Ben Aaronovitch entdeckt „Geister auf der Metropolitan Line“

Auf dem Buchcover steht „Eine Peter-Grant-Story“ und auch bei der offiziellen Zählung der Peter-Grant-Geschichten wird „Geister auf der Metropolitan Line“ nur halb mitgezählt. Denn es ist kein über vierhundertseitiger Roman, sondern mit 176 Seiten in der deutschen Ausgabe ein kurzes Buch; eine Novelle, die ursprünglich bei Subterranean Press in der üblichen kleinen, liebevoll gestalteten und schnell ausverkauften Auflage erschien.

Geister auf der Metropolitan Line“ ist ein kleines Nebenwerk, in dem Peter Grant einen kleinen Fall aufklärt. Es ist damit auch ein gutes Buch, um festzustellen, ob einem der Stil des Autors gefällt und ob man tiefer in diese Welt einsteigen will.

Peter Grant ist Police Constable in London, Was nicht ungewöhnlich wäre, wenn er nicht eine ungewöhnliche Begabung für das Magische hätte und deshalb sofort in die Einheit Spezielle Analysen (ESA), auch bekannt als Folly oder ‚die verdammten Spinner‘ verbannt wird. Dort ist er der erste Zauberlehrling seit einem halben Jahrhundert. Die ESA arbeitet noch mit Papier. Einerseits, weil es doch arg erklärungsbedürftig wäre, wenn ihre Berichte geleakt würden, andererseits weil erst die eine Hälfte der ESA-Belegschaft im 21. Jahrhundert angekommen ist.

In seiner alltäglichen Polizeiarbeit beschäftigt er sich mit übernatürlichen Erscheinungen, die wirklich existieren. Zum Beispiel auf der Metropolitan Line, wo in den letzten Tagen während der Stoßzeit vermehrt Geister gesichtet wurden. Nur: woher kommen sie und was wollen sie?

Grant, sein Vorgesetzter und letzter Zauberer von England, Detective Chief Inspector Thomas Nightingale, sein Kollege Jaget Kumar, ihre Polizeihündin Molly und Grants minderjährige Cousine Abigail Kamara, die ihnen in den Sommerferien hilft, beginnen nach dem Ursprung der Geistererscheinungen zu suchen.

Bei einem ersten Kontakt sagt ihnen ein Geist, er habe eine eilige Botschaft. Doch bevor er mehr sagen kann, löst er sich in Luft auf. Von anderen Geistern erfahren sie, dass es sich wahrscheinlich um eine Entführung handelt. Nur wann und wo geschah diese?

Geister auf der Metropolitan Line“ ist ein schnell gelesener Fall, der sich daher gut eignet, um herauszufinden, ob einem die von Ben Aaronovitch erfundene Welt mit vielen Geistern, Übersinnlichen Erscheinungen und Zauberei im heutigen London, und sein Tonfall gefällt. Denn Peter Grant ist ein Großstadtkind der Gegenwart, das immer wieder mit den Tücken der Zauberei kämpfen muss.

Zwei sachdienliche Hinweise

Ende August erscheint bei Panini „Die Flüsse von London: Blood Work (Band 1)“, der erste von Aaronovitch geschriebene Peter-Grant-Comic.

Im September besucht Aaronovitch für zwei Lesungen Deutschland. Am Donnerstag, den 20. September, liest er um 20.00 Uhr in Erfurt bei Spilker & Collegen Rechtsanwälte (Anger 23). Einen Tag später, am Freitag, den 21. September ist er um 19.30 Uhr in Unna im Forum des Pestalozzi-Gymnasiums (Morgenstraße 47).

Ben Aaronovitch: Geister auf der Metropolitan Line

(übersetzt von Christine Blum)

dtv, 2018

176 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The furthest station

Subterranean Press, 2017 (US-Ausgabe)

Gollancz, London, 2017 (Reprint in Aaronovitchs Stammverlag)

Hinweise

Homepage von Ben Aaronovitch

dtv über Ben Aaronovitch

Wikipedia über Ben Aaronovitch (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitchs „Schwarzer Mond über Soho“ (Moon over Soho, 2011)

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