TV-Tipp für den 26. September: Blow Up

September 26, 2011

HR, 23.30

Blow up (GB 1966, R.: Michaelangelo Antonioni)

Drehbuch: Michelangelo Antonioni, Tonino Guerra, Edward Bond (Mitarbeit Dialoge)

LV: Julio Cortázar: Las Babas del diablo, 1959 (Kurzgeschichte, „Der Teufelsgreifer“ in Der Verfolger)

London: ein Modefotograf entdeckt, als er ein in einem Park geschossenes Foto, vergrößert, eine Leiche. Auf seiner Suche nach der Leiche und dem Mörder vermischt sich für ihn immer mehr Schein und Realität.

Das klingt jetzt nach einem Mystery-Thriller, aber der Krimiplot ist für Antonioni nur die Krücke für eine Odyssee durch das Swinging London, eine Meditation über die Wirklichkeit und eine weitere Analyse der Bindungslosigkeit der Großstädter.

Und das klingt jetzt doch zu sehr nach drögem Kunstgewerbe. Dabei ist „Blow up“ reinstes Kino und ein präzises Porträt einer bestimmten Zeit und eines Ortes.

Herbie Hancock schrieb die Musik. Rocksongs, wozu auch ein Konzert der Yardbirds gehört, ergänzen seinen Score.

„‘Blow up’ wurde nicht nur ein Schlüsselfilm der 60er Jahre, sondern auch – gerade wegen der Zensureingriffe in mehreren europäischen Ländern (die vor allem die Szene mit den zwei Mädchen betraf) – Antonionis einziger kommerzieller Erfolg.“ (Claudia Lenssen, in Michelangelo Antonioni, Hanser Reihe Film 31)

Anschließend, um 01.15 Uhr, läuft „Zabriskie Point“ oder Michelangelo Antonioni besucht die Hippies in den USA und verirrt sich in der Wüste. Ebenfalls sehenswert!

mit David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles, John Castle, Peter Bowles, Jane Birkin, Veruschka von Lehndorff (als Veruschka)

Hinweise

Wikipedia über „Blow up“ (deutsch, englisch)

TCM über „Blow up“

Senses of Cinema über „Blow up“

Sense of View über „Blow up“


TV-Tipp für den 25. September: Der Zinker (D, 1931)

September 25, 2011

Arte, 22.45

Der Zinker (D 1931, R.: Carl Lamac, Martin Fric)

Drehbuch: Rudolf Kaischer, Egon Eis, Otto Eis

LV: Edgar Wallace: The Squeaker, 1927 (Der Zinker)

In London haben alle Verbrecher Angst vor dem Zinker. Aber wer ist der geheimnisvolle Mann?

Ein früher Edgar-Wallace-Film, der lange Zeit als verschollen galt, vor zwei Jahren aus zwei in Archiven gefundenen Kopien restauriert wurde und heute, als Abschluss eines Edgar-Wallace-Abends (nach „Das Gasthaus an der Themse“ um 20.15 Uhr und der neuen Doku „German Grusel“ um 21.45 Uhr) seine TV-Premiere erlebt.

„Der Zinker“ ist vor allem für filmhistorisch interessierte Krimifans einen Blick wert. Außerdem kann der Film leicht als eine Vorstudie und Fingerübung für die spätere Edgar-Wallace-Reihe gesehen werden.

mit Lissy Arna, Karl Ludwig Diehl, Fritz Rasp, Peggy Norman, Paul Hörbiger, Szöke Szakall

Hinweise

Wikipedia über „Der Doppelgänger“

Krimi-Couch über Edgar Wallace

Kirjasto über Edgar Wallace

Englische Edgar-Wallace-Seite

Deutsche Edgar-Wallace-Seite

Noch eine deutsche Edgar-Wallace-Fanseite

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Zinker“ (D 1931)


TV-Tipp für den 24. September: The Grifters

September 24, 2011

WDR, 00.15

The Grifters (USA 1990, Regie: Stephen Frears)

Drehbuch: Donald Westlake

LV: Jim Thompson: The Grifters, 1963 (Muttersöhnchen, Die Abzocker)

Roy Dillon schlägt sich als kleiner Trickbetrüger mehr schlecht als Recht durch. Als er an eine größere Menge Geld kommt, haben seine Freundin Mary und seine Mutter Lilly plötzlich Interesse an ihm; besonders an dem Geld.

Der potentielle Klassiker basiert auf einem der besten und düstersten Bücher von Thompson. Westlake schrieb ein grandioses Drehbuch, und das gesamte Team (es wäre wirklich unfair, eine einzelne Person herauszuheben) gab ihr bestes. „The Grifters ist ein starkes Stück Kino, ein Krimi, der seinen Alptraum formvollendet präsentiert.“ (Fischer Film Almanach)

Mit Anjelica Huston, John Cusack, Annette Bening, Pat Hingle, Charles Napier, J. T. Walsh, Xander Berkeley

Hinweise

Homepage von Donald E. Westlake

Drehbuch „The Grifters“ von Donald E. Westlake (Second Draft, März 1989)

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung der Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Jim Thompson in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. September: Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun

September 23, 2011

ARD, 22.00

Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun (D 2011, R.: Hans Steinbichler)

Drehbuch: Christian Jeltsch

Nach einer Bombendrohung geht in einem Fußgängertunnel neben Kommissar Hanns von Meuffels die Bombe hoch. Als er den im Sterben liegenden Attentäter entdeckt, will er herausfinden, ob es noch einen weiteren Anschlag gibt. Von Meuffels bleibt bei dem Sterbendem.

Sodele, das ist der „Polizeiruf 110“, der aus Jugendschutzgründen zu schlimm für eine 20.15-Uhr-Ausstrahlung war: „Der Anschlag des Selbstmordattentäters, die Tunnelszenen und die Szenen vor dem Tunnel sind für die jugendschutzrechtliche Bewertung die wesentlichen Szenen. Die Vielzahl der schrecklichen Bilder nach dem Selbstmordattentat im Tunnel und die durchgängig gehaltene Spannung, durch die Angst vor einem weiteren Attentat, sind für Kinder als problematisch anzusehen. Entspannende Momente finden kaum statt“. (BR)

Jetzt können wir uns überzeugen, ob die Münchner wirklich einen so schlimmen Film produziert haben, der Unter-14-Jährigen (die um 20.15 Uhr, falls sie sich überhaupt für so einen Film interessieren, an einem Sonntagabend eigentlich auf dem Weg ins Bett sein sollten) nachhaltig den Schlaf und das Vertrauen in den Staat rauben könnte.

Immerhin soll dieser „Polizeiruf 110“ verdammt gut sein, er das Kompetenzgerangel der verschiedenen Dienststellen und überforderte und hilflose Ermittler zeigen. Das hört sich doch mal nach einer verdienten Auszeit vom gepflegt-langweiligen „Tatort“/“Polizeiruf 110“-Einerlei an.

mit Matthias Brandt, Anna Maria Sturm, Sebastian Urzendowsky, Rainer Bock, Saskia Vester

Hinweise

Das Erste über den „Polizeiruf 110“

„Polizeiruf 110“-Fanseite

Wikipedia über den „Polizeiruf 110“

Tagesspiegel über diesen „Polizeiruf 110“

Berliner Zeitung über diesen „Polizeiruf 110“

P. S.: Sie sollten den Film aufnehmen. Denn, auch wenn er in die Mediathek gestellt wird, können Sie ihn da auch erst nach 22.00 Uhr sehen. Wegen des – Sie ahnen es – Jugendschutzes.


Neu im Kino/Filmkritik: „The Guard“ oder Polizeiarbeit, die irische Art

September 22, 2011

Garda Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) ist Kleinstadt-Polizist im County Galway und er hat schon alles gesehen. Naja, alles, was es so normalerweise in der westirischen Provinz gibt. Entsprechend gelangweilt reagiert er zuerst auf einen Autounfall von einigen Jugendlichen und nachdem er die am Unfallort gefundenen Drogen probiert, sieht der Tag auch schon viel besser aus. Auch als er einen Erschossenen entdeckt, lässt er sich nicht aus seinem Trott reißen.

Die kurz darauf anberaunte große Sitzung aller westirischen Polizisten, die von einem FBI-Agenten über einen anstehenden großen Drogendeal informiert werden, ist für ihn nur ein weiteres Zeit vergeudendes Treffen, das er immerhin dafür nutzen kann, den FBI-Agenten Wendell Everett (Don Cheadle) ordentlich zu beleidigen. Denn dieser kommt nicht nur aus den USA (schon schlimm), ist einer der typischen geschniegelten, alles besser wissenden FBI-Agenten (noch schlimmer), sondern auch noch ein Farbiger.

Aber als Boyle die Bilder der Drogenschmuggler sieht, ändert sich alles. Denn einer von ihnen ist der in seinem Revier gefundene und bislang namenlose Ermordete.

Notgedrungen müssen Boyle und Everett zusammen arbeiten. Denn dieses Mal stimmt die Spur des FBI. Die Drogenhändler Francis Sheehy-Skeffington (Liam Cunningham), Liam O’Leary (David Wilmot) und Clive Cornell (Mark Strong), der als Ersatzmann für den Toten eingesprungen ist und von seinen Kollegen und dem ganzen Verbrecherscheiß ziemlich genervt ist, wollen in Boyles Revier einen Drogendeal durchführen.

Während „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“ in seinem Hauptplot eher lässig den Konventionen des Buddy-Movies folgt, in dem zwei ungleiche Partner sich zusammenfinden müssen und dabei einige Verbrecher verhaften (oder gleich umbringen, weil die Bösewichter sich nicht verhaften lassen wollen), schweift John Michael McDonagh (dem Bruder von „Brügge sehen…und sterben?“-Macher Martin McDonagh) in seinem schwarzhumorigem Spielfilmdebüt immer wieder ab. Vor allem Boyles Privatleben zwischen einsamen Abenden vor dem Fernseher und Sex im Hotelzimmer mit Prostituierten (beides natürlich immer mit Alkohol abgeschmeckt) und seine Beziehung zu seiner sterbenden Mutter werden ausführlich, teilweise auf Kosten des Krimiplots, gezeichnet.

„The Guard“ ist halt wie ein Abend in einem irischen Pub. Etwas ziellos, aber voller guter und oft haarsträubender Geschichten, mit viel Sentiment, etwas Sex und einer ordentlichen Portion Gewalt. Nur das Pint muss man schon selbst mitbringen.

The Guard – Ein Ire sieht schwarz (The Guard, Großbritannien/Irland 2010)

Regie: John Michael McDonagh

Drehbuch: John Michael McDonagh

Musik: Calexico

mit Brendan Gleeson, Don Cheadle, Mark Strong, Liam Cunningham, David Wilmot, Rory Keenan, Fionnula Flannagan, Katarina Cas

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“

Wikipedia über „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Eine offene Rechnung“ wird vollumfänglich beglichen

September 22, 2011

Mitte der sechziger Jahre werden die drei jungen Mossad-Agenten Stephen Gold (Marton Csokas/Tom Wilkinson), David Peretz (Sam Worthington/Ciarán Hinds) und Rachel Singer (Jessica Chastain/Helen Mirren), bei ihrem ersten Feldeinsatz, undercover nach Ost-Berlin geschickt. Sie sollen Dieter Vogel (Jesper Christensen), der als „Chirurg von Birkenau“ einer der schlimmsten KZ-Ärzte war und jetzt als Frauenarzt in Ost-Berlin arbeitet, identifizieren und nach Israel entführen. Dort soll er vor Gericht gestellt werden. Der Einsatz geht teilweise schief und dreißig Jahre später sind Gold, Peretz und, vor allem, Singer für ihre damalige Heldentat, die inzwischen zu einem Nationalmythos wurde, berühmt. Doch die Heldensaga hat, wie wir spätestens seit dem Western-Klassiker „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ wissen, mit der Wahrheit nur wenig zu tun und jetzt könnte die Wahrheit bekannt werden.

John Madden (Shakespeare in Love, Killshot) erzählt in „Eine offene Rechnung“ die Geschichte von Rachel Singer, die zur Heldin der Mission wurde und deren Tochter jetzt ein Buch über ihre Heldentat geschrieben hat, elegant auf zwei Zeitebenen und zwischen Legende und Wirklichkeit wechselnd.

So wird aus dem Thriller schnell ein tolles Drama um Schuld und Sühne, um das Leben mit einem selbstgeschaffenem Mythos, um einen daraus entstandenen Nationalmythos und der Frage, welchen Preis man bereit ist, für die Wahrheit zu zahlen.

Das sind schwere moralische und politische Fragen, die von John Madden, den Drehbuchautoren Matthew Vaughn (Kick-Ass, X-Men: Erste Entscheidung), Jane Goldman (dito) und Peter Straughan (Männer, die auf Ziegen starren; Dame, König, Ass, Spion), dem hochkarätigem Ensemble und Kameramann Ben Davis (Layer Cake, Kick-Ass) in erster Linie über die Bilder transportiert werden.

So entstand angenehm altmodisches Erzählkino, bei dem die Geschichte im Mittelpunkt steht, und das auch wegen seiner Handlungszeit (1965/66 und 1997) wie aus der Zeit gefallen wirkt, aber immer noch aktuelle Fragen stellt.

Eine offene Rechnung (The Debt, USA 2010)

Regie: John Madden

Drehbuch: Matthew Vaughn, Jane Goldman, Peter Straughan (nach dem Drehbuch des Films „Ha-Hov“ von Assaf Bernstein und Ido Rosenblum)

mit Helen Mirren, Tom Wilkinson, Ciarán Hinds, Jessica Chastain, Marton Csokas, Sam Worthington, Jesper Christensen, Brigitte Kren

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Eine offene Rechnung“

Wikipedia über „Eine offene Rechnung“

Meine Besprechung von John Maddens Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“

 


TV-Tipp für den 22. September: Do the Right Thing

September 22, 2011

Arte, 20.15

Do the Right Thing (USA 1989, R.: Spike Lee)

Drehbuch: Spike Lee

Eine schwüle Sommernacht in Brooklyn – und alle Treffen sich in Sal’s Pizzeria.

Spike Lees dritter Spielfilm und inzwischen ein Klassiker.

„Lee macht im Grunde etwas sehr Mutiges. Er hält seinen eigenen Leuten ihren eigenen Rassismus vor. Erst wenn sie dies erkennen, sind sie in der Lage, anders mit dem Rassismus der Weißen umzugehen, als es das Ende des Films zeigt.“ (Fischer Film Almanach 1990)

„Das Richtige getan hat Lee, indem er einen Film gedreht hat, der seine Dringlichkeit in keinem Augenblick vermeint, ohne deshalb Lösungen mit auf den Weg geben zu wollen. Statt die eine richtige Position zu behaupten, orchestriert Lee virtuos eine Vielzahl von Positionen.“ (Cristina Nord, in Gunnar Landsgesell/Andreas Ungerböck, Hrsg.: Spike Lee, 2006)

mit Danny Aiello, Ossie Davis, Ruby Dee, Richard Edson, Spike Lee, Giancarlo Esposito, Bill Nunn, John Turturro, John Savage, Samuel L. Jackson, Rosie Perez, Martin Lawrence

Wiederholungen

Mittwoch, 27. September, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 6. Oktober, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von „40 Acres and a Mule Filmworks“ (Firma von Spike Lee)

Drehbuch „Do the Right Thing“ von Spike Lee

Wikipedia über „Do the Right Thing“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Do the Right Thing“

New York Magazine: Interview mit Spike Lee über „Do the Right Thing“ (7. April 2008)

Los Angeles Times: Jason Matloff über „Do the Right Thing“ zwanzig Jahre nach der Premiere“ (24. Mai 2009)

NPR: Diskussion über „Do the Right Thing“ zwanzig Jahre nach der Premiere  (24. Juni 2009)

Meine Besprechung von Spike Lees „Buffalo Solders ’44 – Das Wunder von St. Anna“ (Miracle at St. Anna, USA/I 2008)

 


TV-Tipp für den 21. September: Blutrot

September 21, 2011

SWR/SR, 23.00

Blutrot (USA 2008, R.: Lucky McKee, Trgve Allister Diesen)

Drehbuch: Stephen Susco

LV: Jack Ketchum: Red, 1995 (Blutrot)

Drei Jugendliche bringen den Hund von Avery Ludlow um. Ludlow will, dass die Jugendlichen ihr Unrecht einsehen. Dafür legt er sich mit dem neureichen Daddy von zwei der Jugendlichen.

Grandioses Drama, das hemmungslos Western-Topoi plündert, und ernsthaft Fragen über Verantwortung, Gerechtigkeit und Menschlichkeit behandelt.

Oder: der beste Clint-Eastwood-Film des Jahres ohne Clint Eastwood.

Mit Brian Cox, Noel Fisher, Tom Sizemore, Kyle Gallner, Shiloh Fernandez, Kim Dickens, Robert Englund, Amanda Plummer, Delaney Williams

Hinweise

Homepage von Jack Ketchum

Homepage zur Verfilmung

Meine Besprechung von „Red“ (DVD)

Meine Besprechung von „Jack Ketchum’s The Lost“ (DVD)

Kriminalakte: Interview mit Jack Ketchum

Meine Besprechung von Jack Ketchums „The Lost“ (The Lost, 2001)

Meine Besprechung von Jack Ketchums “Amokjagd” (Joyride, 1995)

Meine Besprechung von Jack Ketchums “Blutrot” (Red, 1995)

Meine Besprechung von Jack Ketchums “Beutegier” (Offspring, 1991)

 


TV-Tipp für den 20. September: Johnny zieht in den Krieg

September 20, 2011

ZDFkultur, 20.15

Johnny zieht in den Krieg (USA 1971, R.: Dalton Trumbo)

Drehbuch: Dalton Trumbo, Luis Buñuel (ungenannt)

LV: Dalton Trumbo: Johnny got his gun, 1939 (Süß und ehrenvoll; Johnny zieht in den Krieg)

Im Ersten Weltkrieg wird der junge Johnny schwer verletzt. Ohne Arme und Beine, blind, taub und stumm wird er im Krankenhaus zum Versuchtstier von Ärzten und Johnny versucht sein Leiden zu begreifen.

Sehr selten gezeigter Antikriegsklassiker, der damals bei der europäischen Kritik (unter anderem Spezialpreis der Jury und Großer Preis der Kritik in Cannes) gut ankam. In den USA nicht so. .

mit Timothy Bottoms, Kathy Fields, Marsha Hunt, Jason Robards, Donald Sutherland

Wiederholung: Mittwoch, 21. September, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Johnny zieht in den Krieg“ (deutsch, englisch)

Arte über „Johnny zieht in den Krieg“

Kirjasto über Dalton Trumbo


TV-Tipp für den 19. September: Der Anwalt

September 19, 2011

Arte, 20.15

Der Anwalt (F 1993, R.: Jacques Deray)

Drehbuch: Alain Delon, Jean Curtelin, Jacques Deray

LV: Gilles Perrault: Le dérapage, 1987 (Doppelmord in der Avenue Victor Hugo)

Nachdem Anwalt Durand einen Freispruch für seinen Mandanten, der seine Eltern bestialisch ermordet haben soll, kommen ihm Zweifel an dessen Unschuld. Während eines nächtlichen Gesprächs will Durand die Wahrheit herausfinden.

Spannendes Psychoduell, das zwar mit einer arg hypothetischen Prämisse (Warum sollte sich der Anwalt darum kümmern, ob sein Mandant schuldig oder unschuldig ist?) beginnt und ein starkes 80er-Jahre Flair hat, aber mit Manuel Blanc eine echte Entdeckung liefert.

mit Alain Delon, Manuel Blanc

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von „Der Leopard“ (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von „Die Abenteurer“ (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. September: Berlin hat gewählt

September 17, 2011

RBB, 17.45

Berlin hat gewählt

Endlich, der %&##§$% Wahlkampf ist vorbei und Deutschlands bester Hauptstadtsender liefert die Wahlergebnisse. Bis 21.00 Uhr ohne große Unterbrechungen (Abendschau und Tagesschau zählen nicht wirklich), danach gibt’s eine kurze Pause und ab 23.30 Uhr werden weitere Ergebnisse geliefert.

Wetten, dass alle Politiker erklären, dass sie gewonnen haben?

Wetten, dass die Piraten nicht wissen, was sie sagen sollen?

 


TV-Tipp für den 17. September: Rache für Jesse James

September 17, 2011

ZDFkultur, 22.30

Rache für Jesse James (USA 1940, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Sam Hellman

Frank James, der inzwischen ganz friedliebender Farmer ist, erfährt, dass Bob Ford, der Mörder seines Bruders Jesse, freigesprochen wurde. Er beschließt, Jesses Mörders zu töten.

Fritz Langs erster Farbfilm und Western, der mit der historischen Wirklichkeit nicht allzuviel zu tun hat. Danach drehte er noch zwei weitere Western: „Western Union“ (Überfall der Ogalalla) und „Rancho Notorious“ (Engel der Gejagten).

Eine feine Räuberpistole

mit Henry Fonda, Gene Tierney, Jackie Cooper, Henry Hull, John Carradine

Hinweise

Wikipedia über „Rache für Jesse James“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Rache für Jesse James“

Wikipedia über Fritz Lang (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs „Du und ich“ (You and me, USA 1938)

Fritz Lang in der Kriminalakte


Neu im Kino (naja, mit den Vorpremieren, weil der Kinostart erst am 22. September ist)/Filmkritik: Tim Fehlbaums „Hell“ oder der Versuch einen deutschen Science-Fiction-Film zu drehen

September 16, 2011

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Sie müssen sich keine Sorge um ihre Rente machen. Auch nicht, ob Sie im Alter gut gepflegt werden.

Und nun die schlechte: Wie eine Texttafel am Anfang des deutsch-schweizerischen Science-Fiction-Films „Hell“ (schön doppeldeutiger Titel) informiert, geht 2016 sowieso alles den Bach runter, die Sonne verwandelt Europa in eine Steppenlandschaft, die die Sahara wie das blühende Leben aussehen lässt, die meisten Menschen sind tot und an die Sozialsysteme denkt sowieso niemand mehr. Bankenkrise und Griechenland-Rettung sind auch Schnee von gestern. Schließlich ist unsere heißgeliebte Zivilisation zusammengebrochen und es herrscht das Recht des Stärkeren.

Im Mittelpunkt des Films steht eine Gruppe von jungen Menschen: Marie (Hannah Herzsprung), die ihre zwölfjährige Schwester Leonie (Lisa Vicari) beschützt, deren Fahrer Phillip (Lars Eidinger) und Tom (Stipe Erceg), den sie an einer verlassenen Tankstelle treffen.

Gemeinsam wollen sie in die Berge. Denn dort soll es Wasser geben.

Auf ihrem Weg treffen sie eine Bäuerin (Angela Winkler). Die nimmt Marie, die nach einem Zusammenstoß mit einer Verbrecherbande, allein ist, auf. Die große Bauernfamilie auf dem einsam gelegenen Hof gibt sich betont freundlich, bis Marie das Geheimnis des Clans entdeckt und sie sich gegen die ihr zugedachte Rolle wehrt.

Tim Fehlbaum hat in seinem Debütfilm so vieles richtig gemacht, dass man eigentlich nur noch an einigen Kleinigkeiten, wie der arg knappen Charakterisierung der Protagonisten, dem manchmal nicht stringentem Verhalten der Protagonisten gegenüber den Sonnenstrahlen und dem letzten Drittel, das tief, aber spannend, in die Kiste des Backwood- und Survival-Horrors greift, herummäkeln kann.

Dagegen steht Fehlbaums kluge Entscheidung, sich wirklich auf das Genre einzulassen und, wenn auch wenig überraschend entlang den Konventionen des postapocalyptischen Science-Fiction-Films, eine stringente Geschichte über eine Gruppe von Menschen in einer Extremsituation zu erzählen.

Er hat ein Gespür für Stimmungen. Der Bildaufbau überzeugt. Die Vision der heißen Zukunft, in der in Europa alles verdorrt ist, wird mit bedrückend-eindrücklichen, meist überbelichteten Bildern (ein einfacher, aber effektvoller Trick) gezeichnet. Die wenigen Dialoge sind nicht zum Weglaufen. Sowieso erzählt Fehlbaum seine Geschichte, wie es sich für einen Kinofilm gehört, in erster Linie über die Bilder.

So wirkt „Hell“ öfters wie der Bastard-Bruder des in philosophischer Sicht beeindruckenderen SF-Films „The Road“. Aber John Hillcoat hatte für seinen Film auch eine Vorlage von Cormac McCarthy.

Dafür hat Fehlbaum Angela Winkler, die als tiefgläubige Bäuerin wie die Wiedergeburt von Hannibal Lecter im Rock erscheint.

Insgesamt ist „Hell“ ein beeindruckendes Debüt, das zeigt, dass auch in Deutschland Science-Fiction-Filme gedreht werden können, die ihr schmales Budget (im Vergleich zu einer Hollywood-Produktion) mit guten Ideen ausgleichen. Nach Südafrika („District 9“) und England („Moon“) zeigt jetzt Deutschland, dass im Moment die interessantesten Science-Fiction-Filme von den Rändern kommen und, wenn es für uns dumm läuft, dreht Fehlbaum, wie einige andere hoffnungsvolle deutsche Nachwuchsregisseure, die hier kein Geld für ihre Filme erhielten, seinen nächsten Film in Hollywood.

Kurz gesagt: „Hell“ ist ein absolut sehenswerter Science-Fiction-Film. Auch ohne den patriotischen Bonus.

Hell (Deutschland/Schweiz 2011)

Regie: Tim Fehlbaum

Drehbuch: Tim Fehlbaum, Oliver Kahl, Thomas Woebke

Buch zum Film: Tim Moecks: Hell, 2011

mit Hannah Herzsprung, Lisa Vicari, Lars Eidinger, Stipe Erceg, Angela Winkler,Yoann Blanc, Christoph Gaugler, Lilo Baur, Marco Calamandrei

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Tour zum Film

Hamburg: Freitag, 16. September – 17.30 Uhr – Abaton

Hannover: Freitag, 16. September – 20.15 Uhr – Cinemaxx, Raschplatz

Göttingen: Freitag, 16. September – 22.15 Uhr – Cinemaxx

In Anwesenheit von Tim Fehlbaum und Stipe Erceg

–

Münster: Samstag, 17. September – 18.00 Uhr – Cineplex

Essen: Samstag, 17. September – 20.15 Uhr – Astra

Bochum: Samstag, 17. September – 21.45 Uhr – Union

In Anwesenheit von Tim Fehlbaum, Hannah Herzsprung und Stipe Erceg

–

Mannheim: Sonntag, 18. September – 18.00 Uhr -Cineplex

Stuttgart: Sonntag, 18. September – 21.00 Uhr – Metropol

In Anwesenheit von Tim Fehlbaum und Hannah Herzsprung

–

München: Montag, 19. September – 19.30 Uhr – Mathäser

In Anwesenheit von Tim Fehlbaum, Hannah Herzsprung und Lisa Vicari

(Uff, das nenne ich ein anstrengendes Programm.)


Hinweise

Homepage zum Film

Tim Fehlbaum bloggt über den Film und die Tour

Film-Zeit über „Hell“


TV-Tipp für den 16. September: Der unauffällige Mr. Crane

September 15, 2011

3Sat, 22.25

Der unauffällige Mr. Crane (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

Die Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there” (Kinotitel)

Hinweise

You know, for Kids! (Coen-Seite)

Drehbuch „The Man who wasn’t there“ von Joel & Ethan Coen

Wikipedia über die Coen-Brüder (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 15. September: Die Farbe der Lüge

September 15, 2011

3sat, 22.25

Die Farbe der Lüge (F 1999, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Odile Barski, Claude Chabrol

Bretagne: Ein zehnjähriges Mädchen wird erdrosselt und vergewaltigt gefunden. Für die Kommissarin Lesage ist der Hauptverdächtige der erfolglose Zeichenlehrer der Ermordeten. Während sich der Verdächtige immer mehr zurückzieht, beginnt seine Frau für ihn zu kämpfen.

Eine weitere gelungene Zusammenarbeit des Teams Barski/Chabrol. In diesem ruhigen Provinzkrimi geht es um die verschiedenen Formen von Lüge.

Mit Sandrine Bonnaire, Jacques Gamblin, Antoine de Caunes, Valeria Bruni Tedeschi, Bernard Verley, Bulle Ogier

Hinweise

Wikipedia über „Die Farbe der Lüge“

Wikipedia über Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. September: Wild Things

September 14, 2011

Kabel 1, 22.55

Wild Things (USA 1998, R.: John McNaughton)

Drehbuch: Stephen Peters

Ein beliebter Sportlehrer in einem Nobelort in Florida weist die sexuellen Avancen einer reichen Schülerin zurück. Danach behauptet sie, er habe sie vergewaltigt. Die Polizei glaubt ihr nicht, bis eine zweite Schülerin den gleichen Vorwurf erhebt.

Und das ist nur eine der ersten überraschenden Wendungen in diesem kleinen Thriller, bei dem die Stars lustvoll ihr Image ausfüllen, gegen es anspielen und sich (und uns) letztendlich fast ständig belügen. Denn in „Wild Things“ ist, unter der Sonne Floridas, nichts so wie es scheint. Eine schöne „Sommernachtsfantasie“.

Mit Kevin Bacon, Matt Dillon, Neve Campbell, Theresa Russell, Denise Richards, Robert Wagner, Bill Murray

Hinweise

Wikipedia über „Wild Things“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. September: Polizeiruf 110: Er sollte tot

September 13, 2011

BR 3, 21.45

Polizeiruf 110: Er sollte tot (D 2006, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Rolf Basedow

Die junge Prostituierte Maria ermordet den Rentner Waller. In dem Verhör will Kommissar Tauber herausfinden, warum sie das tat.

Für sein Drehbuch stützte Rolf Basedow sich auf die Protokolle eines wahren Falles aus Schleswig-Holstein. Und Dominik Graf inszenierte das Zusammentreffen zwischen dem ruppigen, einarmigen Kommissar Tauber und der jungen Mörderin mit seiner gewohnten Meisterschaft.

Dominik Graf und Rolf Basedow sind nach „Sperling und das Loch in der Wand“, „Sperling und der brennende Arm“ und „Hotte im Paradies“ ein erprobtes Team für erstklassige Unterhaltung. Zuletzt arbeiteten sie bei der TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ zusammen.

Mit Edgar Selge, Michaela Mey, Rosalie Thomas

Hinweise

ARD zum „Polizeiruf 110″

„Polizeiruf 110″-Fanseite

Wikipedia über „Polizeiruf 110″

Cargo: Gespräch mit Dominik Graf

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Dominik Graf in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. September: Ein wahres Verbrechen

September 12, 2011

Arte, 20.15

Ein wahres Verbrechen (USA 1999, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Larry Gross, Paul Brickman, Stephen Schiff

LV: Andrew Klavan: True Crime, 1995 (Ein wahres Verbrechen)

Zynischer Reporter mit familiären und beruflichen Problemen will einen zum Tode Verurteilten retten.

Solider Krimi, der Hollywoods klassische Erzähltugenden mit guten Schauspielern hochhält.

Mit Clint Eastwood, James Woods, Isaiah Washington, Denis Leary, Lisa Gay Hamilton, Bernard Hill, Diane Venora, Mary McCormack, John Finn

Hinweise

Homepage von Andrew Klavan

Cinema Blend: Interview mit Andrew Klavan (17. April 2010)

Homepage zum Film

Drehbuch „True Crime“ von Stephen Schiff

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter“

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 11. September: Fegefeuer der Eitelkeiten

September 11, 2011

Arte, 20.15

Fegefeuer der Eitelkeiten (USA 1990, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: Michael Cristofer

LV: Tom Wolfe: The Bonfire of the Vanities, 1987 (Fegefeuer der Eitelkeiten)

Ein Yuppie überfährt nachts einen Afroamerikaner und alle haben endlich die Story ihres Lebens.

Damals zu Unrecht verrissene und geflopte eigenständige Verfilmung eines grandiosen Buches über New York, die Achtziger, Ehrgeiz, Yuppies, Schwarze, Bürgermeister und – in diesem Sumpf niederer Gelüste – ein Richter als moralische Instanz. Noir im Gewand von Satire, Sittenbild und hoher Literatur.

Michael Cristofer schrieb auch das Drehbuch zu „Die Hexen von Eastwick“, zur vor Ewigkeiten geplanten und inzwischen auf unbekannte Zeiten verschobenen Michael Connelly-Verfilmung „Im Schatten des Mondes“ (Void Moon) und zum in Planung befindlichen „The Thomas Crown Affair II“ (wieder mit Pierce Brosnan und basierend auf Eric Amblers „Topkapi“). Außerdem drehte er die Cornell Woolrich-Verfilmung „Original Sin“.

Mit Bruce Willis, Tom Hanks, Melanie Griffith, Kim Cattrall, Morgan Freeman, F. Murray Abraham

Wiederholung: Montag, 12. September, 14.30 Uhr

Hinweise

Homepage von Tom Wolfe

Time: Artikel über Tom Wolfe (2004)

Die Welt: Interview mit Tom Wolfe (2007)

Tom Wolfe in der Charlie Rose Show (2007 – außerdem mit Kurt Vonnegut)

Guardian: Interview mit Tom Wolfe (2008 – mit Podcast)

Seed Magazine: Gespräch zwischen Tom Wolfe und Michael Gazzaniga (2008 )


TV-Tipp für den 10. September: Polizeiruf 110: Tiefe Wunden

September 10, 2011

Arte, 22.00

Polizeiruf 110: Tiefe Wunden (D 2003, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Christian Limmer

Düsterer „Polizeiruf 110“, in dem wir erfahren, wie Kommissar Tauber seinen Arm verlor.

Mit Edgar Selge, Michaela May, Catherine Flemming, Thure Riefenstein

Wiederholung: Mittwoch, 14. September, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo

One Road.Endless Possibilities: Interview mit Buddy Giovinazzo (21. Februar 2011, deutsch)

Buddy Giovinazzo in der Kriminalakte