Bad Boys – Harte Jungs (USA 1995, R.: Michael Bay)
Drehbuch: Michael Barrie, Jim Mulholland, Doug Richardson (nach einer Geschichte von George Gallo)
Zwei Cops sollen in Miami innerhalb von 72 Stunden Heroin im Wert von 100 Millionen Dollar, das aus der Asservatenkammer der Polizei geklaut wurde, wieder beschaffen.
Das geht in dem Buddy-Movie nicht ohne zahlreiche dumme Sprüche, Tote, zerstörte Gebäude und einige weitere kleinere Kollateralschäden ab.
Michael Bays erster Kinofilm und schon „Vintage Bay“: deutlich mehr Liebe zur Optik und zum Demolieren von Dingen, als zur Geschichte.
mit Martin Lawrence, Will Smith, Theresa Randle, Tchéky Karyo, Téa Leoni, Nestor Serrano, Joe Pantoliano, Marg Helgenberger
Bei den Alligatorpapieren sind meine neuen TV-Krimi-Buch-Tipps online. Belesene Krimifans dürfen sich unter anderem auf diese Werke freuen:
Weil ‚der eiskalte Engel‘ Alain Delon am 8. November seinen 75. Geburtstag feiert, gibt es viele Delon-Filme. Dazu gehören die Jean-Patrick-Manchette-Verfilmungen „Der Schock“, „Killer stellen sich nicht vor“ und „Rette deine Haut, Killer“, José Pinheiros Frédéric-H.-Fajardie-Verfilmung „Der Panther II – Eiskalt wie Feuer“, Jacques Derays Gilles-Perrault-Verfilmung „Der Anwalt“, José Giovannis „Endstation Schafott“, Pierre Granier-Deferres Georges-Simenon-Verfilmung „Der Sträfling und die Witwe“, Henri Verneuils Auguste-le-Breton-Verfilmung „Der Clan der Sizilianer“, Julien Duviviers Louis-Thomas-Verfilmung „Mit teuflischen Grüßen“ und René Cléments Patricia-Highsmith-Verfilmung „Nur die Sonne war Zeuge“. Leider werden die von Jean-Pierre Melville inszenierten Delon-Filme dieses Mal nicht gezeigt. Außerdem laufen Francis Ford Coppolas „Cotton Club“ (das Drehbuch schrieb William Kennedy), Michael Manns Thoms-Harris-Verfilmung „Roter Drache“, Alfred Hitchcocks David-Dodge-Verfilmung „Über den Dächern von Nizza“, Carol Reeds Graham-Greene-Verfilmung „Der dritte Mann“, Phillip Noyces Graham-Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“ und, als TV-Premiere, Lars Beckers neuer „Nachtschicht“-Film „Das tote Mädchen“.
Zehnteilige Dokureihe über das Leben im Frankfurter Bahnhofsviertel. Heute geht’s los und nächsten Samstag geht’s weiter. Weitere Informationen und die Sendungen gibt’s in der Mediathek.
Drehbuch: Roland Kibee, James R. Webb (nach einer Story von Borden Chase)
1866 machen die beiden Glücksritter Trane und Erin Mexiko unsicher. Denn sie sind nicht politischen Ideologien, sondern grünen Scheinen treu.
Damals ein gewaltiger Erfolg an der Kasse, später eines der Vorbilder für den Spaghetti-Western und heute immer noch höchst unterhaltsam anzusehen, wie zwei Jungs mit einigen lässigen Sprüchen und Schüssen die mexikanische Revolution zur Operette degradieren.
Mit Gary Cooper, Burt Lancaster, Denise Darcel, Cesar Romero, Ernest Borgnine, Charles Bronson (noch als Charles Buchinsky), Jack Elam
Aber er ist, jedenfalls für alle die sicher und wohlbehalten im Kino sitzen, ein verdammt guter Alptraum.
Paul Conroy (Ryan Reynolds [Selbst ist die Braut, X-Men Origins: Wolverine, Smokin‘ Aces]), der im Irak als LKW-Fahrer für eine amerikanische Firma arbeitet und in einen Hinterhalt geriet, bei dem seine Kollegen starben, wurde lebendig in einen Sarg gelegt und vergraben. Er entdeckt ein Feuerzeug und ein Handy. Mit diesem versucht er Hilfe herbeizuholen. Doch das ist gar nicht so einfach. Er gerät an Anrufbeantworter. Er gerät in verschiedene Warteschleifen und – wenig verwunderlich – ihm wird zunächst nicht geglaubt. Als er von einem Militärpolizisten, der ihm versichert, dass Hilfe unterwegs sei, erfährt, dass er nicht der erste lebendig Begrabene ist und dass die meisten nicht gerettet werden, bestätigt das nur seine schlimmsten Befürchtungen. Außerdem melden sich seine Entführer. Sie verlangen von ihm für seine Freilassung ein erkleckliches Lösegeld.
Cortés und dem Drehbuchautor Chris Sparling gelingt es aus einer einfachen Prämisse und der Einheit von Ort (die Kamera verlässt nie den Sarg) und Zeit (da wird etwas geschwindelt) ein Maximum an Spannung herauszuhohlen. Denn „Buried“ ist in erster Linie ein Terrorfilm, in dem ein Mann seinen Gegnern ausgeliefert ist. Er kann sich nicht wehren. Weder gegen die plötzlich auftauchende Schlange, noch gegen die Forderungen seiner Entführer, die von ihm auch Selbstverstümmelungen verlangen, noch gegen seine Entlassung. Denn als seine Arbeitgeber erfahren, dass Paul Conroy in einem Sarg liegt, nicht mehr lange zu leben hat und sie wahrscheinlich mit einer hohen Schadensersatzforderung von seiner Witwe konfrontiert werden, entlassen sie ihn rückwirkend, weil er, entgegen den Firmenstatuten, eine Beziehung mit einer Kollegin gehabt haben soll.
Das ist der schwarzhumorige Höhepunkt des Films und eine präzise Beschreibung des menschenverachtenden Kapitalismus.
Der Rest ist perfektes, schnörkelloses B-Picture-Kino, in dem im Rahmen einer einfachen Geschichte und mit einem kleinen Budget (Ich glaube billiger als „ein Sarg“ geht es kaum.), eine spannende Geschichte erzählt wird. Es gibt auch keine langen moralisch-philosphischen Diskurse oder abschweifende Nebengeschichten. Es gibt nur einen Mann in einem Sarg, der um sein Leben kämpft. Und mehr braucht man nicht für spannende neunzig Minuten.
Buried – Lebendig begraben (Buried, Spanien 2010)
Regie: Rodrigo Cortés
Drehbuch: Chris Sparling
mit Ryan Reynolds, Robert Paterson, José Luis Garcia-Pérez, Stephen Tobolowsky, Samantha Mathis, Warner Loughlin, Erik Palladino, Ivana Mino, Warner Loughlin (die anderen Schauspieler sind nur am Telefon zu hören; daher sollte ich eigentlich die Synchronsprecher angeben. Aber deren Namen kenne ich nicht.)
Vorbemerkung 1: Das ist eine Besprechung der 190-minütigen Kinofassung.
Vorbemerkung 2: Ich kenne die 330-minütige Langfassung, die in einigen Kinos läuft, nicht. Daher weiß ich nicht, wo Regisseur Olivier Assayas die Schere angesetzt hat. Ich vermute in der zweiten Hälfte, nachdem Carlos in Wien den Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier verübte.
Vorbemerkung 3 gibt es nicht, weil ich jetzt mit meiner Kritik von dem, mit kleinen Einschränkungen, grandiosem Film beginne.
Carlos, wie sich der am 12. Oktober 1949 in Caracas (Venezuela) geborene Anwaltssohn Ilich Ramirez Sánchez, nannte war in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der meistgesuchte Terrorist. Seinen Ruf begründete er im Dezember 1975 mit der Geiselnahme im OPEC-Hauptquartier in Wien und der anschließenden gelungenen Flucht. In den folgenden Jahren war er der meistgesuchte Terrorist der Welt und wahrscheinlich jeder über 35-jährige erinnert sich noch an das Fahndungsfoto und einige seiner Anschläge. 1982 und 1983 verübte Carlos, weil die französische Polizei seine Frau Magdalena Kopp verhaftete, in Frankreich mehrere blutige Anschläge auf Züge, Bahnhöfe und Gebäude. Auch in Berlin (Hey, mein Wohnort) verübte er 1983 einen Anschlag auf das französische Kulturzentrum „Maison de France“. Nach dem Ende des Kalten Krieges tauchte Carlos mit seiner Frau Magdalena und ihrer Tochter Elba Rosa zunächst in Amman (Jordanien) unter. Am 14. August 1994 wurde er in Khartum (Sudan) verhaftet und 1997 in Paris zu lebenslanger Haft verurteilt.
Olivier Assayas erzählt nach einem von ihm und Dan Franck geschriebenen Drehbuch diese Lebensgeschichte. Vor dem Dreh recherchierten sie gründlich und dabei wurde aus einem normallangem Spielfilm schnell ein in zehn Ländern und mit über 120 Schauspielern gedrehtes Epos, das dieses Jahr beim Filmfestival in Cannes seine umjubelte Premiere erlebte. Für die normale Kinoauswertung wurde dann ordentlich gekürzt. Die lange Fassung ist, als Dreiteiler, vor allem für das Fernsehen gedacht.
Die Kinofassung zerfällt in zwei Teile. Im ersten, längeren und mitreisenderen Teil erzählt Assayas den Aufstieg von Carlos bis zur Geiselnahme im OPEC-Hauptquartier, der anschließenden Flucht mit einem Flugzeug und, entgegen dem Befehl von Wadi Haddad (dem Anführer der Volksfront für die Befreiung Palästinas [PFLP]) der Freilassung der Geisel gegen ein erkleckliches Lösegeld. Haddad und Carlos trennen sich.
Im zweiten, kürzeren Teil versucht Carlos eine eigene Terrorgruppe aufzubauen, er verliebt sich in die Deutsche Magdalena Kopp, verübt als Söldner für verschiedene Terrorgruppen weltweit zahlreiche Anschläge, versteckt sich an verschiedenen Orten und isoliert sich zunehmend. Der Schakal, wie Carlos auch genannt wurde, wird zum gehetzten Tier, das einen großen Teil seiner Zeit in verschiedenen Verstecken verbringt. Dieser Teil ist, weil es im Gegensatz zum ersten Teil für Carlos kein handlungstreibendes Ziel mehr gibt, schwächer. Die Handlung wirkt sprunghaft und deshalb langweilig. Wahrscheinlich hat Assayas hier am meisten gekürzt.
Doch das ist nur ein kleiner Minuspunkt. Denn insgesamt ist „Carlos“ ein mitreisender Film, der die Geschichte des internationalen Terrorismus der siebziger und achtziger Jahre aus der Perspektive einer der, vielleicht sogar der treibenden Kraft erzählt und seinen Protagonisten als einen sehr zwiespältigen, aber auch sehr faszinierenden Charakter porträtiert. Dank dem großartigem Spiel von Édgar Ramirez (Domino – Live Fast, Die Young; 8 Blickwinkel, Das Bourne Ultimatum, Che) ist Carlos, trotz all seiner negativen Seiten, eine verdammt coole Socke. Es wird erfahrbar, warum er damals als Held verehrt wurde und man kann erahnen, warum heute andere Terroristen als Helden verehrt werden.
Kleiner Tipp: Weil in „Carlos“, wie in der Realität, ein buntes Sprachengemisch herrscht, sollte die untertitelte Originalfassung angesehen werden. Die Geschichte wirkt dann noch authentischer.
Carlos – Der Schakal (Carlos, Frankreich/Deutschland 2010)
Regie: Olivier Assayas
Drehbuch: Olivier Assayas, Dan Franck
mit Édgar Ramírez, Nora von Waldstätten, Alexander Scheer, Christoph Bach, Julia Hummer, Aljoscha Stadelmann, Jule Böwe, Ahmat Kaabour, Udo Samel
Jesse Stone: Ohne Reue (USA 2009, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Selleck, Michael Brandman
LV: Charakter von Robert B. Parker
Widmung: Für Robert B. Parker
Jesse Stone ist suspendiert. Aber nachdem zwei Menschen erschossen werden und es keine Spur von dem Täter gibt, wird Stone als Berater eingestellt. Außerdem werden in Paradise Drugstores überfallen.
Der sechste und bislang letzte Jesse-Stone-Film ist in erster Linie eine melancholische Charakterstudie und, wie die vorherigen Stone-Filme, ein angenehm altmodischer Krimi, bei dem die Charaktere, die Geschichte und die lakonischen Dialoge im Mittelpunkt stehen. Auch ohne eine Romanvorlage von Robert B. Parker atmet der Film in jeder Sekunde Parkers Geist.
mit Tom Selleck, Kathy Baker, Kohl Sudduth, Stephen McHattie, Krista Allen, William Sadler, Saul Rubinek, William Devane, Kerri Smith
Drehbuch: Winfried Bonengel, Ingo Hasselbach, Douglas Graham
LV: Ingo Hasselbach (zusammen mit Winfried Bonengel): Die Abrechnung – ein Neonazi steigt aus, 1993
Recht selten gezeigter Spielfilm über zwei Jugendlicher, die in der DDR von der großen Freiheit träumen und, nach einer mißglückten Republikflucht, im Knast zu Nazis werden.
Nach der umstrittenen Dokumentation „Beruf Neonazi“ (über Bela Ewald Althans) drehte Bonegel einen Spielfilm über jungendliche Nazis. Mit Ingo Hasselbach konnte er einen hochkarätigen Aussteiger zur Mitarbeit bewegen. Der Skandal war vorprogrammiert.
Aber:
„Doch das provokante Potenzial, mit dem Bonengel spekuliert haben mag, ist gleich null, ebenso wie das Formbewusstsein des Films.“ (Robert Weixelbaumer, tip 25/2002)
„Die Möblierung der Innenwelt der Protagonisten aber will Bonengel nicht gelingen. Zwar lässt der Film, anders als damals ‚Beruf Neonazi‘, keinen Zweifel an seiner Distanz zur rechtsradikalen Szene, aber die Erklärungen dafür, wie man in diese hineingerät, fallen entweder sehr plump und sprunghaft aus, oder es wird ganz auf sie verzichtet.“ (Rupert Koppold, Rheinische Post, 4. September 2002)
Mit Christian Blümel, Aaron Hildebrand, Jule Flierl, Luci van Org, Harry Baer, Dieter Laser
Halbzeit für US-Präsident Barack Obama. Vielleicht auch erst Viertelzeit. Jedenfalls gibt’s von der Geisterstunde bis zum Morgengrauen viele Infos über den Präsidenten, die Kongresswahlen, sein Land und den ganzen Rest.
Lange vor den immer noch beliebten Edgar-Wallace-Filme der Rialto, die einmal im Jahr im Fernsehen laufen, gab es zahlreiche weitere Edgar-Wallace-Verfilmungen, die heute kaum noch jemand kennt. Etliche englische Edgar-Wallace-Verfilmungen wurden nie synchronisiert. Die Stummfilme werden sowieso nicht mehr gezeigt. Und die frühen Tonfilm-Verfilmungen entsprechen nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten. Deshalb werden sie so oft wie die Stummfilme gezeigt.
Filmfestivals und spezialisierte Kinos sind da, falls überhaupt noch eine Kopie des Films existiert, nur ein kümmerlicher Ersatz.
Deshalb ist die jetzt in der DVD-Reihe „Schätze des deutschen Tonfilms“ veröffentlichte, Verfilmung von „Der Zinker“ eine rundum begrüßenswerte Veröffentlichung, die aus zwei in Archiven gefundenen Kopien zusammengeschnitten wurde. Bild und Ton wurden überarbeitet und sind erstaunlich gut, das Bonusmaterial ist informativ und neben der Originalfassung ist auch die von Florian C. Reithner für die Wiederaufführung komponierte Musik auf der DVD.
Die gelungene Verpackung kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Der Zinker“ hoffnungslos veraltet ist. Denn der 1931 gedrehte Film wurde, bis auf einige Bilder, ausschließlich im Studio gedreht, es gibt keine Filmmusik, kaum Schnitte und der Film wirkt immer wie ein abgefilmtes Theaterstück mit hoffnungslos chargierenden Mimen.
Das verwundert wenig, denn die Drehbuchautoren Rudolf Katscher, Egon und Otto Eis verarbeiteten neben dem Roman auch das von Edgar Wallace, der schon immer ein Meister der Zweit- und Drittverwertung war, geschriebene Theaterstück über einen geheimnisvollen Unbekannten, der als „Der Zinker“ der Schrecken von Londons Unterwelt ist. Denn wer seine Beute nicht für ein Taschengeld an ihn verhökern will, wird von dem Zinker verzinkt, also an die Polizei verraten. Deshalb wird er von Verbrechern, die von ihm verraten wurden, und der Polizei gejagt.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen der Leopard-Club, ein halbseidener Spielsalon für die High-Society, und die Autoexport-Firma von Frank Sutton. Dort ist ein Firmeninhaber verschwunden, aber jemand benutzt immer wieder heimlich den Schreibtisch des Abwesenden.
Auch ohne den Firmengeist tun alle Charaktere immer furchtbar geheimnisvoll und machen sich so furchtbar verdächtig. Jeder hat irgendetwas zu verbergen, aber meistens wird nicht klar, was das mit dem Zinker zu tun hat und wie die Taten der verschiedenen Charaktere, die oft auch ihre wahre Identität und ihre wahren Absichten verbergen, sie näher an die Enttarnung des Zinkers bringen.
Da verwechseln die Macher Verwirrung beim Zuschauer mit Spannung. Und das ist dann gar nicht so weit weg von den Sechziger-Jahre-Edgar-Wallace-Filmen. Autor Egon Eis schrieb in den Sechzigern etliche Drehbücher für Edgar-Wallace-Filme, unter anderem das Drehbuch für den ersten Rialto-Wallace „Der Frosch mit der Maske“. Für den Rialto-“Zinker“ schrieb er ein Treatment. Sein Kollege Rudolf Katscher schrieb das Drehbuch für „Der Rächer“.
Auch der humoristische Sidekick (ich sage nur Eddie Arent) taucht später wieder auf. In „Der Zinker“ ist er sogar verteilt auf drei Charaktere: einen Polizisten, der seinem Vorgesetzten immer hilft, die richtigen Worte zu finden; einem Journalisten, der überall seine Nase hineinsteckt (Hey, so sind die Schreiberlinge!); und einem bemüht freundlichem – gemeine Menschen würden „schmierig“ sagen – Spielclubbetreiber. Es gibt die in Lebensgefahr schwebende Jungfrau. Es gibt den taffen Ermittler, der nicht unbedingt Scotland-Yard-Beamter ist. Und es gibt die vollkommen überraschende Lösung. Das alles erinnert an die bekannten Wallace-Filme aus den Sechzigern.
Aber die kammerspielartige Inszenierung und das deutlich vom Theater und vom Stummfilm beeinflusste Spiel der Schauspieler verorten den Film eindeutig in den frühen dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Daher ist „Der Zinker“ vor allem für filmhistorisch interessierte Krimifans einen Blick wert. Außerdem kann der Film leicht als eine Vorstudie und Fingerübung für die spätere Edgar-Wallace-Reihe gesehen werden.
Die DVD
Das Bild und der Ton sind für einen achtzig Jahre alten Film sehr gut. 1931 gab es, zur Uraufführung, weil es technisch nicht möglich war, noch keine Filmmusik. 2009 schrieb Florian C. Reithner zur Wiederaufführung eine Filmmusik, die auch auf der DVD enthalten ist. Daher kann der Film in der Originalfassung oder mit der neuen Musik gesehen werden.
Es gibt eine kleine Bildergalerie, einen ziemlich langen Trailer zur Wiederaufführung und, wenn auch nur als Texttafeln, ziemlich umfangreiche Informationen zum Film.
Über die DVD-Umsetzung kann nicht gemeckert werden.
Der Zinker (D 1931, R.: Carl Lamac, Martin Fric
Drehbuch: Rudolf Kaischer, Egon Eis, Otto Eis
LV: Edgar Wallace: The Squeaker, 1927 (Der Zinker)
mit Lissy Arna, Karl Ludwig Diehl, Fritz Rasp, Peggy Norman, Paul Hörbiger, Szöke Szakall
Bonusmaterial: Bio- und Filmographien (Edgar Wallace, Fritz Rasp, Carl Lamac, Karl Ludwig Diehl, Lissi Arna, Martin Fric, Paul Hörbiger, Szöke Szakall, Florian C. Reithner), Filminfos, Der neue Soundtrack (alles Texttafeln), Bildergalerie, Trailer (zur Wiederaufführung), Film mit der neuen Musik von Florian C. Reithner
Chiara ist die Geliebte des international gesuchten Geldwäschers Anthony Zimmer. Um die sie verfolgenden Polizisten abzulenken, flirtet sie im Zug nach Nizza mit dem biederen Übersetzer Francois. Der wird von den Verfolgern für Anthony Zimmer gehalten.
Bevor das nach dem Trailer grottige Remake „The Tourist“ (von Florian Henckel von Donnersmarck mit Angelina Jolie und Johnny Depp) im Kino anläuft, kann noch einmal das locker-flockige Original bestaunt werden.
Salles Werk war als bestes Debüt für einen César nominiert.
mit Yvan Atal, Sophie Marceau, Sami Frey, Daniel Olbrychski
Dank DVDs kann man seine Lieblingsserien an einem Wochenende in einem Rutsch genießen, Serien, die einem als Jugendlichem gefielen, wiedersehen (was nicht immer unbedingt ein Vergnügen ist) und auch Serien aus Ländern sehen, die im deutschen Fernsehen bestenfalls ein Nischendasein fristen. Auch die kanadische Serie „Durham County“ erhielt in Kanada mehrere Preise, die dritte und letzte Staffel (so die Ankündigung) wird dort gerade im Fernsehen gezeigt und sie wird wahrscheinlich, was nichts über die Qualität der Serie aussagt, niemals im deutschen Free-TV laufen.
Großstadtpolizist Mike Sweeney (gespielt von dem aus „Flashpoint“ bekannten Hugh Dillon) zieht mit seiner Frau und seiner fast erwachsenen Tochter ins beschauliche Durham County in ein ebenso beschauliches Vorstadthaus. Als sie einziehen, bemerkt er, dass Ray Prager ihr Nachbar ist. Prager ist ein Jugendfreund von Sweeney. Nach einem Ereignis (das erst am Ende der Serie enthüllt wird) haben sich ihre Wege getrennt.
Bereits an seinem ersten Arbeitstag werden zwei junge Frauen ermordet. Kurz darauf wird eine Lehrerin von seiner Tochter ermordet. Sweeney war heimlich mit ihr befreundet. Er erzählt seinen Kollegen nichts von seiner Beziehung zu der toten Lehrerin und kann so weiter in dem Fall ermitteln. Im Lauf seiner Ermittlungen, glaubt er, dass sein Nachbar, der zu Wutausbrüchen neigende Prager, der gesuchte Serienmörder ist.
Aber den Machern von „Durham County“ ist der der Jagd nach einem Serienmörder innewohnende Thrill reichlich egal. Auch die traditionellen Krimielemente bedienen sie höchstens halbherzig. Die Polizei ermittelt viel zu dilettantisch und am Ende bleiben zu viele lose Enden, um „Durham County“ zu einer auch nur halbwegs überzeugenden Polizeiserie zu machen. Auch das psychologische Katz- und Maus-Spiel zwischen dem Polizisten Sweeney und dem Mörder Prager interessiert die Macherinnen nicht sonderlich. Denn dass Prager der Mörder ist, ist uns Zuschauern von Anfang an bekannt. Nur Mike Sweeney ahnt erst am Ende der dritten Folge (also zur Halbzeit), dass sein früherer Kumpel Ray Prager der Mörder ist. Doch auch danach wird es nicht spannender. Sweeney sucht nicht sonderlich energisch nach Beweisen und die Konfrontationen zwischen Sweeney und Prager drehen sich mehr um ihr Leben und ihr Verhältnis zu ihren Frauen und Kindern, als um die Morde.
Im Mittelpunkt der Miniserie stehen nämlich die verschiedenen Formen von männlicher Gewalt gegen Frauen, die Frage was heute zum Mannsein gehört und wie kleine Ereignisse und Entscheidungen das Leben beeinflussen können. Sweeney und Prager sind sehr ähnliche Charaktere, die ihre Gewalttätigkeit verschieden kompensieren. Der eine als Polizist. Der andere, nachdem er einen Mord beobachtet, als Frauenmörder.
Damit zeigt sich mit zunehmender Episodenzahl, wie sehr Prager der böse Bruder von Sweeney ist. In dieser Parallelführung von zwei Charakterstudien und ihrem problematischem Verhältnis zwischen Freundschaft und Hass liegt die Faszination der Serie, deren langsamer Erzählrhythmus nach der zweiten Folge, wenn man die Charaktere genauer kennt, zum Weitersehen animiert.
Dennoch hätte „Durham County“ locker in der halben Zeit erzählt werden können. So geschieht in der ersten Episode (nach der ich ernsthaft überlegte, ob ich mir wirklich die weiteren Folgen ansehen soll), außer einer langatmigen Vorstellung der Hauptcharaktere, nichts. In den weiteren Episoden ändert sich an diesem Tempo nichts.
„Durham County“ ist eine durchwachsene Serie, die in ihrem besten Momenten das bürgerliche Vorstadtleben als Purgatorium zeigt.
Durham County – Staffel 1 (Durham County, Kanada 2007)
Regie: Holly Dale, Adrienne Mitchell (Folge 5 und 6)
1957: Indiana Jones ist zurück. Dieses Mal, tja, also es geht irgendwie um einen außerirdischen Kristallschädel mit supertollen Kräften (Oh my god!), bösen Russen, die ihn haben wollen, einem alten Kumpel, der irgendwie zwischen die Fronten geraten ist, einen jungen Typ, der sein Sohn sein soll und viel sinnlosem Remmidemmi in Nevada und Südamerika.
Ein lahmer, vollgequasselter Actionfilm, bei dem das „Buch zum Film“ besser als der Film ist.
Mit Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent, Igor Jijikine
„3 Meister. 1 Meisterwerk.“ war eine Werbespruch für „Triangle“ und mit den Hongkong-Actionregisseuren Tsui Hark, Ringo Lam und Johnnie To (in der Reihenfolge ihres Auftretens) haben sich wirklich drei Meister für ein Experiment getroffen. Denn jeder inszenierte ein halbstündiges Segment des Films in seiner eigenen Handschrift. Das mag vielleicht kein Meisterwerk sein, aber kurzweilige Unterhaltung ist es allemal.
Die Story der Gangsterfarce ist denkbar einfach: drei abgebrannte Glücksritter suchen in einem chinesischen Regierungsgebäude einen Schatz. Nachdem sie das Gold gefunden haben, beginnen sie sich untereinander zu streiten und sie müssen gegen korrupte Polizisten und Gangster, die den Schatz wollen kämpfen.
Nur bei McDonalds essen ist schlecht für ihre Gesundheit. Das wussten wir schon immer, aber Morgan Spurlock machte die Probe aufs Exempel: 30 Tage Junkfood.