TV-Tipp für den 10. September

September 9, 2007

Vox, 20.15

CSI: NY – Freier Fall (USA 2006, R.: Rob Bailey                     

Drehbuch: Peter M. Lenkov, Pam Veasey

Creator: Anthony E. Zuiker, Ann Donahue, Carol Mendelsohn

Mit zwei kniffeligen Fällen startet die dritte Staffel von „CSI: NY“: Wer erstach unter der Brooklyn Bridge einen Finanzexperten? Warum wurde eine junge Frau erschlagen? Wetten, dass Detective Mac Taylor und sein Team nach einer Stunde die Täter geschnappt haben?

Nach den Sonnenbrillen und den Taschenlampen startet heute der zweite CSI-Ableger. Und, was soll ich sagen: Mir gefällt „CSI:NY“ am Besten. Das kann daran liegen, dass ich inzwischen genug Fälle aus Las Vegas gesehen habe; dass mir Caines überbetonte Coolness gegen den Rest der Welt und seine ebenso übertriebene Empathie für Kinder und hilfebedürftige Frauen (Er heiratet eine Todkranke!) langsam mächtig auf den Sack geht; dass New York am meisten Berlin ähnelt; dass Mac Taylor ein Jazzfan ist (Gary Sinise spielt Bass in der Lt. Dan Band); dass mir das stinknormale, gut in der Realität einer Millionenstadt situierte New Yorker-Team am besten gefällt oder auch ganz einfach daran, dass ich mich an „CSI:NY“ noch nicht sattgesehen haben.

Jedenfalls startet heute die dritte Staffel mit 24 Fällen für Mac Taylor und sein Team. Im Gegensatz zu RTL zeigt Vox nämlich die gesamte Staffel am Stück.

Mit Gary Sinise (Detective Mac Taylor),   Melina Kanakaredes (Detective Stella Bonasera), Carmine Giovinazzo (Detective Danny Messer), Anna Belknap (Detective Lindsay Monroe), Hill Harper (Dr. Sheldon Hawkes), Eddie Cahill (Detective Don Flack), Robert Joy (Dr. Sid Hammerback)

Wiederholung: Mittwoch, 12. September, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Vox (Zwischen der Werbung und  den Pop-Up-Fenstern sind einige Informationen versteckt. Bei den Seiten verstehe ich die Panik der Privaten vor den Internetaktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen. Denn diese sind einfach  besser.)

CBS (bietet die von den beiden anderen CSI-Serien gewohnte Qualität.  Sehr empfehlenswert!)

Über die CSI:NY-Romane von Stuart M. Kaminsky

Über den CSI:NY-Comic von Max Allan Collins

 


TV-Tipp für den 9. September

September 8, 2007

Und schon wieder empfehle ich einen Arte-Themenabend. Heute: „Cary Grant – Eine Klasse für sich“. Viel Vergnügen mit:

Arte, 20.40

Über den Dächern von Nizza (USA 1955, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: John Michael Hayes

LV: David Dodge: To catch a thief, 1952

John Robie hat sich zur Ruhe gesetzt. Als ein anderer Einbrecher Robies Stil nachahmt, will er im wohlverstandenen Eigeninteresse den Nachahmer fangen.

Lockere Krimikomödie von Hitchcock, die zur Blaupause für künftige kultivierte Thriller-Romanzen werden sollte. Hitchcock war besonders an dem Aspekt der fetischistischen Liebe (To catch a thief) interessiert und pfiff – wie so oft – auf die Logik. 

Mit Cary Grant, Grace Kelly (die danach den Fürst von Monaco heiratete), Charles Vanel

Wiederholung: Montag, 17. September, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Homepage von David Dodge: http://www.david-dodge.com/

 

Arte, 22.30

Cary Grant – Gentleman des Kinos (USA 2004, R.: Robert Trachtenberg)

Drehbuch: Robert Trachtenberg

Emmy-nominierte spielfilmlange Doku über Cary Grant, der bürgerlich Archibald Leach hieß und mit diesem Namen sicher nicht der Schwarm aller Frauen geworden wäre.

Arte zur Doku: http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=780520,day=2,week=37,year=2007.html

Wiederholung: Dienstag, 11. September, 03.00 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 8. September

September 7, 2007

Pro 7, 22.25

Panic Room (USA 2002, R.: David Fincher)

Drehbuch: David Koepp

Die frisch geschiedene Meg Altman entdeckt mitten in Manhattan ihr Traumhaus. In ihm ist sogar, letzter Schrei der Sicherheitsindustrie für ängstliche, stinkreiche Großstädter, ein Panic Room. In diesen sicheren Raum kann sich der Hausbesitzer während eines Einbruchs zurückziehen und abwarten bis die Polizei anrückt. Meg hält den Raum für überflüssig, aber als in der Nacht drei Einbrecher auftauchen, flüchtet sie mit ihrer Tochter in den Panic Room. Dummerweise wollen die Einbrecher die in diesem Zimmer versteckten Millionen des Vorbesitzers stehlen.

Das mag jetzt neu klingen, aber im Kern erzählt „Panic Room“ eine uralte, aus jedem zweiten Western bekannte Story. Tauschen Sie einfach den Panic Room gegen ein Fort oder eine Wagenburg; die Einbrecher gegen Indianer aus und Sie wissen genau, in welchem Moment die Kavallerie auftaucht. Oh, und in welchem Zustand das Haus ist.

David Koepp und David Fincher machen daraus einen spannenden Hightechthriller.

Oder sagen wir es mit den Worten von Georg Seeßlen: Panic Room „ist vor allem ein reduzierter, ebenso brillant konstruierter wie fotografierter Thriller, ein Kammerspiel des Terrors, das alle Elemente, die am Anfang eingeführt wurden, beständig transponiert, wendet und variiert. Insofern ist Panic Room ein Stück reiner Film-Komposition, in der Sujets, Objekte und Einstellungen die Rollen von Melodien, Takten und Tönen übernehmen(…). Und wie für eine musikalische Komposition, so gilt auch für Panic Room: Es kommt nicht allein auf die Erfindung einer Melodie an, sondern auch darauf, was ein Interpret mit ihr anzustellen weiß.“ (in Frank Schnelle [Hrsg.]: David Fincher)

Mit Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau, Andrew Kevin Walker (der „Se7en“-Drehbuchautor spielt den verschlafenen Nachbarn)

Wiederholung: Sonntag, 9. September 02.15 Uhr (Taggenau!)

Drehbuch von David Koepp


TV-Tipp für den 7. September

September 6, 2007

Arte, 00.00 (VPS 00.05)

Von Sex bis Simmel (D 2005, R.: Hans Günther Pflaum, Peter H. Schröder)

Doku über die Zeit, als der „Schulmädchen-Report“ ein Kassenerfolg war und eine Prise Nacktheit zu jedem deutschen Kommerzfilm gehörte.

Mit Wolf C. Hartwig, Hans-Christoph Blumenberg, Volker Schlöndorff

Wiederholung:

Sonntag, 9. September, 03.00 Uhr (taggenau!)

Arte zum Film


TV-Tipp für den 6. September

September 6, 2007

RTL, 20.15

CSI: Den Tätern auf der Spur – Um Leben und Tod (USA 2006, R.: Terrence O’Hara, Kenneth Fink)

Drehbuch: Naren Shankar, Jerry Stahl

Creator: Anthony E. Zuiker

Vor zwei Tagen begannen die Sonnenbrillen-Fetischisten neue Fälle aufzuklären. Heute legen die Taschenlampen-Fetischisten aus der Spielerstadt Las Vegas nach. In der Doppelfolge „Um Leben und Tod“ wird Willie Cutlers Frau ermordet. Kurz darauf erschießt er in einem Casino einen Sicherheitsbeamten und nimmt eine Geisel. Bei einem Befreiungsversuch wird Captain Jim Brass (der Ärmste muss inzwischen ständig Schicksalsschläge einstecken. Seine süchtige Tochter will nichts von ihm wissen und er erschießt einen Kollegen.) schwer verletzt.

Die CSI-Doppelfolge „Um Leben und Tod“ beendet die sechste Staffel der weltweit erfolgreichen Forensik-Serie. Kommenden Donnerstag startet RTL die siebte Staffel mit der Doppelfolge „Mord nach Modell“. Bis zur Winterpause werden die ersten dreizehn Folgen der siebten Staffel mit Gil Grissom und seinem Team gezeigt.

Mit William Petersen (Gil Grissom), Marg Helgenberger (Catherine Willows), Gary Dourdan (Warrick Brown), George Eads (Nick Stokes), Jorja Fox (Sara Sidle), Eric Szmanda (Greg Sanders), Robert David Hall (Dr. Al Robbins), Paul Guilfoyle (Captain Jim Brass)

Wiederholung:

Freitag, 7. September, 00.35 Uhr (taggenau!)

Hinweise:

RTL (immerhin hat RTL einige Videos  übernommen, aber insgesamt  ist die Vorstellung des Quotenknüllers einfach lieblos)

CBS (natürlich informativ)

CSI in der Kriminalakte (mit weiterführenden Hinweisen)


TV-Tipp für den 5. September

September 4, 2007

Kabel 1, 20.15

Heist – Der letzte Coup (USA 2001, R.: David Mamet)

Drehbuch: David Mamet

Nachdem Meisterdieb Joe Moore bei einem Diebstahl von einer Überwachungskamera gefilmt wird, will er aussteigen. Aber sein Hehler Mickey Bergman erpresst ihn zu einem letzten großen Coup. Ab diesem Moment kämpfen sie gegeneinander.

Dank der guten Schauspieler und des wendungsreichen Drehbuchs von Regisseur David Mamet ist dieser Film vom letzten großen, perfekt ausgeführten Coup und den sich gegenseitig betrügenden Gaunern ein einziges Vergnügen. Denn „Heist – Der letzte Coup“ ist gutes Genrekino, präsentiert von einem Meister, der hier tief in seiner Trickkiste wühlt.

Mit Gene Hackman, Danny DeVito, Delroy Lindo, Sam Rockwell, Rebecca Pidgeon

Hinweise:

Deutsche Warner Brothers-Seite zum Film

Drehbuch von David Mamet


TV-Tipp für den 4. September

September 3, 2007

RTL, 20.15

CSI: Miami – Rio (USA 2006, R.: Joe Chappelle)

Drehbuch: Sunil Nayar

Creator: Anthony E. Zuiker, Ann Donahue, Carol Mendelsohn

Zum Start der fünften Staffel des ersten Ablegers von “C. S. I. – Den Tätern auf der Spur“ spendiert Produzent Jerry Bruckheimer Lieutenant Horatio Caine (David Caruso) und Eric Delko (Adam Rodriguez) einen Ausflug nach Brasilien. Dort wollen die Beiden den Mörder von Caines Kurzzeit-Ehefrau und Delkos Schwester Marisol zur Strecke bringen. Wetten, dass den beiden Forensikern das gelingt, ohne auch nur einmal das Gesetz beugen zu müssen?

RTL zeigt zunächst die ersten 14 Episoden der fünften Staffel. Danach wird’s die gewohnte, mit Wiederholungen gefüllte Pause geben. Denn was wäre eine Woche ohne Sonnebrillen-Fetischismus und Caine-Einzeiler?

Mit David Caruso (Lieutenant Horatio Caine), Emily Procter (Calleigh Duquesne), Adam Rodriguez (Eric Delko), Khandi Alexander (Dr. Alexx Woods), Jonathan Togo (Ryan Wolfe), Rex Linn (Detective Frank Tripp), Eva La Rue (Natalia Boa Vista), Sofia Milos (Detective Yelina Salas)

Wiederholung:

Donnerstag, 6. September, 00.35 Uhr (taggenau!)

Hinweise:

RTL (gewohnt bescheidene Qualität)

CBS (gewohnt gute Qualität mit einigen Clips, einem Writer’s Blog, einem Wiki undundund)


TV-Tipp für den 3. September

September 3, 2007

ZDF, 22.15

Blood Work (USA 2002, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)

FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.

Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.

I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)

Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston

Homepage von Michael Connelly:

http://michaelconnelly.com/

Michael Connelly in der Spurensuche:

Hinweis “Der Mandant” (The Lincoln Lawyer, 2005):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html

Besprechung „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-eins.html

Besprechung „The Lincoln Lawyer” (2005):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-neunzehn-grossstadtverbrechen.html


TV-Tipp für den 2. September

September 1, 2007

Arte widmet der großen Dame des britischen Kriminalromans einen ganzen Abend:

Arte, 20.40

Zeugin der Anklage (USA 1957, R.: Billy Wilder)

Drehbuch: Larry Marcus, Billy Wilder, Harry Kurnitz                  

LV: Agatha Christie: The Witness for the Prosecution, 1933 (Kurzgeschichte, ursprünglich erschienen in „The Hound Of Death And Other Stories”, Zeugin der Anklage)

Hat Leonard Vole eine reiche Witwe erschlagen? Für Staranwalt Sir Wilfried hängt alles von der Aussage von Voles Frau Christine ab.

Der würdige Beginn des Arte-Themenabend „Agatha Christie, die Krimikönigin“.

Prototyp aller Gerichtsfilme und immer noch weitaus spannender als die jüngeren Gerichtsthriller (obwohl die Pointe bekannt sein dürfte), mit – in glänzender Spiellaune –  Marlene Dietrich, Charles Laughton, Tyrone Power

Offizielle Agatha Christie-Homepage:

http://uk.agathachristie.com/site/home/

 

Arte, 22.40

Agatha Christie – Mein Leben in Bildern (GB 2004, R.: Richard Curson-Smith)

Drehbuch: Richard Curson-Smith

Zum zehnjährigen Bühnenjubiläum von „Die Mausefalle“ erzählt Agatha Christie ihrem Psychiater und der Presse, warum sie im Dezember 1926 elf Tage verschwand.

Arte sagt zum Film: „Das von der BBC produzierte Doku-Drama über das Leben einer der erfolgreichsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts war einer der großen Zuschauererfolge des Jahres 2004 in Großbritannien. Jedes der in den Dialogen des Films gesprochenen Worte stammt aus der Feder von Agatha Christie.“

„Agatha Christie – Mein Leben in Bildern“ scheint gerade für Christie-Fans absolut nichts Neues zu bieten. Der ebenfalls von der BBC produzierte, ähnlich aufgemachte Film über George Orwell scheint wesentlich gelungener zu sein.

Mit Olivia Williams, Anna Massey, Raymond Coulthard, Stephen Boxer, Anthony O’Donnell

Wiederholungen:

Mittwoch, 4. September, 03.00 Uhr

Donnerstag, 13. September, 15.15 Uhr

Samstag, 15. September, 03.00 Uhr


TV-Tipp für den 1. September

September 1, 2007

Tele 5, 10.35

Schießen Sie auf den Pianisten (F 1960, R.: Francois Truffaut)

Drehbuch: François Truffaut, Marcel Moussy

LV: David Goodis: Down there, 1956 (Schüsse auf den Pianisten; Schießen Sie auf den Pianisten)

Nach dem Selbstmord seiner Frau hat sich der berühmte Konzertpianist Edouard zurückgezogen und fristet als Barpianist sein Dasein in einer Kaschemme. Als sein Bruder ihn um Hilfe bittet, gerät er in die Schusslinie von Gangstern.

Nach dem Erfolg seines Erstlings „Sie küssten und sie schlugen ihn“ drehte der 27-jährige Francois Truffaut ein stimmungsvolles Kriminalmelodrama, das in jeder Einstellung das Werk eines begeisterten Cineasten ist.

„Auf den ersten Blick kann man der gebrochenen Handlung kaum folgen, versteht kaum, um was es eigentlich geht. Sieht man den Film aber öfter, wird man weniger auf die Gangster- und Liebesgeschichte achten als vielmehr auf die Machart, auf das Strickmuster dieses Films über das Filmemachen und –anschauen. Truffaut, damals nun wahrlich ein junges Genie, das sich das Filmemachen fast ausschließlich theoretisch angeeignet hat, spielt mit dem Zuschauer nach allen Regeln der Filmkunst.“ (Willi Winkler: Die Filme von Francois Truffaut)

Mit Charles Aznavour, Marie Dubois, Nicole Berger

Wiederholung:

Freitag, 7. September, 07.10 Uhr


TV-Tipp für den 31. August

August 31, 2007

Das Vierte, 22.35 Uhr

Bad Lieutenant (USA 1992, R.: Abel Ferrara)

Drehbuch: Zoe Lund, Abel Ferrara

Harvey Keitel als drogensüchtiger Bulle auf der Suche nach Erlösung in den Straßenschluchten New Yorks. Genial! Unbedingt ansehen.

Mit Harvey Keitel, Victor Argo, Paul Calderone, Robin Borrows, Paul Hipp, Zoe Lund, Peggy Gormley, Anthony Ruggiero

Hinweise:

Ein informatives Buch über Abel Ferrara: Bernd Kiefer/Marcus Stiglegger: Die bizarre Schönheit der Verdammten – Die Filme von Abel Ferrara (Schüren Verlag, 2000, nur noch antiquarisch)

Das Drehbuch


TV-Tipp für den 30. August

August 29, 2007

RTL, 22.00 Uhr

Bones – Die Knochenjägerin: Ein Toter auf den Gleisen (USA 2006, R.: Tony Wharmby)

Drehbuch: Hart Hanson

Creator: Hart Hanson

LV: Charakter von Kathy Reichs

Roman zur Serie: Max Allan Collins: Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben (Bones: Buried Deep, 2006)

Bei einem Zugunglück sterben drei Menschen. Weil eines der Opfer eine Senatorin ist, bittet das FBI in Form von FBI-Agent Seeley Booth Dr. Temperance ‚Bones’ Brennan vom Jeffersonian Institute in Washington, D. C., um Hilfe. Das übliche Kettengerassel zwischen den beiden ist dieses Mal noch lauter. Denn Bones hat einen neuen Chef, Dr. Camille Saroyan, und diese hatte eine Affäre mit Booth.

Heute startet die zweite, aus 22 Folgen bestehende Staffel der witzigen Forensik-Krimiserie „Bones – Die Knochenjägerin“. Im Gegensatz zum CSI-Franchise wird hier nicht immer betont cool an Tatorten nach DNS-Spuren gesucht und anschließend die Sonnenbrille aufgesetzt. Hier muss sich die Heldin Bones mit einem Team herumschlagen, das sie ständig verkuppeln und von Verschwörungstheorien überzeugen will. Und dann gibt es noch die Wortgefechte zwischen ihr und Booth, die sich ihre Liebe nicht eingestehen können (Naja, gemeine Drehbuchautoren verhindern das. Aber eben diese Typen formulieren auch jede Woche, wie auf der Fox-Seite nachgelesen werden kann, etliche gute Einzeiler.)

Doch, das ist einfach gut gemachte Popcorn-Unterhaltung.

Mit Emily Deschanel, David Boreanaz, Michaela Conlin, Eric Millegan, T.J. Thyne, Tamara Taylor, Christine Estabrook, Ray Wise         

Wiederholung um 02.20 Uhr

Hinweise:

RTL (ein gutes Beispiel für eine schlechte Seite)

Fox (sehr informative Seite mit ausführlichen Zusammenfassungen der einzelnen Episoden, Sammlungen der besten Sprüche, Videos, undsoweiter)


TV-Tipp für den 29. August

August 29, 2007

Vox, 20.15

Criminal Intent – Verbrechen im Visier: Entführt (USA 2006, R.: Norberto Barba)

Drehbuch: Charlie Rubin (nach einer Geschichte von Warren Leight und Charlie Rubin)

Creator: Dick Wolf

Developer: René Balcer

Goren glaubt, dass der Serienkiller Sebastian wieder zugeschlagen hat. Während er zusammen mit seinem früheren Mentor, dem Profiler Declan Gage, ermittelt, wird seine Partnerin Eames entführt.

Heutet startet die sechste Staffel dieses „Law & Order“-Ablegers. In jeder Folge löst die Major Case Squad, eine Abteilung der New Yorker Polizei für besonders schwere Kapitalverbrechen, einen kniffligen Fall. Am Ende jeder Episode steht immer die Konfrontation, meistens im Verhörzimmer, zwischen dem Detective und dem Verbrecher. Er will ihn mit psychologischen Mitteln zu einem Geständnis bewegen. Selbstverständlich bietet diese Szene den Schauspielern die Gelegenheit noch einmal groß aufzuspielen.

Die Serie startet 2001 mit dem Ermittlerteam Robert Goren (Vincent D’Onofrio), einer wahren Intelligenzbestie oder der beste Sherlock Holmes, den sich New York leisten kann, und seiner bodenständig-normalen Kollegin Alexandra Eames (Kathryn Erbe). Als für Hauptdarsteller Vincent D’Onofrio, der in fast jeder Szene auftrat, der Produktionsstress zu groß wurde, gesellte sich ab der fünften Staffel für die Hälfte der Fälle ein zweites Team zu Goren und Eames. Mike Logan (Chris Noth) ermittelte bereits in „Law & Order“. Zusammen mit seiner Partnerin Carolyn Barek (Annabella Sciorra) übernahmen sie die schmutzigeren Fälle. Anabella Sciorra stieg bereits nach einer Staffel aus. Ab kommender Woche hat Logan dann Detective Megan Wheeler (Julianne Nicholson) als Partnerin.

Ebenfalls nach der fünften Staffel zog sich Captain James Deakins (Jamey Sheridan) in das Privatleben zurück. Sein Nachfolger ist Captain Danny Ross (Eric Bogosian). Am bekanntesten dürfte Ross-Darsteller Bogosian für sein Ein-Mann-Stück „Talk Radio“ sein. Er übernahm auch in der viel zu unbekannten Verfilmung von Oliver Stone die Hauptrolle.

Vox zeigt die 22 Episoden der sechsten Staffel an den kommenden Mittwochen immer um 20.15 Uhr und wiederholt sie, wenige Stunden später, nach Mitternacht.

Wiederholung um 00.20 Uhr

Weitere Informationen:

Vox-Homepage (nicht informativ)

NBC-Homepage (informativ)


TV-Tipp für den 28. August

August 28, 2007

John Huston (geboren 5 August 1906, gestorben 28 August 1987)

Deshalb:

Tele 5, 20.15

Das war Roy Bean (USA 1972, R.: John Huston)

Drehbuch: John Milius

Buch zum Film: John Milius: The Life and Times of Judge Roy Bean, 1973 (unklar ob Roman zum Film oder Drehbuch)

Knallige, prominent besetzte Nummernrevue über Roy Bean, einen Gangster der sich zu einem Friedensrichter ernannte und, weil er vom Staat als Richter anerkannt wurde, jahrelang, ohne die juristische Literatur zu kennen, Recht sprach. Die respektlose Abrechnung mit den amerikanischen Western-Mythen kam erst 1975 gekürzt in die deutschen Kinos.

John Milius, dem wir auch „Conan, der Barbar“ und „Die rote Flut“ verdanken, hatte wohl an einen weniger de demystifizierenden Film gedacht. Immerhin musste er sein Image als knallharter Reaktionär verteidigen.

„Das war Roy Bean“ orientiert sich lose am Leben des wirklichen und ziemlich legendären „Hanging Judge“ Roy Bean (1825 – 1903). Denn unter den zahlreichen Revolvermännern und Glücksspielern des Wilden Westens war er schon eine besondere Nummer

Mit Paul Newman, Jacqueline Bisset, Ava Gardner, Tab Hunter, John Huston, Stacy Keach, Roddy McDowall, Anthony Perkins, Victoria Principal (Debüt), Anthony Zerbe, Ned Beatty

Wiederholung am 29. August auf Tele 5 um 06.45 Uhr


Dangerous Connection – Im Netz der Verschwörung

August 26, 2007

The Proposal, USA 1999, R.: Richard Gale

Drehbuch: Maurice Hurley

Terry Martin ermittelt seit Monaten undercover gegen den Unterweltkönig Simon Bacig. Die Ermittlungen kommen nicht so richtig voran. Eines Tages lädt Bacig Martin mit seiner Frau zu seiner Geburtstagsparty ein. Weil Martin seine Frau nur erfunden hat, muss schnell eine passable Frau her. Martin und sein Chef halten die Polizistin Susan Reese für geeignet. Sie ist einverstanden und was jetzt kommt, ist für Genrefans nicht sonderlich überraschend. Natürlich beginnen Martin und Bacig um die Sexbombe herumzuscharwenzeln. Selbstverständlich verknallt Martin sich in seine Kollegin und ebenso selbstverständlich kann sie innerhalb kürzester Zeit den Gangster zu Geständnissen bewegen. Am Ende gibt es dann einige Überraschungen, die aber nicht hinterfragt werden sollten, und eine Schießerei. In Zeitlupe. Wow, das haben wir noch nie gesehen.

Die Story ist nicht neu, aber mit dem richtigen Drehbuch kann sie für einen unterhaltsamen Abend sorgen. Nur ist die Geschichte hier ein lieblos zusammengestellter Gemischtwarenladen irgendwo zwischen düsterem Polizeifilm und Schnulze. Entsprechend unentschlossen pendelt der Film zwischen den verschiedenen Polen hin und her und handelt die sattsam bekannten Stationen ohne große Überraschungen ab. Dazu kommen noch das zu geringe Budget und die dilettantische Regie. Richard Gale inszenierte seinen Debütfilm ohne ein Gespür für Stimmungen.  Die Synchronisation zerstört dann den Rest von Spannung.

„Dangerous Connection – Im Netz der Verschwörung“ ist ein billig produzierter Film irgendwo im Niemandsland zwischen „Fernsehfilm der Woche“ und „Direct-to-DVD“ mit drei halbwegs bekannten Gesichtern.

Der Film ist nur aus einem Grund rudimentär interessant. Das Drehbuch ist von Maurice Hurley. Er begann bei „Miami Vice“. Später schrieb er Bücher für „Baywatch“, „Baywatch Nights“, „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ (in den drei Serien war er auch Producer), „Diagnose Mord“, „Pointman“, „Nikita“ und „24“. 

Mit Jennifer Esposito, Nick Moran, Stephen Lang


TV-Tipp für den 27. August

August 26, 2007

MDR, 22.50

Die Saat der Gewalt (USA 1955, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Evan Hunter: The blackboard jungle, 1954

Hochgelobtes, damals heiß diskutiertes und immer noch sehenswertes Jugenddrama über einen idealistischen Lehrer, der seine Schüler in New York vor einer Laufbahn als Verbrecher bewahren will. Bill Haleys „Rock around the clock“ wurde zum Welthit.

Hunter ist unter seinem Pseudonym Ed McBain als Autor der 1957 begonnenen Serie über das 87. Polizeirevier viel bekannter.

Mit Glenn Ford, Sidney Poitier, Paul Mazursky (Nebenrolle).

Hinweise:

Homepage von Ed McBain:

http://www.edmcbain.com/   

Meine ausführliche Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions) in der „Kriminalakte“:

https://kriminalakte.wordpress.de/2007/06/12/zehn-autoren-ein-buch-tausend-seiten/


Fluchtpunkt Marseille

August 26, 2007

The Marseille Contract, Marseille Contrat, GB/F 1974, R.: Robert Parrish

Drehbuch: Judd Bernard

Aus dem Plot hätte man eine Saga über Freundschaft, Vertrauen und Verrat machen können. Rauschgiftfahnder Steve Ventura (Quinn) kommt bei seiner Jagd nach dem Drogenhändler Jacques Brizard (Mason) nicht weiter. Also engagiert er einen Killer. Dieser ist sein alter Freund und Ex-Kollege John Deray (Caine). Deray übernimmt den Auftrag. Er schleicht sich bei Brizard ein.

Aber das Ganze ist ein lieblos heruntergekurbelter Langweiler, bei dem auch die vielen Stars nichts retten können. Nur Michael Caine als Profikiller zieht sich achtbar aus der Affäre. Hübsch anzusehen ist auch die erste Kontaktaufnahme von Caine mit der Freundin des Drogenhändlers. Die beiden liefern sich in ihren Sportwagen auf den einsamen Landstraßen Südfrankreichs eine lange Verfolgungsjagd. John Woo kopierte diese umweltschädigende Art der Kontaktaufnahme im ebenfalls schrottigen „Mission: Impossible II“.

Die Musik von Roy Budd ist okay.

Mit Michael Caine, Anthony Quinn, James Mason, Marcel Bozzufi, Maurice Ronet, Catherine Rouvel, Alexandra Stewart


TV-Tipp für den 26. August

August 26, 2007

3sat, 23.45

Wie Raubkatzen (F 1963, R.: René Clement)

Drehbuch: René Clement, Pascal Jardin, Charles Williams

LV: Day Keene: Joy House, 1954 (Die goldene Falle)

Ein Playboy (Delon) taucht auf der Flucht vor Gangstern in der Villa von zwei reichen Amerikanerinnen unter. Diese haben ein mörderisches Geheimnis und keine Skrupel.

Spannender Thriller mit Alain Delon, Jane Fonda, Lola Albright


TV-Tipp für den 25. August

August 24, 2007

Kabel 1, 00.40

Watch the Skies! – Sie kommen, um uns zu vernichten (USA 2005, R.: Richard Schickel)

Drehbuch: Richard Schickel

Einstündige Doku über die amerikanischen Science-Fiction-Filme der Fünfziger und wie sie einige Hollywood-Regisseure beeinflussten.

Mit Steven Spielberg, George Lucas, Ridley Scott, James Cameron


Straßen in Flammen

August 23, 2007

Streets of Fire, USA 1984, R.: Walter Hill

Drehbuch: Walter Hill, Larry Gross

Die Story ist ein luftiges Nichts: Gang-Boss Raven Shaddock entführt während eines Konzertes die Sängerin Ellen Aim. Ihr Ex Tom Cody kommt zurück, rettet sie aus dem Club des Bösen, bringt sie zurück und trifft sich mit Raven zum abschließenden Kampf.

Aber die Story ist Walter Hill auch ziemlich egal. Ihm geht es in seiner Rockfantasie „Straßen in Flammen“ um die amerikanische Populärkultur: Rockmusik, Fünfziger-Jahre-Filme, Western, Actionfilme und Comics. Denn „Straßen in Flammen“ spielt in einer zeitlosen Gegenwelt, in der alles nach den Fünfzigern aussieht, die Waffen und die Musik aber aus den Achtzigern sind. Ähnlich zeitlos sind die „Spiderman“-Filme von Sam Raimi. In diesen Straßen einer nicht genannten Großstadt (Wer denkt bei den Brücken und Schluchten nicht an New York in einer seiner zahlreichen Inkarnationen?) wird noch einmal der Kampf zwischen Motorradgangs und Polizei inszeniert. Psychologisiert wird dabei nichts. Alles ist reine Oberfläche. Cody ist dabei natürlich der direkt aus einem Western entsprungene aus der Fremde kommende Heilsbringer. Als Ex-Soldat verdient er jetzt sein Geld als einsilbiger Söldner. Der Manager der Sängerin denkt nur an seine Investition. Die Frauen sind schmückendes Beiwerk. Der Bösewicht ist vor allem böse. Die Rocksongs wummern ordentlich. Ry Cooder füllt den Rest mit einem geschmackvollen Höllenritt durch die amerikanische Musikgeschichte. Andrew Laszlo fand die passenden, nach einer großen Leinwand schreienden Bilder. Die Szenenübergänge sind wie bei einem Comic gestaltet. Die Schauspieler präsentieren die Gaga-Dialoge, die direkt aus einem Comic stammen könnten, mit dem nötigen Ernst. Dabei sind die Nebendarsteller glaubwürdiger, als der blasse Cody-Darsteller Michael Paré. Ein besonders Highlight ist Amy Madigan als Codys Kampfgefährtin McCoy. Sie ist – als Frau – der härteste Kerl auf den Straßen dieser Rock-City und sie nimmt, obwohl sie ihre Rolle in den Dialogen eher kumpelhaft anlegt und kaum Action-Szenen hat (immerhin ist sie nur der Sidekick), einige der starken Frauen der vergangenen Jahre vorweg.

„Straßen in Flammen“ ist ein typischer 80er-Jahre Actionfilm, der bemerkenswert gut gealtert ist. Damals war er als überlanger Videoclip seiner Zeit weit voraus. Heute ist der Genrehybrid immer noch gut genießbar. Damals war Walter Hill einer der heißesten und besten Regisseure von intelligenten Actionfilmen. Heute liegt sein letzter guter Film auch schon über zehn Jahre zurück.

Mit Michael Paré, Diane Lane, Rick Moranis, Amy Madigan, Willem Dafoe, Deborah Van Valkenburgh, Richard Lawson, Rick Rossovich, Bill Paxton