TV-Tipp für den 29. August

August 29, 2008

Arte, 21.00

Unter Verdacht: Brubeck (D 2008, R.: Ed Herzog)

Drehbuch: Wolfgang Stauch

LV: Wolfgang Stauch: Brubecks Echo, 2000

Bei einem Autounfall starben Frau und Kind von Hauptkommissar Brubeck. Er will sich an den Tätern, einer Pharmavertreterin und einem Starpianisten, rächen. Eva Prohacek versucht das zu verhindern.

Alle, die Stauchs Roman gelesen haben und denen er gefiel, sollten wahrscheinlich nicht einschalten. Denn der Film „Brubeck“ entstand „nach Motiven von“.

Ansonsten: eine weitere Folge von derzeit Deutschlands bester Krimiserie.

Mit Senta Berger, Rudolf Krause, Gert Anthoff, Fritz Karl, Ben Becker

Wiederholung: Sonntag, 7. September, 15.40 Uhr

Hinweise

Homepage von Wolfgang Stauch

Arte zum Film


TV-Tipp für den 28. August

August 28, 2008

WDR, 23.15

Die Atempause (I/F/Ch/D 1996, R.: Francesco Rosi)

Drehbuch: Tonino Guerra, Sandro Petraglia, Francesco Rosi, Stefano Rulli

LV: Primo Levi: La Tregua, 1963 (Die Atempause)

Francesco Rosis letzter Spielfilm hat zwar nicht die Kraft seiner früheren Werke, aber er ist auch viel besser als seine Bekanntheit (eigentlich Unbekanntheit) vermuten lässt. Rosi verfilmte das zweite autobiographische Buch von Primo Levi. In ihm erzählt Levi, nachdem er aus dem KZ Auschwitz befreit wurde, von seiner monatelangen Odyssee durch Polen, die Ukraine und Weißrussland. Zusammen mit anderen Leidensgenossen wollte er zurück in seine Heimat Italien.

„Mit John Turturro in der Levi-Rolle gelingt der Balanceakt zwischen dokumentarischem Faktenwissen und subjektiver Fiktion nicht immer nahtlos, vermag aber als dichte Folge unglaublicher Begegnungen zu fesseln.“ (Lothar R. Just: Film-Jahrbuch 2000)

Mit John Turturro, Rade Serbedzija, Massimo Ghini, Stefano Dionisi, Teco Celio

Hinweise

Wikipedia über Primo Levi

Wikipedia über Francesco Rosi


TV-Tipp für den 27. August

August 27, 2008

HR, 23.05

Fletch – Der Troublemaker (USA 1985, R.: Michael Ritchie)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Gregory Mcdonald: Fletch, 1974 (Fletch)

Journalist Fletch recherchiert undercover im Penner-Milieu. Da erhält er von einem reichen Pinkel den Auftrag, ihn umzubringen. Fletch wittert, neben viel Geld, eine gute Story.

Der kurzweilige Roman erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis und sollte unbedingt gelesen werden. Der Film ist dagegen eine schwache Angelegenheit.

Alle Fletch-Romane sind bei Vintage Crime/Black Lizard im Original erhältlich. Die deutschen Übersetzungen gibt’s im Antiquariat ihres Vertrauens.

Mit Chevy Chase, Joe Don Baker, Geena Davis (in einer Nebenrolle)

Hinweise

Homepage von Gregory Mcdonald

Thrilling Detective über Fletch

Mystery File: Lee Goldberg über Gregory Mcdonald und Fletch (und die Verfilmung)


TV-Tipp für den 26. August

August 26, 2008

ZDF, 21.00

Der Fall: Die Frau ohne Gesicht (D 2008, R.: Ulrike Eichin, Kristina Kayatz)

Drehbuch: Ulrike Eichin, Kristina Kayatz

Sie schlägt überall zu. Sie nutzt den Straftatenkatalog von Einbruch bis Mord aus. Sie hinterließ an über dreißig Tatorten ihre DNS. Aber noch niemand hat sie gesehen. Das klingt jetzt wie die Werbung für einen absurden Ami-Thriller, ist aber deutsche Wirklichkeit.

Die 45-minütige Doku zeichnet die Arbeit der Ermittler nach.

Hinweise

ZDF zur Doku (umfangreich; Doku ist nach der Ausstrahlung in der Mediathek)

Die Zeit: Christian Schüle: Die Unsichtbare (Reportage über die Taten und die Suche nach dieser Frau, 24. April 2008 )


TV-Tipps für’s Wochenende

August 22, 2008

Mamet zum Ersten, Scorsese zum Dritten (aber im Ersten)

Samstag, 23. August

Kabel 1, 20.15

Heist – Der letzte Coup (USA/Can 2001, R.: David Mamet)

Drehbuch: David Mamet

Nachdem Meisterdieb Joe Moore von einer Überwachungskamera gefilmt wird, will er aufhören. Sein Hehler Bergmann erpresst ihn zu einem letzten Coup.

Gute Dialoge, gute Schauspieler und ein wendungsreiches Drehbuch voller Täuschungsmanöver. Denn natürlich will hier jeder jeden übers Ohr hauen.

Mit Gene Hackman, Dann DeVito, Delroy Lindo, Sam Rockwell

Wiederholung: Sonntag, 24. August, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 24. August

ARD, 23.30

GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (USA 1990, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Nicholas Pileggi

LV: Nicholas Pileggi: Wiseguy, 1985 (Der Mob von innen)

Preisgekrönter und mitreisender Gangsterfilm über das Leben des Mafia-Aussteigers Henry Hill zwischen 1955 und 1980 in New York.

Bei Scorsese sind Gangster die Kehrseite des amerikanischen Traums und die Mafia keine ehrenwerte Gesellschaft, sondern eine Ansammlung von Killern, Schlägern und Betrügern.

„Einige Autoren (wie Martin Amis) sehen Raging Bull, GoodFellas und Casino als eine zusammenhängende Trilogie, die unter anderem als Gegenentwurf gegen Coppolas romantisierende Godfather-Trilogie zu verstehen sei. (…) Wenn Raging Bull den Erfolg und GoodFellas die Gewalt untersucht hat, dann ist Casino der Film, der ‚Vertrauen’ behandelt. Wie eine Krankheit.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

mit Robert De Niro, Joe Pesci (Oscar als bester Nebendarsteller), Ray Liotta, Lorraine Bracco, Paul Sorvino


TV-Tipp für den 22. August

August 22, 2008

Tele 5, 00.55

Dog Day – Ein Mann rennt um sein Leben (F 1983, R.: Yves Boisset)

Drehbuch: Yves Boisset, Michael Audiard, Dominique Roulet, Serge Korber, Jean Herrmann

LV: Jean Vautrin (= Jean Herrmann): Canicule, 1982

Das Auftauchen eines flüchtigen amerikanischen Bankräubers, der seine in Kornfeldern vergrabene Beute holen möchte, sorgt für das tödliche Aufbrechen familiärer Konflikte.

Lange, lange, lange nicht mehr gezeigter top besetzter französischer Krimi.

„In ‚Dog Day’ kehrt [Boisset] Stereotypen und Mythen des amerikanischen und französischen Gangster- und Actiongenres ins Satirische und Groteske um. In seinem Spiel mit dem Markenzeichen Lee Marvin verdeutlicht er, wie das Alltägliche in seiner öden Banalität Sprengkraft anstauen kann, die durch einen geeigneten Auslöser mehr kriminelle Energie freisetzt, als es sich die einschlägigen Profis der Filmgeschichte träumen lassen. Ein Film, nicht ohne Schwächen in der Charakterisierung einzelner Figuren, der vor allem durch die hervorragende Miou-Miou, durch Jean Carmet und Lee Marvin getragen wird.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Mit Lee Marvin, David Bennent, Miou-Miou, Bernadette Lafont, Victor Lanoux, Jean Carmet

Wiederholungen

Samstag, 23. August, 04.30 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 24. August, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Evene über Jean Vautrin

Wikipedia über Jean Vautrin (nicht so umfangreich)

Lire: Porträt Jean Vautrin (2001/2002 – alle französisch)


TV-Tipp für den 21. August

August 20, 2008

Gleich der nächste Scorsese-De-Niro-Pesci-Film:

ARD, 00.05

Casino (USA 1995, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Nicholas Pileggi

LV: Nicholas Pileggi: Casino: Love and Honor in Las Vegas, 1995 (Casino)

Biopic über die Mafia in Las Vegas in den Siebzigern

Kurz gesagt: ein Meisterwerk und Pflichttermin für Krimifans.

„Die einander ergänzenden Elemente von ‚Casino’, die genaue, materialistische Dokumentation, das Shakespeare-Drama von Macht und Fall, der Genrefilm und die Strindbergsche Seelenpein von Mann und Frau, zwischen denen eine unsichtbare Mauer steht, laufen alle auf die Feststellung hinaus, die Robert De Niro schon am Anfang getroffen hat: dass niemand gegen die Bank gewinnen kann. Das ist nicht nur konkrete Beschreibung einer ökonomisch-kriminellen Situation und soziale Metapher auf das Wesen des Kapitalismus, sondern auch ein philosophisches Gleichnis.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

Mit Robert De Niro, Sharon Stone, Joe Pesci, James Woods, Kevin Pollak, L. Q. Jones

Hinweise

Drehbuch “Casino” von Martin Scorsese und Nicholas Pileggi

Entertainment Weekly: Interview mit Nicholas Pileggi zu “Casino”

Charlie Rose unterhält sich mit Nicholas Pileggi über „Casino“

Homepage von Frank ‚Lefty‘ Rosenthal (dessen Leben in „Casino“ verfilmt wurde)


TV-Tipp für den 20. August

August 20, 2008

RBB, 22.55

Wie ein wilder Stier (USA 1980, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Paul Schrader, Mardik Martin

LV: Jake La Motta mit Joseph Carter und Peter Savage: Raging Bull: My Story, 1970

Düsteres Biopic über den Boxer Jake La Motta. Scorsese drehte die zwischen 1941 und 1964 spielende Geschichte eines schnellen Aufstiegs und tiefen Falls stilbewusst in Schwarzweiß und Hauptdarsteller Robert De Niro ging vollständig in seiner Rolle auf. Dafür erhielt er einen Oscar und einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller.

Mit Robert De Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci, Frank Vincent

Wiederholungen

WDR, Mittwoch, 26. August, 22.30 Uhr

SWR, Donnerstag, 27. August, 23.00 Uhr

Hinweis

Wikipedia über Jake La Motta


TV-Tipp für den 19. August

August 19, 2008

ZDF, 21.00

Im Netz der Mafia (D 2008, R.: Ulrike Brödermann, Philipp Zahn)

Drehbuch: Ulrike Brödermann, Philipp Zahn

45-minütige Doku über die Hintergründe des Mordes an sechs Italienern am 15. August 2007 in Duisburg. Brödermann und Zahn verfolgten die Spur der Täter und Opfer dieser Mafiafehde bis nach Kalabrien.

Hinweise

ZDF über die Doku (und natürlich kann in der dortigen Mediathek die Doku jederzeit angesehen werden)

Die Welt über die „Mafia-Morde von Duisburg“ (14. August 2008 – mit weiterführenden Links)


TV-Tipp für den 18. August

August 18, 2008

WDR, 22.45

TATORT: Einzelhaft (D 1988, R.: Theodor Kotulla)

Drehbuch: Frank Göhre

Buch zum Film: Frank Göhre: Einzelhaft (Weltbild Verlag 1999)

Schimanski glaubt im Gegensatz zu Thanner nicht, dass Rolf Vogtländer seine Frau umgebracht hat. Nach einem Gespräch mit Vogtländers schöner Tochter Ilona ermittelt Schimanski auf eigene Faust. Dumm nur, daß Ilona den Mörder alleine finden will und lesbisch ist.

Ein ruhiger Schimanski, musikalisch unterlegt von Eberhard Weber.

Der Weltbild Verlag veröffentlicht 1999 in einem einheitlichen Layout mehrere Romane zu TATORTEN: einige waren lange nicht mehr erhältliche Bücher, die als TATORT verfilmt wurden (unter anderem von der Creme de la Creme deutscher Autoren wie Hansjörg Martin, Michael Molsner, Friedhelm Werremeier, Richard Hey, -ky, Felix Huby), einige waren Bücher zum Film, die bislang überhaupt nicht als Buch erhältlich waren. Dazu gehört auch Göhres überaus liebloses und kaum lesbares Buch.

Mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge

Hinweise

Host-Schimanski-Fanseite

Homepage von Frank Göhre

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (überarbeitete Neuausgabe, 2007)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008 )

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008 )


TV-Tipp für den 17. August

August 17, 2008

ZDF, 22.00

Der Preis des Verbrechens: Tödliches Geheimnis – Teil 1 (GB 2002, R.: Ferdinand Fairfax)

Drehbuch: Lynda La Plante

Als der einschlägig vorbestrafte Sägewerkbesitzer Bob Brickman verdächtig schnell eine Entführung und einen Mord gesteht, fragt sich Detective Pat North, wen Brickman deckt.

Auch die sechste Ausgabe von “Trial & Retribution” wird wieder einmal bestes britisches Krimifernsehen bieten.

Teil 2 am Sonntag, den 24. August, um 22.00 Uhr.

Mit David Hayman, Kate Buffery, Dorian Lough

Hinweis

Homepage von Lynda La Plante

SreeenOnline über Lynda La Plante

The Museum of Broadcast Communication über Lynda La Plante

BBC: Interview mit Lynda La Plante (auch Audio)

The Observer: Interview mit/Artikel über Lynda La Plante (2004)


TV-Tipp für den 16. August

August 16, 2008

RTL, 20.15

Jarhead – Willkommen im Dreck (USA 2005, R.: Sam Mendes)

Drehbuch: William D. Broyles Jr.

LV: Anthony Swofford: Jarhead: A Marine’s Chronicle of the Gulf War and Other Battles, 2003 (Jarhead: Erinnerungen eines US-Marines)

Anthony Swofford ist ein junger, gut ausgebildeter Marine, der 1991 Saddam Hussein ordentlich in den Arsch treten will. Stattdessen langweilt er sich, zusammen mit seinen Kumpels, in der Wüste.

Sam Mendes zeigt in seinem dritten Spielfilm, nach einem Tatsachenbericht, die andere Seite des Krieges: tödliche Langeweile und das Warten auf Dinge, die niemals passieren.

Mit Jake Gyllenhaal, Scott MacDonald, Peter Sarsgaard, Jamie Foxx, James Morrison, Chris Cooper, Dennis Haysbert

Wiederholung: Sonntag, 17. August, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film

Wikipedia über den Film „Jarhead“

Film-Focus: Interview mit Anthony Swofford (englisch, 2005)

Combustible Celluloid: Interview mit Anthony Swofford (2005)

Powells.Com: Interview mit Anthony Swofford (2003)


TV-Tipp für den 15. August

August 15, 2008

Während vor meiner Haustür das Fantasy-Filmfest mit „The Art of Negative Thinking“ wütet, bringt Das Erste Höhepunkte der deutschen Filmkunst:

ARD, 01.25

Todesschüsse am Broadway (D 1968, R.: Harald Reinl)

Drehbuch: Rolf Schulz, Christa Stern

LV: Heftserie aus dem Bastei Lübbe Verlag

Jerrys achter und letzter filmischer Einsatz: Gelingt es Jerry Cotton, die Goldbarren vor Gangsterboss Costello in Sicherheit zu bringen?

Genaueres erfahren sie nach Mitternacht, aber bevor „Die Rechnung eiskalt serviert“ wird.

Mit George Nader, Heinz Weiss, Heidy Bohlen, Herbert Fux, Michaela May, Arthur Braus

ARD, 02.55

Die Rechnung eiskalt serviert (D/F 1966, R.: Helmuth Ashley)

Drehbuch: Georg Hurdalek

LV: Heftserie aus dem Bastei Lübbe Verlag

Jerry Cottons vierter Einsatz: Gangster überfallen streng geheime Transporte der amerikanischen Staatsbank. Jerry jagt sie.

Damals spielte Horst „Derrick“ Tappert noch auf der falschen Seite des Gesetzes.

Mit George Nader, Heinz Weiss, Richard Münch, Horst Tappert, Walter Rilla, Arthur Brauss

Zusatzinfo

Die „Neues vom Wixxer“-Macher planen einen Jerry-Cotton-Film als „augenzwinkernden Action-Film“. Denn:

Der Name JERRY COTTON steht für Coolness, spannende Crime Plots und Action. JERRY COTTON  ist die deutsche Antwort auf James Bond und der smarte G-man braucht sich vor dem legendären MI6  Agenten nicht zu verstecken. Maßgeschneiderte Anzüge, den richtigen Spruch an der richtigen Stelle  und die Fähigkeit einen Jaguar so zu fahren, als hätte man darin laufen gelernt…

Ich befürchte, die meinen das nicht ironisch.

Hinweise

Bastei Verlag über Jerry Cotton

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Jerry Cotton

Wikipedia über Jerry Cotton

Geisterspiegel über Jerry Cotton


TV-Tipp für den 14. August

August 14, 2008

Gut, ich hatte vor einigen Tagen die Erstausstrahlung zum Tagestipp gemacht, die Kamera ist ziemlich nervig (vulgo modern), aber trotzdem:

3sat, 21.00

scobel: Quellcode des Lebens: Gert Scobel im Gespräch mit Kultautor William Gibson


TV-Tipp für den 13. August

August 13, 2008

3sat, 21.00

Schlebachs schwerster Fall: Michael N. ist nicht zu finden (D 2008, R.: Thomas Diehl)

Drehbuch: Thomas Diehl

Ob das wirklich KHK Ralf Schlebachs (K1 Ludwigshafen) schwerster Fall ist, wissen wir nicht, aber die einstündige Doku über die Suche nach einem nach einer Schlägerei vermissten 23-jährigen Bankkaufmann gibt sicher gute und authentische Einblicke in die Arbeit der Polizei.


TV-Tipp für den 12. August

August 12, 2008

Arte, 22.45 (VPS 22.40)

The Concert for Bangladesh (USA 1972, R.: Saul Swimmer)

Damit fing’s an: George Harrison organisierte das Benefizkonzert für die Flüchtlinge aus Bangladesh und lud, damit anschließend auch viel Geld gespendet werden konnte, viele bekannte Musiker ein. Neben ihm spielten am 1. August 1971 im New Yorker Madison Square Garden Ravi Shankar, Bob Dylan, Eric Clapton, Ringo Starr, Leon Russell, Jim Keltner und Billy Preston ihre bekanntesten Lieder. Und wir können das heute im Puschenkino sehen.

Wiederholung: Samstag, 16. August, 14.10 Uhr

Hinweise

Arte zum Konzertfilm

„The Concert for Bangladesh“-Homepage

Wikipedia über das Ereignis

Unicef zum 35. Jahrestag des Konzertes


TV-Tipp für den 11. August

August 11, 2008

Arte, 21.15

Die Verlobung des Monsieur Hire (F 1989, R.: Patrice Leconte)

Drehbuch: Patrice Leconte, Patrick Dewolf

LV: Georges Simenon: Les fiancailles de M.Hire, 1933 (Die Verlobung des Monsieur Hire)

Wer ist der unauffällige, stets korrekt gekleidete Monsieur Hire? Ein Mädchenmörder oder nur ein harmloser Spanner?

Lecontes zu Recht hochgelobte Simenon-Verfilmung wird heute – nach zwölf Jahren – wieder gezeigt. Also: unbedingt einschalten oder aufnehmen.

Vor „Die Verlobung des Monsieur Hire“ drehte Leconte den Kassenschlager „Die Spezialisten“; ein witzig-wendungsreiches Caper-Movie. Mit „Die Verlobung des Monsieur Hire“ begann er sein Spätwerk. Der Film war, neben zahlreichen weiteren Césars, auch für den besten Film, bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin nominiert.

„Bemerkenswert ist Monsieur Hire nicht allein durch seine exzellenten Darsteller. Er ist vielmehr ein Beispiel für Spannung, die auf Effekte verzichtet und statt dessen eine unterschwellige Bedrohung vermittelt, die Leconte nur in Details, in Gesten, Blicken und seinen verengt-verengenden Kameraperspektiven andeutet. Und wie jeder gute Thriller entpuppt sich Monsieur Hire am Ende als ein Diskurs über die menschliche Dichotomie von gut und böse, die sich häufig anders präsentiert, als auf den ersten Blick zu vermuten wäre.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe)

„Eine faszinierende Studie von Einsamkeit und Isolation, die durch das disziplinierte Spiel Michel Blancs und Sandrine Bonnaires an Doppelbödigkeit gewinnt.“ (Fischer Film Almanach 1990)

Und noch mal in das gleiche Horn: „Durch die überzeugende filmische Umsetzung des Stoffes und die überragende Interpretation entwickelt sich eine intensive Lektion über die Ambivalenz von Gut und Böse.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Michel Blanc, Sandrine Bonnaire, Luc Thullier, André Wilms

Wiederholungen

Freitag, 15. August, 14.55 Uhr

Mittwoch, 20. August, 14.55 Uhr

Montag, 25. August, 14.55 Uhr

Hinweise

Mehr von Leconte: Dienstag, 12. August, NDR, 23.00 Uhr: Intime Fremde (F 2004, R.: Patrice Leconte)

Arte zum Film

Deutsche Georges-Simenon-Fanseite


TV-Tipp für den 10. August

August 9, 2008

Das Vierte, 20.15

Botschafter der Angst (USA 1962, R.: John Frankenheimer)

Drehbuch: George Axelrod

LV: Richard Condon: The Manchurian Candidate, 1959 (Botschafter der Angst, Der Manchurian Kandidat)

Sergeant Raymond Shaw erhielt von den Sowjets im Korea-Krieg eine Gehirnwäsche. Jetzt ist er eine gefühllose Killermaschine, die einen Präsidentenkandidaten umbringen soll. Major Bennett Marco versucht den Anschlag zu verhindern.

2004 kam Jonathan Demmes durchaus gelungenes Remake “Der Manchurian Kandidat” (seltsamerweise fand ich im Kino die Prämisse – trotz der besseren technischen Möglichkeiten – unglaubwürdiger als in den alten Agentenfilmen. Liegt vielleicht auch daran, dass die Industrie die Politik nicht mit einer komplizierten Gedankenwäsche überzeugen muss. Etwas Kleingeld tut’s auch.) in die Kinos.

Frankenheimers Semi-Klassiker, der damals einen erfolgreichen Kinostart hinlegte, in den USA von der Kritik gelobt wurde und von Frank Sinatra nach der Ermordung Kennedys aus dem Verleih genommen wurde – bis 1987. Für das deutsche Publikum wurde die Gehirnwäsche an den amerikanischen Soldaten, mehr oder weniger das Herz des gesamten Films, fast vollkommen herausgeschnitten.

Der Filmdienst hielt beim Filmstart in Deutschland nichts von dem Werk: „Der Film ist so durch und durch amerikanisch im schlechten Sinne, dass einem förmlich übel werden kann. (…) das alles wird zu einer mysteriösen Kolportagegeschichte vermengt, die Glaubwürdigkeit und Sachlichkeit zugunsten faustdicker Polemik über Bord wirft. Dabei bedient man sich einer Typologie, die bestenfalls für Groschenheft-Niveau reicht.“

Ganz anders liest es sich in Gerald Pratleys schönem Buch „The Films of John Frankenheimer“: „The impact of this film war enormous…It established him as the most important film-maker at work in America or elsewhere. …’The Manchurian Candidate’, based on Condon’s book which Axelrod follows faithfully in his screenplay, provoked its expected share of criticism and cries for censorship. Fortunately, the film was too great an achievement, both commercially and artistically, to go down before it.”

Mit Frank Sinatra, Laurence Harvey, Janet Leigh, Angela Lansbury, Henry Silva

Hinweise

Wikipedia über Richard Condon (deutsch [kryptisch]/englisch)

Kirjasto über Richard Condon

Wired for Books: Don Swain redet mit Richard Condon (1982, 1986, 1990 – jeweils eine knappe halbe Stunde)

You Tube: eine schöne „Manchurian Candidate“-Montage


TV-Tipp für den 9. August

August 9, 2008

Kabel 1, 20.15

Der Schneider von Panama (USA/Irl./GB 2001, R.: John Boorman)

Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis

LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)

Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.

Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.

Das neue Buch „A most wanted Man“ von John le Carré erscheint am 23. September 2008 in seiner Heimat. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.

Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter

Hinweise

Homepage von John le Carré

Wikipedia über John le Carré (deutsch/englisch)

Krimi-Couch über John le Carré

Kirjasto über John le Carré

The Salon Interview mit John le Carré (1996)

Charlie Rose redet mit John le Carré (1996)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Ein Buch über John le Carré


TV-Tipp für den 8. August

August 8, 2008

Arte, 21.00

Sex Traffic (GB 2004, R.: David Yates)

Drehbuch: Abi Morgan

Der für zahlreiche wichtige Preise nominierte und vielfach ausgezeichnete Zweiteiler schildert anhand des Schicksals zweier Moldawierinnen die internationalen Geschäfte von Mädchenhändlern und das menschenverachtende Zusammenspiel von Politik, Organisierter Kriminalität und Organisationen, die sich an dem gewinnbringenden Geschäft mit der Zwangsprostitution bereichern.

Stellvertretend für die vielen positiven Stimmen: „Der ambitionierte, engagiert recherchierte und überzeugend gespielte (Fernseh-)Film operiert geschickt mit spannenden Genremitteln, ohne sie zum Selbstzweck werden zu lassen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Arte zeigt heute beide Teile des Zweiteilers.

Mit John Simm, Wendy Crewson, Anamaria Marinca, Maria Popistasu, Chris Potter, Robert Joy,

Wiederholungen

Teil 1: Donnerstag, 14. August, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Teil 1: Montag, 18. August, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Teil 2: Mittwoch, 21. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Teil 2: Montag, 25. August, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zum Film

Scotland on Sunday: Interview mit Abi Morgan (9. März 2008 )