Über Brian Azzarellos „Batman: Joker“ und „Superman: Der Mann von Morgen“
Während Comic-Autor Brian Azzarello und Zeichner Eduardo Risso in ihrem auf hundert Hefte angelegtem grandiosen Noir-Opus „100 Bullets“ ihre alternative Geschichte der USA immer weiter ausziselierten und sie für Neueinsteiger zunehmend unverständlicher machten, schrieb Azzarello auch mehr oder weniger umfangreiche Geschichten für bestehende Serien. Dazu gehören die zwölf Hefte umfassende, von Jim Lee gezeichnete „Superman“-Geschichte „Für das Morgen“ (Juni 2004 – Mai 2005) und den Zweiseiter „Die Herkunft von Superman“ (Juni 2009), die jetzt gesammelt in „Superman: Der Mann von Morgen“ veröffentlicht wurden, und die längere, von Lee Bermejo gezeichnete, in der Welt von Batman spielende Geschichte „Joker“ (Dezember 2008). In dieser Geschichte hat Batman nur einen Cameo-Auftritt. Die große Bühne gehört dem Joker. Er ist – wie alle „Batman“-Fans wissen – ein verrückter Verbrecher und der Erzfeind von Batman.
Der Comic beginnt mit der Entlassung des Jokers aus der Irrenanstalt. Er soll geheilt sein. Frisch aus der Anstalt entlassen, möchte er wieder seine alte Position in der Verbrecherwelt von Gotham City einnehmen. Aber inszwischen haben andere Männer das Sagen und sie denken nicht daran, ihre Macht abzugeben. Ein blutiger Kampf entbrennt.
Diese längere Gangstergeschichte ist für Noir-Fans definitiv und in jeder Beziehung einen Blick wert.
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In „Superman: Der Mann von Morgen“ erzählen Azzarello und Jim Lee, wie Superman an sich selbst zweifelt. Als der Superheld anderweitig beschäftigt war, verschwanden auf der Erde seine Freundin Lois Lane und eine Million Menschen spurlos. Ein Jahr später will er herausfinden, warum er die Katastrophe nicht verhindern konnte und die Welt jetzt ein schlechterer Ort ist. Um das Herauszufinden, trifft er sich immer wieder mit Pater Leone. Der an Krebs erkrankte Priester spielt möglicherweise ein doppeltes Spiel. Er könnte auch die Antwort auf Supermans Frage wissen.
Wenn man akzeptiert, dass Superman als Retter der Menschheit sich dafür verantwortlich fühlt, jedes Verbrechen zu verhindern, dann hat „Der Mann von Morgen“ sicherlich interessante Ansätze. Wer dagegen wenig mit Superman und seinem überaus edlem Wesen anfangen kann, wird eher gelangweilt sein.
Der überaus farbenprächtige Zwölfteiler blieb Azzarellos fast einziger Ausflug in die Welt von Superman. Schließlich schrieb er auch „Lex Luthor: Man of Steel“ und eine Batman/Superman-Crossover-Geschichte.
In die düstere Welt von Batman begab Noir-Fan Azzarello sich öfter. Mit durchgehend überzeugenden Geschichten.
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Brian Azzarello/Lee Bermejo: Batman: Joker
(übersetzt von Steve Kups)
Panini, 2025
136 Seiten
12,99 Euro
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Originalausgabe
Joker
DC, Dezember 2008
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Brian Azzarello/Jim Lee: Superman: Der Mann von Morgen
(übersetzt von Christian Heiss)
Panini, 2025
320 Seiten
39 Euro
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enthält
For Tomorrow, Part One – Part Twelve (Superman # 204 – # 215)
Juni 2004 – Mai 2005
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The Origin of Superman (in Absolute Superman: For Tomorrow)
This entry was posted on Mittwoch, 07. Januar 2026 at 6:00 pm and is filed under Buchkritiken. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.
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