TV-Tipp für den 19. Oktober

Oktober 18, 2007

Arte, 23.50

Phantom (D 1922, R.: Friedrich Wilhelm Murnau)

Drehbuch: Thea von Harbou

LV: Gerhart Hauptmann: Phantom – Aufzeichnungen eines ehemaligen Sträflings, 1923 (Erstabdruck 1922 in Berliner Illustrierten Zeitung)

Ratsschreiber Lubota verliebt sich in eine reiche Frau. Um an Geld zu gelangen, gerät er auf die schiefe Bahn.

Kaum bekanntes Stummfilm-Melodrama von „Nosferatu“-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau. Die Premiere war eine Feier zum sechzigsten Geburtstag von Gerhard Hauptmann.

„Eine Geschichte zwischen Realität und Halluzination. (…) Phantom ist ein Kleinstadtfilm, aber dem (amerikanischen) Genre entgegen inszeniert, wie später dann bei Val Lewton oder David Lynch. Die Träume liegen unter der sanften Oberfläche, aber ohne die beruhigende Aufteilung in Wunsch- oder Alptraum. (…) Das Individuum weiß nicht mehr, wie ihm geschieht, es gibt seine Moral auf und seine Rechtfertigung. Für ihr Drehbuch hat Thea von Harbou die Distanz des moralischen Erzählers in Hauptmanns Text aufgehoben, der die fixe Idee des Lorenz Lubota zum klinischen Fall Fall macht. Treuwillig müssen wir Zuschauer ihm folgen, ‚durch lange Akte hindurch, durch alle Höhen und Tiefen seines Erlebens’. Schuldlos-schuldig ist ihr Held: ‚Die Selbstanklage des Lorenz Lubota im Roman verstummt im Film’.“ (Peter W. Jansen/Wolfram Schütte [Hrsg.]: Friedrich Wilhelm Murnau, Hanser Reihe Film 43, 1990)

Arte zeigt die restaurierte Fassung von 2002.

Mit Alfred Abel, Frida Richard, Aud Egede Nissen

Wiederholungen:

Dienstag, 23. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 31. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Arte zum Film

Förderverein Filmkultur Bonn zum Film


TV-Tipp für den 18. Oktober

Oktober 17, 2007

HR, 23.30

Wer mit dem Teufel reitet (Ride with the Devil, USA 1999, R.: Ang Lee)

Drehbuch: James Schamus

LV: Daniel Woodrell: Woe to live on, 1987 (Zum Leben verdammt)

USA, 1860: Jake Roedel und Jack Bull ziehen auf Seiten der Südstaaten in den Krieg. In einer Guerillagruppe beteiligen sie sich an einem zunehmend sinnlosen Vernichtungsfeldzug bei dem keine Gefangenen gemacht werden.

Wie so oft: aus einem hochgelobten Buch wurde ein – nun – mittelmäßiger Film.

Martin Compart halt Woodrells zweiten Roman “Woe to live on” für einen der besten Bürgerkriegs-Romane: “Mit jedem zündenden Satz verbrennt Woodrell die Hollywoodklischees über den Sezessionskrieg. Der Roman folgt dem jungen Ich-Erzähler auf seiner blutigen Spur an der Seite der Freischärler unter dem berüchtigten Quantrill. In den West Plains tobte ein brutaler Partisanenkrieg, der noch Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges Opfer forderte…Die Sprache des Romans ist filmisch und hypnotisch.“

Woodrell zu seinem Buch: „Die Amerikaner haben sich über das Buch zu Tode erschreckt, weil es vom Standpunkt der Südstaaten geschrieben ist. Ich bekam keine Rezension nördlich der Dixon-Linie. Keiner wollte wissen, was hier wirklich los war. Es war wie in Bosnien.“ Die Erstausgabe war ein Flop – und ist heute ziemlich teuer.

Woodrell zur Verfilmung: „I was merely the writer of the novel. That is, the one who created the story, characters, dialogue and structure from scratch. Once the movie started I was more or less blotted from the scene. I did enjoy watching actors mouth my words and so on, and did learn plenty from that experience. As to the process of making the film, all I can say is, if it happens again, I won’t make nice so much. I deferred to their arguments (I had no power to do anything) since I thought maybe they know more about narrative for film than I-and they don’t. Everything is clouded by,“If we show this scene in a truthful manner we think twelve people will walk out in Encino, so we will substitute a phony as shit scene we got from a can of old movies we found sitting open back in the vault.“ And so on.“

Der Film war kein Kassenerfolg; was hier allerdings – im Gegensatz zum Buch –  an der Qualität des Werkes liegt: „Eine Enttäuschung“ (Zitty), „Der Film wirkt mitunter so langatmig, als würde man den Bürgerkrieg in Echtzeit miterleben.“ (Berliner Zeitung). Und, was sicher auch zu seiner Unbeliebtheit beigetragen hat: „Ride with the Devil“ ist ein Film „über Männer, die für die falsche Sache auf der falschen Seite in einem schrecklichen Krieg kämpfen…Man könnte auch behaupten, dass dieser Film eine Feldstudie über galoppierende Dummheit ist.“ (Berliner Zeitung)

Eine der wenigen positiven Stimmen: “Ang Lee’s film, Ride with the Devil, is the best western since Clint Eastwood’s Unforgiven (1992)… Ride with the Devil displays a care and intelligence increasingly rare in mainstream American cinema. While there are suitably memorable images of violence there is also a lot of memorable talk. Wonderful cinematography from Frederick Elmes, excellent performances from its (then mostly) young, up-and-coming cast of actors, and the acting debut of pop star Jewel should have brought new, younger viewers to this old genre. The film deserved a better commercial fate because it is as “stone brilliant” as the writing from which it is derived, and making such a fine film also “required some genius”.” (Noel King, Senses of Cinema – eine sehr informative Web-Seite)

Die meisten Bücher von Woodrell erschienen im Rowohlt Verlag und sind inzwischen nur noch auf den Wühltischen und Antiquariaten ihres Vertrauens zu finden. Die Originale sind dagegen bei verschiedenen Verlagen gut erhältlich.

Mit Skeet Ulrich, Tobey Maguire, Jewel Kilcher, Jonathan Rhys, James Caviezel

Kinotitel: „Ride with the Devil – Die Teufelsreiter“

Hinweise:  

Meine Besprechung von “Winter’s Bone”  

Mordlust über Daniel Woodrell  

Martin Compart in „Evolver“ über Daniel Woodrell 

The Richmond Review interviewt Daniel Woodrell zum Film 


TV-Tipp für den 17. Oktober

Oktober 16, 2007

Das Vierte, 20.15

Fesseln der Macht (USA 1981, R.: Ulu Grosbard)

Drehbuch: John Gregory Dunne, Joan Didion

LV: John Gregory Dunne: True Confessions, 1977

Los Angeles, 1948: In einem Bordell wird die Leiche eines Priesters gefunden. Bei den Ermittlungen stößt Tom Spellay auf seinen Bruder, der inzwischen Sekretär des Erzbischofs ist. Beide wollen den Fall vertuschen. Aber eine ermordete Prostituierte vereitelt diesen Plan.

Spannendes, stimmiges Krimidrama, das sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Die deutsche Premiere erlebte der Film 1986 auf Video.

Georges Pelecanos zum Film: “Released in 1981, it represents a kind of studio-picture craftsmanship that is sadly absent in most movies made today. Read the book, then wait for a rainy Saturday afternoon and see the film. This is one that has stood the test of time.”

Mit Robert De Niro, Robert Duvall, Charles Durning, Burgess Meredith

Auch „Gefährliche Beichte“


TV-Tipp für den 16. Oktober

Oktober 16, 2007

SWR, 00.00

Das Mädchen und der Kommissar (F/I 1971, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: Claude Sautet, Jean-Loup Dabadie, Claude Néron

LV: Claude Néron: Max et les ferrailleurs, 1968

Ein ehrgeiziger Polizist animiert, mit Hilfe einer Prostituierten, eine Gruppe von Kleingangstern zu einem Banküberfall. Er will sie auf frischer Tat ertappen.

Der vorzügliche französische Kriminalfilm mit Starbesetzung ist eine beklemmende Charakterstudie über einen ehrgeizigen Polizisten und die Annahme, dass der Zweck die Mittel heilige.

Mit Romy Schneider, Michel Piccoli, Bernard Fresson


TV-Tipp für den 15. Oktober

Oktober 14, 2007

RTL, 23.00

EXTRA Spezial: Der Kannibale von Rotenburg (D 2007, R.: Günter Stampf)

Drehbuch: Günter Stampf

Einstündige Doku über und mit Armin Meiwes, dem Kannibalen von Rotenburg. Stampf veröffentlichte auch vor wenigen Tagen das den Film ergänzende Buch „Interview mit einem Kannibalen“.

RTL zur Sendung


TV-Tipp für den 14. Oktober

Oktober 14, 2007

Kabel 1, 00.15

12 Uhr nachts – Midnight Express (USA/GB 1978, Regie: Alan Parker)

Drehbuch: Oliver Stone

LV: Billy Hayes (als William Hayes), William Hoffer: Midnight Express, 1977

1970 wird der Student William Hayes in Istanbul verhaftet und als Drogenschmuggler zu dreißig Jahren Haft verurteilt. Erst nach fünf Jahren gelingt Hayes die Flucht aus dem unmenschlichen Gefängnis.

Der auf einer wahren Geschichte basierende Film war ein Kassenknüller und Vorbild für neuere Gefängnisfilme. Die anti-türkischen Töne müssen als Genreimmanent in Kauf genommen werden. Ebenso die einseitige Parteinahme für einen Drogenschmuggler.

Oliver Stone erhielt für sein Drehbuch einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America.

Mit Brad Davis, Irene Miracle, Bo Hopkins, Randy Quaid, John Hurt


TV-Tipp für den 13. Oktober

Oktober 12, 2007

3sat, 22.05

Die Blechtrommel-Story (D 2007, R.: Wilfried Hauke)

Drehbuch: Wilfried Hauke

TV-Premiere einer 45-minütigen Spurensuche mit unserem Nobelpreisträger Günter Grass, der am Dienstag, den 16. Oktober, seinen Achtzigsten feiert.

Aus diesem Anlass zeigt die ARD am 16. Oktober, um 00.50 Uhr (Taggenau!), „Die Blechtrommel“.

3sat zur Doku

 


TV-Tipp für den 12. Oktober

Oktober 11, 2007

Endlich wieder im Fernsehen (es könnte sein, dass „Straßen in Flammen“ nur einmal 1998 im Fernsehen lief):

RTL II, 23.20

Straßen in Flammen (USA 1984, R.: Walter Hill)

Drehbuch: Walter Hill, Larry Gross

Die Story ist ein luftiges Nichts: Gang-Boss Raven Shaddock entführt während eines Konzertes die Sängerin Ellen Aim. Ihr Ex Tom Cody kommt zurück, rettet sie aus dem Club des Bösen, bringt sie zurück und trifft sich mit Raven zum abschließenden Kampf.

 „Straßen in Flammen“ ist ein typischer 80er-Jahre Actionfilm, der bemerkenswert gut gealtert ist. Damals war er als überlanger Videoclip seiner Zeit weit voraus. Heute ist der Genrehybrid immer noch gut genießbar. Damals war Walter Hill einer der heißesten und besten Regisseure von intelligenten Actionfilmen. Heute liegt sein letzter guter Spielfilm auch schon über zehn Jahre zurück.

Mit Michael Paré, Diane Lane, Rick Moranis, Amy Madigan, Willem Dafoe, Deborah Van Valkenburgh, Richard Lawson, Rick Rossovich, Bill Paxton

Wiederholung: RTL II, Samstag, 13. Oktober, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Meine ausführliche Besprechung von „Streets of Fire“


TV-Tipp für den 11. Oktober

Oktober 10, 2007

R. i. P.: Bud Ekins (11. Mai 1930 – 6. Oktober 2007)

Deshalb

HR, 23.30

Gesprengte Ketten (USA 1963, R.: John Sturges)

Drehbuch: James Clavell, W. R. Burnett

LV: Paul Brickhill: The great escape, 1950

Starbesetzter, auf Tatsachen beruhender Weltkrieg-II-Klassiker über den Ausbruch von Kriegsgefangenen aus einem deutschen Lager.

Bud Ekins war Motorradfahrer, Stuntman und mit Steve McQueen befreundet. Sein Leinwanddebüt hatte er in „Gesprengte Ketten“. Er war in dem Film McQueens Stuntdouble und machte den legendären Sprung mit dem Motorrad über den Grenzzaun.

Mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, James Donald, Charles Bronson, Donald Pleasence, James Coburn, Hannes Messemer, David McCallum, Gordon Jackson, Jud Taylor, Hans Reiser, Harry Riebauer

Ein Nachruf auf Bud Ekins


TV-Tipp für den 10. Oktober

Oktober 9, 2007

Arte, 20.40

Krieg gegen den Terror – Stockfinster (USA 2006, R.: Michael Kirk)

Drehbuch: Michael Kirk

Ein Blick hinter die Kulissen der US-amerikanischen Politik. Kirk zeigt in seiner knapp einstündigen Doku die Machtkämpfe zwischen CIA, präsentiert durch deren Chef George Tenet, und der Bush-Administration zwischen dem 11. September 2001 und dem Einmarsch in den Irak.

Wiederholung: Sonntag, 28. Oktober, 17.35 Uhr

Arte zum Film


TV-Tipp für den 9. Oktober

Oktober 8, 2007

Grandioser Film – für den Videorekorder:

ARD, 01.50

Wenig Chancen für morgen (USA 1959, R.: Robert Wise)

Drehbuch: Abraham Polonsky (ungenannt), John O. Killens (Strohmann für Polonsky), Nelson Gidding

LV: William P. McGivern: Odds against tomorrow, 1957 (Von Angst gepeitscht)

Drei Männer planen den perfekten Raub. Nur ihre rassistischen Vorurteile stehen ihnen im Weg.

Aus einer spannenden Vorlage in der Tradition von W. R. Burnett (hier: „Der Asphalt-Dschungel“) wurde ein spannender, leider fast unbekannter Film. Immerhin wird er in Server/Gorman/Greenbergs „The big book of noir“ (ein schöner, dicker Wälzer) in die Liste von 100 wichtigen Noir-Filmen aufgenommen.

Mit Harry Belafonte, Robert Ryan, Shelley Winters, Ed Begley, Gloria Grahame

Wiederholung: HR, Mittwoch, 17. Oktober, 00.15 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 8. Oktober

Oktober 7, 2007

Vor einigen Tagen hatte ich „Taxi to the Dark Side“ bereits gelobt. Jetzt können Sie mein Lob überprüfen:

Arte, 20.40

Taxi zur Hölle (D/USA/GB 2007, R.: Alex Gibney)

Drehbuch: Alex Gibney

Spielfilmlange Doku über den fälschlich als Terrorist beschuldigten afghanischen Taxifahrer Dilawar. Er wird verhaftet, gefoltert und stirbt fünf Tage später. Gibney zeigt in seiner eindrücklichen, sachlich argumentieren Dokumentation am Schicksal eines Jedermanns, wie die US-amerikanische Regierung ihre Soldaten ermutigte, Folter als Verhörmethode wieder einzusetzen.

„Taxi zur Hölle“ wurde auf dem Filmfestival in Tribeca (New York) als beste Dokumentation ausgezeichnet.

Wiederholungen:

Donnerstag, 18. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 28. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Homepage zum Film

Arte zum Film


TV-Tipp für den 7. Oktober

Oktober 6, 2007

Sonntag. Arte-Themenabend. Heute: Jacques Tati (9. Oktober 1907 – 4. November 1982).

Arte, 20.40

Ferien des Monsieur Hulot ( F 1953, R.: Jacques Tati)

Drehbuch: Jacques Tati, Henri Marquet

Tatis bekanntester Film: Der linkische Monsieur Hulot möchte nur einen ruhigen Urlaub in der Bretagne verbringen. Doch alles was er anfasst, verwandelt sich schnell in ein veritables Chaos.

„Eine zärtlich-erfreuliche Typen-Komödie, die sich gegen jede filmische Einordnung nicht nur im französischen Kino sperrt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Jacques Tati, Nathalie Pascaud, Louis Perrault, André Dubois

Auch bekannt als „Die Ferien des Herrn Hulot“

Wiederholungen:

Mittwoch, 10. Oktober, 14.50 Uhr

Montag, 15. Oktober, 01.15 Uhr (Taggenau!)

 

Arte, 22.10

Jacques Tati, das demokratische Lachen (F 2002, R.: Pierre Philippe)

Drehbuch: Pierre Philippe

Mit seltenen Aufnahmen garnierte Doku über den scheuen Künstler Tati.

 

Arte, 23.00

Jacques Tati – „Playtime Story“ (F 2002, R.: François Ede)

Drehbuch: François Ede

Doku zu dem Tati-Film „Playtime“, der in Deutschland „Tatis herrliche Zeiten“ (Welcher Mensch hat sich diesen Titel ausgedacht?) heißt.

Wiederholung: Mittwoch, 10. Oktober, 16.15 Uhr

Arte-Dossier über Jacques Tati


TV-Tipp für den 6. Oktober

Oktober 5, 2007

BR, 22.15

Ich erschoss Jesse James (USA1949, R.: Samuel Fuller)

Drehbuch: Samuel Fuller

LV: Homer Croy (Artikel im American Weekly Magazine)

Outlaw Bob Ford bringt wegen der Belohnung seinen Lebensretter Jesse James um. Damit zieht er den Hass von Frank James auf sich.

Mit diesem, in zehn Tagen gedrehten, Western debütierte Samuel Fuller. Joe Hembus schreibt in seinem „Western-Lexikon“ über den viel zu selten gezeigten Film: „Das Regiedebüt von Samuel Fuller, ein ganzes Programm für sein weiteres Oeuvre: Jeder misstraut jedem, und das mit Recht, und wenn möglich, bringt jeder jeden um. Man stirbt nicht für eine gerechte Sache, man tötet für sie, noch besser; man tötet sie selbst.“

Sam Fuller hielt nicht viel von Jesse James („ein blöder Quatschkopf“) und er meinte: „Bob Ford tat etwas, das bereits eine gute Weile früher im Leben von Jesse Woodson James hätte getan werden sollen.“

Mit John Ireland, Preston Foster, Barbara Britton, Reed Hadley


TV-Tipp für den 5. Oktober

Oktober 4, 2007

Tele 5, 20.15

Das Rußland-Haus (USA 1990, R.: Fred Schepisi)

Drehbuch: Tom Stoppard

LV: John Le Carré: The Russia House, 1989 (Das Rußland-Haus)

Ein russischer Physiker bietet dem britischen Verleger Blair brisantes Material an. Im Auftrag des Rußland-Hauses, einer Abteilung des britischen Geheimdienstes, fährt Blair wieder nach Moskau, verliebt sich und sein Auftrag wird für ihn immer unwichtiger.

Spionagedrama und Liebesfilm, bei dem alles stimmt. „Das Rußland-Haus“ ist ein bittersüßer Abgesang auf den alten Spionagefilm. Die Außenaufnahmen entstanden – erstmals –  in Moskau und Leningrad.

mit Sean Connery, Michelle Pfeiffer, Roy Scheider, Klaus Maria Brandauer, James Fox, J. T. Walsh

Wiederholung: Sonntag, 7. Oktober, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweis:

Meine Besprechung von John Le Carrés neuestem Roman „Geheime Melodie“ (The Mission Song):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-eins.html


TV-Tipp für den 4. Oktober

Oktober 3, 2007

Cineasten und künftige Cineasten freuen sich auf dieses selten gezeigte Meisterwerk

Arte, 20.40

Intolerance (USA 1916, R.: D. W. Griffith)

Drehbuch: D. W. Griffith

In seiner Anklage gegen das Unrecht verbindet David Ward Griffith das Schicksal von Fabrikarbeitern im 20. Jahrhundert mit dem Untergang Babels, der Kreuzigung Jesu und der Bartholomäusnacht in Paris 1572. Nach dem umstrittenen, kommerziell erfolgreichen Ku-Klux-Klan-Epos „Geburt einer Nation“ (Birth of a Nation) prangert Griffith in „Intolerance“ Vorurteile und Unmenschlichkeiten an. In seinem Momumentalfilm („Intolerance“ gilt als der erste Monumentalfilm) präsentiert Griffith eine komplexe Geschichte und er ließ als einer der ersten (vielleicht sogar der erste) die Kamera als eigenständigen Akteur agieren. An der Kinokasse lohnte sich sein Mut nicht. Dem damaligen Publikum war ein über dreistündiger Film einfach zu lang. 

Arte zeigt eine dreistündige, restaurierte Fassung des Films.

Mit Lillian Gish, Mae Marsh, Vera Lewis, Sam de Grasse, Fred Turner

Weitere Informationen:

Arte zum Film

Bonner Kinemathek zum Film (Zusammenstellung von Ausschnitten aus Kritiken und Filmfotos)

Sense of Cinema (John Steinle) über D. W. Griffith (langer, englischer Artikel über den Regisseur mit weiterführenden Links)


TV-Tipp für den 3. Oktober

Oktober 2, 2007

ZDF, 15.45

Es geschah am hellichten Tag (D 1958, R.: Ladislao Vajda)

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragendne Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende


TV-Tipp für den 2. Oktober

Oktober 1, 2007

ZDF, 22.15

37 Grad: Außer Kontrolle – Kindesmissbrauch und Prävention (D 2007, R.: Manfred Karremann)

Drehbuch: Manfred Karreman

Halbstündige Doku über Pädosexuelle, wie sie versuchen mit ihrer Neigung zu leben und wie es einem Opfer heute geht.

Wiederholung: Mittwoch, 3. Oktober, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Weitere Informationen

ZDF über die Doku

Meine Besprechung von Anna Salters Sachbuch „Dunkle Triebe“


TV-Tipp für den 1. Oktober

September 30, 2007

Arte, 20.40
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (USA/F 2001, R.: David Lynch)

Drehbuch: David Lynch

Die Handlung kann, wie beim Vorgänger “Lost Highway”, kaum wiedergegeben werden. Denn dafür springt sie zu sehr zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit, hin und her. Der Film beginnt mit einem Autounfall. Eine junge Schönheit verliert ihr Gedächtnis, findet bei der jungen Schauspielerin Betty Unterschlupf und nennt sich, nach einem Filmplakat, Rita. Gemeinsam versuchen sie hinter Ritas Geheimnis zu kommen.

Zahlreiche Preise und noch mehr Nominierungen sagen einiges über die Qualität von “Mulholland Drive” aus. So erhielt er den César als bester ausländischer Film und Lynch 2001 beim Filmfestival in Cannes den Preis für die beste Regie. Aber für uns Krimifans ist natürlich nur eine Nominierung wichtig. Nämlich der Edgar. „Mulholland Drive“ wurde als bester Kriminalfilm des Jahres nominiert.

Ansonsten schließe ich mich dem „Großen Filmlexikon“ von TV Spielfilm an: „Dabei erinnert Lynch an sein Werk Lost Highway, ist aber so kompromisslos irreal und scheinbar unlogisch, so wild entschlossen, dem Zuschauer die Auflösung seines Thrillers zu überlassen, dass der inszenatorisch überwältigende Mulholland Drive zu Recht als sein bis dato vollendetstes Werk gilt.“

Sein nächster Film „Inland Empire“ ist für mich einfach nur ein dreistündiger, quälend-langatmischer, pseudo-intellektueller Murks. Oder wie im Kino der Mann hinter sagte: „Oh Mann, ist das immer noch nicht zu Ende?“

Mit Naomi Watts, Laura Elena Harring, Justin Theroux, Ann Miller, Robert Foster, Dan Hedaya, Lee Grant, Billy Ray Cyrus, Chad Everett


TV-Tipp für den 30. September

September 29, 2007

ZDF, 22.00

Heißer Verdacht: Das Finale – Teil 1 (GB 2006, R.: Philip Martin)

Drehbuch: Frank Deasy

LV/Erfinder: Lynda La Plante

Die 14-jährige Sally wird ermordet. Jane Tennison sucht ihren Mörder.

Nach einer Pause von drei Jahren folgte jetzt der siebte und letzte Teil der hochgelobten „Heißer Verdacht“-Reihe. Wie die vorherigen Fälle räumte auch dieser Zweiteiler etliche Preise ab. Zuletzt waren es je ein Emmy für die Hauptdarstellerin Helen Mirren, Regisseur Philip Martin und Drehbuchautor Frank Deasy.

Mit Helen Mirren, Robert Pugh, Stephen Tompkinson, Laura Greenwood, Frank Finlay

Teil 2 am Sonntag, den 7. Oktober, um 22.00 Uhr