TV-Tipp für den 12. Dezember

Dezember 12, 2007

ARD, 01.05 (VPS 00.35)

Blueberry und der Fluch der Dämonen (F 2004, R.: Jan Kounen)

Drehbuch: Gerard Brach, Matt Alexander, Jan Kounen

LV: Jean Giraud (Moebius)/Jean-Michel Charlier: Die vergessene Goldmine; Das Gespenst mit den goldenen Kugeln (Comics)

Ein dickes Lob für die Programmplaner. Nachdem wir uns langsam an TV-Premieren von guten Filmen nach Mitternacht in der Nacht von Sonntag auf Montag gewöhnt haben (zum Beispiel nächsten Sonntag „25 Grad im Winter“, einer der Berlinale-Publikumslieblinge), ist die TV-Premiere von „Blueberry und der Fluch der Dämonen“ an einem Wochentag weit nach Mitternacht eine Beleidigung für die berufstätigen Gebührenzahler und auch alle anderen Menschen, die keine ausgesprochenen Nachtmenschen sind.

Bei einem der Privaten würde der Film am Wochenende um 20.15 Uhr laufen. Immerhin spielen neben Vincent Cassel auch Michael Madsen (!), Juliette Lewis (!), Ernest Borgnine, Tchéky Karyo und Val Avery (sein bislang letzter Film) mit.

Die Story des Western ist einfach: Sheriff Blueberry will sich an Wally Blount rächen.

Die Kritik war gespalten. Denn Western und Drogenvision fügen sich nicht richtig zusammen. Aber, stellvertretend für die anderen Kritiken: „Hätten diese Filmvisionen Ende der 60er Jahre das Licht der Leinwand erblickt, wären sie mit der Schlusssequenz von Kubricks ‚2001’ zum ultimativen Acid-Doublefeature verschmolzen.“ (Tobias Kniebe, SZ, 1. Juli 2004) „So bietet diese Neuauflage eines europäischen Second- Hand-Western das unterhaltsame Vergnügen, zu sehen, wie man eine eher fadenscheinige Geschichte visuell zu einem bemerkenswerten Kinoerlebnis aufbläst.“ (Lexikon des internationalen Films)

Zur Vorlage, den Blueberry-Comics muss eigentlich nichts gesagt werden.

Hinweise:

Film-Homepage

„Leutnant Blueberry“ bei Wikipedia


TV-Tipp für den 11. Dezember

Dezember 11, 2007

RBB, 23.05

Der Saustall (F 1981, R.: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand


TV-Tipp für den 10. Dezember

Dezember 10, 2007

Tele 5, 22.00

Cutter’s Way – Keine Gnade (USA 1981, R.:  Ivan Passer)

Drehbuch: Jeffrey Fiskin

LV: Newton Thornburg: Cutter and Bone, 1976

Der verkrüppelte Vietnam-Veteran Alex Cutter begibt sich auf einen fanatischen Rachefeldzug gegen den Ölmagnaten J. J. Cord. Denn Cutters Freund Richard Bone glaubt, er habe Cord kürzlich beim Verstecken einer Leiche gesehen.

Der an der Kinokasse ziemlich gefloppte Film (die deutsche Premiere war auf Video) ist eine düstere Zustandbeschreibung der USA, in der mehrere amerikanische Genres gegen den Strich gebürstet werden und es keine sympathischen Figuren gibt. Inzwischen gilt „Cutter’s Way“ als kleiner Klassiker; – genau wie Thornburgs Roman.

Fiskins Drehbuch erhielt 1982 den Edgar als bestes Drehbuch.

Mit Jeff Bridges, John Heard, Lisa Eichhorn, Stephen Elliott, Ann Dusenberry

auch: „Cutter & Bone – Bis zum bitteren Ende“ und „Bis zum bitteren Ende“

Wiederholung um 02.20 Uhr

Hinweis:

Bob Cornwell redet mit Newton Thornburg


TV-Tipp für den 9. Dezember

Dezember 9, 2007

Arte, 20.40

Hundstage (USA 1975, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Frank Pierson

LV: P. F. Kluge, Thomas Moore: The Boys in the Bank (Artikel im Life Magazine)

Buch zum Film: Patrick Mann (Pseudonym von Leslie Waller). Dog Day Afternoon, 1974

An einem heißen Sommertag überfällt Sonny mit zwei Freunden eine Bank in Brooklyn. Doch schon von der ersten Sekunde läuft bei den Amateuren nichts nach Plan. Als nach wenigen Minuten die Polizei die Bank umstellt, wird aus dem Überfall ein mehrstündiges Geiseldrama.

Für die Tragikömodie (Ja, das spannende Geiseldrama ist unglaublich witzig.) wurden sich einige Freiheiten genommen (Arte zeigt gleich im Anschluß die Dokumentation „Hundstage, die wahre Geschichte“, NL 2004, R/B: Walter Stockman), aber durch den Dreh vor Ort und mit zahlreichen Anwohnern als Zuschauern entstand eine realistische Atmosphäre. Die Schauspieler spielten grandios. Die, abgesehen von kleinen Rollen, beiden Debütanten Chris Sarandon (als Pacinos Freund) und Lance Henriksen (als Polizist) hatten einen glänzenden Start in ihre bis heute andauernden Filmkarrieren.

Frank Pierson erhielt für sein Drehbuch den Oscar und den Preis der WGA.

Der über dreißig Jahre alte Klassiker hat nichts von seiner Kraft verloren.

Mit Al Pacino, John Cazale, Charles Durning, James Broderick, Sully Boyar, Penny Allen, Chris Sarandon, Lance Henriksen

Wiederholungen:

Donnerstag, 13. Dezember, 14.50 Uhr

Montag, 17. Dezember, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Drehbuch von Frank Pierson:

          Awesome Movie Scripts: final draft script

          The Weekly Script: undated, unspecified draft script

Homepage von P. F. Kluge

Al Pacino’s Loft – Dog Day Afternoon (viele Informationen über den Film und dem Kluge-Moore-Artikel)


TV-Tipp für den 8. Dezember

Dezember 8, 2007

Arte, 17.45

Bürgerschreck und Romancier (D 2006, R.: Stefanie Appel)

Drehbuch: Stefanie Appel

Doku mit und über Burkhard Driest, der in den vergangenen Jahren vor allem als Krimiautor in die Öffentlichkeit trat. Davor schrieb er auch Drehbücher, führte Regie und schauspielerte. Oh, und der verurteilte Bankräuber inszenierte sich als Outcast. Hm, und dann gab es noch den Fernsehauftritt mit Romy Schneider.

Wiederholungen:

Samstag, 15. Dezember, 06.45 Uhr (Taggenau!)

Dienstag, 18. Dezember, 04.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweis:

Arte zum Film

Literaturatlas über Burkhard Driest


TV-Tipp für den 7. Dezember

Dezember 7, 2007

3sat, 22.25

Felicia, mein Engel (Kan/GB 1999, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: William Trevor: Felicia´s journey, 1994

Mr. Hilditch (Bob Hoskins) hilft der 17-jährigen Felicia bei der Suche nach Johnny. Dabei verfolgt er gleichzeitig seine eigenen Pläne.

Wie immer bei Egoyan: langsam, aber konzentriert erzählt, mit grandiosen Leistungen der Schauspieler und einer exquisiten Kameraarbeit. Halt Kino für denkende Menschen.

„Mit dieser Parabel für die Zerstörung von Unschuld liefert er [Egoyan] eins der düstersten und beklemmendsten Porträts eines Serienmörders, das seit langem in Kino zu sehen war – eine außerordentliche schauspielerische Leistung von Bob Hoskins.“ (Heinrichs, Rheinische Post, 4. 2. 2000)

Mit Bob Hoskins, Arsinée Khanjian, Elaine Cassidy

Hinweis:

3sat zum Film


TV-Tipp für den 6. Dezember

Dezember 6, 2007

Der Lokalpatriotismus schlägt zu:

RBB, 23.35

leben in der stadt von morgen (D 2007, R.: Marian Engel)

Drehbuch: Marian Engel

Hansaviertel 1957 und heute. Vor fünfzig Jahren fand in Berlin die Interbau statt. Auf ihr trafen sich 64 namhafte Architekten der klassischen Moderne (wie Le Corbusier und Gropius) und planten die Stadt der Zukunft. Als Ausstellungsobjekt wurde das damals nach einer zweijährigen Bauzeit gerade fertiggestellte Hansaviertel präsentiert. Engel kontrastiert in seinem Film die Utopien der Architekten für ein neues Zusammenleben der Menschen mit der heutigen Wirklichkeit im Hansaviertel.

Homepage zum Film


TV-Tipp für den 5. Dezember

Dezember 5, 2007

hitchens-flucht-nach-las-vegas.jpg

ARD, 00.35

Die Außenseiterbande (F 1964, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Dolores Hitchens: Fool’s gold, 1958 (Flucht nach Las Vegas)

Vordergründig erzählt Godard die Planung und Durchführung eines Einbruches. Aber die Abschweifungen von dieser Geschichte sind ihm wichtiger. Inzwischen ist „Die Außenseiterbande“ ein Klassiker der Nouvelle Vague und einer der zugänglichsten Filme Godards. Ein schöner Film, aber eher für die Cineasten unter uns.

„´Bande à part´ (Die Außenseiterbande) ist der heiterste Film Godards, nicht wegen seiner Story (eigentlich ist die gar nicht so heiter), sondern wegen der ironischen leichten Art, mit der Godard spielerisch mit den Formen, die er in den vorangegangenen Filmen entwickelt hat, umgeht. Er selbst spricht einen Kommentar, der ergänzt, ironisiert, ansatzweise interpretiert und vor allem immer wieder darauf hinweist, daß alles, was da geschieht, auch anders verlaufen könnte…In ´Bande à part´ weist der leichte, spielerische, ironisch-distanzierte Kommentar ebenso auf die Entstehung wie die äußerst raffinierte Schwarzweiß-Fotografie von Raoul Coutard (z. B. bei den Autofahrten).“ (Hanser Reihe Film 19: Jean-Luc Godard)

Mit dem spannenden Krimi „Fool’s gold“ hat „Die Außenseiterbande“ natürlich, außer der Prämisse und einigen Elementen der Handlung, kaum noch etwas gemeinsam.

Mit Anna Karina, Claude Brasseur, Sami Frey


TV-Tipp für den 4. Dezember

Dezember 4, 2007

Arte Themenabend: Darfur, der vergessene Krieg

Arte, 20.42 (VPS 20.45)

Darfur – Autopsie einer Tragödie (F 2007, R.: Christophe Ayad, Vincent de Cointet)

Drehbuch: Christophe Ayad, Vincent de Cointet

Doku über die Hintergründe des Konflikts.

Wiederholung: Donnerstag, 6. Dezember, 09.55 Uhr

 

 

Arte, 21.50

Die Hölle der Vertriebenen (F 2007, R.: Jean-Philippe Lacaille)

Drehbuch: Jean-Philippe Lacaille

Doku über Flüchtlingslager in Darfur.

Wiederholung:

Donnerstag, 6. Dezember, 11.05 Uhr

Dienstag, 11. Dezember, 04.30 Uhr (Taggenau!)

 

 

Arte, 22.15

Gesprächsrunde mit

Rodolphe Adada, Außenminister der Republik Kongo, gemeinsamer Sonderbeauftragter der Afrikanischen Union (AU) und der UNO für Darfur zur Leitung der Friedensmission UNAMID

Jeremy Lester, Leiter der Abteilung für das Horn von Afrika, Ostafrika und den Indischen Ozean der Generaldirektion Entwicklung bei der Europäischen Kommission

Dr. Rony Brauman, ehem. Vorsitzender der Stiftung „Ärzte ohne Grenzen“

Christophe Ayad, Journalist bei der französischen Tageszeitung Libération, Afrika- und Nahost-Spezialist, Autor/Regisseur der Dokumentation „Darfur – Autopsie einer Tragödie“

Wiederholung: 6. Dezember, 11.30 Uhr

Hinweise:

Arte zum Themenabend


TV-Tipp für den 3. Dezember

Dezember 3, 2007

Leicht verspätet: Herzlichen Glückwunsch, Woody Allen!

Deshalb:

Tele 5, 20.15

The Purple Rose of Cairo (USA 1985, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Cecilia findet im Amerika der Depression nur im Kino Zuflucht. Täglich versinkt sie in die heile Welt der Boulevardkomödie “The Purple Rose of Cairo”. Bei einer Vorstellung fällt der von ihr bewunderte Held Tom Baxter aus der Rolle und steigt von der Leinwand herab zu ihr in den Kinosaal. Das führt zu einigen Problemen.

„The Purple Rose of Cairo“ war seit Jahren nicht mehr im Fernsehen zu sehen. Die Komödie ist einer der wenigen Filme bei denen Allen nur hinter der Kamera stand. Sie wurde von der Kritik gelobt und erhielt zahlreiche Preise.  Denn Allen hat „eine virtuose Filmkomödie über das Kino gemacht. Eine Hommage, wie es sie noch nicht gegeben hat und die Maßstäbe setzt. Die Desillusionierung der Traumwelt gerät Allen derart faszinierend perfekt, dass am Ende das Kino doch wieder über den Zuschauer triumphiert: Ähnlich wie Cecilia kann man ‚The Purple Rose of Cairo’ gar nicht oft genug sehen.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Mit Mia Farrow, Jeff Daniels, Danny Aiello, Stephanie Farrow, Dianne Wiest, Van Johnson

Wiederholung: Dienstag, den 4. Dezember um 07.10 Uhr

Hinweise:

Englische Woody Allen-Fanseite (gemacht von isländischen Studis)

Deutsche Woody Allen-Fanseite

P. S.: Woody Allen wurde als Alan Stewart Konigsberg am 1. Dezember  1935 in Brooklyn, New York, geboren.


TV-Tipp für den 2. Dezember

Dezember 2, 2007

Arte, 20.40

Außer Atem (F 1960, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard (nach einem Szenario von François Truffaut)

Buch zum Film: Claude Francolin: A bout de souffle, 1960 (Außer Atem)

Kleinganove Michel erschießt einen Polizisten und flieht nach Paris zur us-amerikanischen Studentin Patricia.

Ein Klassiker der Nouvelle Vague und ein zeitloser Kultfilm.

Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises am 1. Dezember erhielt Jean-Luc Godard einen Preis für sein Lebenswerk. Godard sagte dazu in der „Zeit“: „Wissen Sie, es scheint mir seltsam, in Berlin einen Filmpresi für mein Lebenswerk zu bekommen. Für Filme, die sich gerade die Leute, die die Preise in Berlin verben, nicht anschauen.“

Arte zeigt nach „Außer Atem“ die Höhepunkte der Verleihung.

Mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Jean-Pierre Melville

Wiederholung:

Montag, 3. Dezember, 14.55 Uhr

Hinweise:

Arte zum Film (mit einem Interview mit Jean-Luc Godard)

Die Zeit (Katja Nicodemus) redet mit Jean-Luc Godard: „Kino heißt streiten“


TV-Tipp für den 1. Dezember

Dezember 1, 2007

Vox, 20.15

Absolute Power (USA 1997, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: William Goldman

LV: David Baldacci: Absolute Power, 1996 (Der Präsident, Absolute Power)

Einbrecher Luther Whitney beobachtet bei einem Einbruch, wie der US-Präsident eine Frau vergewaltigt und diese von seinen Leibwächtern ungebracht wird. Danach steht Whitney auf der Abschussliste verschiedener Dienste.

Ein brillianter und bitterböser Politthriller; auch wenn Goldman sich weit von Baldaccis Vorlage entfernte. „Absolute Power“ ist im besten Sinne altmodisches Kino mit einer Regie erstklassiger Darsteller.

Mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Ed Harris, Laura Linney, Judy Davis, Scott Glenn, Dennis Haysbert, E. G. Marshall

Wiederholung um 00.30 Uhr

Hinweise:

Homepage von David Baldacci

Krimi-Couch über David Baldacci

Drehbuch „Absolute Power“ von William Goldman


TV-Tipp für den 30. November

November 30, 2007

Arte, 00.20

Berlin – Die Sinfonie der Großstadt (D 1927, R.: Walther Ruttmann)

Drehbuch: Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann

Dokumentarischer Stummfilmklassiker über einen Tag in Berlin. Arte zeigt „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ in einer kürzlich restaurierten Fassung mit der von Bernd Thewes neu orchestrierten Musik. Von der Originalmusik von Edmund Meisel existiert nur noch ein Klavierauszug.

Karl Freund drehte später in Hollywood den Boris Karloff-Horrorklassiker „Die Mumie“.

Wiederholung:

Mittwoch, 12. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Weitere Informationen:

Arte zum Film

Anscheinend vollständiger Film bei Google (Musik unklar)

Anscheinend etwas kürzere Fassung bei Public Domain (Musik unklar)


Neu im Kino: Gone Baby Gone, Mr. Brooks

November 29, 2007

„Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ ist die Verfilmung des gleichnamigen vierten Patrick Kenzie-Angela Gennaro-Krimis von Dennis Lehane. Die beiden Privatdetektive sollen die verschwundene vierjährige Amanda finden. Doch sie werden von Amandas Familie und der Polizei belogen.

Aaron Stockard und Ben Affleck, der auch Regie führte, schrieben das Drehbuch. Die Hauptrollen wurden von Casey Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Ed Harris und Amy Madigan übernommen. Amerikanische Kritik und Publikum waren, wie bei der ersten Lehane-Verfilmung „Mystic River“, einhellig begeistert über dieses grimmige Neo-Noir-Porträt von Boston. Auch Dennis Lehane gefällt die Verfilmung.

Weitere Informationen:

Homepage von Dennis Lehane

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gone Baby Gone“

 

Nicht ganz so gut kam dagegen der neue Kevin Costner-Film „Mr. Brooks – Der Mörder in Dir“ in den USA bei Kritik und Publikum an. Costner spielt einen gewöhnlichen Geschäftsmann, der ein Doppelleben führt. Er ist nämlich ein Serienkiller. Im Film wird seine böse Seite von William Hurt, der anscheinend Gefallen an der Rolle des Bösewichts gefunden hat, gespielt. Demi Moore, Marg Helgenberger und Reiko Aylesworth spielen ebenfalls mit. Bruce A. Evans inszenierte das von ihm und Raynold Gideon geschriebene Drehbuch. Seine Deutschlandpremiere erlebte der Psychothriller beim Fantasy Filmfest: „Das ist Mainstreamkino von beachtlichem Nihilismus, spannend, subversiv und schließlich, wenn man nicht mehr damit rechnet, auch noch unbeschreiblich blutig.“ (Programmheft). Und „tip“ meint: „Dem Film gelingt es ohne Anstrengung, den Killer/Unternehmer als Sympathieträger zu zeichnen.“

Tja, in „Mr. Brooks“ spielt Kevin Costner endlich wieder, wie in „Perfect World“, einen Bösewicht und wir gehen nach vielen, vielen Jahren wieder gerne in einen Costner-Film.

Weitere Informationen:

Drehbuch „Mr. Brooks“ von Bruce A. Evans und Raynold Gideon

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mr. Brooks“

Anmerkung: Beide Filme haben keine deutsche Homepage. Absicht? Irrtum? Kein Geld?


TV-Tipp für den 29. November

November 28, 2007

WDR, 23.15

Black Box BRD (D 2001, R.: Andres Veiel)

Drehbuch: Andres Veiel

Gelungene Doku, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben von Deutsche Bank-Sprecher Alfred Herrhausen und RAF-Terrorist Wolfgang Grams aufgezeigt werden. Erster starb am 30. November 1989 bei einem RAF-Anschlag, zweiter am 27. Juni 1993 in Bad Kleinen bei einem Polizeieinsatz durch Selbstmord.

„Eine Schwindel erregende, waghalsige Reise ins dunkle Herz der BRD, eine Achterbahnfahrt durch die Vergangenheit, eine abenteuerliche Expedition in ein merkwürdiges fernes Land.“ (Volker Gunske, Tipp 11/2001)

Mit Traudl Herrhausen, Rainer Grams, Hilmar Kopper, Wolfgang Grundmann, Helmut Kohl


TV-Tipp für den 28. November

November 28, 2007

RBB, 22.35

Wahl der Waffen (F 1981, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Alain Corneau, Michel Grisola

Yves Montand spielt einen Profikiller, der sich mit seiner Frau Catherine Deneuve, auf einem Landsitz zur Ruhe gesetzt hat. Gérard Depardieu spielt einen jungen, unbeherrschten Gangster, der die Ruhe stört. Mehr muss eigentlich nicht zu diesem viel zu wenig bekannten, exzellenten französischen Gangsterfilm gesagt werden.

Und jetzt noch einige andere Stimmen:

„Corneaus neuester Film lebt vor allem von der Gegenüberstellung zweier Verbrechertypen und deren Lebensweisen. (…) Mit eindruckvollen Bildkompositionen, einem interessanten Einsatz des Dolby-Stereo-Tones und wortkargen Dialogen erzählt Corneau seine Geschichte von der Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Lebensformen und Wertvorstellungen, und er zeigt uns die Sinnlosigkeit von Gewalt und den Sieg der Menschlichkeit.“ (Fischer Film Almanach)

„Harter, effektsicherer Gangsterfilm mit humaner Botschaft und vorzüglicher Besetzung, spannend und auf hohem Niveau inszeniert.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Ein klassischer französischer Gangsterfilm im Stile eines Jean-Pierre Melville ist diese dritte gemeinsame Arbeit von Alain Corneau und Yves Montand (…) Ein Klasse-Film.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Mit Yves Montand, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Michel Galabru, Gerard Lanvin


TV-Tipp für den 27. November

November 27, 2007

WDR, 22.10

Topkapi (USA 1964, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: Monja Danischewsky

LV: Eric Ambler: The light of day, 1962 (Topkapi)

Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.

Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es zu Grabe.

Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff

Hinweise:

Krimi-Couch über Eric Ambler

Thomas Wörtche über Eric Ambler

Kirjasto über Eric Ambler


TV-Tipp für den 26. November

November 25, 2007

Allein das ist schon ein guter Grund: Karel Reisz (21 Juli 1926 – 25 November 2002)

Das wäre natürlich eine Gelegenheit gewesen „Spieler ohne Skrupel“ oder „Die Geliebte des fränzösschen Leutnants“ zu wiederholen, aber es gibt zu nachmitternächtlicher Stunde nur einen Thriller:

ARD, 00.50

Dreckige Hunde (USA 1978, R.: Karel Reisz)

Drehbuch: Judith Rascoe, Robert Stone

LV: Robert Stone: Dog Soldiers, 1974 (Unter Teufeln)

Zwei Gangster und ein korrupter Polizist jagen einen Vietnam-Soldaten, der zwei Kilos Heroin in die USA schmuggelte, nach Mexiko.

Spannendes Actiondrama über den Verlust von Hippie-Idealen.

Die New York Times schrieb zum mit dem National Book Award ausgezeichneten Roman: “Robert Stone’s new book is the first novel by a man young enough to have been involved in the counter-culture and to have seen Vietnam as a journalist that makes intelligent, imaginative and horrifying connections between the war, the counter-culture and heroin.“  In Deutsch erschien der Thriller „Dog Soldiers“ erstmals 1988.

D. B. Blettenberg meint zu Robert Stone: „Ein Buch von Robert Stone muss man – wenn es nicht gar „vergriffen“ ist – nicht selten im Buchladen bestellen, und hat es frühenstens am darauf folgenden Tag in der Hand und vor Augen. Nie haben sich 24 Stunden Wartezeit besser gelohnt.“

Mit Nick Nolte, Tuesday Weld, Michael Moriarty, Anthony Zerbe, Richard Masur, Ray Sharkey, Gail Strickland           

Hinweise (alles englisch):

Wikipedia über Robert Stone

The Boston Globe interviewt Robert Stone

Salon-Interview mit Robert Stone

Identity Theory interviewt Robert Stone


TV-Tipp für den 25. November

November 25, 2007

SWR, 00.00

Haben und Nichthaben (USA 1944, R.: Howard Hawks)

Drehbuch: Jules Furthman, William Faulkner

LV: Ernest Hemingway: To have and have not, 1937 (Haben und Nichthaben)

Kutterkapitän Morgan kümmert sich um seine Geschäfte und den regelmäßigen Zufluss von Alkohol. Da lernt er Marie kennen und lieben. Sie kämpft gegen die Vichy-Regierung.

Hawks Abenteuerfilm hat mit dem Buch nichts mehr zu tun. Ist trotzdem die bekannteste Verfilmung des Romans – wegen Bogart und Bacall, die sich während der Dreharbeiten ineinander verliebten und zu einem von Hollywoods Traumpaaren wurden.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Walter Brennan


TV-Tipp für den 24. November

November 24, 2007

Der Bayerische Rundfunk präsentiert heute und morgen „Fernsehgeschichte(n).deutsch“. Wer es aber um 20.15 Uhr noch nicht schafft („Das Millionenspiel“ kann auch aufgenommen werden), sollte spätestens kurz vor elf einschalten:

BR, 22.55

Melissa – Teil 1 (D 1966, R.: Paul May)

Drehbuch: Francis Durbridge, Marianne de Barde

LV: Francis Durbridge: My wife Melissa, 1967 (Melissa)

Als seine Frau Melissa ermordet wird, gerät der arbeitslose Journalist Guy Foster in Mordverdacht. Er versucht den wahren Täter zu finden.

Damals ein Straßenfeger (Sehbeteiligung: 85 Prozent), heute lohnt sich in jedem Fall der Blick zurück in die deutsche TV-Vergangenheit. Denn: „Der Einfluß von Durbridge auf das deutsche Fernsehen war weitaus größer als auf das englische. Wie Edgar Wallace für das Kino der sechziger Jahre definierte er für ein unerfahrenes deutsches Publikum, was es unter Thriller zu verstehen habe.“ (Martin Compart: Crime TV)

Zu „Melissa“ sagt Compart: „Ein weiterer Durbridge-Klassiker.“

Die Teile zwei und drei folgen direkt im Anschluss um 00.00 Uhr und 00.55 Uhr.

Mit Günther Stoll, Siegfried Wischnewski, Ruth Maria Kubitschek

Hinweis:

Meine Besprechung der „Die Kette“, dem letzten Durbridge-Krimi