Neu im Kino/Filmkritik: „Berlin Nobody“ – Sekten, Morde und seltsame Rituale

August 1, 2024

Berlin Nobody“ ist kein Thriller und auch kein Krimi. Er hat zwar die Zutaten für einen Thriller – Leichen, viele Leichen, ermittelnde Kriminalbeamte, ein Uni-Professor, der Teil der Ermittlungen ist, eine Sekte, die irgendetwas mit den Morden zu tun hat, eine böse Sektenführerin und eine junge Frau (die Tochter des Professors), die in die Fänge der Sekte gerät – , aber „Berlin Nobody“ ist ein zähes, absolut vorhersehbares und absurdes Drama.

Im Mittelpunkt stehen Ben Monroe, seine Tochter Mazzy und eine Endzeit-Sekte. Der allein lebende, kürzlich geschiedene Professor Ben Monroe (Eric Bana) unterrichtet seit kurzem in Berlin an einer Universität. Von der Polizei und dem Bundesverfassungsschutz wird der Sozialpsychologe, Bestsellerautor und Sektenexperte immer wieder als Experte angefragt. So auch jetzt bei einem Familienselbstmord in einem Vorstadthaus, das seltsamerweise wie eine bayerische Hütte aussieht. Es ist unklar, warum sich die Hausbewohner nacheinander töteten.

Zur gleichen Zeit besucht ihn seine Tochter Mazzy (Sadie Sink). Auf dem Weg vom Flughafen zur Wohnung ihres Vaters wird die Sechzehnjährige von Martin (Jonas Dassler) angesprochen. Sie findet den Jungen sympathisch. Als sie sich wieder mit ihm trifft, stellt er sie seinen Freunden vor. Sie sind alle Mitglieder in einer religiös motivierten, öko-fundamentalistischen Endzeit-Sekte.

Dass die Sekte etwas mit den Morden zu tun hat, ist bereits beim ersten Auftritt der fiesen Sektenführerin Hilma (Sophie Rois, irre) offensichtlich.

Inszeniert und geschrieben wurde der Film von Jordan Scott. Sie ist die Tochter von Ridley Scott, der auch zu den Produzenten des Films gehört. Ihr erster Spielfilm war 2009 „Cracks“. Außerdem inszenierte sie Kurz- und Werbefilme. Trotzdem wirkt ihr zweiter Spielfilm wie ein unbeholfen inszeniertes Debüt, das Potential hat. Das Drehbuch ist vorhersehbar, voller Lücken, krude und unglaubwürdig. Die Inszenierung lehnt sich an Ridley Scotts episch getragenen Stil an, in dem jedes Bild von seiner eigenen Wichtigkeit maßlos überzeugt ist. Hier führt er nur dazu, dass sich der Film wie Kaugummi zieht. Über die Sekte und warum Menschen von Hilma fasziniert sind und für sie Selbstmord begehen, bleibt nebulös. Warum Mazzy sich sofort in die Hände der Sekte begibt, erklärt sich nur aus den Erfordernissen der Geschichte und weil die Drehbuchautorin das so will.

Das, also dass die Sekte immer wie ein Fantasiekonstrukt wirkt, die Handlungen der Figuren keinen Bezug zu irgendeiner Realität haben und Scotts Deutschland wie aus einem Reiseprospekt zusammengestellt wirkt, kann an der Produktionsgeschichte liegen. Die Vorlage, der 2015 erschienene Roman „Tokyo“ von Nicholas Hogg, spielt in Japan. Wegen der Corona-Pandemie waren Dreharbeiten in Tokio nicht möglich. Also verlegte Scott die Geschichte nach Berlin und schrieb sie etwas um. Dummerweise unterscheidet sich die deutsche Kultur im für den Film wichtigen Punkten fundamental von der japanischen Kultur. Entsprechend absurd wirken die Kollektivsuizide der Sekte. Im Endergebnis spielt die Geschichte in einem luftleeren Raum irgendwo im nirgendwo.

„Berlin Nobody“ erzählt eine unglaubwürdige, edel gefilmte, arg langsam und todernst erzählte vollkommen absehbare und absurde Geschichte.

In der Originalfassung wird nachvollziehbar zwischen Deutsch und Englisch gewechselt. Die synchronisierte Fassung soll komplett eingedeutscht sein.

Berlin Nobody (A Sacrifice, USA/Deutschland 2024)

Regie: Jordan Scott

Drehbuch: Jordan Scott

LV: Nicholas Hogg: Tokyo, 2015

mit Sadie Sink, Eric Bana, Sophie Rois, Jonas Dassler, Sylvia Hoeks, Alexander Schubert, Lara Feith, Stephan Kampfwirth

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Berlin Nobody“

Moviepilot über „Berlin Nobody“

Metacritic über „Berlin Nobody“

Rotten Tomatoes über „Berlin Nobody“

Wikipedia über „Berlin Nobody“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. September: Verschwörung

September 10, 2023

ZDF, 22.15

Verschwörung (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)

Regie: Fede Alvarez

Drehbuch: Fede Alvarez, Jay Basu, Steven Knight

LV: David Lagercrantz: Det some ine dödar oss, 2015 (Verschwörung)

Ein Wissenschaftler mit Gewissenkonflikten bittet Lisbeth Salander, die Super-Hackerin mit edler Gesinnung und Problemen im zwischenmenschlichen Umgang, die von ihm geschriene Software Firefall zu stehlen. Mit ihr können alle Nuklearwaffen gesteuert werden.

Weil noch etliche Menschen mit weniger edler Gesinnung das Programm haben wollen, ist für reichlich Action gesorgt.

Da hat Lisbeths Journalisten-Freund Mikael Blomkvist kaum Zeit zum Kaffee trinken.

Verfilmung von David Lagercrantz‘ Fortsetzung der Romane von Stieg Larsson. Die Romanstory wurde zugunsten des Thrillerplots verbessert. Der Rest ist Nordic-Noir as usual. Und man muss die Romane von Larsson und die vielen Verfilmungen nicht kennen. .

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Claire Foy, Sverrir Gudnason, Sylvia Hoeks, Lakeith Stanfield, Claes Bang, Stephen Merchant, Christopher Convery, Vicky Krieps, Cameron Britton, Synnøve Macody Lund, Mikael Persbrandt

Die Vorlage (hier mit dem Filmcover)

David Lagercrantz: Verschwörung

(übersetzt von Ursel Allenstein)

Heyne, 2018

608 Seiten

12 Euro

Gebundene Ausgabe

Heyne, 2015

Originaltitel

Det some ine dödar oss

Norstedts, Stockholm, 2015

Hinweise

Moviepilot über „Verschwörung“

Metacritic über „Verschwörung“

Rotten Tomatoes über „Verschwörung“

Wikipedia über „Verschwörung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch und Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikipedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner) „Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One, 2012 )

Meine Besprechung von Denise Mina/Leanardo Manco/Andrea Muttis “Stieg Larsson- Millennium: Verblendung – Band 2″ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book Two, 2013)

 Meine Besprechung von Denise Mina/Leonardo Manco/Andrea Mutti/Antonio Fusos “Stieg Larsson – Millennium: Verdammnis – Band 1” (The Girl who played with Fire – Book One, 2014)

Meine Besprechung von David Lagercrantz‘ „Verschwörung“ (Det some ine dödar oss, 2015)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Don’t Breathe“ (Don’t Breathe, USA 2016)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Verschwörung“ (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Der Rachethriller „Plan A – Was würdest du tun?“

Dezember 9, 2021

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei. Aber für Max ist eine Rückkehr in sein altes Leben nicht möglich. Er war im Konzentrationslager Auschwitz. Seine Familie ist verschollen. Auf seinem Hof wohnt jetzt ein Deutscher, der ihn mit einem Gewehr bedroht. Orientierungslos läuft er durch den Wald und trifft auf die jüdische Brigade der britischen Armee. Als er erfährt, dass sie gezielt Deutsche töten, die wichtige Positionen in der Hierarchie des Nationalsozialismus hatten oder das System aktiv unterstüzten, schließt er sich ihnen an. Kurz darauf treffen sie auf die Nakam. Diese sind eine ebenfalls jüdische Rächertruppe. Aber sie ist skrupelloser. Für sie war jeder Deutsche an der Vernichtung der Juden beteiligt. Deshalb ist er schuldig und kann getötet werden.

Nach dem alttestamentarischem Auge-um-Auge-Prinzip wollen sie jetzt die gesamte Bevölkerung von Nürnberg, Köln, München, Berlin und Hamburg vergiften. Max schließt sich ihnen an. Gemeinsam gehen sie nach Nürnberg.

Was jetzt wie eine billige Kolportage und Rachefantasie nach zu vielen Quentin-Tarantino-Filmen (der in seinen letzten Filmen ja skrupellos die Geschichte umschreibt) klingt, ist eine wahre Geschichte, die bis vor kurzem kaum bekannt war. Die Mitglieder der Nürnberger Gruppe um Abba Kovner, einem damals 27-jährigem Dichter und Widerstandskämpfer, schwiegen bis vor kurzem. Für das Archiv der Gedenkstätte Yad Vashem erzählten sie ihre Geschichte und Dina Porat, die Chef-Historikerin der Gedenkstätte, veröffentlichte 2019 das Buch „ „Die Rache ist Mein allein“ – Vergeltung für die Schoa: Abba Kovners Organisation Nakam“ darüber. Sie war auch als Beraterin für „Plan A – Was würdest du tun?“ tätig.

Die Brüder Doron und Yoav Paz („Phobidilia“, „JeruZalem“, „The Golem“) verfilmten diese Rachegeschichte als moralische Fragen stellendes Drama. Während die Terroristen sich langsam ihrem Ziel nähern, erzählen sie sich von ihren Erlebnissen im Krieg, warum sie sich an dem Anschlag beteiligen wollen und ob eine solche Tat gerechtfertigt ist. Doron und Yoav Paz bietet dabei alle gängigen Argumente für und gegen die Tat an. Das geschieht manchmal etwas didaktisch und monologlastig.

Eine richtige pulstreibende Thrillerspannung will nicht aufkommen und ist von den Paz-Brüdern auch nicht gewollt. Es fehlt einfach der ‚Wettlauf gegen die Zeit‘ und ein Gegner, der ihren Plan gefährden könnte. Stattdessen verfolgen wir auf welche Schwierigkeiten, die im Untergrund operierende Nakam-Gruppe bei der Ausführung ihres Planes stößt. So muss sie, ohne entdeckt zu werden, in die Kanalisation gelangen, in ihr den richtigen Ort für ihre Tat finden und das Gift besorgen.

Somit ist „Plan A“ primär ein filmisch konventionell erzählter, durchaus zum Nachdenken anregender Diskurs über die verschiedenen Formen von Rache und Vergeltung, im Gewand einer Thriller-Geschichte.

Plan A – Was würdest du tun? (Deutschland/Israel/USA 2021)

Regie: Yoav Paz, Doron Paz

Drehbuch: Yoav Paz, Doron Paz

mit August Diehl, Sylvia Hoeks, Michael Aloni, Ishai Golan, Oz Zehavi, Yoel Rozenker, Nikolai Kinski, Milton Welsh, Michael Brandner, Kai Ivo Baulitz

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Plan A“

Moviepilot über „Plan A“

Rotten Tomatoes über „Plan A“

Wikipedia über „Plan A“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Lisbeth Salander kehrt zurück und deckt eine „Verschwörung“ auf

November 22, 2018

Lisbeth Salander ist zurück im Kino und obwohl einiges neu ist, bewegt sich auch vieles in „Verschwörung“ auf vertrautem Terrain.

Doch beginnen wir mit den Änderungen. Nachdem die drei posthum erschienenen „Millennium“-Romane „Verblendung“ (2005), „Verdammnis“ (2006) und „Vergebung“ (2007) von Stieg Larsson weltweit unglaublich erfolgreich waren, wurden sie verfilmt. Zunächst in einer gekoppelten Kino- und TV-Auswertung (in längeren Fassungen) von Niels Arden Oplev und Daniel Alfredson mit Noomi Rapace als Lisbeth Salander und Michael Nyqvist als Mikael Blomkvist. David Fincher verfilmte 2011 „Verblendung“ noch einmal. Mit Rooney Mara als Lisbeth Salander und Daniel Craig als Mikael Blomkvist. Seine Version ist etwas polierter, aber sonst unterscheidet sie sich kaum von der schwedischen Originalversion. Die damals geplante und, seien wir ehrlich, überflüssigen Verfilmungen von „Verdammnis“ und „Vergebung“ in einer US-Version wurden so lange auf die lange Bank geschoben, dass inzwischen die Erbstreitigkeiten um Stieg Larssons Vermögen so weit beigelegt wurden, dass David Lagercrantz den Auftrag erhielt, weitere „Millennium“-Romane zu schreiben. 2015 erschien, weltweit beachtet, „Verschwörung“. In dem ziemlich missratenen Thriller (meine Besprechung) fällte er eine sehr gute Entscheidung. Er verlegte, ohne die Hauptcharaktere merklich altern zu lassen, die Handlung in die Gegenwart.

Und Hollywood entschloss sich, die noch ausstehenden Larsson-Verfilmung zu überspringen und gleich mit „Verschwörung“ weiterzumachen. Mit einem neuen Team vor und hinter der Kamera. Claire Foy spielt jetzt Lisbeth Salander und Sverrir Gudnason Mikael Blomkvist. Das ist eine sehr unglückliche Besetzungsentscheidung, weil Gudnason zu jung für die Rolle des altgedienten Investigativjournalisten ist. Und Foy in diesem Moment zu alt für Salander ist. Sie sind nicht mehr das seltsame Gespann von altgedientem Profi und junger Hackerin, sondern eher Bruder und Schwester.

Dass auch die „Millennium“-Herausgeberin Erika Berger mit Vicky Krieps eine massive Verjüngungskur erfuhr, ist da folgerichtig. Sie ist in „Verschwörung“ noch mehr eine Nebenfigur als Mikael Blomkvist. Und auch er ist in diesem Film nur eine Nebenfigur.

Eine kluge Entscheidung ist allerdings, den sechshundertseitigen Roman deutlich zu straffen und sich auf den Thrillerplot zu konzentrieren, der auch thrillen soll. Außerdem – und das dürfte die beste Entscheidung der Macher gewesen sein – konzentriert sich der Thriller auf Lisbeth Salander. „Verschwörung“ erzählt ihre Geschichte. Und die ihrer Schwester.

Dabei beginnt alles mit einem kleinen Auftrag. Salander soll für Frans Balder (Stephen Merchant) das von ihm geschriebene Programm Firefall beschaffen. Mit dem Programm kann man alle Atomraketen kontrollieren. Ein solches Programm ist der Traum jedes James-Bond-Schurken. Es sollte daher nicht in die falschen Hände fallen.

Salander kann das Programm aus dem NSA-Server stehlen. Dummerweise wird sie dabei entdeckt (Okay, sie stellte sich bei ihrem Diebstahl auch ziemlich dämlich an).

Jetzt wollen der NSA-Agent Ed Needham (Lakeith Stanfield), ein Ex-Navy-Seal, der schwedische Geheimdienst und eine Verbrecherbande, die von Salanders tot geglaubter Schwester Camilla (Sylvia Hoeks) angeführt wird, die Datei haben.

Fede Alvarez, der sich mit den Horrorfilmen „Evil Dead“ (ein respektables Remake eines Klassikers) und „Don’t breathe“ einen guten Ruf erarbeitete, inszenierte mit „Verschwörung“ eine Nordic Noir, der sich in keiner Sekunde vor den anderen, von der Kritik oft hochgelobten Nordic Noirs unterscheidet. Dazu gehört auch die teilweise krachende, jede Glaubwürdigkeit strapazierende Unlogik.

Die im Gegensatz zum Roman vollständig in sich abgeschlossene Filmgeschichte spielt in einem Stockholm, das weniger wie das reale Stockholm, sondern wie eine sauber abgewrackte Science-Fiction-Metropole aussieht, in der auch der Teufelsberg, eine Berliner Sehenswürdigkeit, problemlos als Teil Stockholms akzeptiert wird. Aus den unterschiedlichen Drehorten (es wurde auch in Hamburg gedreht) entsteht eine in sich geschlossene Noir-Dystopie mit dunkler Farbpalette und einem aus halb Europa stammendem Schauspielerensemble.

Am Ende ist „Verschwörung“ ein guter Nordic Noir, den man sich ansehen kann, ohne vorher die Romane oder die anderen Filme gesehen zu haben. Mit einer coolen Actionheldin, die vor allem das tut, was Actionheldinnen halt so tun.

Verschwörung (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)

Regie: Fede Alvarez

Drehbuch: Fede Alvarez, Jay Basu, Steven Knight

LV: David Lagercrantz: Det some ine dödar oss, 2015 (Verschwörung)

mit Claire Foy, Sverrir Gudnason, Sylvia Hoeks, Lakeith Stanfield, Claes Bang, Stephen Merchant, Christopher Convery, Vicky Krieps, Cameron Britton, Synnøve Macody Lund,

Mikael Persbrandt

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage im Filmcover

David Lagercrantz: Verschwörung

(Filmausgabe)

(übersetzt von Ursel Allenstein)

Heyne, 2018

608 Seiten

22,99 Euro (gebundene Ausgabe)

9,99 Euro (Taschenbuch)

Gebundene Ausgabe

Heyne, 2015

Originaltitel

Det some ine dödar oss

Norstedts, Stockholm, 2015

Der fünfte Roman mit Lisbeth Salander

David Lagercrantz: Verfolgung

(übersetzt von Ursel Allenstein)

Heyne, 2017

480 Seiten

22,99 Euro (gebundene Ausgabe)

9,99 Euro (Taschenbuch, erscheint am 10. Dezember 2018)

Originalausgabe

Mannen som sökte sin skugga

Norsteds, Stockholm 2017

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Verschwörung“

Metacritic über „Verschwörung“

Rotten Tomatoes über „Verschwörung“

Wikipedia über „Verschwörung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch und Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikipedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner) „Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One, 2012 )

Meine Besprechung von Denise Mina/Leanardo Manco/Andrea Muttis “Stieg Larsson- Millennium: Verblendung – Band 2″ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book Two, 2013)

 Meine Besprechung von Denise Mina/Leonardo Manco/Andrea Mutti/Antonio Fusos “Stieg Larsson – Millennium: Verdammnis – Band 1” (The Girl who played with Fire – Book One, 2014)

Meine Besprechung von David Lagercrantz‘ „Verschwörung“ (Det some ine dödar oss, 2015)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Don’t Breathe“ (Don’t Breathe, USA 2016)

Eine Frage an den Regisseur und die Hauptdarstellerinnen, die hier tun, was sie im Film nicht tun


Neu im Kino/Filmkritik: „Renegades – Mission of Honor“ ist diese Schatzsuche

Juni 28, 2018

Renegades – Mission of Honor“ ist der mehr oder weniger neue Film aus Luc Bessons Filmfabrik und, wie man es von ihm gewohnt ist, hat er am Drehbuch mitgeschrieben. Die Regie übernahm dieses Mal „Storm Hunters“- und „Final Destination 5“-Regisseur Steven Quale. Die Geschichte ist, wie man es von Besson gewohnt ist, eine sattsam bekannte Geschichte, die er mit viel Action und Humor einfach noch einmal präsentiert und sich dabei nicht sonderlich um Originalität und Plausibilität bemüht. Denn sonst müsste man in diesem Fall überlegen, warum die Nazis 1944 einen Goldschatz und wertvolle Gemälde aus Deutschland nach Jugoslawien befördern. Die Fahrt der Deutschen endet in einem Dorf in der Nähe von Sarajewo. Dort wird der Staudamm gesprengt und das Dorf befindet sich fortan auf dem Grund eines Sees. Die Goldbarren ebenso.

1995 werden fünf Navy Seals nach einem in Sarajewo etwas aus dem Ruder gelaufenem Einsatz vom Dienst suspendiert. Anstatt ihren Auftrag still und heimlich zu erledigen, verballerten sie etliche Magazine und zerstörten mit einem geklauten Panzer, den sie auch als U-Boot benutzten, die kriegsversehrte Stadt weiter.

Während ihrer freien Tage erzählt ihnen die Einheimische Lara von dem Schatz, der seit einem halben Jahrhundert auf dem Boden des Sees liegt und der beim Wiederaufbau des Landes eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Die Navy-Seals Matt, Stanton, Ben, Jackson und Duffy wollen ihr helfen und anschließend die Beute fifty-fifty teilen.

Das ist ein Unterschied zu den bekannten Vorbildern von „Renegades – Mission of Honor“. In „Stoßtrupp Gold“ (Kelly’s Heroes, USA 1970) und „Die Glorreichen“ (Les Morfalous, Frankreich/Tunesien 1983) wollten die Soldaten die Goldbarren für sich. Ein weiterer Unterschied ist, dass diese prominent besetzten Filme vom Anfang bis zum Ende Action und Humor haben. „Renegades – Mission of Honor“ hat Action nur am Anfang und danach in homöopathischen Dosen. Humor ist ebenfalls dünn gesät. Da helfen auch nicht die wenigen, kurzen Auftritte von J. K. Simmons als cholerischen Vorgesetzten mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Er poltert zunächst pflichtgemäß und lobt seine Jungs anschließend. Immerhin stimmt das Ergebnis des Einsatzes.

Renegades – Mission of Honor“ ist nicht das versprochene wirklichkeitsferne Actionfeuerwerk, sondern ein ziemlicher Langweiler, der nie auch nur versucht, sein Potential auszuschöpfen.

Da war „Das A-Team“ unterhaltsamer.

Gedreht wurde „Renegades – Mission of Honor“ bereits im Frühjahr 2015 im Studio Babelsberg, Belgien, Malta und Kroatien und danach mehrmals angekündigt. Letztendlich hatte der Film am 31. August 2017 in Taiwan seine Premiere. In Frankreich soll er am 29. August starten.

Renegades – Mission of Honor (Renegades, Frankreich/Deutschland 2017)

Regie: Steven Quale

Drehbuch: Richard Wenk, Luc Besson

mit J. K. Simmons, Sullivan Stapleton, Clemens Schick, Sylvia Hoeks, Charlie Bewley, Joshua Henry, Diarmaid Murtagh, Dimitri Leonidas, Ewen Bremner

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Renegades“

Metacritic über „Renegades“

Rotten Tomatoes über „Renegades“

Wikipedia über „Renegades“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Quales „Storm Hunters“ (Into the Storm, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Whatever happens“, das Leben geht weiter

Dezember 1, 2017

An Silvester treffen sich Julian (Fahri Yardim) und Hannah (Sylvia Hoeks) in ihrer gemeinsamen Wohnung. Sie wollen vor ihrer endgültigen Trennung noch schnell die letzten Details regeln, einige Umzugskisten einpacken, dem Vermieter die Wohnung übergeben und dann zur Hochzeit eines mit ihnen befreundeten Paares fahren; – puh, diese Mittdreißiger haben aber ein volles Programm.

Während sie auf den Vermieter warten, der sie dann auch noch zum Streichen der Wohnung verpflichtet, erinnern sie sich an ihre gemeinsame Zeit: wie sie vor sieben Jahren die Wohnung erhielten, weil sie, obwohl sie sich nicht kannten, behaupteten ein Paar zu sein. Wie sie sich ineinander verlieben, eine Tochter bekommen und ein normales bürgerliches Leben beginnen. Sie beendet erfolgreich ihr Jura-Studium und hat schnell eine gute Stelle. Er ist ein Fotograf, der nach der Geburt ihres Kindes die Erziehung übernimmt. Später will er wieder arbeiten, aber das ist nicht so einfach mit einem Kind und einer durch die Welt reisenden Frau.

Und jetzt streichen sie ihre Wohnung und streiten sich darüber, wer welches Erinnerungsstück behalten darf.

Julian und Hannah sind zwei sehr sympathische, sehr normale Menschen, die sich mit sehr normalen Problemen herumschlagen, in einer austauschbaren Altbau-Wohnung leben, gefälligen Poprock hören und keine Hobbys oder besonderen Interessen haben. Das ist der Vor- und Nachteil in Niels Lauperts „Whatever happens“. Denn man kann sich sofort mit ihnen identifizieren, weil man Julian oder Hannah sein könnte oder mit ihnen befreundet sein könnte.

Diese Alltäglichkeit seiner Charaktere, die anonyme Vertreter der Dreißig-/Vierzigjährigen neuen Bourgeoisie sind, führt dazu, dass sie keine irgendwie erkennbare Individualität haben. Sie sind so austauschbar, dass wir über Julians Arbeit nichts erfahren. Er hat zwar immer wieder einen Fotoapparat in der Hand, aber welche Bilder er beruflich schießt und warum er seine Aufträge nicht mit seinem Familienleben verbinden kann, erfahren wir nicht. Das wäre dann zu spezifisch. Hannah ist die karrierebewusste, um die Welt reisende, niemals erreichbare, penible, aber doch liebenswerte Geschäftsfrau. Da kann einerseits jeder sich und seine liberal-bürgerlich-aufgeklärten Großstadtfreunde wieder erkennen, andererseits fehlt Hannah und Julian das Besondere, das sie zu einzigartigen und erinnerungswürdigen Menschen und nicht zu einer Anhäufung statischer Merkmale machen würde.

Und so verliert sich der Film, trotz schön beobachteter Szenen und sympathischer Schauspieler, schnell im Allgemeinen und unverbindlichen Binsenweisheiten.

Whatever happens (Deutschland 2017)

Regie: Niels Laupert

Drehbuch: Niels Laupert

mit Fahri Yardim, Sylvia Hoeks, David Zimmerschied, Amelie Kiefer, Bastian Hagen, Victoria Mayer, Torben Liebrecht, Alexander Beyer, Eckhard Preuß

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Whatever happens“

Moviepilot über „Whatever happens“

Wikipedia über „Whatever happens“