TV-Tipp für den 22. Januar

Januar 22, 2008

RBB, 20.15

Berliner Ecken und Kanten: Der Alexanderplatz (D 2008, R.: Jörn Kalkbrenner)

45-minütige Reportage von Jörn Kalkbrenner über den zentralen Verkehrsknotenpunkt von Berlin. Die heutige Baustelle hat nichts mehr mit Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ zu tun, außer dass er immer noch ein hoch frequentierter Platz ist. Und unsere Stadtväter haben großes mit dem zugigen Ort vor. Doch „Berlins Manhattan“ (RBB-Homepage) ist sicher etwas hoch gegriffen. Ich meine, was ist dann der Potsdamer Platz?

RBB zur Reportage


Kurzmeldungen: Benjamin M. Schutz gestorben,…

Januar 21, 2008

Benjamin M. Schutz ist gestorben (Meldung1, Meldung 2). Schutz wurde bekannt mit seinen Leo-Haggerty-PI-Romanen. Zuletzt veröffentlichte er „Unerbittlich“ (The Mongol Reply, 2004); ein lesenswerter Thriller über eine Scheidung.

Al Navis schrieb einen Nachruf auf seinen am 17. Januar 2008 verstorbenen Freund Edward D. Hoch. Ebenso Robert J. Randisi und Bill Chambers.

Dieter Paul Rudolph veröffentlicht das Inhaltsverzeichnis des „Krimijahrbuch 2008“.


Blog-Karneval, eine Jugendrichterin erzählt, Folter, Overwriting, Pitching

Januar 21, 2008

AUS DER WELT DER LITERATUR

Ludger Menke aus HaHa ruft in seinem Krimiblog zum zweiten Blog-Karneval auf. Das Thema ist:

Zum Totlachen komisch – der Krimi und der Humor

Mord und Totschlag stehen oft im Mittelpunkt von Krimis und Thrillern. Angesichts solcher Verbrechen stellt sich die Frage, wie witzig, wie lustig darf Kriminalliteratur sein? Schwarzer Humor gegen schwarze Gedanken? Witz und Ironie als Mittel im Kampf gegen das Böse in der Welt? Wie lustig darf es für Dich sein?

Wie das Thema bearbeitet wird ist egal. Wo nicht. Aber das sagt Ludger alles im Krimblog. Und das alles muss bis zum 24. Februar erledigt sein. Also nach Fastnacht und Berlinale.

AUS DER WELT DES VERBRECHENS

Überhaupt nicht komisch, aber sehr lesenswert ist das ausführliche Interview mit der Jugendrichterin Ruth Sieveking (Berlin, Amtsgericht Tiergarten)  in der Berliner Zeitung: „Drill hilft gar nicht“.

Barry Eisler schreibt in seinem Blog über die neuesten Äußerungen des National Intelligence-Direktors Mike McConnell zur Wasserfolter.

AUS DER WELT DES FILMS

Ken Levine schreibt in seinem Blog über Overwriting. Einerseits schreibt er TV-Drehbuchautoren  (da gibt es genaue Zeitvorgaben), andererseits sind die Bemerkungen auch für deutsche Drehbuchautoren interessant zu lesen – und auch einige Romanautoren, die glauben, ein Buch unter vierhundert Seiten sei schlecht, inspirierend zu lesen:

When reading a spec, one of the most common traps I see young writers falling into is overwriting. (…)

The only thing worse than a TV script of screenplay that’s overwritten is a stage play. Plays have no length requirement so the playwright has free reign to torture us long into next month. (…)

And then there’s the dialogue.

This may sound obvious but worth stating anyway: Always remember that actors have to perform your script.

Soooo many times I’ll see full page speeches with sentences so long and complicated that no human being on earth could ever deliver them. And certainly not in one breath. (…)

Whenever my partner, David and I go back to polish a draft we thin out the big speeches. If the speech is 14 lines we make it 11, if it’s 11 lines we make it 9. There are ALWAYS trims.

Same is true in stage direction. A reader sees a big block of stage direction I GUARANTEE he will not read it. You could describe a sex act in detail and he’ll flip the page.

As a rule it’s better to underwrite than overwrite. We have an expression. We like “open pages”. Much more white than type. 

Lisa Kling schreibt über das Pitching (also das Verkaufsgespräch für eine Geschichte) für eine TV-Serie:

What they want is an interesting variation on their established formula. “House” wants medical mysteries. “CSI” wants twisty murders. But successful pitches will always be about the characters, even on a procedural show. Pitch stories which challenge the main characters, and force them to make decisions or take actions which reveal more about them. When you’re doing your show homework, look for character moments which hint at untold secrets or unexpected traits. Then create a story situation which brings them out. Yes, a clever, original plot is important, but one which also carries some emotional weight will be a much stronger pitch.


TV-Tipp für den 21. Januar

Januar 21, 2008

Es gibt viele Gründe für den heutigen TV-Tipp. Einer ist: Jeanne Moreau feiert am Mittwoch, den 23. Januar, ihren achtzigsten Geburtstag.

Arte, 21.00

Jules und Jim (F 1961, R.: Francois Truffaut)

Drehbuch: Francois Truffaut, Jean Gruault

LV: Henri-Pierre Roché: Jules et Jim, 1953 (Jules und Jim)

1912 lernen sich der französische Literat Jim und sein deutscher Kollege Jules kennen. Beide verlieben sich in die lebenslustige Cathérine – und erleben die reine Liebe zu dritt.

„Jules und Jim“ ist wahrscheinlich Truffauts bekanntester Film. Jedenfalls ist sein Kultfilm ein zeitloser Film über die scheinbar unmögliche reine Liebe in einer Dreierbeziehung.

„Es wird kaum ein Wort darüber verloren, dass ‚Jules und Jim’ alles andere als den bürgerlichen Moralvorstellungen huldigt, sondern sie im Gegenteil auch noch lustvoll verhöhnt. (…) Obwohl so traurige Ereignisse wie Ehebruch, Selbstmord und Tod erzählt werden, handelt ‚Jules und Jim’ eigentlich von nichts anderem als vom Glück. Truffaut hängt die ganze Filmdauer der Frage nach, wie das richtige Leben aussehen müsse, was man tun müsse, um wirklich glücklich zu sein.“ (Willi Winkler: Die Filme von Francois Truffaut)

Der Film basiert auf einem autobiographischen Roman von Henri-Pierre Roché (1879 – 1959). Zehn Jahre später verfilmte Truffaut seinen Roman „Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent“. In ihm variieren Roché und Truffaut die Geschichte von „Jules und Jim“: ein Mann steht zwischen zwei Frauen.

Mit Jeanne Moreau, Oskar Werner, Henri Serre

Wiederholung:

Dienstag, 22. Januar, 14.55 Uhr

Arte zum Film


Deutscher Krimipreis 2008

Januar 20, 2008

Der Deutsche Krimipreis 2008 wurde mit einer schnöden Pressemitteilung vergeben, weil es auch in diesem Jahr eine große, öffentliche Preisverleihung gibt. Die Preisträger sind:

 

National:

1. Platz: Andrea Maria Schenkel: Kalteis

2. Platz: Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

3. Platz: Jan Costin Wagner: Das Schweigen

 

International:

1. Platz: James Sallis: Driver (Drive, 2005)

2. Platz: Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Stalin’s Ghost, 2007)

3. Platz: Matti Rönkä: Der Grenzgänger (Tappajan näköinen mies, 2002)

 

Tja, die internationalen Preisträger habe ich bereits abgefeiert. Bei den Deutschen kenne ich nur die Erstplatzierte (meine Meinung zu dem Buch ist ja bekannt). Das war in den vorherigen Jahren nicht anders.

 

(Dank an Krimiblog Ludger für die Info; dort gibt es auch die Begründungen – und die Edgar-Nominierungen mit Klappentexten, Coverabbildungen und weiterführenden Links).


Cartier Diamond Dagger 2008 für Sue Grafton

Januar 20, 2008

Sue Grafton, die Erfinderin von PI Kinsey Milhone, erhält den diesjährigen Cartier Diamond Dagger der British Crime Writers‘ Association. Der erste Milhone-Roman „‚A‘ is for Alibi“ erschien 1982. Der letzte „‚T‘ is for Trespass“ erschien im Dezember 2007.

Hier geht’s zur Begründung, hier zu ihrer Homepage.


TV-Tipp für den 20. Januar

Januar 20, 2008

Pro 7, 18.40

Die Simpsons: 24 Minuten (USA 2007, R.: Raymond Persi))

Drehbuch: Billy Kimball, Ian Maxtone-Graham

“Previously on „24“… I mean, „The Simpsons.“ (Jack Bauer)

Bart und Lisa haben 24 Minuten um einen Stinkbombenanschlag auf die Grundschule zu verhindern. Gut, dass ihnen Jack Bauer und Cloe O’Brian helfen.

Die vierhundertste Simpsons-Folge (ausgestrahlt als 399. Episode) ist eine „24“-Parodie mit – im Original – den Stimmen von Kiefer Sutherland und Mary Lynn Rajskub.


Bayerischer Filmpreis 2007: Die Gewinner

Januar 19, 2008

Die Pierrots sind verliehen. Das Geld wird überwiesen. Die Gewinner des diesjährigen Bayerischen Filmpreises (und meines gestrigen TV-Tipps) sind:

Produzentenpreis: Olga-Film (Molly von Fürstenberg/Harald Kügler) für „Kirschblüten – Hanami“

Regie-Preis: Fatih Akin für „Auf der anderen Seite“

Beste Kamera: Benedict Neuenfels in „Liebesleben“

Beste Darstellerin: Martina Gedeck in „Meine schöne Bescherung“

Bester Darsteller: Elmar Wepper in „Kirschblüten – Hanami“

Beste Nachwuchsregie und Drehbuch: Ralf Westhoff für „Shoppen“

Beste Nachwuchsdarstellerin: Elinor Lüdde in „Meer is nich“

Beste Nachwuchsdarstellerin: Petra Schmidt-Schaller in „Ein fliehendes Pferd“

Bester Dokumentarfilm: „Am Limit“ von Pepe Danquart

Bester Kinderfilm: „Hände weg von Mississippi“ von Detlev Buck

VGF-Preis: „Am Ende kommen Touristen“ von Hans-Christian Schmid und Britta Knöller

Sonderpreis: „Absurdistan“

Beste Filmmusik: Niki Reiser für „Liebesleben“

Ehrenpreis für Michael Ballhaus

Publikumspreis: „Lissi und der wilde Kaiser“


TV-Tipp für den 19. Januar

Januar 19, 2008

ARD, 22.40

James Bond: Im Geheimdienst ihrer Majestät (GB 1969, R.: Peter Hunt)

Drehbuch: Richard Maibaum

LV: Ian Fleming: On her Majesty´s Secret Service, 1963

James Bond trifft in den Alpen auf seinen Erzfeind Blofeld.

Der Daily Herald meinte, „On her Majesty´s Secret Service“ sei das bis dahin beste Bond-Buch. Und der Film, der sich an die Buchvorlage hält, wäre auch der beste Bond-Film, wenn nicht George Lazenby, sondern Sean Connery die Hauptrolle gespielt hätte.

Mit George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas


Die Edgar-Nominierungen 2008

Januar 18, 2008

Die Mystery Writers of America (MWA) haben die Nominierungen für den diesjährigen Edgar bekannt gegeben. Der Preis ist nach Edgar Allan Poe benannt und wird jährlich für die besten Werke im Krimigenre (wozu auch Bühne, Kino, Fernsehen und Sachbücher gehören) vergeben. Die diesjährigen Edgar-Preisträger werden am Donnerstag, den 1. Mai 2008,  beim 62. Galabankett der MWA im Grand Hyatt Hotel, New York City, verkündet.  

 

BEST NOVEL

 

Christine Falls von Benjamin Black (Henry Holt and Company)

Priest von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

The Yiddish Policemen’s Union von Michael Chabon (HarperCollins)

Soul Patch von Reed Farrel Coleman (Bleak House Books)

Down River von John Hart (St. Martin’s Minotaur)

 

BEST FIRST NOVEL VON AN AMERICAN AUTHOR

 

Missing Witness von Gordon Campbell (HarperCollins – William Morrow)

In the Woods von Tana French (Penguin Group – Viking)

Snitch Jacket von Christopher Goffard (The Rookery Press)

Head Games von Craig McDonald (Bleak House Books)

Pyres von Derek Nikitas (St. Martin’s Minotaur)

 

BEST PAPERBACK ORIGINAL

 

Queenpin von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Blood of Paradise von David Corbett (Random House – Mortalis)

Cruel Poetry von Vicki Hendricks (Serpent’s Tail)

Robbie’s Wife von Russell Hill (Hard Case Crime)

Who is Conrad Hirst? von Kevin Wignall (Simon & Schuster)

 

BEST FACT CRIME

 

The Birthday Party von Stanley Alpert (Penguin Group – G.P. Putnam’s Sons)

Reclaiming History: The Assassination of President John F. Kennedy

von Vincent Bugliosi (W.W. Norton and Company

Chasing Justice: My Story of Freeing Myself After Two Decades on Death Row for a Crime I Didn’t Commit von Kerry Max Cook (HarperCollins – William Morrow)

Relentless Pursuit: A True Story of Family, Murder, and the Prosecutor Who Wouldn’t Quit von Kevin Flynn (Penguin Group – G.P. Putnam’s Sons)

Sacco & Vanzetti: The Men, The Murders and the Judgment of Mankind von Bruce Watson (Penguin Group – Viking)

 

BEST CRITICAL/BIOGRAPHICAL

 

The Triumph of the Thriller:  How Cops, Crooks and Cannibals Captured Popular Fiction von Patrick Anderson (Random House)

A Counter-History of Crime Fiction:  Supernatural, Gothic, Sensational von Maurizio Ascari (Palgrave Macmillan)

Deviance in Contemporary Crime Fiction von Christiana Gregoriou (Palgrave Macmillan)

Arthur Conan Doyle:  A Life in Letters von Jon Lellenberg, Daniel Stashower and Charles Foley (The Penguin Press)

Chester Gould: A Daughter’s Biography of the Creator of Dick Tracy

von Jean Gould O’Connell (McFarland & Company)

 

BEST SHORT STORY

 

The Catch von Mark Ammons in “Still Waters” (Level Best Books)

Blue Note von Stuart M. Kaminsky in “Chicago Blues” (Bleak House Books)

Hardly Knew Her von Laura Lippman in “Dead Man’s Hand” (Harcourt Trade Publishers)

The Golden Gopherr von Susan Straight in “Los Angeles Noir” (Akashic Books

Uncle  von Daniel Woodrell in “A Hell of a Woman” (Busted Flush Press)

 

BEST JUVENILE

 

The Name of This Book is Secret von Pseudonymous Bosch (Little, Brown Books for Young Readers)

Shadows on Society Hill von Evelyn Coleman (American Girl Publications)

Deep and Dark and Dangerous von Mary Downing Hahn (Clarion Books)

The Night Tourist von Katherine Marsh (Hyperion Books for Young Readers)

Sammy Keyes and the Wild Things von Wendelin Van Draanen (Random House Children’s Books – Alfred A. Knopf)

 

BEST YOUNG ADULT

 

Rat Life von Tedd Arnold (Penguin – Dial Books for Young Readers)

Diamonds in the Shadow von Caroline B. Cooney (Random House Children’s Books – Delacorte Press)

Touching Snow von M. Sindy Felin (Simon & Schuster Children’s Publishing – Atheneum Books for Young Readers)

Blood Brothers von S.A. Harazin (Random House Children’s Books – Delacorte Press)

Fragments von Jeffry W. Johnston (Simon & Schuster Children’s Publishing – Simon Pulse)

 

BEST PLAY

 

If/Then von David Foley (International Mystery Writers‘ Festival)

Panic von Joseph Goodrich (International Mystery Writers‘ Festival)

Books von Stuart M. Kaminsky (International Mystery Writers‘ Festival)

 

BEST TELEVISION EPISODE TELEPLAY

 

„It’s Alive“ – Dexter, Drehbuch von Daniel Cerone (Showtime)

„Yahrzeit“ – Waking the Dead, Drehbuch von Declan Croghan & Barbara Machin (BBC America)

„Pie-Lette“ – Pushing Daisies, Drehbuch von Bryan Fuller (ABC/Warner Bros Television

„Senseless“ – Law & Order: Criminal Intent, Drehbuch von Julie Martin & Siobhan Byrne O’Connor (Wolf Films/NBC Universal)

„Pilot“ – Burn Notice, Drehbuch von Matt Nix (USA Network/Fox Television Studios)

 

BEST MOTION PICTURE SCREENPLAY

 

Eastern Promises, Drehbuch von Steven Knight (Focus Features)

The Lookout, Drehbuch von Scott Frank (Miramax)

Michael Clayton, Drehbuch von Tony Gilroy (Warner Bros. Pictures)

No Country for Old Men, Drehbuch von Joel Coen & Ethan Coen, basierend auf dem Roman von Cormac McCarthy (Miramax)

Zodiac, Drehbuch von James Vanderbilt, basierend auf dem Buch von Robert Graysmith (Warner Bros. Pictures)

 

(Anmerkung: Bis auf “The Lookout” sind alle Drehbücher im Netz zu finden – und ich habe auf sie bereits in der Kriminalakte hingewiesen.)

 

ROBERT L. FISH MEMORIAL AWARD

 

„The Catch“ – Still Waters von Mark Ammons (Level Best Books)

 

GRAND MASTER

 

Bill Pronzini

 

RAVEN AWARDS

 

Center for the Book in the Library of Congress

Kate’s Mystery Books (Kate Mattes, owner)

 

THE SIMON & SCHUSTER – MARY HIGGINS CLARK AWARD

 

In Cold Pursuit von Sarah Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Wild Indigo von Sandi Ault (Penguin Group – Berkley Prime Crime)

Inferno von Karen Harper (Harlequin – MIRA Books)

The First Stone von Judith Kelman (Penguin Group – Berkley Prime Crime)

Deadman’s Switch von Barbara Seranella (St. Martin’s Minota


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Januar 18, 2008

Die ausführliche, bebilderte Antwort auf die Frage „Welche Literaturverfilmungen laufen die nächsten Tage im Fernsehen?“ finden Sie hier. Die ersten Zeilen können Sie schon hier lesen:

In den kommenden beiden Wochen werden einige Perlen gezeigt. Los geht’s mit Alfred Hitcocks David-Dodge-Verfilmung „Über den Dächern von Nizza“. Weiter geht’s mit Robert Aldrichs Henry-Farrell-Verfilmung „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“, Claude Chabrols Dominique-Roulet-Verfilmungen „Hühnchen in Essig“ und „Inspektor Lavardin oder Die Gerechtigkeit“, den beiden Lars-Becker-Filmen „Einsatz in Hamburg: Bei Liebe Mord“ und als TV-Premiere „Nachtschicht: Ich habe Angst“, Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“, Francois Truffauts Cornell-Woolrich-Verfilmung „Die Braut trug Schwarz“ und endet mit José Giovannis John-Carrick-Verfilmung „Im Dreck verreckt“.
Außerdem gibt es mit „Mord in aller Unschuld“ einen weiteren Franziska-Luginsland-Film nach einem Drehbuch von Friedrich Ani.


Kurzmeldungen

Januar 18, 2008

Sat.1 beendet das Drama um die unwitzige Comedy-Kopie „Das iTeam – Die Jungs an/mit der Maus“ mit sofortiger Wirkung (siehe Qutenmeter-Meldung). Nachdem die erste Folge fast einhellig verrissen wurde, die zweite Folge von kaum jemandem gesehen wurde, wird die dritte Folge überhaupt nicht mehr gezeigt. „Hausmeister Krause“ übernimmt. Den Grund für das Scheitern der fast Eins-zu-Eins-Kopie von „The IT-Crowd“ finden Sie hier und hier (mit einem direkten Bildvergleich).

Steve Mosby (Der 50/50-Killer, The 50/50 Killer) beantwortet in Declan Burkes Blog „Crime always pay“ einige Fragen.

Edward D. Hoch ist gestorben (oder hier). Der Grandmaster schrieb unzählige Kurzgeschichten (es dürften fast tausend sein), wenige Romane und gab viele Anthologien heraus.

Eben erst entdeckt: Max Allan Collins beantwortet Fragen von Sean Chercover (Chercovers PI-Debütroman „Big City, Bad Blood“ wurde in den USA ziemlich abgefeiert und wird für’s Fernsehen entwickelt. Von einer deutschen Übersetzung weiß ich derzeit nichts.)

Im Outfit hat Sean Chercover wieder eine Menge Videoclips um und über den WGA-Streik gepostet.

Allan Smithee hat einen neuen Original-Remake-Vergleich online: Scarface.  Das Ergebnis ist – – –

Dumm gelaufen (jedenfalls für die Gewinner): die Darwin-Awards.

Vom ersten Radio-Tatort „Der Emir“ habe ich die ersten Minuten gehört und dann entnervt aufgegeben. Die Dialoge gruselig. Das ständige Überbetonen der Sprecher nervig. Wenn das die Zukunft des Krimihörspiels ist, krame ich lieber meine alten BBC-Hörspiele raus, höre mir einen dieser vorgelesenen Romane oder den „Killer Club“ an.


TV-Tipp für den 18. Januar

Januar 18, 2008

BR, 19.00

Bayerischer Filmpreis (live)

Kabarettist Christoph Süß führt durch die diesjährige 29. Verleihung des Bayerischen Filmpreises, den „Pierrots“.

„Um die Bedeutung des Kinofilms als Kulturgut herauszustellen, verleiht die Bayerische Staatsregierung seit 1979 auf Vorschlag einer unabhängigen Jury den Bayerischen Filmpreis für hervorragende Leistungen im deutschen Filmschaffen.

Er ist mit Preisgeldern von insgesamt 300.000 € dotiert. Den größten Anteil hat dabei der Produzentenpreis mit 200.000 €. Damit gehört der Bayerische Filmpreis zu den höchstdotierten und begehrtesten Auszeichnungen seiner Art in Deutschland.“ (Homepage des Landes Bayern)

Kameramann Michael Ballhaus erhält den Ehrenpreis (Da kann man nichts dagegen sagen). „Lissy und der wilde Kaiser“ den Publikumspreis. Hmhm. Hm, bei der Konkurrenz (Die wilden Hühner und die Liebe, Die wilden Kerle 4, Neues vom Wixxer, Vollidiot) eine ausgezeichnete Wahl.

Die restlichen Gewinner werden sich erst heute Abend über einen Haufen Geld freuen können.

Hinweise:

Bundesland Bayern zum Bayerischen Filmpreis

BR zum Bayerischen Filmpreis


Meine Tops und Flops 2007

Januar 17, 2008

Nachdem ich hier die Pechvögel des Jahres 2007 gepostet habe, gibt es jetzt – wunderschön gelayoutet – meine Tops und Flops des vergangenen Jahres in der neuesten Spurensuche.

Ich bin damit einerseits spät dran. Andererseits konnte ich so das Kalenderjahr bis zum letzten Tag auspressen.


TV-Tipp für den 17. Januar

Januar 17, 2008

NDR, 21.00

Es geschah am hellichten Tag (D 1996, R.: Nico Hofmann)

Drehbuch: Bernd Eichinger, Uwe Wilhelm

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Bernd Eichinger hatte die Idee zur kurzlebigen Reihe „German Classics“. In ihr wurden deutsche Filmklassiker von einer hochkarätigen Besetzung vor und hinter der Kamera für das Fernsehen neu inszeniert. Die Kritikerreaktionen waren gespalten, aber durchaus wohlwollend. Nur SAT 1 stieg nach vier Filmen aus. Deshalb ist „Es geschah am helllichten Tag“ einer der wenigen von einem Privatsender produzierten Filme, die echte Kinoqualitäten haben und nicht durch ein verzweifeltes Schielen auf die Quote alles vermurksen.

Dieses Remake von „Es geschah am helllichten Tag“ ist ein seltsam aus der Zeit gefallener Film. Das Rühmann/Fröbe-Original wurde kaum aktualisiert und jetzt sehen wir einen filmischen Bastard, der einerseits eindeutig in den Fünfzigern spielt, andererseits aber mit der heutigen Technik arbeitet. Die Inszenierung betont, besonders bei den im Wald spielenden Szenen, das märchenhafte. Gerade wegen der nur halbherzigen Aktualisierung berührt einen Nico Hofmanns Remake nie wirklich. Es bleibt letztendlich Ausstattungskino.

Vier Jahre später inszenierte Sean Penn mit „Das Versprechen“ (The Pledge) den gleichen Stoff wesentlich packender.

Mit Joachim Król, Barbara Rudnik, Axel Milberg, Heino Ferch

Hinweise:

Ikonen-Magazin: Interview mit Nico Hofmann


Dily-Nominierungen, Politthriller, ein Vince-Flynn-Interview

Januar 16, 2008

Die Nominierungen für den Dily sind draußen:

Der Preis wird von Buchhändlern verliehen für das Buch, das sie am liebsten verkauften. Die Verleihung ist Anfang März beim Left Coast Crime.

Sarah Weinman schreibt über die aktuelle Renaissance des Politthriller mit seinen alten Helden, wie Robert Littell und Charles McCarry, und ihren Nachfolgern, wie Olen Steinhauer, Dan Fesperman, Jenny Siler und Alex Berenson (dessen The faithful spy/Kurier des Todes gerade auf Deutsch erschien):

If crime novels seek order out of chaos, spy novels seek to find shreds of humanity within the chaos, mining casual and catastrophic betrayals for larger meanings — even if none actually exist. Some spy novels offer pure escapism, but the best understand, and illuminate, how impossible that pursuit is in today’s world.

Ali Karim redet im RapSheet mit Vince Flynn. Von ihm erschien zuletzt der Politthriller „Der Feind“ (Consent to Kill) auf Deutsch.  Zu ihm meint er im Interview:

At his core, Rapp is an assassin. Since the beginning of his creation I’ve struggled with a simple question: How does a man that has seen and done what Rapp has done, expect to have a normal domestic life? How does a taker of life expect to create life, and not have his job come home to haunt him?

Die Golden Globes sind verliehen.

Und Rotbuch veröffentlicht – Krimiblog und Krimileser haben’s bereits geschrieben – im März die Hard Case Crime-Romane „Abschied ohne Küsse“ (Kiss her goodbye) von Alan Guthrie, „Abzocker“ (Grifter’s Game) von Lawrence Block und „Flop“ (Bust) von Ken Bruen und Jason Starr. Weitere Infos gibt es auf der deutschsprachigen Hard Case Crime-Seite (im Wesentlichen eine abgespeckte Übersetzung der Originalseite) – oder im „Krimijahrbuch 2006“ (da habe ich einen längeren Artikel über Hard Case Crime geschrieben).


TV-Tipp für den 16. Januar

Januar 16, 2008

Das Vierte, 22.20

Die Hölle sind wir (USA 1968, R.: John Boorman)

Drehbuch: Alexander Jacobs, Eric Bercovici

Zweiter Weltkrieg: Auf einer Pazifikinsel treffen ein amerikanischer und ein japanischer Soldat aufeinander. Sie bekriegen sich weiter.

„Die Hölle sind wir“ ist ein schon lange nicht mehr gezeigtes, fast stummes Zweipersonenstück von John Boorman (geb. 18. Januar 1933). Nach dem düsteren Gangsterfilm „Point Blank“ wollten er und Lee Marvin die amerikanische Seele wieter ausloten. „Wenn am Ende Marvin von Gott spricht, erkennen wir die ganze Heuchelei des amerikanischen Systems, das auf christlichen Glauben gegründet ist, auf den Glauben an Gott. Da ist Bestandteil der Verfassung. Aber in Wirklichkeit ist es ein entchristlichliches Land, ein gottloses Land.“ (John Boorman)

„John Boorman inszenierte mit seinem Film eine eindrucksvolle Parabel auf menschliches Fehlverhalten, das natürliche Gefühle durch falsch verstandenes soldatisches Pflichtgefühl und sinnlose Obrigkeitshörigkeit pervertiert.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Mit Lee Marvin, Toshiro Mifune


Cover der Woche

Januar 15, 2008

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TV-Tipp für den 15. Januar

Januar 15, 2008

3sat, 20.15

Heidi M. (D 2001, R.: Michael Klier)

Drehbuch: Karin Aström, Michael Klier

Lokalpatriotismus ist bei einem so guten Film einfach. Michael Klier erzählt von einer Endvierzigerin, die im Prenzlauer Berg einen Spätkaufladen hat und versucht nach einer gescheiterten Beziehung ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Da verliebt sie sich in Franz.

„Regisseur Michael Klier schließt mit diesem sensiblen, realistischen und mit Dialog- und Situationswitz glänzenden Frauenporträt eine Filmtrilogie über die neue Einsamkeit in deutschen Städten ab. Er ist ein Menschenbeobachter von klugem Gefühl.“ (Angie Dullinger, AZ, 29. März 2001)

„Ein im besten Sinne erwachsener Film.“ (Martin Schwarz, Zitty 7/2001)

Mit Katrin Sass, Dominique Horwitz, Ulrike Krumbiegel, Julia Hummer


Murder unscripted – und Kleinkram: Wallander, James Lee Burke, WGA-Nominierungen, Resolution und Infos zum Jugendstrafrecht

Januar 14, 2008

Ermittler aus dem „Law & Order“-Franchise (wozu auch „Criminal Intent“ gehört) ermitteln ohne Drehbuch. Köstlich – vor allem weil die Schauspieler gut sind.

(Gefunden bei Lee Goldberg; er weist auch auf eine Variety-Meldung hin: Kenneth Branagh wird in einer BBC-Produktion der neue Kommissar Wallander.)

James Lee Burke hat einige Bilder von der neuen Dave-Robicheaux-Verfilmung „In the Electric Mist with Conferderate Death“ (Im Schatten der Mangroven, 1993) online gestellt. Mit Tommy Lee Jones in der Hauptrolle kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Regie führt Bertrand Tavernier und in der IMDB gibts alle weiteren Informationen.

Die Writers Guild of America (WGA) hat ihre Nominierungen für die besten Drehbücher bekannt gegeben. Bei Simply Scripts gibt es, bis auf eine Ausnahme, direkte Verlinkungen zu den Spielfilm-Drehbüchern.

Weil die teilweise sattsam bekannten konservativen Vorschläge zu einer Reform der Jugendstrafrechts immer absurdere Formen annehmen, ist es gut, auch einmal die Meinung von Praktikern und Wissenschaftlern zu lesen. Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ) hat die von fast 1000 Fachleuten unterzeichnete „Resolution zur aktuellen Diskussion um eine Verschärfung des Jugendstrafrechts“ veröffentlicht. Einige Sätze daraus:

Für eine Verschärfung des Jugendstrafrechts besteht kein Anlass.(…)

Unter dem Gesichtspunkt der Deliktsschwere müsste dagegen die Erwachsenenkriminalität im Mittelpunkt des kriminologischen und kriminalpolitischen Interesses stehen. Erwachsene, nicht junge Menschen, sind die Täter von Organisierter Kriminalität, von Wirtschafts- und Umweltkriminalität, von Menschenhandel, von Korruption und Bestechlichkeit usw. Allein durch registrierte Wirtschaftskriminalität werden weitaus höhere Schäden verursacht als durch die gesamte sonstige polizeilich erfasste Eigentums- oder Vermögenskriminalität. (…)

Weder ist die Jugendkriminalität insgesamt noch ist die Gewaltkriminalität junger Menschen in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Sämtliche Schülerbefragungen zur selbstberichteten Delinquenz (sog. Täterbefragungen) zeigen seit Beginn dieses Jahrhunderts (im Unterschied noch zu den 1990er Jahren) entweder eine weitgehende Konstanz oder gar einen Rückgang der Delinquenzbelastung, und zwar auch im Gewaltbereich. (…)

Die Annahmen, die den Ausgangspunkt für die Forderung nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts bilden, Jugendkriminalität steige und Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen nehme deutlich zu, wird durch die eigenen Ministeriums- bzw. Regierungsberichte nicht gestützt. (…)

Entgegen der in der Wiesbadener Erklärung der CDU zur strafrechtlichen Bekämpfung von Jugendkriminalität („Eingreifen“) vertretenen Annahme, harte Strafen schreckten stärker ab und wirkten spezialpräventiv besser, ist nach sämtlichen vorliegenden empirischen Erkenntnissen der Kriminologie „von Sanktionsverschärfungen weder unter spezial- noch unter generalpräventiven Gesichtspunkten eine Reduzierung von Jugendkriminalität zu erwarten.“ (…)

Es gibt auch keinen empirischen Befund, der die Annahme stützen würde, durch härtere Sanktionen oder längere Strafen messbar die Rückfallwahrscheinlichkeit (des bestraften Täters) reduzieren zu können. (…)

Insbesondere die neueren US-amerikanischen Sekundäranalysen zeigen, dass von einer “tough on crime”-Kriminalpolitik, die auf Strafschärfungen, insbesondere auf freiheitsentziehende Sanktionen setzt, keine positiven Effekte zu erwarten sind. Programme, die auf spezialpräventive Abschreckung abzielten, sei es durch kurzen Freiheitsentzug (shock probation), durch längere, mit militärischem Drill verbundene Internierung (boot camps) oder in Form von Gefängnisbesuchsprogrammen (scared straight), hatten nicht die erwünschten Effekte, die Rückfallraten der (nicht in diese Programme einbezogenen) Vergleichsgruppen waren nicht höher, in einer Reihe von Untersuchungen sogar niedriger. Kurz: nach härteren, insbesondere nach freiheitsentziehenden Sanktionen waren die Rückfallraten bei vergleichbaren Tat- und Tätergruppen nicht niedriger, sondern eher höher als nach weniger eingriffsintensiven Sanktionen. (…)

Das derzeit populäre Konzept “tough on crime” ist ein Katastrophenrezept, weil es dem falschen Prinzip „mehr desselben“ folgt. Es steht zu sämtlichen Ergebnissen der einschlägigen empirischen Forschung in Widerspruch. Kriminalität wird durch härtere Sanktionen nicht reduziert, sondern allenfalls gefördert. Innere Sicherheit wird dadurch jedenfalls nicht erhöht, sondern gefährdet, indem Steuergelder in verfehlte Maßnahmen investiert werden, statt sie dort einzusetzen, wo es erzieherisch und integrativ sinnvoll wäre. (…) Die Forschungen zeigen, dass die negativen Entwicklungsdynamiken krimineller Karrieren gebrochen werden können, aber nicht durch strafrechtliche Intervention, sondern durch „Verbesserung der Chancen der Jugendlichen auf soziale Teilhabe“.