DVD-Kritik: Der BBC-Krimi-Klassiker „Am Rande der Finsternis“

April 18, 2011

Meilenstein der Fernsehgeschichte“ meint Martin Compart in „Crime TV“ über die sechsteilige BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“.

Es ist aus vielerlei Gründen einer der aufregendsten Filme seit langem, unter anderem, weil er plastisch, mit atmosphärischer Eleganz, vor Augen führt, dass Politik längst nicht mehr das zentrale Steuerungselement der Gesellschaft ist, in dem der Sinn des Systems zusammenfließt“, schrieb Wolfram Knorr im Januar 1988 in der „Weltwoche“.

1986 gewann die Miniserie sechs BAFTA-Awards und war für fünf weitere nominiert. Im Bonusmaterial heißt es, dass keine Serie mehr Preise gewonnen habe; – wobei man den Preisregen natürlich aus damaliger Sicht, als bereits eine Nominierung etwas Besonderes war, sehen muss. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der zu vergebenden Preise ja inflationär zugenommen.

Und in England waren Kritiker und Zuschauer von der Krimiserie begeistert.

In Deutschland lief die Serie anscheinend nur einmal im TV; – was für die Qualität der Serie spricht.

2010 gab es dann das Hollywood-Spielfilmremake. „Auftrag Mord“ hieß der Film. Martin Campbell, der bereits das Original inszenierte und danach als James-Bond-Regisseur Weltruhm erlangte, führte wieder Regie (Vielleicht dachte er dabei an Alfred Hitchcock, der seinen „Mann, der zuviel wusste“ auch zweimal drehte.). Mel Gibson übernahm nach siebenjähriger Leinwandabstinenz die Hauptrolle. In etlichen Kritiken stand, dass das Original besser sei. Aber wer kannte damals wirklich das Original?

Denn die Geschichte des Yorkshire-Polizisten Ronald Craven, der zunehmend fanatisch den Mörder seiner in der Öko-Aktivistengruppe GAIA politisch aktiven 21-jährigen Tochter sucht und sich dabei mit der Regierung, den Geheimdiensten und multinationalen Konzernen anliegt, ist fest in den frühen achtziger Jahren (nach Harrisburg, aber noch vor Tschernobyl) verhaftet. Das gilt für die Geschichte und wie sie erzählt wird. Denn die oft scheinbar endlos langen Einstellungen auf unbewegte Gesichter sind heute, abgesehen von langatmig-depressiven skandinavischen Krimis, nicht mehr zeitgemäß.

Dafür ist das Thema des Ökothrillers immer noch und nach Fukushima und je mehr von dem Geschäftsgebaren des AKW-Betreibers Tepco ans Tageslicht kommt, aktueller denn je. Denn auch International Irradiated Fuels Ltd., der Atomkonzern im Film, der in Northmoor schwach radioaktives Material lagern soll (es aber mit den Grenzwerten nicht so genau nimmt), hat de facto einen Staat im Staat errichtet und Staat und Wirtschaft tun alles, um ihre schmutzigen Geschäfte zu schützen.

Vielleicht ist „Am Rande der Finsternis“ aus heutiger Sicht etwas überschätzt. Aber in in jedem Fall ist der Sechsteiler ein sehenswerter, langsam erzählter Öko-Thriller, der einen ziemlich zynischen Blick auf die Geschäfte der Geheimdienste, Konzerne und Politik wirft.

Die DVD

Das umfangreiche Bonusmaterial wurde von der englischen DVD-Ausgabe von 2003 übernommen und allein schon der Umfang zeigt, wie wichtig die inzwischen über 25 Jahre alte Serie ist. Es gibt eine extra für die DVD produzierte, über halbstündige Doku zur Serie, bei dem auch Drehbuchautor Troy Kennedy Martin (Erfinder der langlebigen Polizeiserie „Z Cars“, Drehbücher für Polizeiserie „The Sweeney“ [Die Füchse], „The Italian Job“ [Charlie staubt Millionen ab] und „Kelly’s Heroes“ [Stoßtrupp Gold]) ausführlich zu Wort kommt.

Außerdem wurde in den BBC-Archiven gewühlt. Es gibt Aufnahmen von der BAFTA-Preisverleihung, Interviews mit Hauptdarsteller Bob Peck (der 1999 53-jährig starb) und eine kleine Kritikerrunde, die nach der dritten Folge ausgestrahlt wurde.

Insgesamt gibt es eine sehr informative Stunde, in der die damaligen Reaktionen neben neueren Meinungen und Rückblicken stehen.

Weniger beeindruckend ist dagegen die oft erschreckend schlechte Bildqualität der einzelnen Folgen. Gerade in den Nachtaufnahmen und den Aufnahmen aus der unterirdischen Lagerstätte Northmoor (in der fünften Episode) sind oft milchig-zugesuppt und die Helligkeit schwankt stark. Da glaubt man eher, einen Film aus den dreißiger Jahren als eine TV-Serie aus den Achtzigern zu sehen.

Am Rande der Finsternis (Edge of Darkness, GB 1985)

Regie: Martin Campbell

Drehbuch: Troy Kennedy Martin

mit Bob Peck, Joanne Whalley, Joe Don Baker, John Woodvine, Charles Kay, Ian McNeice

auch bekannt als „Der Plutonium-Affäre“

DVD

Polyband

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital Mono 1.0)

Untertitel: –

Extras (mit deutschen Untertiteln): MAGNOX – Die Geheimnisse von „Am Rande der Finsternis“, Haben Sie das gesehen?, Broadcasting Press Guild Award 1986, Der 1986er BAFTA-Award, Interview mit Bob Peck, Alternativer Abspann Episode 6

Länge: 318 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

BBC über „Am Rande der Finsternis“

BFI Screen Online über „Am Rande der Finsternis“

Wikipedia über „Am Rande der Finsternis“ (deutsch, englisch)

Umfangreiche Fanseite über „Am Rande der Finsternis“

Troy Kennedy Martin über „Am Rande der Finsternis“ (1989)

Bournemouth University: Troy Kennedy Martin über das Drehbuchschreiben


TV-Tipp für den 18. April: Vengeance – Killer unter sich

April 18, 2011

HR, 23.30

Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, R.: Johnny To)

Drehbuch: Ka-Fai Wai

In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.

Das ging aber schnell. Bereits wenige Monate nach der DVD-Premiere läuft Johnny Tos neuester Neo-Noir-Thriller im TV.

Mit seinen neuesten Film „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.

Anschließend läuft, um 01.10 Uhr: Triangle – Die Jagd nach dem Goldschatz

mit Johnny Hallyday, Sylivie Testud, Anthony Wong, Simon Yam

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Vengeance“


TV-Tipp für den 17. April: Denn sie kennen kein Erbarmen

April 17, 2011

BR Alpha, 23.55

Denn sie kennen kein Erbarmen (D 2006, R.: Hans-Jürgen Panitz, Peter Dollinger)

Drehbuch: Hans-Jürgen Panitz, Peter Dollinger

Sehr informative, spielfilmlange Doku über den Italo-Western.

Mit Franco Nero, Ferdinando Baldi, Claudia Cardinale, Pierre Brice, Sergio Corbucci, Damiano Damiani, Clint Eastwood, Alberto Grimaldi, Robert Hossein, Sergio Leone, Antonio Margheriti, Tomas Milian, Ennio Morricone, Bud Spencer, Jean-Louis Trintignant, Eli Wallach


DVD-Kritik: Alice Creed ist nicht „Spurlos“ verschwunden

April 16, 2011

Zwei Männer entführen die junge, gut aussehende und vermögende Alice Creed (Gemma Arterton aka Bond-Girl Strawberry Fields in „Ein Quantum Trost“). Die beiden Entführer, der ältere Vic (Eddie Marsan) und sein Gehilfe, der jüngere Danny (Martin Compston), haben sich, wie schon die präzise wie ein Schweizer Uhrwerk abgelaufenen Vorbereitungen gezeigt haben, gut auf die Entführung vorbereitet.

Die beiden Ex-Knackis haben offensichtlich ihre Hausaufgaben gemacht und sich auf alles vorbereitet, bis Danny allein mit Alice im Apartment ist und sie auf die Toilette muss. Er stellt ihr einen Eimer vor’s Bett und sie soll, angekettet an einen Bettpfosten, ihr Geschäft erledigen. Es gelingt ihr trotzdem, an Dannys Pistole zu kommen – und wir erleben, nach 28 straff erzählten Minuten, unsere erste echte Überraschung. Zahlreiche weitere folgen in dem kleinen, aber sehr feinem, wendungsreichem Entführungsthriller, der aus der bekannten Situation und einem sehr überschaubarem Budget ein Maximum an Spannung herausholt. Denn „Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“ ist ein Drei-Personen-Stück, das die meiste Zeit in dem absolut anonymem Apartment, in dem Alice Creed gefangen gehalten wird, spielt. Diese Beschränkung wird von Autor und Regisseur J. Blakeson, der hier nach zwei Kurzfilmen sein Spielfilmdebüt vorlegt, als Vorteil gesehen. Denn so lenkt nichts von den sich ständig verändernden Beziehungen innerhalb des Trios ab. Und Blakeson weiß, wie er mit minimalen Mitteln, wie einer Kugelhülse, Spannung aufbaut.

Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“ will einfach nur neunzig Minuten spannend unterhalten. Und das tut er glänzend.

Spurlos – Die Entführung der Alice Creed (The Disappearance of Alice Creed, GB 2009)

Regie: J. Blakeson

Drehbuch: J. Blakeson

mit Gemma Arterton, Martin Compston, Eddie Marsan

DVD

Ascot-Elite

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Originaltrailer, Making of Featurette, Interview mit Regisseur, Interview mit Produzent, Interview mit Gemma Arterton, Interview mit Eddie Marsan, Interview mit Martin Compston, Interview mit Philip Blaubach (Kameramann), Behind the Scenes, Wendecover

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“

Und noch zwei Bilder aus dem Film


TV-Tipp für den 16. April: Road to Perdition

April 16, 2011

RTL II, 20.15

Road to Perdition (USA 2002, R.: Sam Mendes)

Drehbuch: David Self

LV: Max Allan Collins (Text), Richard Piers Rayner (Zeichnungen): Road to Perdition, 1998 (Road to Perdition, Graphic Novel)

Buch zum Film: Max Allan Collins: Road to Perdition, 2002 (Road to Perdition)

Chicago, 30er Jahre: Profikiller Michael Sullivan steht plötzlich selbst auf der Abschußliste. Nachdem seine Familie umgebracht wird, flüchtet er mit seinem Sohn aus Chicago.

„Sam Mendes ist eine äußerst sehenswerte, in die Tiefe des Vater-Sohn-Verhältnisses lotende Film-noir-Tragödie gelungen, mit exzellenten Schauspielern und großartiger Kamerarbeit von Conrad L. Hall.“ (Sönke Lars Neuwöhner, tip 18/2002) oder „großartig besetzter, klassisch epigonaler Gangsterfilm“ (Adrian Prechtel, AZ 5. 9. 2002). Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen Menschen, die die Graphic Novel dem etwas langatmigen Film vorziehen.

Max Allan Collins schrieb nach der erfolgreichen Verfilmung weitere Romane und Graphic-Novels, in denen die Geschichte von Michael Sullivan jr. weitererzählt wird. Übersetzt wurde nur die erste Fortsetzung „Road to Purgatory“ (2004, Road to Purgatory – Straße der Vergeltung).

Wie üblich dürfte die 20.15 Uhr-Ausstrahlung gekürzt sein.

Im Anschluss läuft um 22.20 Uhr  „A History of Violence“. Auch gut.

Mit Tom Hanks, Paul Newman, Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Daniel Craig, Stanley Tucci

Hinweise

Homepage von Max Allan Collins

Thrilling Detective über Max Allan Collins

January Magazine: Interview mit Max Allan Collins (1999)

Comic Book Resources: Interview mit Max Allan Collins (2002 – unter anderem zu „Road to Perdition“)

Sean Chercover redet mit Max Allan Collins (2005)

Things I’d rather be doing redet mit Max Allan Collins (2007)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Two for the Money” (2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins‘ „Der erste Quarry“ (The First Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „The last Quarry“ (2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“ (Bones: Buried deep, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes“ (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: NY – Blutiger Mond“ (Bloody Murder, 2006 – Comic)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “CSI – Das Dämonenhaus” (Demon House, 2004 – Comic)


TV-Tipp für den 15. April: James Bond: Stirb an einem anderen Tag

April 14, 2011

Pro 7, 20.15

James Bond: Stirb an einem anderen Tag (USA/GB 2002, R.: Lee Tamahori)

Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: Raymond Benson: Die Another Day, 2002

Nachdem James Bond kurzzeitig von M gefeuert wird, darf er wieder die Welt retten. Aktuelle Schauplätze sind Nordkorea, Hongkong, Kuba, London und Island.

Vierter und letzter Bond-Film mit Pierce Brosnan, der sich nicht sonderlich von den vorherigen unterscheidet: kurzweiliges Popcornkino für die ganze Familie.

Mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Toby Stephens, Michael Madsen, Rosamund Pike, Michael G. Wilson, Madonna

Wiederholung: Samstag, 16. April, 23.00 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

James Bond in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. April: Håkan Nesser’s Inspektor Barbarotti: Verachtung

April 14, 2011

Ein ruhiger Abend, vor allem weil David Leans „Reise nach Indien“ erst um 00.35 Uhr (wahrscheinlich mit Verspätung) startet und der „Satire Gipfel“ (ebenfalls ARD, 23.30 Uhr) mit dem neuen Moderator und der seltsamen Gästeauswahl auch nicht mehr so toll ist. Daher

ARD, 20.15 (auch im Livestream)

Håkan Nesser’s Inspektor Barbarotti: Verachtung (D 2011, R.: Hannu Salonen)

Drehbuch: Serkal Kus

LV: Håkan Nesser: En helt annan historia, 2007 (Eine ganz andere Geschichte)

Inspektor Barbarotti erhält einen Brief, in dem der Mord an Anna Palme angekündigt wird. Kurz darauf ist sie tot und Barbarotti hat einen neuen Fall, der, nachdem er weitere Briefe erhält, an Dramatik gewinnt.

Zweiter “Inspektor Barbarotti”-Film, in dem Anders W. Berthelsen nach Sylvester Groth die Hauptrolle übernahm und die Macher sich anscheinend kaum an die Vorlage halten.

mit Anders W. Berthelsen, Trine Dyrholm, Godehard Giese, Suzan Anbeh, Henriette Confurius

Hinweise

Homepage von Håkan Nesser

Deutsche Homepage von Håkan Nesser

ARD über den Film


TV-Tipp für den 13. April: Jerichow

April 13, 2011

Arte, 22.00 (VPS 21.45)

Jerichow (D 2008, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Der unehrenhaft entlassene Soldat Thomas hilft nach einem Unfall Ali Özkan, dem Besitzer einer Imbisskette. Ali stellt ihn als Fahrer ein und bald macht er sich an Alis Frau Laura ran.

Petzolds Variante von James M. Cains „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ (The Postman always rings twice, 1934).

mit Benno Fürmann, Hilmi Sözer, Nina Hoss, André Hennicke, Claudia Geisler

Wiederholung: Mittwoch, 27. April, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Arte über „Jerichow“

Film-Zeit über „Jerichow“

Wikipedia über „Jerichow“


DVD-Kritik: Brittany Murphys Abschiedsvorstellung „Ohne jede Spur“

April 12, 2011

Selten ist der letzte Film eines Künstlers ein Klassiker. Auch Brittany Murphys letzter Film „Ohne jede Spur“ – sie starb 32-jährig am 20. Dezember 2009 an einer Lungenentzündung – wäre, wenn er nicht die Adelung des letzten Films hätte, ein vollkommen unerhebliches Nebenwerk, bei dem die teilweise ziemlich namhafte Besetzung erstaunt. Denn die Story – Eine junge Frau sucht ihren spurlos im Krankenhaus verschwundenen Freund. Dabei ist sie, weil niemand den Verschwundenen gesehen hat, auf sich allein gestellt. – versackt nach einer bekannt-bewährten Prämisse zuerst im dramaturgischem Leerlauf (dafür darf die erstaunlich schlecht aussehende Frau Murphy durch die Gänge des Krankenhauses wandeln) und, nachdem nach einer knappen Stunde der Grund für das Verschwinden ihres Freundes enthüllt wird, endet alles in einem kläglich vorhersehbarem Showdown.

Mit knapp neunzig Minuten vergeht die Zeit bei diesem Direct-to-DVD-Werk halbwegs schnell, aber nicht angenehm.

Denn wenn es nicht etliche, wahrscheinlich ungewollte, Irritationen gäbe (wie holprige Dramaturgie, Logiklöcher von epischen Ausmaßen, schlecht ausgelegte falsche Fährten, banalste Dialoge, uneinheitliche Charakterzeichnungen und Darstellungen [wobei Regisseur und Filmhistoriker Peter Bogdanovich in einem Kurzauftritt als Psychiater grandios neben der Spur spielt; fast wie einer der verrückten Wissenschaftler aus der goldenen Zeit der B-Pictures], eine uneinheitlicher Erzählhaltung [Soll es eine Pseudo-Doku sein? Ein Noir? Ein Thriller? Eine Psycho-Thriller? Ein Drama über eine Frau, die den Kontakt zur Realität verliert? – Es ist mal dieses, mal jenes, am Ende nichts von allem, aber dafür gibt es immer wieder bedeutungsschwanger eingeblendete Überwachungsaufnahmen], uneinheitliche Kameraarbeit und Schnitt), wäre „Ohne jede Spur“ Malen nach Zahlen. Aber dann wäre am Ende wenigstens ein rundes Bild herausgekommen.

Ohne jede Spur“ dürfte nur den Die-Hard-Brittany-Murphy-Fans gefallen. Alle anderen können das mit einem Minimal-Budget gedrehte Werk getrost ignorieren.

Weil der Trailer den Film ziemlich gelungen zusammenfasst, gibt es ihn erst jetzt

 

Ohne jede Spur (Abandoned, USA 2010)

Regie: Michael Feifer

Drehbuch: Peter Sullivan (nach einer Geschichte von Jeffrey Schenck und Peter Sullivan)

mit Brittany Murphy, Dean Cain, Mimi Rogers, Peter Bogdanovich, Jay Pickett, Tim Thomerson, Scott Anthony Leet, America Young, Tara Subkoff

DVD

Sunfilm

Bild: 1:1,85 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, DD 5.1), Englisch DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweis

Homepage zum Film

 


TV-Tipp für den 12. April: Tödliche Entscheidung

April 11, 2011

RBB, 23.00

Tödliche Entscheidung (USA 2007, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Kelly Masterson

Andy, der für Drogen Geld aus der Firmenkasse nahm, kann seinen Bruder Hank überreden, das elterliche Juweliergeschäft zu überfallen. Der Überfall, auch weil die Mutter gar nicht daran denkt, irgendwelchen hergelaufenen, maskierten Verbrechern die Juwelen zu geben, geht schief – und dann bröckelt die heile Fassade der Familie verdammt schnell ab.

Mit seinem bislang letztem Film drehte Sidney Lumet, nach einigen schwächeren Werken, mit einer Familientragödie noch einmal so richtig voll auf. Er seziert, wieder einmal, die Kehrseite des amerikanischen Traums anhand. Dieses Mal am Beispiel einer ziemlich kaputten, weißen Mittelstandsfamilie.

Der Pitch war vielleicht: „Family Business“, aber ohne Lacher.

„Tödliche Entscheidung“ ist ein feiner Noir und, kein Wunder bei der Besetzung, großes Schauspielerkino.

mit Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Albert Finney, Marisa Tomei, Aleksa Palladino, Michael Shannon, Amy Ryan, Sarah Livingston, Brían F. O’Byrne, Rosemary Harris

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Wikipedia über „Tödliche Entscheidung“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Tödliche Entscheidung“

Die Zeit: Katja Nicodemus trifft Sidney Lumet (12. April 2008)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet (25. Juni 1924 – 9. April 2011)


TV-Tipp für den 11. April: Fluchtziel Europa: Jenseits vom Traum

April 11, 2011

3sat, 23.25

Fluchtziel Europa: Jenseits vom Traum (Aus 2007, R.: Johanna Tschautscher)

Drehbuch: Johanna Tschautscher

Nachdem unser neuer Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU-liberal bis auf die Knochen) aus aktuellem Anlass ein Zeichen wahrer europäischer Solidarität aussendet („Italien muss sein Flüchtlingsproblem selbst regeln.“) lohnt es sich, einen Blick auf die Flüchtlinge zu werfen.

Auch wenn die Doku schon etwas älter ist, sind die Probleme und Sehnsüchte der aus Afrika Flüchtenden noch immer aktuell.

Hinweise

3sat über die Doku

Wikipedia über Johanna Tschautscher

Homepage von Johanna Tschautscher


TV-Tipp für den 10. April: Die Zeit nach Mitternacht

April 10, 2011

Arte, 20.15

Die Zeit nach Mitternacht (USA 1985, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Joseph Minion

Computerprogrammierer Paul Hackett ist ein ganz gewöhnlicher Mann, der eines Tages eine schöne, junge Frau trifft und ihr in ins verrufene Künstlerviertel SoHo folgt. Dort gerät in einer Nacht sein wohlgeordnet-langweiliges Leben aus den Fugen.

Extrem selten gezeigte schwarze New-York-Komödie von Martin Scorsese.

Das Kino der Paranoia und Verfolgung erreicht einen Höhepunkt in ‚Die Zeit nach Mitternacht‘, einer alptraumhaften schwarzen Komödie von Martin Scorsese. Gleichsam eine Mischung aus ‚The Trial‘ (Der Prozess) und ‚Mean Streets‘ (Hexenkessel), wäre dieser angstbeladene Film wirklich lustig, würde er nicht mit jedermanns schlimmsten Befürchtungen über die heutige Großstadt spielen. (…) Für ernsthafte Kinogänger allerdings ist der Film ein Muss.“ (Variety)
mit Griffin Dunne , Rosanna Arquette, Verna Bloom, Thomas Chong, Linda Fiorentino, Teri Garr, John Heard, Cheech Marin, Will Patton

Wiederholungen

Samstag, 16. April, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Montag, 18. April, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Die Zeit nach Mitternacht“ (deutsch, englisch)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. April: Die Hölle von Henri-Georges Clouzot

April 9, 2011

BR, 00.00

Die Hölle von Henri-Georges Clouzot (Fr 2009, R.: Serge Bromberg, Rucandra Medrea)

Drehbuch: Serge Bromberg

Spielfilmlange Doku über den Spielfilm „Die Hölle“ von Henri-Georges Clouzot („Lohn der Angst“, „Die Teuflischen“) mit Romy Schneider und Serge Reggiani. Der Dreh wurde nach wenigen Wochen abgebrochen und die wenigen Aufnahmen verschwanden im Archiv.

1994 verfilmte Claude Chabrol Clouzots Drehbuch.

Die Hölle von Henri-Georges Clouzot“ gewann den César als beste Dokumentation.

mit Romy Schneider, Serge Reggiani, Henri-Georges Clouzot

Hinweise

Wikipedia über „Die Hölle“ (deutsch, englisch, französisch)

BR über „Die Hölle von Henri-Georges Clouzot“

Schnitt über „Die Hölle von Henri-Georges Clouzot“

 


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

April 8, 2011

Für alle, die schon immer wissen wollten, welche Kriminalromanverfilmungen in den Tagen vor Ostern im TV laufen, muss auf die von mir erstellten und von Alligator-Alfred grandios bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps klicken. Als Appetitanreger gibt es hier die ersten Zeilen:

In den Tagen vor Ostern sind vor allem J. Lee Thompsons John-D.-MacDonald-Verfilmung „Ein Köder für die Bestie“, W. S. Van Dyke IIs Dashiell-Hammett-Verfilmung „Der dünne Mann“, Sam Mendes‘ Max-Allan-Collins-Verfilmung „Road to Perdition“, David Cronenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“, Alfred Hitchcocks Arthur-La-Bern-Verfilmung „Frenzy“, Sam Peckinpahs „Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia“ (zu nächtlicher Stunde), Francis Ford Coppolas Mario-Puzo-Verfilmung „Der Pate“ (dito) und, als TV-Premiere, David Ayers James-Ellroy-Verfilmung „Street Kings“ sehenswert.


TV-Tipp für den 8. April: A Very British Gangster

April 8, 2011

Arte, 22.40

A Very British Gangster (GB 2007, R.: Donal MacIntyre)

Drehbuch: Donal MacIntyre

Tolle spielfilmlange Doku über den während der Dreharbeiten aktiven Manchester-Gangster Dominic Noonan, der erstaunlich offen vor der Kamera über sein Leben und seine Homosexualität spricht.

Beim Cognac Festival du Film Policier erhielt „ A Very British Gangster“ den Großen Preis.

Wiederholung: Dienstag, 19. April, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „A Very British Gangster“

Meine ausführliche Besprechung von „A Very British Gangster“

 


Neu im Kino/Filmkritik: Jason Statham ist „The Mechanic“

April 7, 2011

Dass Jason Statham die Rolle von Charles Bronson übernahm, war keine schlechte Idee.

Dass Ben Foster die Rolle von Jan-Michael Vincent übernahm, war auch keine schlechte Idee.

Dass Simon West die Regie übernahm, war ebenfalls keine schlechte Idee. Denn Michael Winner, der Regisseur des 1972er-Originals „Kalter Hauch“, ist vor allem als Handwerker, der einen Action-Film gut über die Zeit bringt, bekannt (Über seine Botschaft, in Filmen wie „Ein Man sieht rot“, schweigen wir mal.). Simon West, auf dessen Konto „Con Air“, „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ und „Lara Croft: Tomb Raider“ gehen, ist bekannt für schöne Bilder und krachig inszenierte Action. Die gibt es auch in „The Mechanic“.

Leider muss man sagen. Denn der von Jason Statham gespielte Profikiller Arthur Bishop kann Attentate so inszenieren, dass es, je nach Wunsch des Auftraggebers, nach einem Unfall oder etwas anderem aussieht. Jetzt soll er seinen väterlichen Freund Harry McKenna (Donald Sutherland) umbringen. Er tut es höchst widerwillig. Als er danach McKennas Sohn Steve (Ben Foster) trifft, nimmt Bishop, der jetzt doch so etwas wie Gefühle hat, Steve McKenna unter seine Fittiche. Er bringt ihm das Handwerk des Auftragmörders bei. Dabei entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen dem schweigsamen Bishop und dem jungen, heißblütigem und entsprechend unzuverlässigem McKenna, der mit seinen waghalsigen und unüberlegten Aktionen auch Bishop gefährdet.

Eben diese Aktionen von McKenna machen „The Mechanic“ dann zu einem gewöhnlichem Action-Film, bei dem am Ende die Probleme mit einem Maximum an Explosionen und, damit verbunden, öffentlicher Aufmerksamkeit (eben genau das, was Bishop immer vermied) erledigt werden.

Denn gerade in der ersten Hälfte des Films nimmt Simon West sich viel Zeit, die Arbeit eines Profikillers der unter dem Radar der Polizei agiert, stilvoll zu zeigen. Auch die Beziehung zwischen Bishop und dem Sohn seines letzten Opfers entwickelt sich nachvollziehbar und ist ziemlich komplex geraten. Das erinnert alles an die grandiosen, dreckigen Gangsterfilme der siebziger Jahre. Auch die absolute Konzentration auf die Hauptgeschichte und die Länge des Films (93 Minuten) erinnert an die ökonomische Erzählweise der Vergangenheit. Gerade deshalb, als ob die Macher im Schlussspurt der Mut verlassen hätte, verärgert dann das krachige Ende.

Dennoch ist „The Mechanic“ für Genrefans ein gelungener Film, der sich nicht vor dem Original verstecken muss. Denn „Kalter Hauch“ ist nicht so gut, wie jetzt manchmal gesagt wird.

The Mechanic (The Mechanic, USA 2011)

Regie: Simon West

Drehbuch: Richard Wenk, Lewis John Carlino (nach seinem Drehbuch „The Mechanic“)

mit Jason Statham, Ben Foster, Donald Sutherland, Tony Goldwyn, Mini Anden, James Logan, Jeff Chase, Christa Campbell

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Mechanic“

Premium Hollywood: Interview mit Lewis John Carlino (31. Januar 2011)

Online Chat: Interview mit Lewis John Carlino (31. Januar 2011)

Dieses Plakat gefällt mir viel besser


 


TV-Tipp für den 7. April: Auf den Spuren von Easy Rider

April 7, 2011

Arte, 22.10

Auf den Spuren von Easy Rider (D/USA 2010, R.: Simon Witter, Hannes Rossacher)

Drehbuch: Simon Witter, Hannes Rossacher

Beginn einer vierteiligen Dokureihe über den Film „Easy Rider“ und seine Wirkung.

Wiederholung: Sonntag, 24. April, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Auf den Spuren von Easy Rider“

Kriminalakte über „Easy Rider“


DVD-Kritik: Der vergessene Western-Klassiker „Der letzte Wagen“ von Delmer Daves mit Richard Widmark

April 6, 2011

Als der Western „Der letzte Wagen“ irgendwann in den Achtzigern im Fernsehen lief, sah ich ihn und der Film über ein als Verbrecher verfolgtes Halbblut (gespielt von Richard Widmark), das einer Gruppe Siedler hilft, durch das Indianerreservat zu fahren, gefiel mir und ich wollte ihn mir bei der nächsten Wiederholung gerne wieder ansehen. Aber aus Gott weiß was für Gründen lief der Western, im Gegensatz zu irgendwelchen Schrottfilmen, die mindestens zweimal pro Jahr gezeigt werden, seitdem nicht mehr im Fernsehen.

Vor allem erinnerte ich mich daran, dass Richard Widmark an das Rad eines Planwagens gefesselt war.

Das ist er, wie ich jetzt beim Ansehen der gerade erschienenen, schön gestalteten DVD bemerkte, aber nur wenige Minuten am Anfang des Films. Die meiste Zeit trägt er Handschellen und kann sich ziemlich frei bewegen.

Außerdem bemerkte ich, dass ich fast den ganzen Film vergessen hatte (naja, über zwanzig Jahre ist eine lange Zeit), aber mein damaliger Eindruck immer noch stimmt: „Der letzte Wagen“ ist ein großartiger Film.

Denn die wenigen Mängel (am Ende wird es arg pathetisch; einige Charaktere sind noch etwas zu plakativ in gut und böse unterteilt) verschwinden gegenüber dem immer noch straffem Erzähltempo, den großartigen Landschaftsaufnahmen, den guten Action-Szenen, den guten Schauspielerleistungen und dem differenziertem Drehbuch, das ein ziemlich ungeschöntes und realistisches Bild des Wilden Westen zeichnete. Denn Delmer Daves zeigte auch, wie schwer das Überleben in der Wildnis war, welche Gefahren drohten und wie man doch in der Wüste Essbares findet.

Außerdem ist „Der letzte Wagen“ einer der ersten Western, der den Zwiespalt eines Mannes, der zwischen den Kulturen steht, aufnimmt. Der von Richard Widmark gespielte Comanche Todd ist ein von Indianern großgezogenes Halbblut, das vom Sheriff erbarmungslos gejagt wird, weil er mehrere weiße Männer ermordete und auf seiner Flucht vor weiteren Morden nicht zurückschreckt. Auch einige Siedler halten ihn anfangs für eine Bestie; die anderen berufen sich auf die christliche Ethik. Durch seine Taten erwirbt Todd zwar während der Reise den Respekt der wenigen Siedler, die einen Indianerüberfall überlebten. Aber Regisseur Delmer Daves und Richard Widmark glorifizieren Commanche Todd nie als edlen Wilden. Denn er bleibt immer ein höchst zwiespältiger Charakter, der skrupellos tötet und dessen Loyalität nur ihm allein gehört. Jedenfalls am Anfang.

Es dauerte noch zehn Jahre, bis in der grandiosen Elmore-Leonard-Verfilmung „Man nannte ihn Hombre“ (die im direkten Vergleich zum „letzten Wagen“ allerdings schwächer ist) wieder ein Halbblut und der Rassismus der Siedler im Mittelpunkt eines Western stand. Denn auch dieses, von Paul Newman gespielte, Halbblut musste einer Gruppe Weißer, die ihn verachteten, helfen. Und dann kam „Little Big Man“.

Aber am Anfang stand „Der letzte Wagen“.

Der letzte Wagen (The last wagon, USA 1956)

Regie: Delmer Daves

Drehbuch: James Edward Grant, Delmer Daves, Gwen Bagni Gielgud (nach ihrer Geschichte)

mit Richard Widmark, Felicia Farr, Susan Kohner, Tommy Rettig, Stephanie Griffin, Ray Stricklyn

DVD

Koch Media (Edition Westernlegenden #3)

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (Kino- und TV-Synchronisation), Englisch (Dolby Digital 2.0/4.0), Italienisch

Untertitel: Englisch, Italienisch

Bonusmaterial: Bildergalerie, Kinotrailer, Booklet

Länge: 95 min

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Der letzte Wagen“

Turner Classic Movies über „Der letzte Wagen“


TV-Tipp für den 6. April: Lili Marleen

April 6, 2011

ARD, 00.35

Lili Marleen (D 1980, R.: Rainer Werner Fassbinder)

Drehbuch: Manfred Purzer, Rainer Werner Fassbinder, Joshua Sinclair (Mitarbeit)

LV: Lale Andersen: Der Himmel hat viele Farben

Fassbinders Version von Lale Andersens Leben. Gedreht im UFA-Look, aber mit genug Haken und Ösen, um jede blinde Identifikation zu verhindern.

Mit Hanna Schygulla, Giancarlo Giannini, Mel Ferrer, Karl-Heinz von Hassel, Christine Kaufmann, Hark Bohm, Karin Baal, Udo Kier, Erik Schumann, Gottfried John, Elisabeth Volkmann, Barbara Valentin, Adrian Hoven, Willy Harlander, Franz Buchrieser, Rainer Werner Fassbinder, Brigitte Mira, Irm Hermann, Harry Baer, Milan Boor, Volker Spengler

Hinweise

Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation

Wikipedia über Rainer Werner Fassbinder (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. April: Stieg Larsson: Vergebung

April 5, 2011

ZDFneo, 23.00

Stieg Larsson: Vergebung (Schweden/Dänemark/Deutschland 2009, R.: Daniel Alfredson)

Drehbuch: Ulf Rydberg

LV: Stieg Larsson: Luftslottet som sprängdes, 2007 (Vergebung)

Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist versucht die Unschuld von Lisbeth Salander zu beweisen. Denn sie liegt schwerverletzt im Krankenhaus und ist angeklagt, einen Mordversuch auf ihren Vater verübt zu haben. Dieser wird immer noch von mächtigen Staatsdienern geschützt.

Gegenüber der Kinoversion (die heute ihre TV-Premiere hat) wurde die zweiteilige TV-Version von Stieg Larssons drittem Bestseller auf drei Stunden verlängert. “Vergebung” schließt sich unmittelbar an “Verdammnis” an und, wer “Verdammnis” nicht gesehen oder gelesen hat, dürfte sich ziemlich verloren vorkommen.

Ansonsten ist “Vergebung” nur ein überlanger und zäher Epilog zu “Verdammnis”. Denn hier werden in 150 (Kino) bis 180 Minuten (TV) die Fragen beantwortet, die eigentlich bei dem Abspann von “Verdammnis” klar waren.

mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Jacob Ericksson, Sofia Ledarp, Mikael Spreitz, Niklas Hjulström, Lena Endre, Michalis Koutsogiannakis, Yasmine Garbi, Per Oscarsson, Anders Ahlborn Rosendahl

Hinweise

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch/Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte