DVD-Kritik: Robert De Niro und Edward Norton treffen sich wieder in „Stone“

März 15, 2011

Vor zehn Jahren trafen Robert De Niro und Edward Norton in „The Score“ erstmals aufeinander. Marlon Brando spielte in dem Einbrecherfilm auch mit und die Kritiker waren von dem Treffen der aus drei verschiedenen Generationen stammenden Schauspielergiganten milde enttäuscht. Denn „The Score“ ist ein altmodischer Einbrecherfilm für den nicht unbedingt so hochkarätige Schauspieler nötig gewesen wären. Aber geschadet hat es dem Film nicht.

Jetzt treffen Robert De Niro und Edward Norton in „Stone“ wieder aufeinander. Es ist wieder ein Kriminalfilm. Naja, irgendwie. Denn „Stone“ ist auch ein religiös angehauchtes Drama und die Charakterstudie eines mit seinem Leben haderndem, introvertiertem Biedermannes. Jedenfalls irgendwie. Denn das vor allem in einem Büro spielende, ursprünglich als Theaterstück geschriebene Zweipersonendrama „Stone“ entscheidet sich nie für ein Genre und damit auch für keine bestimmte Geschichte. Stattdessen plätschert der Film über Jack Mabry reichlich ziellos und langatmig vor sich hin.

Dieser Jack Mabry (Robert De Niro) schreibt im Gefängnis die Gutachten für den Bewährungsausschuss. Er ist gut. Er steht kurz vor seiner Pensionierung. Er lebt seit Jahrzehnten mit Madylyn (Frances Conroy) zusammen. Diese Ehe ist schon lange nur noch ein Gefängnis, in dem beide sich eingerichtet haben. Gemeinsam besuchen sie an den Wochenenden den Gottesdienst.

Auf seine letzten Tage soll Mabry Gerald Creeson (Edward Norton), der lieber „Stone“ genannt werden möchte, begutachten. Stone will unbedingt früher raus und spannt dafür auch seine junge, gutaussehende, enorm heiße Frau Lucetta (Milla Jovovich als Abziehbild der Femme Fatale) ein. Sie macht sich an Jack ran. Der lehnt zunächst ihre Kontaktwünsche, weil sie gegen die Vorschriften verstoßen, schroff ab.

Später nicht mehr – und was spätestens jetzt ein zünftiger, wenn auch etwas unplausibler Noir werden könnte, verläuft im Nichts. Auch das innere Drama von Mabry ist kaum nachvollziehbar.

Und die scheinbar endlosen Gespräche zwischen dem Plappermaul Stone und dem Schweiger Jack Mabry sind auch nicht besonders prickelnd. Es wird einfach nur endlos über Erlösung, den Weg zum besseren Menschen, Glauben undsoweiter räsoniert.

Aber es wird nie klar, warum uns ein Häftling, der alles sagen würde, um aus dem Gefängnis zu kommen, und ein Gutachter, der ein bieder-braver Beamter ist und der schon tausende ähnlich bauernschlaue Häftlinge begutachtet hat, interessieren könnten. Vor allem ist absolut unklar, was der erfahrene alte Hase Mabry in dem Jungspund erblickt, er sich dann ziemlich idiotisch verhält und absolut grundlos vieles riskiert. Denn selbstverständlich hüpft Jack mit Lucetta ins Bett. Aber, wie so vieles in „Stone“, ist dieser Seitensprung für die Geschichte vielleicht nicht unbedingt nebensächlich, aber in jedem Fall folgenlos.

Während des Abspanns fragt man sich, warum man sich von so einem Film zwei Stunden seines Lebens stehlen ließ. Warum De Niro und Norton, die ihre Rollen desinteressiert-lieblos runterspielen, zusagten, fragte man sich schon während des Films. Warum das zähe Drama bei uns seine Premiere auf DVD erlebte, ist allerdings schon vor dem ersten Zusammentreffen von De Niro und Norton, die in den vergangenen Jahren keine glückliche Hand bei ihrer Rollenauswahl hatten, klar. Der von Robert De Niro gespielte Jack Mabry ist uns egal.

Stone (Stone, USA 2010)

Regie: John Curran

Drehbuch: Angus MacLachlan

mit Robert De Niro, Edward Norton, Milla Jovovich, Frances Conroy

–

DVD

Ascot Elite

Bild: 2,4:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Making Of, Interviews, Beim Dreh, Originaltrailer

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Wikipedia über „Stone“

Drehbuch „Stone“ von Angus MacLachlan


TV-Tipp für den 15. März: Unter Verdacht: Brubeck

März 15, 2011

Arte, 23.10

Unter Verdacht: Brubeck (D 2008, R.: Ed Herzog)

Drehbuch: Wolfgang Stauch

LV: Wolfgang Stauch: Brubecks Echo, 2000

Bei einem Autounfall starben Frau und Kind von Hauptkommissar Brubeck. Er will sich an den Tätern, einer Pharmavertreterin und einem Starpianisten, rächen. Eva Prohacek versucht das zu verhindern.

Alle, die Stauchs Roman gelesen haben und denen er gefiel, sollten wahrscheinlich nicht einschalten. Denn der Film „Brubeck“ entstand „nach Motiven von“.

Ansonsten: eine weitere gelungene Folge von derzeit Deutschlands bester Krimiserie.

Mit Senta Berger, Rudolf Krause, Gert Anthoff, Fritz Karl, Ben Becker

Hinweisd

ZDF über „Unter Verdacht“

Wikipedia über „Unter Verdacht“

Homepage von Wolfgang Stauch


TV-Tipp für den 14. März: Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood

März 14, 2011

Arte, 22.45

Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood (D 2011, R.: Ariane Riecker, Dirk Schneider)

Drehbuch: Ariane Riecker, Dirk Schneider

Einstündige Doku über einen Deutschen, der als Mitglied der Gruppe „The Buggles“ (Ihre Hit-Single war „Video killed the Radio Star“.) erfolgreich war, die Musik für einige Filme, wie „Die Geschichte der O. – 2. Teil“ (Uh, hat den jemand gesehen?) und „The Fruit Machine“, schrieb und sich dann auf den Weg nach Hollywood machte. Dort schrieb er die Musik für „Rain Man“ und ungefähr hunderttausend weitere Filme.

Ein Gerücht sagt, dass er für einen Blockbuster der vergangenen zwanzig Jahre nicht die Musik schrieb. Aber das kann auch eine Hollywood-Legende sein.

Wiederholungen

Samstag, 19. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 30. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die die Doku

Wikipedia über Hans Zimmer (deutsch, englisch)

IMDB über Hans Zimmer

Homepage von Hans Zimmer


TV-Tipp für den 13. März: Wahre Lügen – Where the Truth Lies

März 13, 2011

Tele 5, 00.00

Wahre Lügen (Can/GB 2005, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: Rupert Holmes: Where the Truth Lies, 2003

1972 will eine junge, ehrgeizige Journalistin herausfinden, was 1957 in einem Hotelzimmer geschah. Damals wurde die Leiche einer Studentin in der Suite der erfolgreichen Entertainer Lanny Morris und Vince Collins gefunden. Die Todesursache wurde nie geklärt, aber die Freundschaft der beiden Entertainer zerbrach.

Eleganter Neo-Noir von Kritikerliebling Atom Egoyan.

„Die retrospektiv erzählte Mischung aus Film noir und 1950er-Jahre-Melodram ist als faszinierendes Spiel mit Chiffren und Symbolen konzipiert, das, inszenatorisch perfekt, auf höchst vergnügliche Weise den Widerspruch zwischen Schein und Sein demonstriert.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman, Rachel Blancard

Hinweise

Wikipedia über „Wahre Lügen“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Wahre Lügen“

Homepage von Atom Egoyan

Deutsche Atom-Egoyan-Fanseite


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

März 12, 2011

Eine empfehlenswerte Krimiverfilmung, die die Tage im TV läuft, ist „Blood Work“ (Connelly! Eastwood! Helgeland!).

Die anderen Krimiverfilmungen sind in den von mir geschriebenen, von Alfred wunderschön bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatorpapieren einsehbar:

Zu den sehenswerten Krimiverfilmungen der kommenden Tage gehören Clint Eastwoods Michael-Connelly-Verfilmung „Blood Work“, Atom Egoyans Rupert-Holmes-Verfilmung „Wahre Lügen“, Lars Beckers „Amigo – Bei Ankunft Tod“ (nach seinem Roman), Fritz Langs Norman-Krasna-Verfilmung „Fury“, Sidney Lumets Reginald-Rose-Verfilmung „Die zwölf Geschworenen“, Guy Hamiltons Ian-Fleming-Verfilmung „James Bond: Goldfinger“, Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“, Charles Laughtons Davis-Grubb-Verfilmung „Die Nacht des Jägers“, Wim Wenders Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“ und die Stieg-Larsson-Fans dürfen sich die Kinoversion von „Verblendung“ im Heimkino ansehen.


TV-Tipp für den 12. März: Blood Work

März 12, 2011

RTL II, 23.30

Blood Work (USA 2002, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)

FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.

Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.

„I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)

Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston

Wiederholung: Sonntag, 13. März, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über Alejandro González Iñárritus „Biutiful“

März 11, 2011

„Nachdem ich die Welt mit ‚Babel‘ bereist hatte, fand ich, dass es genug war mit parallel verlaufenden Handlungssträngen, zersplitterten Strukturen und sich kreuzenden Erzählungen. Jeder Film, den ich gemacht hatte, wurde in einer anderen Sprache gedreht, in einem anderen Land“, sagt Alejandro González Iñárritu im Presseheft zu seinem neuestem Film „Biutiful“.

Also konzentriert Iñárritu sich, im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen „Amores Perros“, „21 Gramm“ und „Babel“, in „Biutiful“ auf eine Geschichte. Und, während sich dem Zuschauer in seinen früheren Filmen erst langsam erschloss, wie die einzelnen Geschichten miteinander zusammenhängen, die Form die manchmal arg plakative Botschaft verdeckte und gerade in „Babel“ die Verknüpfung der einzelnen rund um den Globus spielenden Geschichten arg gewollt war, erzählt Iñárritu in „Biutiful“ chronologisch und ohne Abschweifungen die Geschichte der letzten Tage des in Barcelona lebenden Kleingangsters Uxbal (grandios: Javier Bardem).

Bei ihm hat Alejandro González Iñárritu tief in die Klischeekiste des guten Verbrechers gegriffen. Er ist ein alleinerziehender Vater, der seine beiden Kinder liebevoll erzieht und niemals schlägt. Er kümmert sich, wenn auch widerwillig, um seine emotional gestörte Ex-Frau, die an Bipolarität leidet. Er passt auf die von ihm geführten Verbrecher, die illegal in Barcelona leben, auf. Das ist einerseits seine Pflicht. Andererseits tut er etwas mehr als nötig. Er versucht das Leben der Illegalen, die in einer Werkstatt und auf einer Baustelle arbeiten, besser zu gestalten. Er steckt, obwohl er selbst kaum Geld hat, immer wieder den Menschen, für die er sich verantwortlich fühlt, Geld zu. Er wirkt immer so, als trage er das Leid der gesamten Welt auf seinen Schultern. Denn auch wenn sein Bruder ihm rät, sich weniger um die anderen zu kümmern, kann er es nicht.

Und er hat Krebs im Endstadium. Deshalb will er kurz vor seinem Tod noch alles regeln.

Das könnte jetzt leicht in einer endlos-unerträglichen Kitschorgie über die guten, armen Menschen enden.

Tut es aber nicht. Das liegt einerseits an Javier Bardem, der Uxbal glaubhaft als einen zwischen seinem Anspruch und der tristen Wirklichkeit zerrissenem Charakter spielt. Andererseits liegt dies an den anderen Charakteren, die mit ihren Fehlern, Unfähigkeiten und Egoismen einen wohltuenden Kontrast zu dem gnadenlos idealisiertem Uxbal bilden.

Alejandro González Iñárritu und sein langjähriger Kameramann Rodrigo Prieto halten die Handkamera immer drauf. Sie gönnen den oft unangenehm nah aufgenommenen Schauspielern und dem Publikum nur wenige Sekunde, in denen die Handkamera mal nicht kunstvoll wackelt, Ruhe. Während früher eine Kamerabewegung eine Sensation war, ist es bei Iñárritu keine Kamerabewegung.

Und genauso wie die Kamera etwas zu sehr wackelt, ist das Elend in den schmuddeligen Wohnungen und Straßen Barcelonas, das nichts von der „Vicky Cristina Barcelona“-Idylle hat, etwas zu dick aufgetragen in dem, wie immer bei Iñárritu, etwas zu langem Film. Denn obwohl „Biutiful“ nur die Passionsgeschichte eines sterbenden Kleingangsters erzählt, braucht er dafür, wie bei „Amores Perros“ und „Babel“, zweieinhalb Stunden.

Dennoch ist „Biutiful“ deutlich gelungener als „Babel“ und, wenn vielleicht nicht Alejandro González Iñárritus bester, dann nach „Amores Perros“, sein zweitbester Film.

Biutiful (Biutiful, Mexiko/USA 2010)

Regie: Alejandro González Iñárritu

Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Armando Bo, Nicolás Giacobone

mit Javier Bardem (Uxbal), Maricel Álvarez (Marambra), Hanaa Bouchaib (Ana), Guillermo Estrella (Mateo), Eduard Fernández (Tito), Cheikh Ndiaye (Ekweme), Diaryatou Daff (Ige), Taisheng Cheng (Hai), Luo Jin (Liwei)

–

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Biutiful“

Collider: Interview mit Alejandro González Iñárritu (26. Dezember 2010)


TV-Tipp für den 11. März: Amigo – Bei Ankunft Tod

März 11, 2011

Arte, 20.15

Amigo – Bei Ankunft Tod (D/I 2010, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

LV: Lars Becker: Amigo, 1991

Zwei BKA-Ermittler sollen in Neapel einen vor zwanzig Jahren untergetauchten RAFler verhaften. Die Verhaftung geht schief und der RAFler macht sich auf den Weg nach Hamburg. Dort will er den Mann, der ihn an die Polizei verriet, zur Strecke bringen.

Seltsam, seltsam, dass Lars Becker jetzt einen zwanzig Jahre alten Krimi verfilmt, bei dem das Zeitkolorit sehr wichtig war.

mit Tobias Moretti, Jürgen Prochnow, Florian David Fitz, Luca Ward, August Zirner, Ina Weisse, Uwe Ochsenknecht

Wiederholung: Montag, 14. März, 14.45 Uhr

Hinweise

Arte über „Amigo – Bei Ankunft Tod“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker


DVD-Kritik: Gary Cooper meint „Der General starb im Morgengrauen“

März 10, 2011

Um den Abenteuerfilm „Der General starb im Morgengrauen“ als „Film noir“ einzusortieren, muss man schon einen sehr weiten Begriff von Noir haben. Denn nur in Madeleine Carrolls Rolle kann etwas vom klassischen Noir-Ethos entdeckt werden.

Gary Cooper spielt den Abenteurer O’Hara, der in China einen Gürtel mit Geld von den Rebellen nach Shanghai schmuggeln soll. Dort soll das Geld für den Kauf von Waffen im Kampf gegen einen blutrünstigen Herrscher, eben dem titelgebenden General, verwandt werden. Eine Frau (Madeleine Carroll) wird auf O’Hara angesetzt. Sie verliebt sich in ihn. Aber gleichzeitig will sie auch ihrem Vater, der sie in das Komplott hineinzog, helfen. Denn er benötigt das Geld für eine Reise zurück in seine amerikanische Heimat. Dort möchte er seine letzten Monate verbringen.

Was nach den ersten Minuten zu einer zünftigen, kolportagehaften Abenteuergeschichte werden könnte, versinkt ziemlich schnell in einem verwirrend-langatmigem Spiel, in dem Pläne öfters scheitern und die Motive der Charaktere öfters im Dunkeln bleiben. Im Dunkeln bleibt auch, warum O’Hara das Geld schmuggeln soll (denn einen auffallenderen Kurier dürfte es in ganz China nicht geben), warum der ach so blutrünstige General einige Leute nicht tötet und warum die Bösewichte einen so furchtbar komplizierter Plan für den Raub des Geldgürtels ersinnen, anstatt O’Hara einfach zu schnappen und zu töten.

Letztendlich ist die 1936 gedrehte und heute sehr antiquiert wirkende Studioproduktion „Der General starb im Morgengrauen“ nur noch von historischem Interesse. Auch die sehr bescheidene Bildqualität des Films, der erst 1981 im NDR seine deutsche Premiere erlebte, verstärkt diesen Eindruck.

–

Der General starb im Morgengrauen (The General died at dawn, USA 1936)

Regie: Lewis Milestone

Drehbuch: Clifford Odets

LV: Charles G. Booth: The General died at dawn, 1936

mit Gary Cooper, Madeleine Carroll, Akim Tamiroff, Dudley Diges, Porter Hall

–

DVD

Koch-Media (Film Noir Collection 7)

Bild: 1,37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie, Original Kinotrailer, Booklet

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Wikipedia über „Der General starb im Morgengrauen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der General starb im Morgengrauen“


TV-Tipp für den 10. März: Angriff aus dem Internet

März 10, 2011

ARD, 22.45

Angriff aus dem Internet (D 2011, R.: Klaus Scherer)

Drehbuch: Klaus Scherer

„Wie Online-Täter uns bedrohen“ wird uns in 45 Minuten erklärt. Online und auch offline.

Hinweis

ARD über die Doku


TV-Tipp für den 9. März: Ein Köder für die Bestie

März 9, 2011

Arte, 21.45

Ein Köder für die Bestie (USA 1962, R.: J. Lee Thompson)

Drehbuch: James R. Webb

LV: John D. MacDonald: The executioners, 1957 (eine gekürzte deutsche Ausgabe erschien unter „Ein Köder für die Bestie“, ungekürzt – 1992 im Heyne Verlag – unter „Kap der Angst“)

Nach seinem Knastaufenthalt beginnt Max Cady Sam Bowden und dessen Familie zu terrorisieren. Immerhin brachte dessen Aussage ihn ins Gefängnis.

Spannender Psychoschocker

Mit Gregory Peck, Robert Mitchum, Martin Balsam, Telly Savalas

Hinweise

Wikipedia über John D. MacDonald (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über John D. MacDonald

Krimi-Couch über John D. MacDonald

Umfangreiche amerikanische John D. MacDonald-Fanseite


TV-Tipp für den 8. März: 8 Frauen

März 8, 2011

BR, 23.40

8 Frauen (F 2002, R.: Francois Ozon)

Drehbuch: Francois Ozon, Marina de Van

LV: Robert Thomas: Huit Femmes, 1958/1962 (Theaterstück)

Weihnachten in einem verschneiten Landhaus: In der Nacht wird der Hausherr ermordet. Die Täterin ist eine der acht Frauen, die im Haus sind. Selbstverständlich hat jede von ihnen auch ein gutes Motiv das Ekel umzubringen.

Ein Cozy mit Gesang und einem Darstellerinnenensemble, das über jeden Zweifel erhaben ist und die Crème de la Crème des französischen Films versammelt.

mit Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier, Firmine Richard, Dominique Lamure

Hinweise

Wikipedia über „8 Frauen“ (deutsch, englisch, französisch)

Spiegel: Interview mit Francois Ozon über „8 Frauen“

Blickpunkt Film: Interview mit Francois Ozon über „8 Frauen“

epd Film: Interview mit Francois Ozon (8/2007)


TV-Tipp für den 7. März: Kein Mord bleibt ungesühnt

März 7, 2011

ZDF, 22.25

Kein Mord bleibt ungesühnt (F 2006, R.: Franck Mancuso)

Drehbuch: Franck Mancuso

LV: Lawrence Block: Like a bone in the throat (Kurzgeschichte, abgedruckt in “Enough Rope”)

Ein Sexualstraftäter ermordet die neunjährige Tochter des Polizisten Malinowski. Der kurz darauf als Täter verurteilte Eckman beteuert in Briefen gegenüber Malinowski seine Unschuld. Als Malinowski deshalb auf eigene Faust mit Ermittlungen beginnt, beginnt er immer mehr an Eckmans Unschuld zu glauben.

Regiedebütant Mancuso schrieb vorher unter anderem das Drehbuch für den Noir-Polizeithriller „36 – Tödliche Rivalen“. „Kein Mord bleibt ungesühnt“ erhielt ebenfalls gute Kritiken und (erlebte) ebenfalls seine Deutschlandpremiere auf DVD. Das scheint inzwischen bei französischen Kriminalfilmen so üblich zu sein.

Denn „Kein Mord bleibt ungesühnt“ ist ein kleiner, feiner Krimi mit einem gelungenen Ende.

Mit Jean Dujardin, Laurent Lucas, Agnès Blanchot, Jean-Pierre Cassel

Auch bekannt als „Counter Investigation – Kein Mord bleibt ungesühnt“

Wiederholung: Mittwoch, 9. März, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. März: Shooter

März 6, 2011

Pro7, 23.10

Shooter (USA 2007, R.: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Jonathan Lemkin

LV: Stephen Hunter: Point of Impact, 1993 (Im Fadenkreuz der Angst)

Actionhaltiger Thriller über den desillusionierten Ex-Marine-Scharfschützen Bob Lee Swagger, der als Strohmann für einen Anschlag auf ein Staatsoberhaupt herhalten soll. Er kann vor seiner Verhaftung flüchten und beginnt die wahren Täter zu jagen.

Viele tolle Actionszenen, grandiose Landschaftsaufnahmen (ein Treffen auf einem schneeweißen Berggipfel sieht schon toll aus) und eine Story, die ziemlich vorhersehbar den Konventionen des Verschwörungssthrillers folgt, machen „Shooter“ zu einem Thriller, bei dem man nicht vollkommen auf das Denken verzichten muss. Am Ende gibt es dann einige unnötige Twists.

mit Mark Wahlberg, Michael Peña, Danny Glover, Kate Mara, Elias Koteas, Rhona Mitra, Rade Sherbedgia, Ned Beatty

Wiederholung: Montag, 7. März, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Shooter“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Shooter“

Stephen-Hunter-Fanseite


TV-Tipp für den 5. März: James Bond: Goldfinger

März 5, 2011

ARD, 22.15

JAMES BOND: Goldfinger (GB 1964, R.: Guy Hamilton)

Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn

LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959

Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.

Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“ ein Klacks zu sein.

Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell

Hinweise

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

James Bond in der Kriminalakte


Neu im Kino: Unknown Identity

März 4, 2011

Unknown Identity (Unknown, Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010)

Regie: Jaume Collet-Serra

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier von Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

In Berlin soll der Wissenschaftler Martin Harris einen Vortrag halten. Er verunglückt und als im Krankenhaus erwacht, behaupten alle, dass er nicht Martin Harris sei. Er glaubt’s nicht und will das Komplott aufdecken.

Paranoia-Thriller.

„Er ist geradlinig inszeniert, bietet mitreißende Action und birgt manche Überraschung. Auch das komische Potential seiner Paranoia reizt er aus, ohne Schrecken und Tragik derselben zu schmälern.“ (Patrick Seyboth, epd-Film 3/2011)

Und wenn dann das ganze noch in Berlin spielt, kann nichts mehr schiefgehen.

Da wollen wir, mal wieder, gnädig über den „deutschen“ Titel und das nichtssagende Plakat hinwegsehen

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Homepage von Didier von Cauwelaert


TV-Tipp für den 4. März: Nachtschicht: Das tote Mädchen

März 4, 2011

ZDFneo, 21.50

Nachtschicht: Das tote Mädchen (D 2010, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Ein russisches Callgirl wird ermordet und in der Elbe versenkt. Das Nachtschicht-Team sucht den Mörder und landet schnell bei einem Privatbankier, der behauptet die Tote nicht zu kennen.

Nix neues von der “Nachtschicht”: Dutzende bekannter Gesichter, die endlich (?) mal wieder (?) zeigen, was sie können, gutes Buch, gute Regie, gute Unterhaltung.

mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Pierre Semmler, Dietmar Bär, Kai Wiesinger, Jürgen Prochnow, Lisa Maia Potthoff

Hinweise

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker


DVD-Kritik: Derek Flint rettet zweimal die Welt

März 3, 2011

Ich wollte eine lange Besprechung schreiben, in der ich schrieb,

wie gut mir „Derek Flint schickt seine Leiche“ und „Derek Flint – Hart wie Feuerstein“ mit James Coburn in der Hauptrolle gefallen,

wie viel Spaß diese beiden Filme machen,

wie sehr sie sich an die James-Bond-Filme anlehnen,

wie sehr sie sich von den Bond-Filmen unterscheiden. Denn während bei Bond der Bösewicht einfach immer nur ein durchgeknallter Irrer ist, der die Weltherrschaft will (Warum eigentlich?), haben in den Flint-Filmen die Bösewichte gute Gründe. In „Derek Flint schickt seine Leiche“ wollen sie eine Expertenherrschaft einrichten, die wesentlich vernünftiger als die Herrschaft der wettrüstend-dummen Politiker ist. In „Derek Flint – Hart wie Feuerstein“ wollen Frauen ein Matriachat einführen und so die Welt zu einem besseren Ort machen. Um die Gedanken der Frauen zu beeinflussen, benutzen sie die Trockenhauben beim Friseur (Das ist doch eine grandiose Idee!). Es gibt zwar auch einen Hintermann und einen falschen Präsidenten, aber die schönen Frauen entzücken natürlich das Auge des männlichen Zuschauers.

Ein weiterer Unterschied zwischen James Bond und Derek Flint ist, ist dass Bond immer im Auftrag seiner Majestät unterwegs ist. Derek Flint ist dagegen ein Ex-Agent, der inzwischen in einem futuristisch eingerichtetem Loft mit Panoramablick, mehreren Frauen und einem Delphin (Keine Ahnung, wie der es in das Apartment schaffte.) lebt. Flint kann sowieso alles: mit dem Delphin reden, mehrere Sprachen sprechen, etliche Kampfsportarten und ein guter Tänzer ist er auch noch. So begibt er sich einmal in Moskau als Balletttänzer auf die Bühne und verabredet sich während des Tanzes mit der Tänzerin.

Und während Bond auch seine Pistole einsetzt, versucht Flint möglichst niemand umzubringen. Jedenfalls braucht er dafür keine Pistole.

Außerdem nimmt Derek Flint den Kampf gegen die Bösewichter nicht aus hehren Motiven (wie Weltrettung oder nationales Interesse) sondern für seine Freunde und Freundinnen auf.

Das ist natürlich alles hoffnungslos übertrieben und unrealistisch, hat aber auch immer eine fast schon kindliche Freude am Spiel, die heutige Filme nicht mehr haben. Denn niemand muss sich mit ernsthaften psychologischen Problemen und Traumata herumschlagen. Und in den Kämpfen sieht man wirklich, dass James Coburn etliche Kämpfe selbst absolvierte. Ansonsten darf man die Arbeit der Stuntmänner bewundern und das ist immer noch aufregender als ein modisches Schnittgewitter, bei dem man den Kampf nicht mehr sieht sondern „erfährt“ (ein Effekt, der sich arg schnell abnutzt).


Für die rundum gelungene DVD-Veröffentlichung der beiden Flint-Filme (die als Doppel-DVD erschienen) wurde viel tolles Bonusmaterial produziert: jeder Film hat einen hörenswerten Audiokommentar von Lee Pfeiffer und Eddie Friedfeld (die beide große Fans von Sechziger-Jahre-Agentenfilmen sind), es gibt Featurettes, alte Interviews und umfangreiche Bildergalerien. Das ist eine feine Rundum-Packung, die sich nicht vor den 2-DVD-Ausgaben der James-Bond-Filme verstecken muss. Nein, halt, das ist gelogen. Denn während bei dem Bonusmaterial der Bond-Filme oft ein arg unkritischer Ton herrscht, ist das bei den Flint-Filmen durchaus kritischer und alle sind bemüht, die Filme in die richtige Perspektive zu setzten.

Nämlich als spaßige Agentenfilme mit einem ordentlichen Touch „Playboy“ und der fetzigen Musik von Jerry Goldsmith.

Derek Flint schickt seine Leiche (Our man Flint, USA 1965)

Regie: Daniel Mann

Drehbuch: Hal Fimberg, Ben Starr

mit James Coburn, Lee J. Cobb, Gila Golan, Edward Mulhare

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Derek Flint – Hart wie Feuerstein (In like Flint, USA 1966)

Regie: Gordon Douglas

Drehbuch: Hal Fimberg

mit James Coburn, Lee J. Cobb, Jean Hale, Andrew Duggan, Anna Lee,

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Doppel-DVD (mit „Derek Flint schickt seine Leiche“ und „Derek Flint – Hart wie Feuerstein“)

Derek Flint schickt seine Leiche

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch, Italienisch

Extras: Audiokommentar mit den Filmhistorikern Lee Pfeiffer und Eddie Friedfeld, Spion-O-Rama, Das Spiel eines Gentlemans, Spion-Style, Die perfekte Bouillabaisse, Super-8-Version, Deutscher Trailer, Englischer Trailer A, Englischer Trailer B, Bildergalerie

Länge: 104 Minuten

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Derek Flint – Hart wie Feuerstein

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch, Italienisch

Extras: Audiokommentar mit den Filmhistorikern Lee Pfeiffer und Eddie Friedfeld, Eine perfekte Zukunft, Die Magie der Musik, Spion-Schule, Spion-Mode, Weibliche List, Zieh dich aus!, Interview James Coburn, Interview mit Lee J. Cobb, Deanne Lund Screen Test, Deutscher Trailer, Englischer Trailer, Bildergalerie

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über „Derek Flint schickt seine Leiche“ (deutsch, englisch) und „Derek Flint – Hart wie Feuerstein“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Our Man Flint“ und „In like Flint“

Cinema Retro: Einige „Derek Flint“-Bilder



TV-Tipp für den 3. März: Tatort: Platt gemacht

März 3, 2011

WDR, 20.15

Tatort: Platt gemacht (D 2009, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stefan Cantz, Jan Hinter

In Köln wird ein Obdachloser mit Frostschutzmittel vergiftet. Die Kommissare Ballauf und Schenk ermitteln im Milieu.

Sehr unterhaltsamer Kölner-Tatort, der erfrischend undidaktisch (Wir reden vom Kölner Tatort) daherkommt und Udo Kier als Penner ist auch die halbe Miete.

Bei pulp master ist Buddy Giovinazzos neuester Roman “Piss in den Wind” und eine Wiederveröffentlichung von “Cracktown” in Vorbereitung. Das sind wirklich gute Nachrichten für die Noir-Fans.
mit Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Joe Bausch, Udo Kier, Christian M. Goebel, Michael Schenk, Catherine Flemming, Peter Millowitsch

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo

Tatort-Fundus über das Team Ballauf/Schenk


TV-Tipp für den 2. März: Wehrlos – Die Tochter des Generals

März 2, 2011

Kabel 1, 22.10

Wehrlos – Die Tochter des Generals (USA 1999, R.: Simon West)

Drehbuch: Christopher Bertolini, William Goldman, Scott Rosenberg (ungenannt)

LV: Nelson De Mille: The General´s Daughter, 1992 (Wehrlos – Die Tochter des Generals)

Auf dem Militärstützpunkt Fort MacCallum wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist eine junge Offizierin und die Tochter des Basiskommandanten Campbell. Den Militärermittlern Brenner und Sunhill bleiben nur 36 Stunden, bis das FBI den Fall übernimmt.

Die deutsche Kritik war von diesem optisch überzeugendem 08/15-Whodunit nicht begeistert: „Politisch korrekter Schund über die Not der Frau in der Männerdomäne Armee, effekthascherisch inszeniert und von John Travolta und James Woods (zu) gut gespielt.“ (Film 11/99) oder „Einer jener Filme, die Unbehagen hinterlassen: ehrlich in Handwerk und Gesinnung, indifferent für den Zuschauer.“ (AZ, 18. 11. 1999)

Auf der Haben-Seite sind neben der Optik die Schauspieler, die teilweise wirklich gute Szenen haben. Aber die Story erreicht kaum das Niveau einer „Criminal Intent“-Folge.

Der deutsche Titel „Wehrlos“ ist, im Gegensatz zum Originaltitel, mal wieder vollkommener Quatsch. Denn „Wehrlos“ ist in „The General’s Daughter“ niemand.

Der Film ist FSK-16 und aufgrund der Uhrzeit müsste heute die ungekürzte Version gezeigt werden. Für die 20.15-Uhr-Ausstrahlung wird normalerweise auf eine sinnentstellend beschnittene Version (im Wesentlichen wurde das Motiv herausgeschnitten) zurückgegriffen.

Und was sagt der Autor zur Verfilmung? „In the case of The General’s Daughter, the final drafts stayed true and close to the substance and intent of my novel. (…) What I can say is that the essence of my novel was captured and conveyed on the screen through excellent acting, sharp and funny dialoge, and through the use of visual settings that even the best novelist can’t convey on paper.”

Mit John Travolta, Madeleine Stowe, Timothy Hutton, James Woods, James Cromwell, Clarence Williams III

Hinweise

Homepage von Nelson DeMille

Schnittberichte über die Kürzungen

January Magazine unterhält sich mit Nelson DeMille (März 2000)

Wikipedia über Nelson DeMille (deutsch, englisch)