TV-Tipp für den 12. Januar: Cop Land

Januar 12, 2011

RBB, 23.30

Cop Land (USA 1997, R.: James Mangold)

Drehbuch: James Mangold

Freddy Heflin hat als frühes Gnadenbrot eine Stelle als Sheriff in Garrison, New Jersey bekommen. Die Einwohner sind von ihm bewunderte New Yorker Polizisten. Als eines Tages ein Interner Ermittler aus New York ihn um Hilfe bei Ermittlungen gegen korrupte Polizisten bittet, muss Heflin sich zwischen seinem Job und dem polizeilichen Ehrenkodex entscheiden.

Gutes Schauspielerkino mit einem kräftigen Touch 70-Jahre-Kino und einem genießbaren Stallone, der in diesem Cop-Movie versuchte von seinem Rambo/Rocky-Image wegzukommen. Inzwischen ist er wieder bei „Rocky“ und „Rambo“ angekommen und drehte zuletzt mit einer Action-All-Star-Besetzung im Dschungel „The Expendables“ (über Söldner, die tun, was Söldner tun).

Mit Sylvester Stallone, Robert De Niro, Harvey Keitel, Ray Liotta, Peter Berg, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, Robert Patrick, Noah Emmerich

Hinweise

Wikipedia über „Cop Land“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Cop Land“


TV-Tipp für den 11. Januar: Familiengrab

Januar 11, 2011

RBB, 22.45

Familiengrab (USA 1976, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

LV: Victor Canning: The rainbird pattern, 1972 (später “Family plot”; „Auf der Spur“)

Mrs. Rainbird verspricht dem Medium Blanche 10.000 Dollar, wenn sie ihren vor Jahrzehnten verstossenen Neffen findet. Dieser finanziert inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Entführungen und unterstellt Blanche und ihrem Freund George niedere Motive.

Was für ein Abgang: eine lockere Krimikomödie mit tiefschwarzem Humor.

Ernest Lehman: „Was Hitchcock wirklich an diesem Filmprojekt faszinierte, war die Idee von zwei getrennt ablaufenden unterschiedlichen Geschichten, die langsam zueinander finden und letztlich zu einer Geschichte werden. Ich ließ nicht locker, ihn darauf hinzuweisen, dass das Publikum nicht einen Film aufgrund seiner einzigartigen Struktur sehen will – es sei denn, Hitchcock plane, den Film als eine Art Dozent zu begleiten und ihn den Zuschauern zu erklären.“ – Mmh, da hat er Recht. „Family Plot“ (hübsch doppeldeutiger Titel) ist beim zweiten, dritten Sehen besser als beim Ersten. Und die Rückprojektionen sind schlecht wie immer.

Mit Karen Black, Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Ed Lauter, Cathleen Nesbitt

Hinweise

Wikipedia über Victor Canning

Kaliber .38 über Victor Canning

Fanseite über Victor Canning

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Januar: Reservoir Dogs

Januar 10, 2011

HR, 23.30

Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Hinweise

The Quentin Tarantino Archives

 

Deutsche Quentin-Tarantino-Fanseite

Wikipedia über „Reservoir Dogs“

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

Quentin Tarantino in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Januar: Yorkshire Killer 1980 (Red Riding 1980)

Januar 9, 2011

ARD, 23.30

Yorkshire Killer 1980 (GB 2009, R.: James Marsh)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Eighty, 2001 (1980)

Yorkshire, 1980: Der Yorkshire Killer ist immer noch nicht geschnappt. Jetzt soll der von außen kommende Sonderermittler Peter Hunter sich noch einmal die Akten ansehen und den Ermittlungen einen neuen Drive verpassen. Dummerweise ist Hunter kein Blödkopf und er entdeckt einige Fehler in den Akten.

Der Mittelteil der grandiosen Red-Riding-Trilogie ist ein noirischer Polizeifilm. Grisoni gelang in seinen Büchern für die TV-Miniserie (Yep, die Filme entstanden für das Fernsehen.) die beim Lesen unverfilmbar erscheinenden Bücher kongenial in ein anderes Medium zu übertragen.

Mit Paddy Considine, Warren Clarke, James Fox, David Calder, David Morrissey

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

Kriminalakte über David Peace


TV-Tipp für den 8. Januar: Vengeance – Killer unter sich

Januar 8, 2011

ARD, 23.15

Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, R.: Johnny To)

Drehbuch: Ka-Fai Wai

In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.

Das ging aber schnell. Bereits wenige Monate nach der DVD-Premiere läuft Johnny Tos neuester Neo-Noir-Thriller im TV.

Mit seinen neuesten Film „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.

mit Johnny Hallyday, Sylivie Testud, Anthony Wong, Simon Yam

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Vengeance“


Trickfilmklassiker des Tages: Animal Farm – Aufstand der Tiere (das Original)

Januar 7, 2011

Im Fernsehen lief diese klassische Verfilmung von George Orwells „Animal Farm“ zuletzt vor fast fünf Jahren. John Harlas und Joy Batchelor sind die Regisseure dieser englischen Verfilmung von 1954. Das Drehbuch ist von Lothar Wolff, Bordon Mace, Philip Stapp, John Halas und Joy Batchelor.

Es ist ein Trickfilm, aber kein Kinderfilm. Und es handelt sich um die deutschsprachige Version.


TV-Tipp für den 7. Januar: Der Preis des Verbrechens: Mörderischer Wahn – Teil 1 (mit DVD-Kritik „Der Preis des Verbrechens – Volume 2“)

Januar 7, 2011

ZDFneo, 00.10

Der Preis des Verbrechens: Mörderischer Wahn – Teil 1 (GB 1999, R.: Jo Johnson)

Drehbuch: Lynda La Plante

Die Detektive Walker und North suchen den Mörder des 15-jährigen Cassie.

Auf der Insel läuft Lynda La Plantes Serie „Der Preis des Verbrechens“ seit Jahren erfolgreich. Bei uns werden die Zweiteiler (der erste Teil zeigt die Ermittlungen, der zweite die Gerichtsverhandlung) nur selten gezeigt. Was wahrscheinlich an der überragenden Qualität der Reihe liegt.

Den zweiten Teil gibt es kommenden Freitag, den 14. Januar, um 00.10 Uhr (Oder Taggenau: Samstag, 15. Januar, 00.10 Uhr)

 

Schon die ersten beiden Fälle der englischen Polizeiserie „Der Preis des Verbrechens“ erschienen in einer sehr spartanischen DVD-Ausgabe. Kein Bonusmaterial (was bei den englischen Ausgaben nicht viel besser ist) und keine Untertitel. Die zweite „Der Preis des Verbrechens“-Sammlung, wieder mit zwei jeweils 200-minütigen Fällen, ist genauso spartanisch ausgestattet.

Dafür sind die beiden Fälle „Mörderischer Wahn“ (über ein verschwundenes 15-jähriges Mädchen) und „Vorm Abgrund“ (über einen acht Jahre alten Mordfall, bei dem ein Homosexueller seinen Freund im Suff tötete) wieder gelungene Krimiunterhaltung. Inzwischen, weil die beiden Hauptcharaktere, die Kriminalpolizisten Michael Walker und Pat North in „Mörderischer Wahn“ ein Paar wurden (Tja, wo die Liebe hinfällt.), nimmt auch ihr Privatleben einen größeren Teil der Handlung ein. In „Vorm Abgrund“ wird ihre Beziehung in mehrfacher Hinsicht auf die Probe gestellt. Denn Michael Walker ermittelte damals gegen den Täter und, obwohl er ein guter Polizist ist, ist auch bekannt, dass er keine Scheu davor hat, die Regeln zu dehnen. Die jetzigen Ermittlungen sieht er auch als einen Angriff auf seine damaligen Ermittlungen; – und das, bevor herauskommt, dass Walker den Täter aus seinen Anfangstagen als Polizist kennt. Außerdem hat er sich noch nicht von seiner Frau getrennt und Pat North wird schwanger.

Auch wenn in „Vorm Abgrund“, weil von Anfang an keine Zweifel über den Täter herrschen, der Kriminalfall schwach ist, hat Produzentin, Serienerfinderin und Drehbuchautorin Lynda La Plante mit dem dritten und vierten „Der Preis des Verbrechens“-Filmen wieder einmal gute Krimiunterhaltung geliefert. Denn sie dröselt den Fall von der Tat über die Ermittlungen und die Gerichtsverhandlung bis hin zum Urteil detailliert und mit einem quasi-dokumentarischem Blick hinter die Kulissen langwieriger polizeilicher Ermittlungen und gerichtlicher Verfahren auf. Das entwickelt schnell, weil es gut gemacht ist, einen Sog, der dazu führt, dass die zweihundert Minuten für einen „Der Preis des Verbrechens“-Fall schneller zu vergehen scheinen als die meisten „Tatorte“.

–

Der Preis des Verbrechens – Volume 2 (Trial & Retribution, GB 1999/2000)

Erfinder: Lynda La Plante

–

DVD

Edel Germany

Bild: 4:3

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 397 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

–

enthält

Mörderischer Wahn (Trial and Retribution III, GB 1999)

Regie: Jo Johnson

Drehbuch: Lynda La Plante

mit David Hayman (D. Supt. Michael Walker), Kate Buffery (D. I. Pat North), Dorian Lough (D. S. Dave Satchell), Paul Kynman (D. I. Jeff Batchley), Patricia Potter (Emily)

–

Vorm Abgrund (Trial and Retribution IV, GB 2000)

Regie: Michael Whyte

Drehbuch: Lynda La Plante

mit David Hayman (D. Supt. Michael Walker), Kate Buffery (D. I. Pat North), James Wilby (James McCready), Corin Redgrave (Robert Rylands), Dorian Lough (D. S. Satchell)

–

Hinweise

Homepage von Lynda La Plante

Wikipedia über „Trial & Retribution“

Fernsehserien über „Der Preis des Verbrechens“

ITV über „Trial & Retribution“

Meine Besprechung von „Der Preis des Verbrechens – Volume 1“


DVD-Kritik: Französische Bullen im „Crossfire“

Januar 6, 2011

Mit einer blutigen Geiselbefreiung beginnt der französische Polizeithriller „Crossfire“. Als SEK-Polizisten verkleidete Gangster erschießen echte Polizisten und befreien ihren Boss, einen Ex-Fremdenlegionär, dem eine jahrzehntelange Haftstrafe droht.

Nach diesem Auftakt nimmt Regisseur Claude-Michel Rome das Tempo heraus. Denn er will nach zahlreichen TV-Filmen in seinem Spielfilmdebüt keinen weiteren actionlastigen Franco-Thriller, sondern ein grundsolides Genrestück über einige Polizisten und Bewohner eines Ortes, mit einer satten Portion Action am Anfang und Ende des Films, drehen.

Die nächste Szene und der gesamte Film spielt in einem Industrieviertel am Arsch der Welt (genaugenommen ein Vorort von Marseille mit Myriaden von Ölraffinerien und Industriebrachen). Vincent Drieu (Richard Berry [Waffenbrüder, Der Lockvogel, 22 Bullets]) steigt an einem Provinzbahnhof aus dem Zug und lagert eine Tasche in einem Schließfach des Bahnhofs. Er wurde aus Paris in ein Revier versetzt, das in drei Monaten geschlossen wird. Die Polizisten erscheinen zwar zum Dienst, aber ihnen Dienst nach Vorschrift zu bescheinigen, wäre ein Euphemismus. Auch die hochschwangere Revierchefin versucht ihm bei ihrer ersten Begegnung gleich jegliche Arbeitsmoral auszutreiben.

Drieu versucht trotzdem als Polizist zu arbeiten und er entdeckt zwischen einigen scheinbar nicht zusammenhängenden Ereignissen Verbindungen. Dazu gehören ein in einer Wohngegend stehengelassenes Luxusauto mit falschem Kennzeichen, das entgegen den Ghettogewohnheiten nicht sofort ausgeräumt wurde, ein verschwundener Ehemann und ein kleiner, jugendlicher Drogenhändler, der plötzlich guten Stoff hat. Es gibt den Chef des örtlichen Discobordells, bei dem der Ausdruck „weiße Weste“ nur für seinen Anzug gilt. Und dann ist da auch noch der am Filmanfang befreite Ex-Fremdenlegionär, der – das dürfte jetzt niemanden überraschen – sich auch in das am Meer liegende Industriegebiet verirrt.

Der Quasi-Western „Crossfire“ reiht sich gelungen in die aktuelle Reihe französischer Kriminalfilme ein, die zeitgemäß aufbereitet, die einheimische Kriminalfilmtradition pflegen und sich an Hollywood-Vorbildern bedienen.

Das ist in „Crossfire“ vor allem der Western à la „Mein großer Freund Shane“ und seiner unzähligen Variationen. Das Ende (also der gesamte dritte Akt) ist eine überdeutliche Referenz an „Assault on Precint 13“. Wobei sich diese Referenz eher an dem Remake von Jean-François Richet und weniger dem Original von John Carpenter orientiert. Und Carpenters Film war eine Hommage an den John-Wayne-Westernklassiker „Rio Bravo“ von Howard Hawks. Richard Berry übernimmt in „Crossfire“ als schweigsamer Mann in Schwarz die Rolle von John Wayne oder von „Shane“ Alan Ladd. Am Ende streckt er, sicher nicht zufällig ausgewählt, mit einem Dirty-Harry-Gedenkrevolver zielsicher die bösen Buben nieder.

Das sind alles nette kleine Referenzen an bekannt-beliebte Filme und Charaktere, die den Filmfan erfreuen, ohne von der angenehm altmodisch erzählten Geschichte abzulenken. Ein feiner Film.

 

Die DVD

 

Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer und einem vierzigminütigem Making-of, das einen guten Einblick in die Vorbereitungen und Dreharbeiten in Martigues, Bouches-du-Rhône gibt. Wie üblich nehmen die Statements der Schauspieler einen großen Teil der Zeit ein, während die anderen Beteiligten kaum zu Wort kommen.

Crossfire (Les insoumis, Frankreich 2008)

Regie: Claude-Michel Rome

Drehbuch: Claude-Michel Rome, Olivier Dazat

mit Richard Berry, Pascal Elbé, Zabou Breitman, Aïssa Maïga, Bernard Blancan, Guilaine Londez, Moussa Maaskri, Fred Saurel, Aure Atika

–

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Französisch (DVD: DTS, Dolby Digital 5.1, Blu-ray: DTS HD-Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making-of, Trailer

Länge: 91 Minuten (DVD), 94 Minuten (Blu-ray)

FSK: ab 16 Jahren

–

Hinweise

Homepage zum Film (dann Recherche nach „Les Insoumis“ machen)

Tout le Cine: Interviews mit den Machern

Wikipedia über „Crossfire“

 


TV-Tipp für den 6. Januar: Dirty Harry

Januar 6, 2011

Kabel 1, 22.05

Dirty Harry (USA 1971, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Harry Julian Fink, Rita M. Fink, Dean Reisner, John Milius (ohne Credit)

LV: Harry Julian Fink, Rita M. Fink: Dead Right (Story)

Buch zum Film: Phillip Rock: Dirty Harry, 1971 (Dirty Harry)

In San Francisco knallt Scorpio wahllos Menschen ab. Dirty Harry Calahan nimmt die Fährte auf.

Klassiker des harten Polizeifilms und Blaupause für unzählige Kopien.

„Ein Plädoyer für mehr und härtere Polizeigewalt ist Siegels Film nur an der Oberfläche. Der Kreislauf der Gewalt bringt zwangsläufig solche Charaktere wie Dirty Harry hervor. Er ist auf seine Weise ein Produkt seiner Umwelt und einer, dem, um seine Integrität zu bewahren, nichts anderes übrig bleibt, als zu handeln wie ein Outlaw mit dem Stern des Gesetztes…Es ist ein Film über einen rechten Charakter, nicht aber ein rechter Film“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Clint Eastwood, Harry Guardino, John Mitchum, John Vernon, Andy Robinson

Hinweise

Wikipedia über „Dirty Harry“ (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Deborah Allison über Don Siegel

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. Januar: Gangs of New York

Januar 4, 2011

Kabel 1, 20.15

Gangs of New York (USA/D/I/GB/NL 2002, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Jay Cocks, Kenneth Lonergan, Steven Zaillian

LV: Herbert Asbury: The Gangs of New York, 1928 (Die Gangs von New York – Eine Geschichte der Unterwelt)

Amsterdam Vallon will den Mörder seines Vaters, den Gangsterboss William Cutting (Bill, the Butcher), töten.

Ausgehend von dieser dürftigen Geschichte entfaltet Martin Scorsese ein atemberaubendes Porträt vom Überlebenskampf, der Verflechtung zwischen Politik und Verbrechen, den Bandenkriegen und den Kämpfen zwischen den verschiedenen Ethnien in Five Points, den Slums von New York, in den Jahren zwischen 1846 bis 1863.

„Gangs of New York ist ein solches Drama der Endzeit einer Herrschaft, in der sich eine gesellschaftliche und familiäre Ordnung durch ihre eigenen Gesetze zerstört, und durch eine Rebellion der Methoden. Eine große Tragödie also, oder eine melancholische Farce; aber wieder projiziert sie Scorsese auf ein eher materialistisch dokumentiertes Stück Zeitgeschichte, mehrere Erzählweisen begegnen einander und werden umso deutlicher, je mehr sie sich zu widersprechen beginnen…Wie die meisten der (auch vom Aufwand her) großen Filme von Martin Scorsese erzählt auch Gangs of New York zunächst eine überaus einfache Geschichte, deren Bedeutung, deren eigentliches Leben sich erst in den Bildern offenbart…Gangs of New York ist auch ein großer Film übers Film-Erzählen.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

Mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Liam Neeson, Brendan Gleeson

Anmerkung

Der Film ist „FSK 16“ und läuft um 20.15 Uhr in einer gekürzten Fassung. Weitere Informationen

Hinweise

Wikipedia über „Gangs of New York“ (deutsch, englisch)

Die Zeit: Interview mit Martin Scorsese (8/2003)

Drehbuch „Gangs of New York“ von Jay Cocks, Kenneth Lonergan und Steven Zaillian


TV-Tipp für den 4. Januar: Inside Man

Januar 4, 2011

ZDF, 20.15 (Wiederholung 23.50 Uhr)

Inside Man (USA 2006, R.: Spike Lee)

Drehbuch: Russell Gewirtz

Dalton Russell überfällt eine Wall-Street-Bank. Schnell wird sie von der Polizei umzingelt und Detective Keith Frazier beginnt mit den Verhandlungen. Spätestens als Madaline White als Unterhändlerin des Bankgründers auftaucht und sich in die Verhandlungen einmischt, weiß er, dass er es nicht mit einem normalen Banküberfall zu tun hat.

„‚Inside Man‘ ist ein typischer Spike-Lee-Film, insofern er in jeder Sekunde ein bisschen mehr ist al ein reiner Genrefilm. Er macht böse Witze ebenso über den kulturellen Reichtum New Yorks wie über Post-9/11-Paranoia und War-on-Terror-Vorurteile. Er analysiert die Mechanik der Macht, verbindet sie mit gesellschaftlicher Hierarchie und bricht sie an der Politik der Hautfarben.“ (Alexandra Seitz: Inside Man, in Gunnar Landsgesell/Andreas Ungerböck, Hrsg.: Spike Lee, 2006)

Ein feiner Thriller

mit Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster, Willem Dafoe, Chiwetel Ejiofor, Christopher Plummer

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Inside Man“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Inside Man“

Drehbuch „Inside Man“ von Russel Gewirtz (Fassung vom 17. Januar 2005)

Homepage von Spike Lee


TV-Tipp für den 3. Januar: Gangster in Key Largo

Januar 3, 2011

SWR, 23.15

Gangster in Key Largo (USA 1948, R.: John Huston)

Drehbuch: Richard Brooks, John Huston

LV: Maxwell Anderson: Key Largo, 1939 (Theaterstück)

Ex-Major McCloud will in Key Largo nur die Eltern eines gefallenen Kriegskameraden besuchen. Dummerweise haben sich Gangster Johnny Rocco und seine Verbündeten im Hotel wohnlich eingerichtet. McCloud muss wieder zur Waffe greifen.

Im Rahmen eines Gangsterfilms wird das Unbehagen am Nachkriegs-Amerika präsentiert. Das Hotel wird zu einem Mikrokosmos von Verrat und Rache in der amerikanischen Ausprägung.

„Gangster in Key Largo“ ist der vierte und letzte Bogart/Bacall Film und das letzte Zusammentreffen von Bogart und Robinson vor der Kamera. Dieses Mal stirbt Bogart nicht vor Robinson, der hier seine letzte große Gangsterrolle hatte.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Edward G. Robinson, Lionel Barrymore, Claire Trevor

Auch bekannt als “Hafen des Lasters” (Kinotitel), „Gangster von Key Largo“

Hinweise

Wikipedia über „Gangster in Key Largo“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Key Largo“

Old School Reviews über „Key Largo“

Follow me now über „Gangster in Key Largo“


TV-Tipp für den 2. Januar: Yorkshire Killer 1974

Januar 2, 2011

ARD, 23.30

Yorkshire Killer 1974 (GB 2009, R.: Julian Jarrold)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

Yorkshire, 1974: Der ehrgeizige Lokaljournalist Eddie Dunford recherchiert im Fall eines verschwundenen Mädchens. Er entdeckt Parallelen zu ähnlichen Fällen.

Auftakt der grandiosen, aus drei Filmen bestehenden Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace, die vom Ersten zu einer beschissenen Zeit ausgestrahlt wird. Aber direkt nach dem “Tatort” wäre das Gefälle zwischen den beiden Krimis wohl zu augenfällig gewesen.

Mit Andrew Garfield, Eddie Marsan, John Henshaw, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

Kriminalakte über David Peace


TV-Tipp für den 1. Januar: Der schwarze Falke

Januar 1, 2011

Kabel 1, 00.20

Der schwarze Falke (USA 1956, R.: John Ford)

Drehbuch: Frank S. Nugent

LV: Alan LeMay: The Searchers, 1954 (Der schwarze Falke)

Texas 1868: Ethan Edwards sucht seine von Kommantschen verschleppten Nichten. Erst nach Jahren ist er am Ziel.

John Fords „Der schwarze Falke“ war beim Dreh nur ein weiterer Western; heute ist er ein Filmklassiker. Joe Hembus meint „Der Moby Dick des Western“ und widmet dem Film in seinem Buch „Das Western-Lexikon“ über zwölf Spalten. Mehr Platz hat er keinem Film eingeräumt. Herbert Achternbusch sagt: „Wenn dieser Film von mir wäre, hätte ich nichts mehr zu sagen.“

Mit John Wayne, Jeffrey Hunter, Vera Miles, Natalie Wood, Ward Bond

Hinweise

Wikipedia über „Der schwarze Falke“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „The Searchers“

Roger Ebert über „The Searchers“

Slate: Stephen Metcalf über the worst best movie „The Searchers“ (2006)

Brothers Judd über Alan LeMays „The Searchers“

The Old Luke Reviews Alan LeMays „The Searchers“ (17. September 2009)

The Tainted Archive über Alan LeMays „The Searchers“ (eher ein Vergleich zwischen Buch und Film) (5. September 2010)


Das fängt ja gut an

Dezember 31, 2010

Anstatt eine große Silvesterparty vorzubereiten (Hey, hier in Berlin macht die Stadt das für mich und ich geh dann doch nicht zum Brandenburger Tor) hat Alligator-Alfred die Tiefen des Internets (Herr Ramsauer hat dafür sicher ein deutsches Wort) nach schönen Bildern für meine TV-Krimi-Buch-Tipps durchsucht. Und auf das dürfen sich die Freunde des verfilmten verbrecherischen Wortes  freuen:

Mit den David-Peace-Verfilmungen „Yorkshire Killer 1974“ und „Yorkshire Killer 1980“ beginnt das neue Jahr gleich mit zwei grandiosen Filmen, die ihre TV-Premiere natürlich zu nachtschlafender Zeit erleben. Der Videorekorder freut sich, die Quote weniger.
Außerdem sind Alfred Hitchcocks John-Trevor-Story-Verfilmung „Immer Ärger mit Harry“, seine Arthur-La-Bern-Verfilmung „Frenzy“ und seine Victor-Canning-Verfilmung „Familiengrab“, Bob Rafelsons James-M.-Cain-Verfilmung „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, John Hustons lange nicht mehr gezeigte Maxwell-Anderson-Verfilmung „Gangster in Key Largo“, Orson Welles‘ Whit-Masterson-Verfilmung „Im Zeichen des Bösen“, Martin Scorseses Herbert-Asbury-Verfilmung „Gangs of New York“, Don Siegels „Dirty Harry“, David Mackenzies Alexander-Trocchi-Verfilmung „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“, Lars Beckers „Nachtschicht: Blutige Stadt“, Jo Johnsons Lynda-La-Plante-Verfilmung „Der Preis des Verbrechens: Mörderischer Wahn“, Sam Peckinpahs „Sacramento“, Ron Sheltons James-Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“ und René Clements Patricia-Highsmith-Verfilmung „Nur die Sonne war Zeuge“ immer wieder sehenswert.

 


TV-Tipp für den 31. Dezember: Pop around the Clock

Dezember 30, 2010

3sat, 6.00

Pop around the Clock

Es gibt mal wieder 24 Stunden tolle Konzertmitschnitte. Unter anderem

Jeff Beck – Iridium Jazz Club, New York, USA, 2010 (06.40 Uhr),

Rory Gallagher – City Hall Cork, Irland, 1974 (07.30 Uhr),

The Rolling Stones – Fort Worth und Houston, Texas, USA, 1972 (09.00 Uhr),

Carole King/James Taylor – Live at the Troubadour, Los Angeles, USA, 2007 (11.00 Uhr),

Leonard Cohen – Live in London 2008 (11.45 Uhr),

Eric Clapton – Illinois 2010 (14.45 Uhr),

The Rock and Roll Hall of Fame – 25th Anniversary, 2009 (15.45 Uhr),

The Rolling Stones – Live at the Max, 1989 (20.00 Uhr),

Bruce Springsteen & The E Street Band – London Calling, 2009 (23.00 Uhr),

The Pretenders – Live in London 2009 (03.15 Uhr),

Oasis – Electric Proms, 2008 (04.00 Uhr),

Die Toten Hosen: Mach mal lauter – Live in Berlin, 2009 (05.00 Uhr).

Das komplette, nur aus Erstausstrahlungen bestehende Programm gibt es hier.


Horrorfilm des Tages: Night of the Living Dead

Dezember 30, 2010

Nach der von Frank Schnelle und Andreas Thiemann für „Die 50 besten Horrorfilme“ (Bertz + Fischer Verlag, 2010) erstellten Liste ist George A. Romeros „Night of the Living Dead“ (Die Nacht der lebenden Toten, USA 1968) der beste Horrorfilm aller Zeiten.

Für alle die ihn noch nicht gesehen haben:

Die Bildqualität der Kopie ist bescheiden. Aber für einen ersten Eindruck reicht es allemal.


TV-Tipp für den 30. Dezember: Blood Work

Dezember 30, 2010

ZDF, 22.15

Blood Work (USA 2002, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)

FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.

Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.

„I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)

Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston

Hinweise

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. Dezember: American Gangster

Dezember 29, 2010

ZDF, 22.15

American Gangster (USA 2007, R.: Ridley Scott)

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Mark Jacobson: The Return of Superfly (Reportage, New York Magazine, August 2000)

Biopic über den Aufstieg und Fall des Drogenbarons Frank Lucas in Harlem in den frühen Siebzigern.

Das Zeitkolorit ist toll, weniger toll ist, dass Denzel Washington als Drogenhändler Frank Lucas und Russell Crowe als den ihn jagenden Detective Richie Roberts erst am Ende eine gemeinsame Szene haben. Davor bekommen wir zwei Filme präsentiert: einen tollen Gangsterfilm (so als Best-of-Gangsterfilm), einen weniger tollen Polizeifilm und insgesamt einen doch ziemlich durchschnittlichen Film, der sich nie entscheiden kann welche Geschichte er erzählen soll und er deshalb in deutlich über zwei Stunden (Hey, früher gab’s für die Spielzeit auch zwei Filme) beide Geschichten erzählt. Das kommt dabei heraus, wenn man zwei Stars hat, die auf ihrer Filmzeit bestehen. Vielleicht hätte Ridley Scott Val Kilmer für die Rolle des Polizisten anfragen sollen.

mit Denzel Washington, Russell Crowe, Cuba Gooding jr., Josh Brolin, RZA, John Ortiz, Ted Levine, Chiwetel Eliofor, Armand Assante, Carla Gugino

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „American Gangster“

Wikipedia über „American Gangster“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „American Gangster“ von Steven Zaillian


TV-Tipp für den 28. Dezember: Bruno Jonas live

Dezember 28, 2010

BR, 22.45

Bruno Jonas live

Aufzeichnung seines Soloprogramms „Bis hierher und weiter“. 90 Minuten feinstes, politisches Kabarett.

Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas