Vor einigen Jahren gelang es Captain Rose Corley einen Alien-Angriff abzuwehren. Inzwischen ist sie untergetaucht. Nachdem es einen neuen Angriff auf die Rest-Menschheit gibt, wird sie vom Militär gefunden und mit einem kleinen Team erfahrener Kämpfer zu Cobalt One, dem Heimatplaneten der Aliens, geschickt. Dort sollen sie, selbstverständlich unter erheblichem Zeitdruck, den überlebenswichtigen und alles entscheidenden Core Drive finden. Mit ihm kann verhindert werden, dass friedlich mit den Menschen zusammenlebende Alien-Hybride zu feindseligen Aliens werden, die dann die Rest-Menschheit auslöschen.
„Skylin3s“ ist, wie der Titel erahnen lässt, der dritte Teil der „Skylines“-Serie. Der erste Spielfilm „Skyline“ kam 2010 in die Kinos. Die Kritiker waren mäßig begeistert. Das Einspiel gut genug für „Beyond Skyline“ (2017). Wieder waren die Kritiker nicht wirklich begeistert, aber für einen dritten Teil wurde an der Kasse genug umgesetzt. Das niedrige Budget war dafür natürlich hilfreich.
Rose Corley wird wieder von Lindsey Morgan gespielt. Sie spielte sie bereits in „Beyond Skyline“. In Rückblenden taucht ihr von Frank Grillo gespielter Vater Mark Corley in dem dritten „Skyline“-Film auf. Und am Ende von „Skylin3s“ wird dann nicht nur der Sieg über die Aliens gefeiert, sondern bereits ein vierter Teil angekündigt. Denn Mark Corley lebt anscheinend noch und damit könnte „Skyline“ eine aus vier oder mehr Teilen bestehende Trilogie werden. Denn „Skylin3s“wird als „der epische Abschluss der ‚Skyline‘-Trilogie“ beworben.
Die Regie übernahm Liam O’Donnell, der bereits die Drehbücher für die ersten beiden Teile schrieb, den zweiten Film auch inszenierte und einer der Produzenten des Franchises ist.
Der Film selbst ist ein niedrig budgetierter SF-Film, der immer wie eine beliebige Folge einer austauschbaren TV-SF-Serie wirkt. Die Handlung ist vorhersehbar. Die Dialoge sind mäßig. Die Figuren sind entsprechend eindimensional geraten. Die Geschichte findet weitgehend in dunklen Räumen statt. Das sieht stylish aus und schont das Budget. Vor allem, wenn irgendwelche zotteligen Aliens im Dunkeln die menschlichen Elite-Soldaten angreifen. Und selbstverständlich ersätzen Fäuste langatmige Debatten und mögliche friedliche Konfliktlösungen.
Das Bonusmaterial fällt mit einem Audiokommentar von Liam O’Donnell, den Featurettes „Hinter den Kulissen“ (eigentlich das Making-of), „Die Visual Effects von ‚Skylin3s’“, „Die Stunts von ‚Skylin3s’“, einem Interview mit Hauptdarstellerin Lindsey Morgan und mehreren entfernten Szenen (mit einem optionalem Audiokommentar von Liam O’Donnell) erfreulich umfangreich (ohne die Audiokommentare sind es gut fünfzig Minuten) und informativ aus.
Skylin3s (Skylin3s, USA 2020)
Regie: Liam O’Donnell
Drehbuch: Liam O’Donnell (nach einer Geschichte von Matthew E. Chausse und Liam O’Donnell) (basierend auf von Joshua Cordes erfundenen Figuren)
mit Lindsey Morgan, Rhona Mitra, Alexander Siddig, James Cosmo, Jonathan Howard, Daniel Bernhardt, Yayan Ruhian
alternative Schreibweisen des Titels sind „Skylines“ und „Skyline 3“
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DVD
EuroVideo
Bild: 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur, Autor und Produzent Liam O’Donell, Hinter den Kulissen, Die Visual Effects von „Skylin3s“, „Die Stunts von „Skylin3s“, Interview mit Lindsey Morgan, Entfernte Szenen (optional mit Audiokommentar von Liam O’Donell), Trailer
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Die DVD und Blu-ray erscheint am 17. Juni. Digital ist das Werk bereits verfügbar.
Tele 5, 23.55 (Mitternachtskino) The Raid (The Raid, Indonesien/USA 2011)
Regie: Gareth Evans
Drehbuch: Gareth Evans
Jakarta: in einem Hochhaus soll eine Polizeieinheit einen Drogenboss verhaften. Schnell entbrennt ein spielfilmlanger Kampf auf Leben und Tod.
Ein grandioses Actionfeuerwerk mit einer minimalen, keine Wünsche offen lassenden Geschichte. Mehr in meiner Filmbesprechung.
mit Iko Uwais, Ray Sahetapy, Joe Taslim, Donny Alamshya, Yayan Ruhian, Pierre Gruno
Tele 5, 23.00 The Raid (The Raid, Indonesien/USA 2011)
Regie: Gareth Evans
Drehbuch: Gareth Evans
Jakarta: in einem Hochhaus soll eine Polizeieinheit einen Drogenboss verhaften. Schnell entbrennt ein spielfilmlanger Kampf auf Leben und Tod.
Ein grandioses Actionfeuerwerk mit einer minimalen, keine Wünsche offen lassenden Geschichte. Mehr in meiner Filmbesprechung.
mit Iko Uwais, Ray Sahetapy, Joe Taslim, Donny Alamshya, Yayan Ruhian, Pierre Gruno Wiederholung: Samstag, 14. Juni, 23.00 Uhr
Als vor zwei Jahren „The Raid“ im Kino anlief, war der Film für Action-Fans eine Wohltat. Regisseur und Drehbuchautor Gareth Evans brannte ein hundertminütiges, extrem hartes Actionfeuerwerk mit einer minimalistischen Geschichte (eine Gruppe Polizisten soll in einem Hochhaus einen Gangster verhaften) und handgemachten Action-Szenen, bei denen man wirklich die beeindruckenden Leistungen der Kämpfer bewundern konnte, ab.
Der Film war ein Erfolg und mit „The Raid 2“ knüpft Gareth Evans unmittelbar an „The Raid“ an, allerdings mit einem größeren Budget und einer größeren Geschichte. Während „The Raid“ eine Kurzgeschichte war, ist „The Raid 2“ ein Epos; was sowohl für als auch gegen den Film spricht.
Der harte Action-Thriller beginnt wenige Minuten nach dem Ende von „The Raid“ und führt in die Unterwelt von Jakarta. Der Polizist Rama (Iko Uwais) nimmt, nachdem sein Bruder ermordet wurde, einen Undercover-Auftrag an. Er soll sich mit dem Verbrechersohn Uco befreunden. Dafür muss Rama im Gefängnis als Verbrecher Ucos Vertrauen gewinnen. Nach seiner zweijährigen Haftstrafe wird er in Ucos Familie aufgenommen und er gerät in einen Gangsterkrieg, weil der ehrgeizige Uco den Posten seines Vaters Bangun übernehmen will. Bangun hat vor einem Jahrzehnt mit der japanischen Mafia eine Vereinbarung geschlossen. Seitdem sind die Reviere in Jakarta aufgeteilt. Uco beginnt den Frieden zu stören. Schnell entsteht, vor allem nachdem Uco sich mit dem skrupellosem Bejo verbündet, ein blutiger Kampf zwischen den verschiedenen Gangstergruppen. Rama, dessen Loyalität zu seinem Diensteid und seine Freundschaft zu Uco unvereinbar sind, steht zwischen den Fronten – und wir bekommen einen Gangsterfilm und einen Undercover-Polizeithriller mit viel Action serviert.
Dabei ist die Action, wie schon in „The Raid“, spektakulär und der Grund sich diesen Thriller anzusehen. Denn sie wurde ohne die heute üblichen CGI-Hilfsmittel inszeniert. Es wurde ganz altmodisch live gekämpft und Autos geschrottet. Es wurde wenig geschnitten, was die Szenen noch spektakulärer macht und die Schauspieler sind teilweise Kampfsportler, die wissen, wie sie sich bewegen müssen. Es gibt, unter anderem, einen Massenkampf auf einem Gefängnishof, wo ungefähr vier Gruppen im Matsch gegeneinander kämpfen. Es gibt eine innerstädtische Autoverfolgungsjagd mit Faustkämpfen in den fahrenden den Autos. In einer voll besetzten U-Bahn tötet Hammer Girl mit einem Hammer ihre Opfer – und versprüht dabei den Charme eines komplett fehlgeleiteten Hit Girls. Es gibt, mit allem, was den Kämpfern in die Finger gerät, Kämpfe in geschlossenen Räumen, wie einer Discothek, in der der ziemlich durchgeknallte Prakoso ermordet werden soll. Dabei ist Prakoso eine Reinkarnation von Ramas Gegner Mad Dog aus dem ersten „The Raid“-Film. Kampfsportler Yayan Ruhian spielt beide Rollen, Und am Ende, stürmt Rama allein die Zentrale der Verbrecher, was Gareth Evans die Gelegenheit gibt, die Kampfkünste von Iko Uwais ausführlich zu zeigen in der Garage des Hauses, in Gängen, in der Küche und schließlich im Restaurant, in dem Uco und Bejo sind.
Jede diese Action-Szenen inszenierte Evans nach der Methode „mehr ist besser“.
Aber dieses Mal gibt es zwischen der Action auch einen unnötig komplizierten Plot, in dem Gangster sich gegenseitig aufs Kreuz legen und jeder Charakter wird, in schönster Quentin-Tarantino-Manier, episch eingeführt. Auch wenn das für die weitere Geschichte egal ist und die Geschichte nur unnötig verlängert. Deshalb braucht Evans für seinen nach Schema F ablaufenden Gangsterfilmplot dann epische 150 Minuten, die man mit einem stringenterem Drehbuch locker um etliche Minuten auf zwei Stunden hätte kürzen können.
So ist „The Raid 2“, der mit seinem Titel unnötige Vergleiche mit „The Raid“ provoziert, eine milde Enttäuschung. Denn während „The Raid“ gerade wegen seiner von jeglichem erzählerischem Ballast befreiten Geschichte, die im Dienst der Action-Szenen standen, begeisterte, wird in „The Raid 2“ viel zu viel unnötiger Ballast mitgeschleift und die klare, auf das nötigste reduzierte Geschichte des ersten Teils wird hier zu einem ausuferndem Gangsterepos, das gerade auf der erzählerischen Ebene nur die bekannten Gangsterfilmtopoi unoriginell abhandelt.
Aber die Action ist wieder einmal atemberaubend – und den Kinobesuch wert.
The Raid 2 (The Raid 2, Indonesien/USA 2014)
Regie: Gareth Evans
Drehbuch: Gareth Evans
mit Iko Uwais, Yayan Ruhian, Arifin Putra, Oka Antara, Tio Pakusadewo, Alex Abbad, Julie Estelle, Cok Simbara, Ken’ichi Endô, Ryûhei Matsuda, Kazuki Kitamura