TV-Tipp für den 21. Februar: Nach eigenen Regeln

Februar 21, 2009

ARD, 23.40

Nach eigenen Regeln (USA 1996, R.: Lee Tamahori)

Drehbuch: Pete Dexter (nach einer Geschichte von Pete Dexter und Floyd Mutrux)

LA, fünfziger Jahre: Cop Hoover und seine Einheit sorgen wenig zimperlich für Ordnung. Als eine Bekannte von Hoover ermordet wird, stoßen sie auf einen politischen Skandal.

Natürlich erinnert vieles an die Schwarze Serie und „Chinatown“. Aber trotzdem ist „Nach eigenen Regeln“ ein unterhaltsames Period-Picture mit Starbesetzung.

Mit Nick Nolte, Chazz Palminteri, Melanie Griffith, Michael Madsen, Chris Penn, Treat Williams, Jennifer Connelly, Daniel Baldwin, Andrew McCarthy, John Malkovich, Ed Lauter, Aaron Neville (Musiker), Bruce Dern (ungenannt), Louise Fletcher (ungenannt), Rob Lowe (ungenannt), William L. Petersen (ungenannt)

Hinweis

Krimi-Couch über Pete Dexter

Powell’s Books: Interview mit Peter Dexter über „Train“

Meine Besprechung von Pete Dexters „Train“ (Train, 2003)


Neu im Kino: Der Kochenmann, 96 Hours

Februar 20, 2009

Der Knochenmann (Aus 2009)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas

LV: Wolf Haas: Der Knochenmann, 1997

Brenner fährt auf’s Land. Eigentlich soll er ein geleastes Auto zurückholen. Aber dann gefällt’s ihm im Wirtshaus von Löschenkohl zu gut, er verliebt sich in die Schwiegertochter des Wirts und stolpert in eine veritable Mordgeschichte. Denn der Löschenkohl wird erpresst, beseitigt seine Erpresser und muss auch auf seinen blöden, aber ambitionierten Sohn aufpassen.

Die dritte Auflage der Ösi-Variante eines Action-Films, eines Whodunit und einer Krimikomödie hat weniger bekannte Namen und weniger Lacher als „Komm, süßer Tod“ und „Silentium“. Dafür ist „Der Knochenmann“ noch desillusioniert-gemeiner in seinem Blick auf die Menschen und Josef Hader hat im Privatdetektiv Brenner die Rolle seines Lebens gefunden. Ich freue mich schon auf den vierten Brenner-Film, der hoffentlich turnusgemäß 2012 im Kino gezeigt wird.

Mit Josef Hader, Josef Bierbichler, Simon Schwarz, Birgit Minichmayr, Stipe Erceg, Christoph Luser, Dorka Gryllus

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Knochenmann“

epd Film: Georg Seeßlen bespricht den Film (und macht sich einige Gedanken über das Genre. Lesenswert!)

96 Hours (Taken, Frankreich 2008)

Regie: Pierre Morel

Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen

Ein neuer Actionkracher aus der Fabrik von Luc Besson. Dieses Mal jettet ein Ex-CIA-Spezialagent nach Paris. Er will seine Tochter aus den Klauen von einigen widerwärtigen Entführern retten und nimmt dabei wenig Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit der Bösewichte.

Mit Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Leland Orser, Jon Gries

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „96 Hours“


TV-Tipp für den 20. Februar: Der Knochenjäger

Februar 20, 2009

Pro 7, 20.15

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Wiederholung: Sonntag, 22. Februar, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Bonushinweis

deaver-der-tauscher

Die deutsche Ausgabe von Jeffery Deavers achtem Lincoln-Rhyme-Roman „Der Täuscher“ (The broken window, 2008) ist gerade erschienen. Lincoln Rhymes Cousin Arthur soll einen Mord begangen haben. Die Beweise sind perfekt. Doch als Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs mit den Ermittlungen beginnen, stoßen sie auf einen Killer, der die Identität von anderen Personen annimmt. Ist Arthur sein letztes Opfer?

Wer sich für das Wochenende noch nichts vorgenommen hat…


TV-Tipp für den 19. Februar: Große Meister – Leichte Beute

Februar 19, 2009

Arte, 23.35

Große Meister – Leichte Beute (D 2009, R.: Jutta Pinzler)

Drehbuch: Jutta Pinzler

Doku über den Diebstahl von wertvoller Kunst, bei dem Opfer, Händler, Fälscher und Ermittler zu Wort kommen. Artnapping ist ein Milliardengeschäft.

Wiederholungen

Sonntag, 1. März, 13.00 Uhr

Samstag, 7. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Doku

Stolen and Wanted

The Art Loss Register (zwei Verzeichnisse von gestohlener Kunst)


TV-Tipp für den 18. Februar: Tatort: Rache-Engel

Februar 18, 2009

Heute ist der Tipp kein Einschalt-, sondern ein Ausschalt-Tipp:

HR, 20.15

TATORT: Rache-Engel (D 2005, R.: Robert Sigl)

Drehbuch: Andreas Föhr, Thomas Letocha, Jochen Senf

Eine Stiftungsvorsitzende wird ermordet. Kommissar Palu und sein Team suchen unter fünf Verdächtigen den Täter.

Grauenhafte Abschiedsvorstellung des SR-Kommissars Max Palu. In seinen jungen Jahren war er ein erfrischend anderer Kommissar. In den letzten Jahren schlug er sich nur noch lustlos durch zunehmend schlechte Filme. Verantwortlich dafür war unter anderem auch Hauptdarsteller Jochen Senf, der einige der Drehbücher schrieb. Auch „Rache-Engel“ stammt aus der Feder des gelegentlichen Krimi-Autors.

Die Erstausstrahlung war von einem gewaltigen Kulissendonner begleitet: Zuerst war Jochen Senf lautstark in der Presse beleidigt, dass er nicht mehr Palu spielen durfte. Dann hielt er das vorliegende Drehbuch für indiskutabel und schrieb in zwei Wochen (Hey, Paul Schrader schrieb „Taxi Driver“ in fünf Tagen.) ein neues Drehbuch. Vor der Ausstrahlung regte sich „Bild“, natürlich penibelst bebildert, über eine kurze Sexszene auf. Der Sender veränderte sie vor der Ausstrahlung. Der Regisseur schrie entsetzt, man habe die gesamte Aussage seines Filmes entstellt (Hm, in welchen Spielfilmen hängt alles von einer knappen Minute in der Mitte des Films ab?).

Und das Publikum durfte einen der schlechtesten Tatorte seit langem sehen: idiotische Dialoge, absurde Szenen, sinnlose Kameraarbeit, indiskutable Schauspielerleistungen. Der „Tatort“ in heftiger Konkurrenz zu C- und D-Filmen (bei denen immerhin der Anteil von Sex und Gewalt in Ordnung ist). Leichter fiel kein Abschied.

Mit Jochen Senf, Gregor Weber, Annett Rennenberg, Alexander Held, Nikolai Kinski, René Soutendijk, Sylvester Groth

Hinweis

Ein weiterer kontroverser „Tatort“ wird vom WDR um 23.15 Uhr gezeigt: „Tote Taube in der Beethovenstraße“. Sam Fuller schrieb das Drehbuch und führte bei dem 25. „Tatort“ Regie. Als erstes schrieb er den Ermittler, Zollfahnder Kressin, aus der Geschichte heraus und inszenierte einen „Tatort“-Klassiker,


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 17, 2009

Der Alligator kehrt zurück, es wird kalt und die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps sind online:

Neben der üblichen Portion Bond, Brunetti und Poirot sind in den kommenden Tagen vor allem John Boormans John-le-Carré-Verfilmung „Der Schneider von Panama“, Joseph Sargents John-Godey-Verfilmung „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (Tony Scott dreht gerade mit Denzel Washington und John Travolta ein Remake), Frank Millers „Sin City“ (Robert Rodriguez, Frank Miller und Quentin Tarantino saßen abwechselnd im Regiestuhl), Jean Renoirs Emile-Zola-Verfilmung „Bestie Mensch“, Lee Tamahoris Pete-Dexter-Verfilmung „Nach eigenen Regeln“, Boris Sagals Jonathan-Latimer-Verfilmung „Columbo: Blumen des Bösen“, Detlev Bucks Gregor-Toressnow-Verfilmung „Knallhart“ und Lars Becker meint in einer TV-Premiere „Schade um das schöne Geld“.


TV-Tipp für den 17. Februar: Bestie Mensch

Februar 17, 2009

Zum 30. Todestag von Jean Renoir (12. Februar 1979)

RBB, 22.50

Bestie Mensch (F 1939, R.: Jean Renoir)

Drehbuch: Jean Renoir

LV: Emile Zola: La bete humaine, 1890 (Der Totschläger)

Lokführer Jacques Lantier verliebt sich in die Frau des Bahnhofvorstehers Roubaud. Sie überredet Lantier ihren Gatten umzubringen.

Beeindruckendes Drama und einer der besten Filme von Jean Renoir.

André Bazin, langjähriger Freund von Renoir und Herausgeber von „Cahiers du Cinéma“, schrieb zu „Bestie Mensch“: „Insgesamt lässt sich sagen, dass Renoir den Roman an fast allen Stellen verbessert hat. Die Darstellung des technischen Milieus bleibt im Film nicht hinter der des Romans zurück, ja übertrifft sie recht häufig. Die Motivierung der Charaktere ist bei Renoir viel besser. Denn er begründet sie nicht aus der Psychologie, sondern aus einer Metaphysik des Schauspielers. Was man auf der Leinwand sieht, ist nicht die Mordlust eines Lantier, sondern die von Gabin…Insgesamt hat Renoir die Geschichte fachgerecht nach den Regeln des Kinos dramatisiert und vereinfacht, und das Ergebnis ist besser als der Roman. Man könnte fast sagen: die wenigen Schwächen des Drehbuchs sind Überbleibsel aus dem Roman.“

Mit Jean Gabin, Simone Simon, Julien Carette

Hinweise

RBB zum Film

Arte über Jean Renoir

Wikipedia über Jean Renoir

Senses of Cinema über Jean Renoir


TV-Tipp für den 16. Februar: Schade um das schöne Geld

Februar 16, 2009

ZDF, 20.15

Schade um das schöne Geld (D 2009, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Gewohnt hochkarätig besetzte Dorfkomödie von Lars Becker: eine Wettgemeinschaft knackt den Lotto-Jackpot und der Knatsch um das liebe Geld beginnt.

Mit Heike Makatsch, Uwe Ochsenknecht, Armin Rohde, Christian Ulmen, Cosma Shiva Hagen, Gustav Peter Wöhler, Ingo Naujoks, Catrin Striebeck, Ill-Young Kim

Hinweise

ZDF über den Film

Besprechungen im Tagespiegel und Frankfurter Rundschau

Wiesbadener Kurer: Interview mit Uwe Ochsenknecht über seine Rolle


TV-Tipp für den 15. Februar: Sin City

Februar 15, 2009

Pro 7, 23.00

Sin City (USA 2005, R.: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Ohne viele Worte (sonst wird’s ziemlich lang): Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Wiederholung: Montag, 16. Februar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sin City“

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)


TV-Tipp für den 14. Februar: Der Schneider von Panama

Februar 14, 2009

Sat.1, 00.15

Der Schneider von Panama (USA/Irl./GB 2001, R.: John Boorman)

Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis

LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)

Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.

Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.

Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter

Wiederholung: Sonntag, 14. Februar, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Marionetten“ (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)


Neu im Kino: The International

Februar 13, 2009

The International (The International, USA/D 2009)

Regie: Tom Tykwer

Drehbuch: Eric Warren Singer

Ein Interpol-Agent und eine New Yorker Staatsanwältin wollen eine mächtige Bank, die Krieg und Terror finanziert, zur Strecke bringen. Das ist natürlich nicht so einfach.

Eine Woche nachdem „The International“ die Berlinale eröffnete, läuft Tom Tykwers neuer Film in den Kinos an. Für Berliner wegen dem exzessiven Berlin-Shooting natürlich ein Pflichtprogramm. Bei den Kritikern stieß der Politthriller auf ein geteiltes Echo.

„Es gibt doch zurzeit nicht gerade haufenweise starke Thriller mit überzeugendem Gegenwartsbezug, die trotzdem dynamisch und intensiv sind, und die nicht angestrengt aufklärerisch oder bieder moralisierend daherkommen. Energische und trotzdem nachdenkliche Filme, deren Actionsequenzen nicht so hysterisch und ermüdend wirken, sondern klug verteilt sind. So einen Film wollte ich machen, auch aus einem gewissen Frust heraus, dass es in den letzten Jahren nur ganz wenige Vorbilder gab, an denen man sich hätte orientieren können. (…) Unser Film ist auch eine Reminiszenz an die klassischen Polit-Thriller aus den Siebzigerjahren, wo die Idee eines geheimen Systems innerhalb der offiziellen Dienste sehr verbreitet war. (…) Dieses Element des Paranoia-Thrillers wollten wir aufnehmen und in die Gegenwart führen.“ (Tom Tykwer, Berliner Zeitung 31. Januar/1. Februar 2009)

Mit Clive Owen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Brian F. O’Byrne

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The International“

Rotten Tomatoes über „The International“


TV-Tipp für den 13. Februar: Als die Polizei noch im Käfer kam

Februar 13, 2009

WDR, 20.15

Als die Polizei im Käfer kam – Blaulichtgeschichten aus NRW (D 2008, R.: Lothar Schröder)

Drehbuch: Lothar Schröder

Früher war alles besser. Zum Beispiel bei der Polizei. Die Ausrüstung war top. Sie hatten einen VW Käfer für die Ganovenjagd. Und wenn der gerade nicht ansprang, dann wurde die Straßenbahn genommen. Holzknüppel waren reguläre Einsatzwaffen, damals gegen mit Pistolen bewaffnete Verbrecher, später gegen Demonstranten (aber das ist eine andere Geschichte). Ja, damals in den Fünfzigern war die Welt noch in Ordnung.

Und heute erfahren wir Nachgeborenen, anhand von Interviews und Archivbildern, wie die bundesdeutsche Polizei aufgebaut wurde.

Die aktuellen Meldungen über reparaturbedürftige Autos, privat gekaufte Handys, Laptops und Schutzwesten, und den digitalen Polizeifunk können Sie in der Tageszeitung ihres Vertrauens lesen.

Wiederholung: Montag, 16. Februar, 14.15 Uhr

Hinweis

WDR zur Doku


TV-Tipp für den 12. Februar: Yakuza-Kino

Februar 12, 2009

Arte, 22.25

Yakuza-Kino (F 2008, R.: Yves Montmayeur)

Drehbuch: Yves Montmayeur

Einstündige Doku über die japanische Variante des Gangsterfilms von den Anfängen bis heute.

Wiederholungen

Samstag, 15. Februar, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 25. Februar, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Montag, 2. März, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte-Dossier zu „Yakuza-Kino“

Arte über die Doku

Taz (Hanns Zischler) über die Doku (nicht so begeistert)


TV-Tipp für den 11. Februar: Teufel in Blau

Februar 11, 2009

Kabel 1, 22.25

Der Teufel in Blau (USA 1995, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: Carl Franklin

LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)

Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.

Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.

Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle

Hinweise

Homepage von Walter Mosley

Meine Besprechung von Walter Mosleys Kurzroman „Archibald Lawless: Freier Anarchist“ in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Bei YouTube kann der Film im Original angesehen werden.


TV-Tipp für den 10. Februar: Sophie Scholl – Die letzten Tage

Februar 10, 2009

BR, 21.45

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Deutscher Filmpreis: Nominierungen für „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)


TV-Tipp für den 9. Februar: Psycho (1960), Psycho (1998)

Februar 9, 2009

Die Hessen im cineastischen Service-Fieber:

HR, 23.45

Psycho (USA 1960, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Joseph Stefano

LV: Robert Bloch: Psycho, 1959 (Psycho)

Ein immer wieder gern gesehener Schocker von Alfred Hitchcock und das beste Argument gegen Duschen.

Mit Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin

HR, 01.30

Psycho (USA 1998, R.: Gus Van Sant)

Drehbuch: Joseph Stefano

LV: Robert Bloch: Psycho, 1959 (Psycho)

Marion Crane stiehlt 400.000 Dollar. Auf ihrer Flucht übernachtet sie in Bates Motel. Das ist ein tödlicher Fehler. Denn die Mutter des netten Hotelbesitzers Norman Bates ist nicht ohne.

Blöde Idee: Gus Van Sant verfilmte in Farbe Hitchcocks Meisterwerk „Psycho“ einfach noch einmal Bild für Bild. Ein vollkommen überflüssiger und langweiliger Film, bei dem viel Talent unsinnig verbraten wurde.

Mit Anne Heche, Viggo Mortensen, Vince Vaughn, Julianne Moore, William H. Macy, Robert Forster


TV-Tipp für den 8. Februar: Tatort: Familienaufstellung

Februar 8, 2009

ARD, 20.15

Tatort: Familienaufstellung (D 2009, R.: Mark Schlichter)

Drehbuch: Thea Dorn, Seyran Ates

Rojin Korkmaz wird ermordet. Ihre Familie bereitet, anstatt um die eine Tochter zu trauern, ein großes Hochzeitsfest für die andere Tochter vor. Kommissarin Inga Lürsen glaubt an einen Ehrenmord und wühlt im Schmutz des wohlhabenden Korkmaz-Clans.

Zweiter Lürsen-Tatort von Thea Dorn. Dieses Mal geht’s um Ehrenmord und mit Seyran Ates hat eine ausgewiesene Fachfrau am Drehbuch mitgeschrieben. Ob’s allerdings auch mit der Krimispannung hinhaut?

Mit Sabine Postel, Oliver Mommsen, Erol Sander, Kostja Ullmann

Hinweise

Radio Bremen zum Tatort „Familienaufstellung“

Tatort-Fundus: Interview mit Thea Dorn zum Tatort


TV-Tipp für den 7. Februar: Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell

Februar 6, 2009

Vox, 20.15

Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell (Can/USA 2005, R.: Christian Duguay)

Drehbuch: Carol Doyle, Agatha Dominik

Bill Meehan und Kate Morozov vom Heimatschutzministerium jagen einen skrupellosen Menschenhändler, der seine Opfer aus dem Ostblock und Asien in die USA schmuggelt.

Hochgelobter und vielfach ausgezeichneter TV-Zweiteiler, der seine TV-Premiere an einem langen Abend feiert. „Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell“ war für mehrere Emmys (für Sutherland, Carlyle und die Musik) und Golden Globes (für Sutherland und Sorvino) prämiert und erhielt mehrere Auszeichnungen der Directors Guild of Canada, unter anderem für die Regie und als beste Miniserie.

Auch wenn nicht explizit auf „The Girls Next Door“ von Peter Landesman (New York Times Magazine, 25. Januar 2004) verwiesen wird, hat diese Reportage das Problem des Frauenhandels in das Bewusstsein der Amerikaner gerückt. Sie war die Inspiration für den ziemlich missglückten Spielfilm „Trade“.

Mit Donald Sutherland, Mira Sorvino, Robert Carlyle

Wiederholung: Montag, 9. Februar, 00.10 Uhr (Taggenau! – Wieder beide Teile in einem Rutsch.)

Hinweise

Agatha Dominik über ihr Drehbuch

Wikipedia über „Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell“

Variety über „Human Trafficking“ (nicht so begeistert)

EFilmCritic: Scott Weinberg über „Human Trafficking“ (überrascht von der Qualität des Films)


TV-Tipp für den 6. Februar: Young Adam – Dunkle Leidenschaft

Februar 6, 2009

Ein Film mit der Berlinale-Jurypräsidentin

3sat, 22.25

Young Adam – Dunkle Leidenschaft (F/GB 2003, R.: David Mackenzie)

Drehbuch: David Mackenzie

LV: Alexander Trocchi: Young Adam, 1954/1957 (Wasserläufe)

Glasgow, um 1950: Der gescheiterte Schriftsteller Joe heuert auf Les Lastkahn an. Schnell beginnt er ein Verhältnis mit dessen Frau. Als Joe und Les eine tote Frau im Wasser entdecken, verschweigt Joe, dass er die Tote kennt.

David Mackenzie beschreibt „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“ als eine unmoralische Parabel über die Moral. Über den innerlich zerrissenen Helden Joe sagt er: „Von reiner Unschuld ist er so weit entfernt wie man nur sein kann, und doch trifft ihn andererseits keine Schuld.“

Düstere Erotiktragödie, bei der die Sexszenen in den USA für den erwarteten Skandal sorgten, während auf dem Kontinent das Interesse mehr der Geschichte galt.

„Der Film lebt von seiner atmosphärischen Dichte und einem erstklassigen Ensemble, das dem unnachgiebigen Blick der Kamera standhält.“ (Martin Schwickert, AZ, 9. Dezember 2004) oder „Ein wunderschöner, trauriger, lyrischer Film, ein kleines Meisterstück.“ (film-dienst)

Die Musik schrieb David Byrne.

Mit Evan McGregor, Tilda Swinton, Peer Mullan, Emily Mortimer, Jack McElhone, Therese Bradley


Neu im Kino: The Spirit

Februar 5, 2009

The Spirit (The Spirit, USA 2008)

Regie: Frank Miller

Drehbuch: Frank Miller

LV: Will Eisner (Charakter)

The Spirit kämpft gegen Mr. Octopuus.

Das haben die bahnbrechenden Comics von Will Eisner, seinen Nachfolgern und der Verfilmung von Frank Miller gemeinsam. In den Comics hat Octopus kein Gesicht. Im Film ist er – deutlich erkennbar – Samuel L. Jackson.

Aber das ist nicht der größte Unterschied zwischen Vorlage und Verfilmung: während die Comics bunte Abenteuer mit einem menschlichen Helden, der gerade in den neueren Geschichten von Darwyn Cooke gar nicht mehr so heldenhaft rüberkommt, Humor und gewitzten Spielen mit bekannten Genres und Genretopoi sind, ist Frank Millers „The Spirit“ eher ein neues Kapitel der „Sin City“-Saga.

Den Fans gefiel’s, wie auch das Einspielergebnis in den USA zeigt, nicht. Den Kritikern gefiel’s ebenfalls nicht. Der deutsche Start wurde um eine Woche nach hinten verschoben und die Werbung hält sich in überschaubaren Grenzen. Die Zahl der Kopien wahrscheinlich ebenso. In Berlin startet der Film in 15 Kinos. „Operation Walküre“ und „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ laufen in mehreren Kinos.

Mit Gabriel Macht, Samuel L. Jackson, Scarlett Johansson, Eva Mendes, Sarah Paulson, Eric Balfour, Louis Lombardi (noch einer aus „24“), Frank Miller

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Spirit“

Meine Besprechung von Darwyn Cooke/J. Bone/Dave Stewarts “Will Eisner’s The Spirit – 1” (The Spirit, No. 1 – 6, 2007)

Meine Besprechung von Darwyn Cooke/Walter Simonson/Jimmy Palmiottis “Will Eisner’s The Spirit – 2” (The Spirit, No. 7 – 12, 2007/2008)

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows “Hard Boiled” (Hard Boiled, 1990/1992)