TV-Tipp für den 7. August

August 6, 2008

ARD, 23.15

L. A. Crash (USA 2004, R.: Paul Haggis)

Drehbuch: Paul Haggis, Robert Moresco

Oscarprämiertes Episodendrama über die zufälligen Begegnungen von Menschen verschiedener Ethnien und Schichten in Los Angeles. Das alles zusammenhaltende Thema ist Rassismus.

2005 war das Jahr für Paul Haggis. Nachdem er jahrelang in Hollywood arbeitete, hatte er endlich seinen großen Durchbruch. Zuerst verfilmte Clint Eastwood sein Oscar-nominiertes Drehbuch „Million Dollar Baby“. Danach schrieb Haggis, wieder für Clint Eastwood, das ebenfalls Oscar-nominierte Drehbuch für „Letters from Iwo Jima“ und „Flags of our Fathers“, leistete gutbezahlte Arbeit an den Drehbüchern der beiden Daniel-Craig-Bond-Filme und erhielt für „L. A. Crash“ unter anderem den Oscar für das beste Original-Drehbuch und den besten Film. Auch sein zweiter Spielfilm „Im Tal von Elah“ überzeugte – jedenfalls die wenigen Menschen, die ihn im Kino gesehen haben.

Mit Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, Brandan Fraser, Terrence Howard, Chris „Ludacris“ Bridges, Thandia Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Michael Pena, William Fichtner

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über “L. A. Crash“

Film School NYFA: Guest Lecture: Paul Haggis – Part 1

Kriminalakte über „Im Tal von Elah“ von Paul Haggis


TV-Tipp für den 6. August

August 6, 2008

ARD, 21.45

Sex-Sklavinnen (Can 2005, R.: Ric Esther Bienstock, Franca Cerretti)

Drehbuch: Ric Esther Bienstock

Wenn ich richtig recherchiert habe: Halbstündige Fassung der spielfilmlangen, preisgekrönten Doku „Sex Slaves“ über Frauenhandel in Europa. Jedenfalls eine sehenswerte Vorbereitung für übermorgen. Dann zeigt Arte den Zweiteiler „Sex Traffic“.

Hinweise

ARD über die die Doku

Homepage zu „Sex Slaves“

BKA: Lagebilder Menschenhandel


TV-Tipp für den 5. August

August 5, 2008

Arte, 00.00 (VPS 23.55)

Emmanuelle (F 1974, R. Just Jaekin)

Drehbuch: Jean-Louis Richard

LV: Emmanuelle Arsan: Emmanuelle, 1959 (Emmanuelle oder Die Schule der Lust)

Die 20-jährige Diplomatengattin Emmanuelle erlebt in Thailand die Wonnen der Sexualität.

Schon allein wegen des damaligen Kassenerfolgs und der unzähligen Nachahmer ein Softporno-Klassiker und ein kulturelles Phänomen.

“Für die siebziger Jahre war Emmanuelle ein cinematographisches Ikon, so präsent und alles erklärend wie King Kong, Clint Eastwoods Fremder ohne Namen oder Marilyn Monroe, deren weißes Kleid unter der Zugluft eines U-Bahnschachts nach oben wirbelt. Die autonome, laszive und weitgereiste Frau, die sich so entspannt wie fordernd in ihrem ausladenden Korbsessel räkelt, war zugleich Zusammenfassung und Abschluss der Träume von der sexuellen Revolution, zumindest im Reich der Bilder. Alle mussten sie hassen, die Rechten wegen ihrer Unmoral, die Linken wegen ihrer konsumistischen Korruption, die Ästheten wegen der Neuschaffung der Frau aus dem Geist der Modefotografie, die Ethiker wegen ihres verschlingenden Kolonialismus und die Feministen wegen der offensichtlichen Lust, mit der sie sich nach den Wünschen der Männer inszenierte. Und doch war Emmanuelle exakt die richtige Frau zur richtigen Zeit; sie lockte Menschen ins Kino, die sich nie einen ‚gewöhnlichen’ Sexfilm angesehen hätten, sie brachte Frauen dazu, ihre Hemmungen zu überwinden und ein Kino zu betreten, das auf einigermaßen niedere Instinkte abzielte, sie ästhetisierte noch einmal die Welt der trostlos bekehrenden Blicke und brachte das erotische und das soziale Ideal zusammen; ein System der Lust zu errichten in einer Überfluss-Welt, in der es Mangel nur an einem gab: an einem sinnvollen gesellschaftlichen Projekt.“ (Georg Seeßlen: Erotik – Ästhetik des erotischen Films, 1996)

Emmanuelle war damals ein Kinohit (4 Millionen Zuschauer in Paris; die ersten fünf Emmanuelle-Filme hatten in Europa 350 Millionen Zuschauer), war in einigen Ländern verboten und auch in Deutschland waren damals die ungekürzten Fassungen indiziert. Und heute? Klassiker, Guilty Pleasure oder nur weichgezeichnete Langeweile, die höchstens historisch interessant ist?

Mit Sylvia Kristel, Alain Cuny, Marika Green, Daniel Sarky

Wiederholungen

Samstag, 16. August, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Dienstag, 19. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 28. August, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über den Film

Wikipedia über Emmanuelle

The Independent: Interview mit Sylvia Kristel (30. Juni 2007)


TV-Tipp für den 4. August

August 4, 2008

ZDF, 20.15

Nachtschicht: Tod im Supermarkt (D 2006, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Dieses Mal sucht das Nachtschicht-Team den Mörder eines Supermarkt-Wachmanns.

Dritter Nachtschicht-Krimi, der auf seiner Plus-Seite zahlreiche ironische Anspielungen und gute Schauspieler, auf der Minus-Seite einen nicht sonderlich logischen Whodunit verbucht. Und dabei waren die ersten beiden Nachtschicht-Filme, gerade weil sie die Whodunit-Stereotypen vermieden, gut.

Mit Armin Rohde, Katharina Böhm, Ken Duken, Minh-Phai-Thi, Marie Bäumer, Devid Striesow

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Lars Becker

ZDF über die „Nachtschicht“-Reihe (Vorwort zum Film: Nur wer das Genre ändert, bleibt ihm treu!)

Wikipedia über die „Nachtschicht“-Reihe


TV-Tipp für den 3. August

August 3, 2008

Kabel 1, 00.15

Evil (S 2003, R.: Mikael Hafström)

Drehbuch: Hans Gunnarsson, Mikael Hafström

LV: Jan Guillou: Ondskan, 1981 (Evil – Das Böse)

Oscar-nominierte Verfilmung des erfolgreichen, autobiographischen Romans von „Coq Rougue“-Erfinder Jan Guillou: er wuchs in den Fünfzigern in einem drakonisch geführtem Internat auf.

„Das alles ist intensiv inszeniert und nicht ohne Herz-Schmerz-Qualitäten. Packend.“ (Dirk Pilz, Zitty 21/2004)

Mit Andres Wilson, Linda Zilliacus

Hinweise

Krimi-Couch über Jan Guillou

Kaliber .38 über Jan Guillou

Kirjasto über Jan Guillou

Wikipedia über Jan Guillou (deutsch, englisch)

Die Zeit: Besprechung des Buches „Evil“

Lehrer Online über „Evil“ im Schulunterricht


TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 2, 2008

Wer den Sommer nicht in der Strandbar mit einem guten Buch und einigen anderen Dingen verbringen möchte, kann natürlich vorm Fernseher einige ruhige Stunden mit diesen Verfilmungen von Krimis verbringen. Alligator Alfred hat sich die lange Version geschnappt, aber ein kleiner Teil konnte in der Kriminalakte archiviert werden:

passend zu den sommerlichen Temperaturen bieten die TV-Sender mit Brunetti, Wallander, van Veeteren und Jerry Cotton filmische Schonkost an.
Empfehlenswert sind dagegen Franklin J. Schaffners Henri-Charrière-Verfilmung „Papillon“, Lars Beckers drittem Nachtschicht-Film „Tod im Supermarkt“, Henri Verneuils Claude-Veillot-Verfilmung „100.000 Dollar in der Sonne“ (ein Film mit Jean-Paul Belmondo und Lino Ventura kann nicht ganz schlecht sein), John Boormans John-le-Carré-Verfilmung „Der Schneider von Panama“, Robert Aldrichs Mickey-Spillane-Verfilmung „Rattennest“, John Frankenheimers Richard-Condon-Verfilmung „Botschafter der Angst“, Raoul Walshs Western-Verfilmung von W.-R.-Burnetts „High Sierra“, Patrick Lecontes über zehn Jahre nicht mehr gezeigte Georges-Simenon-Verfilmung „Die Verlobung des Monsieur Hire“, Claude Sautets Claude-Néron-Verfilmung „Das Mädchen und der Kommissar“, „Shaft“ sorgt weiterhin in seinem Revier für Ordnung, „Arabeske“ wird weiterhin entschlüsselt, für die Westernfreunde gibt es „Mein großer Freund Shane“ und „Django“, und, als TV-Premiere, die Jan-Guillou-Verfilmung „Evil“.


TV-Tipp für den 2. August

August 2, 2008

Kabel 1, 20.15

Papillon (USA 1973, R.: Franklin J. Schaffner)

Drehbuch: Dalton Trumbo, Lorenzo Semple jr.

LV: Henri Charrière: Papillon, 1969 (Papillon)

Henri Charrière, genannt Papillon, wird 1931 zu lebenslanger Strafarbeit in der Strafkolonie Bagno auf der Teufelsinsel Cayenne in Französisch-Guayana verurteilt. Er soll einen Zuhälter ermordet haben. Kaum angekommen, denkt Papillon nur an eine scheinbar unmögliche Flucht.

Tolle Verfilmung der beeindruckenden und höchst erfolgreichen Autobiographie von Charrière. Das Nachfolgewerk „Banco“ war dann mehr episodisch.

Mit Steve McQueen, Dustin Hoffmann, Dalton Trumbo (Nebenrolle)

Hinweise

Wikipedia über Henri Charrière (deutsch, englisch)

Museum of Brodcast Communications über Franklin J. Schaffner

Prison Flicks über „Papillon“


TV-Tipp für den 1. August

Juli 31, 2008

ARD, 21.45

Der Mann, dem die Frauen vertrauten – Der Serienmörder Horst David (D 2008, R.: Danuta Harrich-Zandberg, Walter Harrich)

Drehbuch: Danuta Harrich-Zandberg, Walter Harrich

Spielfilmlanger Mix aus Dokumentation und Spielszenen über den Serienmörder Horst David. Der unauffällige Malermeister und Familienvater brachte zwischen 1975 und 1993 sieben Frauen um. Überführt wurde er durch einen Fingerabdruck, den er bei seinem ersten Mord hinterlassen hatte.

Mit Ulrich Tukur, Udo Wachtveitl (Sprecher), Josef Wilfling

Hinweise

Das Erste über den Film (mit Pressemappe und Links)

Diwafilm über den Film (mit einem kurzen Ausschnitt)

Serienkiller über Horst David

Wikipedia über Horst David


TV-Tipp für den 31. Juli

Juli 31, 2008

Sat.1, 20.15

Kidnapped – 13 Tage Hoffnung: Tag 1, Tag 2 (USA 2006, R.: Michael Dinner)

Erfinder/Drehbuch: Jason Smilovic

Kidnapper entführen den fünfzehnjährigen Sohn des schwerreichen New Yorker Ehepaares Cain. Natürlich fordern die Erpresser, dass die Polizei nicht verständigt wird. Die Cains engagieren deshalb einen Privatdetektiv. Doch das FBI erfährt auch von der Entführung und – in den folgenden 12 Tagen (oder 13 Folgen) werden die Entführer gejagt und schmutzige Wäsche gewaschen.

In den USA wurde „Kidnapped“ nach fünf Folgen abgesetzt und war dann auf DVD ziemlich erfolgreich. Auch Sat.1 plant eine ähnlich – ich sage mal desaströse – Ausstrahlung. Denn nach der heutigen Doppelfolge geht es nächsten Donnerstag um 23.10 Uhr mit Einzelfolgen weiter.

Lassen wir uns überraschen. Ich freue mich jedenfalls auf einige Stunden mit Delroy Lindo.

Mit Jeremy Sisto (Knapp), Carmen Ejogo (Turner), Delroy Lindo (Latimer King), Linus Roache (Andy Archer), Will Denton (Leopold ‚Leo‘ Cain), Timothy Hutton (Conrad Cain), Dana Delany (Ellie Cain), Michael Mosley (FBI Agent Atkins)

Wiederholung: Freitag, 1. August, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

NBC über „Kidnapped“

Sat.1 über „Kidnapped“

Serienjunkes über „Kidnapped“

Metacritic über „Kidnapped“

Thrilling Detective über Knapp (den PI aus „Kidnapped“)

Los Angeles Times: Artikel über Jason Smilovic (2006)

IGN: Interview mit Jason Smilovic (2007 – vor allem über „Bionic Woman“)


TV-Tipp für den 30. Juli

Juli 30, 2008

Tele 5, 20.15

Fegefeuer der Eitelkeiten (USA 1990, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: Michael Cristofer

LV: Tom Wolfe: The Bonfire of the Vanities, 1987 (Fegefeuer der Eitelkeiten)

Ein Yuppie überfährt nachts einen Afroamerikaner und alle haben endlich die Story ihres Lebens.

Damals zu Unrecht verrissene und geflopte eigenständige Verfilmung eines grandiosen Buches über New York, die Achtziger, Ehrgeiz, Yuppies, Schwarze, Bürgermeister und – in diesem Sumpf niederer Gelüste – ein Richter als moralische Instanz. Noir im Gewand von Satire, Sittenbild und hoher Literatur.

Michael Cristofer schrieb auch das Drehbuch zu „Die Hexen von Eastwick“, zur vor Ewigkeiten geplanten und inzwischen auf unbekannte Zeiten verschobenen Michael Connelly-Verfilmung „Im Schatten des Mondes“ (Void Moon) und zum in Planung befindlichen „The Thomas Crown Affair II“ (wieder mit Pierce Brosnan und basierend auf Eric Amblers „Topkapi“). Außerdem drehte er die Cornell Woolrich-Verfilmung „Original Sin“.

Mit Bruce Willis, Tom Hanks, Melanie Griffith, Kim Cattrall, Morgan Freeman, F. Murray Abraham

Wiederholung: Donnerstag, 31. Juli, 08.30 Uhr

Hinweise

Homepage von Tom Wolfe

Time: Artikel über Tom Wolfe (2004)

Die Welt: Interview mit Tom Wolfe (2007)

Tom Wolfe in der Charlie Rose Show (2007 – außerdem mit Kurt Vonnegut)

Guardian: Interview mit Tom Wolfe (2008 – mit Podcast)

Seed Magazine: Gespräch zwischen Tom Wolfe und Michael Gazzaniga (2008 )


TV-Tipp für den 29. Juli

Juli 29, 2008

Arte, 22.55 (VPS 22.45)

Breaking the Rules (D 2005, R.: Marco Müller)

Drehbuch: Marco Müller

Preisgekrönte, spielfilmlange Doku, die auch “Von der Beat-Generation zur Beat-Box” heißen könnte.

Wiederholungen

Freitag, 1. August, 03.00 Uhr (Tagenau!)

Sonntag, 10. August, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte zur Doku

Homepage von Marco Müller


TV-Tipp für den 28. Juli

Juli 28, 2008

Arte, 21.00

Die Nacht (I/F 1960, R.: Michelangelo Antonioni)

Drehbuch: Michelangelo Antonioni, Ennio Flaiano, Tonino Guerra

La Notte beschreibt, wie Lidia und Giovanni Pontano in dieser Zeit [gemeint ist ein Sommewochenende in Mailand, A. d. V.] verschieden intensiv und bewusst erfahren, dass sie sich nicht mehr oder vielleicht in anderer Weise lieben als zuvor. Partikel ihrer langen Geschichte tragen sie nur mit Gesten, Blicken und Bemerkungen in den Film hinein; es sind Zeichen von Enttäuschung, für Differenzen oder Borniertheit. Eine Kette von Episoden gibt Raum für die Kontrastierung ihrer Wahrnehmungsweisen und emotionalen Anteilnahme. Ihre Begegnungen mit anderen Menschen beschreiben ambivalent die äußere Ablenkung von der Krise, aber zugleich deren innere Eskalation in einer verhaltenen Spiralbewegung. (…)

Diese Beobachtungen beschreiben Antionionis Mittel, paradox zu erzählen und einen Zustand der Agonie in Bewegung zu zeigen: den Fluss der Bilder gegen die Dedramatisierung von Sprache und Sprechsituationen zu setzen. (…)

La Notte erzählt eine Liebesgeschichte an ihrem Ende.“ (Claudia Lenssen in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg: Michelangelo Antonioni – Hanser Reihe Film 31, 1984)

Spätestens mit seiner Trilogie „Die mit der Liebe spielen“ (L’Avventura), „Die Nacht“ (La Notte) und „Liebe 1962“ (L’Eclisse) über das Leben von jungen Paaren im Nachkriegseuropa und dem Ende ihrer Beziehung hatte Antonioni den Durchbruch beim intellektuellen Kinopublikum (heute würde es Arthaus-Publikum heißen), das genug vom „Förster im Silberwald“ und „Bettgeflüster“ hatte. Und es gab die in Europa im Filmgeschäft die kreativen Talente, die diese Bedürfnisse abseits konventioneller Muster befriedigen wollten. Zur Erinnerung: in Frankreich gab’s die „Neue Welle“, in England die „Spülstein-Filme“, in Deutschland den „Neuen deutschen Film“ und die anderen Länder, auch jenseits des eisernen Vorhangs, lieferten eine nie gekannte Zahl bahnbrechender Werke von höchst individuellen Regisseuren.

Mit Marcello Mastroianni, Jeanne Moreau, Monica Vitti, Bernhard Wicki

Wiederholung: Dienstag, 29. Juli, 14.55 Uhr

Hinweise

Arte zum Film

Wikipedia über „Die Nacht“


TV-Tipp für den 27. Juli

Juli 27, 2008

Pro 7, 20.15

Collateral (USA 2004, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Stuart Beattie

Max ist ein nett-harmloser Los-Angeles-Taxifahrer, der von einem eigenen Unternehmen träumt, aber seit zwölf Jahren sein Leben als Angestellter fristet. Da steigt Vincent ein und bietet ihm 600 Dollar, wenn er ihn in den kommenden Stunden zu fünf Freunden fährt. Nach dem ersten Stopp, weiß Max, dass Vincent ein Autragkiller ist und er ihn zu den nächsten Opfern bringen soll.

„Collateral“ ist ein kleiner, ökonomisch erzählter Neo-Noir-Thriller über das tödliche Aufeinandertreffen zweier Charaktere ihrer vollkommen gegensätzlichen Lebensauffassungen; ist ein grandios besetzter Schauspielerfilm; ist eine Liebeserklärung an das nächtliche Los Angeles und wahrscheinlich der beste Film von Michael Mann.

Mit Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo, Peter Berg (Regisseur von „Hancock“), Bruce McGill, Javier Bardem, Jason Statham (Miniauftritt auf dem Flughafen)

Wiederholung: Montag, 28. Juli, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

IndieLondon: Interview mit Michael Mann

Sight & Sound: Interview mit Michael Mann

The Dialogue: Stuart Beattie: Tricks of the Trade (Teil eines Interview)

Wikipidia (englisch) über „Collateral“

Drehbuch „Collateral“ von Stuart Beattie, bearbeitet von Frank Darabont (12. September 2000) (und bereits teilweise von Michael Mann, Stand: 10. Juli 2003 – Änderung des Handlungsortes von New York nach Los Angeles)

Drehbuch „Collateral“ von Stuart Beattie, bearbeitet von Frank Darabont und Michael Mann  (24. August 2003)


TV-Tipp für den 26. Juli

Juli 26, 2008

Kabel 1, 00.00

Kaltblütig (USA 1967, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Truman Capote: In cold blood, 1965 (Kaltblütig)

Semidokumentarischer Film über den sinnlosen Mord an einer Familie in Holcomb, Kansas, im November 1959.

Richard Brooks kongeniale, selten gezeigte Verfilmung von Capotes True-Crime-Klassiker über einen Mord, der die USA erschütterte.

Mit Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart

Hinweise

Kirjasto über Truman Capote

Wikipedia über Truman Capote (deutsch/englisch) und “Kaltblütig” (deutsch/englisch)

New York Times: Interview mit Truman Capote über „In cold blood“ (16. Januar 1966)

Truman-Capote-Seite


TV-Tipp für den 25. Juli

Juli 25, 2008

RTL II, 20.15

Sleeper Cell: Haus der Märtyrer/Zielobjekt (USA 2005, R.: Clark Johnson)

Drehbuch/Erfinder: Ethan Reiff, Cyrus Voris

Hochgelobte US-Serie über den Undercover-Einsatz eines muslimischen FBI-Agenten. Er soll eine Schläferzelle infiltrieren.

RTL II zeigt alle 18 Folgen. Heute und morgen jeweils eine Doppelfolge und ab Mittwoch jede Woche zwei weitere Folgen.

Mit Michael Ealy (Darwyn Al-Sayeed), Oded Fehr (Faris Al-Farik), Henri Lubatti (Ilija Korjenic), Alex Nesic (Christian Aumont), Blake Shields (Thomas ‚Tommy‘ Emerson)

Wiederholung: Samstag, 26. Juli, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

RTL II über „Sleeper Cell“

Showtime über “Sleeper Cell”

Serienjunkies über “Sleeper Cell”

Fernsehserien über Sleeper Cell“

Metacritic über „Sleeper Cell“

Why we write: ein Essay von Ethan Reiff und Cyrus Vorhis


TV-Tipp für den 24. Juli

Juli 24, 2008

Entweder zur Fanmeile Obama-Meile gehen oder pünktlich um 19.00 Uhr den Fernseher einschalten. Programm ist ziemlich egal. ARD, ZDF, RBB (Weltbild! Alle anderen müssen die Bilder vom besten Hauptstadtsender Deutschland übernehmen!!), Phoenix (dort wahrscheinlich mit am wenigsten nervigen Kommentaren), n-tv, N24 und den dazugehörigen Senderhomepages/Mediatheken übertragen das Ereignis.

Denn dann wird der künftige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin reden.

Einen Überblick über die Sondersendungen gibt es hier oder in ihrer Tageszeitung.


TV-Tipp für den 23. Juli

Juli 23, 2008

Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Heute wird Götz George siebzig Jahre.

Deshalb:

ARD, 20.15

Die Katze (D 2008, R.: Kaspar Heidelbach)

Drehbuch: Daniel Nocke

LV: Georges Simenon: Le chat, 1966 (Der Kater; Die Katze)

Seit zwei Jahren kommunizieren Margret und Siegmar nur noch mit Zetteln und giftigen Blicken. Warum nur?

Nach Gabin/Signoret fetzen sich George/Hoger. Schauspielerisch wird’s also nichts zu meckern geben bei diesem Ehekrach.

Mit Götz George, Hannelore Hoger, Catrin Striebeck

Wiederholung: Donnerstag, 24. Juli, 10.30 Uhr

Hinweise

taz: Besprechung des Films

Eine umfangreiche Georges-Simenon-Fanseite

Wikipedia über Götz George

Weitere Artikel anläßlich des Geburtstages von Götz George: Google, Suchbegriff „Götz George“, Erweiterte Suche – Datum „in den letzten 24 Stunden“

Weitere Filme mit Götz George

Heute

ARD, 21.45 Uhr: Nicht reden, machen (30-minütige Doku über Götz George)

BR, 21.45 Uhr: Blatt und Blüte (Aus/D 2004, R.: Michael Kreindl)

WDR, 23.15 Uhr: Tatort: Zabou (D 1987, R.: Hajo Gies)

Morgen

WDR, 20.15 Uhr: Tatort: Der Fall Schimanski (D 1991, R.: Hajo Gies)

WDR, 22.00 Uhr: Der Novembermann (D 2007, R.: Jobst Oetzmann)

WDR, 23.30 Uhr: Mein Vater (D 2003, R.: Andreas Kleinert)


TV-Tipp für den 22. Juli

Juli 22, 2008

Arte, 21.00

Shaft (USA 1971, R.: Gordon Parks)

Drehbuch: Ernest Tidyman, John D. F. Black

LV: Ernest Tidyman: Shaft, 1970 (Shaft, Shaft und das Drogenkartell)

Musik: Isaac Hayes

Privatdetektiv Shaft sorgt in seinem Revier für Gerechtigkeit – und erfreut nebenbei mit seinen Körpersäften die Herzen der Frauen.

Damals war der Film ein Kassenknüller, heute ist er Kult. Dazu trug nicht unerheblich Isaac Hayes cooler Soundtrack bei, der Shaft bei seinen Streifzügen durch das urbane New York begleitete. Politisch ist er nicht. Gordon Parks sagt: „Es ist ein Filmvergnügen für den Samstagabend, das Leute besuchen, die den schwarzen Helden gewinnen sehen wollen.“

Mit Richard Roundtree, Moses Gunn, Charles Cioffi

Wiederholungen

Freitag, 25. Juli, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Dienstag, 5. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zum Film

Pendragon-Homepage zu den Shaft-Romanen von Ernest Tidyman (und dem ganzen Rest)

Alligatorpapiere: Stefan Lichtblau über „Shaft“

Thrilling Detective über John Shaft


TV-Tipp für den 21. Juli

Juli 21, 2008

HR, 00.15

Elf Uhr nachts (F/I 1965, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Lionel White: Obsession, 1963

Ferdinand stolpert in eine undurchsichtige Mordgeschichte und flüchtet mit seiner Ex Marianne quer durch Frankreich auf eine einsame Insel.

Auch bzw. besser bekannt als „Pierrot le fou“. Die Krimifarce hat mit dem Buch wenig bis nichts zu tun, aber viel mit Godard, seinem filmischen Kosmos und dem Lebensgefühl der Sechziger.

Mit Jean-Paul Belmondo, Anna Karina

Hinweis

Weitere Infos


TV-Tipp für den 20. Juli

Juli 20, 2008

Arte, 20.40

Das Haus der Lady Alquist (USA 1944, R.: George Cukor)

Drehbuch: John Van Druten, Walter Reisch, John L. Balderston

LV: Patrick Hamilton: Gaslight, 1938 (Theaterstück)

Nach dem Umzug leidet Paula Alquist an Wahnvorstellungen. Oder will sie jemand in den Wahnsinn treiben?

Über den bekannt-beliebten Romantikthriller schreibt das Lexikon des internationalen Films zutreffend: „Ein ungebrochen spannender Psychokrimi, angesiedelt im viktorianischen Zeitalter, hervorragend inszeniert und gespielt. Reizvoll vor allem durch die außergewöhnliche Kameraführung.“

Ingrid Bergman erhielt für ihre Leistung den Oscar und den Golden Globe. Für die Ausstattung gab es einen weiteren Oscar. Außerdem war „Das Haus der Lady Alquist“ in allen wichtigen Oscar-Kategorien nominiert: Bester Film, Drehbuch, Kamera, Haupt- und Nebenrolle. Der große Abräumer war in diesem Jahr aber das Musical „Going my way“ (Der Weg zum Glück, R.: Leo McCarey). Erinnert sich noch jemand an diesen Film?

Hamilton schrieb auch die Vorlage zum Hitchcock-Film “Rope – Cocktail für eine Leiche”.

Mit Charles Boyer, Ingrid Bergman, Joseph Cotton, Angela Lansbury (Debüt), Barbara Everest

Wiederholungen

Mittwoch, 23. Juli, 14.55 Uhr

Donnerstag, 31. Juli, 14.55 Uhr (VPS 14.54 Uhr)

Hinweise

Kirjasto über Patrick Hamilton

Arte über „Das Haus der Lady Alquist“