DVD-Kritik: „Rogue Hunter“ Megan Fox und die Löwin

Die geplante Geiselbefreiung irgendwo im afrikanischen Busch läuft anders ab, als Sam (Megan Fox) und ihre Söldner-Gruppe es geplant haben. Anstatt einer klinischen Operation, gibt es einen wilden Schusswechsel, Explosionen und viele Tote. Dabei können sie ihr Zielobjekt, die Tochter des Gouverneurs, und weitere junge, weibliche Geisel befreien. Auf ihrer Flucht vor den Terroristen gibt es, auf beiden Seiten, weitere Tote und Explosionen. Der Hubschrauber, der sie aus der Kampfzone fliegen sollte, wird von den Geiselnehmern, einer Gruppe Al-Shabaab-Terroristen, abgeschossen.

Am Ende der wilden Hatz bleibt Sams Team nur der Sprung von einer sechzig Meter hohen Klippe in einen reißenden Strom.

Von dort geht es weiter zu einer verlassenen Farm, auf der sie die Nacht verbringen müssen. Erst nach Sonnenaufgang können sie gerettet werden.

In den nächsten Stunden warten sie nicht nur auf die sie verfolgenden Terroristen, sondern sie müssen auch gegen eine äußerst mordgierige Löwin kämpfen; – wenn sie sich nicht gerade ausführlich unterhalten und alles tun, um sich nicht auf die Konfrontation mit ihren Verfolgern vorzubereiten.

Ursprünglich plante M. J. Bassett „Rogue Hunter“ als kleines Projekt, in dem sie und ihre Freunde beim Dreh ihren Spaß hätten und sie die furchtbaren Zustände auf südafrikanischen Zuchtfarmen, in denen Löwen gezüchtet werden, um später von urlaubenden Hobbyjägern erschossen zu werden, ansprechen könnte. M. J. Bassett begann ihre Filmkarriere als Assistentin eines Wildtierfilmers. Später inszenierte sie als Michael Bassett die Genre-Spielfilme „Deathwatch“, „Solomon Kane“ und „Silent Hill: Revelation“. In den vergangenen Jahren konzentrierte sie sich auf TV-Arbeiten, wie „Strike Back“ (15 Folgen), „Ash vs Evil Dead“, „Power“ und „Altered Carbon“. Und jetzt den ziemlich blutigen Low-Budget-Actionreißer „Rogue Hunter“, der, wie gesagt, ein kleiner Actionfilm mit Botschaft werden sollte. Das Anliegen und die damit verbundene Botschaft weckten dann das Interesse von Megan Fox, die so schnell zusagte, dass Bassett ihren ursprünglichen Plan, pro forma den Hollywood-Star zu fragen und mit der Absage in der Tasche den alten Plan weiterzuverfolgen, nicht weiter verfolgen konnte. Kurz nach der Zusage von Megan Fox, die, so Bassett im Audiokommentar, innerhalb von zwölf Stunden erfolgte, begannen die Dreharbeiten in Südafrika. An zwanzig Tagen drehten sie den Film chronologisch; was dazu führte, dass jeden Tag weniger Menschen am Set waren. Die Löwin wurde in einer Mischung aus praktischen und, vor allem, digitalen Effekten zum Leben erweckt und sie hat das Problem, das digitale Tiere fast immer haben. Sie sieht in ihren wenigen Auftritten künstlich aus.

Der Film selbst ist ein immer wieder unplausibler, vor allem in der Mitte äußerst redseliger Actionfilm mit zwei wirklich großen, jeweils gut halbstündigen Action-Set-Pieces am Anfang und Ende des Films, die ich erstaunlich ungerührt, fast schon entspannt, verfolgte. In den Actionszenen schneidet Bassett äußerst selten. Es gibt sogar zwei lange, komplizierte Kamerafahrten und der gesamte Film sieht verdammt gut aus. So in Richtung Low-Budget-Michael-Bay oder TV-Michael-Bay.

Als Bonusmaterial gibt es gut fünfzig Minuten weitgehend belanglose, während des Drehs aufgenommene Interviews mit den Schauspielern und zwei äußerst informative, kurzweilige und untertitelte Audiokommentare. Sie bieten einen guten Einblick in ungefähr alle mit dem Film zusammenhängende Aspekte. Den einen bestreitet Bassett alleine. Bei dem anderen sind ihre Tochter Isabel Bassett und „Strike Back“-Schauspieler Philip Winchester dabei.

Rogue Hunter (Rogue, Großbritannien/Südafrika 2020)

Regie: M. J. Bassett

Drehbuch: M. J. Bassett, Isabel Bassett

mit Megan Fox, Greg Kriek, Adam Deacon, Kenneth Fok, Sisanda Henna, Brandon Auret, Isabel Bassett, Jessica Sutton, Philip Winchester

DVD

Square One Entertainment/Leonine

Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Interviews mit Megan Fox, Philip Winchester, Sisanda Henna, Greg Kriek und Isabel Bassett, Audiokommentar mit Regisseurin M. J. Bassett, Co-Drehbuchautorin/Darstellerin Isabel Bassett und Darsteller Philip Winchester, Audiokommentar mit Regisseurin M. J. Bassett, Trailer, Wendecover

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Auch als Blu-ray und Digital.

Hinweise

Moviepilot über „Rogue Hunter“

Metacritic über „Rogue Hunter“

Rotten Tomatoes über „Rogue Hunter“

Wikipedia über „Rogue Hunter“

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