TV-Tipp für den 25. November

November 25, 2007

SWR, 00.00

Haben und Nichthaben (USA 1944, R.: Howard Hawks)

Drehbuch: Jules Furthman, William Faulkner

LV: Ernest Hemingway: To have and have not, 1937 (Haben und Nichthaben)

Kutterkapitän Morgan kümmert sich um seine Geschäfte und den regelmäßigen Zufluss von Alkohol. Da lernt er Marie kennen und lieben. Sie kämpft gegen die Vichy-Regierung.

Hawks Abenteuerfilm hat mit dem Buch nichts mehr zu tun. Ist trotzdem die bekannteste Verfilmung des Romans – wegen Bogart und Bacall, die sich während der Dreharbeiten ineinander verliebten und zu einem von Hollywoods Traumpaaren wurden.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Walter Brennan


TV-Tipp für den 24. November

November 24, 2007

Der Bayerische Rundfunk präsentiert heute und morgen „Fernsehgeschichte(n).deutsch“. Wer es aber um 20.15 Uhr noch nicht schafft („Das Millionenspiel“ kann auch aufgenommen werden), sollte spätestens kurz vor elf einschalten:

BR, 22.55

Melissa – Teil 1 (D 1966, R.: Paul May)

Drehbuch: Francis Durbridge, Marianne de Barde

LV: Francis Durbridge: My wife Melissa, 1967 (Melissa)

Als seine Frau Melissa ermordet wird, gerät der arbeitslose Journalist Guy Foster in Mordverdacht. Er versucht den wahren Täter zu finden.

Damals ein Straßenfeger (Sehbeteiligung: 85 Prozent), heute lohnt sich in jedem Fall der Blick zurück in die deutsche TV-Vergangenheit. Denn: „Der Einfluß von Durbridge auf das deutsche Fernsehen war weitaus größer als auf das englische. Wie Edgar Wallace für das Kino der sechziger Jahre definierte er für ein unerfahrenes deutsches Publikum, was es unter Thriller zu verstehen habe.“ (Martin Compart: Crime TV)

Zu „Melissa“ sagt Compart: „Ein weiterer Durbridge-Klassiker.“

Die Teile zwei und drei folgen direkt im Anschluss um 00.00 Uhr und 00.55 Uhr.

Mit Günther Stoll, Siegfried Wischnewski, Ruth Maria Kubitschek

Hinweis:

Meine Besprechung der „Die Kette“, dem letzten Durbridge-Krimi


TV-Tipp für den 23. November

November 23, 2007

Arte, 20.40

Unter Verdacht: Das Geld anderer Leute (D 2007, R.: Achim von Borries)

Drehbuch: Wolfgang Stauch

Die dreizehnjährigen Jennifer Bruhns behauptet, dass Polizisten ihren Vater entführt haben. Kriminalrätin Eva Prohacek glaubt ihr nicht. Aber als Bruhns Wohnung von Polizisten ohne einen Durchsuchungsbeschluss durchsucht wird und seine Leiche gefunden wird, weiß Prohacek, dass Jennifer Bruhns in Lebensgefahr schwebt.

Zehnter „Unter Verdacht“-Film und noch immer sind in dieser vorzüglichen Reihe keine Ermüdungserscheinungen zu erkennen.

Mit Senta Berger, Gert Anthoff, Rudolf Krause, Isabel Bongard, Alexander Held, Uwe Kockisch, Eisi Gulp

Wiederholung:

Sonntag, 2. Dezember, 16.05 Uhr

Hinweise:

Arte zum Film

ZDF zur Serie

Interview mit Senta Berger zur Serie vom Dezember 2006

Homepage von Wolfgang Stauch


Neu im Kino: Machtlos

November 22, 2007

Der Originaltitel „Rendition“ verrät, warum es in „Machtlos“, dem neuesten Film von Gavin Hood, geht: um die Praxis der CIA, Menschen in ein Gefängnis außerhalb der USA zu überstellen und dort ohne rechtstaatlichen Ballast und nervende Anwälte zu verhören. In „Machtlos“ wird ein ägyptischstämmiger US-Ingenieur als Terrorismusverdächtiger in ein afrikanisches Land überstellt. Seine Frau will ihn wieder haben.

Der gut besetzte Politthriller (unter anderem Jake Gyllenhaal, Reese Witherspoon, Alan Arkin, Meryl Streep) nach einem Drehbuch von Kelley Sane (hier ein Interview) scheint sich in die Reihe der zuletzt im Kino angelaufenen Filme mit einem ehrenwerten Anliegen einzureihen: gute Absichten, aber letztendlich zu wenig Mut, um die auf dem Weg liegenden Klischees zu vermeiden.

Einen Überblick über die deutschen Kritiken gibt es bei Film-Zeit, die deutsche Webseite enthält nur den Trailer (jedenfalls habe ich nicht mehr entdeckt) und die amerikanische Webseite enthält neben Infos zum Film auch eine Sammlung von Links zu dem Thema.


TV-Tipp für den 22. November

November 22, 2007

Der letzte Film der Arte-Kubrick-Reihe:

Arte, 20.40

Eyes Wide Shut (USA 1999, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael

LV: Arthur Schnitzler: Traumnovelle, 1926 (Buchausgabe, davor 1925/1926 als Fortsetzungsroman in „Die Dame“ erschienen)

Nachdem seine Frau ihm eine Jahre zurückliegende außereheliche Sexfantasie beichtet, tickt William aus. Verstört irrt der Doktor durch das nächtliche New Yorker zwischen Prostituierten und Swingerclubs.

Kubricks letzter Film ist nicht sein bester. Dafür ist er zu lang (auf mich wirkt er wie der Rohschnitt) und durch den Wechsel der Handlungszeit vom Wien der späten Kaiserjahre in das heutige New York wird die Geschichte ihres moralischen Kontextes beraubt. Denn in einer heute, unter normalen Menschen, spielenden Geschichte ist es einfach unglaubwürdig, dass ein Mann so von einer außerehelichen Sexualfantasie irritiert ist.

Zum Glück spielen weite Teile in pompös-altmodischen Innenräumen und die Dialoge wurden auch von Schnitzler übernommen. So kann man meistens ausblenden, dass „Eyes Wide Shut“ zur falschen Zeit spielt.

Mit Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Sky Dumont


TV-Tipp für den 21. November

November 21, 2007

Die Kubrick-Reihe geht mit einem Doppelschlag weiter:

Arte, 22.30

Stanley Kubrick – Ein Leben für den Film (USA 2001, R.: Jan Harlan)

Drehbuch: Jan Harlan

Sehenswerte Doku über Kubrick, zusammengestellt von seinem Schwager Jan Harlan.

 

Arte, 00.50

Der Tiger von New York (USA 1955, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrik, Howard Sackler (ungenannt)

Boxer Davy will der Tänzerin Gloria helfen. Glorias Freund setzt einige Killer auf ihn an.

Faszinierendes Frühwerk von Kubrick: tolle Bilder, schwache Story.

Arte über Stanley Kubrick

Wiederholungen:

Donnerstag, 22. November, 14.55 Uhr

Montag, 26. November, 14.50 Uhr


TV-Tipp für den 20. November

November 19, 2007

Sicher war in der RBB-Programmredaktion dieses Datum hilfreich: Am 20. November 2006 starb Robert Altman.

RBB, 22.50

Der Tod kennt keine Wiederkehr (USA 1973, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Leigh Brackett

LV: Raymond Chandler: The long goodbye, 1953 (Der lange Abschied)

Philip Marlowe hilft seinen Freund Terry Lennox aus der Klemme. Er soll seine Frau umgebracht haben.

Bitterböse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und einem Marlowe (Elliot Gould), der als Relikt durch die Story gestossen wird. – Eine der besten Chandler-Verfilmungen!

Leigh Brackett (1915 – 1978, Schriftstellerin, außerdem schrieb sie die Drehbücher zu „Tote schlafen fest“, „Rio Bravo“, „El Dorado“, „Krieg der Sterne: Das Imperium schlägt zurück“) sagte zu ihrer und Altmans Vorstellung von der Figur Marlowe: „Ich sehe Marlowe so, wie Chandler ihn sah, als Verlierer. Aber ein wirklicher Verlierer, nicht der falsche Gewinner, den Chandler aus ihm machte. Ein Verlierer auf der ganzen Linie….Goulds Marlowe ist ein Mann von simpler Redlichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und vollständiger Integrität. Alles, was wir machten, war, ihn von den Attributen eines falschen Helden zu befreien. Chandler Marlowe wußte immer mehr als die Polizei. Er konnte zu Brei geschlagen weden, aber er kam immer irgendwie ungeschoren davon. Nur aufgrund bloßer Kraft der Persönlichkeit, professioneller Sachkenntnis und Frechheit war er im Vorteil. Wir meinten ´Solch ein Mann besitz keinen Vorteil. Er wird rumgestoßen. Die Leute nehmen ihn nicht ernst. Sie wissen nicht, was mit ihm los ist, und es kümmert sie auch nicht´. Also wurde aus dem harten Typ Marlowe ein Gefoppter.“ (Take One)

Pflaum dazu: „Altmann hat Marlowe so gründlich demystifiziert, daß dem Zuschauer in jedem Moment bewußt ist: dieser Mann übernimmt sich, und es ist allein eine Frage der Zeit, bis sich das rächt. Der Held Raymond Chandlers ist nie gefährdeter, nie sterblicher gewesen als in The long goodbye; Altman hat dem Roman auf seine Weise die realistische Dimension zurückgegeben, die er, unter anderen Vorzeichen, einmal hatte“ (Hans Günther Pflaum in Robert Altmann, Hanser Reihe Film 25)

Mit Elliott Gould, Nina van Pallandt, Sterling Hayden, Mark Rydell


TV-Tipp für den 19. November

November 19, 2007

Arte, 20.40

Lolita (GB/USA 1962, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Vladimir Nabokov

LV: Vladimir Nabokov: Lolita (1955/1958, Lolita)

Professor Humbert Humbert verliebt sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin Charlotte Haze.

Film und Buch gehören heute zu den Klassikern in ihrem Genre.

Nabokovs Roman wurde 1955 zuerst auf Englisch in Frankreich veröffentlicht. Die US-amerikanische Erstausgabe erschien 1958 und wurde sofort ein Bestseller.

Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters

Arte über Stanley Kubrick


TV-Tipp für den 18. November

November 17, 2007

Heute der Geburtstagsfilm zum 65sten von Martin Scorsese:

BR, 23.15 (VPS 23.00)

Kap der Angst (USA 1991, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Wesley Strick, James R. Webb

LV: John D. MacDonald: The executioners, 1957 (eine gekürzte deutsche Ausgabe erschien unter „Ein Köder für die Bestie“, ungekürzt – 1992 im Heyne Verlag – unter „Kap der Angst“)

Cady will sich nach 14 Jahren Haft an seinem Pflichtverteidiger Bowden rächen. Dieser unterschlug damals entlastende Beweise.

Das Remake von „Ein Köder für die Bestie“ ist als Scorsese-Film enttäuschend, als – auch brutales – Psycho-Duell zwischen Nick Nolte und Robert de Niro hochspannend – und die Verführung Juliette Lewis von Robert de Niro ist unerreicht.

Mit Nick Nolte, Robert de Niro, Jessica Lange, Juliette Lewis, Joe Don Baker, Martin Balsam, Gregory Peck, Robert Mitchum

Hinweis 1: Wer mehr über Martin Scorsese wissen will, kann Georg Seeßlens im Bertz-Verlag erschienes Buch über Scorsese lesen. Knapp 580 engbedruckte Seiten.

Hinweis 2: Wer mehr über John D. MacDonald erfahren will, muss klicken.


TV-Tipp für den 17. November

November 17, 2007

HR, 23.15

Vera Cruz (USA 1954, R.: Robert Aldrich)

Drehbuch: Roland Kibee, James R. Webb (nach einer Story von Borden Chase)

1866 machen die beiden Glücksritter Trane und Erin Mexiko unsicher. Denn sie sind nicht politischen Ideologien, sondern grünen Scheinen treu.

Damals ein gewaltiger Erfolg an der Kasse, später eines der Vorbilder für den Spaghetti-Western und heute immer noch höchst unterhaltsam anzusehen, wie zwei Jungs mit einigen lässigen Sprüchen und Schüssen die mexikanische Revolution zur Operette degradieren.

Mit Gary Cooper, Burt Lancaster, Denise Darcel, Cesar Romero, Ernest Borgnine, Charles Bronson (noch als Charles Buchinsky), Jack Elam


TV-Tipp für den 16. November

November 16, 2007

3sat, 22.30 (VPS 22.259

Fargo – Blutiger Schnee (USA 1996, R.: Joel & Ethan Coen)

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

Minnesota, im Winter: Autoverkäufer Jerry Lundegaard will an die Kohle von seinem Schwiegervater gelangen. Er lässt seine Frau von zwei strohdumm-gewalttätigen Verbrechern kidnappen. Selbstverständlich geht alles, was schief gehen kann, schief und die hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson darf Leichen einsammeln.

„Oh, jeez“, was für ein herrlich doppelbödiger, schwarzhumoriger Kriminalfilm. „Fargo“ gehört unbestritten zu den besten Werken der Coen-Brüder und, nachdem ihre letzten beiden Filme schwach waren, scheint ihre Cormac McCarthy-Verfilmung „No Country for Old Men“ endlich wieder an „Fargo“ anzuschließen. Nur dass die winterliche Kälte von Minnesota gegen die Hitze von Texas getauscht wurde.

Mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Peter Stormare, Bruce Campbell (ungenannt)

Hinweis:

Umfassende Joel & Ethan Coen-Seite (mit dem Drehbuch zu „Fargo“)

Als Einstimmung zeigt Das Vierte um 20.15 Uhr den Coen-Film „Hudsucker – Der große Sprung“ (USA 1994, mit Tim Robbins, Paul Newman).


Neu im Kino: American Gangster

November 15, 2007

Genrejunkies freuen sich seit Wochen auf „American Gangster“, den neuen Film von Ridley Scott, mit Denzel Washington und Russell Crowe, nach einem Drehbuch von Steven Zaillian. Zaillian schrieb auch die Bücher zu „Schindlers Liste“, „Hannibal“, „Gangs of New York“ und „Die Dolmetscherin“; halt immer Qualitätsarbeit. Die Inspiration für das zweieinhalbstündige Biopic war das Leben von Frank Lucas. Der in Harlem lebende Afroamerikaner importierte in den frühen Siebzigern in die USA mehr und bessere Drogen als die Mafia, weil er den Drogenhandel wie ein normales Geschäft anging. Cop Richie Roberts machte es sich zur Lebensaufgabe, den Gangster zu jagen. Zu seinen schlimmsten Gegnern zählten dabei korrupte Polizisten.

Mark Jacobson schrieb den „New York“-Artikel „The Return of Superfly“, der als Inspiration für den Film diente.

Max Allan Collins  schrieb das Buch zum Film. Bis jetzt ist keine deutsche Übersetzung angekündigt.

Das Drehbuch von Steven Zaillian wird definitiv nicht übersetzt, kann aber hier gelesen werden.

Der englische Wikipedia-Eintrag ist sehr informativ; die deutsche und die amerikanische Homepage zum Film unterscheiden sich nur in akustischer Hinsicht.


TV-Tipp für den 15. November

November 15, 2007

Arte, 20.40

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (GB 1964, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Peter George, Terry Southern

LV: Peter George: Red Alert. 1958 (Die Welt der letzten Tage)

Buch zum Film: Peter Bryant (Pseudonym von Peter George): Dr. Strangelove Or: How I learned to stop worrying and love the bomb, 1963

Air-Force-Kommandant Jack D. Rippern glaubt, dass die Russen für seine Impotenz verantwortlich sind. Also gibt er den Befehl aus, das Reich des Bösen anzugreifen. Seine Vorgesetzten versuchen einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Doch das ist nicht so einfach.

Tiefschwarze Satire auf den Rüstungswahnsinn und das Denken der Militärs, Technokraten und Politiker, die beängstigend nahe an der Wirklichkeit ist und auch nach dem Ende des Kalten Krieges nicht veraltet ist. Eine Alptraum-Komödie

Mit Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden, Keenan Wynn, Slim Pickens, Peter Bull, James Earl Jones, Tracy Reed

Wiederholung:

Freitag, 16. November, 14.55 Uhr

Hinweise:

Arte zum Film


TV-Tipp für den 14. November

November 14, 2007

burgess-uhrwerk-orange.jpg

Arte, 23.10

Uhrwerk Orange (GB 1971, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick

LV: Anthony Burgess: A Clockwork Orange, 1962 (Uhrwerk Orange)

Der Halbstarke Alex terrorisiert mit seinen Freunden die Gegend. Nachdem er zu einer langen Haftstrafe verurteilt wird, ist er bereit an einem neuen Rehabilitationsprogramm teilzunehmen. Mit fatalen Folgen.

Als „Uhrwerk Orange“ 1971 in die Kinos kam, war er hochumstritten. Zwar sagte Kubrick, sein Film sei eine Verteidigung des freien Willens, aber Gewalt (wenn auch sehr stilisiert) und Beethoven oder „Singing in the Rain“ in einer Szene und der Verzicht auf eine eindeutige Position des Regisseurs im Film war dann für die meisten Kritiker doch zuviel.

Heute ist der stilisierte Alptraum als Meisterwerk der Filmgeschichte anerkannt – und der Roman schaffte es in die Time-Liste der 100 besten englischsprachigen Romane sein 1923.

Mit Malcolm McDowell, Patrick Magee, Michael Bates, Warren Clarke, John Clive, Steven Berkoff, David Prowse

Wiederholung:

Montag, 19. November, 00.30 Uhr (VPS) (Taggenau!)


TV-Tipp für den 13. November

November 13, 2007

3sat, 22.25

Kennwort Kino: Unter Brüdern (D 2007, R.: Herbert Krill)

Drehbuch: Herbert Krill

Halbstündige Doku über Brüder im Filmgeschäft. Ich sage nur Coen (für die Jüngeren) und Taviani (für die Älteren). Die Doku ist der Auftakt des Programmschwerpunkts „Regie-Brüder“.

Alle Infos über den 3sat-Schwerpunkt „Regie-Brüder“


TV-Tipp für den 12. November

November 12, 2007

Arte, 20.40

2001: Odyssee im Weltraum (GB/USA 1968, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Arthur C. Clarke

LV: Arthur C. Clarke: The Sentinel, 1951 (Der Wachposten, Kurzgeschichte, abgedruckt unter anderem in “Verbannt in die Zukunft” und “2001: Aufbruch zu verlorenen Welten“)

Buch zum Film: Arthur C. Clarke: 2001: A Space Odyssey, 1968 (2001: Odyssee im Weltraum)

Buch über die Dreharbeiten: Arthur C. Clarke: The lost worlds of 2001, 1972 („2001“ Aufbruch zu verlorenen Welten – Das Logbuch der Kapitäne Clarke und Kubrick)

Auf dem Mond wird ein schwarzer Monolith entdeckt. Er sendet Signale zum Jupiter. Die „Discovery“ wird losgeschickt, um das Rätsel zu lösen. Doch während des Flugs beginnt der Bordcomputer HAL sich über seine menschliche Besatzung so seine Gedanken zu machen.

Ein zeitloser Klassiker und ein Film, der für die große Leinwand gemacht wurde.

„2001: Odysse im Weltraum war ohne Zweifel der einflussreichstes Science-Fiction-Film der sechziger Jahre. Von nun an gewann das Science-Fiction-Kino einen wahrhaft spekulativen Aspekt und folgte damit der Science-Fiction-Literatur.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie) Denn: „Nach all dem Kinoschwachsinn, den Heerscharen unbedarfter SF-Filmer dem Publikum bis 1969 vorgesetzt hatten, ging 2001: Odyssee im Weltraum den SF-Fans herunter wie die reinste Götterspeise.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films).

Mit Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, Daniel Richter

Wiederholung:

Dienstag, 13. November, 14.30 Uhr

Hinweise:

Homepage der Arthur C. Clarke-Foundation (aka Homepage von Arthur C. Clarke)

Arthur C. Clakre-Bibliographie bei Fantastic Fiction (gewohnt umfangreich und mit vielen Bilder

Phantastik-Couch über Arthur C. Clarke (deutsch, die fantastische Schwester der Krimi-Couch)

„2001“-Seite von Warner Brothers

Und – endlich, endlich – erscheinen am 7. Dezember einige Kubrick-Filme in einer angemessenen Neuauflage als Doppel-DVD mit umfangreichem Bonusmaterial. Es sind „2001“, „Uhrwerk Orange“, „Shining“, „Full Metal Jacket“ und „Eyes Wide Shut“.


TV-Tipp für den 11. November

November 10, 2007

Heute war die Wahl des TV-Tipps wieder schwierig: Tatort-Kommissar Ehrlicher nimmt endlich seinen Abschied, es gibt eine Bogart-Reihe, Sydney Pollacks Politthriller „Die Dolmetscherin“, Terry Georges Politdrama „Hotel Ruanda“ (zur Geisterstunde) und Warren Beattys Monumentalfilm „Reds“ (über 25 Jahre nach seinem Kinostart) werden erstmals ausgestrahlt.

Im Hinblick auf künftige Wiederholungen geht der TV-Tipp des Tages deshalb wieder an Arte. Im Rahmen des Themenabends „1917 – Die Russische Revolution“ gibt es ein Epos, wie es heute von Hollywood nicht mehr produziert wird.

Arte, 20.45

Reds (USA 1981, R.: Warren Beatty)

Drehbuch: Warren Beatty, Trevor Griffiths, Peter S. Feibleman (ungenannt), Elaine May (ungenannt), Jeremy Pikser (ungenannt)

Über dreistündiges Biopic über den Journalisten John Reed, der die Oktoberrevolution miterlebte, darüber den Bestseller „Zehn Tage, die die Welt erschütterten“ schrieb, mit 33 Jahren starb und als einziger Amerikaner an der Kremlmauer beerdigt wurde.

Nachdem Beatty in den Siebzigern als Schauspieler und Produzent enorm erfolgreich war, erhielt er für dieses Projekt völlig freie Hand. Die nutzte er beim Dreh für einen nicht auf die Kosten achtenden Perfektionismus und danach für eine unkommerziell lange Fassung. Dennoch waren in den USA die Kritiker begeistert, der Film wurde für zahlreiche Preise nominiert, erhielt unter anderem drei Oscars, und, zur Wiederaufführung 2006, waren die Kritiker immer noch begeistert. „“Reds” remains a superior history lesson.“ (A. O. Scott, New York Times) „Reds wird seinen eigenen hohen Ansprüchen nicht immer gerecht, doch insgesamt ist es ein imponierendes Werk voll grandioser Bilder und exzellenter Darstellungen.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

In Deutschland ist „Reds“ dagegen fast unbekannt. „Der immense Erfolg von ‚Reds“ in den USA, der sich in der Bundesrepublik nicht wiederholte, hat wohl auch mit dieser Konstellation zu tun: Reed ist zwar Kommunist, aber doch in erster Linie Amerikaner.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Heute erlebt der Monumentalfilm für denkende Menschen, wenn wir von einer nicht angekündigten Ausstrahlung in „Das Vierte“ absehen, seine TV-Premiere.

Mit Warren Beatty, Diane Keaton, Edward Hermann, Jerzy Kosinski, Jack Nicholson, Paul Sorvino, Maureen Stapleton, M. Emmett Walsh, Gene Hackmann

Hinweise:

Arte zum Film

A. O. Scott, New York Times, zur DVD (mit einem Gespräch mit Warren Beatty)

Jay C. Steinberg zum Film (Turner Classic Movies)

John Reed: Zehn Tage, die die Welt erschütterten

Warren Beatty bei Charlie Rose (bei YouTube gibt es noch einige weitere Clips mit Beatty, teilweise auch zu „Reds“)


TV-Tipp für den 10. November

November 10, 2007

ARD, 22.10 (VPS 01.10)

James Bond: Lizenz zum Töten (GB 1989, R.: John Glen)

Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

LV: Figur von Ian Fleming

Nachdem Drogenbaron Sanchez seinen Freund Felix Leiter während der Hochzeit schwer verletzt und dessen Künftige umbringt, sieht Bond rot. Im Alleingang bringt er Sanchez um seine Existenzgrundlage.

Der zweite Einsatz von Timothy Dalton war realistischer und härter als die vorherigen Bonds. An der Kasse war er damit nicht so erfolgreich – und die Bond-Macher legten eine mehrjährige Pause ein. Pierce Brosnan beendete die Produktionspause 1995 mit dem kommerziell äußerst erfolgreichen „GoldenEye“.

In „Lizenz zum Töten“ ist die Mischung aus klassischem Bond und modernem us-amerkanischen Action-Kino nicht überzeugend. In Erinnerung bleiben vor allem, dass alles viel brutaler als gewohnt ist. Der nächste Versuch eines härteren Bonds gelang mit „Casino Royale“ wesentlich besser.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Timothy Dalton, Robert Davi, Talisa Soto, Benicio Del Toro


TV-Tipp für den 9. November

November 9, 2007

RTL II, 20.15

Mars Attacks (USA 1996, R.: Tim Burton)

Drehbuch: Jonathan Gems, Tim Burton (ungenannt)

LV: Topps Company: 55-teilige Sammelkartenserie aus den Sechzigern (Neuauflage 1994)

Außerirdische besuchen die Erde. Der Präsident und einige Wissenschaftler glauben an ein friedliches Zusammenleben der Welten, aber die Marsmenschen wollen einfach nur alles kaputtmachen.

Schön schräge, respektlose Satire und Liebeserklärung an die S-F-Filme der Fünfziger. Burtons Werk wurde damals als Gegenentwurf zu dem patriotisch-ironiefreien Roland Emmerich-Werk „Independence Day“ gesehen. Einmal dürfen sie raten, welcher Film der bessere ist. Und einmal, welcher Film das bessere Einspielergebnis hat.

„Eine der kompromisslosesten Demontagen des Hollywood-Kinos.

Zuerst wären da die Schauspieler zu nennen, eine Crew voller Berühmtheiten, denen nacheinander Schreckliches passiert: Sie alle scheiden in kürzester Zeit dahin, sterben einen wenig ruhmreichen Tod. (…) Mars Attacks! Karikiert nicht nur die patriotische, militaristische Variante des Invasionsfilms, sondern auch die ‚liberale’ Spielart, die den Außerirdischen mit pazifistisch und neuerdings esoterisch motiviertem Wohlwollen begegnet.“ (Helmuth Merschmann: Tim Burton)

Mit Jack Nicholson, Glenn Close, Annette Bening, Pierce Brosnan, Danny DeVito, Martin Short, Sarah Jessica Parker, Michael J. Fox, Rod Steiger, Tom Jones (als er selbst), Lukas Haas, Natalie Portman, Jim Brown, Sylvia Sidney, Pam Grier, Joe Don Baker, Christina Applegate, Jerzy Skolimonkski (Regisseur, als Dr. Zeigler), Barbet Schroeder (Regisseur, als französischer Präsident),

Wiederholung:

Samstag, 10. November, 14.15 Uhr (wahrscheinlich wird eine gekürzte Fassung gezeigt)

Hinweise:

Die Vorlage für den Film: die Sammelkarten der Topps Company 

Tim Burton bei Film-Zeit

Senses of Cinema-Artikel von Ben Andac über Tim Burton (2003)

Schnittbericht


TV-Tipp für den 8. November

November 8, 2007

Arte, 20.40

Wege zum Ruhm (USA 1957, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Jim Thompson, Stanley Kubrick, Calder Willingham

LV: Humphrey Cobb: Paths of glory, 1935

Erster Weltkrieg: Der französische Colonel Dax erhält den aussichtslosen Befehl, die Höhe 19 einzunehmen. Als der Angriff gegen die Deutschen stockt und die Soldaten den Befehl des ehrgeizigen Generals Mireau, auf die eigenen Leute zu schießen, verweigern, befiehlt Mireau, dass aus den beteiligten Regimenter drei zufällig ausgewählte Soldaten wegen Feigheit vor dem Feind erschossen werden soll. Dax versucht ihr Leben zu retten.

Krasser Antikriegsfilm, der auch nach einem halben Jahrhundert nichts von seiner Wirkung verloren hat.  In Frankreich wurde der Film erst 1975 gezeigt. Bis dahin hatte kein Verleiher den Mut gehabt „Wege zum Ruhm“ zu präsentieren.

„’Wege zum Ruhm’ ist eine Studie über Macht. Kubrick zeigt eine Welt, in der die Mächtigen die Untergebenen zu Schachfiguren degradieren, in der aber auch jeder, der in der Hierarchie weiter oben steht, mit dem Wissen leben muß, selbst nur Schachfigur zu sein.“ (Christoph Haas in Andreas Kilb, Rainer Rother u. a.: Stanley Kubrick)

Mit Kirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menjou, George MacReady

Wiederholungen:

Mittwoch, 14. November, 14.55 Uhr

Dienstag, 20. November, 14.55 Uhr

Arte zum Film