Verfilmte Kriminalromane am 22. Juni im TV

Juni 21, 2007

RTL II, 22.10

Fair Game (USA 1995, R.: Andrew Sipes)

Drehbuch: Charlie Fletcher

LV: Paula Gosling: A Running Duck; Fair Game, 1978 (Töten ist ein einsames Geschäft)

Eine Anwältin wird von Killern gehetzt. Ein Polizist will sie beschützen. Überleben sie?

Und wieder wurde ein Buch von Paula Gosling für den Kinomarkt geschrottet. Die Frau ist eine hochgelobte und ausgezeichnete Autorin (u. a. Silver Dagger, Gold Dagger, John Creasey Award). Also: den Film vergessen, das Buch lesen.

Joel Silver produzierte gewohnt realitätsfern, mit Cindy Crawford, William Baldwin, Steven Berkoff.

 

ARD, 01.20

Verrat in den eigenen Reihen (NL 2000, R.: Jean van de Velde)           

Drehbuch: Simon de Waal, Jean van de Velde

LV: Jan van Daalen: Sans Rancune, 1991

Polizist Eddy will einen Drogenbaron verhaftet. Nachdem die Verhaftung schief geht, wittert er einen Verräter in den eigenen Reihen.

Auf Tatsachen beruhender, sich an amerikanischen Vorbildern orientierender Polizeithriller.

 

ARD, 03.05

Steckbrief 7-73 (USA 1951, R.: John Berry)

Drehbuch: Guy Endore (Strohmann von Dalton Trumbo und Hugo Butler)

LV: Sam Ross: He Ran All the Way, 1947

Ein Verbrecher versteckt sich auf der Flucht bei einer Arbeiterfamilie und terorisiert sie.

Straffer, kleiner Thriller, bei dem die bedrohte Familie sich oft überraschend gut den Wünschen des Verbrechers fügt. Immerhin sind sie zu viert und er fuchtelt nicht ständig mit seiner Pistole herum.

Der Geiselnehmer ist ein getriebener Mann, der mehr in die Sache hineinstolperte und jetzt zwischen Zu- und Abneigung zu seinen Geiseln hin und hergerissen ist. Immerhin stammt er aus der gleichen Schicht wie sie und er verliebt sich in Shelley Winters. Wegen ihr nahm er ihre Familie als Geisel. Ein unterschätzter Krimi. 

„Psychologisierender Kriminalfilm, der mit atmosphärischer Dichte und der hervorragenden Leistung von John Garfields in seiner letzten Filmrolle zu packen weiß.“ (Lexikon des internationalen Films)

Guy Endore fungierte hier als Strohmann für die damals als Kommunisten auf der Schwarzen Liste stehenden Kollegen Dalton Trumbo und Hugo Butler. John Berry und John Garfield hatten ebenfalls Ärger mit dem für seine fanatische Jagd auf wenige echte und viele vermeintliche Kommunisten bekannten und gefürchteten Senator Joseph R. McCarthy.

Mit John Garfield, Shelley Winters

Mehr Informationen zum Film: http://www.tcm.com/thismonth/article/?cid=12481   

 

Hinweis:

Nachdem Alligator-Alfred wieder zurück ist, erscheinen die TV-Krimi-Buch-Tipps wieder regulär und mit vielen schönen Bildern (Filmplakate und Buchcovers)  hier. In der Kriminalakte werde ich nach einem blutigen Wochenende verstärkt auf Höhepunkte im Fernsehen hinweisen. So etwas wie der „TV-Tipp des Tages“ – wenn es wirklich einen gibt.


Verfilmte Kriminalromane am 21. Juni im TV

Juni 20, 2007

Das Vierte, 20.15

Blutspur (USA 1979, R.: Terence Young)

Drehbuch: Laird Koenig

LV: Sidney Sheldon: Bloodline, 1978 (Blutspur)

Die miese Sippschaft will die Erbin eines Pharmakonzerns mit allen Mitteln von der Konzernspitze verdrängen.

Tja, das kommt mit den falschen Menschen am falschen Ort heraus: Hochkarätig besetzte Langeweile. Im Kino ein Flop, kann im Puschenkino das Ratespiel “Welcher Star läuft jetzt durch’s Bild?” unterhalten.

Mit Audrey Hepburn, Ben Gazzara, James Mason, Claudia Mori, Irene Papas, Michelle Phillips, Maurice Ronet, Romy Schneider, Omar Sharif, Gert Fröbe, Marcel Bozzuffi, Pinkas Braun, Ivan Desny, Vadim Glowna, Wolfgang Preiss, Dietlinde Turban, Walter Kohut

Homepage von Sidney Sheldon: http://www.hachettebookgroupusa.com/features/sidneysheldon/index.html  

 

3sat, 22.25

Nächtliche Irrfahrt (F 2003, R.: Cédric Kahn)

Drehbuch: Laurence Ferreira Barbosa         , Cédric Kahn, Gilles Marchand

LV: Georges Simenon: Feux rouges, 1953 (Schlusslichter)

Antoine und Hélène wollen nur die Kinder aus dem Ferienlager abholen. Im Auto eskaliert der Ehestreit zwischen ihnen und dann nimmt Antoine auch noch einen entflohenen Sträfling mit.

Ist wohl ein bizarrer Roadtrip mit einer guten Portion David Lynch.

Mit Jean-Pierre Darroussin, Carole Bouquet

 

WDR, 23.15

Der Panther wird gehetzt (F/I 1960, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: José Giovanni, Claude Sautet, Pascal Jardin

LV: José Giovanni: Classe tous risques, 1958 (Das Ende vor Augen)

Gangster Abel Davos kehrt aus seinem italienischen Versteck nach Frankreich zurück. Seine alten Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Nur der Einzelgänger Eric Stark hält zu ihm.

Tolles Unterweltdrama über die letzten Tage eines Gangsters. Jean-Pierre Melville war begeistert. „Für mich bedeutete dieser Film einen Wendepunkt in meiner Karriere, rein gefühlsmäßig zählt er sehr viel. Er gehört zu jenen Filmen, die ich liebe. Aber das ist ganz persönlich.“ (Lino Ventura)

Damals fand die kirchliche Filmkritik keine lobenden Worte: „Was soll eigentlich der Film? Eine spannende Handlung hat er nicht zu bieten…Dann wird zu unserer berechtigten Empörung das Leben eines Verbrechers ganz unverfroren als Beruf hingestellt. In der gleichen Weise wird die Freundestreue hier so erstaunlich gewürdigt, dass man beinahe vergisst, dass hier Menschen durch Gewaltverbrechen aneinander gebunden sind. Die Kinder des Panthers sind schließlich noch der Gipfel der Unverfrorenheit, denn sie dienen nur dem Zweck, den eiskalten Mörder außerberuflich zum rührenden Familienvater zu verklären.“ (Evangelischer Filmbeobachter)

Mit Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Sandra Milo


Verfilmte Kriminalromane am 20. Juni im TV

Juni 20, 2007

Kabel 1, 20.15

L.A. Confidential (USA 1997, R.: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe.

Mit Guy Pearce, Russell Crowe, Kevin Spacey, Kim Basinger, Danny DeVito

 

SWR, 23.00

Rendezvous mit dem Tod (USA 1977, R.: Ashley Lazarus)

Drehbuch: Stanley Price

LV: Alistair MacLean: Golden Rendezvous, 1962 (Rendezvous mit dem Tod)

Ein Schiff wird gekapert und Schiffsoffizier Richard Harris greift ein. Hält den mauen Standard der meisten MacLean-Verfilmungen.

Mit Richard Harris, Ann Turkel, Gordon Jackson, John Vernon, David Janssen, Burgess Meredith


Verfilmte Kriminalromane am 19. Juni im TV

Juni 18, 2007

Das Vierte, 22.10

Countdown in Manhattan (USA 1980, R.: Robert Butler)

Drehbuch: Bill Norton, Rick Natkin

LV: William P. McGivern: Night of the Juggler, 1975 (Dunkle Nächte)

Psychopath Gus Soltic entführt die Tochter des Fuhrunternehmers und Ex-Polizisten Sean Boyd. Das war eine Verwechslung. Aber Boyd zeigt noch einmal, was er bei der Polizei gelernt hat.

Ein an der Kinokasse ziemlich gefloppter, bis heute nicht als DVD veröffentlichter und nie im TV gezeigter Film. Die damalige Filmkritik meinte: Der Film „verliert, das kaputte New York mit seinen Trümmer- und Pornovierteln zum Hintergrund degradierend, schnell das Interesse für die gesellschafts- und sozialpolitische Komponente zugunsten einer, zugegeben, spannenden Verfolgungsjagd und reiht sich so ein in die Reihe der Selbstjustizfilme des Jahres 1982.“ (Fischer Film Almanach 1983) Die katholische Filmkritik sekundierte: „Spannender Actionfilm vor dem Hintergrund verfallender Viertel und urbaner Gewalttätigkeit; stellenweise fungiert der soziale Hintergrund jedoch nur noch als Kulisse.“ (Lexikon des internationalen Films). Und Einige halten Brolins Darstellung für die beste seiner langen Karriere.

Dürfte also für einen lauschigen Sommerabend der ideale Actionfilm mit hohem Retro-Faktor sein.

Vor dem Öffnen der Bierbüchsen noch einige Infos: Die Dreharbeiten begannen bereits im Sommer 1978. Es wurde vor Ort gedreht. Die Premiere war erst am 6. Juni 1980 in New York. Der bewährte TV-Routinier Robert Butler übernahm die Regie von Sidney J. Furie.

Mit James Brolin, Cliff Gorman, Abby Bluestone, Dan Hedaya

Auch bekannt als “Die Ratte” (neuer Verleihtitel im Kino ein Jahr nach der Premiere)

Mehr über William P. McGivern: http://kirjasto.sci.fi/mcgivern.htm

und auf Deutsch: http://www.mordlust.de/biographie_william_peter_mcgivern.php

RBB, 23.00

Der Profi (F 1981, R.: Georges Lautner)

Drehbuch: Michel Audiard, Georges Lautner

LV: Patrick Alexander: La mort d´une bete à la peau fragile, 1978

Jean-Paul Belmondo verfolgt als Killer im Dienste Frankreichs seinen Auftrag, unabhängig von der geänderten politischen Großwetterlage – und Ennio Morricone komponierte dazu das überaus erfolgreiche und eingängige Stück „Chi Mai“. Der Fischer Film Almanach meinte: „Zwischen Agentenfilm und Parodie pendelnd, bleibt der hintergründig politische Anspruch wegen der gezeigten Brutalitäten und der ausgesprochen rassistischen Tendenzen auf der Strecke.“ Außerdem ist der Film langweilig und ohne Atmosphäre.

HR, 00.10

Der unauffällige Mr. Crane (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

De Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there”


Verfilmte Kriminalromane am 18. Juni im TV

Juni 18, 2007

NDR, 21.00

TATORT: Bienzle und der Champion (D 1998, R.: Dieter Schlotterbeck)

Drehbuch: Felix Huby

LV: Felix Huby: Bienzle und der Champion, 1999

Hat der Boxer Piet Mangold den Wirt Jaco Riewers umgebracht? Eine harte Nuss für Bienzle, denn Piet kann sich an nichts erinnern.

Ein guter Bienzle im Boxmilieu. 

Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Ben Becker, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge, Dariusz ‚Tiger’ Michalczewski

 

Tele 5, 22.00

Heißer Verdacht I – Teil 1 (GB 1991, R.: Christopher Menaul)

Drehbuch: Lynda La Plante

DCI Jane Tennison soll in Soho den Mörder einer Prostituierten finden. Erschwert wird ihre erste Leitung bei einem Mordfall durch chauvinistische Kollegen und Vorgesetzte.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

„Heißer Verdacht“ wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt unter anderem den Edgar Allan Poe-Preis für das beste Drehbuch.

Tele 5 zeigt in den kommenden Wochen die ersten fünf, zwischen 1991 und 1996 gedrehten, Fälle. Der zweite Teil des ersten „Heißer Verdacht“-Films gibt es am kommenden Montag, den 25. Juni.

Mit Helen Mirren, Tom Bell, John Benfield, John Bowe, Zoë Wanamaker, Bryan Pringle, Tom Wilkinson

Wiederholung um 01.50 Uhr

Homepage von Lynda La Plante: http://www.laplanteproductions.com/  

 

Arte, 00.50

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

 


Verfilmte Kriminalromane am 16. und 17. Juni im TV

Juni 15, 2007

Wenn das Wetter nicht so schön wäre, würde ich sagen: „Versorgen Sie sich gut mit Getränken und Snacks und nehmen Sie in der ersten Reihe platz.“ Aber so muss ich sagen: „Programmieren Sie ihren Rekorder.“

Samstag, 16. Juni

RBB, 14.30

Die den Tod nicht fürchten (USA 1959, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Eric Ambler

LV: Hammond Innes: The wreck of the Mary Deare, The ´Mary Deare´, 1956 (Der Schiffbruch der Mary Deare)

Was geschah auf der Mary Deare? Und warum schweigt der Erste Offizier Gideon Patch?

Spannendes Krimidrama mit Gary Cooper, Charlton Heston, Michael Redgrave, Richard Harris

Das Vierte, 20.15

Der Pate von Greenwich Village (USA 1984, R.: Stuart Rosenberg)

Drehbuch: Vincent Patrick

LV: Vincent Patrick: The pope of Greenwich Village, 1979

Zwei Gauner wollen sich mit einem Coup sanieren. Dabei kommen sie der Mafia in die Quere und werden von der Polizei gejagt.

Spannender, vor Ort gedrehter Gangsterfilm mit guten Schauspielern. Inzwischen verschleudern Roberts und Rourke ihr Talent meistens in letztklassigem Schund. Wobei Rourke mit seinen Auftritten in „Irgendwann in Mexico“, „Man on fire“, „Domino“ und „Sin City“ wieder in interessanten Filmen mitspielte.

Mit Eric Roberts, Mickey Rourke, Daryl Hannah, Geraldine Page, M. Emmet Walsh, Burt Young

NDR, 21.45

Tod auf dem Nil (GB 2004, R.: Andy Wilson)

Drehbuch: Kevin Elyot

LV: Agatha Christie: Death on the Nile, 1937 (Der Tod auf dem Nil)

Auf einem Nildampfer wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway ermordet. Ihr Mörder ist noch auf dem Schiff. Hercule Poirot wird mit der Hilfe seiner kleinen grauen Zellen den Fall lösen.

Der dritte Poirot-Film mit Suchet soll ein gelungenes Remake des 1978er-Spielfilms sein – bei geringerem Budget und der Abwesenheit großer Schauspielernamen.

Mit David Suchet, David Soul

BR, 00.00

Ein Sommer auf dem Lande (F 1999, R.: Jean Becker)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

LV: Georges Montforez: Les Enfants du marais, 1958

Cri-Cri erinnert sich an einen der schönen Sommer in den frühen Dreißigern auf dem Land. Damals konnte man auch mit wenig Geld glücklich sein.

Den Kritikern gefiel das Loblied auf das einfache Leben: „Kino-Rarität als Sommerfrische.“ (Angie Dullinger, AZ, 13. Juli 2000) „Ein französischer Heimatfilm, aber das Genre hat, im Land von Giono und Pagnol, aber auch von Céline, andere Qualitäten als bei uns.“ (Fritz Göttler, SZ, 15. Juli 2000) „Und auch wenn dies vielleicht kein ganz großer Film ist, so steht er gleichwohl in dieser großen Tradition [der Qualität]. Und die braucht sich für diesen Nachzügler keineswegs zu schämen.“ (Rupert Koppold, Stuttgarter Zeitung, 13. Juli 2000) „Japrisots prägnante Figurenzeichnung, sein Sinn für beiläufige Spannung und verhaltenen Humor ergänzen sich kongenial mit Beckers unprätentiösem, aber präzisem Inszenierungsstil.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Ein Sommer auf dem Lande“ ist die zweite Zusammenarbeit von Becker und Japrisot. Die erste war „Ein mörderischer Sommer“ (mit Isabelle Adjani).

Mit Jacques Villeret, Jacques Gamblin, André Dussolier, Michel Serrault

Auch bekannt als „Kindes des Moors“ (Schweizer Titel)

Sonntag, 17. Juni

Tele 5, 20.15

Bei Anruf Mord (USA 1954, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Frederick Knott

LV: Frederick Knott: Dial M for Murder, 1952 (Theaterstück)

Der ehemalige Tennisprofi Tony Wendice plant den perfekten Mord an seiner untreuen Ehefrau Margot. Als sie den Killer umbringt, wird es Zeit für Plan B.

Für Hitchcock war die Verfilmung des Broadway-Stückes eine Verlegenheitsarbeit, bei dem er damals modische 3-D-Effekte einbauen musste. Er tat dies nur in einer Szene: als Margot den Killer mit einer Schere ersticht. Der Rest ist gut abgefilmtes Theater. Mit Grace Kelly, Ray Milland, Robert Cummings, John Williams, Anthony Dawson

ZDF, 22.00

Inspector Barnaby: Der Fluch von Aspern Tallow (GB 1999/2000, R.: Moira Armstrong)

Drehbuch: Douglas Watkinson

LV: Caroline Graham (Charaktere)

Barnaby neuester Fall beginnt harmlos mit einem beschädigten Gemälde. Aber dann spielen die Geister verrückt. Oder gibt es eine irdische Erklärung für den Toten?

Ein weiterer Barnaby-Fall – und das richtige Kontrastprogramm zu dem zeitgleich laufenden „Stirb langsam“, bei dem kein Stahlträger auf dem anderen bleibt.

Pro 7, 22.20

Stirb langsam (USA 1988, R.: John Mc Tiernan)

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Und das zu Weihnachten.

Am 27. Juni kommt der vierte Teil ins Kino. Der Trailer verspricht viel Rumms und Wumms und Bumms.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman

Tele 5, 22.20

Das Quiller Memorandum (GB 1966, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Harold Pinter

LV: Adam Hall: The Berlin Memorandum, The Quiller Memorandum, 1965

Berlin, während des Kalten Krieges: Geheimagent Quiller soll den Mörder eines Kollegen finden. Wenn das so einfach wäre.

Spannender, in der deutschen Synchronisation entnazifizierter, Agententhriller.

Das Buch von Adam Hall, ein Pseudonym von Elleston Trevor, erhielt den Edgar Allan Poe Award for Best Novel und den Grand Prix de Littérature Policière. In den folgenden Jahren schrieb Hall weitere von der Kritik hochgelobte, kommerziell erfolgreiche Quiller-Romane.

Mit George Segal, Senta Berger, Alec Guiness, Max von Sydow, George Sanders

Wiederholung um 01.55 Uhr

3sat, 23.45

Todesangst bei jeder Dämmerung (USA 1939, R.: William Keighley)

Drehbuch: Warren Duff, Charles Perry (ungenannt), Norman Reilly Raine

LV: Jerome Odlum: Each Dawn I Die, 1938

Ein unschuldig des Mordes verurteilter Reporter versucht mit der Hilfe eines Lebenslänglichen seine Unschuld zu beweisen.

Unterschätztes Cagney-Vehikel und bis „White Heat“ (USA 1949; Maschinenpistolen, Sprung in den Tod) sein letzer Auftritt in einem Gangsterfilm. Außerdem gibt es hier das einzige Leinwandduell zwischen Cagney und Raft.

„Ein spannungsgeladener Film über die unmenschliche Härte des Strafvollzugs, in dem das Gefühl des ohnmächtigen Ausgeliefertseins durch James Cagney beklemmend dargestellt wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

„It’s a grim story.“ (Alan Page, Sight & Sound)

Mit James Cagney, George Raft, Jane Bryan, George Bancroft

SWR, 00.00

Maschinenpistolen (USA 1949, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Ivan Goff, Ben Roberts

Der Gangsterfilmklassiker „White Heat“ führte den psychopathischen Gangster ein: James Cagney als neurotisch-brutaler Gangsterboss am Rockzipfel seiner Mutter. Grandios.

Auch das Ende: Cagney jagt sich und etliche Gas-Tanks in die Luft und brüllt: „Made it, Ma! Top of the world!“

Mit James Cagney, Virginia Mayo, Edmund O’Brien, Margaret Wycherly

Auch bekannt als „Sprung in den Tod“


Verfilmte Kriminalromane am 15. Juni im TV

Juni 15, 2007

MDR, 00.00

Mankells Wallander: Am Rande der Finsternis (S/D 2005, R.: Stephan Apelgren)

Drehbuch: Stephan Apelgren, Ulf Rydberg

LV: Henning Mankell (Treatment)

Der depressive Carl Svendsen verschwindet spurlos. Mord, Selbstmord oder etwas ganz anderes, fragen sich Kommissar Wallander und seine Tochter Linda.

Nachschub für die Mankell-Fans; auch wenn der Meister nur die Treatments schrieb.

Mit Krister Henriksson, Johanna Sällström


Verfilmte Kriminalromane am 14. Juni im TV

Juni 13, 2007

Gut, die Überschrift stimmt nicht. „Sophie Scholl“ ist keine Literaturverfilmung. Außer wir halten Verhörprotokolle dafür. Ein Kriminalfilm ist es trotz Straftate, Verhören und Bestrafung auch nicht.

Aber Fred Breinersdorfer wird für mich immer ein Krimiautor bleiben.

 

Arte, 20.40

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube


Verfilmte Kriminalromane am 13. Juni

Juni 12, 2007

HR, 23.35

Rendezvous mit dem Tod (USA 1977, R.: Ashley Lazarus)

Drehbuch: Stanley Price

LV: Alistair MacLean: Golden Rendezvous, 1962 (Rendezvous mit dem Tod)

Ein Schiff wird gekapert und Schiffsoffizier Richard Harris greift ein. Hält den mauen Standard der meisten MacLean-Verfilmungen.

Mit Richard Harris, Ann Turkel, Gordon Jackson, John Vernon, David Janssen, Burgess Meredith


Verfilmte Kriminalromane am 12. Juni im TV

Juni 11, 2007

Das Vierte, 20.15

Jack Higgins: Die Krieger (GB 1995, R.: Lawrence Gordon Clark)

Drehbuch: Jurgen Wolff

LV: Jack Higgins: Eye of the storm; Midnight Man, 1992 (Die Lerche fliegt im Morgengrauen)

In der IRA waren sie Freunde. Jetzt soll Sean Dillon seinen Ex-Freund John Engel der Justiz ausliefern. Denn Engel will die Royals umbringen.

Zweiteiliger TV-Agententhriller von eher mässiger Qualität. Mit „Eye of the storm“ startete Jack Higgins seine bis jetzt dreizehnteilige Sean Dillon-Reihe.

Mit Rob Lowe, Hannes Jaenicke

Die nicht-offizielle Homepage von Jack Higgins: http://www.scintilla.utwente.nl/users/gert/higgins/html/main.html  

 


RBB, 23.00

Mörderischer Engel (F 1985, R.: Jacques Deray)

Drehbuch: Jacques Deray, Michel Audiard

LV: Derek Raymond (Robin Cook): He died with his eyes open, 1984 (Er starb mit offenen Augen)

Hat die schöne Barbara den Pianisten umgebracht? Inspektor Staniland versetzt sich immer mehr in die Persönlichkeit des Toten und verliebt sich in Barbara.

Nicht so düster wie das Buch (der erste Band der Factory-Serie), in Teilen sogar langatmig, aber solide aufgebaut, mit zahlreichen Anleihen beim „Film Noir“ und zwei wundervollen Hauptdarstellern: Michel Serrault und Charlotte Rampling

 

ARD, 01.45

Der Mordprozess O’Hara (USA 1951, R.: John Sturges)

Drehbuch: John Monks Jr.

LV: Eleazar Lipsky: The People Against O’Hara, 1950

Ein trockener Anwalt übernimmt die aussichtslose Verteidigung eines jungen Mannes.

„Düsterer Kriminalfilm mit melodramatischen Akzenten, getragen von geschliffenen Dialogen und hervorragenden Darstellern.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Spencer Tracy, Pat O’Brien, Diana Lynn, James Arness


Verfilmte Kriminalromane am 11. Juni im TV

Juni 10, 2007

3sat, 14.00

20.000 Jahre in Sing Sing (USA 1932, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Courtney Terrett (als Courtenay Terrett), Robert Lord, Wilson Mizner, Brown Holmes

LV: Lewis E. Lawes: Twenty Thousand Years in Sing Sing, 1932 (als Warden Lewis E. Lawes)

Als Tom Connors auf Hafturlaub ist, erschießt seine Freundin einen Gangster. Connors nimmt die Schuld auf sich und soll auf den elektrischen Stuhl.

Ein weiterer der damals beliebten sozialkritischen Gangsterfilme.

Der Autor der Buchvorlage leitete während der Dreharbeiten noch das Gefängnis Sing Sing. Deshalb durfte die Filmcrew zahlreiche Szenen in dem berühmten Gefängnis drehen.

Mit Spencer Tracy, Bette Davis

Über Lewis E. Lawes: http://www.crimelibrary.com/notorious_murders/famous/sing_sing/8.html  

 

NDR, 21.00

TATORT: Money! Money! (D 1998, R.: Peter Ristau)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Dorsey organisert ein Kettenspiel. Als seine Partnerin Angie umgebracht wird, ermitteln Erhlicher und Kain im Milieu krimineller Geschäftemacher.

Im Vergleich zu den neueren Ehrlicher-Filmen wird dieser schwache Ehrlicher immer besser. Denn er hat eine sauber entwickelte Handlung und weißt ohne einen allzu erhobenen Zeigefinder auf kriminelle Abzocker hin. 

Mit Peter Sodann, Bernd Michael Lade, Ulrich Noethen, Julia Jäger

 

Vox, 01.55

Die Apothekerin (D 1997, R.: Reiner Kaufmann)

Drehbuch: Ralf Hertwig, Kathrin Richter

LV: Ingrid Noll: Die Apothekerin, 1994

Die spröde Apothekerin Helle Moormann hat es faustdick hinter den Ohren und kennt sich – berufsbedingt – mit Giften aus.

Schwarze Komödie mit viel Leerlauf.

Mit Katja Riemann, Jürgen Vogel, Richy Müller, August Zirner, Andrea Sawatzki


Verfilmte Kriminalromane am 10. Juni im TV

Juni 9, 2007

Pro 7, 20.15

Der Anschlag (USA 2002, R.: Phil Alden Robinson)

Drehbuch: Paul Attanasio, Daniel Pyne

LV: Tom Clancy: The sum of all fears, 1991 (Das Echo aller Furcht, Der Anschlag)

Einige Nazis wollen mit einer im Nahen Osten gefundenen Nuklearwaffe das Finale des Super-Bowl torpedieren und so einen Atomkrieg zwischen den Amis und Russen auslösen. Jack Ryan jagt sie.

Nach Alex Baldwin und Harrison Ford spielt Ben Affleck den unerschrockenen Geheimagenten und Bürohengst Jack Ryan. “tip” verspricht zwei Filme: “Ein Schocker, der seine Parodie gleich selbst ist.” Halt ein starbestücktes, nicht in die Gänge kommendes B-Movie, in Auftrag gegeben vor 9/11.

Mit Ben Affleck, Morgan Freeman, James Cromwell, Liev Schreiber, Alan Bates

Wiederholung um 02.35 Uhr

ZDF, 22.00

Inspector Barnaby: Ein böses Ende (GB 1998, R.: Baz Taylor)

Drehbuch: Douglas Watkinson

LV: Caroline Graham: Death in Disguise, 1992 (Ein böses Ende)

Inspector Barnaby muss unter Esoterik-Spinnern einen Doppelmörder suchen.

Ist wohl ein ganz netter Landhaus-Krimi.

Mit John Nettles, Daniel Casey

Kabel 1, 00.40

French Connection (USA 1971, R.: William Friedkin)

Drehbuch: Ernest Tidyman

LV: Robin Moore: The French Connection, 1969 (Heroin Cif New York)

Die beiden Polizisten Popeye Doyle und Buddy Russo sind auf der Spur einer großen, aus Frankreich kommenden, Lieferung Rauschgift.

Zeitloser, hochspannender, vor Ort gedrehter Genre-Klassiker, der auf einem wahren Fall beruht.

Mit Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey, Tony LoBianco, Marcel Bozzufi

ARD, 01.20

Le Train – Nur ein Hauch von Glück (F/I 1973, R.: Pierre Granier-Deferre)

Drehbuch: Pierre Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: Le train, 1961 (Der Zug)

1940 in Frankreich verbringen Julien und Anna auf der Flucht vor den Nazis in einem Zug einige gemeinsame Stunden. Zwei Jahre später hat diese Begegnung ein Nachspiel.

Hervorragend gespieltes, menschlich anrührendes Liebesdrama mit Jean-Louis Trintignant und Romy Schneider


Verfilmte Kriminalromane am 9. Juni im TV

Juni 9, 2007

Das Vierte, 22.00

Wer Gewalt sät (GB 1971, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: David Zelag Goodman, Sam Peckinpah

LV: Gordon Williams: The siege of Trencher’s Farm, 1969 (spatter Straw Dogs)

Der friedfertig-weltfremde Mathematiker David Summer will im Heimatdorf seiner Frau Amy ungestört eine wissenschaftliche Arbeit beenden. Aber schon bald wird er von den Dorfbewohnern in einen Strudel der Gewalt gezogen.

Im Wesentlichen verlegt Sam Peckinpah seine bekannten Western-Topoi in die Gegenwart. Es ist eine bittere Studie über Gewalt und die Eskalation von Gewalt. Denn am Ende verteidigt David Summer sein Haus mit roher Gewalt.

„Straw Dogs ist ein vollständiges Werk – eine struktriere Vision des Lebens auf Film.“ (Pauline Kael, New Yorker, 1971)

Leider zeigt Das Vierte die gekürzte FSK-16-Fassung. Für diese und auch die auf DVD erhätliche Fassung wurde die für den Film zentrale und von Kritik und Publikum heftig attackierte Vergewaltigung von Amy durch die Dörfler gekürzt. Im Original ist die Szene quälend lang und es ist unklar, wie sehr Amy die von ihr provozierte Vergewaltigung geniest. Für den 12. Juli 2007 ist eine ungekürzte Doppel-DVD des Films angekündigt. Damit wird die Reihe der guten Peckinpah-(Wieder)Veröffentlichungen fortgesetzt.

Mit Dustin Hoffman, Susan George, Peter Vaughan, David Warner

RTL II, 22.05

Todesstille (Aus 1989, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Terry Hayes

LV: Charles Williams: Dead calm, 1963 (Tödliche Flaute)

Das Ehepaar Ingram fischt einen Mörder aus dem Wasser. Aus Dankbarkeit will er sie umbringen.

Spannender Drei-Personen-Thriller mit Nicole Kidman, Sam Neill, Billy Zane

Stellvertretend für die vielen euphorischen Stimmen: Todesstille „bewegt sich vielmehr auf der differenzierten, fast altmodischen Ebene einer Gattung von Filmen, die seit Jahren nahezu ausgestorben schien, jener kalkulierten Spannungsstücke, die mit einem Minimum an Konfliktstoff auskommen und deren Effekt sich vornehmlich aus der Machart ableitet.“ (film-dienst)

Wiederholung um 01.55 Uhr

ARD, 22.55

JAMES BOND: Im Angesicht des Todes (GB 1985, R.: John Glen)

Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

LV: Ian Fleming: From a view to a kill, 1960 (Tod im Rückspiegel, Kurzgeschichte)

In einer Zeit, als es noch kein Internet gab: Max Zorin will die Computerweltmacht erringen, indem er Silicon Valley flutet. James Bond verhindert das Schlimmste.

Ziemlich müde Angelegenheit von Kleiderständer Moore. Danach war er reif für die Rente.

Mit Roger Moore, Christopher Walken, Tanya Roberts, Grace Jones, Patrick Macnee

WDR, 01.00

Unternehmen Rosebud (USA 1975, R.: Otto Preminger)

Drehbuch: Erik Lee Preminger, Marjorie Kellogg (ungenannt)

LV: Paul Bonnecarrere, Joan Hemingway: Rosebud, un chantage qui bouleverse le monde, 1973, (Unternehmen Rosebud)

Palästinensische Terroristen entführen fünf Millionärstöchter. Agent Larry Martin soll sie befreien.

Von Preminger sind wir besseres gewohnt. „Spannungsloser Agenten- und Politthriller voller Klischees.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Unternehmen Rosebud“ ist das einzige Drehbuch von Premingers Sohn Erik Lee.

Mit Peter O’Toole, Richard Attenborough, Raf Vallone, Isabelle Huppert, Kim Cattrall (Debüt), Klaus Löwitsch


TV-Krimi-Buch-Tipps 9. – 22. Juni 2007

Juni 6, 2007

Der Alligatorchef liest sich durch seinen Urlaub und die TV-Krimi-Buch-Tipps erscheinen deshalb nur in einer spartanischen Textversion, die Sie natürlich downloaden, lesen und an ihre Wand pinnen können.

Hier die Datei:

tv-krimi-buch-tipps-9-22-juni-2007.pdf

Hier die ersten Zeilen:

Während unsere Nationalelf sich für die EM qualifiziert, beginnen die Fernsehsender bereits mit dem wiederholungsgesättigten Sommerprogramm. Das ist gut, um die Videosammlung aufzufüllen, filmische Bildungslücken zu schließen oder auch einfach nur mal wieder einen guten Film zu sehen. Besonders empfehlenswerte Krimis sind in den kommenden beiden Wochen die Charles Williams-Verfilmung „Todesstille“, der Polizeifilm „French Connection“ (wen interessiert’s, dass der Film auf einem Tatsachenroman von Robin Moore basiert), die Vincent Patrick-Verfilmung „Der Pate von Greenwich Village“ (mit vielen Bildern von New York und zwei damals aufstrebenden Jungstars), Alfred Hitchcocks Frederick Knott-Verfilmung „Bei Anruf Mord“, die Roderick Thorp-Verfilmung „Stirb langsam“ (so als Vorbereitung für „Stirb langsam 4.0“), der Gangsterfilmklassiker „Maschinenpistolen“, Joel und Ethan Coens „Der unauffällige Mr. Crane“, Curtis Hansons fulminante James Ellroy-Verfilmung „L. A. Confidential“, Claude Sautets José Giovanni-Verfilmung „Der Panther wird gehetzt“ (mit Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo), der sträflich unterschätzte „Steckbrief 7-73“ und Tele 5 beginnt mit der Ausstrahlung der „Heißer Verdacht“-Filme.

Keine Krimis, aber mit der Beteiligung von Krimiautoren sind „Ein Sommer auf dem Lande“ (nach einem Drehbuch von Sébastien Japrisot) und „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (nach einem Drehbuch von Fred Breinersdorfer) einen Blick wert.


Ein langer Film über das Grundgesetz

Mai 31, 2007

 

Heute startete der Gemeinschaftsfilm „GG 19“. Doch einige der Filme wurden bereits vor anderthalb Jahren während des One World Festivals von der Humanistischen Union präsentiert. Ich moderierte die Veranstaltung. Produzent Harald Siebler beantwortete geduldig alle Fragen. Damals zeigte er einen Rohschnitt und wollte wissen, was wir von den Filmen hielten.

Gestern, während der offiziellen Premiere in der Kulturbrauerei, sah ich dann zum ersten Mal alle 19 Filme. Nicht jeder Film ist gelungen. Nicht jeder Film gefällt. Das ist bei einem Episodenfilm nichts ungewöhnliches.

Aber auffallend bei „GG 19“ ist, dass es kaum einem Film gelingt sein Thema adäquat zu bebildern. Viele, vielleicht sogar die meisten, Filme lassen einen ratlos zurück. Sieblers Idee war, auf unterhaltsame Art den Menschen den Inhalt und die Bedeutung des Grundgesetzes, vor allem der ersten 19 Artikel, den Menschen- und Bürgerrechten, näher zu bringen. Das ist ein lobenswertes Anliegen, das sich letztendlich im gesamten 150-minütigem Film kaum wiederfindet. Denn dafür haben die einzelnen Episoden viel zu wenig mit dem Inhalt und der Bedeutung der Gesetze zu tun. Meistens ist der Hinweis auf ein Grundgesetz beliebig. Oft ist der Film auf eine maue Schlusspointe hin geschrieben. Oft fragte ich mich am Ende des Films „Was soll das?“. Oft sind die Filme peinlich didaktisch.

So filzt in „Stehplatz“ ein junger Polizist einen Penner. Der Film soll zeigen, dass die Freiheit einer Person unantastbar ist (Artikel 2). Dass diese Episode etwas mit dem Artikel 2 zu tun hat, erschließt sich auf den ersten Blick nicht. Es könnte auch etwas mit der Würde des Menschen (Artikel 1) zu tun haben. Aber da läuft „Adrenalin Flash“: ein Mann wird gefoltert. Am Ende stellt sich heraus, dass die Tortur ein Spiel vor laufender Kamera war und die Familie den Vater ohne sein Wissen, wegen des versprochenen Gewinnes, auf den Folterstuhl schickte. „Adrenalin Flash“ könnte auch ein Kommentar zum Artikel 5, der Freiheit der Meinungsäußerung und -verbreitung (vulgo Pressefreiheit) sein. Aber da tritt ein Reporter auf, der Reportagen fälschte und sich jetzt dafür vor Gericht rechtfertigt. Ähnlichkeiten mit einem wahren Fall aus den Neunzigern sind nicht zufällig. Warum der Betrug am Sender und am Zuschauer ein Beitrag zur Pressefreiheit sein soll; – das erschließt sich nur über gedankliche Kapriolen. Weil heute die Pressefreiheit von einem Staat auf der Suche nach Geheimnisverrätern (Denken Sie nur an die zahlreichen Durchsuchungen von Redaktionen und den Überwachungen von Journalisten.) bedroht wird, ist „Der große Videoschwindel“ einfach nur grob verharmlosend.

In „Der Traumjob“ (Freie Berufswahl, Artikel 12) bewirbt sich eine Frau. Das Bewerbungsgespräch verläuft seltsam. Trotzdem erhält sie den Job als Prostituierte. Was das mit dem Recht auf freie Berufswahl zu tun hat, erschließt sich nicht. Denn niemand verweigert einer Frau das Recht, als Prostituierte zu arbeiten. Sogar in einer der zahlreichen Comedy-Shows wäre „Der Traumjob“ ein Lückenfüller. Ähnliches gilt für „Ladies first“. In diesem Film zur Gleichberechtigung (Artikel 3) erhält eine Frau zwar den gewünschten Job nicht, hat dafür aber später Glück.

In „Kindersicherung“ (Unverletzlichkeit der Wohnung, Artikel 13) haust ein Junge mit seiner Crack-Mutter in einer heruntergekommenen Wohnung. Die Sozialarbeiter können die Wohnung nicht betreten. Auch hier verharmlost der Film das reale Problem der Vernachlässigung von Kindern und baut ein Scheinproblem auf. Denn natürlich dürfen Beamte in einem solchen Fall eine Wohnung betreten.

In „Piet Melzer“ (Vergesellschaftung von Grund und Boden, Artikel 15) wird ein Embryo verstaatlicht. Die düstere Zukunftsvision hat – was die Qualität von guter Science-Fiction ist – keinen erkennbaren Bezug zur Gegenwart. Er ist purer Eskapismus.

Der Petent“ (Beschwerde- und Petitionsrecht, Artikel 17) wirkt wie ein schlechter Werbefilm für Beschwerden. Dazu trägt auch der vom Hauptdarsteller im Bus gesungene Schlager mit den Passagieren als Chor bei. Aber immerhin sind hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen, Botschaft und Bezug zum Gesetz offensichtlich. Das gleiche gilt für „Abspann oder der Held der Stunde“ (Verwirkung von Grundrechten, Artikel 18).

Als Imagekampagne für die Grundrechte ist „GG 19“ größtenteils gescheitert. Denn fast kein Film findet zu einer eigenen Haltung gegenüber den Grundrechten und setzt diese ästhetisch stringent in eine Geschichte um. Hier ist das gut gemeinte wieder einmal das Gegenteil vom gut gemachten.

Als Sammlung von 19 Kurzfilmen ist er – etwas anderes.

 

 

 

GG 19 (Deutschland 2007)

Idee, Konzeption, Produktion, Supervising Director: Harald Siebler

Regie: Johannes von Gwinner, Savas Ceviz, Andreas Samland, Boris Anderson, Alan Smithee, Marion Kracht, Suzanne von Borsody, Harald Siebler, Johannes Harth, Philipp von Werther, Marcel Ahrens, Christine Repond, Sabine Bernardi, Carolin Otterbach, Kerstin Polte, Axel Bold, David Dietl, André F. Nebe, Ansgar Ahlers

Drehbuch: Raimund Maessen, Sonia Karst, Savas Ceviz, Robert Hennefarth, Esther Bernstorff, Falko Henning, Kathi Liers, Catherine Ann Berger, Harald Siebler, Kati Faude, Silke Riemann, Jens Köster, team interner, Jana Evita Seidel, Jens Baumeister, Sabine Bernardi, Cristina Zehrfeld, Olaf Nollmeyer, Kertin Polte, Boris Anderson, Henner Schulte-Holtey, David Dietl, Jan Neumann, Ansgar Ahlers

Homepage zum Film: www.gg19-derfilm.de


Kein katastrophaler Katastrophenfilm

Mai 25, 2007

Das Inferno – Flammen über Berlin

Deutschland 2006

Regie: Rainer Matsutani

Drehbuch: Frank Raki

Erstausstrahlung: Montag, 21. Mai 2007, Sat.1

Auf dem Berliner Fernsehturm bricht ein Feuer aus. Die Feuer versucht die Eingeschlossenen zu retten. Nachdem ein Fahrstuhl abstürzt, mit sich mehrere Feuerwehrleute in den Tod reißt und den Zugang zum Turm versperrt, ist die einzige Chance für die Eingeschlossenen ein Ex-Feuerwehrmann. Dummerweise wurde er vor einem Jahr von dem Einsatzleiter herausgeschmissen.

Die Geschichte klingt nach dem üblichen Action-Murks. Und die Wiederbelebungsversuche des Katastrophenfilmgenres gingen ziemlich unbemerkt an mir vorbei. Denn warum sollten die aktuellen Kopien besser sein als die starbesetzten Desaster aus den Siebzigern?

Aber andererseits ist „Das Inferno – Flammen über Berlin“ von den Produzenten des Oscar-Gewinners „Das Leben der anderen“.

Gespannt, aber mit nicht sonderlich hohen Erwartungen startete ich also meine Aufzeichnung – und war überrascht. Denn ich schaltete nicht nach der ersten Werbepause ab, sondern blieb dran. Zwar erfindet „Das Inferno – Flammen über Berlin“ das Genre nicht neu. Einige Effekte, besonders der Feuersturm am Anfang, sehen arg gekünstelt aus und die im Turmschacht herabfallenden Steine haben gewisse Gewichtsprobleme. Die Geschichte bewegt sich exakt in der bekannten 08/15-Bahn. Die einzige Überraschung ist, dass es in diesem Drehbuch wirklich keine Überraschung gibt. Denn natürlich ist die Ex-Freundin unseres Helden unter den Überlebenden. Natürlich leitet ihr Vater den Einsatz und natürlich würde er den Helden am liebsten umbringen. Natürlich begibt der Vater sich kurz vor Schluss in Lebensgefahr und natürlich ist am Filmende alles in Butter: der Held hat sein Mädchen wieder und der Vater nimmt ihn wieder in die Feuerwehr auf. Auch ist absolut vorhersehbar, wer sich wann als Feigling oder als Held entpuppt und wer wann stirbt. Natürlich gibt es immer wieder unvorhersehbare Probleme, die nach dem Genuss von einem Katastrophenfilm so vorhersehbar sind, wie die Wettervorhersage am Ende der Tagesschau.

Auch die Dialoge und Plotlöcher bewegen sich auf dem bekannten Niveau.

Es spricht scheinbar nichts für den Film.

Aber wer erwartet von einem Katastrophenfilm ernsthaft etwas anderes als eine vorhersehbare Geschichte mit Klischeefiguren?

Eben.

Deshalb überraschte mich nicht, dass die Regeln befolgt wurden, sondern dass diese Regeln gut befolgt wurden. Offensichtlich haben die Macher die Originale genau studiert und verstanden, weshalb sie beim Publikum beliebt sind. Und genau auf diesem vorhersehbaren Niveau unterhält „Das Inferno – Flammen über Berlin“ überraschend gut. Denn man kann wirklich nicht abschalten, weil man letztendlich doch wissen will, wie sich die Dinge immer weiter zum Schlimmeren entwickeln und am Ende die Überlebenden in letzter Sekunde gerettet werden.

Pro 7 wiederholt den Film am Samstag, den 26. Mai, um 00.50 Uhr.