TV-Tipp für den 29. September

September 28, 2007

RTL II, 23.30

U-Turn – Kein Weg zurück (USA 1997, R.: Oliver Stone)

Drehbuch: John Ridley

LV: John Ridley: Stray Dogs, 1997 (später dann als „U-Turn“ publiziert)

Auf der Flucht vor Gläubigern bleibt Bobby Coopers 64er Mustang mitten in der Wüste liegen. Während in einer Werkstatt sein Auto repariert wird, trifft er die verheiratete Grace und seine wirklichen Probleme beginnen erst jetzt. Denn Grace will ihrem Mann Jake umbringen, Jake will Grace umbringen und beide wollen sich – gegen Bares – von Bobby helfen lassen.

Grandioses Romandebüt für die Noir-Gemeinschaft, fast grandioser Film. Denn Stones „Natural Born Killers“-Stil nervt.

Mit Sean Penn, Jennifer Lopez, Nick Nolte, Joaquin Phoenix, Powers Boothe, Billy Bob Thornton, Jon Voight

Wiederholung: Montag, 1. Oktober, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Homepage/Blog von John Ridley:

http://www.jridley.com/blog/


TV-Tipp für den 28. September

September 27, 2007

Das kommt jetzt natürlich nicht vollkommen überraschend:

RTL II, 01.55

Jackie Brown (USA 1997, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

LV: Elmore Leonard: Rum Punch, Jackie Brown, 1992 (Jackie Brown)

Stewardess Jackie Brown hat Probleme mit der Polizei und dem Gangster Ordell, der sein Schwarzgeld-Konto mit Jackies Hilfe auflösen will.

Tarantinos sehr werkgetreue Huldigung von Leonard und Pam Grier: cool (Leonards Dialoge!), etwas langatmig (Warum muß jedes Lied ausgespielt werden? Warum bemüht sich Tarantino so krampfhaft, die Antithese zu Pulp Fiction zu drehen? Warum nicht 20 Minuten kürzer?) und mit Starbesetzung (Robert de Niro, Samuel L. Jackson, Bridget Fonda, Robert Foster, Michael Keaton, Chris Tucker)

Von Leonards Homepage: „When Quentin Tarantino was a kid, he stole a copy of Elmore Leonard’s The Switch and got caught. Unrepentant, he later went back to the same store and stole the book again. Elmore Leonard was a beacon, lighting the direction that he would soon take in his films. He wrote a movie directed by Tony Scott called True Romance which he said was “an Elmore Leonard novel that he didn’t write.” It certainly was an homage; it even opens in Detroit. After Reservoir Dogs came out, Elmore wrote Rum Punch which reprises the three main characters from Tarantino’s shoplifted book, The Switch. Tarantino read it and wanted to buy it but didn’t have the money. Elmore and his agent, Michael Siegel, offered to hold it for him. When he finally did acquire the book and moved forward on the Rum Punch film project, Tarantino did not contact Elmore Leonard for a long time. When he did, he confessed a reluctance to call sooner. Elmore said, “Why, because you changed the name of my book and cast Pam Grier in the lead?“ No worry. Elmore was down with that. He said, “That’s Ok, just make a good movie.” And Quentin did.

Jackie Brown is Elmore Leonard on the screen. Taking nothing away from Get Shorty and Out of Sight, Tarantino’s manic absorption of Elmore’s essence comes through in a way that only he could pull off especially for a long movie. The acting, the direction, the dialog are all great. There are so many great bits, especially with Jackson, De Niro, Chris Tucker and Bridget Fonda; and then there’s Hattie Winston as Simone the Supreme. Jackie Brown is the Elmore Leonard experience.“

Hinweise:

Wiederholung: Sonntag, 30. September, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html


Die Dokus „The Trap“ und „Taxi to the Dark Side“ und der Thriller „Death Sentence“

September 27, 2007

In den vergangenen Tagen habe ich einige Dokus für das One-World-Festival gesehen. Es ist vom 14. bis 23. November in Berlin und wir von der Humanistischen Union (natürlich wird die Aufgabe irgendwie an mir hängen bleiben) präsentieren einige Filme und vielleicht noch einige andere Sachen. Das sage ich jetzt so vage, weil wir noch beim Planen sind.

Gesehen habe ich den BBC-Dreiteiler „The Trap: What happened to our dream of freedom“ von Adam Curtis. In drei Stunden zeichnet er nach, wie sich während des Kalten Krieges ein reduzierter Begriff von Freiheit und ein ebenso reduziertes ökonomisches Menschenbild (ich sage nur Rational Choice und Public Choice) zuerst in der Wissenschaft und später in der Politik durchsetzte. Er zeigt, wie Ideen die Welt verändern können. Er zeigt, wie das Rational-Choice-Menschenbild und der Glaube, alles messen zu können, die Politik beeinflusst. Denn wenn die Politiker nur noch von selbstinteressierten Menschen ausgehen, werden sie eine bestimmte Politik machen. Eine Politik die bestimmt ist von Misstrauen und Paranoia. Denn eine der Kernpunkte des Rational-Choice-Menschenbildes ist, dass man niemand vertrauen kann. Ein anderer, dass jeder nur noch nach seinem eigenen Glück streben solle. So etwas wie Gemeinschaft, Vertrauen undsoweiter gibt es nicht.

Dann habe ich „Taxi to the Dark Side“ von Alex Gibney gesehen. Der läuft am 8. Oktober als „Taxi zur Hölle“ auf Arte. Gibney thematisiert die Folterungen von US-Soldaten in Afghanistan und wie es dazu kommen konnte. „Taxi to the Dark Side“ ist eine gut recherchierte, beängstigende, spielfilmlange Dokumentation, die gerade wegen ihrer ruhigen Machart mehr beeindruckt als die kommerziell erfolgreicheren, auf kurzfristige Effekte und Lacher angelegten Dokumentationen von Michael Moore.

Vielleicht habe ich nach diesen beeindruckenden Dokumentationen den Rachethriller „Death Sentence – Todesurteil“ (Regie: James Wan, Drehbuch: Ian Jeffers) nur als bittere Allegorie auf den Kampf gegen den Terror sehen können. Kevin „Ich-spiele-die-Rolle-des-Arschlochs“-Bacon spielt einen braven, glücklichen Familienvater. Eines Tages wird sein ältester Sohn von einigen Gangstern umgebracht. Er hat einen der Täter gesehen. Als der Staatsanwalt ihm erklärt, dass aufgrund der Beweise nur eine kurze Gefängnisstrafe möglich sei, beschließt Bacon das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen. So weit, so gut. Auch der Rest folgt, immerhin ist die Vorlage ein Krimi von Brian Garfield aus den Siebzigern, dem vertrauten Schema von Gewalt und eskalierender Gegengewalt bis hin zum tödlichen Ende für die Bösen. Der einzige Unterschied auf dieser Ebene zu den Rachethrillern der Siebziger ist, dass die Morde brutaler sind.

Irritierend und unangenehm für uns Zuschauer wird der Film, wenn er jede Glorifizierung für den amoklaufenden Familienvater vermissen lässt. Wir wollen ihn als Helden sehen, denn er nimmt, nachdem der Staat versagt, stellvertretend für uns das Recht in die eigenen Hände. Das ist der stille Vertrag zwischen uns Zuschauern im dunklen Kinosaal und dem Mann mit der Knarre auf der Leinwand. Aber Bacon unterscheidet sich immer weniger von den Bösen. Er verliert seine bürgerlichen Bindungen. Er verliert seine Seele. Er verliert letztendlich die Rechtfertigung für seine Kampf: seine Familie. Wenn er in der letzten Szene leichenblass und blutend auf seiner Couch sitzt, dann ist er der Verlierer, weil er sich mit den falschen Mitteln gegen die Bösen wehrte.

„Death Sentence – Todesurteil“ ist eine klinische Studie über Gewalt mit einem zutiefst pessimistischen Ende.

(P. S.: In früheren Posts habe ich auf Interviews mit Garfield, den Trailer und die Homepage des Films hingewiesen. Über die Suchen-Funktion müssten die Teile schnell zu finden sein.)


TV-Tipp für den 27. September

September 27, 2007

Das Vierte, 20.15

Das Wespennest (F 1983, R.: Philippe Labro)

Drehbuch: Jacques Labib, Philippe Labro, Jean-Patrick Manchette

Inspektor Martin Griffon soll den Mord an einem bekannten Richter untersuchen. Schnell entdeckt er ein korrumptives Geflecht.

Typisch französischer Kriminalfilm, der den Polizeifilm mit dem Politthriller mischt, wahre Fälle als Inspiration nimmt und die französische Gesellschaft als stockkorrupt zeichnet.

Der lange nicht mehr gezeigte Polizeifilm hat mir vor Jahren sehr gut gefallen. Deshalb: ein unterschätzter Krimi.

„’La Crime’ ist vor allem ein Retro-Werk, ein Film, der viele bekannte Elemente neu ordnet, und allenfalls in seiner rigiden Absage an jede Hoffnung auf ein Durchbrechen des Kreises von Gewalt und Korruption darüber hinausgeht. ‚Die Polizisten’, so heißt es einmal dezidiert, ‚haben gelernt, sich wie Kriminelle zu verhalten.’“ (Georg Seeßlen: Copland)

Mit Claude Brasseur, Jean-Claude Brialy, Jean-Lous Trintignant

Nachtrag:  „Das Vierte“ sendete nicht diesen guten Kriminalfilm, sondern irgendsoeinen Zweiter-Weltkriegs-Murks mit Rock Hudson in der Hauptrolle. Gleicher Titel, falsche Baustelle. Aber wenn die Sender die falschen Filme ankündigen oder ihr Programm kurzfristig ändern,…


TV-Tipp für den 26. September

September 25, 2007

Kabel 1, 20.15

Copland (USA 1997, R.: James Mangold)

Drehbuch: James Mangold

Freddy Heflin hat als frühes Gnadenbrot eine Stelle als Sheriff in Garrison, New Jersey bekommen. Die Einwohner sind von ihm bewunderte New Yorker Polizisten. Als eines Tages ein Interner Ermittler aus New York ihn um Hilfe bei Ermittlungen gegen korrupte Polizisten bittet, muss Heflin sich zwischen seinem Job und dem polizeilichen Ehrenkodex entscheiden.

Gutes Schauspielerkino mit einem kräftigen Touch 70-Jahre-Kino und einem genießbaren Stallone, der in diesem Cop-Movie versuchte von seinem Rambo/Rocky-Image wegzukommen.

Mit Sylvester Stallone, Robert De Niro, Harvey Keitel, Ray Liotta, Peter Berg, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, Robert Patrick, Noah Emmerich


TV-Tipp für den 25. September

September 24, 2007

RTL, 23.10

Law & Order: Blutrache (USA 2004, R.: Matthew Penn)

Drehbuch: Richard Sweren

Creator: Dick Wolf

Reservistin Lindsay Starr wird ermordet. Anscheinend ist das Motiv für den Mord Rache für Folgerungen im irakischen Militärgefängnis Abu Ghraib.

Heute startet die 15. Staffel des Dauerbrenners. Nach dem plötzlichen Tod von Jerry Orbach tritt Dennis Farina in seine Fußstapfen als Mordermittler der New Yorker Polizei. Sein Partner meint zutreffend nach dem ersten Treffen „I wasn’t sure if he was a cop or a wise guy.”

Krimifans kennen den ehemaligen Chicagoer Polizisten Dennis Farina seit seinen ersten Auftritten. In Michael Manns Thriller „Der Einzelgänger“ (Thief, USA 1981) gab er sein Debüt. Kurz darauf spielte er in „Miami Vice“ einen charismatischen Gangsterboss und in „Crime Story“ übernahm er die Hauptrolle als Lieutenant Mike Torello. Martin Compart meinte „eine der besten Polizeiserien aller Zeiten“ (Crime TV). In „Blutmond“/“Roter Drache“ (Manhunter, USA 1986) spielte Farina  den FBI-Ermittler Jack Crawford. Das war seine bislang letzte Zusammenarbeit mit Michael Mann. Seitdem bereicherte er mit seiner Präsenz zahlreiche Filme. Mal als Polizist, mal als Verbrecher. Unvergessen sind seine Auftritte in den Elmore-Leonard-Verfilmungen „Get Shorty“ (USA 1995) und „Out of sight“ (USA 1998), wenn er seiner Tochter zum Geburtstag eine Pistole schenkt und ihren Freund elegant über den Tisch zieht.

In der heutigen Folge tritt Michael Bloomberg als Bürgermeister von New York auf.

Mit Dennis Farina (Detective Joe Fontana), Jesse L. Martin (Detective Ed Green), S. Epatha Merkerson (Lt. Anita Van Buren), Sam Waterston (Executive A.D.A. Jack McCoy), Elisabeth Röhm (A.D.A. Serena Southerlyn), Fred Dalton Thompson (D.A. Arthur Branch)


TV-Tipp für den 24. September

September 23, 2007

R. i. P.: Jürgen Roland, 25. Dezember 1925 – 21. September 2007

Deshalb:

NDR, 21.00

TATORT: Tod eines Mädchens (D 1991, R.: Jürgen Roland)

Drehbuch: Horst Bieber

Hat Bading ein Mädchen umgebracht? Stoever und Brockmöller meinen ja, bis sie ihren Hauptverdächtigen ermordet finden.

Guter Einsatz der damals noch nicht singenden Kommissare.

Mit Manfred Krug, Charles Brauer, Lutz Reichert, Helmut Zierl, Monica Bleibtreu, Katja Studt

Hinweise:

Am Freitag, den 28. September, zeigt die ARD um 21.45 Uhr den Tatort „Stoevers Fall“, ebenfalls von Jürgen Roland, nach einem Drehbuch von Willi Voss (Der könnte auch mal wieder einen neuej Kriminalroman schreiben.), inszeniert. Das ist der Tatort mit Dieter Thomas Heck als Kriminalpolizist, der ständig „Fein. Fein.“ sagt. Ein schönes Teil; auch weil Horst Frank einen Anwalt spielt.

Mehr über Jürgen Roland und die Stoever-Tatorte

Mehr über Horst Bieber


TV-Tipp für den 23. September

September 22, 2007

Mickey Spillane schreib einige sehr erfolgreiche Bücher und versuchte sich auch einige Male als Schauspieler. Zum Beispiel hier:

SRTL, 21.45

Columbo: Schreib oder stirb (USA 1974, R.: Robert Butler)

Drehbuch: Peter S. Fischer

Verleger Riley Greenleaf ist stinkig. Sein Bestsellerautor Alan Mallory möchte den Verlag wechseln. Greenleaf denkt sich ‚nicht mit mir’ und der tapsige Lieutenant Columbo hat einen neuen Fall

Für Krimifans ist „Schreib oder Stirb“ ein Highlight. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf den Literaturbetrieb und Mickey Spillane (Ja, genau der!) spielt einen Bestsellerautor.

Mit Peter Falk, Jack Cassidy, Mickey Spillane


TV-Tipp für den 22. September

September 21, 2007

Es ist wirklich nicht der beste Film von Chabrol, aber Donald Sutherland ist einfach immer gut.

MDR, 00.00

Blutsverwandte (F/Can 1977, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol, Sydney Banks

LV: Ed McBain: Blood relatives, 1975 (Blutschwestern)

Carella vom 87. Revier untersucht den Überfall auf die 15-jährige Patricia und den Mord an ihrer Cousine.

Chabrol inszenierte eine hochkarätig besetzte, psychologische Kriminalgeschichte.

Mit Donald Sutherland, Stéphane Audran, Donald Pleasence, David Hemmings

Hinweise:

Homepage von Ed McBain:

http://www.edmcbain.com/  

Meine ausführliche Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions) in der „Kriminalakte“:

https://kriminalakte.wordpress.de/2007/06/12/zehn-autoren-ein-buch-tausend-seiten/


TV-Tipp für den 21. September

September 20, 2007

Pro 7, 20.15

Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit (USA 2003, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: Dave Collard

Matt Whitlock schiebt als Polizeichef von Banyan Key eine ruhige Kugel in dem Sunshine State Florida. Seine verheiratete Geliebte Ann verzuckert seinen Alltag. Als sie unheilbar an Krebs erkrankt und ihn als Begünstigten in ihre Lebensversicherung einsetzt, will er ihr helfen. Er gibt ihr die seinem Polizeisafe gebunkerte halbe Million Dollar Drogengeld. Wenige Stunden später sind sie und ihr Mann tot. Sie wurden ermordet und anschließend verbrannt. Whitlocks Ex Alex leitet die Ermittlungen. Alle Beweise deuten auf den unbekannten Geliebten als Mörder. Matt Whitlock muss daher das Komplott aufdecken, bevor er als Mörder verhaftet wird.

Für Genre-Junkies ist der wunderschön entspannte Florida-Noir-Thriller „Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit“ ein Festschmaus.

Collard schrieb ein wendungsreiches, kunstvoll die Balance zwischen Tradition und Innovation haltendes, Drehbuch. Franklin setzte es punktgenau um. Das Ensemble, angeführt von dem immer guten Denzel Washington, spielte genussvoll auf. Gerade die vielen Nebendarsteller, wie der Pathologe (als Sidekick des Helden ist er natürlich sehr wichtig), die Untergebenen von Alex und Matt, die DEA-Agenten, der Hotelchef und die ältere Zeugin, hatten prächtige Auftritte. Die Stuntmen durften vor allem bei einem Kampf auf Leben und Tod an einem Balkongitter im siebten Stock eines Hotels ihr Können zeigen. Die Aufnahmen Florida, besonders der Sonnenuntergängen, sind traumhaft und die Musik von Graeme Revell gibt allem einen entspannt-südamerikanischen Touch.

Mit Denzel Washington, Eva Mendes, Salma Latham, Dean Cain, John Billingsley

Wiederholung:

Samstag, 22. September, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Homepage zum Film:

http://www.outoftimemovie.com/


TV-Tipp für den 20. September

September 19, 2007

Das Vierte, 20.15

Ein Fall für Harper (USA 1966, R.: Jack Smight)

Drehbuch: William Goldman

LV: Ross MacDonald: The moving target, 1949 (Reiche sterben auch nicht anders, Das wandernde Ziel)

Privatdetektiv Lew Harper soll den verschwundenen Mann der reichen Mrs. Sampson finden.

Wenn wir von einflussreichen Privatdetektivromanautoren sprechen, darf ein Name nicht fehlen: Ross MacDonald.

Hier die kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Archer-Romans. Lew Archer heißt im Film Lew Harper. Der Grund dafür war, so Goldman im Audiokommentar zur DVD, dass MacDonald die Rechte am Namen nicht abgeben wollte. „Ein Werk nur mittlerer Qualität“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Drehbuchautor William Goldman schreibt im lesenswerten „Das Hollywood-Geschäft“ (Adventures in the Sreen Trade, 1984) über „Ein Fall für Harper“ und die Qualität seines Drehbuchs: „Der daraus entstandene Film war übrigens aus einer Vielzahl von Gründen sehr erfolgreich, von denen ich keinen für mich verbuchen kann.“

Mit Paul Newman, Lauren Bacall, Julie Harris, Janet Leigh, Arthur Hill, Robert Wagner, Robert Webber, Shelley Winters, Strother Martin

Hinweise:  

Krimi-Couch über Ross MacDonald 

Thrilling Detective über Ross MacDonald 

Thrilling Detective über Lew Archer

January Magazine über Ross MacDonald und Lew Archer


TV-Tipp für den 19. September

September 19, 2007

ARD, 23.45

Politik. Macht. Sucht. (D 2007, R.: Jürgen Leinemann, Viktor Grandits)

Drehbuch: Jürgen Leinemann, Viktor Grandits

45-minütige Doku über die Droge Politik und den Realitätsverlust unserer Politiker. Der frühere Spiegel-Reporter und Egon-Erwin-Kisch-Preisträger Jürgen Leinemann veröffentlichte zuletzt den Bestseller „Höhenrausch – Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker“. Anscheinend wendet er seine These, dass Politiker Süchtige sind, auf Edmund Stoiber, seinen Abschied und die Diadochenkämpfe in der CSU an. Dürfte also ganz vergnüglich werden.

Wiederholungen:

ARD, Donnerstag, 20. September, 04.05 Uhr (Taggenau!)

SWR, Donnerstag, 27. September, 00.30 Uhr (VPS 00.29) (Taggenau!)

Interview mit Jürgen Leinemann zu „Politik.Macht.Sucht.“:

http://www.presseportal.de/text/story.htx?nr=1041334&firmaid=7169


TV-Tipp für den 18. September

September 17, 2007

BR, 23.30

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss (USA 1969, R.: Sydney Pollack)

Drehbuch: James Poe, Robert E. Thompson                

LV: Horace McCoy: They shoot Horses, don’t they?, 1935 (Nur Pferden gibt ma den Gnadenschuss)

Während der Depression treffen sich in einer Tanzhalle einige Verweifelte zu einem Tanzmarathon. Wer von ihnen am längsten durchhält, erhält ein Preisgeld von 1500 Dollar.

Horace McCoy genügten in seinem dünnen Noir-Roman keine 120 Seiten um ein schonungsloses Gesellschaftsporträt zu zeichnen. Sydney Pollack inszenierte einen Filmklassiker, der heute immer noch (oder schon wieder) aktuell ist. Denn der damalige Tanzmarathon, die Selbstausbeutung der Tanzpaare für ein paar Brotkrummen, das Mitfiebern des Publikums, die Werbe- und Sponsorverträge und der Zynismus der Veranstalter erinnert immer wieder an aktuelle Fernsehshows wie „Big Brother“ und „Deutschland sucht den Superstar“.

Mit Jane Fonda, Michael Sarrazin, Susannah York, Gig Young, Red Buttons, Bruce Dern

Hinweise:

BR über den Film

Mordlust über Horace McCoy

Chris Routledge über Horace McCoy


TV-Tipp für den 17. September

September 17, 2007

Tele 5, 22.35

Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (USA 1990, R.: David Lynch)

Drehbuch: David Lynch

LV: Barry Gifford: Wild at Heart: The Story of Sailor and Lula, 1984

Sailor und Lula flüchten vor einem Detektiv und einem Killer, die beide im Auftrag von Lulas durchgeknallter Mutter reinen Tisch machen sollen. Und dann treffen sie auf den Gangster Bobby Peru und dessen Komplizin Perdita Durango.

Lynchs wildes Roadmovie, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes, ist ein hemmungslos übertriebener Trip durch einen Alptraum namens Amerika. Ein Meisterwerk.

Barry Gifford schrieb später das Drehbuch für den Lynch-Film „Lost Highway”. Außerdem publizierte er neben seinen Romanen, wiedem ebenfalls verfilmten „Perdita Durango“, lesenswerte Sachbücher, wie „Out of the past“ über den Film Noir.

Mit Nicolas Cage, Laura Dern, Diane Ladd, Willem Dafoe, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton, Crispin Glover

Homepage von Barry Gifford:

http://www.barrygifford.com/  

Homepage von David Lynch:

http://www.davidlynch.com/

Eine weitere David-Lynch-Seite:

www.davidlynch.de  

Wiederholung: Dienstag, 18. September, 03.10 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 16. September

September 15, 2007

Sonntag ist wieder einmal Arte-Tag. Heute mit dem Themenabend „Tatort Marseille

Arte, 20.40

French Connection II (USA 1975, R.: John Frankenheimer)

Drehbuch: Alexander Jacobs, Robert Dillon, Lauri Dillon

LV: Charakter von Robin Moore

Buch zum Film: Robin Moore/Milt Machlin: French Connection II, 1975

Der New Yorker Cop Popeye Doyle soll seinen französischen Kollegen helfen, den Drogenbaron Alan Charnier zu verhaften. Doch die Franzosen wollen Doyles Hilfe nicht. Also beginnt Doyle auf eigene Faust in der für ihn fremden Stadt Marseille Charnier zu jagen.

„French Connection“ war ein auf Tatsachen basierender Polizeithriller. „French Connection II“ ist die vollkommen erfundene Fortsetzung, die auch vollkommen andere Akzente setzt. Frankenheimer konzentrierte sich auf die Hafenstadt Marseille und Popeye Doyle. Doyle ist das Bild des hässlichen Amerikaners. Er spricht kein Wort Französisch. Er prescht mit der Feinfühligkeit einer Dampframme in die Ermittlungen der französischen Polizei. Und er wird von seinem Intimfeind Alain Charnier zum Junkie gemacht. Gene Hackman zeigt hier wieder einmal sein Können (dazu gehört auch der legendäre Kalte Entzug in der Mitte des Films).

Mit Gene Hackman, Fernando Rey, Bernard Fresson, Jean-Pierre Castaldi, Philippe Léotard, Charles Millot, Cathleen Nesbitt

Wiederholung:

Dienstag, 18. September, 00.45 Uhr (Taggenau!)

 

Arte, 22.40

Franck Burns verzweifelt gesucht (F 2007, R.: Cathie Lévy)

Drehbuch: Cathie Lévy

Lévy sucht in Marseille einen geheimnisvollen Autor. Denn offensichtlich gibt es einen Franck Burns, der einem Verlag ein Manuskript über eine Mordserie im Obdachlosenmilieu in Marseille anbot, nicht.

Offiziell eine Doku, aber über Franck Burns und den dieses Jahr im September erschienenen oder erscheinenden Roman „Social Killer“ von Franck Burns ist außer einem bibliographischen Hinweis nichts zu finden. Auch auf der Verlagsseite (http://www.editionslecailler.com/) steht nichts. Ist „Franck Burns verzweifelt gesucht“ also eine Fake-Doku, die uns in die dunklen Ecken der Hafenstadt führt?

Arte zur Doku:

http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=797739,day=2,week=38,year=2007.html

Wiederholung:

Mittwoch, 19. September, 03.00 Uhr (Taggenau!)

 

Arte, 00.00

Mord in Marseille – Die Krimis des Jean-Claude Izzo (F 2007, R.: Jean-Laurent Feurra, J. L. André)

Mit einer halbstündigen Doku über Jean-Claude Izzo endet der Arte-Themenabend „Tatort Marseille“. Die etwas eklektische Zusammenstellung ersparte uns einen Auftritt von Alain Delon als Fabio Montale und bescherte ein längst überfälliges Wiedersehen mit „French Connection II“.

Und wer jetzt immer noch nicht genug ferngesehen hat, darf sich „Über die Dächer von Nizza“ begeben.

Mehr zu Jean-Claude Izzo:

http://www.unionsverlag.com/info/person.asp?pers_id=1302 

Wiederholung:

Mittwoch, 19. September, 04.20 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 3. Oktober, 02.20 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 15. September

September 14, 2007

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ARD, 23.10

Schnappt Shorty (USA 1995, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Get Shorty, 1990 (Schnappt Shorty)

Musik: John Lurie

Ein Mafia-Geldeintreiber aus Miami gerät in Hollywood an einen drittklassigen Filmproduzenten. Der Geldeintreiber möchte, dass sein Leben verfilmt wird. Aber diese Hollywood-Fritzen sind irgendwie anders.

Köstliche Leonard-Verfilmung über den Zusammenprall zweier Welten: eiskalter Profikiller trifft auf die Hollywood-Schickeria.

Mit John Travolta, Gene Hackman, Rene Russo, Danny DeVito, Dennis Farina, Delroy Lindo, James Gandolfini, Martin Ferrero, Miguel Sandoval, Harvey Keitel, Bette Midler

Von Elmore Leonards Homepage: „With Get Shorty Hollywood finally did right by Elmore and put his ´sound´ on the screen and not just his plots. In Scott Frank´s screenplay, the lines in the movie were delivered just the way that they were written, seriously, without reaction. The fact that many lines were funny, labeled Get Shorty a comedy, and helped make it a box-office hit. The story is about Chili Palmer, (John Travolta) who is ´fired´ by his unstable loanshark boss, Ray Bones (Dennis Farina). Ray sends Chili to Vegas to collect a bad debt, and a casino boss there enlists Chili to find an even bigger deadbeat: Harry Zimm (Gene Hackman), a Hollywood producer of low-budget horror films. In Hollywood, Chili meets Harry, as well as his scream-queen leading lady, Karen Flores (Rene Russo); Harry’s drug-dealing financier, Bo Catlett (Delroy Lindo), and his muscle, Bear (James Gandolfini). ´Shorty´ is Karen’s ex, Martin Weir (Danny DeVito), a big star with a giant ego. Chili learns that being a wiseguy helped when you wanted to produce movies. Get Shorty was win, win, win. Everything worked perfectly. The film had a winning combination in Danny DeVito’s Jersey Films, screenwriter Scott Frank and Director Barry Sonnenfeld. Everybody liked Elmore´s work and wanted to put it on the screen – the right way. Elmore was on the set four days in Beverly Hills. A couple of times, Barry came over after the shot and asked him what he thought, and if he had any suggestions. Elmore was surprised and tickled a little that a director would ask the book writer his opinion.“

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/   

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html

 


TV-Tipp für den 14. September

September 14, 2007

ZDF, 01.00

Vier Schlüssel (D 1965, R.: Jürgen Roland)

Drehbuch: Max Pierre Schaeffer, Thomas Keck

LV: Max Pierre Schaeffer: Vier Schlüssel, Die vier Schlüssel, 1962

Der Tresor einer Bank ist mit vier Schlüsseln gesichert, die in den Händen von vier vertrauenswürdigen Führungskräften der Bank sind. Einige Gangster wollen dennoch an die Kohle ran und nehmen während eines Wochenendes die Banker als Geisel.

Spannender, im Reportage-Stil gedrehter SW-Gangsterfilm über einen Banküberfall der anderen Art. Der Atlas-Verleih bewarb Rolands Werk als „der erste deutsche Gangsterfilm“.

„Ein genießbarer Jürgen Roland-Film.“ (Robert Fischer/Joe Hembus: Der Neue Deutsche Fim 1960 – 1980, 1981)

Mit Günther Ungeheuer, Hanns Lothar, Walter Rilla, Hellmut Lange


TV-Tipp für den 13. September

September 13, 2007

Was für ein Tag. Was für ein schwaches Programm. Einerseits laufen die bekannten Serien, wie CSI, Bones – Die Knochenjägerin, Prison Break, Without a Trace – Spurlos verschwunden, Navy CIS, Numb3rs – Die Logik des Verbrechens, The Unit – Eine Frage der Ehre, Law & Order: New York, ohne große Sensationen weiter, andererseits gibt es keine prickelnden Dokumentationen oder supertollen Spielfilme. Maybrit Illners Talkshow zu „Terrorismus made in Germany“ mit den üblichen Verdächtigen braucht auch – mangels neuer Erkenntnisse – kein Mensch.

Deshalb

ARD, 22.45

Scheibenwischer

Der Satire-Klassiker, ebenfalls mit den üblichen Verdächtigen, aber treffenden Erkenntnissen über den deutschen Wahnsinn.

Mit Bruno Jonas, Mathias Richling, Richard Rogler, Frank Lüdecke

Wiederholungen: einige, in den dritten Programmen.

Zum Beispiel: BR, Freitag, 14. September, 23.30 Uhr


TV-Tipp für den 12. September

September 11, 2007

Der Sean-Connery-Fanclub sieht sich geschlossen dieses Werk an:

Tele 5, 20.15

Flammen am Horizont (USA 1982, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Charles McCarry: The Better Angels, 1979

Ein Fernsehreporter erfährt, dass ein islamischer Fanatiker zwei Atombonben kaufen und anschließend einsetzen will.

Eine beißende Satire auf die amerikanische Politik, die Konsumgesellschaft, den Journalismus und den ganzen Rest. Die Kritiken waren zwiespältig. Die Zuschauer blieben zuhause.

Aus heutiger Sicht wirken die satirischen Spitzen und die Zeitdiagnose überhaupt nicht veraltet, teilweise sogar sehr hellsichtig. Allerdings krankt der Film unter seinem chaotischen, in alle Richtungen ziellos ausufernden Plot. Somit hat „Flammen am Horizont“ seine Momente, aber  Richard Brooks hat auch etliche wesentlich bessere Filme gedreht. 

McCarry zu dem Film: “It bore very little resemblance to my book.”

Mit Sean Connery, Hardy Krüger, Henry Silva, Katherine Ross, Robert Conrad, Hardy Krüger, John Saxon, Leslie Nielsen

Ein langes Interview mit Charles McCarry:

http://www.themorningnews.org/archives/personalities/birnbaum_v_charles_mccarry.php

Wiederholung: Donnerstag, 13. September, 01.20 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 11. September

September 10, 2007

ZDF, 20.15

Der 11. September 2001 (D 2007, R.: Michael Renz, Guy Smith)

45-minütige Doku über den Wahrheitsgehalt einiger populärer Verschwörungstheorien über den titelgebenden 11. September.

Weitere Informationen über die Doku, die Dreharbeiten und Verschwörungstheorien:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,5590735,00.html