DVD-Kritik: Robert Enricos „Die Abenteurer“ mit Alain Delon und Lino Ventura

April 4, 2011

Solche Filme werden heute nicht mehr gemacht.

Aber liegt das an der nostalgischen Brille – immerhin sind Lino Ventura, Robert Enrico und José Giovanni tot und Alain Delon hat sich in den vergangenen dreißig Jahren ziemlich aus dem Geschäft zurückgezogen – oder wirklich an dem Film?

 

Die Story

 

In „Die Abenteurer“ wird ein Hohelied auf die Freundschaft gesungen, die mit dem gewaltsamen Tod von zwei der drei Freunde endet. Es beginnt mit einem Besuch von Laetitia (Joanna Shimkus) auf dem Schrottplatz von Roland (Lino Ventura). Er hat keine Zeit, fertigt sie barsch ab, aber als sie sagt, sie habe Zeit und werde auf ihn warten, nimmt er sie mit zu einem Feld. Dort bauen sie einige Stangen auf und Manu (Alain Delon) fliegt mit einem Doppeldecker durch sie hindurch. Sie alle freuen sich, dass der Stunt gelingt. Denn die Stangen sind nur die Probe für einen Flug durch den Triumphbogen in Paris.

Bereits in diesen ersten, fast wortlosen Minuten, wird die Freundschaft zwischen den Dreien etabliert. Denn Roland und Manu nehmen Laetitia schnell in ihren Männerbund und in ihre bedingungslose Freundschaft auf. Sie sind Träumer, die sich auch durch Rückschläge nicht von ihren Zielen abbringen lassen. Denn Manu gelingt der Flug durch den Triumphbogen nicht und er verliert seine Pilotenlizenz. Roland will einen neuen Motor entwickeln, aber seine Experimente mit einem besonders schnellem Dragster enden erfolglos. Auch bei einem Besuch in einem Casino, wo sie nach System spielen, verlieren sie ihr Geld. Trotzdem verlieren sie nicht ihren Optimismus.

Erst als Laetitia ihnen enttäuscht die vernichtenden Kritiken für ihre Ausstellung präsentiert, beschließen sie, sie mit nach Afrika zu nehmen. Dort soll vor der Küste das Wrack eines Flugzeugs mit einem Schatz an Bord liegen; – Geld, das sie dringend brauche, um ihre Träume weiter zu verfolgen.

Dieser zweite Teil von „Die Abenteurer“ ist klar von dem ersten, in und um Paris spielendem Teil, getrennt. Die drei verleben glückliche Tage vor der Küste und finden, dank der Hilfe des Piloten (Serge Reggiani) auch das Flugzeug. Kurz nachdem sie den Schatz geborgen und durch vier geteilt haben (eine weitere der vielen wundervollen Szenen des Films: der Pilot will die Beute durch drei teilen; Roland und Manu erklären ihm ohne großen Worte, dass Laetitia ein gleichwertiges Mitglied ihrer Crew ist), geraten sie in eine falsche Polizeikontrolle. Denn Gangster (es wird nie wirklich klar, wer genau das Geld haben will, aber von ihrem ersten Auftreten ist klar, dass sie über Leichen gehen) wollen ihnen die Beute abnehmen. Der Pilot beginnt eine Schießerei, bei der Latitia erschossen wird. Manu und Roland bestatten sie auf hoher See.

Der dritte Teil spielt an der französischen Atlantikküste, in Sichtweite des bekannten Fort Boyard. Denn so selbstverständlich es für Manu und Roland war, Laetitia mit nach Afrika zu nehmen und ihr den gleichen Teil der Beute zu geben, so selbstverständlich ist es für sie, die Verwandten von Laetitia zu suchen und ihnen ihren Teil der Beute zu geben. Dabei erfahren sie zunächst einiges über Laetitias Familiengeschichte und als sie ihre nächsten Verwandten treffen, die ohne zu fragen, jede Verantwortung für die Taten von Laetitia ablehnen und ihr auch nicht helfen wollen, beschließen Manu und Roland (wieder ohne ein Wort darüber zu verlieren), dass sie Laetitias Teil der Beute doch für sich behalten. Denn diese Menschen haben das Geld nicht verdient. Erst als deren Junge, den sie aus dem städtischen Museum kennen, auftaucht, ändern sie ihre Meinung. Sie zeigen Laetitias Verwandten das Geld und Roland sagt, dass sie es für den Jungen anlegen würden.

Doch da sind noch die Gangster. Sie haben den Piloten geschnappt und finden auch eine Spur zu Manu, der sie dann an die Atlantikküste führt.

Inzwischen hat Roland Fort Boyard gekauft. Er will dort, wie er Manu begeistert erzählt, ein Hotel-Restaurant einrichten. Als die Gangster die im Meer gelegene Festung betreten, kommt es zu einem Schusswechsel. Die Gangster sterben und auch Manu wird erschossen.

 

Der Film

 

Die ausführliche Inhaltsangabe zeigt schon, dass es Robert Enrico nicht um eine klassisch erzählte Geschichte ging. Denn dafür sind die drei Geschichten zu scharf voneinander getrennt; fast als ob man sich drei Kurzfilme oder Episoden einer TV-Serie hintereinander ansieht. Gerade so werden die die einzelnen Teile miteinander verbindenden Themen umso deutlicher: Freundschaft, das Leben von gesellschaftlichen Außenseitern, Träumern und Glücksrittern und die Wichtigkeit von Stil, Haltung und Gesten.

Dabei war eine solche bedingungslose Freundschaft, wie die zwischen Roland, Manu und Laetitia, vielleicht immer nur ein Mythos, der vor allem in französischen Kriminalfilmen der fünfziger und sechziger Jahre gerne gepflegt wurde. Aber damals wurde ein solches Idealbild noch formuliert. Heute wird darauf meist vollkommen verzichtet.

Und mit Alain Delon (der wahrscheinlich nie wieder so entspannt spielte) und Lino Ventura hatte Robert Enrico die beiden großen Stars des französischen Kinos, die beide auch immer wieder den Homme Solitaire verkörperten, verpflichtet, um wieder einmal gesellschaftliche Außenseiter, die nur ihren Regeln folgen, zu spielen. Allerdings spielen sie dieses Mal keine Verbrecher, sondern fast normale Menschen.

Die Abenteurer“ ist ein feiner Film, ein Kassenhit, ein Klassiker des französischen Kinos und eine zeitlose Liebeserklärung an die Träumer und die Freundschaft.

 

Einige Meinungen zum Film

 

Robert Enrico: „Ich hasse die Leute, die sozusagen zu der ’schweigenden Mehrheit‘ gehören. Die Außenseiter haben schon immer diejenigen fasziniert, die ein banales Leben führen. Der Film destilliert den Traum.“ (Cinéma Francais Nr. 6, November 1976)

 

Alain Delon über „Die Abenteurer“, der einer seiner Lieblingsfilme ist: „Es war ein wunderbarer Film, sehr schön gemacht. Es war eine Story, so wie ich sie gerne mag, ich nenne das eine Freundschafts-Geschichte, über die Beziehung zwischen zwei Männern, in deren Mitte manchmal eine Frau steht. Ich habe die übliche Liebesgeschichte, die Romanze, ein wenig satt.“ (Robin Bean: Reaching for the World, Films and Filming, Februar 1965)

 

Lino Ventura über Robert Enrico und die Themen des Films: „Enrico ist ein Poet, er ist ein wenig surrealistisch, ein Träumer. (…) Es sind Personen, die ganz auf sich selbst angewiesen sind. Für mich sind das richtige Männer. Ich meine damit, dass es sich nicht lohnt, viel zu reden. Ich rede übrigens nie viel im Film.“ (Hans C. Blumenberg/Wilfried Reichert: Interview mit Lino Ventura, 1974)

Ich liebe diesen Typ des einsamen Mannes.“ (Frauke Hanck: Ein eigenwilliger Charakter, Vorwärts, 4. März 1976)

Ich möchte Filme machen, die etwas ausdrücken, Freundschaft zum Beispiel. Freundschaft halte ich für das Wichtigste im Leben.“ (Lotte Holetz: Grüß Gott, Bulle, Münchner Abendzeitung, 19. Februar 1976)

 

1981 schrieben Regisseur Adolf Winkelmann (Die Abfahrer, Nordkurve [sträflich unterschätzt], Contergan) und Drehbuchautor Jost Krüger (die Winkelmann-Filme „Jede Menge Kohle“ und „Super“) zur Wiederaufführung des Films: „Es ist Zeit, endlich mal zuzugeben, dass uns ‚Die Abenteurer‘ damals richtig gut, viel besser gefallen hat als: Es/Mahlzeiten/Die Tätowierung/Wilde Reiter GmbH/Persona/Man lebt nur zweimal/Kuckucksjahre und Fahrenheit 451. (…) Der Film ist stilistisch perfekt (dramaturgisch nicht ganz: erzählt zu viele Geschichten und findet kein Ende). Jede Geste der Schauspieler, jede Einstellungsfolge scheint in der Wirkung auf uns genau kalkuliert. Keine filmischen Experimente, richtiges Kino, effektvolles Kunst-Handwert.“ (tip 21/81)

 

Hans Gerhold schrieb in „Das Abenteuer Leben – Notizen zu den Filmen des Regisseurs Robert Enrico“ über den Film: „Die spannende und humorvolle, mit atemberaubenden lyrischen Passagen durchsetzte Schatzsuche dreier gescheiterter Existenzen – (…) -, an deren Ende der Tod steht, wird zu einem Hymnus auf das Leben in Freiheit und zu einer Meditation über den Abenteurer als metaphysischen Existenz, der seine Erfüllung im zweckentbundenen Handeln findet, stilisiert.“ (film-dienst 2/1982)

 

‚Les Aventuriers‘ ist ein Film über das Scheitern von Träumen. Doch dieses Scheitern stärkt die Freundschaft der Protagonisten. An ihrem Ende bleibt Roland daher nur die Einsamkeit. Es ist ein Film auch über das Scheitern der Individualität an den Normen der Gesellschaft, über die Außenseiterrollen von Einzelgängern. Enrico findet dafür schöne Bilder. “ (Meinolf Zurhorst/Lothar Just: Lino Ventura: Seine Filme – sein Leben,1984)

 

Trotz aller Tragik erzählt ‚Les Aventuriers‘ seine Geschichte mit einer spielerischen Leichtigkeit, in der sich die Aufbruchstimmung der sechziger Jahre widerspiegelt. Sie ist ebenso wunderbar im Soundtrack von François de Roubaix eingefangen, dessen einprägsames Leitmotiv ein Wechselspiel aus heiterem Pfeifen und dramatischen Akkorden kennzeichnet, wie in mehreren musikalischen Einlagen der Akteure.“ (Frank Arnold in Bodo Traber/Hans J. Wulff, Hrsg.: Filmgenres: Abenteuerfilm, 2004)

 

Die DVD

 

Endlich gibt es „Die Abenteurer“ in einer adäquaten Version. Denn in die bisherigen Veröffentlichungen waren gekürzt (dafür mit O-Ton) oder ungekürzt (aber ohne O-Ton) und ohne Extras.

Jetzt gibt die Originalfassung mit deutschem und französischem Ton und einigen interessanten Extras. In einer Bildershow wird ein Text über die Entstehung des Films vorgelesen. Es gibt ein Interview mit Hauptdarstellerin Joanna Shimkus (mit arg störenden Hintergrundgeräuschen) und eine leicht experimentelle Doku über den Filmkomponisten François de Roubaix. In einem Zimmer erzählen de-Roubaix-Fans, wie sie ihn entdeckten und wie seine Musik ihr Leben beeinflusste. Insgesamt eine gute Stunde Bonusmaterial.

Die Abenteurer (Les Aventuriers, Frankreich 1967)

Regie: Robert Enrico

Drehbuch: Robert Enrico, José Giovanni, Pierre Pelegri

LV: José Giovanni: Les Aventuriers, 1960

mit Lino Ventura, Alain Delon, Joanna Shimkus, Serge Reggiani, Paul Crauchet, Hans Meyer

DVD

Concorde

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Französisch (Dolby Digital 1.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Interview mit Joanne Shimkus. Porträt von François de Roubaix, Originaltrailer

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Die Abenteurer“ (deutsch, französisch)

Arte über „Die Abenteurer“

Kriminalakte über José Giovanni, Alain Delon und Lino Ventura

 


TV-Tipp für den 4. April: Endstation Schafott/Im Dreck verreckt

April 4, 2011

HR, 23.30

Endstation Schafott (F/I 1973, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

Starkes Krimidrama über einen Ex-Sträfling, der ein ehrliches Leben führen will, von einem Sozialhelfer unterstützt und einem Polizisten verfolgt wird.

Mit Alain Delon, Jean Gabin, Mimsy Farmer, Michel Bouquet, Bernard Giraudeau, Gérard Depardieu (in einer Nebenrolle als junger Gangster)

HR, 01.00

Im Dreck verreckt (F/Mex/I 1968, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: John D. Carrick: The Vulture, 1966 (Der Geier)

Lino Ventura spielt einen Profikiller, der in Südamerika den Landespräsidenten umbringen soll.

Spannender, in Mexico gedrehter, Abgesang auf den Homme Solitaire.

Auch bekannt als „Fremder, wohin gehst du?“

Hinweise

Homepage von/über José Giovanni

Wikipedia über José Giovanni (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über José Giovanni


DVD-Kritik: Ausgegraben: der gaaanz alte Edgar-Wallace-Film „Der Doppelgänger“

April 3, 2011

Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein.“ lautet der alte und wohl immer noch allgemein bekannte Werbespruch für die roten Goldmann-Krimis und die deutschen Sechziger-Jahre-Edgar-Wallace-Verfilmungen, die immer noch regelmäßig im Fernsehen gezeigt werden und mit den „Wixxer“-Filmen auch liebevoll persifliert wurden. Dabei gerät das restliche Schaffen des enorm produktiven Edgar Wallace (1875 – 1932) ins Hintertreffen. Dazu gehören seine in Afrika spielenden Sanders- und Bones-Geschichten und die vielen anderen Verfilmungen seiner Werke. Auch in Deutschland wurden bereits vor der erfolgreichen Sechziger-Jahre-Edgar-Wallace-Reihe einige seiner Bücher verfilmt.

Dazu gehört auch der jetzt in der Reihe „Schätze des deutschen Tonfilms“ erschienene Film „Der Doppelgänger“ von 1934, dem man trotz der Restaurierung das Alter deutlich ansieht. „Der Doppelgänger“ war zugleich die letzte deutsche Wallace-Verfilmung bis zum „Frosch mit der Maske“, dem ersten Rialto-Wallace und der Initialzündung für die Sechziger-Jahre-Edgar-Wallace-Filme.

Dabei ist „Der Doppelgänger“ ein untypischer Wallace-Film. Denn obwohl es eine reiche Erbin, falsche Identitäten und zahlreiche Verwechslungen gibt und einige Verbrecher sich ein riesiges Vermögen aneignen wollen, ist „Der Doppelgänger“ in erster Linie eine, nach einem längeren Anlauf, nicht unflotte, hauptsächlich in einem Haus spielende Boulevardkomödie.

Im Mittelpunkt steht die junge, resolute Australierin Jenny Miller, die sich in London bei ihrem entfernt mit ihr verwandtem Vermögensverwalter Harry Selsbury einquartiert. Sie will wissen, ob er wirklich ihr gesamtes Vermögen veruntreut hat und sie hat auch feste Heiratspläne, die ihrem Onkel, der sie auf die Reise von Australien nach London mitnahm, nicht gefallen. Als Selsbury für das Wochenende verreist (zum Schein nach Schottland zur Jagd, in Wirklichkeit mit seiner verheirateten Freundin nach Ostende), erfährt Jenny Miller, dass ein Doppelgänger sich just an diesem Wochenende das Vermögen von Selsbury aneignen will. Als dann Selsbury (der die Reise nach Ostende doch nicht antrat) wieder auftaucht, glaubt Jenny Miller, dass dieser Selbsbury der Doppelgänger ist und in Selbsburys Haus beginnt ein turbulentes Wochenende mit dem Hausbesitzer, dessen Bruder, der jungen Erbin, dem Butler, einem Detektiv (Theo Lingen!), einer Geliebten und einigen Verbrechern.

Der Doppelgänger (D 1934)

Regie: E. W. Emo

Drehbuch: Curt J. Braun, Peter Ort

LV: Edgar Wallace: The Double, 1928 (auch „Sinister Halls“, deutsch: „Das Steckenpferd des alten Derrick“)

mit Camilla Horn, Georg Alexander, Gerda Maurus, Theo Lingen, Fritz Odemar, Jakob Tiedtke, Hans-Leisner-Fischer, Josef Eichheim

DVD

Spirit-Media

Bild: 4:3

Ton: Deutsch (Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bio- und Filmographien (nur Text), Filminfos (nur Text), Bildergalerie

Länge: 81 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Der Doppelgänger“

Krimi-Couch über Edgar Wallace

Kirjasto über Edgar Wallace

Englische Edgar-Wallace-Seite

Deutsche Edgar-Wallace-Seite

Noch eine deutsche Edgar-Wallace-Fanseite

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Zinker“ (D 1931)


TV-Tipp für den 3. April: 21

April 3, 2011

Pro7, 20.15

21 (USA 2008, R.: Robert Luketic)

Drehbuch: Peter Steinfeld, Allan Loeb

LV: Ben Mezrich: Bringing down the House, 2002 (Neuveröffentlichung zum Film unter „21“, deutscher Titel „21“)

Eine Gruppe von hochbegabten MIT-Studenten macht die Casinos in Las Vegas beim Blackjack um Millionen ärmer. Interne Konflikte und ein Detektiv der Casinos gefährden die Einheit der Gruppe.

Der auf Tatsachen basierende Spielerfilm ist makelloses „Zwischendurch-Entertainment“ (tip), das Buch ein lesenswerter Ausflug in die unbekannte Welt professioneller Kartenspieler.

Mit Jim Sturgess, Kate Bosworth, Kevin Spacey, Laurence Fishburne

Wiederholung: Montag, 4. April 14.35 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „21“

Homepage von Ben Mezrich

Jeff Ma’s World of Gambling

Drake Bennett: House of Cards (The Boston Globe, 6. April 2008; eine lesenswerte Reportage über “Bringing down the house” und die von Mezrich vorgenommenen Fiktionalisierungen)

Meine Besprechung von „21“ von Ben Mezrich


TV-Tipp für den 2. April: Hollywood Skandale

April 2, 2011

BR, 22.25

Hollywood Skandale (D 2010, Eckhart Schmidt)

Drehbuch: Eckhart Schmidt

Die Stadt der Träume war auch immer für ein, zwei Skandale gut. In der 75-minütigen Doku erinnert Eckhart Schmidt an einige dieser Skandale.

mit Peter Bogdanovich, John Gilmore, Steven Gaydos

Hinweise

BR über die Doku

Wikipedia über Eckhart Schmidt


TV-Tipp für den 1. April: Spaceballs

April 1, 2011

Das Vierte, 20.15

Spaceballs (USA 1987, R.: Mel Brooks)
Drehbuch: Mel Brooks, Thomas Meehan, Ronny Graham

Mel Brooks verarscht „Krieg der Sterne“ – und den ganzen Rest.

George Lucas las vor dem Dreh das Buch und er gab Mel Brooks sein Okay.

Mit Mel Brooks, John Candy, Rick Moranis, Bill Pullman, Daphne Zuniga, Dick Van Patten, Michael Winslow, John Hurt

Hinweise

Wikipedia über „Spaceballs“ (deutsch, englisch)

Umfangreiche „Spaceballs“-Fanseite


TV-Tipp für den 31. März: Alexis Sorbas

März 31, 2011

Das Vierte, 20.15

Alexis Sorbas (GR/USA 1964, R.: Michael Cacoyannis)

Drehbuch: Michael Cacoyannis

LV: Nikos Kazantzakis: Bios kai politeia tu Alexē Zormpa, 1946 (Alexis Sorbas)

Auf Kreta erbt der englische Schriftsteller Basil eine Braunkohlemine. Auf der Insel befreundet er sich mit dem lebenslustigem Mazedonier Alexis Sorbas.

Oscarprämierter Klassiker (und nominiert für den Oscar als bester Film), der selten im TV und dann auch noch zu nachtschlafender Stunde läuft. Heute läuft er endlich mal wieder zur Prime Time.

Schon kurz nach seiner Uraufführung hatte der Film Kultstatus. Anthony Quinn verkörperte die Figur des Alexis Sorbas derart lebensecht und eindrucksvoll, dass seine Person auch heute noch mit dieser Filmgestalt identifiziert wird. Cacoyannis gelang eine bisweilen merkwürdig anmutende Mischung aus Idylle und Grausamkeit. (…) Nicht zuletzt aufgrund des legendären Sirtaki-Tanzes, ein gestalterischer und viel zitierter Höhepunkt des Streifens, setzte durch ‚Alexis Sorbas‘ unter intellektuellen Filmfreaks ein wahrer Kreta-Boom ein.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon, 2006)

Mikis Theodorakis schrieb die Musik.
mit Anthony Quinn, Alan Bates, Irene Papas, Lila Kedrova

Hinweise

Wikipedia über „Alexis Sorbas“ (deutsch, englisch)

Alan Bates Film Archive über „Alexis Sorbas“

New York Tims über „Alexis Sorbas“ (Filmkritik vom 18. Dezember 1964)


TV-Tipp für den 30. März: Die Abenteuer des Rabbi Jacob

März 30, 2011

Das Vierte, 20.15

Die Abenteuer des Rabbi Jacob (F 1973, R.: Gèrard Oury)

Drehbuch: Gérard Oury, Danièle Thompson, Josy Eisenberg, Roberto De Leonardis

Victor Buntspecht muss sich als Rabbi verkleiden. Dummerweise mag er Juden nicht.

Well, Classic Louis de Funes.

‚Die Abenteuer des Rabbi Jacob‘, den alle Kritiker für Gérard Ourys besten Film anerkannt haben (vielleicht weil seine Komik die nuancierteste war), stieß sofort auf einen gewaltigen Erfolg beim Publikum: 600.000 Besucher in Paris in drei Wochen; 900.000 in sechs Wochen.“ (Robert Chazal: Louis de Funès)

mit Louis de Funès, Marcel Dalio, Claude Giraud, Henri Guybet, Miou-Miou

Wiederholung: Donnerstag, 31. März, 03.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Louis de Funès (deutsch, englisch, französisch)

 


TV-Tipp für den 29. März: Stieg Larsson: Verdammnis

März 29, 2011

ZDFneo, 23.00

Stieg Larsson: Verdammnis (Schweden 2009, R.: Daniel Alfredson)

Drehbuch: Jonas Frykberg

LV: Flickan Som Lekte Med Eldem, 2006 (Verdammnis)

Die Polizei hält Lisbeth Salander für eine Mörderin. Ihr Freund, der Journalist Mikael Blomkvist, will’s nicht glauben. Und, auf getrennten Wegen, suchen sie den wahren Mörder, decken einiges über Salanders Vergangenheit und einige schmutzige Regierungsgeheimnisse auf.

Verfilmung des zweiten Bandes der “Millenium”-Trilogie von Stieg Larsson. Die TV-Version verlängert die 129-minütige Kinoversion (die heute ihre TV-Premiere hat) um eine gute Stunde auf drei Stunden.

Für den Kinofilm wurde gottseidank viel Ballast aus dem Schmöker gestrichen. Allerdings fällt so auch die sehr windige Konstruktion der Geschichte noch deutlicher auf. Aber den Fans der Romane dürfte die werkgetreue Verfilmung gefallen.

mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Andersson, Michalis Koutsogiannakis, Annika Hallin, Yasmine Garbi, Per Oscarsson, Georgi Staykov, Paolo Roberto (als er selbst)

Hinweise

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch/Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Der tolle Polit-Thriller „Der dritte Grad“

März 28, 2011

Irgendwann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts: in einem anonymen, südländischem Polizeistaat (gedreht wurde in Griechenland, aber es könnte auch eine südamerikanische Militärdiktatur sein) nimmt die Polizei den Reisekaufmann Georgis (Ugo Tognazzi) fest. Er hat sich in einem Café mit einem jungen Mann unterhalten, der ein Revolutionär sein soll.

Der Polizeichef möchte an Georgis eine neue Verhörmethode ausprobieren. Er schickt an einem Sonntag einen Inspektor (Michel Piccoli) und den „Manager“ (Mario Adorf), ein betont südländisch-grobschlächtiger Polizist, der sie in Zentralgefängnis fahren soll, los. Kurz nachdem sie losgefahren sind, bleibt das Auto liegen und sie müssen sich zu Fuß auf den Weg machen. Unklar ist, ob die Autopanne ein technischer Defekt oder Teil eines ausgeklügelten Plans ist, Georgis außerhalb des Verhörzimmers zu einem Geständnis zu bewegen. Und ist der Verdächtige Georgis wirklich so unschuldig und bieder, wie er behauptet?

Der Politthriller „Der dritte Grad“ ist einer der wenigen Ausflüge des Neuen Deutschen Films auf das internationale Parkett und in das Genrekino. Denn auch wenn der Film nicht in Griechenland unmittelbar nach dem Ende der Militärdiktatur gedreht worden wäre, wäre der Einfluss des linksaufklärerischen Kinos von Constantin Costa-Gavras, der mit dem ebenfalls in Griechenland spielendem „Z“ einen Welterfolg hatte und die Grundpfeiler des damaligen Polit-Thrillers markierte, unübersehbar. Costa-Gavras inszenierte, wie damals etliche linke Regisseure, regierungskritische Stoffe, die entschieden für Minderheiten und die Unterdrückten Partei ergriffen, aber mit einer Starbesetzung und getarnt als Genrefime auf das breite Publikum zielten. Diese Methode war damals nicht unumstritten.

Und „Der dritte Grad“-Regisseur Peter Fleischmann, der 1969 mit der Martin-Sperr-Verfilmung „Jagdszenen aus Niederbayern“ einen ersten Erfolg mit einem Heimatfilm abseits der Klischees des damaligen deutschen Heimatfilms hatte, gehörte damals zum Neuen Deutschen Film, der entschieden Großpapas Kino ablehnte. Auch in seinen späteren Filmen „Das Unheil“ (1970), „Dorotheas Rache“ (1973), „Die Hamburger Krankheit“ (1979 – ein deutscher SF-Film), „Frevel“, die Arkadi- und Boris-Strugatski-Verfilmung „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ (1989; – noch ein deutscher SF-Film, der in Russland gedreht wurde und, angesichts der jahrelangen Vorbereitung und des hohen Budgets, ein gigantischer Flop war) versuchte er populäre Erzählformen und gesellschaftlich relevante Themen mit einem eigenen Stempel zu versehen.

Auch „Der dritte Grad“ zielte auf das breite Publikum. Der Thriller ist keine flammende Anklage gegen die Folterregime (Wobei die Szene, in der der Polizeichef durch ein Büro im Polizeirevier geht, und mehrere Beamte seelenruhig Folterverhöre abtippen, und er sich mit Michel Piccoli unterhält, schon sehr erschreckend ist und an der Meinung der Filmemacher zu bestimmten Regierungen keine Zweifel aufkommen lässt. Auch die erste Szene, wenn der Inspektor und Georgis in einer langen und komplizierten Einstellung, die sich nicht vor der ersten Einstellung von Orson Welles‘ „Im Zeichen des Bösen“ verstecken muss, eingeführt werden, ist, in ihrer erzählerischen Ökonomie grandios.), sondern ein psychologischer Thriller, in dem das Verhör, vor traumhafter Kulisse, schnell zu einem spannendem Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Polizisten und dem Verdächtigen, der einerseits zu harmlos und bieder für einen Revolutionär ist und andererseits zu gewitzt und aufmerksam für einen Reisekaufmann ist, entwickelt. Dabei scheint sich im Lauf des Sommertages sogar so etwas wie Freundschaft zwischen Georgis und dem Inspektor zu entwickeln; – oder ist das nicht auch wieder eine Finte in dem Verhör?

Denn beide wissen, dass dieses freundschaftliche Verhör nur das Vorspiel für ein Folterverhör ist.

Diese Ausgangssituation, in der das Folterregime eine neue, ihrem normalen Gehabe widersprechende und in der Durchführung ziemlich aufwendige Verhörstrategie ausprobieren will, wirkt allerdings etwas konstruiert und einige Twists in der zweiten Hälfte des Films kommen etwas zu plötzlich und wirken etwas zu weit hergeholt; – so als ob Peter Fleischmann, Jean-Claude Carrière und Martin Walser ihrer Prämisse, dem damit verbundenen Thema und den wechselnden Loyalitäten nicht genug vertrauten.

Die Vorlage für den Film ist der 1966 erschienene, mehrfach ausgezeichnete, nur noch antiquarisch erhältliche Roman „Der Fehler“ des Griechen Antonis Samarakis, der darin seine Erfahrungen im Widerstand gegen die Regierung des Generals Metaxas Anfang der 40er Jahre schrieb.

 

Fazit

 

Der dritte Grad“ ist ein mit damaligen Topstars grandios besetzter, vor einer traumhaften Kulisse spielender und mit der immer hörenswerten Musik von Ennio Morricone unterlegter Siebziger-Jahre-Politthriller. Diese absolut lohnenswerte Wiederentdeckung wurde nämlich nach der Kinoauswertung 1976 nur einmal, am 21. Juni 1981 im TV ausgestrahlt, und die VHS-Cassetten sind ebenfalls schon lange nicht mehr erhältlich.

Die jetzige DVD-Ausgabe hinterlässt allerdings ein zwiespältiges Gefühl. Denn, obwohl es eine internationale Produktion ist, findet sich nur die deutsche Tonspur auf der DVD. Der Rest, das Skizzenbuch von Carrière, Pressezitate zum Film und eine Fotogalerie, zeigen immerhin, dass sich bemüht wurde, etwas historische Bonusmaterial zu finden.

Der dritte Grad (La Faille, Deutschland/Frankreich/Italien 1974)

Regie: Peter Fleischmann

Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Martin Walser, Peter Fleischmann

LV: Antonis Samarakis: Der Fehler (1966)

mit Michel Piccoli, Ugo Tognazzi, Mario Adorf, Adriana Asti, Dimis Starenios

DVD

Arthaus

Bild: 1,66:1

Sprache: Deutsch (Mono DD)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Skizzenbuch von Jean-Claude Carrière; Pressezitate zum Film als PDF; Fotogalerie; Wendecover

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über Peter Fleischmann

Filmportal über Peter Fleischmann

The Guardian: Nachruf auf Antonis Samarakis


TV-Tipp für den 28. März: No Country for Old Men

März 28, 2011

ZDF, 22.15

No Country for Old Men (USA 2007, R.: Ethan Coen, Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (28. November 2005)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (Shooting Draft)

Film-Zeit über “No Country for Old Men”

Offizielle Webseite der Cormac-McCarthy-Gesellschaft

Time: Cormac McCarthy und die Coen-Brüdern reden über „No Country for Old Men“

Meine Besprechung der Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“


TV-Tipp für den 27. März: Pat Garrett jagt Billy the Kid

März 27, 2011

Als Teil des 3sat-Thementages „Wilde Western“ (unter anderem mit „Der Schatz des Gehenkten“, „Verrat in Fort Bravo“, „Rache für Jesse James“, „Der Teufelshauptmann“, „Der weite Ritt“ und „Leichen pflastern seinen Weg“)

3sat, 22.00

Pat Garrett jagt Billy the Kid (USA 1973, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Rudolph Wurlitzer

Der Titel verrät die Story – und das Ende kennen wir aus den Geschichtsbüchern.

Grandioser Abgesang auf den Wilden Westen und das Ende der sechziger Jahre. Es wird, wie üblich, die rekonstruierte Langfassung gezeigt (in der leider die grandiose Sterbeszene am Fluss mit Dylans Knockin´ on heavens door fehlt). MGM brachte damals nur eine gekürzte Fassung in die Kinos.

Der Film hat eine Trägheit und einen elegischen Ton, in denen man versinken kann. Was kommen wird, ist so klar, dass er immer wieder innehalten, abweichen, verzögern kann. Die Szenen müssen nicht ineinander greifen, es gibt abrupte Wechsel, und im Grunde ist es ein Film übers Herumhängen im Grenzgebiet, in runtergekommenen Häusern, provisorischen Quartieren. Es gibt eine ausgeprägte Vorliebe für Abend- und Morgendämmerung, für das Nachmittagslicht im amerikanischen Südwesten, und mittendrin gerät man immer wieder in kurze Sequenzen von einer tranceartigen Schönheit.“ (Peter Körte in Filmgenres: Western, Reclam 2003)

Mit Kris Kristofferson, James Coburn, Bob Dylan (auch Musik), Jason Robarts Jr., Richard Jaeckel, Katy Jurado, Slim Pickens, John Beck, Rita Coolidge, R. G. Armstrong, Jack Elam, L. Q. Jones, Harry Dean Stanton, Rudolph Wurlitzer, Sam Peckinpah (spielt Will, den Sargmacher), Elisha Cook Jr.

Hinweise

Wikipedia über „Pat Garrett jagt Billy the Kid (deutsch, englisch)

Kriminalakte über Sam Peckinpah

Meine Besprechung von „Passion & Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

März 26, 2011

Kaum ist der Alligator aus dem Urlaub zurück, hat er sich auch gleich meine TV-Krimi-Buch-Tipps (der Überblick über die demnächst laufenden Verfilmungen von Kriminalromanen) geschnappt und online gestellt:

In den kommenden beiden Wochen laufen die letzten beiden Stieg-Larsson-Verfilmungen „Verdammnis“ und „Vergebung“ in den kürzeren Kinoversionen, Gordon Parks Ernest-Tidyman-Verfilmungen „Shaft“ und „Shaft – Liebesgrüße aus Pistolen“, Sam Peckinpahs „Pat Garrett jagt Billy the Kid“, Don Siegels Richard-Dougherty-Verfilmung „Nur noch 72 Stunden“, Charles Laughtons Davis-Grubb-Verfilmung „Die Nacht des Jägers“, René Clements Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Der aus dem Regen kam“, Norman Jewisons John-Ball-Verfilmung „In der Hitze der Nacht“, José Giovannis „Endstation Schafott“ und seine John-D.-Carrick-Verfilmung „Im Dreck verreckt“ und, als TV-Premiere, die grandiose Cormac-McCarthy-Verfilmung „No Country for Old Men“ der Coen-Brüder.


TV-Tipp für den 26. März: Police Python 357

März 26, 2011

MDR, 23.00

Police Python 357 (F/D 1976, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand

Hinweise

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“

Mein Nachruf auf Alain Corneau


TV-Tipp für den 25. März: Tödliche Versprechen

März 25, 2011

WDR, 23.15

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (GB/USA/Can 2007, Regie: David Cronenberg)

Drehbuch: Steven Knight

Eine Hebamme gerät zwischen die Fronten der Russenmafia. Denn sie besitzt ein Tagebuch, das einige Verbrecher belastet. Ein Killer soll sie umbringen.

Hartes, in London spielendes, top besetztes Gangsterdrama von David Cronenberg.

Steven Knight schrieb unter anderem das Oscar- und BAFTA-nominierte und mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnete Drehbuch zum Stephen Frears-Film „Kleine schmutzige Tricks“ (Dirty Pretty Things, GB 2002).

„Eastern Promises“, wurde, oft in den Kategorien, bester Film, beste Regie, beste Hauptrolle und bestes Drehbuch, für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch einige. Knights Drehbuch war für den Edgar nominiert.

Im Moment arbeiten Steven Knight, David Cronenberg und Viggo Mortensen an einer Fortsetzung von „Eastern Promises“.

mit Viggo Mortensen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Vincent Cassel

Hinweise

Steven Knight: Eastern Promises (Drehbuch)

Englische Homepage zum Film (umfangreich; mit Hintergrundtexten und Filmausschnitten)

Deutsche Homepage zum Film (die Readers Digest-Version; dafür mit einem Cronenberg-Interview)

Film-Zeit über den Film

Die „taz“ redet mit David Cronenberg über „Tödliche Versprechen“

Wikipedia über „Tödliche Versprechen“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 24. März: Der Killer-Alligator

März 24, 2011

Ein kleiner Film anlässlich der Rückkehr des Alligatoren


Arte, 00.05

Der Killer-Alligator (USA 1980, R.: Lewis Teague)

Drehbuch: John Sayles

Weil die Tochter nicht mehr mit dem geschenkten Alligator spielen will, entsorgt der Vater das Tier durch den Klo in die städtische Kanalisation. Dort ernährt der Alligator sich prächtig mit allem, was da so herumliegt und wächst zu einem riesigen Kerl mit einem entsprechendem Appetit heran. Aber nachdem er auch Menschen verzehrt wird zur Jagd geblasen.

Hübscher kleiner Tierhorrorfilm in der Folge von „Der weiße Hai“, der nach Ewigkeiten endlich wieder im TV läuft.

John Sayles, der auch die Drehbücher für die Horrorfilme „Piranhas“ und „Das Tier“ schrieb, wurde später mit Filmen wie „Passion Fish“ und „Lone Star“ als Arthouse-Regisseur bekannt. Mit seinen diversen Hollywood-Arbeiten, wozu auch Überarbeitungen von Drehbüchern wie „Apollo 13“ gehörten, finanziert er seine persönlichen Filme.

Lewis Teague drehte später die unbekannte, aber dennoch sehenswerte Stephen-King-Verfilmung „Cujo“ (wieder mit einem Tier, das sich daneben benimmt) und die Abenteuerkomödie „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“.

Lewis Teague hat zwei angstbesetzte Dinge geschickt miteinander verknüpft – die aggressive Fresslust des gnadenlosen Reptils und das unheimliche glitschig-dunkle Milieu der Unterwelt, der Kanalisation.“ (Fischer Film Almanach 1982)

Ein höllisch spannendes Monsterspektakel, in dem endlich mal jene ihr Fett kriegen, die aus reiner Profitgier die Erde verseuchen.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films)

mit Robert Forster, Robin Riker, Michael Gazzo, Perry Lang, Jack Carter, Henry Silva, Bart Braverman

auch bekannt als „Der Horror-Alligator“ (Kinotitel)

Wiederholung: Sonntag, 27. März, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Der Horror-Alligator“

Wikipedia über „Der Horror-Alligator“ (deutsch, englisch)

Bright Lights Film Journal: Robert Keser über John Sayles und seine Arbeit für Roger Corman


TV-Tipp für den 23. März: Die verfilmten Kriminalromane

März 23, 2011

Arte, 14.45

Die Nacht des Jägers (USA 1954, R.: Charles Laughton)

Drehbuch: James Agee

LV: Davis Grubb: Night of the hunter, 1953

Ein dubioser Wanderprediger jagt zwei Kinder durch die Südstaaten. Sie wissen, wo die 10.000 Dollar aus einem Bankraub versteckt sind.

Country-Noir-Klassiker, der formal an den deutschen expressionistischen Film anschließt, und auch heute noch unglaublich spannend ist. Leider ist „Die Nacht des Jägers“ der einzige Film von Charakterdarsteller Laughton, mit Robert Mitchum als bösem Prediger

Kabel 1, 20.15

Die purpurnen Flüsse (F 2000, R.: Mathieu Kassovitz)

Drehbuch: Mathieu Kassovitz, Jean-Christophe Grange

LV: Jean-Christophe Grange: Les Rivières pourpres, 1997 (Die purpurnen Flüsse)

Wer bringt in einer abgeschiedenen Alpenuni Menschen um? Kommissar Niémans ermittelt und deckt dabei eine gigantische Verschwörung auf.

Spannender, nicht sonderliche plausibler Thriller: „aufwändig inszenierter Trashfilm“ (tip).

Mit Jean Reno, Vincent Cassel, Dominique Sanda

Wiederholung um 23.45 Uhr

ZDFneo, 21.00

Kommissarin Lucas: German Angst (D 2007, R.: Thomas Berger)

Drehbuch: Thomas Berger

LV: Friedrich Ani: German Angst, 2000

Nazis entführen die deutsche Frau eines Nigerianers. Sie fordern die Abschiebung seiner Tochter. Kommissarin Lucas ermittelt und gerät zwischen dabei zwischen die politischen Fronten.

Klingt ziemlich konstruiert-didaktisch. Aber die „Südthüringer Zeitung“ sieht es anders: „Ein starker, ein relevanter Film also, der seine Schwächen allenfalls gegen Ende hat, als der Entführungsfall zu einem ebenso überstürzten wie überzogenen Ende geführt wird. Dennoch ist „German Angst“ ein beachtenswerter Krimi, der auf mutige Weise den Unterhaltungsanspruch mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag eint.“

Mit Ulrike Kriener, Thure Riefenstahl, Michale Roll, Monica Bleibtreu, Tilo Prückner, Anke Engelke

Wiederholung: Donnerstag, 24. März, 04.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Martin Schüller “A gmahde Wiesn” (Buch zum Film, 2009)

RBB, 22.45

Die Apothekerin (D 1997, R.: Reiner Kaufmann)

Drehbuch: Ralf Hertwig, Kathrin Richter

LV: Ingrid Noll: Die Apothekerin, 1994

Die spröde Apothekerin Helle Moormann hat es faustdick hinter den Ohren und kennt sich – berufsbedingt – mit Giften aus.

Schwarze Komödie mit viel Leerlauf.

Mit Katja Riemann, Jürgen Vogel, Richy Müller, August Zirner, Andrea Sawatzki

WDR, 23.00

Irene Huss, Kripo Göteborg: Der erste Verdacht (S/D 2008, R.: Alexander Moberg)

Drehbuch: Ulf Kvensler

LV: Helene Tursten: Guldkalven, 2004 (Der erste Verdacht)

Kommissarin Irene Huss muss den Mord an einem IT-Unternehmer klären. Sie fragt sich, ob einer der geprellten Anleger ein klärendes Gespräch mit ihm geführt hat.

Sechster und bislang letzter Einsatz von Angela Kovács als Irene Huss. Soll nicht so toll sein.

mit Angela Kovács, Reuben Sallmander, Eric Ericson


TV-Tipp für den 22. März: Der amerikanische Freund

März 22, 2011

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Bruno Ganz!


RBB, 22.45

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

 

 


TV-Tipp für den 21. März: Die verfilmten Kriminalromane

März 21, 2011

ARD, 10.20

Mord im Spiegel (GB 1980, R.: Guy Hamilton)

Drehbuch: Jonathan Hales, Barry Sandler

LV: Agatha Christie: The mirror crack´d from side to side, 1962 (Mord im Spiegel oder Dummheit ist gefährlich)

In St. Mary Mead soll ein historischer Stoff verfilmt werden. Aber schon beim Empfang des Bürgermeisters wird eine Sekretärin vergiftet. Miss Marple sucht den Mörder unter den Filmleuten.

Starbesetzte Miss-Marple-Verfilmung, mit Angela Lansbury, Geraldine Chaplin, Rock Hudson, Elizabeth Taylor, Tony Curtis, Edward Fox, Kim Novak

Hinweise

Homepage von Agatha Christie

Kirjasto über Agatha Christie

Wikipedia über Agatha Christie (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Agatha Christie

Arte, 14.45

Der zerrissene Vorhang (USA 1966, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Für zwei Stunden ist das aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Hinweise

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Arte, 20.15

Die Nacht des Jägers (USA 1954, R.: Charles Laughton)

Drehbuch: James Agee

LV: Davis Grubb: Night of the hunter, 1953

Ein dubioser Wanderprediger jagt zwei Kinder durch die Südstaaten. Sie wissen, wo die 10.000 Dollar aus einem Bankraub versteckt sind.

Country-Noir-Klassiker, der formal an den deutschen expressionistischen Film anschließt, und auch heute noch unglaublich spannend ist. Leider ist „Die Nacht des Jägers“ der einzige Film von Charakterdarsteller Laughton, mit Robert Mitchum als bösem Prediger

Wiederholung: Mittwoch, 23. März, 14.45 Uhr

ZDFneo, 21.00

Inspector Barnaby: Das Haus des Satans (GB 2002, R.: Peter Smith)

Drehbuch: Alan Plater

LV: Charaktere von Caroline Graham

Bei der Eröffnung des Horror-Themenparks „Haus des Satans“ wird der Hauptdarsteller Larry Smith von einer Bombe zerfetzt. Inspector Barnaby ermittelt.

Britenkrimi der netten Art.

Mit John Nettles, Daniel Casey

Wiederholung: Dienstag, 22. März, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Eins Festival, 01.45

Donna Leon: Blutige Steine (D 2008, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Holger Joos

LV: Donna Leon: Blood from a Stone, 2005 (Blutige Steine)

Commissario Brunetti sucht den Mörder eines afrikanischen Straßenhändlers. Als das Innenministerium ihm den Fall entzieht, weiß Brunetti, dass hier etwas oberfaul ist.

Dank bewährter Kräfte hat sich beim Herrichten des vierzehnten Brunetti-Romans für das Puschenkino für die Fans nichts geändert.

Mit Uwe Kockisch, Karl Fischer, Julia Jäger, Michael Degen, Annett Renneberg, Christel Peters, Helmut Zierl, Rosel Zech, Gunnar Möller

 

 


TV-Tipp für den 20. März: Die verfilmten Kriminalromane

März 20, 2011

Arte, 20.15

Der zerrissene Vorhang (USA 1966, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Für zwei Stunden ist das aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Wiederholung: Montag, 21. März, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Eins Festival, 20.15

Donna Leon: Blutige Steine (D 2008, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Holger Joos

LV: Donna Leon: Blood from a Stone, 2005 (Blutige Steine)

Commissario Brunetti sucht den Mörder eines afrikanischen Straßenhändlers. Als das Innenministerium ihm den Fall entzieht, weiß Brunetti, dass hier etwas oberfaul ist.

Dank bewährter Kräfte hat sich beim Herrichten des vierzehnten Brunetti-Romans für das Puschenkino für die Fans nichts geändert.

Mit Uwe Kockisch, Karl Fischer, Julia Jäger, Michael Degen, Annett Renneberg, Christel Peters, Helmut Zierl, Rosel Zech, Gunnar Möller

Wiederholung: Dienstag, 22. März, 01.45 Uhr (Taggenau!)

ZDFneo, 20.15

Inspector Lynley: Keiner werfe den ersten Stein (GB 2002, R.: Kim Flitcroft)

Drehbuch: Elizabeth Mickery

LV: Elizabeth George: Payment in Blood, 1989 (Keiner werfe den ersten Stein)

Wer erstach auf dem Landsitz Westerbrae die Autorin Joy Sinclair? Lynley und Havers ermitteln.

Reizvolle Verfilmung eines Krimi-Bestsellers, der durch das spannungsreiche Verhältnis zwischen dem Inspektor und seiner burschikosen Begleiterin sowie das britische Understatement kurzweilig unterhält.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Nathaniel Parker, Sharon Small

Wiederholung: Montag, 21. März, 02.20 Uhr (Taggenau!)

ZDF, 22.00

Inspector Barnaby: Der Wald der lebenden Toten (GB 2008, R.: Richard Holthouse)

Drehbuch: Michael Russell

LV: Charaktere von Caroline Graham

Kurz vor Halloween wird im beschaulichen Midsomer die Assistentin eines Zauberers ermordet. Inspector Barnaby ermittelt.

Ein weiterer TV-Krimi der langlebigen britischen Serie.

mit John Nettles, Jason Hughes, Jane Wymark

NDR, 00.30

Der Schrei der Eule (D/F/GB/Kan 2009, R.: Jamie Thraves)

Drehbuch: Jamie Thraves

LV: Patricia Highsmith: The Cry of the Owl, 1962 (Der Schrei der Eule)

Robert beobachtet nachts heimlich die schöne Jenny. Sie verliebt sich in ihn und verlässt ihren Verlobten Greg. Als Greg nach einer Schlägerei spurlos verschwindet, wird Robert des Mordes verdächtigt.

Bereits Claude Chabrol und Tom Toelle verfilmten 1987 den Krimi. Während beide Verfilmungen sich sehr ähneln und, wenn man die Prämisse akzeptiert, gelungen sind, kann das anscheinend von Jamie Thraves Film nicht behauptet werden.

mit Paddy Considine, Julia Stiles

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Tele 5, 00.55

The Boys from Brazil (USA/GB 1978, R.: Franklin J. Schaffner)

Drehbuch: Kenneth Ross, Heywoud Gould

LV: Ira Levin: The Boys from Brazil, 1976 (Die Boys aus Brasilien; The Boys from Brazil – Geheimakte Viertes Reich)

Mengele klont im Dschungel massenhaft kleine Hitlers und möchte mit ihnen weltweit das „Vierte Reich“ ausrufen. Aber Nazi-Jäger Liebermann ist ihm auf der Fährte.

Absurder und immer noch sehr utopischer Politthriller mit Starbesetzung. Und das Suchen und Entdecken bekannter Gesichter in etlichen Nebenrollen steigert das Filmvergnügen mit Freunden beträchtlich.

Das Handlungskonzept an sich,…,ist vom Autor Gould gut ausgearbeitet, aber der widersprüchliche Schauspielstil von Olivier, der auf dem Auftreten des echten Nazi-Jägers Simon Wiesenthal basiert, und Peck, der in der Rolle des von seinem Ziel Besessenen eine ungewöhnlich zurückhaltende Darstellung zeigt, führen dazu, dass der Film zu einem faden Abenteuer in der Art von Boy’s Own verkommt.“ (Paul Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie) Ähnlich ungnädig: „Ein Langweiler.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films)

Für die deutsche Kinoauswertung wurde der Film um fast zwanzig Minuten gekürzt und erst 1985, nach dem Bekanntwerden von Mengeles Tod, in die Kinos gebracht.

Mit Gregory Peck, Laurence Olivier, James Mason, Lilli Palmer, Uta Hagen, Steve Guttenberg, Bruno Ganz, Wolfgang Preiss, Sky Dumont, Georg Marischka

Fragen zum Film

Sie wollen wissen, wo der deutsche Verleih die Schere angesetzt hat? Hier ist die Antwort.

Und welche Fragen zum Buch soll ein Lehrer seinen Schülern im Unterricht stellen? Hier gibt es die Fragen.