Neu im Kino/Filmkritik: Fatih Akins Doku „Müll im Garten Eden“

Dezember 6, 2012

Als die Kamera zum ersten Mal die Lage der Mülldeponie in Camburnu zeigte, fragte ich mich: „Wer kommt auf die bescheuerte Idee, eine Mülldeponie mitten in einem Wohngebiet zu planen?“

Das hatten sich 1997 die Bewohner des Bergdorfs im Nordosten der Türkei, am Schwarzen Meer, auch gefragt und sie protestierten gegen die Nutzung der stillgelegten Kupfermine als Mülldeponie für die gesamte Region. Erfolglos durch alle Instanzen. Auch der jetzige Bürgermeister kämpfte dagegen, stellte sich sogar gegen seine Partei, die Regierungspartei AKP und wurde wegen Verhinderung von Staatsinteressen angeklagt.

Währenddessen wurde die Brache ab 2006 planiert und Müll reingekippt. Die Planer und Bauherren versicherten immer wieder, dass diese Deponie nicht stinken werde, dass sie das Wasser nicht belaste, dass es keine Probleme geben wird. Nichts davon stimmte und Fatih Akin, dessen Großeltern aus Camburnu kommen und der dort 2006 das Finale seines Spielfilms „Auf der anderen Seite“ drehte, legt jetzt eine Dokumentation, die den Kampf der Bewohner gegen die Mülldeponie von 2006 bis heute chronologisch nachzeichnet, vor. Es ist ein Manifest des Widerstandes und der Zivilcourage.

Denn die Anwohner warnten vor vielen der Probleme, die während des Baus und des Betriebs, der kürzlich um zwei weitere Jahre verlängert wurde, entstanden. So rieß die Isolationsschicht; eine Plastikplane, die verhindern sollte, dass das Müllwasser in das Grundwasser dringt. Sie wurde notdürftig geflickt. Die Abwasserrohre waren zu klein dimensioniert und das Müllwasser lief über. Es stank. Zur Abhilfe spritzten die Betreiber der Deponie Parfüm in die Luft. Starke Regenfälle, die dort absolut üblich sind, führten immer wieder dazu, dass die Deponie überlief. Tiere gelangen auf die nicht abgesperrte Deponie und können Krankheiten und giftige Stoffe auf die Erntefelder tragen. Denn in Camburnu wird seit Ewigkeiten Tee geerntet. Und, als Höhepunkt der Fehlplanungen, bricht am 6. Dezember 2011 die Mauer des Abwasserbeckens und das hochgiftige Abwasser verseucht die Felder.

Mit diesem Ereignis hört Akins Film, der bereits in Cannes in „Official Selection“ lief, auf.

Er hat sich für den Dokumentarfilm mit Unternehmern, Beamten, auch von der Umweltschutzbehörde, Arbeitern und höheren Angestellten der Deponie, die unisono die Gefahren und Katastrophen verharmlosten unterhalten. Er hat auch den Bürgermeister von Camburnu und vielen Einwohnern von Camburnu interviewet, die teils gegen die Deponie kämpfen, teils, vor allem die Jüngeren, resigniert ihre Heimat verlassen. So sank die Zahl der Einwohner seit der Eröffnung der Deponie von 3500 auf 1200.

Ein guter Teil des Filmmaterials kommt von Bünyamin Seyrekbasan, einem örtlichen Fotografen. Stilistisch ist „Müll im Garten Eden“ ein Dokumentarfilm mit teils verwackelten Bildern, Interviews und einigen impressionistischen Bildern. Auf der formalen Ebene ist das nicht besonders bemerkenswert. Aber als Dokument einer menschenverachtenden Politik, einer Politik, die keine Rücksicht auf die Betroffenen nimmt, und zeigt, dass der bürokratische und politische Wahnsinn überall zuschlagen kann, überzeugt „Müll im Garten Eden“.

Denn Camburnu liegt auch in Deutschland. Ich erinnerte mich während des Films, an Pläne, Müllverbrennungsanlagen für Rheinland-Pfalz vor meiner Haustür zu bauen (wir konnten es verhindern), oder an den neuen Berliner Flughafen BER, der direkt vor den Toren der Stadt gebaut wird (der andere, einige Kilometer weiter südlich liegende Standort war für die Berliner Politiker Sibirien) oder an „Stuttgart 21“.

Müll im Garten Eden - Plakat

Müll im Garten Eden (Deutschland 2012)

Regie: Fatih Akin

Drehbuch: Fatih Akin

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Müll im Garten Eden“

Wikipedia über Fatih Akin


TV-Tipp für den 6. Dezember: Yella

Dezember 6, 2012

ZDF Kultur, 20.15

Yella (D 2007, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Die Ostdeutsche Yella will aus ihrem tristen Leben fliehen. In Hannover lernt sie einen Finanzmanager kennen und wird seine Geliebte und Partnerin.

Wie gewohnt bei Christian Petzold: toller, angenehm undeutscher Film.

Mit viel Gespür für Rhythmus und innere Beziehungen, präzisen Darstellern und einer suggestiven Raumdramaturgie inszeniert Christian Petzold den dritten Teil seiner ‚Gespenster‘-Trilogie als Mischung aus kühl-moralischem Blick auf Mechanismen des Geldmarktes und surrealem Märchen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann, Burghart Klaußner, Barbara Auer, Christian Redl

Wiederholung: Freitag, 7. Dezember, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Yella“

Rotten Tomatoes über „Yella“

Wikipedia über „Yella“


TV-Tipp für den 5. Dezember: Die Deutsche Lady Jazz

Dezember 5, 2012

Arte, 21.55

Die Deutsche Lady Jazz (D 2012, R.: Marc Boettcher)

Drehbuch: Marc Boettcher

Einstündige TV-Fassung der zweistündigen Kinodoku „Sing! Inge, sing! – Der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg“ über Inge Brandenburg (1929 – 1999), die 1960 in Frankreich zur „besten Jazzsängerin Europas“ ernannt wurde und das Time Magazine hielt sie für „die neue Billie Holiday“, aber ihre Produzenten verschleuderten ihr Talent in banalen Schlagern und ließen sie anschließend in Vergessenheit geraten.

Wiederholungen

Dienstag, 11. Dezember, 06.00 Uhr

Montag, 17. Dezember, 06.00 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Homepage zum Film

Film-Zeit über die Doku

Homepage von Marc Boettcher


TV-Tipp für den 4. Dezember: Hellboy

Dezember 4, 2012

Kabel 1, 20.15

Hellboy (USA 2004, Guillermo del Toro)

Drehbuch: Guillermo del Toro (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro und Peter Briggs

LV: Mike Mignola: Hellboy

Hellboy, ein zum Guten erzogener Dämon, verkloppt im Auftrag einer geheimen FBI-Einheit Dämonen. Jetzt kämpft er gegen den untoten Mönch Rasputin und den SS-Mann Kroenen, die ihr vor sechzig Jahren unterbrochenes Werk vollenden wollen.

Guillermo del Toro könnte ein Bruder von Robert Rodriguez sein. Auch seine Filme sehen teurer aus als sie sind und auch er liebt die Popkultur.

„Hellboy“ ist eine der wenigen gelungenen Comicverfilmungen. Kein Wunder. Schließlich hat hier ein Fan einen Film für andere Fans (alle mit einem kindischen Gemüt) gemacht.

Mit Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans

Wiederholung: Mittwoch, 5. Dezember, 21.50 Uhr

Hinweise:

Hellboy-Comic-Seite (oder Mike Mignolas Hellboy-Seite)

Amerikanische Hellboy-Film-Seite

Deutsche Hellboy-Film-Seite

Rotten Tomatoes über „Hellboy“

Wikipedia über „Hellboy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Tödliches Terrain (Band 7)“ (BPRD: Killing Ground, 2008)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Die Warnung (Band 8)“ (BPRD: The Warning, 2009/2010)

Und jetzt zum Bonusmaterial

„Hellboy“-Erfinder Mike Mignola 2011 auf der Comic Con

Mike Mignola und Christopher Golden im Gespräch

Das erinnert mich daran

Mignola - Hellboy - Medusas Rache2Mignola - Hellboy - Der Sturm2

Ich sollte endlich den von Christopher Golden herausgegebenen und von Mike Mignola illustrierten Kurzgeschichtensammelband „Medusas Rache“ (Golkonda Verlag, 300 Seiten, 16,90) und Mike Mignolas „Hellboy“-Comic „Der Sturm“ (Cross Cult, 176 Seiten, 22 Euro), das Finale der Mignola-&-Fegredo-Trilogie, lesen.

In „Medusas Rache“ sind vierzehn neue „Hellboy“-Geschichten (naja, so ganz neu sind sie nicht mehr, denn der Sammelband ist von 1999, aber erst jetzt auf Deutsch erschienen) von Nancy Holder, Brian Hodge, Poppy Z. Brite, Greg Rucka, Max Allan Collins und Christopher Golden & Mike Mignola.

 


TV-Tipp für den 3. Dezember: Stille Nacht – Mörderische Nacht

Dezember 3, 2012

ZDF, 22.15

Stille Nacht – Mörderische Nacht (USA 2008, R.: Susan Montford)

Drehbuch: Susan Montford

LV: Edward Bryant: While she was out, 1988 (Kurzgeschichte)

Nachdem Hausfrau Della in der Shopping Mal einige Weihnachtseinkäufe erledigt hat, beobachtet sie, wie einige Jugendliche einen Wachmann erschießen. Panisch flüchtet sie in eine abgelegene Baustelle. Die Mörder verfolgen die Zeugin.

Montfords Debüt „While she was out“ (DVD-Titel) ist ein geradliniger, angenehm kurzer Thriller, der mit einigen überraschenden Twists aufwartet und nicht mit überflüssigen, psychologisierenden Subplots nervt. Denn in neunzig Minuten darf sich auf die Hauptsache konzentriert werden: den gnadenlosen Kampf einer Frau ums Überleben in einer feindlichen Umgebung.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Kim Basinger, Lukas Haas, Craig Sheffer, Jamie Starr, Leonard Wu, Luis Chávez

Hinweise

Rotten Tomatoes über „While she was out“

Wikipedia über „While she was out“ (deutsch, englisch)

Bloody Disgusting: Interview mit Susan Montfort zu „While she was out“

Den of Geek: Interview mit Susan Montfort zu „While she was out“

Icons: Ausführliches Interview mit Susan Montfort über „While she was out“ (unter anderem zu den Unterschieden zwischen Vorlage und Film)

Russell Trunk: Interview mit Susan Montfort

Shock Till You Drop: Interview mit Susan Montfort und Don Murphy zu „While she was out“

Fantastic Fiction über Edward Bryant (Wow, hat der viele Preise gewonnen.)

Meine Besprechung von Susan Montfords „While she was out“ (While she was out, D/Can/USA 2008)


TV-Tipp für den 2. Dezember: Vorname Carmen

Dezember 1, 2012

ZDFkultur, 23.15

Vorname Carmen (Frankreich/Schweiz 1983, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Anne-Marie Miéville

Jean-Luc Godards sehr zugängliche (verglichen mit seinen anderen Spätwerken) Interpretation der Geschichte von „Carmen“. Er verlegte die Geschichte in die Gegenwart und er spielte in dem Film auch die Rolle des Regisseurs und Onkels von Carmen, der nie um einen bissigen Kommentar verlegen ist.

mit Maruschka Detmers, Jacques Bonnaffé, Myriem Roussel, Hippolite Girardot, Jean-Luc Godard

Wiederholung: Montag, 3. Dezember, 04.14 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

IMDB über Jean-Luc Godard

Kriminalakte gratuliert Jean-Luc Godard zum Geburtstag

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (A Bout de Souffle, Frankreich 1959)

Jean-Luc Godard in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Nach „Little Miss Sunshine“ ist „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“

Dezember 1, 2012

Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ ist der neue Film der „Little Miss Sunshine“-Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris.

Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ ist eine Komödie über einen Schriftsteller, der in einer Schreibkrise einen seiner Charaktere, seine Traumfrau, zum Leben erweckt und fortan mit ihr zusammen leben muss.

Aber im Gegensatz zu „Harvey“ kann jeder Ruby Sparks sehen. Sie ist ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. Bis auf ihren Geist. Der kommt immer von ihrem Erfinder Calvin Weir-Fields, einem schlackerhaftem Endzwanziger, der als 19-jähriger den „Fänger im Roggen“ für seine Generation schrieb, reich wurde, seitdem nichts mehr geschrieben hat und jetzt von seinem Psychiater aufgefordert wurde, einfach etwas zu schreiben. Je schlechter, desto besser.

Das klingt doch gut. Ein philosophisch angereicherte Feelgood-Film. Oder weil Drehbuchautorin Zoe Kazan auch die Rolle der Ruby Sparks übernommen hat, ihr Freund Paul Dano die von Calvin Weir-Fields und die Regisseure miteinander verheiratet sind, ein zeitgemäßes Update von Woody Allen für die Zwanzig-/Dreißigjährigen.

Aber dann zünden die Witze nicht, die Geschichte plätschert vor sich hin und die immer wieder angedeutete philosophische Dimension wirkt nur vorgetäuscht. Denn anstatt sich wirklich mit den Fragen von schriftstellerischer Kreativität, dem Verhältnis von Autoren zu ihren Charakteren, Schein und Sein, dem Wunsch nach der Traumfrau und der ernüchternden Wirklichkeit, zu beschäftigen, werden sie höchstens gestreift und manchmal mit einem halbgaren Witz, der früher sein Ende im Papierkorb des Autors gefunden hätte, garniert.

Das ist dann, auch wenn ich kein zweites „Little Miss Sunshine“ erwartete, eindeutig zu wenig um zu begeistern.

Ruby Sparks - Plakat

Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin (Ruby Sparks, USA 2012)

Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris

Drehbuch: Zoe Kazan

mit Paul Dano, Zoe Kazan, Antonio Banderas, Annette Bening, Steve Coogan, Elliott Gould, Chris Messina, Alia Shawkat

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ruby Sparks“

Metacritic über „Ruby Sparks“

Rotten Tomatoes über „Ruby Sparks“

Wikipedia über „Ruby Sparks“

 


TV-Tipp für den 1. Dezember: Columbo: Mord nach Rezept

November 30, 2012

RTL nitro, 18.35

Columbo: Mord nach Rezept (USA 1968, R.: Richard Irving)

Drehbuch: Richard Levinson, William Link

LV: Richard Levinson, William Link: Prescription: Murder, 1962 (Theaterstück)

Kurz nach dem zehnten Hochzeitstag wird die Frau von Dr. Flemming von einem Einbrecher ermordet. Lt. Columbo zweifelt an der Einbrechertheorie und knöpft sich den Gatten vor.

Bevor Columbo 1971 als Teil der „NBC Mystery Movies“ in Serie ging, gab es bereits zwei TV-Auftritte des schusseligen Polizisten, die selten gezeigt werden, und daher nicht so richtig zum offiziellen Kanon gehören.

Mit Peter Falk, Gene Barry

Hinweise

Wikipedia über „Columbo“ (deutsch, englisch)

The Museum of Broadcast Communications über “Columbo”

Fernsehlexikon über “Columbo”

“Columbo”-Fanseite

Deutsche “Columbo”-Fanseite

Noch eine deutsche “Columbo”-Fanseite

TV Time Machine: Audiointerview mit Peter Falk und Mark Dawidziak

Mein Nachruf auf Peter Falk

Columbo in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Francois Ozon ist „In ihrem Haus“ – und wir sind dabei

November 30, 2012

Francois Ozons neuer Film „In ihrem Haus“ ist ein Krimi ohne Mord und Totschlag. Eigentlich auch ohne Verbrechen, aber mit vielen falschen Tatsachen. Denn der Lehrer Germain (Fabrice Luchini) sieht in seinem sechzehnjährigem Schüler Claude (Ernst Umhauer) einen talentierten Schriftsteller und damit dessen Talent auch wirklich zum Funkeln kommt, gibt der verhinderte Schriftsteller Germain seinem Schüler kostenlose Privatstunden. Claude erzählt in seinen Geschichten von seinen Besuchen bei seinem Mitschüler Rapha jr. (Bastien Ughetto), dessen Vertrauen er sich als hilfsbereiter Mitschüler erschlich, weil er sich in dessen Mutter (Emmanuelle Seigner) verliebte.

Germain fordert Claude auf, die Geschichte, deren Wahrheitsgehalt im Detail sehr zweifelhaft ist, weiterzuschreiben.

Claude beginnt ihn um Gefälligkeiten, die seine Schulnoten positiv beeinflussen, zu bitten. Der Lehrer ist immer faszinierter von der Geschichte, in der er über seinen Schüler in eine fremde Familie eindringt – und irgendwann mischt er sich auch in die Geschichte ein, indem er Claude als Geist (oder Muse oder spitzzüngiger Kritiker) in dem Haus der Artoles erscheint und kluge Ratschläge verteilt.

Und Ozon zieht in dem Moment ganz lässig eine weitere Ebene in das Spiel von Lehrer und Schüler ein. Während wir uns anfangs fragten, wie viel von Claudes Geschichte erfunden ist und auch, wie sehr wir die Geschichte aus der Perspektive von Claude oder Germain, der sie seiner Frau (der immer eleganten Kristin Scott Thomas) am Esstisch vorliest, beginnt Ozon jetzt auch ganz offensiv über das Schreiben von Geschichten nachzudenken.

Das geschieht alles so leicht, dass man fast nicht wahrnimmt, wie komplex „In ihrem Haus“ ist. Dagegen nimmt man die Claude-Chabrol-Einflüsse wahr: der unbestechliche Blick des Wissenschaftlers auf die kleinstädtische Bourgeoisie, die pointierte Erzählweise, die immer, wenn es geht, einen Witz mitnimmt und natürlich die Riege guter Schauspieler, die sich lässig die Bälle zuwerfen.

Aber da, wo Chabrol beim Erzählen immer wieder schlampig wurde, entwirft Ozon ein präzises Spiel auf mehreren Ebenen, gegen das – irgendwie muss ich euch ja ins Kino bringen – „Inception“ wie ein laues Lüftchen wirkt.

Und das Verbrechen? Der Missbrauch von Vertrauen.

In ihrem Haus (Dans la maison, Frankreich 2012)

Regie: Francois Ozon

Drehbuch: Francois Ozon (freie Adaption des Stücks „Der Junge aus der letzten Reihe“ von Juan Mayorga)

mit Fabrice Luchini, Ernst Umhauer, Kristin Scott Thomas, Emmanuelle Seigner, Denis Ménochet, Bastien Ughetto, Jean-Francois Balmer, Yolande Moreau, Catherine Davenier

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „In ihrem Haus“

Rotten Tomatoes über „In ihrem Haus“

Wikipedia über „In ihrem Haus“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Francois Ozon


TV-Tipp für den 30. November: Das Fleisch der Orchidee

November 30, 2012

3sat, 22.25 Uhr

Das Fleisch der Orchidee (F/I/D 1974, R.: Patrice Chéreau)

Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Patrice Chéreau

LV: James Hadley Chase: The Flesh of the Orchid, 1948 (Ein Grab voll roter Orchideen, Das Fleisch der Orchidee)

Eine Millionenerbin, die in einer Klinik in den Wahnsinn getrieben werden soll, bricht aus. Auf ihrer Flucht gerät sie unter anderem in ein Mordkomplott.

Patrice Chéreaus Regiedebüt ist ein selten gezeigter, ziemlich durchgeknallt-träumerischer Psychothriller nach einem Roman von James Hadley Chase (1906 – 1985), den wir älteren Semester noch kennen und dessen Krimis vor über zwanzig Jahren in die Antiquariate verschwanden. Die Originalausgaben sind inzwischen wieder erhältlich; für nächstes Jahr sind auch gedruckte Ausgaben angekündigt.

Theater- und Opernregisseur Patrice Chéreau greift kräftig ins Reservoir kinematographischer Schreckenselemente, um seiner Verfilmung (…) die nötige Spannung zu verleihen. Dabei gelingt ihm über weite Partien tatsächlich die Schaffung eines Alptraums, beklemmend und wahrhaft mörderisch. Seine Inszenierung macht dabei allerdings einen bewusst artifiziellen Charakter. Chéreau bevorzugt bläuliche, kalte Farben und verkommene trostlose Handlungsorte.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

mit Charlotte Rampling, Bruno Cremer, Edwige Feuillère, Simone Signoret, Hans-Christian Blech, Alida Valli

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Fleisch der Orchidee“

Wikipedia über „Das Fleisch der Orchidee“

Krimi-Couch über James Hadley Chase

Mordlust über James Hadley Chase

Crimetime über James Hadley Chase

Kirjasto über James Hadley Chase

Wikipedia über James Hadley Chase (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Viel Gerede, etwas Gewalt und keine Frauen in „Killing them softly“

November 29, 2012

Wie gerne hätte ich Andrew Dominiks neuen Film „Killing them softly“ gnadenlos abgefeiert, aber es war wohl ein Fehler, vor dem Besuch der deutschen Fassung den Roman „Cogan’s Trade“, die Vorlage zum Film, zu Lesen.

Cogan’s Trade“ erschien bereits 1974 und George V. Higgins, der mit seinem ersten Roman „Die Freunde von Eddie Coyle/Hübscher Abend bis jetzt“ (The Friends of Eddie Coyle, 1971) einen Kriminalromanklassiker, Unterabteilung Gangsterkrimi, schuf, weil er ein ungeschöntes Bild des Kleingangstertums zeichnete und die Dialoge sich wie Abhörprotokolle lasen. Dieses Ohr für den Slang der Verbrecher hatte er vorher als Anwalt und Staatsanwalt in Boston geschärft. Das war eine Sprechweise, die teilweise auch von US-Amerikanern kaum verstanden wurde (und es den Übersetzern nicht leicht machte). Außerdem entfaltet sich die Geschichte nicht in den Taten der Verbrecher, sondern in ihren Gesprächen darüber.

Auch Higgins‘ dritter Roman „Cogan’s Trade“ besteht fast nur aus Dialogen. Über Seiten reden die Gangster ohne Punkt und Komma. Die Gespräche kreisen oft, mit Wiederholungen, um sich selbst. Oft ist lange Zeit nicht klar, wo das Gespräch hinführen soll. Gerade das macht den Roman einerseits mühsam zu lesen (Oh man, warum geht die Story nicht im Richard-Stark-Tempo weiter?), aber auch faszinierend (Uh, das ist die Wirklichkeit.). Higgins‘ erste Romane, vor allem sein Debüt, wurde von der Kritik abgefeiert und auch heute noch zählt er zu den Innovatoren des Genres. Elmore Leonard änderte danach seinen Schreibstil und er wird nicht müde, Higgins‘ stilistischen Einfluss auf sein Werk zu betonen. Quentin Tarantinos Endlosdialoge sind ebenfalls von Higgins beeinflusst.

Und Hollywood glaubt wohl, wegen der vielen Dialoge und den spärlichen Beschreibungen, fast schon ein Drehbuch vor sich zu haben.

Aber, und das zeigt sich in Dominiks sehr werkgetreuer Verfilmung von „Cogan’s Trade“, es ist auch nicht besonders filmisch. Denn die meiste Zeit sitzen mittelalte Männer in Autos, an Tischen und in Sesseln und reden über Dinge, die sie getan haben, oder von jemand gehört haben. Als Lektüre ist das faszinierend. In einem Film würde ich aber genau diese Erzählungen lieber sehen, anstatt immer nur von ihnen zu hören.

Dabei ist die Geschichte denkbar einfach: zwei Kleingangster rauben ein illegales Kartenspiel aus. Cogan, der Troubleshooter des Syndikats, soll die beiden Gangster finden. Schnell ist er auf der richtigen Spur und er will sie, als Denkzettel, umbringen. Kompliziert wird sie nur durch ihre Erzählweise.

Auch die Schauspieler sind gut. Brad Pitt als Cogan. James Gandolfini als physisches Wrack. Richard Jenkins als Verbindungsmann des Syndikats. Ray Liotta als Leiter der Spielhalle (die er selbst bereits einmal ausraubte), Sam Shepard (leider viel zu kurz) als Vollstrecker des Mobs. Scott McNairy und Ben Mendelsohn als die die beiden Räuber. Und Vincent Curatola als der Organisator des Coups. Sie haben erkennbar ihren Spaß an den Dialogen.

Es sind Dialoge und eine Geschichte, die tief in den siebziger Jahren steckt und über weite Teile auch wie ein aus der Zeit gefallener Siebziger-Jahre-Gangsterthriller aussieht, in dem die Gangster, die bis dahin in Büchern und Filmen normalerweise über kein nennenswertes Privatleben verfügten, sich stundenlang über die ganz normalen Probleme von mittelalten Männern unterhalten: das Einkommen, die Ehefrau, die Kinder und die kleinen Zipperlein, die die Arztrechnungen in ungeahnte Höhen treiben. Der Profi-Killer Mickey (James Gandolfini) zeigt eine mögliche Zukunft für Cogan auf: als larmoyanter, ängstlicher Alkoholiker, der an seinem Beruf zerbrach. Gangster als normale Menschen mit alltäglichen Problemen und, oft, dem Habitus eines kleinen oder mittleren Angestellten. Das war damals neu. Heute haben wir „Die Sopranos“ gesehen.

Dominik, der zuletzt den Western „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ (The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford, USA 2007, den ich elend langweilig fand) drehte und dort die Charaktere ihn ihrer historischen Zeit leben ließ, verlegt in „Killing them softly“ Higgins‘ Geschichte aus den frühen siebziger Jahren in die Fast-Gegenwart. Sie spielt jetzt 2008, während der letzten Amtstage von George W. Bush, im vom Hurrikan Katrina verwüsteten New Orleans, in der Hochphase des Präsidentschaftswahlkampfes von John McCain und Barack Obama. Immer wieder weisen TV-Nachrichten mit Redeausschnitten darauf hin. Die USA werden – mit einem erhobenen, „Tatort“-würdigem Zeigefinger – als ein sich ökonomisch im freien Fall befindendes Land, in dem jeder nur noch um das eigene Überleben kämpft, porträtiert. Diese Aktualisierung, als ob Gangsterkrimis nicht auch immer Kapitalismuskritik wären, wirkt allerdings die ganze Zeit wie ein vollkommen unpassender Fremdkörper in einem Männerfilm, der überdeutlich in den siebziger Jahren (und vor dem damaligen historischen Hintergrund, der von Higgins auch deutlich gezeichnet wird) spielt.

Killing them softly (Killing them softly, USA 2012)

Regie: Andrew Dominik

Drehbuch: Andrew Dominik

LV: George V. Higgins: Cogan’s Trade, 1974 (Neuauflage als „Killing them softly“, keine deutsche Übersetzung)

mit Brad Pitt, James Gandolfini, Ray Liotta, Richard Jenkins, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, Vincent Curatola, Trevor Long, Max Casella, Sam Shepard

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Killing them softly“

Metacritic über „Killing them softly“

Rotten Tomatoes über „Killing them softly“

Wikipedia über „Killing them softly“ (deutsch, englisch) und George V. Higgins

Weekly Lizard: Andrew Dominik über „Killing them softly“

Krimi-Couch über George V. Higgins

Fantastic Fiction über George V. Higgins

New York Times über George V. Higgins

Mulholland Books: Brian Greene über George V. Higgins

Elmore Leonard über George V. Higgins

Weekly Lizard: Justin Peacock über George V. Higgins und das Must-Read-Book „The Friends of Eddie Coyle“


TV-Tipp für den 29. November: Im Jahr des Drachen

November 29, 2012

ARD, 01.55

Im Jahr des Drachen (USA 1985, R.: Michael Cimino)

Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimino

LV: Robert Daley: Year of the dragon, 1981 (Im Jahr des Drachen)

Äußerst gewalttätiger, realistischer Krimi über einen Polizisten, der gegen die Drogenmafia kämpft und, als ehemaliger Vietnam-Veteran, den Vietnam-Krieg in den Straßen von New Yorks Chinatown gewinnen will. Damals gab es Proteste von chinesischen Gemeinden (wegen Rassismus) und Robert Daley (wegen Gewalt); – trotzdem einer der besten Cop-Thriller der Achtziger.

Mit Mickey Rourke, John Lone

Auch bekannt unter den eher nichtssagenden Titeln „Manhattan-Massaker“ und „Chinatown-Mafia“

Hinweise

City on Fire (Ziemlich umfangreiche Fanseite zum Film)

Wikipedia über Robert Daley

Wikipedia über „Im Jahr des Drachen“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Im Jahr des Drachen“

DVD Times (Mike Sutton) über “Year of the Dragon”


TV-Tipp für den 28. November: Der ewige Gärtner

November 28, 2012

Arte, 20.15

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, R.: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Wiederholung: Donnerstag, 29. November, 14.25 Uhr

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

John le Carré in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. November: Smoke Signals

November 27, 2012

ZDFkultur, 21.50

Smoke Signals (USA 1998, R.: Chris Eyre)

Drehbuch: Sherman Alexie

LV: Sherman Alexie: The Lone Ranger and Tonto Fistfight in Heaven, 1993 (Regenmacher, Smoke Signals)

Extrem selten gezeigtes, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetes, absolut sehenswertes Roadmovie über zwei junge Indianer, die die Asche von Victors Vater in das Reservat bringen wollen.

„Ein Film, der lange weitergeht im Kopf und Lust aufs Leben macht.“ (Frauke Hanck, AZ, 3. Dezember 1998)

„I’d give it a B- in artistic terms and an A+ in political terms.“ (Sherman Alexie)

mit Adam Beach, Evan Adams, Irene Bedard, Gary Farmer

Wiederholung: Mittwoch, 28. November, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Smoke Signals“

Turner Classic Movies: Susan Doll über “Smoke Signals”

Salon: Interview mit Sherman Alexie (2. Juli 1998)

Post Script: Interview mit Chris Eyre und Sherman Alexie (22. Juni 2010)

Homepage von Sherman Alexie

 


DVD-Kritik: Diebe, die für die richtige Sache kämpfen: die zweite Staffel der US-Krimiserie „Leverage“

November 26, 2012

Das hat aber lange gedauert. Denn die zweite Staffel der sehr vergnüglichen Crime-Comedy-Serie „Leverage“ lief bereits vor einem Jahr im Fernsehen. Aber jetzt ist sie, nicht mehr, wie die erste Staffel, bei Universum, sondern bei Edel erschienen und die dritte Staffel erscheint, ebenfalls bei Edel, am 7. Dezember. Im Fernsehen läuft Montags auf Vox derzeit die vierte Staffel und in den USA läuft schon die fünfte Staffel. Für Nachschub ist gesorgt.

Das liegt auch daran, dass das „Leverage“-Team gegen Bösewichter kämpft, die die Lücken des Gesetzes ausnutzen und die kleine Leute skrupellos um ihr Vermögen bringen. Von diesen Verbrechern im Nadelstreifenanzug, die fast nie von einem Gericht bestraft werden, gibt es viel zu viele.

Aber manchmal betritt das aus Nathan Ford (Timothy Hutton), einem ehemaligen Versicherungsdetektiv, der seiner Versicherung Millionenzahlungen ersparte, bis sein Sohn todkrank wurde und die Versicherung die Behandlung nicht bezahlte, Sophie Deveraux (Gina Bellman), einer begnadeten Trickbetrügerin, Eliot Spencer (Christian Kane), ein Söldner, der sich anscheinend schon durch jede Gangsterhöhle schlug, Alex Hardison (Aldis Hodge), einem Computergenie, das sich in jedes System hacken kann, und Parker (Beth Riesgraf), einer Einbrecherin und Fassadenkletterin (und sie könnte wirklich Parkers Tochter sein), bestehende „Leverage“-Team die Bühne. Bei einigen Jobs in der zweiten Staffel hilft ihnen Tara Cole (Jery Ryan), eine Freundin von Sophie Deveraux.

Ford, der lange Zeit mit seinem Alkoholismus kämpft, ist der Kopf der Gruppe und er konnte in der ersten „Leverage“-Staffel diese Verbrecher überzeugen, dass es wirklich Spaß macht und das Gewissen (sofern sie überhaupt eins hatten) beruhigt, die großen, skrupellosen Bösewichter, die sich auf Kosten der Armen und Machtlosen bereichern, zu betrügen.

Deshalb war am Ende der ersten Staffel die Rückkehr der Verbrecher in ihr altes Leben nur von kurzer Dauer (Okay, die guten Quoten waren auch hilfreich.) und in der zweiten Staffel, die aus 15 Episoden besteht (zwei mehr als Staffel 1), kämpfen sie gegen betrügerische Banker, einen betrügerischen Mixed Martials Promoter, eine skrupellose Sensationsjournalistin, einen skrupellosen Lebensmittelhersteller (hier darf Nathan Ford als Magier das Publikum verzaubern), einen halbseidenen Diamantenhändler, einen zwielichtigen Anwalt, einen gierigen Geldeintreiber (der die Stammkneipe des „Leverage“-Teams übernehmen will und der nicht mit der Bande ehrbarer Diebe und den anderen Stammgästen des Pubs rechnete) und im neunzigminütigem Staffelfinale kämpfen sie gegen einen korrupten Bürgermeister.

Es gibt einen Ausflug in die Modewelt und einmal dürfen sie sich auch mit einer anderen Diebesbande um ein Gemälde kloppen.

Leverage“ ist eine leichtgewichtige, aber gut gemachte Krimikomödie, die durchaus ernste Themen anspricht und als Robin-Hood-Variante implizit in jeder Episode zum Klassenkampf aufruft.

Die Schauspieler haben ihren Spaß in den verschiedenen Rollen, die sie für ihre Betrügereien einnehmen müssen. Die Dialoge sind flott. Und die Geschichten voller gelungener Überraschungen.

Die englischen Episodentitel, die immer mit „Job“ enden, zeugen in ihrem Anspielungsreichtum, wie „The Three Day of the Hunter Job“ und „The Maltese Falcon Job“, dass hier einige Krimifans arbeiten.

Das ist kurzweilige Unterhaltung, die niveauvoll unterhält, dabei auf Grips und nicht auf Gewalt setzt und bei der wir die Helden nicht zu irgendwelchen Obduktionen begleiten müssen.

 

Das Bonusmaterial

 

Das Kernstück des Bonusmaterials ist ein gut zwanzigminütiges Interview mit den „Leverage“-Machern Dean Devlin, John Rogers und Chris Downey. Der Rest bewegt sich im üblichen Rahmen und bietet einige spezielle Einblicke in die Serie.

Leverage – Staffel 2 (Leverage, USA 2009/2010)

Erfinder: John Rogers, Chris Downey

mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison), Jeri Ryan (Tara Cole)

DVD

Edel

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 & 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial (50 Minuten):Interview mit den Machern von Leverage (Dean Devlin, John Rogers, Chris Downey), Aldis Holdis: Der Hand-Job-Schwindel, Imagefilm über den Musiker Andy Lange, Hinter den Kulissen: Special Effects, Outtakes, Filmsetführung mit „Leverage“-Produzent John Rogers

Länge: 622 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Jobs des zweiten „Leverage“-Jahrgangs

Ausgebremst (The Beantown Bailout Job, US-Erstausstrahlung: 15. Juli 2009)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: John Rogers

Ring Frei (The Tap Out Job, US-Erstausstrahlung: 22. Juli 2009)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Albert Kim

Quarantäne ( The Order 23 Job, US-Erstausstrahlung: 29. Juli 2009)

Regie: Rod Hardy

Drehbuch: Chris Downey

Hausarrest (The Fairy Godparents Job, US-Erstausstrahlung: 5. August 2009)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Amy Berg

Rufmord (The Three Days of the Hunter Job, US-Erstausstrahlung: 12. August 2009)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Melissa Glenn, Jessica Rieder

Verseucht (The Top Hat Job, US-Erstausstrahlung: 19. August 2009)

Regie: Peter O’Fallon

Drehbuch: M. Scott Veach, Christine Boylan

Scheintot (The Two Live Crew Job, US-Erstausstrahlung: 26. August 2009)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: Amy Berg, John Rogers

Diamantenfieber (The Ice Man Job, US-Erstausstrahlung: 2. September 2009)

Regie: Jeremiah Chechik

Drehbuch: Christine Boylan

Erbschleicher (The Lost Heir Job, US-Erstausstrahlung: 9. September 2009)

Regie: Peter Winther

Drehbuch: Christ Downey

Modepiraten (The Runway Job, US-Erstausstrahlung: 13. Januar 2010)

Regie: Mark Roskin

Drehbuch: Albert Kim

Schuldschein (The Bottle Job, US-Erstausstrahlung: 20. Januar 2010)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Christine Boylan

Eierdiebe (The Zanzibar Marketplace Job, US-Erstausstrahlung: 27. Januar 2010)

Regie: Jeremiah Chechik

Drehbuch: Melissa Glenn Jessica Rieder

Scharlatan (The Future Job, US-Erstausstrahlung: 3. Februar 2010)

Regie: Mark Roskin

Drehbuch: Amy Berg, Chris Downey

Schlagabtausch (The Three Strikes Job, US-Erstausstrahlung: 10. Februar 2010)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: John Rogers

Höhle des Löwen (The Maltese Falcon Job, US-Erstausstrahlung: 17. Februar 2010)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: John Rogers

Hinweise

TNT über „Leverage“

Vox über „Leverage“

Serienjunkies über „Leverage“

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

 

 


TV-Tipp für den 26. November: Auftrag Rache

November 26, 2012

ZDF, 22.15

Auftrag Rache (USA/GB 2010, R.: Martin Campbell)

Buch: William Monahan, Andrew Bovell (nach dem Drehbuch von Troy Kennedy Martin)

Vor der Haustür des Polizisten Thomas Craven erschießen Unbekannte seine Tochter. Craven glaubt, dass der Anschlag ihm gegolten hat. Er beginnt ihren Mörder zu jagen.

Nachdem Mel Gibson in den vergangenen Jahren vor allem als Regisseur und wegen anderer Dinge von sich reden machte (Hey, wir haben doch alle kopfschüttelnd die Meldungen auf den Bunten Seiten gelesen.), übernahm nach einer siebenjährigen Schauspielpause für diesen leicht noirischen Politthriller endlich wieder einmal die Hauptrolle und es wurde eine veritable Soloshow.

Auftrag Rache“ ist das Remake der hochgelobten, sechsstündigen BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness) von 1985, die ebenfalls von Martin Campbell inszeniert wurde und ein mit mehreren BAFTAs (unter anderem „Beste TV-Serie“) ausgezeichneter „Meilenstein der Fernsehgeschichte“ (Martin Compart: Crime TV) ist. Dagegen ist das Remake nur austauschbare 08/15-Kost.

Simpler Thriller, der das Spannungspotential seiner Actionszenen inszenatorisch nicht sonderlich ausschöpft und dessen politische Hintergründe eher konfus gezeichnet sind.“ (Lexikon des internationalen Films)

William Monahan schrieb auch die Drehbücher für die ungleich gelungeneren Thriler „Departed – Unter Feinden“,Der Mann, der niemals lebte“ und „London Boulevard“ (auch Regie).

Martin Campbell inszenierte auch die James-Bond-Filme „GoldenEye“ und „Casino Royale“ (zweimal gut) und „Green Lantern“ (Gähn!).

mit Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts, Frank Grillo

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Auftrag Rache“

Metacritic über „Auftrag Rache“

Rotten Tomatoes über „Auftrag Rache“

Wikipedia über „Auftrag Rache“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Martin Campbells TV-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness, GB 1985 – DIE Vorlage für „Auftrag Mord“)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern“ (Green Lantern, USA 2011)


TV-Tipp für den 25. November: Departed – Unter Feinden

November 25, 2012

Pro7, 22.35

Departed – Unter Feinden (USA 2006, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: William Monahan

Cop Billy Costigan ist Undercover-Agent in der Organisation des Mafiapaten Frank Costello. Gangster Colin Sullivan ist bei der Polizei der Top-Maulwurf für Costello. Beide steigen in den feindlichen Organisationen stetig auf. Da erhalten Costigan und Sullivan von ihrem Boss den Auftrag, den Verräter in den eigenen Reihen zu finden.

„Departed – Unter Feinden“ ist, wie Genre-Junkies wissen, das grandiose US-Remake des ebenso grandiosen Hongkong-Thrillers „Infernal Affairs“ (von Andrew Lau und Alan Mak). Monahan verlegte die Geschichte nach Boston, orientierte sich bei dem Mafiapaten an dem legendären Whitey Bulger und zeichnete ein Porträt der amerikanischen Gesellschaft. Die schwächsten Szenen des Remakes sind die weinigen, direkten Übernahmen von Szenen aus dem Original.

Beide Filme sind stilistisch überzeugende Werke über Freundschaft, Loyalität und Verrat.

Monahans Drehbuch erhielt einen Edgar, einen Oscar, den Preis der Writers Guild of America und war für den Golden Globe nominiert (um nur einige zu nennen). Der Film wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch den Oscar für den besten Film des Jahres

Die nächste Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio war die allseits abgefeierte Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“ (mir gefiel das Buch besser).

Und William Monahans lieferte danach sein gelungenes Regiedebüt, die Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (mit Colin Farrell, David Thewlis, Ray Winstone, Eddie Marsan und, umpf, Keira Knightley) ab.

Mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone, Vera Farmiga, Alex Baldwin

Wiederholung: Montag, 26. November, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Departed – Unter Feinden“

Metacritic über „Departed – Unter Feinden“

Rotten Tomatoes über „Departed – Unter Feinden“

Wikipedia über „Departed – Unter Feinden“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Departed“ von William Monahan

Collider: Interview mit William Monahan (Februar 2007)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Hugo Cabret“ (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von William Monahans „London Boulevard“ (London Boulevard, USA/GB 2010)


TV-Tipp für den 24. November: James Bond: In tödlicher Mission

November 24, 2012

ARD, 00.50

James Bond: In tödlicher Mission (GB 1981, R.: John Glen)

Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

LV: Ian Fleming: For you eyes only, 1960 (Für Sie persönlich, Kurzgeschichte), Risico, 1960 (Riskante Geschäfte, Kurzgeschichte)

James Bond sucht im Mittelmeer ein verschwundenes Gerät zur Steuerung der U-Boot-Flotte, das ATAC. Es wurde von dem griechischen Millionär Kristatos geklaut, der es an die Sowjets verkaufen will.

Einer der besseren Roger-Moore-Bonds. „Variety“ hielt „In tödlicher Mission“ sogar für einen der durchgehend erfreulichsten aller bis dahin gedrehten zwölf Bond-Filme. Andere Kritiker meinten, es sei ein Remake von „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (Hm.) und eine einzige Verfolgungsjagd (Gut!) mit viel Werbung (Schlecht!). Jedenfalls kam diese Mischung dem Talent von John Glen entgegen und Roger Moore bewältigte seine Arbeit mit der Hilfe von fast fünfzig Stuntmännern.

Mit Roger Moore, Carole Bouquet, Julian Glover, Chaim Topol, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: In tödlicher Mission“

Wikipedia über „James Bond: In tödlicher Mission“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: Der Old-School-Gangsterthriller „Cold Blood“ gefällt

November 23, 2012

Der Überfall auf das Casino ging glatt über die Bühne und auch die Flucht in Richtung Kanada gelang, bis die drei Verbrecher auf der einsamen Landstraße einen Unfall bauen und Addison (Eric Bana) einen zufällig vorbeikommenden Polizisten erschießt. Addison sagt seiner Schwester Liza (Olivia Wilde), dass sie sich trennen müssen. Ihr dritter Mann starb bei dem Unfall.

Während sie sich zu Fuß, auf getrennten Wegen, durch das winterliche Michigan auf den Weg zur Grenze machen, erschlägt der gerade aus dem Gefängnis entlassene Ex-Boxer Jay Mills (Charlie Hunnam) seinen Ex-Manager während eines Streits. Er macht sich auf den Weg zu seinen Eltern Chet (Kris Kristofferson) und June (Sissy Spacek) und dem Thanksgiving-Dinner. Auf dem Weg zu ihnen gabelt er Liza auf. Er verliebt sich in die geheimnisvolle Schönheit.

Ihr Bruder schlägt sich währenddessen skrupellos durch die einsame Landschaft und hinterlässt, verfolgt von der Polizei, eine Spur von Leichen. Da schickt ihm Liza eine SMS, in dem sie ihn in das Haus der Mills einlädt.

Diese Gangstergeschichte erzählt Stefan Ruzowitzky („Anatomie“, „Die Fälscher“) in seinem gelungenem US-Debüt nach einem Drehbuch des Debütanten Zach Dean, geradlinig und ohne große Erklärungen. So dürfen wir uns die Hintergründe der seltsamen Abhängigkeit zwischen Addison und Liza, die Gründe für die große Enttäuschung von Chet über seinen Sohn Jay und, als dritte Familiengeschichte, die übergroße Besorgnis von Sheriff Marshall Becker (Treat Williams) über seine ebenfalls als Polizistin arbeitende Tochter Hanna (Kate Mara) aus Halbsätzen und Gesten zusammenreimen. Sowieso wird in „Cold Blood“ die alte Weisheit, dass sich in ihren Taten der Charakter eines Menschen zeigt, eisern befolgt.

Cold Blood“ (doofer deutscher Titel) ist ein gut gespielter, flott erzählter, traditionsbewusster Gangsterthriller mit glaubwürdigen Charakteren und auch glaubwürdiger Action, der einfach nur neunzig Minuten, ohne aufgesetzten Humor und Hypergewalt, aber dafür mit der Lakonie eines Western oder alten Gangsterfilms (wie „Entscheidung in der Sierra“/“High Sierra“), gut unterhalten will und dabei auch einiges über die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern, vor allem Väter, und Werte sagt.

Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade (Deadfall, USA/Frankreich 2012)

Regie: Stefan Ruzowitzky

Drehbuch: Zach Dean

mit Eric Bana, Olivia Wilde, Charlie Hunnam, Kate Mara, Kris Kristofferson, Sissy Spacek, Treat Williams

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cold Blood“

Metacritic über „Cold Blood“

Rotten Tomatoes über „Cold Blood“

Wikipedia über „Cold Blood“


TV-Tipp für den 23. November: Payback – Zahltag

November 23, 2012

RTL II, 22.50

Payback – Zahltag (USA 1999, R.: Brian Helgeland)

Drehbuch: Brian Helgeland, Terry Hayes

LV: Richard Stark: The hunter, 1962 (später wurde das Buch wegen der Verfilmungen unter den Titeln „Point Blank“ und „Payback“, in Deutschland unter „Jetzt sind wir quitt“ und „Payback“, verlegt)

Porter will seine 70 Riesen zurückhaben. Nur sein Kumpel Val, der ihn einige Kugeln in den Rücken verpasste und mit Porters Frau verschwand, und die Mafia haben etwas dagegen.

Ziemlich missratene, zwischen allen Stühlen sitzende, brutale Neuverfilmung von Richard Starks (ein Pseudonym von Donald Westlake) erstem Parker-Roman, die nie auch nur annähernd die Qualität von John Boormans „Point Blank“ (mit Lee Marvin) erreicht. Die Gründe sind u. a. verschiedene Auffassungen über die Hauptrolle zwischen Helgeland und Gibson (der deshalb Teile neu drehen lies), die Scherze sind nicht witzig und der Action-Overkill ist für einen einen kleinen, düsteren Gangsterfilm zu viel, aber für einen Action-Film zu wenig.

Jahre später gab es den „Director’s Cut“, der sich sehr vom Kinofilm unterscheidet.

Mit Mel Gibson, Gregg Henry, Lucy Liu, Kris Kristofferson, William Devane, Deborah Kara Unger

Wiederholung: Samstag, 24. November, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Donald E. Westlake

Drehbuch „The Grifters“ von Donald E. Westlake (Second Draft, März 1989)

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Lax/Donald Westlakes „Hot Rock“ (Pierre qui roule, 2008, Comic)