„Kains Knochen“, kein Lesebuch, sondern ein Rätselbuch

Das ist ein Buch für die Menschen, die gerne Rätsel lösen. In diesem Fall besteht das Rätsel aus hundert Seiten bzw. Absätzen. In der richtigen Reihenfolge erzählen die Absätze eine Kriminalgeschichte, in der sechs Menschen sterben.

Das Problem ist, die Seiten und damit die Morde in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Es gibt nämlich unglaublich viele Möglichkeiten, die Seiten hintereinander anzuordnen. Aber nur eine Reihenfolge ist die richtige Reihenfolge.

Ersonnen wurde das Rätsel von Edward Powys Mathers, dem Kreuzworträtselschreiber des Observer. Er führte in England die Kreuzworträtsel ein, bei denen um die Ecke gedacht werden muss. Sein Pseudonym war Torquemada. Unter diesem Namen veröffentlichte er 1934 „The Torquemada Puzzle Book“, eine Auswahl seiner Rätsel und „Kains Knochen“.

Damals wurden 15 Pfund Sterling ausgeschrieben für die erste Person, die die Lösung kennt. 2019 wurde das Rätsel wieder veröffentlicht und ein Preisgeld von 1.000 Pfund ausgelobt.

Insgesamt wurde das Rätsel bis jetzt nur von drei Menschen gelöst. Zwei als der Preis 1934 ausgelobt wurde, einer 2019. Und keiner hat die Lösung verraten.

Jetzt veröffentlichte der Suhrkamp Verlag das Rätsel auf Deutsch und lobte ein Preisgeld von 1000 Euro aus. Der Wettbewerb endet am 30. September 2023. Gewinner ist, so der Suhrkamp Verlag, analog zu den englischen Wettbewerbsbedingungen, wer als Erster „die vollständigen Namen der Ermordeten, ihre jeweiligen Mörder und die richtige Reihenfolge der Seiten mitgeteilt und uns erläutert hat, wie sie oder er zu der Lösung gekommen ist.“

Tja, nun, dann: fröhliches Rätseln!

Der letzte Gewinner hat zum Lösen des Rätsels vier Monate und einen Coronavirus-Lockdown gebraucht.

Torquemada: Kains Knochen – Das schwerste kriminalistische Rätsel der Welt

(übersetzt von Henry McGuffin)

Suhrkamp, 2022

210 Seiten

13 Euro

Originalausgabe/Neuausgabe

Cain’s Jawbone

Unbound, London, 2019

Erstausgabe

Victor Gollancz Ltd., 1934

Hinweise

Suhrkamp über „Kains Knochen“

Wikipedia über „Kains Knochen“ und Edward Powys Mathers

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