TV-Tipp für den 19. September: Der Unbeugsame

September 19, 2010

Tele 5, 20.15

Der Unbeugsame (USA 1967, R.: Stuart Rosenberg)

Drehbuch: Donn Pearce, Frank Pierson

LV: Donn Pearce: Cool Hand Luke, 1965

Betrunken demoliert der brave Luke Parkuhren. Dafür wird er für zwei Jahre ins Arbeitslager geschickt und trifft dort auf eine ganz andere Gesellschaft. Luke will sich nicht anpassen.

Beeindruckendes Knastdrama

Mit Paul Newman, George Kennedy, J. D. Cannon, Lou Antonio, Strother Martin, Dennis Hopper, Harry Dean Stanton

Hinweise

Wikipedia über Donn Pearce

Drehbuch “Cool Hand Luke” von Donn Pearce und Frank Pierson

Mein Nachruf auf Paul Newman (26. Januar 1925 – 26. September 2008)


TV-Tipp für den 18. September: Tatort: A gmahde Wiesn

September 18, 2010

BR, 20.15

Tatort: A gmahde Wiesn (D 2007, R.: Martin Enlen)

Drehbuch: Friedrich Ani

Buch zum Film: Martin Schüller: A gmahde Wiesen, 2009

Kurz vor dem Oktoberfest wird der einflussreiche Stadtrat Hubert Serner umgebracht. Die Kommissare Leitmayr, Batic und Menzinger können sich vor Verdächtigen kaum retten. Denn ohne Serner ging nichts bei der Vergabe der Wies’n-Standplätze und die Zahl seiner Ehemaligen ist immens.

Guter Tatort mit dem zuverlässigen Münchner Team, das uns dieses Mal in die schmutzigen Hinterhöfe des Oktoberfestes entführt.

Mit Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Michael Fitz, Monika Baumgartner, Franziska Schlattner,

Wiederholung: WDR, Mittwoch, 23. September, 20.15 Uhr

Hinweise

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Martin Schüller “A gmahde Wiesn” (Buch zum Film, 2009)


Neu im Kino: The American

September 17, 2010

The American (The American, USA 2010)

Regie Anton Corbijn

Drehbuch: Rowan Joffe

LV: Martin Booth: A very private Gentleman, 1991 (The American)

Nach einem missglückten Auftrag will ein Killer will aussteigen. Er zieht sich in die Abruzzen zurück und trifft die Vorbereitungen für seinen letzten Auftrag.

Nach den Kritiken ist der in den USA sehr erfolgreiche, minimalistische Thriller anscheinend weniger wegen der Story und mehr wegen der Bilder sehenswert. Und die sind, wie der Trailer zeigt, sehr schön. Immerhin kommt Corbijn von der Fotografie.

Bei rororo erschien zum Filmstart die deutsche Übersetzung von Booths Roman. Natürlich mit dem schönen Retro-Cover.

mit George Clooney, Violante Placido, Johan Leysen, Thekla Reuten, Paolo Bonacelli


Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Blog von Anton Corbijn zum Film

Film-Zeit über „The American“

Guardian: Nachruf auf Martin Booth

Independent: Nachruf auf Martin Booth

Film in Focus über Martin Booth


TV-Tipp für den 17. September: Der Schrei der Eule, Der Frauenmörder von Paris

September 16, 2010

Unser Hauptstadtsender hat sein Programm geändert:

RBB, 00.00

Der Schrei der Eule (F 1987, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol, Odile Barski

LV: Patricia Highsmith: The Cry of the Owl, 1962 (Der Schrei der Eule)

Robert beobachtet nachts heimlich die schöne Juliette. Sie verliebt sich in ihn und verlässt ihren Verlobten Patrick. Als er nach einer Schlägerei spurlos verschwindet, wird Robert des Mordes verdächtigt. Aber Patrick ist noch quicklebendig.

Highsmith sezierte in ihren Büchern die Abgründe des Bürgertums. Chabrol in seinen Filmen. „Der Schrei der Eule“ markiert das langerwartete Treffen. Ein feiner Film.

Mit Christophe Malavoy, Mathilda May, Jacques Penot

RBB, 01.45

Der Frauenmörder von Paris (F/I 1963, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Françoise Sagan

Buch zum Film: Françoise Sagan, Claude Chabrol, Maria Dessauer: Landru, 1963 (Landru)

Während des ersten Weltkriegs wird der Spießbürger Landru zum Mörder. Weil er mit dem Verkauf von Antiquitäten seine Frau, ihre vier Kinder und das Dienstmädchen nicht mehr versorgen kann, macht er sich an reiche, alleinstehende Frauen heran, lässt sich Vollmachten ausstellen, bringt sie um und verbrennt die Leichen in seinem Landhaus. Als er erwischt wird, kann er vor Gericht die Sympathien des Publikums gewinnen.

Chabrols Film, der in der 1993 vom ZDF restaurierten Fassung gezeigt wird, beruht auf einem wahren Fall: 1919 wurde Henri Désiré Landru angeklagt, in seinem Landhaus zehn Frauen und einen Jungen ermordet zu haben. In dem Haus wurden Gebiss- und Knochenreste gefunden. Landru leugnete die Taten. Nach einer dreijährigen Untersuchungshaft wurde er in einem Indizienprozess zum Tode verurteilt und 1922 hingerichtet.

Selbstverständlich liefert Claude Chabrol keine detailgenaue Rekonstruktion der Ereignisse. “Der Frauenmörder von Paris” ist eine historische Satire – verbunden mit der sarkastischen Frage, was denn der Tod von zehn Frauen im Vergleich zum Tod Tausender junger Männer in den Schützengräben sei.

Der Fall Landru war auch der Ausgangspunkt für Charlie Chaplins “Mr. Verdoux – Der Frauenmörder von Paris” (USA 1947) und Jürgen Alberts halbdokumentarischen Roman “Landru” (1987).

Mit Charles Denner, Michèle Morgan, Danielle Darrieux, Hildegard Knef (als Hildegarde Neff), Stéphane Audran

auch “Landru der Frauenmörder von Paris”

Hinweise

Wikipedia über Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Claude Chabrol in der Kriminalakte


DVD-Kritik: „Torturer“ – Keine neue Dimension des Terrors

September 16, 2010

Rick (Andrew W. Walker) foltert 2003 in einem Gefängnis die irakische Gefangene Ayesha (Mahsa Masoudi, Filmdebüt). Sie soll eine Terroristin sein. Bei dem Verhör scheint einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein. Denn jetzt ist Rick in einem anonymen Büro und unterhält sich mit einem Doktor (Nichelle Nichols, Uhura aus Raumschiff Enterprise). Er erzählt ihr, wie er das Verhör führte. Sie versucht ihm zu helfen und beruhigt ihn immer wieder. Denn unter Präsident Bush ist Folter legal und er ist geschützt. Egal, was bei dem Verhör geschah. Aber irgendwann läuft auch diese Therapiesitzung aus dem Ruder. Denn, so die simple und immer wieder betonte Moral der Geschichte: auch der Folterer trägt beim Foltern seelische Schäden davon.

Autor und Regisseur Graham Green hatte in seinem Spielfilmdebüt sicher die besten Absichten. Aber auch die besten Absichten helfen nicht, wenn die Dialoge mau sind, alles erklärt wird und sich in einer Endlosschleife wiederholt. So erklären sich in der Therapiesitzung Rick und der Doktor gegenseitig das Stockholm-Syndrom, die verschiedenen Stufen von Folter, welche Gesetze es gibt und, als ob das nicht schon genug schlechter „C. S. I.“-Stil wäre, geht ein guter Teil der Filmzeit dafür drauf, dass sie wiederholt, was er gerade gesagt hat. Oder vice versa. Aber in jedem Fall in der Häufung einfach nur noch langweilig redundant.

So wird der „war against terror“ mit all seinen rechtstaatliche Standards verachtenden Auswirkungen schnell auf das Niveau einer schlechten Talkshow heruntersaniert.

Die Geschichte des langatmigen Thesentheaters selbst ist auf den ersten Blick mit zwei bis drei Zeitebenen (das Verhör, die Therapiesitzung und ein Attentäter, der mit seinem Transporter zu einem unbekannten Ziel fährt) und ebenso vielen verschiedenen Schauplätzen komplex, aber im Endeffekt und mit dem weit hergeholten Ende, einfach nur ein billiger Taschenspielertrick. Die Chemie zwischen den Schauspielern tendiert gegen null und gerade bei der Therapiesitzung spielen Andrew W. Walker und Nichelle Nichols ihre Charaktere von Szene zu Szene so verschieden, dass man sich fragt, ob sie absichtlich schlecht spielen oder die Therapiesitzung als Alptraum nur in Ricks Kopf statt findet.

Dies alles kann nicht mit dem niedrigen Budget („Torturer“ spielt bis auf wenige Szenen in zwei Räumen und wurde, jedenfalls sehen die Bilder so auf, auf Video aufgenommen) entschuldigt werden. Denn gerade wenn wenig Geld vorhanden ist und man nicht mit riesigen Explosionen von der Geschichte ablenken kann, ist ein gut geplottetes Drehbuch mit glaubhaften Charakteren und treffenden Dialogen umso wichtiger. Und das ist bei „Torturer“ ein auf der moralisch richtigen Seite stehender Totalausfall.

Torturer (The Torturer; Graham Green’s The Torturer, USA 2008)

Regie: Graham Green

Drehbuch: Graham Green

mit Andrew W. Walker, Mahsa Masoudi, Nichelle Nichols

DVD

Bronson

Bild: 2,35:1 (anamorph)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Bildergalerie, Poster, Trailer, Wendecover

Länge: 83 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweis

Homepage zum Film


TV-Tipp für den 16. September: Jesse Stone – Eiskalt

September 16, 2010

ZDF, 00.35

Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003

Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.

Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.

Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen, bis jetzt wurden fünf weitere Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt und weitere Jesse-Stone-Filme sind geplant.

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. September: Der ewige Gärtner

September 15, 2010

Sixx, 21.45

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, R.: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)


TV-Tipp für den 14. September: Hühnchen in Essig

September 14, 2010

Statt „Fulltime Killer“ (auch ein guter Film) läuft

Tele 5, 00.45

Hühnchen in Essig (F 1985, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Dominique Roulet, Claude Chabrol

LV: Dominique Roulet: Un mort en trop, 1982 (Gegenmaßnahmen)

Inspektor Lavardin soll in einem kleinen Dorf einen Mord aufklären. Dabei ist er nicht besonders zimperlich.

Zynisches Porträt einer Provinzstadt und ihrer honorigen Bewohner, die alle mindestens ein Geheimnis haben. Aufgrund des Erfolges drehte Chabrol einen weiteren Lavardin-Spielfilm und es entstand eine kleine Fernsehreihe, die nicht mehr den gemeinen Humor des Originals hatte.

Inspektor Lavardin ist (…) ein sorgfältiger Beobachter bourgeoiser Dekadenz, steht den Figuren mit galligem Sarkasmus gegenüber und scheint geradezu eine Schadenfreude daran zu haben, den ehrbaren Bürger eines Verbrechens zu überführen.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Dass alle Personen ihre Ziele mit radikalen Mitteln verfolgen (selbst die gutmütige Hélène stiehlt ungeniert Geld aus der Portokasse), schafft eine Art moralisches Niemandsland, und wie in dieser verkehrten Welt schließlich doch das Gute heranwächst, das verleiht ‚Hühnchen in Essig’ (Poulet au vinaigre) trotz des burlesken Grundtons märchenhafte Züge, darin vergleichbar mit ‚Der Riss’ (La rupture).“ (Claude Chabrol, Hanser Reihe Film 5)

Mit Jean Poiret, Stéphane Audran, Michel Bouquet, Caroline Cellier

Hinweise

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. September: Der Teufel mit der weißen Weste

September 13, 2010

Arte, 20.15

Der Teufel mit der weißen Weste (F 1962, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Pierre Lesou: Le Doulos, 1958

Regieassistenz: Volker Schlöndorff

Nach einem missglückten Einbruch wird Maurice verhaftet. Er glaubt, dass Silien ihn verraten hat und er beauftragt einen Verbrecher, Silien umzubringen. Gleichzeitig tut Silien alles, um Maurice aus dem Gefängnis zu befreien.

Düsterer Gangsterfilmklassiker, mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Serge Reggiani

Hans Gerhold in „Jean-Pierre Melville“ (Hanser Verlag, Reihe Film 27): „Aus einem durchschnittlichen Série Noire-Stoff wurde ein „Melville“. Tatsächlich macht die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit unvorhersehbaren Volten und Rückblenden (in den Erzählungen der Personen und in visuellen flash-backs) LE DOULOS zu dem spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles. Denn LE DOULOS ist eine Anti-Tragödie und auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut, die jede Äußerung und jedes Bild sofort wieder relativiert.“

Wiederholung: Dienstag, 21. September, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. September: Casablanca

September 12, 2010

Arte, 20.15

Casablanca (USA 1942, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch

LV: Murray Burnett, Joan Alison: Everybody comes to Rick’s (Theaterstück)

Gerade hat sich Rick in Casablanca eingerichtet, als seine alte Liebe auf der Flucht vor den Nazis bei ihm auftaucht.

Casablanca ist das Kernstück des Bogart-Kults und ein Pflichttermin für Cineasten.

Mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Reins, Conradt Veidt, Sydney Greenstreet, Peter Lorre, Curt Bois

Hinweise

Wikipedia über „Casablanca“ (deutsch, englisch)


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

September 11, 2010

Ich bin noch erschöpft vom Symposium „Verbotene Filme“ (dazu später mehr). Deshalb gibt es ohne große Worte den Hinweis auf meine bei den Alligatorpapieren erschienenen TV-Krimi-Buch-Tipps (Der Dank für die Bilder geht an den gierigen Alligator Alfred):

In den kommenden beiden Wochen gibt es auch einige lange nicht mehr gezeigte, sehenswerte Morde. Das Einschalten des Fernsehers (oder Programmieren des Rekorders) lohnt sich bei Lars Beckers „Tatort: Dschungelbrüder“, Michael Crichtons Robin-Cook-Verfilmung „Coma“ (Gute Besserung, Michael Douglas.), Claude Pinoteaus Francis-Ryck-Verfilmung „Ich – Die Nummer eins“, Constantin Costa-Gavras Donald-E.-Westlake-Verfilmung „Die Axt“, Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“, Jean-Luc Godards Dolores-Hitchens-Verfilmung „Die Außenseiterbande“, Claude Sautets Claude-Néron-Verfilmung „Das Mädchen und der Kommissar“ (Uff, das war’s mit den Franzosen.), Fernando Meirelles‘ erstaunlich lange nicht mehr gezeigte John-le-Carré-Verfilmung „Der ewige Gärtner“, Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Eiskalt“, David Cronenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“, Martin Enlens Friedrich-Ani-Verfilmung „Tatort: A gmahde Wiesn“, Robert Aldrichs Mickey-Spillane-Verfilmung „Rattennest“, Stuart Rosenbergs Donn-Pearce-Verfilmung „Der Unbeugsame“, Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“, Matthew Vaughns J.-J.-Connolly-Verfilmung „Layer Cake“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“ und Alfred Hitchcocks Robert-Bloch-Verfilmung „Psycho“.


TV-Tipp für den 11. September: Tatort: Dschungelbrüder

September 11, 2010

RBB, 20.15

TATORT: Dschungelbrüder (D 2003, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Ritter und Stark müssen den Mord an einem illegal eingereisten Nigerianer aufklären.

Lars Becker (Nachtschicht) befindet sich auch in Berlin auf vertrautem Terrain: das Leben von Ausländern und Flüchtlingen in deutschen Großstädten. Den beiden Berliner Kommissaren konnte nach ihrem grottenschlechten vorherigen Fall „Rosenholz“ nichts Besseres passieren.

Mit Dominic Raacke, Boris Alijonic, Armin Rohde

Hinweise

Tatort-Fundus über das Team Ritter/Stark

Wikipedia über Lars Becker

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Lars Becker



TV-Tipp für den 10. September: Castle – Tödliche Schulden

September 10, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Nach der Sommerpause geht’s mit zweiten Staffel der witzigen Krimiserie „Castle“ auf einem neuen Sendeplatz und mit einer Wiederholung des natürlich äußerst gelungenem und für Krimifans sehr prominent besetztem Staffelauftakt weiter.

Alle weiteren Informationen hier oder hier.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Wiederholung: Samstag, 11. September, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Kriminalakte über „Castle“


TV-Tipp für den 9. September: Jesse Stone – Knallhart

September 9, 2010

ZDF, 00.35

Jesse Stone – Knallhart (USA 2006, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Epperson

LV: Robert B. Parker: Night Passage, 1997 (Das dunkle Paradies)

Der zweite Jesse-Stone-Film erzählt die Vorgeschichte: in ihr tritt Jesse Stone seinen Job in Paradise an und muss zuerst den Kleinstadtsumpf ausmisten. Denn – Überraschung! – Stone hat den Job nur wegen seines Lebenslaufs (und dem Fazit: kaputter Verlierer) bekommen.

Im Buch endet die Ankunft von Jesse Stone in Paradise in einem Western-Showdown. Im Film ist es etwas weniger dramatisch. Aber auch der zweite Jesse-Stone-Film ist gute altmodische Unterhaltung, bei der die Charaktere im Mittelpunkt stehen.

No fools over at CBS, the net quickly followed one of last year’s best TV movies, „Stone Cold,“ with this equally first-rate prequel.” (Variety)

Mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. September: Reservoir Dogs – Wilde Hunde

September 8, 2010

Arte, 23.00 (VPS 22.50)

Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Wirklich erstaunlich bei dem Klassiker ist nur, dass er erst 2009 seine TV-Premiere hatte. Wer also in den vergangenen Jahren wirklich jede Kinoaufführung verpasste, keine der zahlreichen DVD-Ausgaben kaufte und die Erstausstrahlung versäumte, kann jetzt das Werk sehen.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Wiederholung: Montag, 20. September, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

The Quentin Tarantino Archives

Deutsche Quentin-Tarantino-Fanseite

Wikipedia über „Reservoir Dogs“

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

Quentin Tarantino in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. September: Die zweigeteilte Frau

September 7, 2010

Nachdem das Erste die TV-Premiere der „zweigeteilten Frau“ nach Mitternacht versendete, zeigt sich Deutschlands bester Hauptstadtsender publikumsfreundlicher


RBB, 22.45

Die zweigeteilte Frau (F/D 2007, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol, Cécile Maistre

Als die TV-Wetterfee Gabrielle von ihrem verheirateten Liebhaber, einem deutlich älteren Bestsellerautor, verstoßen wird, nimmt sie sich einen neuen Liebhaber. Dieser hat allerdings einen seelischen Knacks.

In dem ruhigen Krimidrama über eine Frau zwischen zwei verkorksten Männern führt Chabrol wieder einmal die französische Bourgeoisie vor. Sicher nicht sein bester Film und nach dem grandiosen „Geheime Staatsaffären“ eine Enttäuschung.

Mit Ludivine Sagnier, Benoît Magimel, François Berléand, Mathilda May

Hinweise

Wikipedia über Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Film-Zeit über „Die zweigeteilte Frau“

Wikipedia über „Die zweigeteilte Frau“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 6. September: Lautlos wie die Nacht

September 6, 2010

Arte, 20.15

Lautlos wie die Nacht (F/I 1962, R.: Henri Verneuil)

Drehbuch: Albert Simonin

LV: John Trinian: Mélodie en sous-sol, 1961 (Lautlos wie die Nacht)

Jean Gabin plant zusammen mit Alain Delon seinen letzten Coup: ein Einbruch in das Casino von Cannes. Ein fast perfekter Plan. Spannender Gangsterfilm.

Wiederholung: Montag, 20. September, 14.45 Uhr

Hinweis

Arte über die Filmreihe „Kontinent der Gangster – Internationale Gangsterfilme“


TV-Tipp für den 5. September: I, Robot

September 5, 2010

RTL, 20.15

I, Robot (USA 2004, R.: Alex Proyas)

Drehbuch: Jeff Vintar, Akiva Goldsman

LV: Isaac Asimov: I, Robot, 1950 (Ich, der Robot, Kurzgeschichtensammlung)

2035: Roboter nehmen uns viele Aufgaben ab. Als der Chefkonstrukteur der Firma US Robotics in den Tod stürzt, glaubt Polizist und Roboterhasser Del Spooner, dass der Konstrukteur von einem Roboter umgebracht wurde. Niemand glaubt ihm.

Unterhaltsamer SF-Actionthriller, der von Asimov vor allem die drei Robotergesetze übernommen hat. Denn Proyas interessiert sich vor allem für Design und Entertainment.

mit Will Smith, Bridget Moynahan, Alan Tudyk, James Cromwell, Bruce Greenwood, Chi McBride, Shia LaBeouf

Wiederholung um 23.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „I, Robot“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „I, Robot“

Homepage von Isaac Asimov


TV-Tipp für den 4. September: Blade Runner – Der Final Cut

September 4, 2010

MDR, 00.15

Blade Runner – Der Final Cut (USA 1982, R.: Ridley Scott)

Drehbuch: Hampton Fancher, David Peoples

LV: Philip K. Dick: Do Androids dream of Electric Sheep?; Blade Runner, 1968 (Träumen Roboter von elektrischen Schafen; Blade Runner)

LA, 2019: Rick Deckard soll vier Replikanten finden.

Damals kam er bei der Kritik solala an und im Kino lief er auch nicht so toll. Aber seitdem entwickelte „Blade Runner“ sich zu einem der stilbildenden Science-Fiction-Filme und Lieblingsobjekte von Wissenschaftlern für Interpretationen.

Der Final Cut“ ist die von Ridley Scott ursprünglich geplante Version, die sich nur in Details von früheren Versionen (Off-Sprecher, Ende, einige Effekte und minimal andere Schnittfolgen) unterscheidet.

Eine zeitgenössische Kritik: „’Blade Runner’ ist ein Film des Dekors (…) Technische Phantasie und die Story, soweit sie erkennbar wird, liegen weit über dem Standard heutiger Science-fiction-Filme. Dennoch ist auch ‘Blade Runner’ ein eher unerfreulicher Film: Er kokettiert nicht nur mit der Gewalt, er schlachtet sie genussvoll aus, menschliche Werte behauptet er nur zu retten, tatsächlich aber versenkt er sie in einem Meer von Zynismus.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Ähnlich Ronald M. Hahn/Volker Jansen in „Lexikon des Science Fiction Films“ (1983): „Mehr jedoch als die zum großen Teil unbekannten Schauspieler sind die Trickspezialisten die wahren Stars dieses Films.“

Heute wird’s anders gesehen: „Der Film, der auf der Handlungsebene einem eher einfachen und klar strukturierten Muster folgt (…), eröffnet bei genauerer Betrachtung vielschichtige Bedeutungsebenen, die vor allem zahlreiche Reflexionen über die neuzeitliche Realitätsauffassung und den damit verbundenen Humanitätsbegriff zulassen.“ (Fabienne Will in Thomas Koebner, Hrsg.: Filmgenres Science Fiction, 2003)

Twenty-five years after its first release Blade Runner is still the benchmark film in tech noir or future noir – a bleak fusion of sci-fi and noir.“ (Alexander Ballinger, Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

Mit Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, M. Emmet Walsh, Daryl Hannah, Joanna Cassidy

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Blade Runner“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte: Vergleich Director’s Cut – Final Cut

Homepage von Philip K. Dick


TV-Tipp für den 3. September: Zeugin der Anklage

September 3, 2010

WDR, 23.15

Zeugin der Anklage (USA 1957, R.: Billy Wilder)

Drehbuch: Larry Marcus, Billy Wilder, Harry Kurnitz

LV: Agatha Christie: The Witness for the Prosecution, 1933 (Kurzgeschichte, ursprünglich erschienen in „The Hound Of Death And Other Stories”, Zeugin der Anklage)

Hat Leonard Vole eine reiche Witwe erschlagen? Für Staranwalt Sir Wilfried hängt alles von der Aussage von Voles Frau Christine ab.

Prototyp aller Gerichtsfilme und immer noch weitaus spannender als die jüngeren Gerichtsthriller (obwohl die Pointe bekannt sein dürfte), mit – in glänzender Spiellaune – Marlene Dietrich, Charles Laughton, Tyrone Power

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert. „Die zwölf Geschworenen“ gewann ihn.

Hinweise

Offizielle Agatha Christie-Homepage

Wikipedia über „Zeugin der Anklage“ (deutsch, englisch)