Tropen, 2023

336 Seiten

17 Euro

Originalausgabe

Murder on the Christmas Express

Simon & Schuster, London, 2022

Hinweise

Homepage von Alexandra Benedict

Fantastic Fiction über Alexandra Benedict

Es ist kein Weihnachtskrimi.“ sagt Richard Osman über seinen neuen Krimi „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“. Der Roman beginnt an Weihnachten. Aber der Anlass für den Mord und der Mord geschehen erst am 27. Dezember. An diesem Tag nach Weihnachten gibt bei dem Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar ein Drogenkurier ein Terrakottagefäß ab. Es enthält eine Ladung Drogen. Shamar soll als zwangsrekrutierter Zwischenhändler das Gefäß am nächsten Tag weiterverkaufen. Am Abend wird er in einem Waldstück erschossen. Seine Leiche wird erst am 1. Januar von einem Spaziergänger entdeckt.

Weil die Mitglieder des Donnerstagsmordclubs – einem wöchentlichen Treffen von vier Bewohnern der noblen Seniorenresidenz Coppers Chase in der südostenglischen Grafschaft Kent – das Opfer kennen, beginnen Joyce Meadowcroft, Elizabeth Best, Ron Ritchie und Ibrahim Arif mit der Suche nach dem Täter. Liebevoll unterstützt werden sie von aus früheren Mordfällen mit ihnen befreundeten Polizisten. Die lokalen Drogenbanden, die den Handel in der Gegend unter sich aufgeteilt haben, treiben sie mit ihrer bewährten Mischung aus Gebrechlichkeit, Penetranz und Schrulligkei in den Wahnsinn. Und schnell stapeln sich in der Gegend die Leichen.

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ ist der bereits vierte „Donnerstagsmordclub“-Krimi von Richard Osman, der sich kaum von seinen vorherigen Krimis unterscheidet. Alles ist ziemlich cozy, mild humoristisch und dialoggetrieben. Der Plot ist eher vernachlässigbar. Der Rätselplot sowieso. Die „Donnerstagsmordclub“-Krimis sind, auch wenn sie auf den ersten Blick so wirken, keine klassischen Rätselkrimis. Der Verkaufserfolg immens. Alle „Donnerstagsmordclub“-Krimis wurden Bestseller. Im Moment steht der vierte Band der Serie auf dem dritten Platz der Spiegel-Bestsellerliste.

 

Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2023

432 Seiten

17,99 Euro

Originalausgabe

The last Devil to die

Viking, UK, 2023

Hinweise

Wikipedia über Richard Osman (deutsch, englisch)

List über Richard Osman

BookMarks über „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Donnerstagsmordclub“ (The Thursday Murder Club, 2020)

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Mann, der zweimal starb“ (The Man who died twice, 2021)

Mein Bericht über Richard Osmans Besuch 2022 in Berlin

Mein Interview mit Richard Osman über „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ (The last Devil to die, 2023)

In seinem Krimi „Das Geheimnis der Silvesternacht“ schickt Nicholas Blake seinen Ermittler, Privatdetektiv Nigel Strangeways, ins malerisch verschneite Downcombe. Im Auftrag der Abteilung für Innere Sicherheit soll er über die Weihnachtsferien Professor Alfred Wragby beschützen. Wragby ist ein Physiker, der gerade eine Entdeckung gemacht hat, für die sich auch Russland interessiert. Für Strangeways klingt das nach einigen entspannten Tagen in einem eingeschneiten Landsitz im Südwesten Englands.

Weil Wragby ein unbestechlicher Wissenschaftler ist, entführen die russischen Agenten und ihre Handlanger kurz nach Weihnachten Wragbys achtjährige Tochter Lucy. Sie wollen sie freilassen, wenn er ihnen alles über seine Entdeckung verrät. Allerdings haben die Entführer nicht mit Wragbys Sturheit und Lucys Schlauheit gerechnet.

Zwischen 1935 und 1966 schrieb Nicholas Blake sechzehn Strangeways-Kriminalromane. „Das Geheimnis der Silvesternacht“ ist der fünfzehnte Strangeways-Krimi und Strangeways hat nur eine Nebenrolle in dem Entführungsthriller, in dem die Täter von Anfang an bekannt sind (im ersten Kapitel des Krimis besprechen sie ausführlich ihren Plan) und Blake die Geschichte parallel aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Formel, die die Entführer von Wragby erpressen wollen ist dabei nur ein austauschbarer MacGuffin. Der Ost/West-Konflikt ist nur die ebenso austauschbare Kulisse für eine Entführungsgeschichte, die 1962/1963 spielen soll, aber wie eine Geschichte aus den Fünfzigern oder einem noch früherem Jahrzehnt wirkt.

Nicholas Blake: Das Geheimnis der Silvesternacht

(neu übersetzt von Dorothee Merkel)

Klett-Cotta, 2023

336 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

The Sad Variety

Collins Crime Club, Glasgow, 1964

Deutsche Erstausgabe

Ein Engel soll sterben

Gebrüder Weiss Verlag, 1966

Hinweise

Wikipedia über Nicholas Blake (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Nicholas Blakes „Das Geheimnis von Dower House – Eine weihnachtliche Kriminalgeschichte“ (Thou Shell of Death, 1936)

Zugegeben, das letzte Buch dieser Kolumne mit in diesem Jahr neu oder erstmals veröffentlichten, in England spielenden Weihnachtskrimis ist kein Kriminalroman, noch nicht einmal ein Buch mit Kurzkrimis (auch wenn es die ein oder andere Straftat gibt), aber etliche Geschichten spielen in Großbritannien, meistens in London, der Held der Geschichten ist eine britische Institution und alle zwölf Geschichten sind äußerst kurzweilige Weihnachtsgeschichten. Jacqueline Rayner, Colin Brake, Richard Dungworth, Mike Tucker, Gary Russel und Scott Handcock schrieben Geschichten mit den damals, als das Buch im Original veröffentlicht wurde, bekannten zwölf Doktoren. Inzwischen ist die langlebige BBC-Serie „Doctor Who“ beim fünfzehnten Doktor angelangt.

Der Doktor beziehungsweise Doctor Who ist ein durch Raum und Zeit reisender Timelord vom Planeten Gallifrey. Er kann sich in neuer Gestalt mehr oder weniger vollständig regenerieren; – was eine ebenso geniale wie einfache Idee der TV-Serienmacher war, um Schauspielerwechsel und damit verbundene Veränderungen zu erklären. Das Raumschiff von Doctor Who, die TARDIS, sieht wie eine normale englische Polizei-Notrufzelle aus. Innen ist sie riesig. Meistens reist der Doktor allein. Aber er hat nichts gegen wechselnde menschliche Mitreisende.

Seine Abenteuer führen ihn in dem Sammelband „Die zwölf Doktoren der Weihnacht“ ziemlich oft nach London zu verschiedenen Jahren. Er besucht auch andere Orte auf der Erde. Einmal, am Heiligabend 1968, trifft er sich mit der Besatzung der Apollo 8 auf der erdabgewandten Seite des Mondes. In der Raumkapsel wurde nämlich ein Päckchen für den Doktor deponiert. Er holt es ab, zeigt den Astronauten seine TARDIS und lässt sie anschließend weiterfliegen. Zurück in ihrer Raumkapsel fragen sie sich, ob sie ihren Kollegen von der Begegnung mit dem im Weltraum ohne Atemgerät schwebenden Doktor erzählen sollen.

Und es geht noch weiter in den Weltraum zu unbemannten Frachtschiffen und für uns sehr fremden Planeten, auf denen der Doktor nicht immer willkommen ist.

Alle Geschichten, über die hier nicht mehr verraten werden soll, spielen an Weihnachten, es wird oft sehr weihnachtlich und, was noch wichtiger ist, alle Geschichten sind sehr vergnüglich.

Im Original erschien der Sammelband in der „BBC Children’s Book“-Reihe. Beim Lesen ist mir nicht aufgefallen, dass die Geschichten speziell für Kinder und Jugendliche geschrieben wurden.

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Da empfehle doch jetzt tatsächlich in einer Kolumne über Weihnachtskrimis, die dieses Jahr erstmals oder in einer neuen Ausgabe erschienen sind, am vollmundigsten eine Sammlung von Science-Fiction-Kurzgeschichten mit einer TV-Serienfigur als Hauptfigur.

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Unglaublich, aber wahr. Jedenfalls in diesem Universum.

V. A.: Doctor Who – Die zwölf Doktoren der Weihnacht

(übersetzt von Isabelle Gore)

Cross Cult, 2023

304 Seiten (+ 24 Seiten Illustrationen)

24 Euro

Originalausgabe

Doctor Who – Twelve Doctors of Christmas

BBC Children’s Books/Puffin Books/Penguin Random House, 2016

enthält

Jacqueline Rayner: Der Weihnachtswunsch (All I want for Christmas)

Colin Brake: Ein Winternachtsalbtraum (A Comedy of Terrors)

Jacqueline Rayner: Die Weihnachtsinversion (The Christmas Inversion)

Richard Dungworth: Drei Weise aus dem Abendland (Three Wise Men)

Mike Tucker: Sontars Helferlein (Sontar’s Little Helpers)

Gary Russel: Ein Märchen von New New York (Fairy Tale of New New York)

Mike Tucker: Die Weihnachtswerkstatt (The Grotto)

Scott Handcock: Geist der vergangenen Weihnacht (Ghost of Christmas Past)

Gary Russell: Das rote Fahrrad (The Red Bicycle)

Richard Dungworth: Flüchtiger Äther (Loose Wire)

Scott Handcock: Das Geschenk (The Gift)

Colin Brake: Die Beständigkeit der Erinnerung (The Persistence of Memory)

(Naa, da wecken die Originaltitel aber einige Assoziationen.)

Hinweise

BBC über „Doctor Who“ (englisch)

Wikipedia über „Doctor Who“ (deutsch, englisch)

BBC-YouTube-“Doctor Who“-Kanal (zum Abtauchen in den Strudel jenseits von Raum und Zeit)

Meine Besprechung von Stephen Baxters „Doctor Who: Rad aus Eis“ (Dcotor Who: The Wheel of Ice, 2012)

Meine Besprechung des Sammelbandes „Doctor Who: 11 Autoren – 11 Geschichten“ (Doctor Who – 11 Doctors 11 Stories, 2013)

Meine Besprechung von Justin Richards‘ „Doctor Who: Silhouette“ (Doctor Who: Silhouette, 2014)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Christoper Jones/Marco Leskos „Doctor Who – Der siebte Doctor: Tanz auf dem Vulkan“ (Doctor Who – The Seventh Doctor: Operation Volcano, 2018)

Meine Besprechung von Terry McDonoughs Spielfilm über die Anfänge von „Doctor Who“ „Ein Abenteuer in Raum und Zeit“ (An Adventure in Space and Time, Großbritannien 2013)


Ihr wollt noch mehr Tipps für Weihnachtskrimis?

Gerne: hier und hier und es gibt Zyankali vom Weihnachtsmann.

 


Im Verhörzimmer: Richard Osman über seinen neuen Krimi „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“

Dezember 6, 2023

Wenige Tage vor der Veröffentlichung von Richard Osmans neuem Kriminalroman „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ trafen wir den Bestsellerautor im Herzen von Berlin im Teehaus im Englischen Garten und sprachen mit ihm über seinen neuen Roman, inwiefern es ein Weihnachtskrimi ist, über die Inspiration für den Donnerstagsmordclub, die literarische Ahnenreihe, in der der Donnerstagsmordclub ermittelt, und die geplante Verfilmung.

Der titelgebende Donnerstagsmordclub besteht aus Joyce Meadowcroft, Elizabeth Best, Ron Ritchie und Ibrahim Arif. Sie leben in der noblen Senieorenresidenz Coppers Chase in der Grafschaft Kent. Dort treffen sich jeden Donnerstag, um über alte Mordfälle zu reden. Falls sie nicht gerade einen aktuellen Mordfall aufklären müssen. Dabei kommt ihnen ihre Lebenserfahrung, teils auch ihre früheren Berufe und Kontakte, und die allgemeine Unsichtbarkeit und Harmlosigkeit alter Menschen zugute. Denn welcher hartgesottene Verbrecher und Mörder erwartet schon, dass ihm einige alte Menschen, die sich ohne Gehhilfe kaum fortbewegen können, ihm Probleme bereiten könnten.

Das erste Buch mit dem Donnerstagsmordclub, betitelt „Der Donnerstagsmordclub“, erschien 2020 und war in Großbritannien sofort ein Bestseller. Die deutsche Übersetzung erschien 2021 und sie verkaufte sich ebenfalls ausgezeichnet.

Der Mann der zweimal starb“, „Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel“ und jetzt „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ wurden ebenfalls Bestseller.

Im vierten Roman der Cozy-Crime-Serie wollen Elizabeth, Jocye, Ron und Ibrahim den Mord an dem mit ihnen befreundeten Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar aufklären.

Ein Drogenhändler benutzte ihn und sein Geschäft, ohne ihn um Erlaubnis zu fragen, als Zwischenstation für den Schmuggel von Drogen.

Kurz darauf ist Kuldesh tot. Die Drogen und das Terrakottagefäß, in dem sie unauffällig transportiert wurden, sind verschwunden.

Wer seine Krimis gerne cozy, etwas humorvoll und mit vielen Dialogen hat, wird auch mit dem vierten Fall des Donnerstagsmordclubs einige schön entspannte Stunden verleben. Wer dagegen lieber einen ausgefuchsten Plot mit vielen Verdächtigen und noch mehr falschen Fährten hat, also einen Rätselkrimi im Agatha-Christie-Stil erwartet, wird enttäuscht sein.

Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2023

432 Seiten

17,99 Euro

Originalausgabe

The last Devil to die

Viking, UK, 2023

Hinweise

Wikipedia über Richard Osman (deutsch, englisch)

List über Richard Osman

BookMarks über „Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Donnerstagsmordclub“ (The Thursday Murder Club, 2020)

Meine Besprechung von Richard Osmans „Der Mann, der zweimal starb“ (The Man who died twice, 2021)

Mein Bericht über Richard Osmans Besuch 2022 in Berlin


Impressionen aus Berlin: Richard Osman in Berlin

Juni 29, 2022

Auf die Idee für seinen Donnerstagsmordclub kam Richard Osman, als er seine in einem Altersheim lebende Mutter besuchte. Die Seniorenresidenz erinnerte ihn an das Setting eines Agatha-Christie-Romans. Die Ermittler könnten, so dachte er sich, Bewohner des Hauses sein. Sie wären alle über siebzig Jahre, körperlich nicht mehr so fit, aber geistig noch sehr rege. Ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen würden bei der Aufklärung des Falles hilfreich sein. Und sie würden den Mord vor ihrer Haustür lösen wollen.

Mit dieser Idee setzte Richard Osman, der bis dahin im Fernsehen als Autor, Moderator, Produzent und Gastgeber der BBC-Quizshow „Pointless“ arbeitete, an den Schreibtisch. Er schrieb „Der Donnerstagmordclub“. Der Cozy war bei der Kritik und den Lesern ein sofortiger Erfolg. In seiner Heimat wurde sein Debütkrimi innerhalb von drei Monaten zum meistgekauften UK-Roman. Sein ein Jahr später erschienener Folgekrimi „Der Mann, der zweimal starb“ setzte die Erfolgsgeschichte fort. Jedenfalls bei den Lesern. Insgesamt wurden von beiden Romanen innerhalb von zwei Jahren weltweit fast sieben Millionen Exemplare verkauft. Außerdem waren die beiden humorvollen Kriminalromane für etliche wichtige Krimipreise, wie den Edgar, den Anthony, den Lefty und den International Thriller Award, nominiert.

Die Filmrechte gingen an Steven Spielbergs Amblin Entertainment. Die Dreharbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Mehr konnte Richard Osman, der am Dienstag bei schönen Sommerwetter im Garten des Ullstein Verlags seine Donnerstagsmordclub-Bücher vorstellte, nicht verraten.

Aber er konnte verraten, dass es mit dem Donnerstagsmordclub weitergeht. Im Original erscheint „The Bullet that missed“ Mitte September. Die deutsche Übersetzung folgt einige Monate später.

Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2021

464 Seiten

15,99 Euro

Originalausgabe

The Thursday Murder Club

Viking, 2020

Richard Osman: Der Mann, der zweimal starb

(übersetzt von Sabine Roth)

List, 2022

448 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

The Man who died twice

Viking, 2021

Hinweise

Richard Osman twittert

Wikipedia über Richard Osman (deutsch, englisch)

Bookmarks über Richard Osmans ersten und zweiten Kriminalroman

List über Richard Osman