TV-Tipp für den 14. Januar

Januar 14, 2008

Vox, 21.05

Shark: Seitenwechsel (USA 2006, R: Spike Lee, B: Ian Biederman)

James Woods gibt als Anwalt Sebastian Stark die Rampensau in einer Justizserie, die mit einem lustvoll aufspielenden Hauptdarsteller und bissigen One-Linern gut unterhält. Stark ist ein Starverteidiger,  der vom schlechten Gewissen gepackt, die Seiten wechselt und eine neue Einheit der Staatsanwaltschaft von Los Angeles, die sich um medienträchtige Fälle (meist natürlich auch mit gutbetuchten Angeklagten) kümmert, leitet. Gleich während des ersten Treffens erklärt er seinem Team sein „Cutthroat Manifesto“:

1) „Trial is War. Second place is death.“

2) „Truth is relative. Pick one that works.“

3) „In a jury trial, there are only twelve opinions that matter and yours (zu seinem Team) is not one of them.“

Das klingt nach gutem Futter für die forensikmüden Krimifans (zu denen ich gehöre). Vox zeigt montags nach „CSI:NY“ die erste Staffel – und danach (immerhin ist die andere Personality-Show mit einem sympathisch-unsympathischen Helden, „Dr. House“, ein Publikumsrenner) vielleicht sofort die zweite Staffel.

Mit James Woods (Sebastian Stark), Danielle Panabaker (Julie Stark), Sophina Brown (Raina Troy), Sarah Carter (Madeline Poe), Jeri Ryan (Jessica Devlin), Henry Simmons (Isaac Wright), Samuel Page (Casey Woodland)

Wiederholung: Dienstag, 14. Januar, 00.05 (Taggenau!)

Hinweise:

Vox über die Serie (mit drei Ausschnitten aus der ersten Folge)

CBS über Shark (schöneres Layout)

About.com-Interview mit Ian Biederman

Underground-online-Interview mit Ian Biederman

Ian Biederman über die Show (Videoclip bei Amazon.com)


Schreibblockade?

Januar 13, 2008

Stephen King hat wahrscheinlich noch nie eine Schreibblockade gehabt. Lawrence Block auch nicht. Trotzdem gibt es sie. Jedenfalls irgendwie. Oder vielleicht doch nicht?

Drehbuchautor Ken Levine (viele Folgen Mash, Cheers, Becker, Frasier und auch zwei Simpsons-Folgen) fragte Kollegen nach der sagenumwobenen Schreibblockade und was sie dagegen unternehmen. Hier antworten unter anderem Jane Espenson (Buffy, Kampfstern Galactica), Lee Goldberg (Diagnosis Murder, Monk), Bill Kelly (Disney-Film „Verwünscht“). Hier antworten unter anderem Alan Eisenstock (Mork von Ork), Phoeff Sutton (Boston Legal, Tony Scott-Film „The Fan“), Alex Epstein (Bon Cop, Bad Cop). Und, in beiden Postings, viele Autoren von Shows, für die auch Ken Levine schrieb. Das ganze ist also etwas Sitcomlastig.

Die Tipps sind trotzdem gut.


TV-Tipp für den 13. Januar

Januar 13, 2008

Pro 7, 22.55

Layer Cake (GB 2004, R.: Matthew Vaughn)

Drehbuch: J.J. Connolly

LV: J.J. Connolly: Layer Cake, 2000 (Layer Cake: Willkommen im Club)

Ein Drogenhändler der besseren Art will aussteigen. Sein Boss hat vorher noch zwei Aufträge für ihn: er soll eine Junkie-Tochter aufspüren und eine riesige Menge Ecstasy aufkaufen. Das ist beides nicht so einfach.

Allgemein abgefeierter Gangsterthriller, der nie in die deutschen Kinos kam. Eine euphorische Stimme: „Aktionsreicher, beinharter Thriller in bester britischer Tradition. Hervorragend gespielt, fotografiert und inszeniert, bis ins kleinste Detail präzise entwickelt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Daniel Craig, Tom Hardy, Jamie Foreman, Sally Hawkins, Burn Gorman, Sienna Miller         

Hinweise:

Homepage zum Film

BBC-Interview mit Matthew Vaughn


TV-Tipp für den 12. Januar

Januar 12, 2008

Entweder Arte um 15.20 Uhr einschalten, die ersten beiden Folgen von „Mord auf Seite Eins“ ansehen, einen kleinen Spaziergang machen, und dann um 22.35 Uhr wieder Arte einschalten und die Folgen drei und vier des BBC-Krimis „Mord auf Seite eins“ ansehen, oder Sean Connery ansehen. Heute in:

ARD, 22.55

JAMES BOND: Diamantenfieber (GB 1971, R.: Guy Hamilton)

Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz

LV: Ian Fleming: Diamonds are forever, 1956 (Diamantenfieber)

Eigentlich soll Bond nur einen Juwelenraub untersuchen. Aber Erzfeind Blofeld (schon wieder mit neuen Gesicht: Charles Gray) hat seine Finger drin.

Sean Connery kehrte für eine damals unglaublich hohe Summe zurück und spendete das Geld dem Scottish International Education Trust.

„Diamantenfieber“ ist insgesamt ein ziemlich lahmer Bond, bei dem nur die Autoverfolgungsjagd in Las Vegas in die Historie einging. Dreiundfünfzig Autos wurden geschrottet. Und die schwulen Killer Mr. Wint (Bruce Glover) und Mr. Kidd (Putter Smith) sind köstlich.


Weltweiter Kleinkram – Zweite Lieferung

Januar 11, 2008

Nochmal „iTeam“ oder „IT Crowd“: Bei You Tube gibt es einen kleinen Bildvergleich, der schon beim ersten Bild den Witz vergeigt. Im Original sieht der Chef mich (den Zuschauer) an. In der Kopie sieht der Chef irgendetwas anderes an. Undsoweiter.

Und nun zu den erfreulichen Meldungen. Tim Burton, dessen neuer Film „Sweeney Todd“ am 21. Februar in Deutschland startet, beantwortet bei Movie City vierzig Minuten lang Fragen.

Dort gibt es auch ein vierzigminütiges Interview mit dem 82-jährigen Schauspieler Hal Holbrook (Dirty Harry II – Callahan, Die Unbestechlichen, The Fog – Nebel des Grauens, Ein Richter sieht rot, Wall Street). Zuletzt spielte er in der Jon Krakauer-Verfilmung „In die Wildnis“(Into the Wild)  mit. Regie führte Sean Penn. Das Drehbuch schrieben Krakauer und Penn. Der Film über den Aussteiger Chris McCandless startet am 31. Januar in Deutschland.

Written by, das Magazin der WGA, hat drei Ausschnitte aus Gesprächen mit britischen Drehbuchautoren online gestellt. Es sind Christopher Hampton (Atonement – Abbitte; eine Ian McEwan-Verfilmung), Ronald Harwood (die Roman Polanski-Filme „The Pianist“ und „Oliver Twist“) und Steven Knight (Eastern Promises – Tödliche Versprechen) .


Weltweiter Kleinkram

Januar 11, 2008

Ali Karim redet im Rap Sheet mit Dan Fesperman. Dessen „The Prisoner of Guantanamo“ erhielt letztes Jahr zahlreiche Preise.

Die Nominierungen für den Left Coast Crime-Preis (wird im März in Denver verliehen; dort gibt es auch Ausschnitte aus den Büchern und die Covers) sind draußen:

The Lefty (for the most humorous mystery published in 2007)

• The Penguin Who Knew Too Much, by Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

• Stuff to Die For, by Don Bruns (Oceanview Publishing)

• Some Like It Hot-Buttered, by Jeff Cohen (Berkley)

• Knee High by the Fourth of July, by Jess Lourey (Midnight Ink)

• Murder with Reservations, by Elaine Viets (NAL)

 

The Rocky (for best mystery set in the Left Coast Crime geographical region in 2007)

• Free Fire, by C.J. Box (Putnam)

• Lost Dog, by Bill Cameron (Midnight Ink)

• The Girl with Braided Hair, by Margaret Coel (Berkley)

• Stealing the Dragon, by Tim Maleeny (Midnight Ink)

• False Fortune, by Twist Phelan (Poisoned Pen Press)

 

The Arty (for best cover art on a mystery novel published in 2007)

• Queenpin, By Megan Abbott (Simon & Schuster)

• Isabella Moon, by Laura Benedict (Ballantine)

• Her Royal Spyness, by Rhys Bowen (Berkley)

• Silent Counsel, by Ken Issacson (Windermere Press)

• Stealing the Dragon, by Tim Maleeny (Midnight Ink)

Wurde eines von diesen Büchern ins Deutsche übersetzt? Ich glaube nicht.  (Dank an The Rap Sheet für die Liste; dort gibt es auch einen Artikel über Stieg Larsson)

Die Briten können James Bond-Briefmarken kaufen (Warum sind die Abbildungen nur so klein?).

In der „taz“ beantwortet Claude Chabrol einige Fragen.

Bei International Thriller Writers ist die Januar-Ausgabe von The Big Thrill bereits einige Tage  online. Marcus Sakey, David Morrell (The Making of a Bestseller), Douglas Preston (Interview über seinen neuen Roman) und viele andere werden erwähnt.

One World Berlin präsentiert  ab Donnerstag, den 17. Januar, im Berliner Kino Acud einige Filme des letztjährigen One World-Festivals (sind alles Dokus zu menschenrechtlichen Fragen, die noch nicht im Kino und TV gelaufen sind. Der bekannteste Film dürfte „Manufacturing Dissent: Michael Moore and the Media“ sein). Hingehen. Es lohnt sich.

Am späten Nahcmittag war ich auf der Buchpräsentation von Sebastian Fitzeks neuestem Roman „Das Kind“ (Droemer – Besprechung demnächst). Gut besucht, informativ und die Werbekampagne (Krimiblog, Berlin Kriminell und viele andere waren involviert) wurde vorgestellt. Was soll ich sagen? Nach den ganzen Diskussionen um den BKA-Trojaner und wie dieser auf meine Festplatte kommen kann, hätte ich den USB-Stick sofort weggeworfen.


TV-Tipp für den 11. Januar

Januar 11, 2008

ZDF, 21.15

Soko Leipzig: Die Notenwenderin (D 2008, R: Oren Schmuckler, B: Hen Hermanns)

Dank eines Wahlkämpfers und einer christlichen Partei klingt die Story von „Die Notenwenderin“ sehr aktuell: Sven prügelt einen anderen Jugendlichen ins Koma. Kurz darauf wird er von einem Auto überfahren. Kommissar Trautzschke und sein Team fragen sich, wer der Fahrer war.

„Soko Leipzig“ startete 2001, wie die anderen Sokos, im Nachmittagsprogramm, wurde dann ins Abendprogramm verlegt und löste bereits über einhundert Fälle. Demnächst werden die Fälle 149 bis 154 gedreht.

Ab heute löst die „Soko Leipzig“ elf neue Fälle, die wahrscheinlich auch jede andere Soko übernehmen könnte; abgesehen von den Leipzig-Bildern und dem Senderversprechen, dass private Geschichten in den neuen Folgen der „Krimiweekly“  (O-Ton ZDF) ein stärkeres Gewicht haben sollen.

(Nach dem Ende von Soko Leipzig dann zu Kabel 1 umschalten und „Cold Case“ ansehen. Sind zwar nur Wiederholungen, aber „Cold Case“ ist eine Klasseserie.)

Mit Andreas Schmidt-Schaller (Kriminalhauptkommissar Hajo Trautzschke), Marco Girnth (Kriminaloberkommissar Jan Maybach), Melanie Marschke (Kriminaloberkommissarin Ina Zimmermann), Tyron Ricketts (Kriminalkommissar Patrick Diego Grimm)

Hinweise:

ZDF über Soko Leipzig (neben dem Üblichen gibt es auch einen Blog und einen Livestream der Folge)

ZDF-Soko-Leipzig-Blog

Fernsehserien über Soko Leipzig

Krimiserien über Soko Leipzig

TVSerieninfos über Soko Leipzig (vor allem Episodenguide)

Soko Leipzig-Fanseite

Homepage von Hen Hermanns

Alligatorpapiere reden mit Hen Hermanns (März 2004)


Neu im Kino: Chabrols „Die zweigeteilte Frau“

Januar 10, 2008

Die zweigeteilte Frau (F/D 2007, R: Claude Chabrol, B: Claude Chabrol, Cécile Maistre)

Chabrols neuester Film beackert vertrautes Chabrol-Gelände. Eine TV-Wetterfee verursacht ein Eifersuchtsdrama zwischen einem eitlen, verheirateten Schriftsteller und einem schnöseligen Erben.

Oder mit den Worten des Meisters: „Ich möchte unsere gegenwärtige Gesellschaft in ihrer totalen Verwesung zeigen. Da diese Verwesungserscheinungen jedoch luxuriös ausstaffiert sind, macht es richtig Spaß, sie zu filmen.“

Inspiriert wurde Chabrol von einem wahren Fall, der sich 1906 in New York ereignete.

Mit Ludivine Sagnier, Benoit Magimel, Francois Berléand, Mathilda May

Französische Homepage zum Film

Concorde Filmverleih: Trailer und Presseheft (mit einem Chabrol-Interview; – nicht besonders Kundenfreundlich über die Eingangsseite und dann über „Filme“ und „Aktuell“ zur „zweigeteilten Frau“.)

Film-Zeit zum Film

In der Zeit schreibt Jerome Charyn (Homepage derzeit nicht erreichbar) über den neuen Will Smith-Film „I Am Legend“. Müsste hier zu finden sein. (Nachtrag: Hier, genau hier!)


TV-Tipp für den 10. Januar

Januar 10, 2008

Arte, 21.00

Im Bann des Jade Skorpions (USA 2001, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

New York, Vierziger Jahre: Woody Allen spielt einen Versicherungsdetektiv, der sich in seine Chefin verliebt. Sie möchte ihn am liebsten feuern. Eines Abends hypnotisiert ein Magier die beiden. Sie werden ein leidenschaftliches Liebespaar und Juwelendiebe. Am nächsten Tag muss Woody den Diebstahl aufklären.

„Im Bann des Jade Skorpions ist ein weiterer Ausflug von Woody Allen in das Krimigenre. Für diese Komödie standen vor allem die Schwarze Serie und die Screwball-Comedy Pate.

Sein neuer Film „Cassandras Traum“ (mit Ewan McGregor und Colin Farrell) erlebt im Sommer auf DVD seine Deutschlandpremiere.

Mit Woody Allen, Helen Hunt, Dan Aykroyd, Wallace Shawn, David Ogden Stiers, Charlize Theron, Elizabeth Berkley

Wiederholung

Freitag, 11. Januar, 14.55 Uhr

Hinweise

Arte zum Film

Film-Homepage (englisch)

Jump-Cut-Interview mit Woody Allen zu „Im Bann des Jade Skorpions“

Deutschsprachige Woody Allen-Fanseite

Brandneues NPR-Interview mit Woody Allen (5. Januar 2008)


Sachdienliche Hinweise

Januar 9, 2008

Krimi-Couch: Der beste Roman des Jahres darf im Krimi-Blitz gewählt werden. Im Podcast werden Nick Stone und Ian Rankin vorgestellt. Und in der Januar-Ausgabe werden viele Krimis besprochen; unter anderem Ian Rankin, Peter Temple, Martin Cruz Smith, Joe R. Lansdale, Ross Thomas und, in der Klassiker-Abteilung Tucker Coe (eines der zahlreichen Pseudonyme von Donald Westlake).

NetNotables hat eine Liste von über 300 Titelsequenzen von klassischen TV-Serien zusammengestellt.  Klassisch weil die Serie vor 1990 im Fernsehen gelaufen sein muss und die Serie immer noch Fans hat. Dabei sind Kojak, Magnum, Detektiv Rockford, Mission Impossible, Miami Vice, undundund. Einfach reinklicken und in Erinnerungen schwärmen.

Alan Smithee vergleicht Remakes mit den Originalen. Sehr schön! Für Krimifans werden „The Thomas Crown Affair“, „D. O. A.“, „The Big Sleep“, „The Longest Yard“ detailliert miteinander verglichen.

In for Questioning befragt Ken Bruen.

Bei Daily Script gibt es eine frühe Fassung von Stewart Beatties Drehbuch „Collateral“ (12. September 2000). Das scheint die letzte Fassung zu sein, die ohne Michael Mann entstand. Frank Darabont nahm diese Überarbeitungen vor. Der Handlungsort wurde bereits von New York nach Los Angeles verlegt. Die von Michael Mann überarbeitete Fassung vom 24. August 2003 gibt es hier.

Bei Weekly Script gibt es das Drehbuch „Panther“ von Melvin Van Peebles, das er nach seinem gleichnamigen Roman schrieb. Sein Sohn Mario Van Peebles inszenierte 1995 den Film über die Black Panther.

Wer mehr über den Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt erfahren will, kann mit der Übersichtsstudie „Medien und Gewalt – Befunde der Forschung seit 1998“, die 2005 im Auftrag des Familienministeriums (BMFSFJ ist ausgeschrieben einfach viel zu lang) erstellt wurde, beginnen.  Direkt zur Kurzfassung (14 Seiten); direkt zur Langfassung (333 Seiten).
Und Watching the Detectives präsentiert das Cover des „Krimijahrbuch 2008“.


TV-Tipp für den 9. Januar

Januar 9, 2008

Arte, 21.00

Drei Schüsse auf JFK (USA 2007, R.: Robert Stone)

Drehbuch: Robert Stone

Spielfilmlange Doku über den John F. Kennedy-Mord, die zwar keine neuen Fakten bietet, aber das Attentat und die anschließenden Ermittlungen sehr gut in den historischen Hintergrund einbettet und vor allem die Folgen des Mordes auf das gesellschaftliche Klima in den USA zeigt.

Mit Norman Mailer, Edward J. Epstein, Mark Lane, Dan Rather, Tom Hayden

Wiederholungen:

Samstag, 12. Januar, 14.00 Uhr

Donnerstag, 24. Januar, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Dienstag, 29. Januar, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Arte zum Film

PBS – American Experience über den Film (umfangreiche Seite)

Homepage zum Film (nicht so umfangreich)


Cover der Woche

Januar 8, 2008

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TV-Tipp für den 8. Januar

Januar 8, 2008

Tele 5, 22.00 Uhr

Valdez (USA 1971, R.: Edwin Sherin)

Drehbuch: Roland Kibbee, David Rayfiel

LV: Elmore Leonard: Valdez is coming, 1970

Rancher Tanner beschuldigt einen Mann, seinen Freund Erin ermordet zu haben. Hilfssheriff Valdez erschießt ihn. Aber er war unschuldig. Valdez will von Tanner Geld für die Beerdigung und die Witwe des Toten. Dieser lehnt ab. Valdez nimmt den Kampf auf. Schließlich war er nicht immer ein trotteliger Hilfssheriff.

Melancholischer Spätwestern mit Burt Lancaster, Susan Clark

Von Elmore Leonards Homepage (Achtung! Das Ende wird verraten.): „Valdez is Coming is Elmore’s favorite western. It shows examples of the style that he would further develop in his contemporary crime novels. Burt Lancaster as Bob Valdez is the underestimated man, a constant theme in Elmore Leonard’s work. He is forced to confront the local ruthless land baron who nearly has him killed. He retaliates and lets his nemesis know that “Valdez is coming.” Before beginning The Moonshine War, Elmore wanted to write Valdez for the screen. Unfortunately Burt Lancaster was not available for a couple of years and the project was delayed. Edwin Sherin, the director of Valdez is Coming was a Broadway director and this was his first film which he shot in Spain. The biggest surprise of Valdez was that there was no shootout at the end, just as Elmore had written in the book. Nobody in Hollywood could believe it.”

Auch bekannt als „Valdez kommt“

Wiederholung um 01.30 Uhr

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007)  

Meine Besprechung von „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“


Politikerunfug

Januar 7, 2008

Doktor Friedbert Pflüger, Fraktionsvorsitzender der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus und Mitglied im Rundfunkrat des RBB (bester Hauptstadtsender Deutschlands), meinte in der Bild am Sonntag: „Keine TV-Morde mehr vor 20 Uhr – das muss ein Ehrenkodex werden. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern können wir politisch darauf drängen, und ich werde das in meiner Funktion als Rundfunkrat beim rbb auch tun. Bei den Privaten sollen Firmen nicht mehr werben, wenn sich die Sender nicht an den Ehrenkodex halten.“

Denn: „Wir leiden unter einer zunehmenden Brutalisierung des Fernsehens. Viele Kinder schauen tagsüber allein fern. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Hemmschwellen für Gewalt sinken, wenn Kinder Hunderte von Morden erleben.“

Hmhm, beim RBB muss er wenig tun. Heute wird im „Tatort“ um 22.35 Uhr gemordet, morgen überhaupt nicht, Mittwoch dito, Donnerstag, dito, Freitag wahrscheinlich in dem Western „Der Mann von Del Rio“ um Mitternacht, Samstag geht’s rund: um 14.30 Uhr der Western „Die erste Kugel trifft“ und um 23.30 Uhr „Ladykillers“ (Das Original!) und am Sonntag gibt’s um 15.40 Uhr „Pfarrer Braun: Adel vernichtet“ mindestens einen Mord.

Doch er kann sich ja um ARD und ZDF kümmern. „Soko 5113“, „Großstadtrevier“, „Soko Rhein-Main“, Die Rosenheim-Cops“, „Küstenwache“, „Notruf Hafenkante“, „Soko Kitzbühel“ werden diese Woche gezeigt. Diese nach Pflügers Meinung für Jugendliche bedenklichen Sendungen sollen alle weg. Stattdessen wird dann – ja, was eigentlich? – gezeigt. Wiederholungen von Schmonzetten? Soaps? Talkshows? Beratungssendungen? Reportagen?

Aber – und das ist die gute Meldung – Pflüger will ja nur für das Fernsehen einen Ehrenkodex schaffen. Jugendliche dürfen weiterhin Bücher lesen (Was wäre meine Jugend ohne die Bücher von Edgar Wallace, Agatha Christie, Ian Fleming, Mickey Spillane, James Hadley Chase gewesen?). Sie dürfen weiterhin historische Dokumentarfilme sehen. Sie dürfen weiterhin ins Theater gehen.

Und damit ist es der übliche, aus dem Bauch heraus argumentierende populistische Unfug, der hier von einem wichtigen Politiker präsentiert wird.  


Ein Buch zum Verschenken

Januar 7, 2008

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„Die kleinen Freuden des Lebens“ von Stefan Maiwald ist ein Toilettenbuch.

Das klingt jetzt vielleicht etwas abfällig, aber „Die kleinen Freuden des Lebens“ ist eine Sammlung von hundert kurzen Texten, in denen Maiwald jeweils einen Augenblick des Glücks beschreibt. Die kürzesten Texte sind, bei „Ihr Tisch ist jetzt frei“, nur einen Satz lang: „Tiefes Ausatmen.“ Einige glückliche Momente kennen nur junge Eltern, wie „Ein Kleinkind, das mal von 8 bis 8 durchschläft“. Und einige, wie „Ein Computer, der nie abstürzt“, hat wahrscheinlich noch niemand erlebt. Dabei sind auch die längsten Texte nicht länger als vier Seiten; die meisten sind ein bis zwei Seiten. Und das ist genau die ideale Textlänge für einen kurzen Zwischenstopp auf dem stillen Örtchen.

Geschrieben sind die einhundert Glücksmomente – ich verlasse mich hier gutgläubig auf den Untertitel von „Die kleinen Freuden des Lebens“ – in einem lockeren Plauderton, der im besten Fall zum Schmunzeln anregt. Es ist halt in diesen Heinz Erhardt-Tonfall, den alle gut finden, weil niemand wirklich etwas dagegen sagen kann, geschrieben.

Deshalb ist Maiwalds leicht humoreskes, etwas selbstironisches Buch das ideale kleine Geschenk für Spontankäufer und einfallslose Menschen, die jemanden, den sie nicht näher kennen, beschenken müssen (beispielsweise den Neuen heute Abend bei der Firmenfeier). Das Geschenk wird auf der Toilette landen. Dort kann beim Erleben von einem Glücksmoment viel über andere glückliche Augenblicke gelesen werden – und so wird „Die kleinen Freuden des Lebens“, am richtigen Ort ausgelegt, viele Leser finden.

Danach kann einer von Maiwalds glücklichen Momenten ausprobiert werden: „In einem Elektrogroßhandel die Stereoanlage bis zum Anschlag austesten.“ Denn: „Ein bisschen Spaß muss sein. Und wer mit Slogans wie ‚Geiz ist geil’ oder ‚Ich bin doch nicht blöd’ jeden denkenden Menschen beleidigt, der hat jedes Recht auf Verschonung verspielt.“

Als Testmusik empfehle ich „Fantomas“, „Mr. Bungle“, zur Not auch „Faith No More“, ein Frühwerk von John Zorn (oder etwas von „Painkiller“), Lou Reeds „Metal Machine Music“, Peter Brötzmanns „Machine Gun“ oder irgendetwas aus der Heavy Metal-Abteilung mit einem besonders abschreckenden Cover.

 

Stefan Maiwald: Die kleinen Freuden des Lebens – 100 Glücksmomente

dtv, 2008

192 Seiten

7,95 Euro

 

Homepage von Stefan Maiwald


TV-Tipp für den 7. Januar

Januar 7, 2008

Kabel 1, 20.15

Without a trace: Beste Freunde (USA 2007, R: Eriq La Salle, B: David Amann)

Without a trace: Ohne Dich (USA 2007, R: Jeannot Szwarc, Jose Molina)

Nachdem “Without a trace” zuletzt bei Sat.1 floppte, kehrt die von Hank Steinberg erfundene Krimiserie über das von Jack Malone geführte FBI-Ermittlerteam wieder zu Kabel 1 zurück. Ab heute suchen sie montags, ab 20.15 Uhr in neuen Doppelfolgen nach vermissten Personen.

Insgesamt dürfte „Without a trace“ auch im sechsten Jahr zu den am wenigsten gewalttätigen Krimiserien gehören. Tote gibt es auch nur sehr wenige. Die meisten Folgen kommen ohne eine Leiche (dabei rede ich noch nicht einmal von Mord) aus. Und trotzdem sind die Fälle immer spannend.

Mit Anthony LaPaglia (Jack Malone), Poppy Montgomery (Samantha Spade), Enrique Murciano (Danny Taylor), Eric Close (Martin Fitzgerald), Marianne Jean-Baptiste (Vivian Johnson), Roselyn Sanchez (Elena Delgado)

Wiederholung: Dienstag, 8. Januar, 03.30 Uhr (Taggenau! – Wahrscheinlich eine Wiederholung von „Beste Freunde“ und „Ohne Dich“ ohne Werbung.)

Hinweise

CBS über “Without a trace”

Kabel 1 über “Without a trace”

Fernsehlexikon über “Without a trace”

Deutsche “Without a trace”-Fanseite

Written by: Susan Littwin über Hank Steinberg und “Without a trace”: The Vanishing Act – Without a Trace isn’t written in invisible ink (From the February/March 2005 issue of „Written By“)


TV-Tipp für den 6. Januar

Januar 6, 2008

ARD, 00.00

Super Size Me (USA 2003, R.: Morgan Spurlock)

Drehbuch: Morgan Spurlock

Nur bei McDonalds essen ist schlecht für ihre Gesundheit. Das wussen wir schon immer, aber Morgan Spurlock machte die Probe aufs Exempel: 30 Tage Junkfood.

Ansehen – und dann ab ins Bett.

Wiederholung:

WDR: Donnerstag, 10. Januar, 23.15 Uhr

Hinweise:

„Super Size Me“ (deutsche Webseite mit Presseheft und Heft für den Schulunterricht)

Free Documentaries: Super Size Me (der Film im Original)

Blog von Morgan Spurlock (nur periodische Einträge)


TV-Tipp für den 5. Januar

Januar 5, 2008

Arte, 22.30

Mord auf Seite eins – Teil 1 & 2 (GB 2003, R.: David Yates)

Drehbuch: Paul Abbott

Die Mitarbeiterin eines Abgeordneten stirbt. „Herald“-Starreporter Cal McCaffrey soll die Hintergründe recherchieren. Denn die Tote soll ein Verhältnis mit ihrem Chef gehabt haben. Dummerweise ist McCaffrey mit dem Abgeordneten befreundet und sie wurde von einem Profikiller ermordet.

Preisgekrönter, allgemein abgefeierter sechsteiliger Politthriller, der das sumpfige Terrain von Wirtschaft, Politik, Presse und Polizei vermisst. Hollywood hat sich schon die Remake-Rechte gesichert.

Paul Abbot erhielt 2005 für „State of Play“ (Mord auf Seite eins) den Edgar in der Kategorie „Best Television Feature or Mini-Series Teleplay“.

Mit John Simm, David Morrissey, Kelly MacDonald, Bill Nighy

Wiederholungen:

Samstag, 12. Januar, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Samstag, 12. Januar, 15.20 Uhr

Hinweise:

Arte zu „Mord auf Seite eins (hier etwas ausführlicher)

BBC Germany zu „Mord auf Seite eins“

Guardian-Interview mit Paul Abbott (2005)

BBC-Interview mit Paul Abbott im „BBC writersroom“ (9. Oktober 2007)

BBC-Interview mit Paul Abbott zu „Mord auf Seite eins“ (Video-Clips)

Screen Online über Paul Abbott

Screen Online über „Mord auf Seite eins“


Original und Kopie: „IT-Crowd“ gegen „iTeam“

Januar 4, 2008

Doofe Sache, das mit dem Internet und YouTube. Denn Original und Kopie können in wenigen Minuten miteinander verglichen werden. Zuerst habe ich mir bei Sat.1 die ersten Minuten der neuen Comedy-Serie „Das iTeam – Die Jungs mit der Maus“ angesehen und habe ungefähr einmal gelacht und zweimal geschmunzelt (allerdings produziert das Lachen vom Band natürlich den Mitlacheffekt). Sie startet heute Abend um 21.45 Uhr.

Danach habe ich auf YouTube die ersten Minuten des Originals „The IT-Crowd“ gesehen. Dabei fällt auf, dass die Sat.1-Kopie das Original fast Bild für Bild, Zeile für Zeile, neuverfilmt hat. Allerdings schlechter. Denn obwohl ich alle Gags kannte, musste ich beim Original öfter lachen.

Vergleichen Sie selbst!


Rezension Syd Field „Das Drehbuch“ online

Januar 4, 2008

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Meine Besprechung von Syd Fields überarbeitetem Klassiker „Das Drehbuch – Die Grundlagen des Drehbuchschreibens“ (Screenplay – The Foundations of Screenwriting, 1979/2005) ist online in der Berliner Literturkritik.

Ein neueres Werk von Field schleuderte ich, nachdem ich las, auf Seite 20 müsse, wie der Film Die Verurteilten beweise, Plotpoint I kommen, verärgert in die Ecke. Bei „Das Drehbuch“ ärgerte ich mich nie. Denn Field ist hier nicht so dogmatisch. Das Paradigma-Konzept überzeugt. Die Beispiele, auch aus neuen Filmen, sind gut gewählt und irgendwie haben fast alle Drehbuchratgeber von ihm abgeschrieben.

Gut hat mir diese Stelle gefallen: „In Deutschland hielt ich einmal für ungefähr fünfzig Autoren einen Workshop ab, und von den fünfzig Geschichten endeten sechsundvierzig mit Tod, Selbstmord, Vernichtung oder Chaos. Ich musste den Teilnehmern erklären, dass es durchaus bessere Mittel gibt, ein Drehbuch abzuschließen. Das beste Ende ist immer eins, das echt, glaubhaft und wahr erscheint, wie zum Beispiel in Seabiscuit, Magnolia oder Der Stadtneurotiker. Titanic hat trotz der Liebesgeschichte ein wahres Ende.“

Field hätte auch Man nannte ihn Hombre, Butch Cassidy und Sundance Kid oder Thelma & Louise erwähnen können.