TV-Tipp für den 1. August

August 1, 2007

R. i. P.: Ingmar Bergman, 14. Juli 1918 – 30. Juli 2007

ARD, 00.35

Fanny und Alexander (S/D/F 1982, R.: Ingmar Bergman)

Drehbuch: Ingmar Bergmann

Um die Jahrhundertwende spielendes, in der Kinofassung dreistündiges Drama (es gibt auch eine fünfstündige Fernsehfassung) über die Kindheit von Fanny und Alexander. Sie wachsen in einer wohlhabenden Familie auf, die ein Provinztheater besitzt.

„Ein Alterswerk, ein Meisterwerk.“ (Fischer Film Almanach 1984)

mit Kristina Adolphson, Pernilla Allwin, Kristian Almgren, Carl Billquist


TV-Tipp für den 31. Juli

Juli 30, 2007

Aus der Reihe „Wir sehen Filme, die die Welt nicht braucht“:

Arte, 00.10 (VPS 23.55)

Candy (USA/I 1968, R.: Christian Marquand)

Drehbuch: Buck Henry

LV: Terry Southern, Mason Hoffenberg: Candy, 1958

Alle Männer sind verrückt nach Candy.

Ein Desaster, aber mit vielen Stars und daher aus heutiger Sicht für die Freunde des schlechten Films durchaus mit gewissen Qualitäten ausgestattet. Außerdem scheint „Candy“ heute Nacht seine TV-Premiere zu erleben.

Stellvertretend für die vielen schlechten Kritiken hier eine neuere Meinung: „Als Film ist Candy eine einzige Katastrophe. Er ist monströs, vulgär, ohne jeden Humor, ohne Erotik. Er bestürmt das Publikum zwei Stunden lang mit einer formlosen Reihe von Episoden, unlogisch aneinandergereiht, in denen das junge Mädchen, das die Titelrolle spielt (Eva Aulin) von einer Reihe unheimlicher und wahnsinniger Männer verführt wird. (…) Um das wahnsinnige Bild abzurunden, gibt es noch eine Handvoll brutaler Polizisten, Lesbierinnen, karikierte Homosexuelle und laszive Zuschauer.“ (Tony Thomas: Marlon Brando und seine Filme)

Für die deutsche Kinoauswertung wurde der Film von 123 Minuten auf 101 Minuten gekürzt. Arte zeigt selbstverständlich die Originalfassung.

Mit Eva Aulin, Charles Aznavour, Marlon Brando, Richard Burton, James Coburn, John Huston, Walter Matthau, Ringo Starr, Anita Pallenberg

Auch bekannt als “Sexy-Ladies”

Wiederholung: Arte, Donnerstag, 9. August, 00.30 Uhr

Arte über „Candy“:

http://www.arte.tv/de/kunst-musik/summer-of-love/Die-Programme/1592464.html

Homepage über Terry Southern:

http://www.terrysouthern.com/


TV-Tipp für den 30. Juli

Juli 29, 2007

RBB, 23.00

Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (F/I/D 1974/1975, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Richard Neely: The damned innocents, 1971

Julie will mit ihrem Geliebten ihren Mann umbringen.

Chabrol ging es nicht um den Kriminalfall, sondern um die Stellung einer Frau in einer Männerwelt. „Als ich das Drehbuch schrieb, das sich von dem Roman in vielem unterscheidet, begann mich die Rolle der Frau in dieser Geschichte mehr und mehr zu interessieren. So entstand das Porträt einer sehr femininen Frau in einer Welt von Männern – ich eliminierte alle anderen Frauen aus der Handlung…Mein Thema erschien mir so noch offensichtlicher: ein Film über die Frau und die Männer. So konnte ich von der dem roman noir innewohnenden Misogynie zu einem Feminismus übergehen, der mir, halten Sie sich fest, teuer ist.“ (Claude Chabrol)

Mit Romy Schneider, Rod Steiger, Jean Rochefort, Hans-Christian Blech


TV-Tipp für den 29. Juli

Juli 29, 2007

Das Vierte, 17.50

Familiengrab (USA 1976, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

LV: Victor Canning: The rainbird pattern, 1972 (später “Family plot”)

Mrs. Rainbird verspricht dem Medium Blanche 10.000 Dollar, wenn sie ihren vor Jahrzehnten verstossenen Neffen findet. Dieser finanziert inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Entführungen und unterstellt Blanche und ihrem Freund George niedere Motive.

Was für ein Abgang: eine lockere Krimikomödie mit tiefschwarzem Humor.

Ernest Lehman: „Was Hitchcock wirklich an diesem Filmprojekt faszinierte, war die Idee von zwei getrennt ablaufenden unterschiedlichen Geschichten, die langsam zueinander finden und letztlich zu einer Geschichte werden. Ich ließ nicht locker, ihn darauf hinzuweisen, dass das Publikum nicht einen Film aufgrund seiner einzigartigen Struktur sehen will – es sei denn, Hitchcock plane, den Film als eine Art Dozent zu begleiten und ihn den Zuschauern zu erklären.“ – Mmh, da hat er Recht. „Family Plot“ (hübsch doppeldeutiger Titel) ist beim zweiten, dritten Sehen besser als beim Ersten. Und die Rückprojektionen sind schlecht wie immer.

Mit Karen Black, Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Ed Lauter, Cathleen Nesbitt


TV-Tipp für den 28. Juli

Juli 27, 2007

leonard-touch.jpg

Das Vierte, 16.10

Touch – Der Typ mit den magischen Händen (USA 1997, R.: Paul Schrader)

Drehbuch: Paul Schrader

LV: Elmore Leonard: Touch, 1987 (Blutsmale)

Seelsorger Juvenal kann Kranke heilen. Windige Geschäftemacher und religiöse Fanatiker wollen die übersinnlichen Kräfte Juvenals für ihre eigenen Interessen ausbeuten.

„Touch“ ist wahrscheinlich Leonards untypischstes Buch: eine Story über einen jungen Wunderheiler, der kein Scharlatan ist. Lange wusste kein Verleger, wie er „Touch“ auf den Mark bringen sollte. Erst zehn Jahre nachdem Leonard „Touch“ geschrieben hatte, wurde es veröffentlicht. 

Paul Schrader (u. a. Drehbuch zu „Taxi Driver“) hielt sich bei seiner Verfilmung eng an das Buch. Mit zahlreichen bekannten Schauspielern drehte er eine sehenswerte, unterhaltsame Satire auf den religiösen Wahn in den USA. Ein sträflich unterschätzter Film.

„Ein zutiefst humaner Film über Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen, der nicht als theologischer Diskurs, sondern als Reflex auf die Defizite der modernen Gesellschaft angelegt ist. Durch den unaufdringlichen Charme des Hauptdarstellers und eine Inszenierung ohne aufgesetzte Dramatik ist ein feiner kleiner Film entstanden, der seinem großen Thema auf unprätentiöse Art und Weise gerecht wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

Von Elmore Leonards Homepage: „“Touch“ had the Elmore Leonard sound as Schrader pretty much “shot the book.” The resulting film was somewhat subdued and low-key, but the film, like the book, takes a whimsical, black-comedy look at the exploitation of faith. The film had a tiny theatrical release and was overlooked by other Elmore Leonard films that came out the same year. The strong cast and Schrader’s feel for Elmore’s material make „Touch“ worth seeing.“

Auch in den deutschen Kinos lief die Groteske nur in wenigen Häusern und wird im Fernsehen selten und dann bevorzugt zu Videorekorderfreundlichen Zeiten gezeigt.

Mit Bridget Fonda, Christopher Walken, Skeet Ulrich, Tom Arnold, Gina Gershon, Lolita Davidovich, Paul Mazursky

 

Wiederholung: Das Vierte, Sonntag, 29. Juli, 14.15 Uhr

 

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/    

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html    

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html

 


TV-Tipp für den 27. Juli

Juli 27, 2007

R. i. P.: Ulrich Mühe, 20. Juni 1953 – 22. Juli 2007

ZDF, 20.15

Der letzte Zeuge: Die sich nach Liebe sehnen (D 2003, R.: Bernhard Stephan, Buch: Gregor Edelmann)

ZDF, 21.00

Der letzte Zeuge: Das weiße Rauschen (D 2003, R.: Bernhard Stephan, Buch: Gregor Edelmann)

Anlässlich des Todes von Ulrich Mühe zeigt das ZDF zwei Folgen der Krimiserie „Der letzte Zeuge“. Mühe war als Dr. Robert Kolmaar der Hauptdarsteller der erfolgreichen Gerichtsmediziner-Serie. Sein letzter großer Erfolg war „Das Leben der anderen“.

Arte zeigt, immer im Doppelpack, die ersten Folgen von „Der letzte Zeuge“: Montag ab 20.40 Uhr und als Wiederholung nach Mitternacht in der Samstagnacht.

Link zum ZDF:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,2018063,00.html

Link zu Arte:

http://www.arte.tv/de/film/Der-letzte-Zeuge/1573634.html


TV-Tipp für den 26. Juli

Juli 26, 2007

Filmhistorisch ist „Firefox“ kein wichtiger Film. Aber er war einer meiner ersten Eastwood-Filme (vielleicht sogar der erste), einer der ersten Filme, die ich im Kino sah (Wow, war ich beeindruckt. Aber damals fand ich auch „Das Imperium schlägt zurück“ supertoll.) und der Beginn einer jahrelangen Lesefreundschaft zu Craig Thomas. Von Eastwood sehe ich mir immer noch jeden Film an. Von Thomas lese ich schon lange nichts mehr.

Deshalb geht’s heute zurück in den Kalten Krieg:

Vox, 22.15

Firefox (USA 1982, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Alex Lasker, Wendell Wellman

LV: Craig Thomas: Firefox, 1977 (Firefox)

So sind die Amis. Da erfinden die Russen ein superschnelles Flugzeug (sechsfache Schallgeschwindigkeit, unsichtbar auf dem Radar, Steuerung durch Gedanken) und die Amis schicken einen von seinen Vietnam-Erfahrungen traumatisierten Piloten (er ist trotzdem der Beste) hinter den Eisernen Vorhang. Sein Auftrag: den Flieger zu klauen.

Einer dieser Agententhriller, die unterhaltsamen Unfug erzählen.

Der Brite Craig Thomas schrieb mit „Firefox“ einen der ersten Techno-Thriller. Bei ihm haben natürlich die Briten eine wichtige Rolle bei dem Diebstahl des Supervogels. Für den Film wurde es dann zu einer rein amerikanischen Angelegenheit. Thomas veröffentlichte 1983 unter dem Eindruck des erfolgreichen Films die Fortsetzung von „Firefox“: „Firefox Down“ schließt unmittelbar an „Firefox“ an und ist eine spannende, keineswegs tiefgründige Lektüre. Jedenfalls hatte ich das Buch als Teenager innerhalb weniger Tage gelesen (auf Englisch, weil ich nicht auf die Übersetzung warten wollte).

Mit Clint Eastwood, David Huffman, Ronald Lacey, Klaus Löwitsch, Nigel Hawthorne

Wiederholung um 02.35 Uhr


TV-Tipp für den 25. Juli

Juli 24, 2007

NDR, 23.45

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel

 


TV-Tipp für den 24. Juli

Juli 23, 2007

Das Vierte, 20.15

Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag (GB 1985, R.: John Frankenheimer)

Drehbuch: George Axelrod, Edward Anhalt, John Hopkins

LV: Robert Ludlum: The Holcroft Covenant, 1978 (Der Holcroft Vertrag)

US-Architekt Noel Holcroft erbt von seinem Vater ein Vermögen. Es wurde im zweiten Weltkrieg von Nazis beiseitigeschaft. Angeblich um Opfer des Nationalsozialismus zu finden; in Wirklichkeit um Terroristen zu finanzieren. Holcroft ist davon nicht begeistert. 

Trotz der Besetzung und der bekannten Romanvorlage kennt kaum jemand diese Verfilmung. Das sagt doch eigentlich genug über die Qualität des Films aus.

Frankenheimer sprang in letzter Minute ein. Michael Caine ebenso. Ludlum, so Frankenheimer, war mit der Verfilmung sehr zufrieden. Doch dann gab es nach der Fertigstellung zwischen EMI und Universal Probleme über die Rechte und Universal weigerte sich, den Film entsprechend zu bewerben. In Deutschland erlebte „Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag“ seine Premiere 1986 auf Video. Damals war Videopremiere noch das Synonym für ‚Schrott’.

Hat „Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag“ vielleicht doch unentdeckte Qualitäten? Hm, Caine „found himself working from a tedious, clumsy novel by Robert Ludlum, which three good screenwriters, Axelrod, Anhalt, Hopkins, could do little to improve.

The resulting film, concerning Nazis old and new, weaves a tangled tale of conspiracy and deceit straining credulity to breaking point. That this confused narrative does not break into pieces is due entirely to Frankenheimer’s skill in holding it together and keeping it moving with stylish, lively settings, dramatic camerawork by Gerry Fisher, and a first rate group of actors led by the energetic and compelling Caine, who actually seem to believe in what they are doing.” (Gerald Pratley: The films of Frankenheimer)

Fazit: „Von dem Gespann Frankenheimer/Caine wäre mehr zu erwarten gewesen.“ (Fischer Film Almanach 1987)

Wenige Jahre vorher scheiterte Sam Peckinpah an einem Ludlum-Buch.

Mit Michael Caine, Anthony Andrews, Lilli Palmer, Mario Adorf, Michael Lonsdale

Homepage von Robert Ludlum: http://www.ludlumbooks.com/  

 


TV-Tipp für den 23. Juli

Juli 23, 2007

ZDF, 22.15

Wild Things (USA 1998, R.: John McNaughton)

Drehbuch: Stephen Peters

Ein beliebter Sportlehrer in einem Nobelort in Florida weist die sexuellen Avancen einer reichen Schülerin zurück. Danach behauptet sie, er habe sie vergewaltigt. Die Polizei glaubt ihr nicht, bis eine zweite Schülerin den gleichen Vorwurf erhebt.

Und das ist nur eine der ersten überraschenden Wendungen in diesem kleinen Thriller, bei dem die Stars lustvoll ihr Image ausfüllen, gegen es anspielen und sich (und uns) letztendlich fast ständig belügen. Denn in „Wild Things“ ist, unter der Sonne Floridas, nichts so wie es scheint. Eine schöne „Sommernachtsfantasie“.

Mit Kevin Bacon, Matt Dillon, Neve Campbell, Theresa Russell, Denise Richards, Robert Wagner, Bill Murray

Wiederholung: ZDF, Dienstag, 24. Juli, 00.35 Uhr

 


TV-Tipp für den 22. Juli

Juli 21, 2007

3sat, 23.45

Du lebst noch 105 Minuten (USA 1948, R.: Anatole Litvak)

Drehbuch: Lucille Fletcher (nach ihrem Hörspiel)

Die vermögende, bettlägerige Leona Stevenson hört zufällig ein Telefongespräch mit, in dem ein Mord verabredet wird. Sie versucht den Mord zu verhindern. Dabei ahnt sie nicht, dass sie das Opfer ist.

Spannender Noir-Thriller, der gerade wegen seiner genial einfachen Grundidee auch fast sechzig Jahre nach der Premiere beim wiederholten Sehen immer wieder spannend ist.

Das Drehbuch war 1949 für den Edgar als bestes Drehbuch nominiert.

Mit Barbara Stanwyck, Burt Lancaster, Wendell Corey, Ed Begley


TV-Tipp für den 21. Juli

Juli 20, 2007

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Das Vierte, 22.05

Carlito’s Way (USA 1993, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: David Koepp

LV: Edwin Torres: Carlito’s Way, 1975 und After Hours, 1979 (auf Deutsch zum Filmstart als Doppelband „Carlito’s Way“ bei Heyne erschienen)

Drogenhändler Carlito Brigante wird vorzeitig aus der Haft entlassen und will fortan ehrlich bleiben. Aber er hat nicht mit den Umständen und seinem Anwalt gerechnet.

Machen wir es kurz: De Palmas Period-Picture der Siebziger ist ein grandioser Gangsterfilm

Mit Al Pacino, Sean Penn, Penelope Ann Miller, Luis Guzman, Viggo Mortensen

Davor gibt es ab 20.15 Uhr “AFI Life Achievement Award: A Tribute to Al Pacino”. Die Gala des American Film Institute, in der Al Pacino für sein Lebenswerk geehrt wurde, war am 7. Juni in Los Angeles.


TV-Tipp für den 20. Juli

Juli 19, 2007

Das Vierte, 22.20

Bad Company (USA 1995, R.: Damian Harris)

Drehbuch: Ross Thomas

Ex-Geheimagent Nelson Crowe heuert bei dem privaten Dienstleister “Grimes” an. „Grimes“ benutzt die während des Kalten Krieges erworbenen Fähigkeiten der Geheimagenten für neue Ziele. Schnell wird Crowe in ein nicht nur für ihn verwirrendes Spiel um Erpressung und Mord verwickelt.

Wäre wahrscheinlich als Roman besser gewesen.

Mit Laurence Fishburne, Ellen Barkin, Frnak Langella

Hinweise:

Meine Besprechung von „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978) von Ross Thomas

Meine Besprechung von „Gottes vergessene Stadt“ (The Fourth Durango, 1989) von Ross Thomas

Alexander Verlag: Der deutsche Verlag von Ross Thomas


TV-Tipp für den 19. Juli

Juli 19, 2007

3sat, 23.20

Die seltsame Liebe der Martha Ivers (USA 1946, R.: Lewis Milestone)

Drehbuch: Robert Rossen, Robert Riskin (ungenannt)

LV: John Patrick (als Jack Patrick): Love Lies Bleeding (Kurzgeschichte)

Martha Ivers ist die Herrin der Stadt. Nach zwanzig Jahren taucht ihr Jugendfreund Sam wieder auf und mit ihm ihre unrühmliche Vergangenheit.

Anscheinend wurde „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ nach der deutschen Erstaufführung 1989 nicht mehr im TV gezeigt. Warum nur, wenn jeder drittklassige Krimi fast im Wochentakt läuft? Denn „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ scheint ein gelungener Noir zu sein. Jedenfalls sagt das Lexikon des internationalen Films: „Ein düsterer, fatalistischer „film noir“, der gegenseitige Abhängigkeiten und psychische Ausweglosigkeit anspricht und inszenatorisch ein morbides Klima von beklemmender Intensität schafft. Schauspielerisch perfekt.“

Mit diesem Film begann die Filmkarriere von Kirk Douglas.

Mit Barbary Stanwyck, Van Heflin, Kirk Douglas


TV-Tipp für den 18. Juli

Juli 17, 2007

WDR, 00.15

Die Freunde der Freunde (D 2002, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

LV: Henry James

Die Freuden, Zweifel und Irrwege der ersten Liebe – wundervoll stimmig inszeniert von Dominik Graf. Der Film erhielt den TV Movie Award und den Grimme Preis.

„Diese Verbindung einer Liebesgeschichte voller Sehnsucht, Romantik und Unerreichbarkeit mit einer glasklaren Gespenstergeschichte fasziniert mich. (…) Das Übersinnliche spielt sich bei [James] unter der Oberfläche ab, im zwischenmenschlichen Bereich, der unausgesprochen bleibt. Dies mit Bildern und Assoziationen zu füllen ist überaus spannend.“ (Dominik Graf, Katalog Filmfest München)

Mit Sabine Timoteo, Matthias Schweighöfer, Florian Stetter, Jessica Schwarz

Jump-Cut-Besprechung:

http://jump-cut.de/filmkritik-diefreundederfreunde.html


TV-Tipp für den 17. Juni

Juli 17, 2007

ARD, 22.45

Im Schatten der Blutrache (D 2007, R.: Jana Matthes, Andrea Schramm)

Spielfilmlange Doku über eine Blutrache in Deutschland unter zwei kurdischen Familien. Alles beginnt damit, dass die mehrfache Mutter Gülnaz ihren gewalttätigen Ehemann nach 22 Ehejahren verlässt. Sie will die Scheidung. Er will seine Ehre wiederherstellen.

„Im Schatten der Blutrache“ gibt „bedrückende Einblicke in Lebensrealitäten mitten in Deutschland (…) Über zwei Jahre haben die Autorinnen die Familie von Gülnaz in langen Einstellungen mit der Kamera begleitet und die Blutfehde unter zwei kurdischen Familien protokolliert. Entstanden ist das Porträt einer Welt, die archaische  Werte reproduziert und Abweichungen gnadenlos bestraft.“ (Rainer Braun: Tödliches Ehrgefühl in Berliner Zeitung, 17. Juni 2007)

Pressemappe zum Film


TV-Tipp für den 16. Juli

Juli 16, 2007

Tele 5, 22.00

Heißer Verdacht: Aktion Soko – Teil 1 (GB 1993, R.: David Drury)

Drehbuch: Lynda La Plante

Im Apartment eines Transvestiten wird die Leiche eines Callboys gefunden. Jane Tennison ermittelt.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

Wie die vorherigen „Heißer Verdacht“-Krimis wurde auch die dritte Doppelfolge für zahlreiche wichtige Preise nominiert und erhielt etliche. Lynda La Plantes wurde Drehbuch für den Edgar Allan Poe Preis und den Emmy nominiert.

Tele 5 zeigt montags die in den Neunzigern gedrehten „Heißer Verdacht“-Filme.

Mit Helen Mirren, Peter Capaldi, David Thewlis, Tom Bell

Wiederholung um 01.55 Uhr

Teil 2 am Montag, den 23. Juli 2007, um 22.05 Uhr (Wiederholung um 02.00 Uhr)

Homepage von Lynda La Plante:

http://www.laplanteproductions.com/


TV-Tipp für den 15. Juli

Juli 14, 2007

3sat, 00.20

Westworld (USA 1973, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

Delos hat das ultimative Walt-Disney-Paradies für Erwachsene geschaffen. Bis in der Wild-West-Abteilung des Vergnügungsparks ein Roboter durchknallt und Gäste erschießt.

„Westworld“, Michael Chrichtons holperiges Kino-Debüt mit dem charismatischen Yul Brynner (Sind da etwa noch andere Schauspieler im Film?), ist eine etwas eindimensionale Anklage gegen die Vergnügungssucht der Reichen. Denn was kann es besseres geben, als einen anderen Menschen umzubringen? Auch wenn dieser andere Mensch nur ein Roboter ist. Doch neben der gesellschaftskritischen Komponente und dem aufklärerischen Impuls über die Gefahren der Technik gibt es – auch das kennen wir von den vielen späteren Crichton-Werken – letztendlich eine ganze Menge Action.

Der Erfolg des Hybriden aus Western und S-F-Film führte drei Jahre später zur Forstsetzung „Futureworld – Das Land von übermorgen“ (USA 1976, R.: Richard T. Heffron) und 1980 zur kurzlebigen Serie „Beyond Westworld“.  Crichton recyclete die Idee von „Westworld“ für „Jurassic Park“. Während in ersterem Yul Brynner in seinem „Die glorreichen Sieben“-Outfit die Besucher niedermetzelte, zerstörten in letzterem Dinos den Vergnügungspark.

Mit Yul Brynner, Richard Benjamin,   James Brolin, Dick Van Patten

Homepage von Michael Crichton:

http://www.michaelcrichton.net/


TV-Tipp für den 14. Juli

Juli 14, 2007

ZDF, 20.15

Wilsberg: Todesengel (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Jürgen Kehrer

LV: Jürgen Kehrer: Wilsberg isst vietnamesisch, 2001

Ermordet die gewissenhafte Frau Kentrup Rentner? Wilsberg ermittelt, während Freund Manni den Bau einer Seniorenresidenz überwacht und Kommissarin Springer am liebsten eine ruhige Kugel schieben möchte.

Witzig-ironischer Wilsberg-Krimi mit etlichen gelungenen Szenen und einer nicht sonderlich überraschenden Auflösung.

Störend ist das hölzerne Spiel von Caroline Peters (sie spielt Wilsbergs Auftraggeberin Susanne Diepenbrock).

Vollkommen unverständlich ist, weshalb „Wilsberg isst vietnamesisch“ im Abspann als Vorlage genannt wird. Denn die Story des Buches hat nichts mit dem Film zu tun und auch der Titel des Romans keinen Bezug zum Film.

„Todesengel“ ist der letzte Wilsberg-Krimi mit Heinrich Schafmeister als Manni. Sein Nachfolger ist Oliver Korittke. Er spielt einen Steuerprüfer.

Dieser Wilsberg knüpft nahtlos an den äußerst gelungenen vorherigen, etwas besseren Wilsberg  „Schuld und Sühne“ an.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Rita Russek, Helmut Zierl, Bela B. Felsenheimer

 

 Hinweis:

Am Montag, den 23. Juli, zeigt der NDR um 21.00 den von Buddy Giovinazzo inszenierten, mit hübschen Landschaftaufnahmen garnierten, zähen Borowski-Tatort „Das Ende des Schweigens“.

Homepage von Jürgen Kehrer

Besprechung von „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Tipp für den 13. Juli

Juli 13, 2007

Vox, 03.40

Lady Snowblood (J 1973, R.: Toshiya Fujita)

Drehbuch: Kazuo Koike, Kazuo Uemura

Japan, während der Meiji-Dynastie (um 1870): Yukis Vater wird ermordet, ihre Mutter vergewaltigt und Yuki kommt in einem Gefängnis zur Welt. In ihrer Jugend wird sie zu einer Killerin ausgebildet. Als junge Erwachsene rächt sie ihre Eltern. Dabei ist sie nicht zimperlich.

Der eiskalte, formvollendete Rachethriller erlebte seine Deutschland-Premiere erst 2005. Zu diesem Zeitpunkt war „Lady Snowblood“ bereits ein Klassiker des Rachefilm-Genres. Für Filmfanatiker Quentin Tarantino waren Handlung und Struktur von „Lady Snowblood“ eine wichtige Inspiration für sein zweiteiliges Racheepos „Kill Bill“.

Mit Meiko Kaji

Besprechung bei AsianCineWeb:

http://www.asiancineweb.de/reviews/lady_snowblood.html

Rapid Eye Movies zur DVD:

http://www.rapideyemovies.de/movies/lady-snowblood/index.php