DVD-Kritik: Französischer Krimi bereitet eine „Sleepless Night“

Der Überfall in den ersten Minuten des französischen Thrillers „Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ geht schief. Es gibt einige Tote, aber die beiden Täter können mit der Beute, einer Tasche voll Kokain, entkommen.

Die Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen und auch die beiden Täter, Vincent (Tomer Sisley [„Largo Winch“]) und Manuel (Laurent Stocker [zuletzt „Die Kunst zu lieben“]) hören sich um. Sie sind Polizisten, die den Überfall auf eigene Rechnungen machten und jetzt versuchen, ihre Spuren zu verwischen. Das geht ziemlich schief und Vincents Sohn wird von dem Gangsterboss, dessen Kokain sie geklaut haben, entführt. Wenn Vincent das geklaute Kokain herausrückt, kann er seinen Sohn wieder sehen.

In der riesigen Disco des Erpresser soll es zum Austausch kommen. Vor dem Treffen versteckt Vincent das Kokain auf der Männertoilette. Aber er wird dabei von einer Kollegin beobachtet und sie nimmt es, mit ihrem höchst zwiespältigen Vorgesetzten (naja, eigentlich gibt es in „Sleepless Night“ nur Verbrecher und korrupte Polizisten), aus dem Versteck.

Als Vincent feststellt, dass das Kokain verschwunden ist, versucht er seinen Sohn zu befreien. Da entdeckt er die Kollegen, die ihn in die Disco gefolgt sind.

Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ ist ein feines Stück Hochspannungskino, bei dem man fast vergisst, sich über die riesige Discothek mit den unzähligen Räumen (nur der Swimmingpool wurde ausgelassen) zwischen Tanzflächen, Billard-Halle, schummerigem Bordell, Küche (immer gut für einen exzessiven Kampf), Hinterzimmern und Büros zu wundern. Und irgendwie laufen sich die die Polizisten und Verbrecher in dem kafkaesken Gebäude immer wieder über den Weg. Es wird geschossen, gekämpft und gemordet. Das ist in der proppenvollen Disco zwar nicht besonders plausibel, aber spannend. Vor allem, weil Vincent fast immer, gleichzeitig mit mehreren Problemen und Gegnern zu kämpfen hat.

Clint-Eastwood-Kameramann Tom Stern inszenierte Vincents atemlose Versuche, seinen Sohn aus den Händen der Verbrecher zu retten, fiebernd, immer nah am Geschehen, mit nimmermüder, pseudodokumentarischer Handkamera. Da hätte etwas weniger Gewackel auch seinen Dienst getan.

Und demnächst gibt es dann das Hollywood-Remake.

Sleepless Night – Nacht der Vergeltung (Nuit Blanche, Frankreich 2011)

Regie: Frédéric Jardin

Drehbuch: Frédéric Jardin (Adaption und Dialoge), Olivier Douyère (Adaption und Dialoge) (nach einem Szenario von Frédéric Jardin und Nicolas Saada)

mit Tomer Sisley, Laurent Stocker, Joey Starr, Birol Üney, Julien Boisselier

DVD

Sunfilm Entertainment

Bild: 16:9 (1:1,85)

Ton: Deutsch (DD 5.1, DTS), Französisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

(Blu-ray identisch; – und dann gibt es noch eine 3D-Blu-ray [erscheint mir zwar ziemlich überflüssig, aber…)

Hinweise

AlloCine über „Sleepless Night“

Metacritic über „Sleepless Night“

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