Neu im Kino/Filmkritik: „The Contractor“ Chris Pine liefert 08/15-Actionkost – mit Berlin-Bildern

James Harper hat wirklich Pech. Aus der Armee wurde der Special Forces Sergeant ehrenhaft, aber ohne Anspruch auf Pension und Gesundheitsleistungen entlassen. Gerade diese bräuchte er, um die Schmerzen in seinem Knie zu lindern. Außerdem hat er massive Geldprobleme. Er steht kurz vor einer Zwangsvollstreckung und Insolvenz. Und er hat keine Ahnung, wie er für seine Frau und seinen kleinen Sohn sorgen kann.

Da trifft er seinen früheren Armeekameraden Mike Denton. Der bietet ihm eine königlich bezahlte Stelle in der Söldnerfirma von Rusty Jennings an, die auch irgendwie für das Militär verdeckte Operationen ausführt. Harper ist einverstanden. Schließlich handelt es sich hier nicht nur um das beste Jobangebot, sondern um das einzige Jobangebot, das er die vergangenen Wochen erhalten hat.

Der erste Auftrag führt ihn für zwei, höchstens drei Wochen nach Berlin. Er soll Salim Mohsin beobachten. Mohsin ist Virologe, der in einem privaten Labor in der Nähe von Berlin forscht. Irgendetwas mit Viren. Außerdem soll er Beziehungen zu Al-Qaida haben. Kurz darauf erhalten Harper und seine deutsche Kontaktperson einen neuen Auftrag: sie sollen in das Labor einbrechen und Mohsins Computer mit allen Informationen über die von ihm entwickelte Bioterror-Waffe stehlen. Die Aktion geht schief. Harper wird gejagt und er weiß nicht mehr, ob er seinem Freund Denton und seinem neuem Chef Jennings vertrauen kann.

The Contractor“ ist der neue Film von Tarik Saleh, der zuletzt den sehr gelungenen Polit-Thriller „The Nile Hilton Affair“ inszenierte. Chris Pine, Ben Foster, Kiefer Sutherland, Eddie Marsan, Fares Fares und Nina Hoss spielen mit.

Außerdem spielt die Geschichte hauptsächlich in Berlin. Das erfreut natürlich mein Hauptstadtherz, ist aber, auch weil es wahrscheinlich mehr schlechte als gute Berlin-Filme gibt, kein Qualitätskriterium. Sowieso beschränkten sich die Dreharbeiten in Berlin auf zwei Tage, an denen die immer wieder prominent in den Thriller eingefügten Berlin-Stadtansichten entstanden. Hauptsächlich bewegen Pine und seine Jäger sich am und um den Alexanderplatz herum, ein wenig geht es in Richtung Mitte und selbstverständlich nach Kreuzberg. Der größte Teil der Dreharbeiten war in Rumänien und der dortigen Hauptstadt Bukarest.

Regie und Besetzung wecken Erwartungen, die dann enttäuscht werden. Denn „The Contractor“ ist ein typischer B-Thriller, der nur wegen der Besetzung ins Kino kommt. Da ist nichts Originelles zu finden. Alles spielt sich so ab, wie wir es aus unzähligen schlechten Thrillern kennen. Die Story ist hanebüchen und vollkommen unlogisch. So sollen wir, um es bei einem Beispiel zu belassen, glauben, dass ein Wissenschaftler seine gesamten Daten nur auf einem Computer speichert, dass es keine Sicherungskopien gibt und dass er vollkommen allein forscht. Immerhin sind die Daten nicht auf einer Floppy Disk gespeichert.

The Contractor (The Contractor, USA 2022)

Regie: Tarik Saleh

Drehbuch: J.P. Davis

mit Chris Pine, Ben Foster, Gillian Jacobs, Kiefer Sutherland, Eddie Marsan, Fares Fares, Nina Hoss, Amira Casar

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Contractor“

Metacritic über „The Contractor“

Rotten Tomatoes über „The Contractor“

Wikipedia über „The Contractor“

Meine Besprechung von Tarik Salehs „Die Nile Hilton Affäre“ (The Nile Hilton Incident, Schweden/Deutschland/Dänemark 2017)

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