Über Edgar Reitz‘ „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes: Das Filmbuch“

Inzwischen ist „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“, der neue Film von Edgar Reitz, auch als Stream und auf DVD erhältlich. Man könnte also fragen, warum man sich ein Buch zulegen soll, das zu einem nicht unerheblichen Teil aus einer Nacherzählung des Films besteht. Nun, diese Nacherzählung über die fiktive Begegnung zwischen dem Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und der Malerin Aaltje van de Meer, die ein Bild von ihm anfertigen soll, ist der eine Grund. Denn natürlich unterscheidet sich eine Nacherzählung die dem fertigen Film folgt, von dem Film. Die Lektüre dient, wenn man den Film kennt, der Erinnerung und sie ermöglicht ein vertieftes Eintauchen in die Dialoge. Denn schnell entwickelt sich zwischen Leibniz und Aaltje ein beide und die Zuschauer herausfordernder intellektueller Schlagabtausch.

Außerdem besteht das Filmbuch nicht nur aus dem nacherzähltem Drehbuch, den Credits, einigen Kurzbiograpien und vielen Film- und Setfotos, sondern auch aus Hintergrundmaterial. Es gibt ein Gespräch mit Edgar Reitz, ein Essay von Co-Drehbuchautor Gert Heidenreich und eine von ihm erstellte Literaturliste, Notizen von Kameramann Matthias Grunsky zum Lichtkonzept der fast ausschließlich in der im Souterrain liegenden Gartenmeisterei spielenden Geschichte und umfassende Auszüge aus dem E-Mail-Schriftverkehr zwischen Edgar Reitz und Leibniz-Darsteller Edgar Selge. Dieser Schriftwechsel gibt einen guten Einblick in die lange vor dem ersten Drehtag beginnende Arbeit zwischen einem Regisseur und einem Schauspieler. In diesem Fall gibt sie auch einen Einblick in die Schwierigkeiten einen letztendlich kleinen Film mit seinen wenigen Schauspielern und wenigen Drehorten zu finanzieren.

Das Filmbuch ist durchgehend informativ und vermittelt viele Informationen über verschiedene Aspekte des Films von der ersten Idee bis zum fertigen Werk.

Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes: Das Filmbuch“ vertieft das Filmerlebnis gelungen und ist für künftige Arbeiten über den Film und Edgar Reitz ein essenziell.

Wegen des kleinen Drucks täuscht die Seitenzahl.

Edgar Reitz: Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes: Das Filmbuch

Schüren, 2025

192 Seiten

28 Euro

Der Film

Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes (Deutschland 2025)

Regie: Edgar Reitz, Anatol Schuster (Co-Regie)

Drehbuch: Gert Heidenreich, Edgar Reitz

mit Edgar Selge, Aenne Schwarz, Lars Eidinger, Barbara Sukowa, Antonia Bill, Michael Kranz

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“

Moviepilot über „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“

Rotten Tomatoes über „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“

Wikipedia über „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“ und Gottfried Wilhelm Leibniz (deutschenglisch)

Berlinale über „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“

Homepage von Edgar Reitz

Kriminalakte über „Die andere Heimat“

Meine Besprechung von Edgar Reitz‘ “Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht” (Deutschland 2013) (mit weiteren Clips) (Film- und Buchkritik)

Meine Besprechung von Edgar Reitz‘ „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“ (Deutschland 2013) (DVD-Kritik)

Meine Besprechung von Edgar Reitz‘ „Heimat – Eine deutsche Chronik: Die Kinofassung – Das Jahrhundert-Epos in Texten und Bildern“ (2015)

Meine Besprechung von Edgar Reitz/Anatol Schusters „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“ (Deutschland 2025)

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