Im Auftrag des Drachen (USA 1975, R.: Clint Eastwood)
Drehbuch: Hal Dresner, Warren Murphy (als Warren B. Murphy), Rod Whitaker
LV: Trevanian (Pseudonym von Rod Whitaker): The Eiger Sanction, 1972 (Im Auftrag des Drachen)
Jonathan Hemlock soll im Auftrag einer Geheimorganisation zwei Killer töten. Von einem ist nur bekannt, dass er an einer Besteigung der Eiger-Nordwand teilnimmt. Hemlock schließt sich den Bergsteigern an.
Thriller, bei dem die Landschaftsaufnahmen (Monument Valley, Schweizer Alpen) mehr beeindrucken als die Story. Was auch Clint Eastwood zugibt. Trevanians Debüt mit dem Superspion Hemlock war ein weltweiter Bestseller.
Mit Clint Eastwood, George Kennedy, Heidi Brühl, Reiner Schöne
Mit einem Dreierschlag aus zwei Noir-Klassikern und einem sträflich unterschätzten Noir beginnt Koch Media seine Film Noir Collection. „Die Blaue Dahlie“, „Spiel mit dem Tode“ und „Schwarzer Engel“ wurden bis jetzt nicht auf DVD veröffentlicht und auch im Fernsehen liefen sie zuletzt vor vielen Jahren. Deshalb ist diese liebevoll gestaltete Ausgabe – die DVDs sind in einem Slim-Mediabook – ein Geschenk für Noir- und Filmfans. Die Filme wurden restauriert, was vor allem bei „Spiel mit dem Tode“ und „Schwarzer Engel“ zu einem brillanten Bild führt. Selbstverständlich gibt es den Originalton und die deutsche Synchronisation (bei „Spiel mit dem Tode“ sogar die alte und die neue Synchronisation) und klug ausgewähltes Bonusmaterial. Hier wurde nach der Methode „Klasse statt Masse“ vorgegangen. Kinotrailer, umfangreiche Bildergalerien und ein informatives zwölfseitiges Beiheft ergänzen sinnvoll die Filme.
Raymond Chandlers „Die blaue Dahlie“
Die Kriegskameraden Johnny Morrison (Alan Ladd), Buzz Wanchek (William Bendix) und George Copeland (Hugh Beuamont) kehren aus dem zweiten Weltkrieg nach Los Angeles zurück. Während George und Buzz, der durch eine Kopfverletzung geistig behindert ist, gemeinsam ein Zimmer beziehen, will Johnny zurück zu seiner Frau Helen (Doris Dowling) und seinem Sohn. Er hat sich vorher nicht angekündigt und platzt so mitten hinein in eine Party. Sie ist betrunken, hat eine Affäre mit dem aalglatten Nachtclubbestzer Eddie Harwood (Howard da Silva) und ihre Freunde zählen zur vergnügungssüchtigen Schickeria. Sie eröffnet ihm, dass sein Sohn bei einem Unfall starb und küsst Harwood. Johnny beginnt einen handgreiflichen Streit. Kurz darauf verlässt er sein Haus. In der Nacht trifft er Joyce Harwood (Veronica Lake). Sie ist, wie er erst später erfährt, die Frau des Nachtclubbesitzers.
Am nächsten Tag ist Helen tot. Die Polizei hält Johnny Morrison für den Täter. Zusammen mit Joyce sucht er den Mörder.
Nach seinen erfolgreichen Romanen interessierte Hollywood sich für Raymond Chandler. Er wurde als Drehbuchautor engagiert und „Die Blaue Dahlie“ ist das einzige von ihm verfilmte Drehbuch, das nur seinen Namen trägt. Im Rahmen eines Rätselkrimis entwirft er ein pessimistisches Bild der USA nach dem zweiten Weltkrieg. Die Kriegshelden kommen ohne Paraden und ohne Perspektiven zurück. Als sie am Filmanfang aus dem Bus steigen, wirken sie genauso verloren wie entlassene Sträflinge. Buzz verliert immer wieder sein Gedächtnis. George und Johnny haben keinen Job – und auch keinen Job in Aussicht. Die Frauen haben in den Kriegsjahren die Aufgaben der Männer übernommen. Doch – im Gegensatz zu Paul Haggis’ neuem Kriegsheimkehrerfilm „In the Valley of Elah“ – bringen in „Die Blaue Dahlie“ die drei Kriegsheimkehrer die Verrohungen des Krieges nicht in ihre Heimat. Sie schleppen zwar die Traumata des Krieges mit sich herum. Aber Gewalt, Mord, Korruption, Lug und Trug sind bereits schon lange fest in der Gesellschaft verankert. Diese Aussage wird sogar – dank des Einspruchs der Navy, die einen Soldaten als Mörder nicht akzeptieren konnte – durch die Überführung des Mörders am Ende noch verstärkt. Im Los Angeles der „Blauen Dahlie“ können die Daheimgebliebenen sich auch ganz gut ohne die Kriegsheimkehrer umbringen.
Damals war der Film ein gewaltiger Kassenschlager. Alan Ladd und Veronika Lake spielten nach „Die Narbenhand“ (This gun for hire, USA 1942) und „Der gläserne Schlüssel“ (The glass key, USA 1942) wieder zusammen. Der beim amerikanischen Publikum sehr beliebte William Bendix hatte eine wichtige Nebenrolle und die Story verband gelungen einen Krimi mit einer pessimistischen Beschreibung der damaligen Gesellschaft. Dafür erhielt Raymond Chandler eine Oscar-Nominierung.
Heute steht „Die blaue Dahlie“ eindeutig im Schatten der fast zeitgleich gestarteten Chandler-Verfilmung „Tote schlafen fest“ (The Big Sleep, USA 1946) mit dem Traumpaar Humphrey Bogart und Lauren Bacall. Während „Tote schlafen fest“ ein einziges Feuerwerk aus flotten Sprüchen, Schlägereien und Atmosphäre ist, bemüht Chandler sich in „Die Blaue Dahlie“ mit einem positiven Helden um einen nachvollziehbaren, traditionellen Rätselplot mit einer überschaubaren Zahl von Tatverdächtigen. Doch die Frage, wer der Mörder ist, ist in der Welt des Film Noir höchstens zweitrangig.
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Die Blaue Dahlie (The Blue Dahlia, USA 1945)
Regie: George Marshall
Drehbuch: Raymond Chandler
Mit Alan Ladd, Veronica Lake, Willam Bendix, Howard da Silva, Doris Dowling
Die üblichen Verdächtigen (USA 1995, R.: Bryan Singer)
Drehbuch: Christopher McQuarrie
Die üblichen Verdächtigen sitzen im Knast und fragen sich: Wer ist Keyser Soze? Ein Polizist stellt sich die gleiche Frage und auch die Zuschauer wissen es nicht. Jedenfalls wenn Sie zu den wenigen Glücklichen zählen, die diese Genreperle noch nicht kennen. Alle anderen dürfen sich ein weiteres Mal an einem glänzenden Spiel zwischen Wahrheit und Lüge und Lüge erfreuen.
Mit Kevin Spacey, Benicio Del Toro, Chazz Palminteri, Gabriel Byrne, Kevin Pollak, Peter Postlethwaite, Stephen Baldwin, Dan Hedaya
Ndrangheta – Das blutige Business einer Mafia (FR 2008, R.: Corradino Durruti)
Drehbuch: Corradino Durruti
Spielfilmlange Doku über die kalabrische Mafia. Durrutti begleitete dafür sieben Jahre lang, oft mit versteckter Kamera, den Mafiajäger Inspektor Nico Morrone.
LV: William Hjortsberg: Falling Angel, 1978 (Angel Heart)
Privatdetektiv Harry Angel soll einen verschwundenen Jazzmusiker finden. In New Orleans verschwimmen für ihn immer mehr die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit.
Exzellenter Okkultthriller, der die Handlung des Buches von New York nach New Orleans verlegt.
William Hjortsberg zum Film: „Parker wrote an excellent script and went on to make a memorable film.”
Mit Mickey Rourke, Robert De Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Brownie McGhee, Dann Florek
Wiederholung: Dienstag, 27. Mai, 02.00 Uhr (Taggenau!)
Sin City (USA 2005, R.: Robert Rodriguez, Frank Miller [special guest director: Quentin Tarantino])
Drehbuch: Frank Miller
LV: Frank Miller: Sin City (verschiedene Graphic Novels)
Frank Miller erschuf in seinen düsteren Noir-Comics die Welt von „Sin City“. Robert Rodriguez verfilmte, zusammen mit Miller (und etwas Hilfe von seinem Kumpel Quentin), kongenial drei „Sin City“-Geschichten: Marv will den Mord an seiner Lieblingshure rächen; Privatdetektiv Dwight unterstützt eine Nutten-Gang gegen ein Verbrechersyndikat; Cop Hartigan will eine Stripperin aus den Fängen eines Triebtäters befreien. Keine dieser Geschichten endet wirklich glücklich, aber der Film gehört zu den wenigen geglückten Comic-Verfilmungen. Weitere Verfilmungen von „Sin City“-Geschichten sind immer noch geplant.
Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro, Josh Hartnett, Rutger Hauer, Evelyn Hurley, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Bruce Willis, Elijah Wood
Wiederholung: Montag, 26. Mai, 02.45 Uhr (Taggenau!)
TATORT: Taxi nach Leipzig (D 1970, R.: Peter Schulze-Rohr)
Drehbuch: Friedhelm Werremeier
LV: Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig, 1970
An der Autobahn Leipzig-Berlin wird eine Kinderleiche gefunden. Als Kommisar Trimmel erfährt, dass der Vater des Kindes vor wenigen Tagen von Hamburg nach Frankfurt gezogen ist und einen gleichaltrigen Sohn hat, ist seine Neugierde geweckt. Er fährt – entgegen aller Dienstvorschriften – in die DDR.
Mit „Taxi nach Leipzig“ begann am 29. November 1970 ein Experiment, das sich „Tatort“ nannte und zuerst auf zwei Jahre befristet war. Am 27. Mai wird der siebenhundertste „Tatort“ ausgestrahlt; der ebenfalls in Leipzig spielt.
Der erste Trimmel-Tatort ist ein Klassiker. Dabei waren die nächsten Trimmel-Tatorte auch nicht schlecht. Kein Wunder, denn das Team Werremeier/Schulze-Rohr arbeitete weiter zusammen.
Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig“ erschien vor wenigen Tagen, versehen mit einem kundigen Nachwort von Frank Göhre, in der Edition Köln. Es ist einer der Klassiker des deutschen Kriminalromans und auch heute immer noch absolut lesenswert. Werremeier schrieb mit seinem Kommissar Trimmel eine alternative Chronik der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und eigentlich sollten alle Trimmel-Romane wieder veröffentlicht werden. Bis dahin hilft nur der Gang in das nächste Antiquariat.
Mit Walter Richter, Edgar Hoppe, Hans Peter Hallwachs, Günter Lamprecht
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (USA 2008, R.: Steven Spielberg)
Drehbuch: David Koepp
Heute (falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen hat) startet der neue Indiana-Jones-Film. Die Kritiken vor der Weltpremiere in Cannes waren solala bis schlecht. In Cannes waren die Reaktionen gespalten (Vor der Aufführung johlten die Kritiker wie Kleinkinder. Danach schwiegen sie professionell miesepetrig.). Inzwischen sagen aber die übergroße Mehrheit von Kritikern und Zuschauern, dass der Film gelungen ist. Freuen wir uns also auf zwei Stunden mit dem Mann mit der Peitsche.
Dieses Mal – immerhin spielt die Geschichte in den Fünfzigern – kloppt er sich mit den bösen Russen um einen wertvollen Gegenstand.
Mit Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent
Konzernchefin Inka von Barneck wird ermordet. Als erstes verdächtigt Kommissar Cüpper natürlich ihren finanziell von ihr abhängigen Ehemann. Doch dieser hat nicht nur ein Alibi, sondern zwei.
Die „Tatort“-erprobte Dorothee Schön schrieb das Drehbuch zu dieser Schätzing-Verfilmung. Ob das jetzt ein Vor- oder ein Nachteil ist, wissen wir nach knapp zwei Stunden (oder, in der Nachtwiederholung, neunzig Minuten).
Cocktail für eine Leiche (USA 1948, R.: Alfred Hitchcock)
Drehbuch: Arthur Laurents, Hume Cronyn
LV: Patrick Hamilton: The Rope, Rope’s End, 1929 (Theaterstück)
Zwei Studenten bringen, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, einen Mitstudenten um und feiern eine Party – mit dem Toten in einer für alle sichtbaren Truhe.
Hamiltons Stück basiert locker auf dem Fall Leopold/Loeb, bei dem 1924 zwei Studenten grundlos einen Mitstudenten umbrachten. Hitchcock faszinierte neben der moralischen Frage bei „Cocktail für eine Leiche“ ein technischer Aspekt: er drehte den Film in Echtzeit (von 19.30 Uhr bis 21.15 Uhr; beim Essen wird etwas geschummelt) ohne einen sichtbaren Schnitt. Das gelang Hitchcock, indem er immer am Ende einer Filmspule auf einen Gegenstand (wie die Truhe oder ein Jackett) fuhr und bei der nächsten Spule genau dort fortfuhr. In den dazwischen liegenden zehn Minuten gibt es nie einen Schnitt. Die Schauspieler mussten ihre Texte genau kennen, die Kamera bewegte sich durch den Raum und Gegenstände wurden hin und her bewegt. Und im Hintergrund verdunkelte sich die Skyline.
Damals wurde das Experiment verrissen und auch Hitchcock sagte später, die Idee sei idiotisch und gegen alle seine Prinzipien. Heute genießen wir den Film einfach als verdammt gute Verfilmung eines Theaterstücks mit guten Schauspielern, die gute Dialoge sprechen dürfen.
Mit James Stewart, John Dall, Farley Granger, Sir Cedric Hardwicke
Zum hundertsten Geburtstag von James Stewart gibt es die:
BR, 23.20
Anatomie eines Mordes (USA 1959, R.: Otto Preminger)
Drehbuch: Wendell Mayes
LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)
Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.
Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem gleichnamigen, seitenstarkten Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der wiederum auf einem seiner Fälle basiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.
Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington
Heute buhlt Rudolf Kowalski um Aufnahme in der WG Götz Alsmann/Christine Westermann. Dabei dachte ich immer, dass er, wenn er nicht gerade als „Stolberg“ miesepetrig durch seine Stadt stampft, in „Bella Blocks“ Wohnung bereits ein warmes Bett hat. Aber vielleicht hat sich Frau Block einen Jüngeren geschnappt…
Wiederholungen: einige in den dritten Programmen oder gleich die WDR-Mediathek ausprobieren
Drehbuch: René Wheeler, Jules Dassin, Auguste le Breton
LV: Auguste le Breton: Du rififi chez les hommes, 1953
Kaum draußen aus dem Gefängnis plant Toni zusammen mit seinen Freunden Jo und Mario den Einbruch in ein Juweliergeschäft. Der Einbruch gelingt. Dann kommt ihnen eine rivalisierende Bande auf die Spur.
Mit „Rififi“ begründete Dassin das Caper-Movie: ein Film, bei dem die Planung und Durchführung eines Einbruches mit Mittelpunkt steht. „Dassins Film wirkt ein wenig wie die Synthese aus seinen eigenen realistischen Kriminalfilmen aus Hollywood, das er der antikommunistischten Hexenjagden McCarthys wegen hatte verlassen müssen, und den französischen Filmen aus der Tradition des Poetischen Realismus. Dabei potenziert sich der Pessimismus so sehr wie die Stilisierung: In einer halbstündigen Sequenz, in der der technische Vorgang des Einbruchs gezeigt wird, gibt es weder Dialoge noch Musikuntermalung. Die technische Präzision, die fast ein wenig feierlich zelebriert wird und in der die Männer ganz offensichtlich ihre persönliche Erfüllung finden, mehr als in der Freude über die Beute, steht dabei im Gegensatz zu ihrem fast ein wenig melancholischen Wesen.“ (Georg Seeßlen)
Mit Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Robert Hossein, Perlo Vita (Pseudonym von Dassin)
LV: Joe R. Lansdale: Bubba Ho-Tep (Kurzgeschichte, Erstausgabe in Paul M. Sammon, Hrsg.: The King Is Dead: Tales of Elvis Post-Mortem, 1994)
Elvis und John F. Kennedy (Okay, er ist ein Schwarzer. Aber das beweist doch nur, wie perfide die Mörder von JFK sind, oder?) vegetieren in einem drittklassigen texanischen Altersheim. Das Personal hält sie natürlich für altersbedingt normal-durchgeknallt. Als eine ägyptische Mumie die Heimbewohner dezimiert, rüsten sich Elvis und JFK zu ihrem letzen Kampf. Denn, so Elvis: „Ask not what your rest home can do for you. Ask what you can do for your rest home.“
Wer bis jetzt nicht gemerkt hat, dass „Bubba Ho-Tep“ eine ziemlich durchgeknallte Horrorkomödie ist, wird an dem Film keinen Spaß haben. Ich hatte ihn beim Fantasy-Filmfest gesehen und von der ersten Sekunde an lagen wir in dem vollen Kinosaal gröhlend auf dem Boden. Anschließend erzählte jeder seinen Freunden, er habe einen wahnsinnig guten Film gesehen. Leider kam „Bubba Ho-Tep“ nie in die deutschen Kinos und die DVD-Veröffentlichung ließ ungewöhnlich lange auf sich warten.
Das Drehbuch von Coscarelli erhielt den Bram-Stoker-Award.
Mit Bruce Campbell, Ossie Davies, Ella Joyce, Bob Ivy
Brügge sehen…und sterben (B/GB 2008, R.: Martin McDonagh)
Drehbuch: Martin McDonagh
Die Profikiller Ray und sein väterlicher Freund Ken sollen nach einem leicht missglückten Mord an einem Priester für einige Tage in Brügge untertauchen. Schnell verwandeln sie die friedliche Stadt in eine Kampfzone. Denn: „Shoot first. Sightsee later.“
Schwarze Komödie
Mit Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy, Zeljko Ivanek, Ciarán Hinds
Nach einem tödlichen Verkehrsunfall wird LKW-Fahrer Jean Chape von Gangstern verfolgt.
Selten gezeigter, dialogarmer Noir mit zahlreichen atmosphärischen Aufnahmen französischer Landstraßen und den Wohnungen der kleinen Leute. Grangier lässt seinen Figuren, besonders Jean Gabin, viel Zeit, sich in ihrem Umfeld zu präsentieren. Dabei geht die reine Krimihandlung immer wieder etwas verloren, was auch daran liegt, dass Chape nicht weiß, warum die Verbrecher ihn bedrohen und er in erster Linie nur sein ruhiges Leben weiterführen will.
Arte zeigt die Originalversion, bei der die beim deutschen Kinostart gekürzten Teile untertitelt sind.
Mit Jean Gabin, Jeanne Moreau, Marcel Bozzuffi, Roger Hanin
Auf dem Polizeirevier erzählt Cynthia Kellog Detective John Woods, wie es zu dem Tod des Arschlochs James Urbanski, dem Mann ihrer besten Freundin, kam. Aber erzählt sie die Wahrheit? Oder haben die Frauen Urbanski ermordet?
Ein Low-Budget-Film der letztendlich glücklichen Umstände: Alan Rudolph übernahm kurz vor Drehbeginn die Regie, dank der Co-Produzentin Demi Moore spielte ihr damalige Ehemann Bruce Willis mit, Rudolph hatte beim Dreh freie Hand und danach eine loyale Co-Produzentin.
„Wie ein roter Faden ziehen sich die Motive der Täuschung und des Verrats durch die Filme von Alan Rudolph. (…) In ‚Tödliche Gedanken’ treibt Rudolph dieses Prinzip auf die Spitze: da ist alles Lug und Trug, und seinen Augen darf man für keine Sekunde trauen.“ (Fischer Film Almanach 1992)
Viel Vergnügen beim Jahre vor „Die üblichen Verdächtigen“ und lange nach „Die rote Lola“ (zwei Filmen, die ebenfalls unseren Glauben an die Wahrheit von Filmbildern erschütterten) entstandenen Film. „Tödliche Gedanken“ ist spannender Krimi und ab der ersten Sekunde ein intellektuelles Vergnügen.
Mit Demi Moore, Glenne Headly, Bruce Willis,John Pankow, Harvey Keitel
Geheimnisvolle Orte: Die Katakomben von Tempelhof (D 2004, R.: Ute Bönnen, Gerald Endres)
Drehbuch: Ute Bönnen, Gerald Endres
Dass der Flughafen einen Keller hat, konnte ich mir denken. Auch, dass er ziemlich groß ist. Aber dass ein ganzes Labyrinth mit Lagern, unterirdischen Produktionsstätten und militärischen Kommandozentralen dort ist, wusste ich nicht.