TV-Tipp für den 12. Juli

Juli 12, 2007

Damals ein an der Kasse erfolgreicher Skandalfilm. Heute ein Langweiler? Nach 130 Minuten wissen wir es.

Arte, 20.40

Das große Fressen (F/I 1973, R.: Marco Ferreri)

Drehbuch: Marco Ferreri, Rafael Azcona, Francis Blanche (Dialoge)

Vier in der Midlife-Crisis steckende, zum Bürgertum gehörende Männer treffen sich in einer Villa. Sie wollen dort ihren Trieben, nämlich Sex und Essen, bis zum Tod nachgehen.

Arte meint „eine groteske schwarze Komödie“. Im „Großen Filmlexikon“ von TV Spielfilm steht „zügellose schwarze Satire“. Nur das „Lexikon des internationalen Films“ ist nicht amüsiert: „Die Allegorie auf eine nur am Konsum orientierten Gesellschaft geht in der vordergründigen Inszenierung unter.“

„Das große Fressen“ ist der Start einer vierteiligen Hommage an Philippe Noiret. Arte, wir danken!

Mit Philippe Noiret, Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Andrea Ferréol

Wiederholung: Montag, 23. Juli, 00.35 Uhr

Weitere Informationen: http://www.arte.tv/de/Philippe-NOIRET/1619136.html


TV-Tipp für den 11. Juli

Juli 10, 2007

ARD, 22.45

Die Hardliner des Herrn – Christlicher Fundamentalismus in Deutschland (D 2007, R.: Tilman Jens)

45-minütige Doku über den zunehmenden Einfluss von christlichen, hauptsächlich evangelikalen, Fundamentalisten in Deutschland.

Ein Beispiel dafür ist der vor wenigen Tagen von der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU) wieder einmal gemachte Vorschlag, die Schöpfungsgeschichte in den Biologieunterricht aufzunehmen. Die frühere Religionslehrerin findet, es gäbe erstaunliche Übereinstimmungen zwischen der Evolutionslehre und der biblischen Schöpfungsgeschichte. (Was soll man zu so einem unwissenschaftlichen Unfug sagen? Wahrscheinlich hat die Dame die Vorlesungen zur Wissenschaftsgeschichte und zum wissenschaftlichen Arbeiten geschwänzt.) 

Weitere Informationen:

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,x06wq3j3jo4lkc97~cm.asp

Wiederholung um 02.30 Uhr


TV-Tipp für den 10. Juli

Juli 9, 2007

ARD, 22.45

Tote schweigen nicht – Rechtsmediziner ermitteln (D 2007, R.: Ernst August Zurborn)

Premiere einer 75-minütigen Doku über die Jungs vom CSI. Zurborn beobachtet zwei Hamburger Rechtsmediziner bei ihrer Arbeit an fünf verschiedenen Fällen. „Ein naher, realistischer und spannender Blick auf den Beruf des Rechtsmediziners.“ (ARD-Pressetext)

Weitere Informationen:

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,m57hyncdpdh5unqf~cm.asp


TV-Tipp für den 9. Juli

Juli 8, 2007

Wenig los, heute, im sonnigen Osten, deshalb ein Trip in den verschneiten Westen, als Männer noch Männer waren:

Das Vierte, 23.30

Nevada-Pass (USA 1976, R.: Tom Gries)

Drehbuch: Alistair MacLean

LV: Alistair MacLean: Breakheart pass, 1974 (Nevada-Pass)

1873 im Winter: Undercover-Agent Deakon muß während einer Zugfährt ein Komplott aufklären.

Der Krimi spielt zwar im Wilden Westen, aber McLean verbrät seine üblichen Ideen nur vor einer anderen Kulisse (Undercover-Agenten, große Verbrechen, Doppelspiele, Frauen – halt das, was wir auch von seinen Kriegs- und Agententhrillern kennen). Trotzdem ganz unterhaltsam. 

Mit Charles Bronson, Jill Ireland, Ben Johnson, Charles Durning, Richard Crenna

Krimi-Autor Bill Crider schrieb im January Magazine über Detektive im Westen und dieses Buch: „There was a time when Scottish novelist MacLean was the premier thriller writer on both sides of the Atlantic. (Ask anyone who’s read some his early books, if you don’t believe that. Better still, read one yourself.) His forte was putting extremely competent heroes into situations that required physical strength, endurance and intelligence, and his plots were often quite complex mysteries. He was a little past his prime when he wrote Breakheart Pass, about an accused killer who’s taken on board a train loaded with medical supplies, relief troops and more than its fair share of troublemakers. Still, the book is a lot of fun, with one surprise after another (you never know just who’s on the side of the ungodly and who’s not in a MacLean novel), and enough action for two or three volumes. It rips along right until the breathless conclusion, and even the one embarrassing technical glitch probably won’t bother anyone too much.“ (Bill Crider: Sleuths in Spurs – in January Magazine)

 

Kirjasto über Alistair MacLean: http://www.kirjasto.sci.fi/maclean.htm

Langer englischer Wikipedia-Eintrag: http://en.wikipedia.org/wiki/Alistair_MacLean

 

Krimi-Couch über Alistair MacLean: http://www.krimi-couch.de/krimis/alistair-maclean.html

Deutsche Alistair MacLean-Fanpage: http://www.alistairmaclean.de/index.html


TV-Tipp für den 8. Juli

Juli 8, 2007

Pro 7, 20.15

Der Manchurian Kandidat (USA 2004, R.: Jonathan Demme)

Drehbuch: Daniel Pyne, Dean Georgaris

LV: Richard Condon: The Manchurian Candidate, 1959 (Botschafter der Angst, Der Manchurian Kandidat)

Der weltumspannende Konzern “Manchurian Global” hat einer Golfkrieg-I-Einheit falsche Erinnerungen implantiert. So wollen sie den vielversprechenden Politiker Raymond Shaw ins Weiße Haus bringen. Doch Shaws ehemaliger Vorgesetzter Ben Marco zweifelt an seinen Erinnerungen und will die Wahrheit herausfinden.

Gut besetztes Remake des Kalter Krieg-Klassikers „Botschafter der Angst“. Etliche der Nebendarsteller sind aus anderen Zusammenhängen oder aus verschiedenen hochkarätigen TV-Serien und Filmen bekannt. Der Film selbst ist gut – obwohl für mich die Prämisse heute schlecher funtioniert als vor über vierzig Jahren, als Frank Sinatra die Rolle von Denzel Washington spielte. Davon abgesehen gibt es zahlreiche grandiose Szenen (ich sage nur Meryl Streep), eine beeindruckende Vision des zu viels an Informationen, überraschende Verknüpfungen von Szenen und eine träumerische Stimmung. Fast immer könnte es sein, dass Ben Marco aus einem Alptraum aufwacht.

Insgesamt ist der Polit-Thriller „Der Manchurian Kandidat“ ein gelungenes, eigenständiges Remake, das besonders beim porträtieren der Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft ein gespenstisches Bild der USA entwirft.

Mit Denzel Washington, Meryl Streep, Liev Schreiber, Jon Voight, Kimberly Elise, Jeffrey Wright, Bruno Ganz, Vera Farmiga, Robyn Hitchcock (eigentlich Musiker), Al Franken (als TV-Interviewer fast als er selbst), Paul Lazar, Roger Corman, Zeljko Ivanek, Walter Mosley (eigentlich Krimiautor), Charles Napier, Jude Ciccolella, Dean Stockwell, Ted Levine, Miguel Ferrer, Sidney Lumet

Wiederholung um 01.50 Uhr

Drehbuch „The Manchurian Candidate“ von Dean Georgaris


TV-Tipp für den 7. Juli

Juli 7, 2007

ZDF, 20.15

Wilsberg: Schuld und Sühne (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Ulli Stephan

LV: Figur von Jürgen Kehrer

Hat Matthias, Ehemann von Wilsbergs Jugendliebe Katharina, die Edelhure Lilly umgebracht? Wilsberg sucht den Täter.

Inzwischen verdient der us-amerikanische Regisseur und Krimiautor Buddy Giovinazzo seine Brötchen mit deutschen Serien und inszenierte für den Tatort („Dreimal schwarzer Kater“ mit den Münsteranern Thiel und Börne) und Polizeiruf 110 („Tiefe Wunden“ mit den Münchnern Tauber und Obermaier) gute Folgen. Auch für den doch eher betulichen Wilsberg drehte er zwei sehr gute Episoden. „Schuld und Sühne“, die erste und bessere, ist ein Krimidrama über Schuld, Sühne und die eigene Vergangenheit.

Giovinazzos neuester Film „Life is Hot in Cracktown”, eine Verfilmung seiner Kurzgeschichtensammlung “Cracktown” mit Lara Flyn Boyle und RZA, befindet sich inzwischen in der Postproduktion. Die Verfilmung seines Krimis „Potsdamer Platz“ von den Scott-Brüdern ist dagegen wahrscheinlich auf Eis gelegt worden.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Ina Paule Klink, Rita Russek

 

Homepage von Jürgen Kehrer

Besprechung von „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 6, 2007

Bei den Alligatorpapieren sind meine bunt bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps für die kommenden beiden Wochen online.

Vor dem Klick gibt’s hier die ersten Zeilen:

Hallo liebe Krimifreunde,
in den kommenden beiden Wochen werden die beiden von Buddy Giovinazzo inszenierten Wilfsberg-Filme „Schuld und Sühne“ und „Todesengel“ wiederholt. Außerdem empfehlenswert sind Charles Laughtons Davis Grubb-Verfilmung „Die Nacht des Jägers“, Jonathan Demmes Richard Condon-Verfilmung „Der Manchurian Kandidat“, das auf der Biographie von Joseph Pistone beruhende Mafiadrama „Donnie Brasco“, Philip Noyces Graham Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Wolfgang Murnbergers Wolf Haas-Verfilmung „Komm, süßer Tod“ (die Austro-Version eines Action-Thrillers), Bertrand Taverniers Georges Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“ und die weiteren Abenteuer von Jane Tennison in der von Lynda La Plante erfundenen Serie „Heißer Verdacht“.
Gespannt bin ich auf die Brian Moore-Verfilmung „Am Ende einer Flucht – The Statement“ (verschwand viel zu schnell aus dem Kino) und den sehr selten gezeigten Noir „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“. Der Noir ist gleichzeitig das Filmdebüt von Kirk Douglas. Die beiden Nesser-Verfilmungen „Das vierte Opfer“ und „Münsters Fall“ dürften dagegen für meinen Geschmack zu betulich sein.
Kabel 1 beginnt mit seinem alljährlichen Edgar Wallace-Festival. Immer samstags im Doppelpack.
 


TV-Tipp für den 6. Juli

Juli 6, 2007

Vor über zwanzig Jahren las ich den von Curt Siodmak geschriebenen S-F-Roman „Donovans Gehirn“ und war begeistert. Deshalb muss ich heute – was bei dem kärglichen Programm auch einfach ist – dieses selten gezeigte B-Picture empfehlen:

WDR, 00.25

Donovans Hirn (USA 1953, R.: Felix Feist)

Drehbuch: Felix Feist, Hugh Brooke (Adaption)

LV: Curt Siodmak: Donovan’s Brain, 1942 (Der Zauberlehrling, Donovans Hirn)

Der Hirnforscher Patrick Cory findet nach einem Flugzeugabsturz das noch aktive Gehirn des skrupellosen Unternehmers Donovan. Cory erhält es am Leben. Das Gehirn beeinflusst den Arzt immer mehr.

Der unbekanntere Bruder des Regisseurs Robert Siodmak wurde 1902 in Dresden geboren. Seinen ersten Erfolg hatte er mit dem später erfolgreich verfilmten Roman „F. P. 1 antwortet nicht mehr“. 1937 wanderte Curt Siodmak in die USA aus. Dort schrieb er erfolgreich Romane und Drehbücher und führte auch Regie. „Donovan’s Brain“ war sein erster, dreimal verfilmter Welterfolg. Er starb am 2. September 2000.

Die beste Filmfassung von Siodmaks Roman meint „Die Science Fiction Filmenzyklopädie“ über diese Mad-Scientist-Geschichte. Aber trotzdem kein guter Film, wie David Pringle in dem ebenfalls zuverlässigen „Das ultimative Science Fiction Lexikon“ meint: „Der Film ist Quatsch, noch dazu langweiliger Quatsch. Erschreckenderweise sind die beiden anderen Versionen noch schlechter. Noch erschreckender ist allerdings der Anblick von Nancy Davis, spätere Mrs. Reagan, die schrecklich betroffen darüber ist, dass ein reicher Mensch wie Donovan so geizig sein kann, auf Kosten der Armen weniger Steuern zu zahlen.“

Mit Lew Ayres, Gene Evans, Nancy Davis

 


TV-Tipp für den 5. Juli

Juli 4, 2007

WDR, 23.20

Schau mir in die Augen, Kleiner (D/F/Nl 2007, R.: André Schäfer)

André Schäfer zeichnet mit zahlreichen Filmausschnitten und Statements den Weg der schwul-lesbischen Filmkultur vom Underground in den Mainstream nach. Also von „Pink Flamingos“ zu „Brokeback Mountain“.

Zu Wort kommen unter anderem John Waters, Gus Van Sant, Rosa von Praunheim und Stephen Frears.

Arte über die Doku: http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=696185,day=7,week=7,year=2007.html


TV-Tipp für den 4. Juli

Juli 3, 2007

Erinnern Sie sich noch daran? Die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Kulturauftrag. Und sie kommen ihm auch nach. Zum Beispiel indem dieser hochgelobte Zeichentrickfilm seine TV-Premiere kurz nach Mitternacht erlebt. Und nein, das ist jetzt kein Affront gegen das Publikum. Auch die Teen-Noir-Serie „Veronica Mars“ scheint im ZDF auf ihrem nachmitternächtlichen Sendeplatz erfolgreicher zu sein als am Samstagnachmittag.

Hier also der Tipp des Tages:

ARD, 00.35

Das große Rennen von Belleville (F/B/Can 2003, R.: Sylvain Chomet)

Drehbuch: Sylvain Chomet

Ein Tour-de-France-Radfahrer wird entführt. Seine Großmutter und ihr Hund jagen die Gangster.

Stellvertretend für die vielen positiven Kritiken: „Mit ungeheurem Detailreichtum und viel Liebe zu alten Comics und dem skurrilen Witz europäischer Komiker wie Jacques Tati ist Das große Rennen von Belleville eine wundervolle, sepiafarbene Hommage an selige untergegangene Kinozeiten, die zudem ohne Dialoge auskommt und allein auf die mitunter kantige Ausdruckskraft ihrer Figuren vertraut. Eine gelungene, sehenswerte und sehr europäische Alternative zum glatten und cleanen Animationskino aus den USA.“ (http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/522_das-grose-rennen-von-belleville.html )

Wenn Ihnen das zu spät ist, können Sie auf die nächste Ausstrahlung warten: 3sat, Donnerstag, 26. Juli 2007, 22.25 Uhr. Ist dann Teil der Reihe „Trickfilme für Erwachsene“ und das Heft dazu gibt es hier: http://pressetreff.3sat.de/Public/Trickfilme.pdf


TV-Tipp für den 3. Juli

Juli 2, 2007

Gestern „Die Träumer“, heute

 

HR, 00.05

Der letzte Tango in Paris (I/F 1972, R.: Bernardo Bertolucci)

Drehbuch: Bernardo Bertolucci, Franco Arcalli, Agnès Varda (zusätzliche Dialoge)

In einem leeren Pariser Apartment treffen sich ein älterer Amerikaner und eine junge Französin. Sie geben sich ihren sexuellen Trieben hin und öffnen dem anderen ihre Seele.

Damals war’s ein Skandalfilm, bei dem besonders die aus heutiger Sicht sehr harmlosen Sexszenen provozierten. Heute ist es ein immer noch in jeder Beziehung beeindruckender Film über sexuelle Obsessionen und existentielle Verzweiflung. Halt ein zeitloser Klassiker und einer der Brando-Filme, die man gesehen haben muss.

Michael Althen schlug in „Marlon Brando“ (Bertz Verlag, 2004) in seiner Besprechung von „Der letzte Tango in Paris“ die Brücke zu „Die Träumer“: „Zwei Menschen begeben sich in die camera obscura eines unmöblierten Pariser Appartements, um herauszufinden, ob es ein Leben jenseits von Geschichte und Geschichten geben kann, ob man alles abstreifen und sich neu erfinden kann. Und so wie dieser Film ein Schlag ins Gesicht jener Jahre war, ist es auch The Dreamers (Die Träumer, 2003), mit dem Bertolucci unlängst jene Jahre Revue passieren ließ. Die Wahrheit, von der diese Filme erzählen, ist aber, dass im Scheitern womöglich der ganze Zweck des Lebens liegt. Brando mag sich für den Einzigen gehalten haben, der in seiner Biographie gefangen ist – dabei ist er nur ein Mensch wie du und ich.“

Mit Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Massimo Girotti, Catherine Breillat


TV-Tipp für den 2. Juli

Juli 2, 2007

ZDF, 22.15

Die Träumer (GB/I/F 2002, R.: Bernardo Bertolucci)

Drehbuch: Gilbert Adair

LV: Gilbert Adair: The holy innocents – A Romance, 1988 (später überarbeitet zu „The Dreamers“ und dann auf Deutsch als „Träumer“ erschienen)

Paris, Frühling 1968: Die Cinémathèque Francaise wird geschlossen. Drei Studenten, Matthew und die Zwillinge Isabelle und Theo, ziehen sich in die riesige Wohnung der Zwillinge zurück und spielen anfangs Filme nach. Später wird es immer mehr zu einem Spiel sexueller Obsessionen.

Bertoluccis Liebeserklärung an das Kino und sein bester Film seit langem. Adair meinte, so sein Agent in einem Gespräch, Bertolucci habe in dem Film das gesagt, was er in seinem Roman habe sagen wollen. Ein schöneres Kompliment hat wahrscheinlich noch kein Regisseur gehört.

Mit Michael Pitt, Eva Green, Louis Garrel

Ein Artikel von Jenni Quilter über „The holy innocents“, die Verfilmung, das Buch „The Dreamers“ und Gilbert Adair: http://www.oxonianreview.org/issues/3-3/3-3-2.htm


TV-Tipp für den 1. Juli

Juni 30, 2007

Zum zehnten Todestag von Robert Mitchum kann es nur eine Empfehlung geben:

Tele 5, 22.10

Fahr zur Hölle, Liebling (USA 1975, R.: Dick Richards)

Drehbuch: David Zelag Goodman

LV: Raymond Chandler: Farewell, my lovely, 1940 (Lebewohl, mein Liebling/Betrogen und gesühnt/Lebwohl, mein Liebling)

Los Angeles, 1941: Der gerade freigelassene Bankräuber Moose Malloy engagiert Marlowe. Der Detektiv soll Malloys Freundin Velma finden. Ein nur scheinbar einfacher Fall.

Dritte, sehr originalgetreue und sehr gelungene Verfilmung des Chandler-Buches.

Mit Robert Mitchum, Charlotte Rampling, John Ireland, Harry Dean Stanton, Sylvester Stallone (in einer erträglich kurzen Rolle) und – in einer ganz kleinen, aber wichtigen Rolle – Jim Thompson (!)

Wiederholung um 03.40 Uhr

 

Am 6. August hat Robert Mitchum seinen 90. Geburtstag. Dann senden die Öffentlich-Rechtlichen hoffentlich einige Filme mit ihm. Mein spontanes Wunschprogramm, ohne die regelmäßigen Wiederholungen, wäre:

Dead Man, Yakuza, Die Freunde von Eddie Coyle (Wann lief der Film zuletzt im TV?), Ein Köder für die Bestie, Engelsgesicht, Goldenes Gift und eine Wiederholung der lange nicht gezeigten David Morrell-Verfilmung „Der Geheimbund der Rose“. Wurde dieser TV-Zweiteiler überhaupt jemals wiederholt?


TV-Tipp für den 30. Juni

Juni 30, 2007

Kult oder Kultur?

Hmhm.

Zur Auswahl stehen Werner Herzog und Pamela Anderson.

Ui.

BR zeigt einfach so ab 20.15 Uhr „Fitzcarraldo“ (D 1982), „Mein liebster Feind“ (D 1999) und „Invincible – Unbesiegbar“ (USA/GB/D/Irl. 2001). Der erste Film, in dem Klaus Kinski als Opernfan ein Schiff über einen Dschungelberg zerrt, ist bekannt. Der Zweite heißt neudeutsch „Making of“ und ist eine mit zahlreichen Ausschnitten von den Dreharbeiten zu den Herzog-Kinski-Filmen versehene Liebeserklärung von Herzog an seinen Star. Und dem Dritten hätte eine Portion Kinski sicher nicht geschadet. Aber der starb bereits 1991.

Das Vierte zelebriert ab 18.10 Uhr den Vierzigsten von Pamela Anderson. Es beginnt mit fünf Folgen “Baywatch”. „Ein mörderischer Wettkampf“, „Die Graffiti-Gang“, die Doppelfolge „Spuk im Hotel“ und „Filmteam am Strand“. Danach gibt’s “Playboy’s Babes of Baywatch”, “The Best of Pamela Anderson“, „The Ultimate Pamela Anderson“ und The Pamela Anderson Video Centrefold”.

Oha.

Ähem, Programm 23.


TV-Tipp für den 29. Juni

Juni 28, 2007

Sat.1, 03.25

Blond: Eva Blond! – Wie das Leben so spielt (D 2004, R.: Matthias Glasner)

Drehbuch: Sascha Arango

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Außerdem waren die Quoten für „Blond: Eva Blond!“ auch nie wirklich überzeugend. Einige Preise sicherten der abgedrehten Krimiserie ein längeres Leben bei dem Privatsender. Für Krimifans mit einem Hang zum Absurden, Makabren und Schwarzhumorigen waren die sechs „Blond: Eva Blond!“-Filme immer ein Festschmaus. Drehbuch, Regie, Schauspieler – hier stimmte einmal einfach alles.

Dabei klingt der Fall nach schlimmster Kolportage: Regierungsdirektor Bierbichler und Starkoch Schlenz sterben anscheinend eines natürlichen Todes. In ihren Mägen werden Reste einer Prostituierten gefunden. Die schusselige, blonde Kommissarin Eva Blond gerät an drei seltsame Witwen.

Das klingt jetzt nach 08/15-Krimi, aber die Mischung macht’s und die stimmt hier.

Mit Corinna Harfouch, Erdal Yildiz, Herbert Knaup, Sissi Perlinger, Merit Becker, Ulrike Krumbiegel, Frank Giering, Bülent Sharif

Die „Blond: Eva Blond!“-Filme:

Das Urteil spricht der Mörder (D 2002, R.: Jorgo Papavassiliou)

Das Buch der Beleidigungen (D 2002, R.: Urs Egger)

Der Zwerg im Schließfach (D 2004, R.: Hermine Huntgeburth)

Wie das Leben so spielt (D 2004, R.: Matthias Glasner)

Epsteins Erbe (D 2006, R.: Achim von Borries)

Der sechste Sinn (D 2006, R.: Matthias Glasner)

Sascha Arango schrieb alle sechs Drehbücher und beantwortet einige Fragen zu seiner „Blond: Eva Blond!“: http://presse.prosieben.de/db/6/doc/9/4/5/8/1.html


TV-Tipp für den 28. Juni

Juni 28, 2007

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ARD, 22.45

Catch me if you can (USA 2002, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: Jeff Nathanson

LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)

Spielberg erzählt die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)

Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner

Heute berät Frank Abagnale immer noch Banken und das FBI. Wie er über seine wilde Jugend denkt, erfahren Sie in diesem Spiegel-online-Artikel.


TV-Tipp für den 27. Juni

Juni 26, 2007

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Kabel 1, 22.25

Leben und Sterben in L. A. (USA 1985, R.: William Friedkin)

Drehbuch: William Friedkin, Gerald Petievich

LV: Gerald Petievich: To live and die in L. A., 1984 (Leben und Sterben in L. A.)

Zwei Polizisten jagen einen Geldfälscher. Dabei sind sie in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Nihilistischer Polizei- und Gangster-Thriller mit rasanten Action-Szenen.

Mit William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow, John Turturro, Dean Stockwell, Gerald Petievich (in einer Minirolle als „Special Agent“)

Homepage von Gerald Petievich: http://www.petievich.com/

Meinen mit vielen schönen Buchcovers, Filmplakaten und Fotos aufgepeppten Überblick über die verfilmten Kriminalromane gibt es in den TV-Krimi-Buch-Tipps. Außerdem informiert der Alligator täglich über krimirelevantes in der Web-Öffentlichkeit und ist damit immer einen Klick wert.

 


TV-Tipp für den 26. Juni

Juni 26, 2007

Das Vierte, 22.10

Repo Man (USA 1984, R.: Alex Cox)

Drehbuch: Alex Cox

LA-Vorstadt-Punk Otto hat null Bock auf eine geregelte Arbeit. Aber Action ist okay. Als Repo Man bekommt er genug davon. Besonders nachdem er, sein Chef, die CIA, Gangster und Ufo-Freaks einen alten Chevy haben wollen, weil eine sehr obskure Organisation dem Finder 20.000 Dollar für die Kiste geben will.

Die kohlrabenschwarze Satire „Repo Man“ war Alex Coxs gelungener USA-Start. Danach drehte der Brite „Sid & Nancy“, „Straight to hell“, „Walker“ und verschwand anschließend aus dem Blickfeld des Publikums. Ähnlich erging es Otto-Darsteller Emilio Estevez. In den Achtzigern einer der heißen Jungstars. In den Neunzigern abgetaucht und zuletzt mit „Bobby – Sie alle hatten einen Traum“ (für den starbestückten Film über die Ermordung von Robert F. Kennedy schrieb er auch das Drehbuch und führte Regie) wieder aufgetaucht.

„Repo Man“ war ein auch an der Kinokasse erfolgreicher Low-Budget-Punkfilm. „Cox versteht es, in seinem launig inszenierten Low-budget-Streifen innerhalb eines sehr realistisch dargestellten Umfeldes Action, Slapstick und Groteske zu integrieren, ohne dass Brüche entstehen. Witzige Dialoge, flotte Regie und gute Darstellung (besonders Harry Dean Stanton als Bud) hinterlassen den Eindruck eines rundherum gelungenen Spaßes.“ sagte der „Fischer Film Almanach 1985“. Heute sagt „Das große Filmlexikon“ von TV Spielfilm: „Repo Man ist vollgestopft mit absurden Einfällen, eingebettet in eine fragmentarische Handlung. Herausragend die Kamera von Robby Müller und der Soundtrack mit Musik von Black Flag, Suicidal Tendencies, The Circle Jerks und Iggy Pop.“ Und bei Rotten Tomatoes erhält der Kultfilm von den Kritikern eine fast hundertprozentige Frische bescheinigt.

Mit Emilio Estevez, Harry Dean Stanton, Fox Harris, Olivia Barash, Tom Finnegan

 


TV-Tipp für den 25. Juni

Juni 24, 2007

Kabel 1, 03.15

Miami Vice: Der kleine Prinz (USA 1984, R.: Alan J. Levi)

Drehbuch: A.J. Edison (nach einer Geschichte von Joel Surnow & Wendy Cozen)

Seit einigen Tagen strahlt Kabel 1 mitten in der Nacht die kultige Krimiserie „Miami Vice“ aus. „Der kleine Prinz“ ist eine der zahlreichen Episoden, die zeigt, warum die Serie immer auch als Noir-Serie bezeichnet wird. Die beiden Polizisten Sonny Crockett (Don Johnson) und Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) sollen einen erfolgreichen Wall-Street-Broker und Drogenhändler schnappen. Um an ihn heranzukommen, bedienen sie sich des Sohnes. Am Ende haben sie eine Familie zerstört. Crockett meint am Ende der Episode auf die Frage von Tubbs, was sie heute getan hätten: „Gute polizeiliche Routinearbeit.“

Ähnlich düster endeten viele Folgen.

Der Look, die Musik, das Zusammenspiel der Schauspieler (von denen viele hier einen ihrer ersten Auftritte, teilweise sogar den ersten, hatten), die Geschichten, die gesellschaftliche Probleme ansprechen, die düstere Diagnose der USA unter Ronald Reagan, und die teilweise aus heutiger Sicht archaische Technik (Computer, Telefone, Wanzen) sorgen immer noch für gute Fernsehunterhaltung. Dagegen ist der „Miami Vice“-Spielfilm von Michael Mann nur ein schwacher Abklatsch.

Wahrscheinlich zeigt Kabel 1 an den kommenden Wochentagen nachts alle fünf Staffeln.

Immerhin wurde vergangenes Jahr die Nachmittagsausstrahlung mangels Quote abgebrochen.

Meine Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-zwoelf-miami-vice.html


Verfilmte Kriminalromane am 23. und 24. Juni im TV

Juni 23, 2007

Das Wochenende verwöhnt mit zahlreichen Krimiverfilmungen. Hier die schmucklose Präsentation. Die schöne gibt’s hier.

Samstag, 23. Juni

RTLII, 12.55

Fair Game (USA 1995, R.: Andrew Sipes)

Drehbuch: Charlie Fletcher

LV: Paula Gosling: A Running Duck; Fair Game, 1978 (Töten ist ein einsames Geschäft)

Eine Anwältin wird von Killern gehetzt. Ein Polizist will sie beschützen. Überleben sie?

Und wieder wurde ein Buch von Paula Gosling für den Kinomarkt geschrottet. Die Frau ist eine hochgelobte und ausgezeichnete Autorin (u. a. Silver Dagger, Gold Dagger, John Creasey Award). Also: den Film vergessen, das Buch lesen.

Joel Silver produzierte gewohnt realitätsfern, mit Cindy Crawford, William Baldwin, Steven Berkoff.

Pro 7, 20.15

Jede Menge Ärger (USA 2002, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Robert Ramsey, Matthew Stone

LV: Dave Barry: Big Trouble, 1999 (Jede Menge Ärger – Big Trouble)

Etwa ein halbes Dutzend Menschen suchen in Florida eine Atombombe.

Auch Dave Barry porträtiert Florida als Irrenanstalt und Barry Sonnenfeld (Get Shorty, Men in Black) schien der geeignete Regisseur zu sein. Trotzdem floppte die sehr kurze, prominent besetzte Komödie, kurz nach 9/11, an der Kasse und erlebte in Deutschland nur eine Videopremiere.

„So simpel die Story, so prominent die Besetzung – von leichter Hand inszenierte Komödie, der ein wenig mehr Ironie gut getan hätte.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004)

Mit Tim Allen, Rene Russo, Stanley Tucci, Tom Sizemore, Johnny Knoxville, Dennis Farina, Dwight ‚Heavy D‘ Myers, Omar Epps, Jason Lee, Martha Stewart (als sie selbst), Dave Barry (Gastauftritt als Anwalt)

Dave Barrys Homepage: http://davebarry.com/

Dave Barry zu seinem Roman:

http://www.bookpage.com/9909bp/dave_barry.html

Ausführliche Informationen zum Film:

http://www.rottentomatoes.com/m/1109942-big_trouble/about.php

BR, 20.15

Tod auf dem Nil (GB 1978, R.: John Guillermin)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Agatha Christie: Death on the Nile, 1937 (Der Tod auf dem Nil)

Auf einem Nildampfer wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway ermordet. Ihr Mörder ist noch auf dem Schiff. Hercule Poirot wird mit der Hilfe seiner kleinen grauen Zellen den Fall lösen.

„Tod auf dem Nil“ erhielt einen Oscar für die besten Kostüme und läutete eine kleine Renaissance von Christie-Verfilmungen ein. Der Film ist eine weitgehend spannungsfreie, nostalgische, stargarnierte Angelegenheit.

Mit Peter Ustinov, Jane Birkin, Bette Davis, Mia Farrow, Lois „Moonraker-Bondine“ Chiles, David Niven, Jon Finch, Angela Lansbury

Das Vierte, 20.15

Prince of the City (USA 1981, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Jay Presson Allen, Sidney Lumet

LV: Robert Daley: Prince of the City, 1978 (Prince of the City)

Nach der Entdeckung der “French Connection” in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bildete die Polizei von New York eine mit besonderen Rechten ausgestattete Eliteeinheit zur Bekämpfung des Drogenhandels: die Special Investigating Unit (SIU). Sie nannten sich „Prinzen der Stadt“. Nach kurzem begannen sie ihre Rechte auszunutzen. Bob Leuci war einer von ihnen. Bis er sich bereit erklärte seine Kollegen zu bespitzeln.

Sidney Lumet verfilmte die auf Tatsachen beruhende Geschichte von Bob Leuci – der im Film Daniel Ciello heißt – als spannendes Biopic, bei dem keine Seite des Gesetzes besonders gut wegkommt und Leuci/Ciello sich zunehmend isoliert.

Das Drehbuch war 1982 als bestes Drehbuch für den Oscar, Edgar Allan Poe Awards und den Preis der Writers Guild of America nominiert.

Heute ist der auch nach den in „Prince of the City“ geschilderten Ereignissen immer noch überzeugte Polizist Bob Leuci ein Krimiautor. Robert Daley, der Autor des verfilmten Tatsachenromans, war ebenfalls ein Polizist. Bis 1972 war er stellvertretender Polizeichef von New York City.

Mit Treat Williams, Jerry Orbach, Bob Balaban

Pro7, 22.00

Stirb langsam 2 (USA 1990, R.: Renny Harlin)

Drehbuch: Steven E. de Souza, Doug Richardson

LV: Walter Wager: 58 Minutes, 1987

John McClane (Bruce Willis) feiert Weihnachten: nachdem er im ersten Teil ein Hochhaus zerlegte, ist dieses Mal ein Flughafen dran, unterstützt wird er von Franco Nero, Dennis Franz, William Atherton, Reginald VelJohnson, William Sadler, John Amos, Vondie Curtis-Hall.

„Wenn Die Hard eine neo-klassische Geschichte auf eine (beinahe) neo-klassische Weise erzählt, eine höchst traditionsbewusste Dramaturgie mit einem neuen Twist verbindet, dann ist Die Hard 2 der Beginn eines formelhaften Spiels: Vieles, was Willis´ Figur, den New Yorker Cop John McClane, anbelangt, ist nun bereits etabliert, wird wiederholt, variiert und vertieft, und erst in dieser Reflexion wird ein Charakter zum paradigmatischen Helden. Der Regisseur Renny Harlin erweist sich dabei als perfekter Erfüllungsgehilfe, da er selber dieser Formel kaum etwas hinzufügt, sondern versucht, alles auf eine geradezu mathematische Weise zu steigern: mehr Effekte, mehr Action, mehr Tote – mehr Bruce Willis.“ (Georg Seeßlen in Annette Kilzer, Hrsg.: Bruce Willis)

Tele 5, 22.00

Mord am Rainbow Drive (USA 1990, R.: Bobby Roth)

Drehbuch: Bill Phillips, Bennett Cohen

LV: Roderick Thorp: Rainbow Drive, 1986

Detective Mike Gallagher entdeckt fünf Leichen, aber nur vier werden im Polizeibericht erwähnt. Gallagher will herausfinden warum und legt sich mit seinen Vorgesetzten und einflussreichen Lokalpolitikern an.

Ein weiterer Teil der verdienstvollen Reihe „Ausgrabungen“: Heute gibt es einen TV-Cop-Krimi, der außer der Besetzung und atmosphärischen LA-Bildern, anscheinend nur eine ordentlich präsentierte 08/15-Story zu bieten hat.

Roth drehte zuletzt mehrere Episoden für „Prison Break“.

Mit Peter Weller, Sela Ward, David Caruso

Wiederholung um 01.45 Uhr

Auch bekannt als “Rainbow Drive”

BR, 22.35

Das Böse unter der Sonne (GB 1982, Regie: Guy Hamilton)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Agatha Christie: Evil unter the sun, 1941 (Das Böse unter der Sonne oder Rätsel um Arlena)

Hercule Poirot sucht den Mörder der Broadway-Diva Arlena Marschall. Er muss einer der Gäste des griechischen Nobelhotels sein.

Großes Staraufgebot (Peter Ustinov, Jane Birkin, James Mason, Colin Blakely, Roddy McDowall, Diana Rigg), hübsche Kostüme, Musik von Cole Porter; Tendenz: gediegene Langeweile.

RBB, 22.50

In der Hitze der Nacht (USA 1967, R.: Norman Jewison)

Drehbuch: Sterling Siliphant

LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)

In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.

John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.

Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhung (etwas guter Wille und schon geht´s) und ein technisch gut gemachter Whodunit.

Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.

Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant

BR, 00.25

Die Morde des Herrn ABC (GB 1965, R.: Frank Tashlin)

Drehbuch: David Pursall, Jack Seddon

LV: Agatha Christie: The ABC Murders, 1936 (Die Morde des Herrn ABC)

Hercule Poirot sucht einen Mörder, der seine Opfer in alphabetischer Reihenfolge tötet.

Vergnügliche Christie-Verfilmung nach einem Drehbuch der Autoren der bekannten Miß Marple-Filme.

Mit Tony Randall, Robert Morley, Anita Ekberg

WDR, 00.30

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (USA 1974, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Gordon Dawson, Sam Peckinpah (nach einer Story von Frank Kowalski und Sam Peckinpah)

Der mehr als abgehalfterte Barpianist Benjamin wittert seine große Chance. Denn auf den Kopf von Alfredo Garcia ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Und Benjamin weiß, wo Alfredos Kopf ist.

„Wie eine klassische griechische Tragödie rollt das Filmdrama vor dem Zuschauer ab, mit allen Momenten und Zutaten des klassischen Genres. In einem hermetisch geschlossenen Zirkel, aus dem es keinen Ausweg gibt, zeugt Gewalt fortzeugend Gewalt…Dennoch wird man sagen dürfen, dass – sicher im Gegensatz zu unendlich vielen anderen Action-Filmen – hier die Gewalt in einem eindeutig kritischen, und zwar politisch-kritischen Rahmen dargestellt und präsentiert wird. Peckinpah zeigt einen Staat, in dem statt der Gesetze das Recht des Stärkeren regiert, statt des Rechtes die Faust, statt der Pistole die Maschinenpistole.“ (Film-Dienst)

Mit Warren Oates, Isela Vega, Gig Young, Kris Kristofferson

Sonntag, 24. Juni

Pro 7, 14.35

Jede Menge Ärger (USA 2002, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Robert Ramsey, Matthew Stone

LV: Dave Barry: Big Trouble, 1999 (Jede Menge Ärger – Big Trouble)

Etwa ein halbes Dutzend Menschen suchen in Florida eine Atombombe.

Auch Dave Barry porträtiert Florida als Irrenanstalt und Barry Sonnenfeld (Get Shorty, Men in Black) schien der geeignete Regisseur zu sein. Trotzdem floppte die sehr kurze, prominent besetzte Komödie, kurz nach 9/11, an der Kasse und erlebte in Deutschland nur eine Videopremiere.

„So simpel die Story, so prominent die Besetzung – von leichter Hand inszenierte Komödie, der ein wenig mehr Ironie gut getan hätte.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004)

Mit Tim Allen, Rene Russo, Stanley Tucci, Tom Sizemore, Johnny Knoxville, Dennis Farina, Dwight ‚Heavy D‘ Myers, Omar Epps, Jason Lee, Martha Stewart (als sie selbst), Dave Barry (Gastauftritt als Anwalt)

Dave Barrys Homepage: http://davebarry.com/

Dave Barry zu seinem Roman:

http://www.bookpage.com/9909bp/dave_barry.html

Ausführliche Informationen zum Film:

http://www.rottentomatoes.com/m/1109942-big_trouble/about.php

Tele 5, 20.15

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, R.: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Mehr über Larry Beinhart:

http://www.thelibrarian.biz/default.html

Spurensuche über Larry Beinharts “Crime – Kriminalromane und Tbriller schreiben“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-zwei.html

Pro 7, 22.15

Stirb langsam – Jetzt erst recht (USA 1995, R.: John McTiernan)

Drehbuch: Jonathan Hengsleigh

LV: Charakter von Roderick Thorp

Es ist Sommer in New York und John McClane entdeckt den gesamten Staat New York als Spielplatz.

Der dritte „Stirb langsam“-Film beendet die „Stirb langsam“-Vorbereitungstage. Ab Mittwoch knallt, rummst und wummst „Stirb langsam 4.0“ in den Multiplexen ihres Vertrauens.

Davor gibt’s noch, direkt im Anschluss an „Stirb langsam – Jetzt erst recht“, „Das große ProSieben TV-Special zu ‚Stirb langsam 4.0’“, das mit dreißig Minuten gar nicht so groß ist.

Mit Bruce Willis, Jereym Irons, Samuel L. Jackson, Graham Greene

ZDF, 23.15

Inspector Barnaby: Sport ist Mord (GB 1999, R.: Jeremy Silberston)

Drehbuch: Anthony Horowitz

LV: Charaktere von Caroline Graham

Tara Cavendish wird mit einem Kricket-Schläger ermordet. Inspector Barnaby sucht im Kreis der ehrwürdigen Familie nach dem Mörder.

Mit John Nettles, Daniel Casey

Kabel 1, 00.25

Weiblich, ledig, jung sucht… (USA 1992, R.: Barbet Schroeder)

Drehbuch: Don Roos

LV: John Lutz: SWF seeks same; Single White Female, 1990 (Mitbewohnerin gesucht; Weiblich, ledig, jung sucht …)

Durchschnittlicher Thriller über die Freuden des WG-Lebens (besonders wenn die neue Mitbewohnerin eine besitzergreifende Psychopathin ist) mit Bridget Fonda, Jennifer Jason Leigh

ARD, 01.30

Cutter´s Way – Keine Gnade (USA 1981, R.: Ivan Passer)

Drehbuch: Jeffrey Fiskin

LV: Newton Thornburg: Cutter and Bone, 1976

Der verkrüppelte Vietnam-Veteran Alex Cutter begibt sich auf einen fanatischen Rachefeldzug gegen den Ölmagnaten J. J. Cord. Denn Cutters Freund Richard Bone glaubt, er habe Cord kürzlich beim Verstecken einer Leiche gesehen.

Der an der Kinokasse ziemlich gefloppte Film (die deutsche Premiere war auf Video) ist eine düstere Zustandbeschreibung der USA, in der mehrere amerikanische Genres gegen den Strich gebürstet werden und es keine sympathischen Figuren gibt. Inzwischen gilt „Cutter’s Way“ als kleiner Klassiker; – genau wie Thornburgs Roman.

Fiskins Drehbuch erhielt 1982 den Edgar als bestes Drehbuch.

Mit Jeff Bridges, John Heard, Lisa Eichhorn, Stephen Elliott, Ann Dusenberry

auch: „Cutter & Bone – Bis zum bitteren Ende“ und „Bis zum bitteren Ende“

ZDF, 02.05

Der aus dem Regen kam (F/I 1969, R.: René Clement)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

Buch zum Film: Sébastien Japrisot: Le passager de la pluie, 1992

Mellie erschießt in Notwehr einen Fremden und lässt die Leiche verschwinden. Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Amerikaner auf und erpresst sie.

Spannender Psycho-Thriller: „La mise en scène est irréprochable, l’interprétation excellente et le film distille un charme doux-amer plein de suspense. Mais trop de froideur et une intrigue confuse finissent par lasser. Il n’est pas certain que ce film résiste à des diffusions répétées tant ses limites finissent par devenir évidentes.“ (Dictionnaire du cinéma, Robert Laffont)

Mit Marlène Jobert, Charles Bronson, Jill Ireland