Neu im Kino/Filmkritik: James Wan ist „Malignant“

Zwischen seinen „Aquaman“-Filmen („Aquaman and the lost Kingdom“ ist für Dezember 2022 angekündigt) kehrte James Wan zu seinen Horrorfilmwurzeln zurück. Immerhin wurde er weltweit bekannt mit dem Horrorfilm „Saw“. „Dead Silence“, „Insidious“ und „The Conjuring“ folgten.

In seinem neuen Horrorfilm „Malignant“ steht die in Seattle lebende junge Krankenschwester Madison (Annabelle Wallis) im Mittelpunkt.

Nachdem ihr Freund bestialisch ermordet wird, hat sie Visionen von weiteren Morden. Zunächst hält sie sie für Alpträume. Aber die Morde sind wirklich geschehen und sie hat zu dem Mörder, den sie Gabriel nennt, eine Verbindung, die weit in ihre Vergangenheit zurückreicht.

Mehr über die Story zu verraten, dürfte dann schon einige wichtige Details der Lösung verraten.

Beschäftigen wir also mit den anderen Dingen. Der Plot ist ein gelungener Rückgriff auf alte Horror-Topoi, in denen es um Irrenanstalten, experimentierfreudige Forscher und physisch und psychisch deformierte Mörder geht, mit denen wir dann doch Mitleid haben. Das Ganze spielt zu einem großen Teil in Madisons Haus, das wie eine dunkle Vision des „Psycho“-Hauses wirkt, dem Seattle Underground (um 1900 wurden dort im Stadtzentrum die Straßen und Gehwege um teils bis zu zehn Meter angehoben), verschiedenen älteren Gebäuden und selbstverständlich der Irrenanstalt, die aussieht, wie Irrenanstalten in Filmen immer aussehen und die in Filmen vor allem lange nach Sonnenuntergang durchsucht werden. Auch in „Malignant“ besucht Madisons Schwester die verfallene Klinik nachts und sie findet im Keller (wo sonst?), neben vielen anderen Akten, die von ihr gesuchten Akten (Datenschutz ist so unamerikanisch).

James Wan nimmt alle diese Horror-Topoi und präsentiert sie als perfekt orchestrierte, aber auch überlaute Geisterbahnfahrt, unterlegt mit nervenaufreibenden Klängen, die an Bernard Herrmanns „Psycho“-Soundtrack erinnern. Alles ist immer eine Spur zu laut, zu dunkel und zu sehr auf die bekannten Jumpscare-Effekte hin inszeniert. Das führt dann zu einem Erschrecken nach Fahrplan; – bis am Ende, um im Bild zu bleiben, der Zug entgleist. In dem Moment dreht ‚Gabriel‘ auf dem Polizeirevier durch und die Leichen stapeln sich. Dabei unterscheidet ‚Gabriel‘ nicht zwischen Gefangenen und Polizisten. Und damit ist auch klar, dass Genre-Fan James Wan bei seinem Horror-Best-of keine Kompromisse eingeht wenn er sich nach dem Mehr-ist-mehr-Prinzip durch die Geschichte des Horrorfilm wühlt.

Am besten lässt sich „Malignant“ als die Heavy-Metal-Version klassischer Horrorfilme oder als Giallo in Schwarz (anstatt dem gewohnten Blutrot) beschreiben.

Malignant (Malignant, USA 2021)

Regie: James Wan

Drehbuch: Akela Cooper (nach einer Geschichte von James Wan, Ingrid Bisu und Akela Cooper)

mit Annabelle Wallis, Maddie Hasson, George Young, Michole Briana White, Jacqueline McKenzie, Jake Abel, Ingrid Bisu

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Malignant“

Metacritic über „Malignant“

Rotten Tomatoes über „Malignant“

Wikipedia über „Malignant“

Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2“ (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7″ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von James Wans „Aquaman“ (Aquaman, USA 2018)

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