„Roots & Grooves“, die neue Doppel-CD von Maceo Parker ist der beste Ersatz für eines seiner schweißtreibenden Konzerte. Sein Handwerk erlernte Parker in der Band von James Brown. Er prägte entscheidend dessen rhythmusorientierten Funkstil. „Papa got a brand new Bag“ und „Cold Sweat“ stammen aus dieser Zeit. Er spielte in den Bands von George Clinton und Bootsy Collins und ist auf Platten von Bryan Ferry, Keith Richards, Prince, Living Colour, Jane’s Addiction und den Red Hot Chili Peppers zu hören.
In den frühen neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts startete er eine erfolgreiche Solokarriere. Den Durchbruch hatte er mit dem in Köln aufgenommenen Livealbum „Life on Planet Groove“. Sein Werbespruch aus dieser Zeit, „98 Prozent Funk, 2 Prozent Jazz“, gibt die immer noch gültige Richtung vor. Der Altsaxophonist spielt mitreisenden Funk and Soul der alten, immer noch guten Schule.
Doch „Roots & Grooves“ ist nicht nur – was schon ein guter Grund zum Kaufen wäre – eine weitere brillant aufgenommene Live-CD des Mittsechzigers. Die Doppel-CD dokumentiert die erste Zusammenarbeit mit der WDR Big Band. Maceo Parker war von den gemeinsamen Konzerten im Februar und März dieses Jahres so begeistert, dass er unbedingt weitere Konzerte mit der Big Band geben möchte. Immerhin sorgen vierzehn Bläser gleich für einen ganz anderen Druck auf der Bühne und diese Energie ist auch unverfälscht auf den CDs dokumentiert.
Außerdem spielte Parker nicht nur seine alten Hits in neuen Arrangements, sondern er bekennt sich hier erstmals auf Albumlänge zu seinem großen Idol Ray Charles. Vor zehn Jahren spielte Parker mit seiner Band drei Wochen im Vorprogramm von Ray Charles und er stand damals auch gemeinsam mit seinem Jugendidol auf der Bühne. „Ich hörte seinen Gesang an und versuchte, ihm mit dem Saxophon zu entsprechen. Ich dachte: ‚Wenn ich doch nur dasselbe soulige Feeling bekommen würde, das er hat, wenn er eine Ballade sing.’ Das war etwas, woran ich arbeitete. Ich weiß nicht, ob ich es je bekommen habe, aber das war das Ziel.“, beschreibt Parker seine bis in seine Teenagerjahre zurückreichende Beziehung zu Ray Charles. Jetzt widmete er ihm ein halbes Konzertprogramm und sang auch bei vielen Stücken.
„Roots & Grooves“ von Maceo Parker ist eine mitreisende CD. Wenn dieser Mann mit dem Saxophon in ihrer Nähe auftaucht, gehen sie hin. Ihr Fitnesstrainer wird es ihnen danken.
Maceo Parker: Roots & Grooves
Intuition/Sunny Moon
CD 1 – Tribute to Ray Charles:
Hallelujah I love her so (Ray Charles)
Busted (Howard Harlan)
Them that’s got (Ray Charles, Ricci Harper)
You don’t know me (Eddy Arnold, Cindy Walker)
Hit the Road, Jack (Percy Mayfield)
Margie (Russel J. Robinson, Con Conrad)
Georgia on my Mind (Hoagy Carmichael, Stuart Gorrell)
What’d I say (Hill, Range)
CD 2 – Back to Funk
Uptown up (Maceo Parker)
To be or not to be (Maceo Parker)
Off the Hook (Maceo Parker)
Advanced Funk (Maceo Parker)
Shake everything you got (Maceo Parker)
Pass the Peas (Brown, Starks, Bobbit)
Hinweise:

[…] WDR Big Band. Das Programm bestand, wie schon auf der 2007 veröffentlichten mitreisenden Doppel-CD „Roots & Grooves“, aus eigenen und Ray-Charles-Stücken, die von Maceo Parker funky aufbereitet […]