TV-Tipp für den 14. Juni: 1 Mord für 2

Juni 14, 2011

 

ZDF, 00.20

1 Mord für 2 (USA 2007, R.: Kenneth Branagh)

Drehbuch: Harold Pinter

LV: Anthony Shaffer: Sleuth, 1970 (Theaterstück)

Trotz Michael Caine und Jude Law, trotz Kinostart, trotz bekannter Vorlage – Hey, zeigt doch endlich mal wieder das Original mit Michael Caine und Laurence Olivier! -, läuft die TV-Premiere an einem Wochentag nach Mitternacht. Da scheint jemand in der Programmredaktion den Film wirklich zu hassen oder ihn für unglaublich schlecht zu halten

(Etwas besser geht es „Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt“. Der hat im BR bereits um 23.25 Uhr seine TV-Premiere. Aber der Film ist auch erst Frei-ab-18-Jahre und darf daher erst ab 23.00 Uhr im TV laufen. Den zweiten Teil „Todestrieb“ gibt’s morgen.)

Genug der Vorrede.

Der erfolgreiche Krimiautor Andrew Wyke (Michael Caine) lädt den jungen Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle (Jude Law), zu einem offenen Gespräch in seine Villa ein. Schnell entspinnt sich zwischen den beiden Männern ein tödliches Spiel.

Im Original heißt der Film „Sleuth“ und ist eine Verfilmung des erfolgreichen Zwei-Personen-Theaterstücks „Revanche“ von Anthony Shaffer, das bereits erfolgreich als „Mord mit kleinen Fehlern“ unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz nach einem Drehbuch von Shaffer mit Sir Laurence Olivier und Michael Caine (damals in der Rolle des jungen Liebhabers) verfilmt wurde. Nach übereinstimmender Meinung kann das Remake nicht mit dem wesentlich längeren Original mithalten.

In der „Tageszeitung“ sagte Michael Caine zum Remake:

Als Jude Law mir die Rolle bei einem Abendessen anbot, war ich erst noch skeptisch, aber schon als er anfügte, dass Pinter das Drehbuch geschrieben hatte, war für mich alles klar. Jude wusste, dass Pinter den Film von 1972 nie gesehen hatte. Er kannte nur Shaffers Drama, das er radikal umschrieb. Ich selbst habe den alten „Sleuth“ seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Es gab in unserer Version also keinerlei Verweise auf das Original, es war daher kein Remake, sondern etwas völlig anderes. Die Figur, die ich spiele, ist so weit weg von dem, was Larry Olivier damals gespielt hat.

 

mit Michael Caine, Jude Law, Harold Pinter, Carmel O’Sullivan, Kenneth Branagh

 

 Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film

Drehbuch „Sleuth“ von Harold Pinter (Fassung vom Oktober 2006)


Im Verhörzimmer: Don Winslow über Nikolai Hel und seinen neuen Thriller „Satori“

Juni 13, 2011

Eric van Lustbader hat es getan. Nachdem er bereits ein erfolgreicher Schriftsteller war, wurde er von Robert Ludlums Nachlassverwalter gefragt, ob er einen Jason-Bourne-Roman schreiben wollte. Sein siebter Bourne-Roman ist für nächstes Jahr angekündigt.

John Gardner, damals ebenfalls ein bekannter Autor, wurde von Ian Flemings Erben gefragt, ob er James-Bond-Romane schreiben möchte und er sagte zu. Danach kamen Raymond Benson, Sebastian Faulks und Jeffery Deaver (Ja, genau der Jeffery Deaver).

Jetzt hat auch Don Winslow ein solches Angebot angenommen. In den vergangenen Jahren erschrieb er sich einen glänzenden Ruf als Chronist des Verbrechens in Südkalifornien und, nachdem er in Deutschland einige Jahre nicht verlegt wurde, hat er auch hier eine steigende Zahl treuer Leser. Als er gefragt wurde, ob er einen Roman mit Nikolai Hel als Helden schreiben wollte, konnte er, ein großer Fan von Trevanians Roman „Shibumi“, nicht „Nein“ sagen.

In „Satori“ erzählte Winslow jetzt spannend und sehr kurzweilig die Vorgeschichte zu „Shibumi“ und wir erfahren, wie Nikolai Hel, der mehrere Sprachen spricht, ein ausgezeichneter Kämpfer, Liebhaber und Go-Spieler ist (halt irgendwie ein Ebenbild von Derek Flint), in den frühen fünfziger Jahren seinen ersten Auftrag erledigte.

Die Veröffentlichung des tollen Polit-Thrillers war für die Kriminalakte die Gelegenheit, Don Winslow einige Fragen zu stellen.

Was fasziniert Sie an Nikolai Hel?

Er ist auf vielen Ebenen ein faszinierender Charakter, aber am interessantesten ist für mich die in dem Charakter inne wohnende Kombination (und Konflikt) von westlicher und asiatischer Kultur. Als ein Europäer geboren (sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Russin) und aufgezogen in Asien, wird er ständig in beide Richtungen gezogen. Er will wichtige philosophische Ideen von beiden Kulturen bewahren. Zur gleichen Zeit ist er ein Einzelgänger – er ist Teil beider Kulturen, aber er kann nie ganz zu einer gehören.

Wie unterschied sich für Sie das Schreiben über einen bereits bestehenden und bekannten Charakter gegenüber ihren eigenen Charakteren?

Über Nikolai Hel zu schreiben war als ob ich ein Geschenk erhalte – dieser faszinierende Mann mit dem bestehendem interessantem Hintergrund und all seinen Fähigkeiten. Ich las „Shibumi“ als es veröffentlicht wurde. So kannte ich ihn bereits.

Aber hier übernahm ich zum ersten Mal einen Charakter, der von jemand anderem erfunden wurde. Ich fühlte eine große Verantwortung das Original nicht zu verraten, aber gleichzeitig zu versuchen, ein zeitgemäßes Buch zu schreiben.

Die wirkliche Herausforderung war, die Welt durch Nikolais Augen zu sehen – wenn ich das tun konnte, wusste ich, welche Entscheidungen ich zu fällen hatte.

Was waren für Sie die größten Herausforderungen beim Schreiben von „Satori“?

Einige. Die erste war, wie schon gesagt, die Herausforderung einen bestehenden Charaktere aufzunehmen. Dann war da die Aufgabe, den Stil von Trevanian zu respektieren, ohne ihn zu imitieren – also, zu versuchen meine Stimme mit seiner zu vereinigen. Am Ende ging es darum, etwas üppiger und lyrischer zu schreiben als ich es in meinen eigenen Arbeiten tue.

Zum Schluss ging es um die historischen Fragen. „Satori“ spielt 1951/1952 in Japan, China und Vietnam. Also musste ich viel recherchieren und versuchen die Plätze und die Zeit nachzuempfinden.

Zum Glück bin ich ein Geschichts-Geek und ich liebe die Recherche.

Ihre ersten Romane waren die Privatdetektivserie mit Neal Carey. Dann wechselten sie mit „Bobby Z“ zu Einzelwerken (und den beiden Boone-Daniels-Romanen), die im heutigen Südkalifornien spielen. Daher würde ich gerne wissen, was Ihnen an Einzelwerken und Kalifornien so gefällt.

Kalifornien ist für mich unendlich interessant. Es hat eine so große Vielfalt von Landschaften und Kulturen. Es ist so schön und dann ist da die hässliche Schattenseite. Für einen Krimiautor ist das eine Goldmine.

Zu Einzelwerken gegen Serien – ich bin gierig. Ich will beide schreiben. Am Ende ist es eine Frage der Geschichte, die ich erzählen will. Einige Geschichten haben ein festes Ende und es wäre falsch, sie zu einer Serie auszubauen. Andere sind mehr ein Marathon als ein Sprint. Du willst länger laufen; die Strecke langsamer mit diesem Charakter bewältigen.

Wie schreiben Sie ihre Bücher?

Meine Schreibroutinen sind sehr einfach. Je nach Jahreszeit beginne ich zwischen 5.00 und 5.30 Uhr im Morgen, arbeite bis 10.00 Uhr, jogge oder gehe dann 4 bis 6 Meilen – oder mache eine andere sportliche Betätigung. Danach gehe ich bis ungefähr 5.00 Uhr zurück an den Schreibtisch.

Normalerweise mache ich die Recherche für ein Buch, während ich ein anderes schreibe. Aber das ist flexibel und hängt von der Situation ab. Manchmal weißt du nicht, was du nicht weißt, bis du es schreibst. Dann musst du eine Pause machen und die Antwort herausfinden. Zum Beispiel: dein Charakter verlässt sein Hotel und dreht sich nach rechts – Weißt du, was er sieht, riecht, hört? Wenn nicht, musst du es herausfinden, damit du den Leser auf diesen Weg mitnehmen kannst.

Outlines machte ich früher. Heute kaum noch. Denn es kann eine nutzlose Übung sein. Normalerweise sagen oder tun meine Charaktere etwas, das ich nicht geplant hatte und die Geschichte in eine andere – normalerweise bessere Richtung – lenkt. Ich habe eine grobe Idee, in welche Richtung die Geschichte sich bewegt – immer basierend auf den Charakteren – aber ich will überrascht werden.

Ich überarbeite jeden Tag; ich ändere ständig, was ich getan habe. Nachdem ich die Anmerkungen von meinem Herausgeber erhalten habe, schreibe ich vom Anfang bis zum Ende eine neue Fassung.

Als tägliches Schreibziel habe ich keine Seitenzahl oder Anzahl von Worten im Kopf. Mein einziges Ziel ist es, jeden Tag gut zu schreiben. Dieses Ziel erreiche ich nicht immer.

Don Winslow: Satori

(übersetzt von Conny Lösch)

Heyne, 2011

608 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Satori

Grand Central Publishing, New York, 2011

Hinweise

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Meine Besprechung von Don Winslows „Satori“ (Satori, 2011)

Don Winslow in der Kriminalakte


Georg Schramm lästert

Juni 13, 2011

Die Verleihung des Kleinkunstpreises Anfang Mai hat Georg Schramm sicher viel Freude bereitet; vor allem, weil es ihm (wieder einmal) gelang, die Honoratioren (die ihn doch inzwischen kennen müssten) gegen sich aufzubringen:

In der Stuttgarter Zetung stand über den Abend:

Aus der ersten Reihe wurden „Arschloch“ und Aufhörenrufe laut. „Das war kein Kabarett, das war Klassenkampf“, zischte Europa-Park-Chef Roland Mack. „Unglaublich, charakterlos, Sauerei“, assistierte Gattin Marianne. Doch während die erste Reihe pöbelte, jubelten die hinteren Ränge. „Der Zorn ist wichtig für eine Gesellschaft“, wies Schramm die Anwürfe zurück. Diese Gelegenheit, den anwesenden Großkopfeten die Meinung zu geigen, habe er sich nicht entgehen lassen. „Die Dramaturgie sei ihm aber ein wenig entglitten“, räumte er ein. Er hätte früher aufhören sollen, als die Prominenz in den Spiegel geschaut und erstarrt sei und bevor sie anfangen konnte, zu keifen.


TV-Tipp für den 13. Juni: Der Teufel mit der weißen Weste

Juni 13, 2011

BR, 00.15

Der Teufel mit der weißen Weste (F 1962, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Pierre Lesou: Le Doulos, 1958

Regieassistenz: Volker Schlöndorff

Nach einem missglückten Einbruch wird Maurice verhaftet. Er glaubt, dass Silien ihn verraten hat und er beauftragt einen Verbrecher, Silien umzubringen. Gleichzeitig tut Silien alles, um Maurice aus dem Gefängnis zu befreien.

Düsterer Gangsterfilmklassiker, mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Serge Reggiani

Hans Gerhold in „Jean-Pierre Melville“ (Hanser Verlag, Reihe Film 27): „Aus einem durchschnittlichen Série Noire-Stoff wurde ein „Melville“. Tatsächlich macht die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit unvorhersehbaren Volten und Rückblenden (in den Erzählungen der Personen und in visuellen flash-backs) LE DOULOS zu dem spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles. Denn LE DOULOS ist eine Anti-Tragödie und auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut, die jede Äußerung und jedes Bild sofort wieder relativiert.“

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. Juni: Elf Uhr nachts

Juni 12, 2011

BR, 23.45

Elf Uhr nachts (F/I 1965, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Lionel White: Obsession, 1963

Ferdinand stolpert in eine undurchsichtige Mordgeschichte und flüchtet mit seiner Ex Marianne quer durch Frankreich auf eine einsame Insel.

Auch bzw. besser bekannt als „Pierrot le fou“. Die Krimifarce hat mit dem Buch wenig bis nichts zu tun, aber viel mit Godard, seinem filmischen Kosmos und dem Lebensgefühl der Sechziger.

Mit Jean-Paul Belmondo, Anna Karina

Hinweise

Arte über „Elf Uhr nachts“

Mordlust über Lionel White

Wikipedia über Lionel White

Wikipedia über „Elf Uhr nachts“ (deutsch, englisch, französisch)

Film-Rezensionen über „Elf Uhr nachts“ (17. November 2009)

Monthly Film Bulletin 1990 über „Elf Uhr nachts“

Films de France über „Elf Uhr nachts“

Wikipedia über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

IMDB über Jean-Luc Godard

Kriminalakte gratuliert Jean-Luc Godard zum Geburtstag


Die Nominierungen für den Nero Award 2011

Juni 11, 2011

Der Fan-Verein „The Wolfe Pack“ (sie sind Fans von Rex Stouts Nero Wolf, dem dicken New-Yorker-Privatdetektiv, der nur höchst ungern sein Haus verlässt, und stattdessen seinen Assistenten Archie Goodwin die Laufarbeit erledigen lässt) hat die Nominierungen für den diesjährigen Nero Award (der an einen Krimi verliehen wird, der in der Tradition der Nero-Wolfe-Geschichten geschrieben ist) veröffentlicht:

Ice Cold, von Tess Gerritsen (Ballantine)

The Book of Spies, von Gayle Lynds (St. Martin’s Press)

Bury Your Dead, von Louise Penny (Minotaur)

The Midnight Show Murders, von Al Roker und Dick Lochte (Delacorte)

Think of a Number, von John Verdon (Crown)

Die Preisverleihung ist am ersten Samstag im Dezember in New York während des Black Orchid Weekend.

(via The Rap Sheet)


TV-Tipp für den 11. Juni: Der Mann aus Marseille

Juni 11, 2011

ARD, 03.05

Der Mann aus Marseille (F/I 1972, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: José Giovanni: L´excommunié/La scoumoune, 1958 (Der Gangsterboss)

Ballade über die Freundschaft zwischen zwei Gangstern, die nach dem Zweiten Weltkrieg sich wieder einen Platz in der Pariser Unterwelt sichern wollen.

Mit Jean-Paul Belmondo, Michel Constantin, Claudia Cardinale, Andréa Ferréol, Gérard Depardieu

Hinweise

Homepage von/über José Giovanni

Wikipedia über José Giovanni (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über José Giovanni

Kriminalakte über José Giovanni


Mit Joe R. Lansdale nach Osttexas in die dreißiger Jahre

Juni 10, 2011

Nachrichten verbreiteten sich nicht besonders schnell. Nicht damals. Nicht über das Radio und nicht über Zeitungen. Nicht im Osten von Texas. Die Dinge waren anders. Was in einem Ort geschah, drang meistens nicht über ihn hinaus.“

So beginnt der 1933/1934 spielende Kriminalroman „Die Wälder am Fluss“ von Joe R. Lansdale. Er erhielt dafür einen Edgar. Mit „Kahlschlag“ kehrte er einige Jahre später wieder nach Osttexas in die dreißiger Jahre zurück. Aber in einen anderen Bezirk und „Kahlschlag“ ist auch fast so gut wie „Die Wälder am Fluss“.

In „Die Wälder am Fluss“ entdeckt der elfjährige Harry Collins die bestialisch zugerichtete Leiche einer Schwarzen. Zusammen mit seiner jüngeren Schwester sucht er den Mörder. Er glaubt, dass der legendäre, im Wald hausende Ziegenmann dahintersteckt. Weil sein Vater auch der Constable des Dorfes ist, erfährt er aus erster Hand, wie die Ermittlungen voranschreiten.

Diesen Krimiplot verknüpft Joe R. Lansdale äußerst gelungen mit einer Coming-of-Age-Geschichte und einem handfestem Schauermärchen. Denn wenn Harry im Wald den Ziegenmann sucht, stampft man buchstäblich durch sumpfiges Gelände.

In „Kahlschlag“ muss die rothaarige Schönheit Sunset Jones ihren Mann stehen. Vor allem nachdem sie ihren Mann, der sie geschlagen hatte und vergewaltigen wollte, erschossen hat und jetzt von ihrer Schwiegermutter, die die Besitzerin des Sägewerks ist, aufgefordert wird, den Job ihres toten Mannes zu übernehmen. Er war der Constable.

Zusammen mit Clyde, der bereits einige Erfahrung als Deputy hat, und Hillbilly, einem gut aussehendem, aber auch skrupellosem Hobo mit einer musikalischen Ader, versucht sie sich Respekt zu verschaffen. Als der Farbige Zendo auf seinem Grundstück eine im Boden vergrabene, mit Öl überzogene, weiße Frauenleiche und einen Säugling findet und Sunset diesen Doppelmord aufklären will, stößt sie auf einige Geheimnisse und schmutzige Geschäfte.

Aber diesen, in weiten Teilen vorhersehbaren Krimiplot treibt Lansdale nicht sonderlich energisch voran. Denn dafür werden die Leichen reichlich spät entdeckt und die Mordermittlung verschwindet immer wieder unter den zahlreichen, teils sehr detailliert ausgeführten Nebengeschichten.

Lansdale geht es in „Kahlschlag“ halt mehr um ein Porträt der Depressionsjahre, dem damaligen Leben in Osttexas und den Versuchen von zwei Frauen in einer Männergesellschaft ihren Mann zu stehen. Da sind dann einige Längen vorhanden, die es in dem ebenfalls ruhig erzähltem „Die Wälder am Fluss“ nicht gibt. Denn der damals jugendliche Held beginnt seine Welt zu erkunden und die Geheimnisse der Erwachsenen zu enttarnen. Sunset entdeckt dagegen nur und auch für sie wenig überraschend, wie stark ökonomische Interessen das Leben der oberen Zehntausend des Bezirks (was in der Provinz nur eine handvoll Leute sind) bestimmen. Dass ihr Mann eine Geliebte hatte, wusste sie dagegen schon lange.

Letztendlich ist das größte Problem von „Kahlschlag“ allerdings, dass Joe R. Lansdale kurz davor das überragende „Die Wälder am Fluss“ schrieb.

Und wer danach immer noch nicht genug von Joe R. Lansdale hat, sollte sich die Anthologie „The new Dead“ von Christopher Golden mit der Kurzgeschichte „Rack ’n‘ Break“ von Joe R. Lansdale schnappen. In der Geschichte erzählt er von einem Billardspiel das mit einem Toten endet.

Zu den anderen Autoren der Zombie-Anthologie gehören John Connolly, David Liss, Brian Keene, Jonathan Maberry, Mike Carey, Max Brooks, Tad Williams und Joe Hill. Das klingt doch gut.

Joe R. Lansdale: Die Wälder am Fluss

(übersetzt von Mariana Leky)

dumont, 2011

368 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

The Bottoms

Warner Books/Mysterious Press, 2000

Deutsche Erstausgabe

dumont, 2004

Joe R. Lansdale: Kahlschlag

(übersetzt von Katrin Mrugalla)

Golkonda, 2010

368 Seiten

16,90 Euro

Originalausgabe

Sunset and Sawdust

Alfred A. Knopf, 2004

Christopher Golden (Hrsg.): The new Dead – Die Zombie-Anthologie

(übersetzt von Firouzeh Akhavan-Zandjani)

Panini Books, 2011

480 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

The new Dead – A Zombie Anthology

St. Martin’s Press, 2010

Hinweise

Homepage von Joe R. Lansdale

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Wilder Winter“ (Savage Season, 1990)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998 )

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Gott der Klinge” (The God of the Razor, 2007)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Teufelskeiler” (The Boar, 1998)

Meine Besprechung  von Joe R. Lansdales „Akt der Liebe“ (Act of Love, 1981)


TV-Tipp für den 10. Juni: Kaltblütig

Juni 10, 2011

Kabel 1, 02.00

Kaltblütig (USA 1967, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Truman Capote: In cold blood, 1965 (Kaltblütig)

Semidokumentarischer Film über den sinnlosen Mord an einer Familie in Holcomb, Kansas, im November 1959.

Richard Brooks kongeniale Verfilmung von Capotes True-Crime-Klassiker über einen Mord, der die USA erschütterte.

Mit Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart

Hinweise

Wikipedia über „Kaltblütig (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. Juni: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz

Juni 9, 2011

ARD, 22.45

The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (USA 2008, R.: Darren Aronofsky)

Drehbuch: Robert Siegel

Das ist deutsche TV-Kultur: Platz 173 in der Top-250-Liste der IMDB, über dreißig Filmpreise erhalten (unter anderem der Goldene Löwe in Venedig), für über dreißig weitere nominiert, Kritikerliebling, über 127.000 Kinobesucher in Deutschland (gut, gegen den „Avatar“ ist das nichts, aber auch in Tom Tykwers „The International“ gingen keine 700.000 Leute und der Film wurde kürzlich, gekürzt, an einem Sonntag von Pro 7 um 20.15 Uhr ausgestrahlt) und die gloriose Rückkehr von Mickey Rourke als Schauspieler (er erhielt für seine Rolle unter anderem den Golden Globe und den BAFTA Award und war für den Oscar nominiert) – und dann feiert der Film, weil „Die beliebtesten Komiker der Deutschen“ wichtiger ist, an einem Wochentag zu später Stunde seine TV-Premiere.

Die Story: Im semidokumentarischem Stil eines Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Films verfolgt Aronofsky den abgewrackten Wrestler Randy ‚The Ram‘ Robinson, dessen Leben nur aus Wrestling besteht. Nach einem Infarkt soll er das Wrestling aufgeben, er versucht einen Neuanfang, will sich mit seiner Tochter aussöhnen und kann doch vom Wrestling nicht lassen.

Großartiges Schauspielerkino, mit einem deutlichen Blick auf das Mainstream-Publikum.

Als nächsten Film drehte Aronofsky den Ballettfilm „Black Swan“, der in vielen Punkten die spiegelbildiche Ergänzung zu „The Wrestler“ ist.

mit Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Wrestler“

Wikipedia über „The Wrestler“ (deutsch, englisch)


„Satori“ und „Shibumi“: das erste und das letzte Abenteuer von Auftragskiller Nikolai Hel

Juni 8, 2011

 

Ich kann mich nur noch sehr dunkel an Trevanians Thriller „Shibumi“ erinnern, aber ich bin mir sicher, dass ich ihn als Teenager verschlungen hatte. Immerhin waren die Agententhriller von Trevanian, ein Pseudonym von Rodney Whitaker, damals ganz oben auf meiner Leseliste.

Jetzt, anlässlich der Veröffentlichung des von Don Winslos als Prequel zu „Shibumi“ geschriebenem Agententhriller „Satori“, las ich Trevanians Roman wieder und ich fragte mich, was mir damals so gut gefallen hat. Wahrscheinlich war es die Vergötterung der japanischen Kultur, die überragenden Fähigkeiten des Helden Nikolai Hel im Beruf (als Killer) und im Bett (James Bond ist gegen ihn ein Wüstling), seine finanzielle und geistige Unabhängigkeit. Kurz, er verkörperte genau das, was einen pubertierenden Jungen anmacht. Das ganze wurde mit einer ordentlichen Portion US-Bashing (nun ja, der Staub von Watergate legte sich so langsam und die Reagan-Jahre wurden geistig vorbereitet) und elitärem Denken, das heute einen seltsamen Geschmack hinterlässt, weil es doch arg nach der Nazi-Herrenmenschideologie schmeckt (Wobei Hel kein Rassist im eigentlichen Sinn ist. Er verachtet nur die westliche Kultur und deren Kaufmannsmentalität abgrundtief und, auch aufgrund seiner Biographie, stehen die US-Amerikaner ganz oben auf seiner Hassliste.) Auch ist Hel aus heutiger Sicht ein ziemlich altmodischer Macho und Trevanian bedient in „Shibumi“ eben solche Macho-Ideale. Nicht ungeschickt, aber das macht es nicht unbedingt besser.

Außerdem erzählt Trevanian seine Geschichte sehr ungeschickt. Denn nachdem auf den ersten Seiten eine CIA-Aktion auf dem Flughafen von Rom aus dem Ruder läuft, es anstatt der geplanten zwei, neun Tote gibt, der CIA-Scherge Mr. Diamond entdeckt, dass die gesamte Aktion schlampig vorbereitet war und mit welcher Gefahr sie es vielleicht zu tun haben, geht die Möchtegern-Terroristinnen Hannah Stern, die den Anschlag überlebte, nach Etchebar. Dort, im Baskenland, hat Nikolai Hel ein großes Anwesen, das er historisch herrichtet, und eine große Schar vertrauter ETA-Widerstandskämpfer (vulgo gute Terroristen; – das ist eine Siebziger-Jahre-Unterscheidung zwischen Terroristen und Freiheitskämpfern, die heute obsolet ist. Wie auch viele der damaligen Terroristengruppen.).

Diamond fräst sich durch die Akte von Nikolai Hel und wir erfahren hunderttausend Dinge über Hel, die interessant, aber für die Geschichte reichlich unwichtig sind.

Erst auf Seite 286 tritt Hel zum ersten Mal leibhaftig auf. Er erkundet mit seinem Freund Benat Le Cagot auf den folgenden sechzig Seiten eine Höhle, die später noch einmal wichtig wird.

Die erste Begegnung zwischen Hel und Hannah Stern ist auf Seite 371. Erst jetzt muss Hel sich fragen, ob er sein Leben als Killer im Ruhestand verlassen will. Bis er dann endlich die Initiative ergreift vergehen weitere Seiten, die sich inzwischen endlos anfühlen. Der Kampf zwischen Hel und den Bösewichtern beschränkt sich dann auf wenige Seiten. Dabei hätten sie eigentlich den größten Teil von „Shibumi“ einnehmen müssen.

Auf der Habenseite bleibt immer noch ein faszinierender Charakter, die Idee einer Muttergesellschaft, die als Verbindung zwischen Politik und Ölindustrie sogar über den CIA befehlen darf und mit allen Mitteln ihre Interessen schützt, eine geradezu prophetische Beschreibung des Einsatzes von Computern und einige Bonmots, wie „Es ist eine Binsenweisheit der amerikanischen Politik, dass der Mann, der eine Wahl zu gewinnen versteht, diesen Sieg nicht verdient.“ oder warum Informationen über die Liberalen von dem Supercomputer auf weißen Karten ausgedruckt werden: „als Fat Boy die Möglichkeit wirksamer Aktionen vonseiten der Liberalen errechnet hatte, erhielten sie wieder weiße Karten, das Kennzeichen politischer Machtlosigkeit.“.

Don Winslow schrieb jetzt, beauftragt von Trevanians Familie, ein Prequel zu „Shibumi“. In „Satori“ erzählt er, wie Nikolai Hel zum Auftragskiller wurde.

Nachdem der sechsundzwanzigjährige Hel drei Jahre in einer kleinen Zelle saß, macht ihm der CIA-Mann Haverford ein Angebot: wenn er für sie einen Mann ermordet, wird er freikommen. Dass der Auftrag ein Himmelfahrtskommando ist, weiß Hel von der ersten Sekunde an. Denn er soll in Peking, getarnt als französischer Waffenhändler, den russischen Botschafter mit bloßen Händen umbringen und so einen Keil zwischen Peking und Moskau treiben.

Dieser Botschafter ist der skrupellose KGB-Mann Juri Woroschenin, der Hels Mutter entehrte und Hel um sein Erbe brachte, und damit hat der junge Mann auch ein persönliches Motiv, um den Auftrag anzunehmen.

Doch wie heißt es so schön: reinkommen ist kein Problem, lebendig rauskommen schon. Zum Glück kann Hel auf die Hilfe von hilfreichen Mönchen (die dann doch gar nicht so harmlos sind) bauen.

Und der CIA und das amerikanische Militär waren bereits vor sechzig Jahren tief in illegale Geschäfte verwickelt und versuchten ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Auch wenn dann dafür eine andere Behörde den schwarzen Peter erhält. In diesem Spiel ist der passionierte Go-Spieler Hel nur ein Bauer, der je nach Opportunität, geopfert werden kann.

Satori“ ist ein farbiger, im Fernen Osten 1951/1952 spielender Agententhriller, der prächtig unterhält und ein angenehmes Retro-Gefühl verbreitet. Denn einerseits erinnert alles an die Agententhriller aus der Zeit des Kalten Krieges, andererseits legt Don Winslow ein absolut zeitgemäßes Erzähltempo vor und verknappt Beschreibungen und Szenen bis zum Äußersten. Im Tonfall und der damit verbundenen ironischen Darstellung der doch leicht absurden Abenteuer von Nikolai Hel erinnert Winslow dann an die grandiosen Tanner-Romane von Lawrence Block. Gegenüber dem schnellen und pointiert erzähltem Thriller „Satori“ wirkt Travanians „Shibumi“ noch schwerfälliger als es eh schon ist.

Außerdem nimmt Don Winslow gelungen einige Fäden und Episoden aus Trevanians „Shibumi“ (so wird in „Shibumi“ Hels erster Auftrag auf einigen Seiten erwähnt) auf, füllt die Lücken aus und zeichnet ein Bild eines jüngeren Mannes, der das Killerhandwerk erst noch erlernt.

Satori“ ist ein feiner Schmöker. Fortsetzung nicht ausgeschlossen und willkommen.

Trevanian: Shibumi

(übersetzt von Gisela Stege)

(vollständig überarbeitete Neuausgabe)

Heyne, 2011

576 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Shibumi

Crown Publishers, New York, 1979

Deutsche Erstausgabe

Shibumi oder der leise Tod

Droemer Knaur, 1981

Don Winslow: Satori

(übersetzt von Conny Lösch)

Heyne, 2011

608 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Satori

Grand Central Publishing, New York, 2011

Hinweise

 Homepage von Trevanian

Martin Compart über Trevanian und „Shibumi“ (Teil 1, Teil 2)

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Don Winslow in der Kriminalakte

Vorankündigung

In wenigen Tagen könnt ihr nur in der Kriminalakte mein Interview mit Don Winslow lesen.

 

 


TV-Tipp für den 8. Juni: Ruhe sanft GmbH

Juni 8, 2011

Das Vierte, 20.15

Ruhe sanft GmbH (USA 1963, R.: Jacques Tourneur)

Drehbuch: Richard Matheson

Die Schwarze Komödie mit etlichen Morden und grotesk überzeichneten Typen ist ein kleiner Klassiker: um ein Bestattungsunternehmen vor der Pleite zu retten, sorgen der Schwiegersohn und sein Gehilfe für Nachschub. Mit allen Mitteln.

Mit Boris Karloff, Vincent Price, Peter Lorre, Basil Rathbone

Wiederholung: Donnerstag, 9. Juni, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Richard Matheson (deutsch, englisch)

Phantastik-Couch über Richard Matheson

Times: Stephen King über Richard Matheson (22. Juli 2006)

Mystery File: Ed Gorman unterhält sich mit Richard Matheson (2006)

Archive of American Television: Interview mit Richard Matheson

Rod Serling Memorial Foundation: William Simmons interviewt Richard Matheson


DVD-Kritik: „Der Fall Rohwedder“ ist immer noch ungelöst

Juni 7, 2011

Am 1. April 1991 wurde der Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder in seinem Haus in Düsseldorf erschossen. Der Täter konnte flüchten. Später wurden auf einem Handtuch, das am Tatort gefunden wurde, Haare von Wolfgang Grams gefunden. Weil das RAF-Mitlglied am 27. Juni 1993 auf dem Bahnhof in Bad Kleinen starb, kann er nichts mehr dazu sagen und die Bundesanwaltschaft nennt ihn auch nicht als Täter.

In der 45-minütigen Doku „Der Fall Rohwedder“ legen sich die Macher Anne Kauth und Bernd Reufels ziemlich eindeutig auf die Täterschaft des toten RAFlers fest, seine Schießkünste werden mit dem Training in der DDR bei der Stasi (die freudig alles unterstützte, was dem Klassenfeind schadete und am Ende der DDR flugs die erreichbaren Akten vernichtete, weshalb gerade die jüngste Vergangenheit im Schredder landete) und das konspirative und sehr professionelle Vorgehen der dritten und auch heute noch unbekanntesten RAF-Generation wird mit Nachhilfestunden bei der Stasi erklärt.

Andere Erklärungen verfolgen Kauth und Reufels nicht weiter. Das gilt vor allem für die populäre Verschwörungstheorie „Das RAF-Phantom“ (Knaur Verlag, Dezember 1992) von Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber und Ekkehard Sieker, nach der es die dritte Generation der RAF nicht gab, sondern der Staat oder die Wirtschaft die Anschläge auf Rohwedder und den Deutsche-Bank-Vorsitzenden Alfred Herrhausen verübte. Im Bonusmaterial lehnt Alexander Straßner diese Verschwörungstheorie als haltlos ab.

Insgesamt folgt die Doku, was auch an der Auswahl der Interviewpartner, wie Lothar de Maiziere, Wolfgang Schäuble, Theo Waigel und Ex-BKA-Chef Hans-Ludwig Zachert, liegen kann, stark der offiziellen Geschichtsschreibung. Deshalb liegt der Wert der Doku nicht im Enthüllen bislang unbekannter Fakten und Vermutungen, sondern im akribischen Nachzeichnen des Mordes und des damaligen gesellschaftlichen Klimas. Denn obwohl das alles erst vor zwanzig Jahren geschah, wirkt es heute (und nicht nur wegen der Kleider, Frisuren und Möbel) sehr fern.

Es wird nur am Rand auf die Ironie eingegangen, dass die RAF gerade mit diesen Anschlägen letztendlich das Geschäft des Gegners besorgte. Denn während Rohwedder und Herrhausen Kapitalisten mit einem sozialen Gewissen waren, waren ihre Nachfolger kaltschnäuzige Kapitalisten, die genau das taten, was die RAF verhindern wollte. Mit diesen Anschlägen bugsierte sie sich noch weiter (oder endgültig) ins politische Abseits. Am 20. April 1998 löste die RAF sich auf.

Das Bonusmaterial der DVD besteht aus zwei Interviews: eines mit Prof. Dr. Wolfgang Seibel über die Einheit und die Treuhand; eines, das auch teilweise in der Doku „Der Fall Rohwedder“ verwandt wurde, mit Dr. Alexander Straßner über die RAF. Da hätte man sich noch weitere Ausschnitte aus den anderen, für die grundsolide TV-Dokumentation verwandten Interviews gewünscht.

Der Fall Rohwedder (D 2010)

Regie: Anne Kauth, Bernd Reufels

Drehbuch: Anne Kauth, Bernd Reufels

DVD

Polyband (Arte Edition)

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Interviews mit Dr. Alexander Straßner und Prof. Dr. Wolfgang Seibel (45 Minuten)

Länge: 47 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage von Bernd Reufels

Homepage von Looks Film (produzierte „Der Fall Rohwedder“)

ZDF über die Doku

Wikipedia über Detlev Karsten Rohwedder


Cover der Woche

Juni 6, 2011


TV-Tipp für den 7. Juni: The man who shot Chinatown

Juni 6, 2011

3sat, 22.25

The Man Who Shot Chinatown – The Life and Work of John A. Alonzo (D/USA/GB 2007, R.: Axel Schill)

Drehbuch: Stephanie Bahr, Axel Schill

Sehenswerte 75-minütige Doku über den 2001 verstorbenen Kameramann John A. Alonzo. Zu seinen Filmen gehören neben „Chinatown“ auch „Scarface“, „Infernal Affairs“, „Das fliegende Auge“, „Ich, Tom Horn“, „Schwarzer Sonntag“, „Die Bären sind los“, „Harold und Maude“, „Fluchtpunkt San Francisco“ und „Fahr zur Hölle, Liebling“.

Mit Richard Dreyfuss, Roger Ebert, Mike Figgis, William Friedkin, Sally Field, Michael Crichton, Haskell Wexler

Hinweise

Homepage zum Film (Presseheft)

Film-Zeit über „Alonzo – The Man who shot Chinatown“


Thor Kunkel präsentiert „Subs“

Juni 6, 2011

Thor Kunkels neuer Roman „Subs“ beginnt mit der Anzeige „Sklavin gesucht“ und endet 442 Seiten später mit der Anzeige „Herr/in gesucht“.

Dazwischen gibt es eine ziemlich gemeine Satire auf das heutige Deutschland, die von Guido Westerwelles Aussage „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein“ inspiriert ist. Denn das Ehepaar Claus und Evelyn Müller-Dodt hat die ironisch gemeinte Anzeige nach der Sklavin aufgegeben, weil sie eine neue Haushälterin suchen. Sie kriegen den Altphilologen Bartos und dessen Begleiterin Lana, eine wohlproportionierte, junge Ukrainerin. Bartos erklärt, dass das Sklaventum im alten Rom eine gute Sache gewesen sei und er und Lana ebensolche römischen Sklaven sein wollen. Schönheitschirurg Claus Müller-Dodt ist begeistert (vor allem von deren exorbitant niedrigen Gehaltsvorstellungen) und das Experiment eines römischen Haushalts in einer noblen Grunewaldvilla nimmt seinen anfangs vorhersehbaren Lauf.

Denn die Müller-Dots gewöhnen sich schnell an ihr neues Dasein als Sklavenhalter, Claus will Lana vögeln, die Freunde der Müller-Dots und Evelyns Schwester reagieren durchaus verständnisvoll auf die neuen Sitten in der Grunewaldvilla und die Sklaven werden von Bartos auch, nachdem der mondäne Swimmingpool auf dem Müller-Dotsschen Anwesen kostengünstig gebaut wurde, eifrig an andere Villenbesitzer im Grunewald für deren Bauprojekte (selbstverständlich immer ohne auf die Steuerklärung zu achten) ausgeliehen. Doch nachdem Claus mit Lana auf eine Tagung nach Monaco fliegt und Evelyn in den USA nach einem Besuch bei ihrer in New York lebenden Schwester die Route 66 auf einem Selbstfindungstrip abfährt, ändert sich einiges und Kunkels Geschichte nimmt einige unerwartete Wendungen bis am Ende die Sklaven einen neuen Herren suchen müssen.

Subs“ führt einige Gedanken von „Schaumschwester“ fort. In dem Science-Fiction-Roman fungierten gut aussehende weibliche Puppen als Triebabfuhr für die Männer. Die Schaumschwester war besser, vulgo anspruchsloser und williger, als eine echte Frau. In „Subs“ werden die Schaumschwestern durch Sklaven, oder „Subs“, wie sie sich lieber nennen, ersetzt. Außerdem hat Kunkel mit dem Bild eines römischen Haushalts eine sehr gemeine Diagnose der herrschenden Klasse und ihrer Ansichten, die sie oft nur zwischen den Zeilen sagen, formuliert.

In der Mitte, wenn die Geschichte von Claus und Evelyn zu sehr in ein breitwandig erzähltes Gesellschaftsporträt mündet, wünscht man sich manchmal mehr satirischen Furor und Zuspitzung.

Aber das ändert nichts daran, dass „Subs“ die subtile Form der Rache an dem Gewäsch von Guido Westerwelle ist, der sich jetzt ausschließlich seinem Amt als Außenminister widmen will. Hört sich das nicht nur für mich wie eine Drohung an?

Und sollte Thor Kunkel angesichts dieser Drohung nicht noch einmal seinen Entschluss, nach seinem sechsten Roman „Subs“ keine weiteren Bücher mehr zu schreiben, überdenken?

Thor Kunkel: Subs

Heyne Hardcore, 2011

448 Seiten

19,99 Euro

Buchpräsentation

Thor Kunkel und Natalia Wörner lesen

am Montag, den 6. Juni,

um 20.00 Uhr

im Grüner Salon (Volksbühne Berlin, Rosa-Luxemburg-Platz 2, Nähe Alexanderplatz)

aus „Subs“

Hinweise

Homepage von Thor Kunkel

Wikipedia über Thor Kunkel

Meine Besprechung von Thor Kunkels „Kuhls Kosmos“

Meine Besprechung von Thor Kunkels „Schaumschwester“


TV-Tipp für den 6. Juni: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Juni 6, 2011

 

Arte, 20.15

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (USA 1987, R.: Philip Kaufman)

Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Philip Kaufman

LV: Milan Kundera: Nesnesitelná lehkost bytí, 1984 (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins)

Prag in den späten sechziger Jahren: Vor dem Hintergrund des Prager Frühlings erzählt Kaufman die Geschichte des Gehirnchirurgen Tomas, der zwischen zwei Frauen steht: einer Künstlerin und einem Provinzmädchen.

Relativ selten gezeigte Bestsellerverfilmung, die damals in aller Munde war.

Die harmonische und ambitionierte Teamarbeit von Drehbuch, Regie, Kamera, Ausstattung und den drei Hauptdarstellern hat einen außergewöhnlichen Film hervorgebracht, der seinem Thema gerecht wird. (…) Die Vielschichtigkeit des Romans bleibt spürbar, wenngleich der Film manchen seiner Aspekte vereinfacht, andere auch ganz ausklammert.“ (Fischer Film Almanach 1989)

Das Drehbuch war für den Oscar und den Preis der Writers Guild of America nominiert und erhielt den BAFTA-Award.

mit Daniel Day-Lewis, Juliette Binoche, Lena Olin, Derek de Lint, Erland Josephson, Stellan Skarsgard

Wiederholung: Freitag, 10. Juni, 01.20 Uhr (Taggeanau!)

Hinweise

Deutsche Fanseite über Milan Kundera

Wikipedia über Milan Kundera


TV-Tipp für den 5. Juni: Asphalt-Dschungel

Juni 5, 2011

BR, 23.45

Asphalt-Dschungel (USA 1950, R.: John Huston)

Drehbuch: Ben Maddow, John Huston

LV: W. R. Burnett: The asphalt jungle, 1949 (Asphalt-Dschungel)

Sieben Gangster planen einen Bankraub. Nach dem Raub geht alles schief.

Hustons spannender Krimi gilt als Vorläufer des Caper-Movies: der Geschichte vom großen Ding und – meistens – dessen Scheitern.

Das Drehbuch war unter anderem für den Oscar und Golden Globe nominiert und gewann den Edgar Allan Poe Award.

Heute läuft der Film im Rahmen des Themenabends „Zum 85. Geburtstag von Marilyn Monroe„. Im Anschluss läuft um 01.30 Uhr die knapp einstündige Reportage „All the Misfits“ und dann ist der arg kärgliche MM-Themenabend auch schon vorbei.

Mit Sterling Hayden, Louis Calhern, Jean Hagen, James Whitmore, Jam Jaffe, John McIntire, Marilyn Monroe (nur in einer kleinen Nebenrolle)

Hinweise

Wikipedia über W. R. Burnett (deutsch, englisch) und über den „Asphalt-Dschungel“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Asphalt-Dschungel“ (und hier wird der Film noch einmal besprochen)

Krimi-Couch über W. R. Burnett

Mordlust über W. R. Burnett

DetNovel über W. R. Burnett

FilmNoirNet über W. R. Burnett


DVD-Kritik: Auch die dritte Staffel der Polizeiserie „Flashpoint – Das Spezialkommando“ überzeugt

Juni 4, 2011

 

Schon in der ersten Minute der dritten Staffel der kanadischen Polizeiserie „Flashpoint – Das Spezialkommando“, wenn das Team sich zwischen Tür und Angel über einige Urlaubsfotos von Lewis Young frotzelt und dann zu einem Einsatz gerufen wird, stellt sich das wohlige Gefühl ein, dass man in den Händen von Profis ist. Das gilt für die Macher der Serie und auch für das Team, das zu einer Baustelle fährt, auf der gleich eine Bombe explodieren soll. Bevor die ersten drei Minuten der Episode „Eine falsche Bewegung“ vorbei sind ist die Bombe explodiert und die Stratetic Response Unit (SRU) der Polizei von Toronto sichert den ersten Tatort.

Die Folge endet, dramaturgisch gut vorbereitet, mit einem Schock und in „Trauer und Schmerz“ darf die SRU eine neue Kollegin begrüßen.

Bis auf diesen Neuzugang ändert sich auch in der dritten „Flashpoint“-Staffel nichts am bewährten Team, der Konzentration auf den aktuellen Einsatz und dem straffen Plotting der realistischen Geschichten. Über die einzelnen Teammitglieder erfahren wir auch dieses Mal fast nichts und das ist, angesichts der vielen anderen Serien mit langweilig-austauschbaren Privatgeschichten, auch gut so.

Trotzdem wird es immer wieder persönlich. Meistens wenn einzelne Mitglieder der Spezialeinheit einen Geiselnehmer zur Aufgabe bewegen wollen und dabei auch etwas aus ihrem Leben erzählen. Wirklich persönlich wird es in „Der Beschützer“ für Gregory Parker. Er wurde entführt und soll gegenüber einer jungen Frau, die er vor Jahren, nach einem Schusswechsel bei dem ihre Mutter starb, in Obhut nahm, den Mord an ihrer Mutter gestehen. Die SRU versucht ihren Chef zu retten und fragt sich, was damals wirklich geschah. Denn die Akte ist verschlossen.

In „Trauer und Schmerz“ verschwindet eine junge Kellnerin spurlos. Anscheinend wurde sie von einem Gast entführt, der noch mit dem Verlust seiner Tochter kämpfen muss.

In „Sorgerecht“ dreht ein Anwalt durch, weil er glaubt, dass seine Frau nach der Scheidung mit den Kindern, die ihm zugesprochen wurden, über die Grenze abhauen will.

In „Auf Sendung“ will ein preisgekrönter Radiomoderator von einem aufstrebenden Politiker erfahren, was in einer Nacht vor zehn Jahren geschah, als der Politiker in einen Autounfall verwickelt war, bei dem sein Freund starb.

In „Die Farm“ scheint der Chef einer abgelegenen Farm, in der Drogenabhängige therapiert werden, einen Massenselbstmord zu planen.

In „Der Aufstand“ muss die SRU einen Gefangenenaufstand, der das Ablenkungsmanöver für einen Ausbruch ist, bekämpfen. Außerdem sind zwei Frauen, die zu einer Anhörung im Gefängnis waren, in den Händen der Insassen.

In „Der Samariter“ und „Hinter feindlichen Linien“ sind die Folgen von sozialen und baulichen Veränderungen in einer Großstadt der Hintergrund für die Einsätze der SRU.

In „Der Samariter“ dreht ein Bewohner eines heruntergekommenen Viertels, der sich in der Vergangenheit in Nachbarschaftsprojekten gegen die Drogenhändler engagierte, durch. Er beginnt die Drogenhändler auf eigene Faust zu jagen. Die SRU sucht ihn und steht vor der Frage, ob sie wirklich Drogenhändler schützen sollen.

In „Hinter feindlichen Linien“ hat sich ein Scharfschütze irgendwo in den Rängen der historischen Sportarena Godwin Coliseum (in Wirklichkeit das seit fast zehn Jahren geschlossene Maple Leaf Gardens), die abgerissen werden soll, verborgen. Sam Braddock, der ebenfalls in Afghanistan war, findet eine Verbindung zu dem Sniper.

 

 

Wie in den ersten beiden Staffeln der in Kanada und den USA enorm erfolgreichen Polizeiserie „Flashpoint – Das Spezialkommando“ geht es in den einzelnen Einsätzen der SRU nicht um die Aufklärung von Verbrechen (obwohl das manchmal auch geschieht), sondern um das Verhindern von Verbrechen und das Entschärfen von brenzligen Situationen, ohne dass jemand stirbt. Deshalb müssen die Polizisten mit dem Täter reden und in den besten Folgen der Serie versteht man die Motive des Täters sehr gut. Oft ist man am Ende der Folge auf der Seite des Täters, der nur die falschen Mittel wählte, um an sein Ziel zu gelangen. Das geschieht ziemlich oft in den neun neuen Folgen.

Flashpoint – Das Spezialkommando: Staffel 3 (Kanada, 2009)

Erfinder: Mark Ellis, Stephanie Morgenstern

mit Hugh Dillon (Ed Lane), Enrico Colantoni (Sgt. Gregory Parker), Amy Jo Johnson (Julianna ‘Jules’ Callaghan), David Paetkau (Sam Braddock), Sergio Di Zio (Mike Scarlatti), Michael Cram (Kevin ‘Wordy’ Wordsworth), Mark Taylor (Lewis Young), Olunike Adeliyi (Leah Kerns)

DVD

Koch Media

Bild: 1.78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 365 Minuten (9 Episoden auf 3 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Einsätze der SRU

Eine falsche Bewegung (One wrong move, Canada 2009)

Regie: David Frazee

Drehbuch: Mark Ellis, Stephanie Morgenstern, James Hurst

Trauer und Schmerz (Never let you down)

Regie: Ken Girotti

Drehbuch: James Hurst, Shelley Scarrow

Der Aufstand (Just a man)

Regie: Holly Dale

Drehbuch: Riley Adams

Sorgerecht (Custody)

Regie: Paul A. Kaufman

Drehbuch: R.B. Carney

Auf Sendung (Coming to you live)

Regie: Charles Binamé

Drehbuch: Ian Weir

Die Farm (The Farm)

Regie: Érik Canuel

Drehbuch: Melissa R. Byer, Treena Hancock (nach einer Geschichte von Ian Weir)

Der Beschützer (You think you know someone)

Regie: David Frazee

Drehbuch: Adam Barken

Der Samariter (The good citizen)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Peter Mitchell

Hinter feindlichen Linien (Behind the blue line)

Regie: David Frazee

Drehbuch: Mark Ellis, Stephanie Morgenstern

Hinweise

CTV über die Serie

CBS über die Serie

RTL II über die Serie

Wikipedia über „Flashpoint“ (deutsch, englisch) und die ETF

Polizei von Toronto über die ETF

Running with my eyes closed: Interview mit Stephanie Morgenstern und Mark Ellis (Oktober 2008, Teil 1, Teil 2)

Complications Ensue: Interview mit Stephanie Morgenstern und Mark Ellis (21. Juli 2009)

Meine Besprechung von „Flashpoint – Das Spezialkommando: Staffel 1“

Meine Besprechung von „Flashpoint – Das Spezialkommando: Staffel 2“

 


TV-Tipp für den 4. Juni: Hawaii Crime Story

Juni 4, 2011

Sat.1, 21.50

Hawaii Crime Story (USA 2003, R.: George Armitage)

Drehbuch: Sebastian Gutierrez
LV: Elmore Leonard: The big bounce, 1969 (Ein schlechter Abgang)

Jack Ryan jobbt auf Hawaii in einem Strandmotel und genießt das Leben, bis Nancy ihn zu einem Diebstahl überredet.

George Armitage inszenierte vor der „Hawaii Crime Story“ (der Originaltitel ist „The big bounce“) die Charles-Willeford-Verfilmung „Miami Blues“ und „Ein Mann, ein Mord“ (Grosse Pointe Blank), zwei herrlich gemeine schwarze Komödien und entsprechend hoch waren die Erwartungen. Sebastian Gutierrez schrieb davor das Buch für den bestenfalls halbgaren Thriller „Gothika“ und danach „Snakes on a Plane“.

Elmore Leonards erster Kriminalroman „The big bounce“ (nach mehreren Western) wurde bereits in den späten Sechzigern verfilmt und Leonard mag beide Verfilmungen nicht.

Denn auch die zweite Verfilmung von „The big bounce“ ist, nun ja, eine Gaunerkomödie, „die nie recht in Gang kommt“ (Lexikon des internationalen Films)

Trotz prominenter Vorlage und ebensolcher Besetzung bleibt diese gemütliche Krimikomödie ein wenig fade.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2005)

Heute ist die TV-Premiere des Films, der vor der Premiere anscheinend heftig umgeschnitten wurde, in den USA floppte und bei uns nur auf DVD veröffentlicht wurde.

mit Owen Wilson, Morgan Freeman, Sara Foster, Charlie Sheen, Vinnie Jones, Gregory Sporleder, Butch Helemano, Willie Nelson, Gary Sinise, Harry Dean Stanton

Wiederholung: Sonntag, 5. Juni, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Hawaii Crime Story“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte