Drehbuch: Guillermo del Toro (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro und Peter Briggs
LV: Mike Mignola: Hellboy
Hellboy, ein zum Guten erzogener Dämon, verkloppt im Auftrag einer geheimen FBI-Einheit Dämonen. Jetzt kämpft er gegen den untoten Mönch Rasputin und den SS-Mann Kroenen, die ihr vor sechzig Jahren unterbrochenes Werk vollenden wollen.
Guillermo del Toro könnte ein Bruder von Robert Rodriguez sein. Auch seine Filme sehen teurer aus als sie sind und auch er liebt die Popkultur.
„Hellboy“ ist eine der wenigen gelungenen Comicverfilmungen. Kein Wunder. Schließlich hat hier ein Fan einen Film für andere Fans (alle mit einem kindischen Gemüt) gemacht.
Mit Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans
Wow. Die Briten haben es wieder einmal geschafft. Während bei uns Ende Juli ein „Polizeiruf 110“ zum Schutz der Jugend vor der Ausstrahlung gerade vom ursprünglich geplanten 20.15-Uhr-Termin auf eine spätere Uhrzeit verschoben wird, weil er zu spannend sei, es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse gebe und der Staat komplett versage, nehmen die Briten einen schon ziemlich düsteren Roman von Mark Billingham und verschärfen ihn. Denn zwischen dem Ermittler, D. I. Tom Thorne, und dem Serienmörder besteht im Film eine besondere Verbindung, die weit über die künstliche Verbindung der Beiden in Billinghams Roman hinausgeht. Sowieso haben die beiden Drehbuchautoren Dudi Appleton und Jim Keeble die Vorlage kräftig geändert. Sie haben die Stärken, wie die Prämisse, übernommen, die Schwächen, wozu vor allem die schlechte Konstruktion des Romans gehört, ignoriert und die 2000 spielende Geschichte in die Gegenwart verlegt.
Im Buch und im Film hat ein Unbekannter in London mehrere Frauen ermordet. Alison Willets (Sara Lloyd-Gregory) überlebt und liegt fortan im Krankenhaus. Sie kann nur noch ihre Augen bewegen. Erschreckt muss Tom Thorne (David Morrissey), nach einem Brief des Mörders an ihn, feststellen, dass Alison Willetts das erste Opfer war, bei dem er seinen Plan in die Tat umsetzen konnte. Nicht Willetts, sondern die Toten sind seine Fehlschläge.
Im Buch konzentriert sich Tom Thorne schnell auf den Arzt Jeremy Bishop (Stephen Campbell Moore), der Willetts als erster im Krankenhaus behandelte. Er hält ihn für den Täter. Die Indizien sind zwar dünn und Thorne beginnt auch eine Affäre mit Anne Coburn (Natasha McElhone), die Willets behandelt und mit Bishop seit Ewigkeiten gut befreundet ist. Weil Thorne in Billinghams Debütroman „Der Kuss des Sandmanns“ die meiste Zeit einfach nur diese eine Spur verfolgt, ohne dass er dabei einen Schritt weiter kommt, und es auch keine anderen Verdächtigen gibt, zieht sich der Roman in der Mitte wie Kaugummi und Thorne wird immer mehr zum langweilenden, den Leser verärgernden Dummkopf. Denn selbstverständlich ist jemand, der vom Autor so deutlich als Täter aufgebaut wird, nach den Regeln des Whodunits (und formal folgt Billingham der Struktur des Rätselkrimis) am Ende nicht der Täter.
Im Film gibt es dagegen mehrere Verdächtige. Die Polizei, und damit auch Tom Thorne, verfolgt mehrere Spuren und, nachdem der Täter ein Ereignis aus Thornes Vergangenheit erwähnt, weiß Thorne, dass der Täter sein großes Geheimnis kennt.
Gleichzeitig versucht Thornes Kollege Kevin Tugham (Eddie Marsan) den ihm verhassten Kollegen als Mörder zu überführen und der mit Thorne gut befreundete Gerichtsmediziner Phil Hendricks (Aidan Gillen) wird im Lauf der Ermittlungen auch als Mörder verdächtigt.
Das ist viel Stoff für zwei Stunden, aber den Autoren Dudi Appleton und Jim Keeble (die auch Bücher für „Silent Witness“ und „Der Preis des Verbrechens“ schrieben) und Regisseur Stephen Hopkins („Predator 2“, „Mörderisches Spiel“, „24“ und „Californication“) gelang es, das alles sehr pointiert zu erzählen und Stephen Hopkins, der den Film in der Umgebung des neuen Olympiastadiums und im East End drehte, hat auch einige ungewöhnliche und noch nicht totgefilmte Stadtansichten eingefangen. Aber am ungewöhnlichsten und, obwohl Billingham im Roman auch mehrere Szenen aus Alison Willetts Perspektive geschrieben hat, sind die aus Willets Perspektive inszenierten Szenen, in denen wir ihre Gedanken hören können. Sie gehören zum Schlimmste, was es seit langem im Fernsehen zu sehen gab. Denn bewegungslos und fast kommunikationsunfähig im eigenen Körper eingesperrt zu sein, kann man sich nur allzu leicht vorstellen. In dem von Alfred Hitchcock inszeniertem Kurzfilm „Breakdown“ befand Joseph Cotten sich in einer ähnlichen Lage.
Mit einigen Interviewschnipseln ist das Bonusmaterial enttäuschend ausgefallen.
Der zweite Tom-Thorne-Film „Die Tränen des Mörders“ (Scaredy Cat) ist ab jetzt im Verleih und ab dem 15. September im Handel.
Der Kuss des Sandmanns – Tom Thorne ermittelt (Thorne: Sleepyhead, GB 2010)
Regie: Stephen Hopkins
Drehbuch: Dudi Appleton, Jim Keeble
LV: Mark Billingham: Sleepyhead, 2001 (Der Kuss des Sandmanns)
mit David Morrissey, Natasha McElhone, Eddie Marsan, O. T. Fagbenle, Aidan Gillen, Lorraine Ashbourne, Stephen Campbell Moore, Joshua Close
–
DVD
EuroVideo
Bild: 1.78:1
Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Interviews mit David Morrissey, Jim Keeble und Dudi Appleton, Natasha McElhone, Eddie Marson, Aidan Gille, O. T. Fagbenle, Stephen Campbell Moore, Joshua Close (insgesamt 10:20 Minuten), Deutscher Trailer (2:20 Minuten)
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Der Roman „Der Kuss des Sandmanns“ (Goldmann, später Portobello) ist derzeit nur antiquarisch erhältlich.
Einige neuere Thorne-Romane sind bei Goldmann erhältlich.
Hochgelobte Verfilmung von Savianos auf Tatsachen basierendem gleichnamigem Roman. Garrone zeichnet in fünf unabhängigen Handlungssträngen ein unglamouröses Bild der Camorro in Neapel.
Der Film erhielt in Cannes den Großen Preis der Jury.
Mit Salvatore Abruzzese, Maria Nazionale, Toni Servillo
Ein Amen für die Mafia: Paten, Priester und der Vatikan (D 2011, R.: Christian Gramstadt)
Drehbuch: Christian Gramstadt
45-minütige Doku über das Verhältnis der katholischer Kirche zur Mafia in Italien. Könnte interessant sein und ist nach der Ausstrahlung bestimmt in der Mediathek zu finden. Denn Mitternachtskino muss nicht sein; vor allem wenn es wegen dem Fußballspiel Deutschland – Brasilien sicher etwas später wird.
JAMES BOND: Feuerball (GB 1965, R.: Terence Young)
Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham
LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)
Largo erpresst die britische Regierung mit der Drohung zwei Atomraketen auf westliche Großstädte abzufeuern. Anstatt zu bezahlen schickt die Regierung James Bond los – die Welt zu retten.
Bond auf den Bahamas und mit gaaaanz vielen Tauchern. Die Story zu „Feuerball“ basierte auf einem zusammen mit Kevin McClory entworfenem Filmtreatment. Nach einem Rechtsstreit durfte McClory ein Remake machen. Es hieß „Sag niemals nie“ (ebenfalls mit Connery und am Ende wieder mit gaaaanz vielen Taucher, – wegen des Copyrights)
Letztes Jahr in Marienbad (F/I 1960, R.: Alain Resnais)
Drehbuch: Alain Robbe-Grillet
Als ich den Film vor Ewigkeiten als Teenager im TV sah, war ich begeistert. Denn das war wirklich etwas anderes. Und damals, lange bevor es Nischensender wie Arte gab, die auch zur Hauptsendezeit Anspruchsvolles zeigen, wurde der Film in einem dritten Programm um eine ähnliche Uhrzeit gesendet. Das waren die Zeiten, als der Öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Bildungsauftrag noch ernst nahm. Aber damals liefen Sonntags zur besten Frühschoppenzeit auch Stummfilme; – und das war nicht die schlechteste Filmbildung.
Doch jetzt zum Gegenstand der Freude: In einem Barockschloss (gedreht wurde im Münchner Schloss Nymphenburg) trifft ein Mann eine verheiratete Frau. Er behauptet, dass sie ineinander verliebt waren. Sie kann sich nicht daran erinnern. Er versucht sie zu überzeugen – und wir Zuschauer fragen uns, was Wahrheit und was Traum ist.
„Letztes Jahr in Marienbad“ erhielt bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen, war für den Science-Fiction-Preis „Hugo“ nominiert und war ein Kultfilm der sechziger Jahre.
Im Anschluss läuft um 21.45 Uhr „Erinnerungen an Marienbad“ (F 2009), ein quasi Making-of, bei dem der damalige Regieassistent Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) während der Dreharbeiten entstandene Super-8-Aufnahmen von Nebendarstellerin Francoise Spira kommentiert.
Mit Delphine Seyrig, Giorgio Albertazzi, Sergio Pitoeff, Francoise Berlin
LV: Ray Bradbury: Fahrenheit 451, 1953 (Fahrenheit 451)
Im Rahmen des heutigen Thementages „Spirit of the Sixties: Die 60er Jahre“ zeigt 3sat heute Truffauts selten gezeigten Anti-Utopie, in der Bücher, weil sie subversive Gedanken enthalten, verboten sind. Feuerwehrmann Montag erfüllt brav seine Pflicht und verbrennt Bücher, bis er Clarissa kennenlernt und zunehmend an seinem Leben und seinem Tun zweifelt.
Der spätere Regisseur Nicholas Roeg war der Kameramann und Alfred-Hitchcock-Komponist Bernard Herrmann komponierte den Soundtrack
mit Julie Christie, Oskar Werner, Cyril Cusack, Anton Diffring, Jeremy Spenser
Gut, für Feingeister ist das Programm nichts, aber Metal-Fans, die keine Karte bekommen haben, dürfen sich auf Avantasia (20.00 Uhr), Blind Guardian (20.55 Uhr), Apocalyptica (21.45 Uhr), Airbourne (22.45) und Motörhead (23.45 Uhr) freuen.
Die nachfolgende Sendung, die Wacken-Doku „Full Metal Village“ (D 2007, Regie: Sung Hyung Cho), kann etwas später beginnen.
Shadow und der Fluch des Khan (USA 1994, R.: Russell Mulcahy)
Drehbuch: David Koepp
LV: Charakter von Maxwell Grant (Pseudonym von Walter B. Gibson)
New York, dreißiger Jahre: Der Shadow bekämpft die Bösewichter. Sein neuester Gegner ist Shiwan Khan, ein Nachfahre von Dschingis Khan, der die ganze Welt unterwerfen will und der den Shadow von früher kennt.
Der 45 Millionen teure Film war bei den Kritikern und an der Kasse ein Flop. Heute, zwischen all den Superheldenfilmen, kann „Shadow und der Fluch des Khan“ erstaunlich gut bestehen und, trotz der Mängel in der Story, gefällt mir dieser unterschätze, naive Film, der den Zauber der alten Serials, B-Pictures (weniger) und Noirs (noch weniger) wiederaufleben lassen will, viel besser als einige der hoch budgetierten, bedeutungsschwangeren Comicverfilmungen (ich sage nur „Batman“), die in den vergangenen Jahren in den Kinos liefen.
mit Alec Baldwin, John Lone, Penelope Ann Miller, Peter Boyle, Ian McKellen, Tim Curry, Jonathan Winters
Der unehrenhaft entlassene Soldat Thomas hilft nach einem Unfall Ali Özkan, dem Besitzer einer Imbisskette. Ali stellt ihn als Fahrer ein und bald macht er sich an Alis Frau Laura ran.
Petzolds Variante von James M. Cains „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ (The Postman always rings twice, 1934).
mit Benno Fürmann, Hilmi Sözer, Nina Hoss, André Hennicke, Claudia Geisler
Dass J. J. Abrams etwas von Vermarktung versteht, ist spätestens seit dem von ihm produziertem Alien-Invasionsfilm „Cloverfield“ bekannt und auch für seinen neuesten Film „Super 8“ schraubte er die Erwartungen mit kryptischen Ankündigungen und sich widersprechenden Gerüchten hoch. Dabei erzählt er in „Super 8“, wie in „Cloverfield“, eine altbekannte Geschichte. Aber während bei „Cloverfield“ vor allem die Machart (es wurde alles mit einer Handkamera gedreht) beeindruckte, ist J. J. Abrams in seinem neuesten, von Steven Spielberg produziertem Film in jeder Beziehung altmodisch: die Geschichte spielt 1979 und die Inszenierung passt sich auch dem damaligem Inszenierungstempo und -stil, bis auf den Zugunfall am Anfang, an.
Im Mittelpunkt von „Super 8“ steht eine Gruppe Jugendlicher, die in Ohio einen Zombie-Film drehen wollen (Wer denkt hier nicht an die Anfänge von Steven Spielberg und J. J. Abrams?). Damals war das Filmmaterial teuer. Nur das weit verbreitete Super-8-Format war auch für Jugendliche erschwinglich. Das fehlende Geld wird mit Enthusiasmus und Einfallsreichtum ausgeglichen. So machen die sechs Freunde sich eines Nachts auf den Weg zu einer einsam gelegenen Bahnstation. Sie wollen den vorbeifahrenden Zug als Requisite für eine herzzerreißende Abschiedsszene verwenden. Doch nachdem ihr Biologielehrer mit seinem Auto die Gleise blockiert, entgleist der riesige Güterzug in einer grandios-ohrenbetäubenden und vollkommen unrealistischen Szene. Denn dass ein Auto einen Zug zum Entgleisen bringt und der Fahrer des PKWS, am Steuer sitzend, den Unfall überlebt, kann nur mit der emotionalen Logik (nach der Dinge möglich sind, die nach der rationalen Logik unmöglich sind) erklärt werden. Trotzdem hatte ich danach ein kleines Problem mit dem Film.
Als am nächsten Tag das Militär den Unfallort unter der Leitung von Air Force Colonel Nelec (von Noah Emmerich hübsch furchteinflößend gespielt) weiträumig absperrt, ist das Interesse der Jugendlichen geweckt. Sie wollen herausfinden, was in dem Zug war, und sie benutzen das Militär als kostenlose und unwissende Statisten für ihren Super-8-Film, der auch am Ende von „Super 8“ gezeigt wird und von den Schauspielern während des Drehs improvisiert wurde.
Gleichzeitig verschwinden Menschen und Dinge spurlos aus der Kleinstadt und selbstverständlich hat das etwas mit dem in dem Zug befördertem Wesen aus einer anderen Welt zu tun hat.
Neben der Mystery-Geschichte und der Besetzung der Stadt durch das Militär, das einen entlaufenen Alien sucht, erzählt J. J. Abrams auch die Geschichte der ersten Liebe zwischen Joe Lamb (Debütant Joel Cortney), der in dem Super-8-Film für die Spezialeffekte und die Maske zuständig ist, und Alice Dainard (Elle Fanning), der Hauptdarstellerin in dem Super-8-Film, in die er verliebt ist. Ihre Väter sind allerdings miteinander verfeindet. Denn Joes Vater, Deputy Sheriff Jackson Lamb (Kyle Chandler), glaubt, dass Alices Vater, der alleinerziehende, jähzornige Trinker Louis Dainard (Ron Eldard) für den Tod seiner Frau verantwortlich ist.
Formal ist „Super 8“ zwar ein J.-J.-Abrams-Film, aber der Einfluss von Steven Spielberg ist in jeder Minute spür- und sichtbar; ebenso die Ähnlichkeiten zu Steven Spielbergs „E. T. – Der Außerirdische“: der eine Film spielt 1979, der andere 1982; beide spielen in einer All-American-Kleinstadt; die Kinder sind gut; die Erwachsenen sind Randfiguren; der alleinerziehende Vater des Helden ist hilfsbereit und gutwillig, aber auch überfordert (in „E. T.“ war’s die Mutter); das Militär ist böse, der Außerirdische gut und er will nur nach Hause. Das sind alles vertraute Elemente aus der Spielberg-Factory. Ebenso die für Erwachsene manchmal arg platte Moral.
Auch die Liebe zum Detail in der Ausstattung, die Komposition der Farben und Bilder, der Schnitt und die Musik scheinen aus den späten Siebzigern/frühen Achtzigern gefallen zu sein und erinnern damit an Spielbergs Filme „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „E. T.“. Falls man „Super 8“ nicht gerade für einen 1980 verschollenen Steven-Spielberg-Film hält
Auch J. J. Abrams, der aus seiner Bewunderung für Spielberg keinen Hehl macht, bestätigt diesen Eindruck: „Ich konnte gar nicht fassen, wie viel Arbeit Steven in diesen Film investierte, denn er hat derart viel zu tun, dass er eigentlich doch gar keine Zeit dafür hatte. Dennoch hat er stundenlang mit der Überarbeitung des Skripts und später im Schneideraum verbracht. Ich erlebte das als ganz surreal. Denn ich empfand es nicht nur als Auszeichnung, mit ihm arbeiten zu dürfen – zusätzlich geht es auch noch um einen Film über eine Zeit, die für unsere beiden Biographien von entscheidender Bedeutung war.“
Mir hat das zeitgemäße Update von „E. T.“ gefallen. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass er sich eigentlich an ein jugendliches Publikum richtet und wenn Zwölfjährige sich diesen Sommer „Super 8“ statt „Green Lantern“ ansehen, sehen sie den viel besseren Film. Vielleicht wird er für sie auch so prägend, wie „E. T.“ es für 1982 Zwölfjährige war.
Nach „Mission Impossible III“ und „Star Trek“ ist „Super 8“ J. J. Abrams bislang bester Film. Bei seinem nächsten Film werden wir dann – einige dürften sich noch an Tobe Hoopers „Poltergeist“ und Spielbergs starken Einfluss auf den parallel zu „E. T.“ entstandenen Horrorfilm erinnern – wissen, wie viel Spielberg in „Super 8“ steckt.
Super 8 (Super 8, USA 2011)
Regie: J. J. Abrams
Drehbuch: J. J. Abrams
mit Kyle Chandler, Elle Fanning, Joel Courtney, Gabriel Basso, Noah Emmerich, Ron Eldard, Riley Griffiths, Ryan Lee, Zach Mills
Grandiose spielfilmlange Doku, in der Werner Herzog seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski reflektiert. Sie verband über fünf Filme eine innige und sehr produktive Hassliebe. Denn „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu“, „Woyzeck“, „Fitzcarraldo“ und „Cobra Verde“ sind Klassiker des Neuen Deutschen Films (auch wenn sie nicht unbedingt in Deutschland entstanden) und in jedem Fall gehören sie zu ihren besten Arbeiten.
Mit Werner Herzog, Klaus Kinski, Claudia Cardinale, Mick Jagger, Eva Mattes, Thomas Mauch, Maximilian Schell
JAMES BOND: Goldfinger (GB 1964, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn
LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959
Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.
Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“ ein Klacks zu sein.
Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell
LV: Jim Thompson: The Grifters, 1963 (Muttersöhnchen, Die Abzocker)
Roy Dillon schlägt sich als kleiner Trickbetrüger mehr schlecht als Recht durch. Als er an eine größere Menge Geld kommt, haben seine Freundin Mary und seine Mutter Lilly plötzlich Interesse an ihm; besonders an dem Geld.
Der potentielle Klassiker basiert auf einem der besten und düstersten Bücher von Thompson. Westlake schrieb ein grandioses Drehbuch, und das gesamte Team (es wäre wirklich unfair, eine einzelne Person herauszuheben) gab ihr bestes. „The Grifters ist ein starkes Stück Kino, ein Krimi, der seinen Alptraum formvollendet präsentiert.“ (Fischer Film Almanach)
Mit Anjelica Huston, John Cusack, Annette Bening, Pat Hingle, Charles Napier, J. T. Walsh, Xander Berkeley
Die Prostituierte Kelly will ein einer All-American-Kleinstadt ein neues Leben beginnen. Aber diese heile Welt ist gar nicht so heil.
Ein kleiner Noir-Klassiker der etwas anderen Art. Denn ein guter Film ist „Der nackte Kuss“ nicht. Ein bizarrer, ein irritierender, ein teils langweilender, teils beunruhigender und polarisierender Film ist „Der nackte Kuss“ schon; – mehr dazu in meiner ausführlichen Besprechung des „nackten Kusses“.
mit Constance Towers, Anthony Eisley, Michael Dante, Virginia Grey, Patsy Kelly, Marie Devereux
Als John Frankenheimer 1960 „Die jungen Wilden“ drehte, wollte er vor allem zeigen, dass er als Live-Television-Director auch einen Spielfilm drehen konnte. Und zwar, wie auch die anderen Live-Television-Regisseure, die damals in Hollywood ihre zweite Karriere begannen (unter anderem Arthur Penn, Sidney Lumet, Norman Jewison und George Roy Hill), mit einem Film, der auch etwas zu sagen hatte. Also kein Musical, keine launige Komödie, sondern ein Drama, das etwas über die Gesellschaft aussagt und dies mit einer liberalen Position verknüpft. Da bot sich ein Film über die Jugendkriminalität und die Bandenkriminalität an.
In „Die jungen Wilden“ erstechen in Spanish Harlem drei italienische Jugendliche (sie sind 15, 16 und 17 Jahre alt) tagsüber auf offener Straße einen blinden puerto-ricanischen, fünfzehnjährigen Jungen. Staatsanwalt Hank Bell (Burt Lancaster), der aus dem gleichen Viertel wie die Mörder kommt, will ein Exempel statuieren. Er war früher sogar mit der Mutter von dem jüngsten Täter liiert. Ihm gelang dann der Weg aus dem Ghetto. Er glaubt, dass die Menschen sich für ihre Taten verantworten müssen und er weiß, dass diese Jugendlichen und ihre Bewunderer nur eine Sprache verstehen. Auch wenn es bedeutet, dass sie dafür auf den elektrischen Stuhl müssen.
Sein Vorgesetzter, District Attorney Daniel Cole, der für das Amt des Gouverneurs kandidiert, unterstützt ihn bei dieser harten Linie.
Aber als Bell sich mit den Hintergründen der Tat beschäftigt, entdeckt er, dass das Opfer nicht so harmlos war, wie man auf den ersten Blick vermutet, und die Täter nicht die blutgierigen Bestien sind, als die sie anfangs erschienen.
Frankenheimer drehte den Film hauptsächlich vor Ort. Wegen der hohen Kosten für zwei Crews war ein gesamter Dreh in New York nicht möglich, aber die Innenausstattung wurde detailgetreu in Hollywood nachgebaut und so fühlt sich der Film von der ersten bis zur letzten Minute authentisch, in vielen Momenten fast schon wie ein Dokumentarfilm an.
Der Mord bietet Frankenheimer die Gelegenheit, sich mit den damals entstehenden Straßengangs, die sich an den unterschiedlichen Ethnien orientierten, dem alltäglichem Rassismus, der Politik, der zwiespältigen Rolle der Presse und den sozialen und psychologischen Hintergründen der Tat und was sie für die von ihr Betroffenen bedeutet, zu beschäftigen und so auch ein Sittenbild der damaligen Gesellschaft zu zeigen. Dabei gibt es etliche Szenen, die für das damalige Publikum sicher verstörend waren: die drastisch gezeigte Gewalt, die Herrschaft der Straßengangs über das Viertel, die Rede der Mutter gegenüber Cole und Bell während der Beerdigung und das Geständnis eines Mädchens vor Gericht,, dass sie als Prostituierte das Geld für die Familie verdient. Filmisch gibt es auch immer wieder beeindruckende Szenen: wenn Frankenheimer in den ersten Filmminuten die drei Jugendlichen zu ihrer Tat verfolgt, die Tat teilweise in einer Sonnenbrille gezeigt wird (was auch eine Hommage an Alfred Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ ist), die immer wieder in extremer Untersicht aufgenommenen Schauspieler und natürlich deren überzeugendes Spiel. Nicht nur bei den Profis, sondern auch bei den jungen Schauspielern und den Laien. Das alles zeigt, dass John Frankenheimer bei seinem zweiten Spielfilm genau wusste, was er tat.
„Die jungen Wilden“ war ein bei den Kritikern und in dem städtischen Publikum, das in dem Film, der auf einem wahren Fall basierte, ihnen vertraute Probleme erkannte, ein Erfolg. Mit Burt Lancaster, der damals ein großer Star war und auch einen Regisseur feuern konnte, drehte John Frankenheimer direkt danach „Der Gefangene von Alcatraz“ (Birdman of Alcatraz) und später „Sieben Tage im Mai“ (Seven Days in May), „Der Zug“ (The Train) und „Die den Hals riskieren“ (The Gypsy Moths).
Frankenheimers Karriere in den folgenden über vierzig Jahren war wechselhaft. So drehte er Flops, wie das gruselige „D. N. A. – Experiment des Wahnsinns“ (The Island of Dr. Moreau), bei dem er die Regie von Richard Stanley übernahm. Aber auch etliche Klassiker, wie „Botschafter der Angst“ (The Manchurian Candidate), „Grand Prix“, „French Connection II“, „Schwarzer Sonntag“ (Black Sunday), „52 Pick-Up“ und „Ronin“.
Auch „Die jungen Wilden“ gehört in diese Reihe.
Andere Meinungen
„In der Milieuzeichnung glaubhaft und kompromisslos, in der Charakterisierung der Figuren jedoch zu vordergründig.“ (Lexikon des internationalen Films)
„It is a tribute to his skill that this narrative, so overcrowded on paper, never seems, on film contrived and complacent in its social concerns. It is not easy to keep all the threads running evenly throughout this broad tapestry of poverty, violence and despair, but the director has managed this so skilfully, and not at all episodically, that events and characters seem consistently believable.“ (Gerald Pratley: The Films of Frankenheimer, 1998)
„Ein exzellentes Drama um Jugendkriminalität.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon, 2006)
Die jungen Wilden (The Young Savages, USA 1960)
Regie: John Frankenheimer
Drehbuch: Edward Anhalt, J. P. Miller
LV: Evan Hunter: A matter of conviction, 1959 (später auch “The Young Savages”, deutscher Titel “Harlem Fieber”)
Mit Burt Lancaster, Dina Merrill, Shelley Winters, Edward Andrews, Vivian Nathan, Larry Gates, Telly Savalas (in seinem Spielfilmdebüt und dann, lange vor “Kojak”, schon gleich als Kriminalpolizist)
–
DVD
Euro Video
Bild: 16:9 (1.77:1)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Drehbuch: Bruno Tardon, Patrick Dewolf, Patrice Leconte, Michel Blanc
Zwei flüchtige Verbrecher wollen ein Kasino ausrauben.
Damals gefiel mir im Kino der französische Kassenhit, der auch in Deuschland im Kino von fast 350.000 Leuten gesehen wurde (Platz 48 der 1985er Besucherstatistik).
Heute immer noch? Ich denke schon, denn: „Ein originelles Drehbuch, flotte Regie und gute Darsteller heben diesen Film über das Mittelmaß der meisten Actionstreifen hinaus.“ (Fischer Film Almanach 1986)
Leconte drehte später die Georges-Simenon-Verfilmung „Die Verlobung des Monsieur Hire“, „Der Mann der Friseuse“, „Die Frau auf der Brücke“ und „Die Witwe von Saint-Pierre“.
mit Bernard Giradeau, Gérard Lanvin, Christiane Jean, Maurice Barrier, Bertie Cortez
Beginnen wir mit dem Positiven: Ryan Reynolds. Er spielt die Rolle des wagemutigen Jetpiloten Hal Jordan, der zu einem Green Lantern (bleiben wir beim englischen Begriff, denn „Grüne Laterne“ klingt doch etwas dämlich) wird, mit dem nötigen Augenzwinkern. So, als würde er sagen: „Ich weiß, dass das ein vollkommen kindischer Film ist, aber lass uns einfach eine gute Zeit haben.“
Doch es hilft nichts. Denn letztendlich stimmt nichts an dem Film.
Das beginnt schon mit der 3D-Optik, die dazu führt, dass die Tricktechnik um Jahrzehnte zurückgeworfen wird. Die Wächter, die fremden Welten, die Kämpfe: alles sieht nach billigster Computeranimation und Videogame aus dem letzten Jahrzehnt aus. Dass es besser geht, zeigte George Lucas schon damals in seinen letzten drei „Krieg der Sterne“-Filmen. So gibt es vor sechs Jahren in „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“ eine Totale von einer Zukunftsstadt, bei der man den Eindruck hat, dass man eine echte Stadt sieht (und im Kino, bei den Dialogen, immer wieder herzhaftes Gelächter).
In „Green Lantern“ denkt man dann, weil die Tricks durchgehend mies sind, an einen schlampig gezeichneten Trickfilm. Vor allem, wenn Hal Dinge aus dem Nichts erschafft, die dann auch so ein ekliges Chemiegrün haben: zuerst auf dem Planeten Oa, wo das Green Lanterns Corps (eine Art galaktische Friedenstruppe) sich versammelt hat. Da gibt es dann einen Schwertkampf mit aus Gedankenkraft erschaffenen Schwertern, der schon stark an die „Krieg der Sterne“-Lichtschwerter erinnert. Später, wenn Hal auf der Erde einen abstürzenden Hubschrauber in ein Auto umdenkt und über eine erfundene grüne Brücke fahren lässt oder wenn er immer wieder supergroße grüne Wummen erfindet, wird es nicht besser.
Wenn es dann 3D-Aufnahmen von Räumen gibt, fehlt in den Räumen (wobei es im Weltall und auf fremden Planeten sowieso einige Probleme mit den Dimensionen gibt) und, erstaunlich oft, bei den Gesichtern das gewohnte räumliche Empfinden. Die Schauspieler sehen dann wie Scherenschnitte aus; was einen selbstverständlich aus der Wirklichkeit des Films reißt.
Die Story folgt grob und erstaunlich holprig der üblichen Superheldengeschichte, die wir in den vergangenen Jahren gefühlte Tausendmal gesehen haben: Held ist ein Niemand; Held wird zum Superhelden auserkoren (von Spinnenbiss über Unfall in den afghanischen Bergen hin zu selbstauferlegter Mission); Held trainiert seine neuen Fähigkeiten; Held bewährt sich im Kampf gegen den großen Bösewicht und er nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung als Superheld für die kommenden Fortsetzungen (wenn das Einspielergebnis stimmt) an.
Immerhin hat in „Green Lantern“ der Held keine Probleme damit, der Auserwählte zu sein. Er nimmt diese Aufgabe fast schon schulterzuckend, so als ob er einfach ein neues Computerspiel ausprobieren würde, an.
Und erkennbare psychische Probleme hat er auch nicht. Das macht ihn, gegenüber den mit psychologischem Ballast aufgeblasenen anderen Kino-Superhelden, sehr sympathisch.
In „Green Lantern“ wird diese Initiationsgeschichte des Helden eher unlustig, aber immerhin unter zwei Stunden, mit einigen ausgesprochen dümmlichen Dialogen (wenn Hal den anderen Green Lanterns erklärt, dass man sich seiner Furcht stellen müsse und dass wir Menschen so toll sind, weil wir uns unseren Ängsten stellen) und erstaunlich konfus abgehandelt. Der Bösewicht ist einerseits Hector Hammond (Peter Sarsgaard), der nachdem er einen Tropfen Blut von Parallax in sich aufnimmt, selbst zum Monster mutiert (Hm, warum wird er böse, während die Green Lanterns starben?), andererseits Parallax, das unglaublich lang auf einem unglaublich fernem Planetem eingesperrte ultimative Böse; ein gelbes, zähnefletschendes Monstrum, das riesengroß ist, einige Green Lanterns verschlingt und tötet, später einige Menschen brutzelt und von Hal in einem unglaublich kurzem Endkampf ziemlich profan getötet wird.
Und damit wären wir bei den Action-Szenen. Genauer wohl Post-Action-Szenen. Denn in einer traditionellen Action-Szene sehen wir die Schauspieler und Stuntmänner bei der Arbeit und wie sie sich in Gefahr begeben. Es gibt die Verfolgungsjagd in „French Connection“, die Verfolgungsjagden und Kämpfe in den James-Bond-Filmen (den letzten Bond-Film lassen wir mal weg), die Kämpfe in den Filmen von Jackie Chan, die Zerstörungsorgie in „Terminator 3“, wenn die Filmemacher einen gesamten Straßenzug zerstören.
In einem Post-Action-Film sind die Action-Szenen dagegen so zerschnippselt, dass man die Action gar nicht mehr verfolgen kann und man im schlechtesten Fall den Eindruck hat, dass man die Szene auch gleich selbst spielen könnte. Wenn die Action nicht im Schnittgewitter untergeht, ist sie so übertrieben, dass man sofort merkt, dass sie im Studio vor einem Green Screen und im Computer entstand. Die Folge: Langeweile, weil wir nicht mehr emotional in die Kämpfe involviert sind.
Diese Post-Action-Szenen sind in „Green Lantern“ reiner Selbstzweck. Pubertäre Kloppereien, die nicht länger im Gedächtnis bleiben. Denn in einer guten Action-Szene zeigt sich der unterschiedliche Charakter der Kämpfenden. Deshalb können gute Action-Szenen, weil sie die Geschichte voranbringen, wie zuletzt in Takashi Miikes „13 Assassins“, ohne zu langweilen, gute fünfzig Minuten dauern.
In „Green Lantern“ erfahren wir dagegen in den Kämpfen nichts über die einzelnen Charaktere. Entsprechend gelangweilt erleben wir die Kloppereien auf fremden Planeten, im Weltraum und auch auf der Erde.
Ach, es ist zum Haare raufen. Denn was wäre bei dieser Besetzung und bei dem Budget von 200 Millionen Dollar (offizielle Angabe, wobei ein guter Teil sicher in der Entwicklungshölle verschwunden ist) drin gewesen. Martin Campbell hat den TV-Klassiker „Edge of Darkness“ (Am Rande der Finsternis) gedreht und mit seinem zweiten James-Bond-Film „Casino Royale“ einen tollen Bond-Reboot gemacht. Peter Sarsgaard hat in den vergangenen Jahren seine Vielfältigkeit als Schauspieler gezeigt. Mark Strong scheint in jedem angesagten Film dabei zu sein. In „Green Lantern“ erkennt man sie unter ihren Masken kaum. Tim Robbins ist fast verschenkt und Angela Bassett; – nun, sie ist auch dabei, aber sie überlebt den Film nicht. Glaube ich jedenfalls. Denn das war im Schnitt nicht so klar. Der ist von Stuart Baird; ein Altmeister mit zwei Oscar-Nominierungen und eigenen Regieerfahrungen bei den Thrillern „U. S. Marshals“ (Auf der Jagd) und „Executive Decision“ (Einsame Entscheidung).
Und James Newton Howard schrieb einen verdächtig nach einer schlechten „24“-Kopie klingenden Soundtrack.
Die Drehbuchautoren Greg Berlanti, Michael Green, Marc Guggenheim und Michael Goldenberg sind zwar vor allem aus dem Fernsehen bekannt. Aber mit „Everwood“, „Eli Stone“, „Smallville“, „No ordinary Family“ und „Heroes“ haben sie als Autoren und Erfinder nicht gerade bei den schlechtesten Serien mitgemischt. Und Goldenberg schrieb die Bücher für „Contact“ und „Harry Potter und der Orden des Phönix“.
Die wissen also schon, was sie tun. Nur in „Green Lantern“ zeigen sie nichts davon.
Denn bei einem Budget von 200 Millionen Dollar (und dem damit verbundenem sicheren Gewinn) darf man doch wohl erwarten, dass auch etwas Geld in die Geschichte gesteckt wird: in Charaktere, die uns wichtig sind, gute Dialoge und eine schlüssige Geschichte. Wenn das vorhanden ist, lieben wir die Action-Szenen und können auch schlechte Tricks verzeihen.
Green Lantern (Green Lantern, USA 2011)
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Greg Berlanti, Michael Green, Marc Guggenheim, Michael Goldenberg (nach einer Geschichte von Greg Berlanti, Michael Green, Marc Guggenheim)
LV: Comic-Charaktere von DC Comics
mit Ryan Reynolds, Blake Lively, Peter Sarsgaard, Mark Strong, Angela Bassett, Tim Robbins, Jay O. Sanders, Taika Waititi
Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, R.: Johnny To)
Drehbuch: Ka-Fai Wai
In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.
Das ging aber schnell. Bereits wenige Monate nach der DVD-Premiere läuft Johnny Tos neuester Neo-Noir-Thriller im TV.
Mit „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.
mit Johnny Hallyday, Sylivie Testud, Anthony Wong, Simon Yam