Die KrimiZeit-Bestenliste April 2011

April 8, 2011

Die KrimiZeit-Bestenliste (Ex-KrimiWelt-Bestenliste) für den Ostermonat April:

1 (-) Peter Temple: Wahrheit

2 (-) Friedrich Ani: Süden

3 (3) Daniel Woodrell: Winters Knochen

4 (-) Linus Reichlin: Er

5 (1) Elmore Leonard: Road Dogs

6 (7) Heinrich Steinfest: Wo die Löwen weinen

7 (5) Richard Stark: Sein letzter Trumpf

8 (-) Arne Dahl: Opferzahl

9 (-) Didier Decoin: Der Tod der Kitty Genovese

10 (-) Elisabeth Herrmann: Zeugin der Toten

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat

Sechs Neueinsteiger. Dabei kann gegen Friedrich Ani (tolles Buch), Peter Temple (will ich noch lesen), Didier Decoin (dito) nichts gesagt werden. Daniel Woodrell und Richard Stark sind ebenfalls fantastisch. Nur von Elmore Leonads „Road Dogs“ war ich enttäuscht.

 


Fundstücke

April 8, 2011

Der linke Sänger Billy Bragg („A new England“) erklärt, warum er dieses Jahr keine Einkommenssteuer zahlt:

Volker Pispers sagt einiges zur FDP nach dem Rücktritt von Guido Westerwelle:


Hammett lässt Helmich lesen

März 30, 2011

Am Donnerstag, den 31. März, präsentieren die Krimibuchhandlung Hammett, der Pendragon Verlag und das Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Lettrétage (Methfesselstraße 23-25, Berlin-Kreuzberg, Nähe U-Bahnhof Platz der Luftbrücke) Hans Helmich.

Der Krimiautor und Deutsche-Welle-TV-Redakteur liest aus seinem Debütroman „Stadt der Spitzel“ und beantwortet Fragen zu der in Berlin spielenden Geschichte.

Der Eintritt ist frei, aber das Buch kann käuflich erworben werden.

Und wer am Donnerstag keine Zeit hat, kann eine der nächsten Lesungen von Hans Helmich besuchen.

Und darum geht es in „Stadt der Spitzel“:

Im winterlichen Berlin kommt es zu einem grausigen Fund. In einem alten Wohnhaus werden menschliche Knochen im düsteren Keller gefunden – eingemauert. Als der Fernsehjournalist Martin Pollock von einem anonymen Anrufer den Tipp erhält, dass an dieser Geschichte mehr dran ist, ist seine Neugierde geweckt.

Während die Polizei den Fall nur mit mäßigem Interesse verfolgt, stößt Pollock auf Spuren, die ihn in die Berliner Hausbesetzer-Szene der 70er und 80er Jahre führen. Doch seine Nachforschungen bleiben nicht unbemerkt. Pollock gerät in das Visier undurchsichtiger Mächte. Welche Rolle spielt der geheimnisvolle Russe in diesem Fall? Und wie weit reicht der Arm des ehemals übermächtigen KGB? Der Kalte Krieg scheint noch lange nicht überwunden und fordert weitere Opfer …


Elmore Leonard liest „Freaky Deaky“

März 25, 2011

Elmore Leonard liest am 5. Dezember 2010 den Anfang seines 1988er Romans „Freaky Deaky“ vor.


Zwei Elmore-Leonard-Tribute

März 23, 2011

Der Film über Elmore Leonard wurde während des Authors Table Dinner bei dem Tucson Festival of Books präsentiert.

Dieser zwanzigminütige Tribute-Film wurde am 13. November 2010 im Community House in Birmingham währen des 1st Annual Elmore Leonard Literary Arts and Film Festival gezeigt.

Ja. „1st“!

 

 

 


Elmore Leonard liest „When the Women come out to dance“ vor

März 23, 2011

Elmore Leonard las am 5. Dezember 2010 seine Kurzgeschichte „When the Women come out to dance“ an der Butler University, Indianapolis, vor. Sie erschien 2002 in dem gleichnamigem, bislang nicht übersetztem Kurzgeschichtensammelband.


Kurzmeldungen

März 18, 2011

Bei Bookgasm gibt es, zum US-Filmstart der Connelly-Verfilmung „The Lincoln Lawyer“, ein kurzes Interview mit Michael Connelly, dem Autor der grandiosen Vorlage.

Eine „The Lincoln Lawyer“-Filmkritik (deutscher Filmstart ist am 23. Juni als „Der Mandant“) gibt es im Rap Sheet:

The Lincoln Lawyer does its job as a meat-and-potatoes legal thriller–and, let’s be honest, we haven’t had one of those in a while.

Much of this movie feels like a welcome return to the days when studios made entertaining films for adults. Those were movies you could take a date to on a Friday night and not feel pandered to.

Bei „My Book, The Movie“ nennt Dave Zeltserman seine Wunschbesetzung für eine Verfilmung von „Outsourced“.

Die Übersetzung erschien jetzt als „28 Minuten“ bei Suhrkamp.

Bei „My Book, The Movie“ verrät Zeltserman auch, dass die Filmrechte verkauft sind und es bereits ein Drehbuch gibt, das sich von der Vorlage unterscheidet.

Ebenfalls bei „My Book, The Movie“ verrät Mark Alpert einiges über die Pläne von Hollywood, seine Bücher zu verfilmen und welche Schauspieler er gerne in der Verfilmung von „The Omega Theory“ sehen würde.

Und selbstverständlich ist die März-Ausgabe von „The Big Thrill“ schon seit Ewigkeiten online. Dieses Mal gibt es unter anderem Porträts von und Interviews mit F. Paul Wilson, Harlan Coben, Linda FairsteinJonathan Maberry und Erin Brokovich (Erinnert ihr euch an den Film?)/CJ Lyons.

Bei Mulholland Books gibt es unter anderem

ein Gespräch zwischen Drehbuchautor Leslie Dixon und Romanautor Alan Glynn. Dixon schrieb das Drehbuch für die Glynn-Verfilmung „Limitless“ („Ohne Limit“, deutscher Kinostart am 14. April)

Alan Glynn über seine Erfahrungen mit Hollywood

– den neunten Teil von Ken Bruens „Black Lens“

– Joe R. Lansdale über „Doggone Justice“

–  Michael A. Gonzales über Ernest Tidyman und über die Entstehung von „Shaft“

– Wallace Stroby über die New-Jersey-Mafia und warum er nicht mehr über sie schreiben wollte

– und „Ten of Crime Fiction’s Leading Ladies“


Zehn Fragen an James Ellroy

März 14, 2011

James Ellroy beantwortet zehn Fragen von Time-Lesern.


Zehn Fragen an Elmore Leonard

März 12, 2011

Elmore Leonard beantwortet zehn Fragen von Time-Lesern.


„Casino Royale“ – das verlorene Drehbuch

März 7, 2011

Jeremy Duns schrieb im Telegraph einen Artikel über das verlorene Drehbuch von Ben Hecht für die James-Bond-Verfilmung „Casino Royale“, das nach zahlreichen Überarbeitungen in der desaströsen 1966er James-Bond-Parodie „Casino Royale“ endete.

Hier gibt es einige Ausschnitte aus dem Drehbuch.


Ohne Kommentar

März 7, 2011

Volker Pispers über „Doktor“ Karl-Theodor zu Guttenberg


Die KrimiWelt-Bestenliste für den März 2011 ist die KrimiZeit-Bestenliste

März 4, 2011

Nach fast sechs Jahren wechselt die KrimiWelt zur Wochenzeitung „Die Zeit“ und heißt daher ab sofort, wegen des neuen Kooperationspartners, KrimiZeit.

(Irgendwann könnte noch zum „Spiegel“ gewechselt werden. Dann wäre es die KrimiSpiegel-Bestenliste. Bei den anderen Zeitungen klappt das Wortspiel dann nicht mehr.)

Außer dem Namen hat sich, wie ein Blick auf die sehr männerlastige März-Bestenliste zeigt, aber nichts geändert:

1 (1) Elmore Leonard: Road Dogs

2 (8) Francisco González Ledesma: Gott wartet an der nächsten Ecke

3 (-) Daniel Woodrell: Winters Knochen

4 (10) Michael Koryta: Blutige Schuld

5 (-) Richard Stark: Sein letzter Trumpf

6 (-) Romain Slocombe: Das Tamtam der Angst

7 (-) Heinrich Steinfest: Wo die Löwen weinen

8 (-) Michael Connelly: Sein letzter Auftrag

9 (2) Ken Bruen: London Boulevard

10 (9) Martin Suter: Allmen und die Libellen

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Fünf Neueinsteiger, aber wer will schon etwas gegen Daniel Woodrell (vielleicht kein reinrassiger Krimi), Richard Stark und Michael Connelly sagen? Ken Bruen ist auch immer akzeptiert. Von Elmore Leonards „Road Dogs“ war ich dagegen ziemlich enttäuscht, aber sein neuester Roman „Djibouti“ ist noch schlechter.

 


Die Glauser-Nominierungen 2011

Februar 16, 2011

Jetzt hat das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, in der Königskategorie Romane die Shortlist (basierend auf der Longlist und schneller als erwartet) und die Nominierungen in den anderen Kategorien veröffentlicht:

Bester Roman

Frank Göhre – Der Auserwählte, Pendragon

Paulus Hochgatterer – Das Matratzenhaus, Deuticke

Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals, Rowohlt

Kurt Palm – Bad Fucking, Residenz

Klaus Stickelbroeck – Fischfutter, KBV

Bestes Debüt

Johanna Alba und Jan Chorin -Halleluja, rororo

Petra Busch – Schweig still, mein Kind, Knaur

Lukas Erler – Ölspur, Kein & Aber

Rita Falk – Winterkartoffelknödel, dtv

Tanja Griesel – Rothard, Hoffmann und Campe

Bester Kurzkrimi

Zoe Beck – Rapunzel (in: “Märchenmörder”, Kölnisch-Preußische Lektoratsanstalt)

Anne Chaplet – Countdown in Selm (in: “Mord am Hellweg V”, Grafit)

Anke Laufer – Die Abweichung (in: “Wie fühlt es sich an ein Tier zu sein”, Swiridoff)

Judith Merchant- Annette schreibt eine Ballade (in: “Mörderisches Münsterland”, KBV)

Sybille Zimmermann – Kleiner Tod (in: “Die lange Tote vom Münsterplatz”, Wellhöfer)

Hansjörg-Martin-Preis 2011 (Kinder- und Jugendkrimi)

Anja Fröhlich – Benni, ich und der Fall Tuckermann , Klopp

Agnes Hammer – Dorfbeben, script5

Irma Krauss – Glücksgift, cbt

Silke Lambeck – Die wilde Farm, Bloomsbury

Ursula Poznanski – Erebos, Loewe

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis 2011

Dr. Jürgen Alberts

Die Verleihung ist auf der Criminale (4. bis 8. Mai).

Tja, nun, auch wenn ich die meisten Werke nicht kenne: einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten.

 


Die diesjährigen Barry-Nominierungen

Februar 15, 2011

Die Nominierungen für den Barry Award 2010, vergeben von den Lesern des Krimimagazins Deadly Pleasures Mystery Magazine sind draußen:

Best Novel

Nowhere to Run, von C.J. Box (Putnam)

Crooked Letter, Crooked Letter, von Tom Franklin (Morrow)

The Lock Artist, von Steve Hamilton (Minotaur)

Moonlight Mile, von Dennis Lehane (Morrow)

Bury Your Dead, von Louise Penny (Minotaur)

Savages, von Don Winslow (Simon & Schuster)

Best First Novel

Gutshot Straight, von Lou Berney (Morrow)

Rogue Island, von Bruce DeSilva (Forge)

The Poacher’s Son, von Paul Doiron (Minotaur)

The Sherlockian, von Graham Moore (Twelve)

The Holy Thief, von William Ryan (Minotaur)

Once a Spy, von Keith Thomson (Doubleday)

Best British Novel

Started Early, Took My Dog, von Kate Atkinson (Doubleday)

Blood Harvest, von S.J. Bolton (Bantam Press)

The Whisperers, von John Connolly (Hodder & Stoughton)

The Woodcutter, von Reginald Hill (HarperCollins)

Three Seconds, von Anders Roslund and Börge Hellström (Quercus)

Fourth Day, von Zoë Sharp (Allison & Busvon)

Best Paperback Original

The Hanging Tree, von Bryan Gruley (Touchstone)

The Dead Lie Down, von Sophie Hannah (Penguin)

Eggsecutive Orders, von Julie Hyzy (Berkley)

Fever at the Bone, von Val McDermid (Harper)

The Rhetoric of Death, von Judith Rock (Berkley)

A Small Death in the Great Glen, von A.D. Scott (Atria)

Best Thriller

13 Hours, von Deon Meyer (Grove Atlantic)

American Assassin, von Vince Flynn (Atria)

The Bricklayer, von Noah Boyd (Harper)

Bolt Action, von Charles Charters (Hodder UK)

On Target, von Mark Greaney (Jove)

The Rembrandt Affair, von Daniel Silva (Putnam)

Best Short Story

• “Requiem for Antlers,” von Mitch Alderman (Alfred Hitchcock Mystery Magazine [AHMM], January-February 2010)

• “Family Values,” von Robert Barnard (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], February 2010)

• “The Body in the Dunes,” von Caroline Benton (EQMM, January 2010)

• “The List,” von Loren D. Estleman (EQMM, May 2010)

• “The Seven Sorrows,” von Terence Faherty (EQMM, March-April 2010)

• “When the Apricots Bloom,” von Ellen Larson (AHMM, July-August 2010)

Ab jetzt darf abgestimmt werden. Die Preisverleihung ist auf der Bouchercon in St. Louis.

 


Oscar-Nominierungen – die etwas andere Sicht

Februar 9, 2011

Aus Sicht der Fans und mit viel Liebe für einen Film. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Titels:

Aus der Sicht eines Mainstream- und eines Independent-Machers:

Und hier die Nominierungsliste.

Die Links zu den nominierten Drehbücher.

(Dank an GITS für den Hinweis auf die Videos!)


Die Glauser-2011-Longlist

Februar 4, 2011

Vor der Shortlist (die in einem Monat veröffentlicht wird) hat die Jury für den diesjährigen Glauser-Preis, dem Krimipreis der Autorenvereinigung „Das Syndikat“, folgende Bücher auf ihre Longlist gesetzt:

Zoe Beck – Das alte Kind (Bastei Lübbe)

Gunter Gerlach – Friedhof der Beziehungen (Ars Vivendi)

Frank Göhre – Der Auserwählte (Pendragon)

Paulus Hochgatterer – Das Matratzenhaus (Deuticke)

Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals (Rowohlt)

Kurt Palm – Bad Fucking (Residenz)

Bernhard Salomon – Donaublut (Emons)

Amaryllis Sommerer – Keine Wunde, nichts (Milena)

Klaus Stickelbroeck – Fischfutter (KBV)

Daniel Twardowski – Das blaue Siegel (Goldmann)

Hm, da sind ja mal wieder viele mir unbekannte Autoren und Bücher dabei.


Die zehn besten Krimis von 2010?

Januar 29, 2011

Die Jahresbestenliste 2010 der KrimiWelt-Juroren bietet, weil die besten Krimis des Jahres aus den Krimis ausgewählt werden, die bereits auf einer der monatlichen Bestenlisten waren, keine großen Überraschungen:

1 Don Winslow: Tage der Toten

2 Richard Price: Cash

3 Dominique Manotti: Letzte Schicht

4 Pete Dexter: God’s Pocket

5 James Ellroy: Blut will fließen

6 Josh Bazell: Schneller als der Tod

7 David Peace: Tokio, besetzte Stadt

8 Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

9 Roger Smith: Blutiges Erwachen

10 Thomas Willmann: Das finstere Tal

Hm, das erinnert mich daran, dass einige Bücher noch auf meinem Zu-lesen-Stapel liegen – und ich meine Abendplanung (weniger Filme, weniger Außer-Haus-Termine, mehr Couch- und Lesesesselsitzungen bei abgestelltem Telefon) dringend überdenken sollte.


Die KrimiWelt-Bestenliste Februar 2011

Januar 29, 2011

Die Bestenliste der KrimiWelt für den Berlinale-Monat Februar sieht so aus:

1 (-) Elmore Leonard: Road Dogs

2 (3) Ken Bruen: London Boulevard

3 (1) John le Carré: Verräter wie wir

4 (2) Åke Edwardson: Der letzte Winter

5 (10) James Sallis: Dunkle Vergeltung

6 (5) Tana French: Sterbenskalt

7 (8) Kurt Bracharz: Der zweitbeste Koch

8 (-) Francisco González Ledesma: Gott wartet an der nächsten Ecke

9 (-) Martin Suter: Allmen und die Libellen

10 (-) Michael Koryta: Blutige Schuld

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat

Dieses Mal gibt es wieder nur vier Neulinge – und alles Männer, zwei aus dem benachbartem deutschsprachigem Ausland. Die Liste ist mit neun Jungs sowieso sehr männerlastig. Ansonsten: Ken Bruen und James Sallis haben mir gefallen. John le Carré nicht und von Elmore Leonards „Road Dogs“ bin ich auch etwas enttäuscht. Aber dazu demnächst mehr.


Ein Interview mit „Moon“-Regisseur Duncan Jones

Januar 28, 2011

Weil mir der mit dem Hugo ausgezeichnete SF-Film „Moon“ gut gefallen hat,

weil am 28. Januar der Film auf DVD und BluRay (mit viel Bonusmaterial) erscheint, und

weil das von Koch-Media zur Verfügung gestellte Interview interessant ist,

poste ich es.

In „Moon“ erzählt Duncan Jones die Geschichte von Sam Bell (Sam Rockwell), der als einziger auf einer Mondstation arbeitet. Kurz vor dem Ende seines Dreijahresvertrages häufen sich die seltsamen Ereignisse und plötzlich steht er seinem Doppelgänger gegenüber. Ist er jetzt endgültig verrückt geworden oder gibt es eine rationale Erklärung für den doppelten Bell?

 

Was fasziniert Sie an dieser Geschichte?

Der Mond bietet sich so offensichtlich als Schauplatz für eine Science-Fiction-Story an, aber er wird meistens ignoriert. Es ist erst vierzig Jahre her, dass wir zum ersten Mal auf den Mond flogen. Ich bekomme eine Gänsehaut bei dem Gedanken, dass der Mond vielleicht bald die Quelle sein könnte, aus der wir unseren Planeten für die nächsten hundert Jahre mit Energie versorgen. Aber unabhängig davon hat doch sowieso jeder eine persönliche Verbindung zum Mond: Jede Nacht gucken wir hoch zu ihm, jede Nacht haben wir da Science Fiction, direkt vor unseren Augen.

Wie kamen Sam Rockwell und Kevin Spacey zu diesem Film?

Nachdem ich die Rolle speziell für Sam Rockwell schrieb, musste es entweder eine große Herausforderung für ihn sein, den Part zu spielen, oder zumindest Spaß versprechen. Außerdem brauchte die Geschichte auch einen Reiz für das Mainstream-Publikum. Deshalb hatte ich schließlich die Idee, dass Sam mehrere Rollen gleichzeitig spielen sollte. Das würde alle unsere Richtlinien abdecken: Sam hätte seine Herausforderung als Schauspieler, die Besetzung bliebe minimal, und wir könnten uns auf einen bestimmten Typ von visuellen Effekten konzentrieren.

Ich spielte mit dem Ansatz, einen einsamen Mann auf einer Mondbasis zu platzieren, und zu diesem Grundgedanken passte auch das Klonen, die Vervielfachung von Sam. Ich wurde ganz aufgeregt, als ich darüber nachdachte, ob man sich wohl mögen würde, wenn man sich auf einmal selbst gegenüber stände. Ich glaube, das ist die brutalste, ehrlichste und menschlichste Frage, die es gibt – und das macht sie perfekt für einen Science-Fiction-Film. Kevin Spacey kannte bereits das Script, aber er wollte einen Rohschnitt des Films sehen, bevor er eine Entscheidung traf. Obwohl der Ton nur ersatzweise und die Effekte noch gar nicht drin waren, hat es ihn umgehauen. Kevin Spacey war begeistert von dem, was Rockwell da bot. Er hat sofort den Vertrag unterschrieben.“

Wie war das Besondere bei der Produktion von MOON?

Es war eine ziemlich verzwickte Aufgabe, MOON zusammenzubasteln. Wir wollten eine minimale Besetzung und die völlige Kontrolle über unseren Drehort. Und wir wollten den letzten Tropfen Leinwandpräsenz aus unseren Spezialeffekten herauspressen.

Der Film war technisch und logistisch sehr kompliziert. Wir hatten 33 harte, sehr von der Technik abhängige Drehtage in den Shepperton Studios. Wir arbeiteten in genau der Umgebung, in der Ridley Scott vor etwa 30 Jahren Alien gedreht hatte.

Ich bin im goldenen Zeitalter der Science-Fiction-Filme aufgewachsen. Wenn also ‚Gerty‘ [der Stationscomputer in MOON] oder ‚Sarang‘ [die Mondstation] ein Design haben, das eine bestimmte Retro-Ästhetik besitzt, dann ist das nicht zufällig so. Es ist die Inspiration der Filme, die wir geliebt haben, als ich aufgewachsen bin: Alien, Silent Running, Outland, und 2001: A Space Odyssey. Es ist eine Hommage an diese Filme und ihre Zeit.

Gibt es eine Szene, die Ihnen besonders vom Shooting in Erinnerung geblieben ist?

Es gibt einen Grund, warum man ‚Indie-Film‘ und ‚Science-Fiction-Film‘ so selten im selben Satz hört. Science Fiction ist das Genre, das am meisten Tricks und Ausstattung braucht, und das kann man mit einem ‚Indie‘-Budget natürlich nie finanzieren. Wir wollten mit dem Film eine Geschichte erzählen, die einerseits sehr persönlich ist, andererseits einen universellen Anspruch erfüllt. Eine bestimmte Szene war so kompliziert, dass wir sie einige Tage aussetzen mussten, um darüber nachzudenken. Aber es hat sich gelohnt – es ist einer der Momente des Films geworden, bei dem der Zuschauer sich anschließend fragt, wie wir das gemacht haben…

Was war die größte Herausforderung an diesem Film?

Einen waschechten Science-Fiction-Film zu drehen, mit einer spannenden Story, einem außergewöhnlichen Schauspieler, einem Sack voll bester Spezialeffekte – und wir haben das in 33 Tagen mit einem niedrigen Budget geschafft.

Was sollen die Zuschauer aus diesem Film mitnehmen?

Ich bin ein Nerd, ein Sci-Fi-Freak – aber ich bin auch hoffnungslos romantisch und ich liebe Filme.

Ich wünsche mir, dass die Science Fiction Fans dieser Welt sich bei dem Versuch überschlagen, all die Zitate und kleinen Hommagen zu entdecken, mit denen wir an vergangene Science-Fiction-Filme erinnern wollen.

Und am allermeisten wünsche ich mir, dass die Menschen, die diesen Film lieben, sagen: „Das war richtig gut. Ich bin gespannt, was diese Jungs als Nächstes vorhaben…“


Moon (Moon, GB 2009)

Regie: Duncan Jones

Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Idee von Duncan Jones)

mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict Wong, Matt Berry, Malcolm Stewart

Als Bonusmaterial ist angekündigt:

Single Disc Editions

Originaltrailer

Audiokommentar mit Regisseur Duncan Jones, Kameramann Gary Shaw sowie den Designern Gavin Rothery und Tony Noble

Audiokommentar von Regisseur Duncan Jones und Produzent Stuart Fenegan

2-Disc Special Editions (zusätzlich)

Kurzfilm „Whistle“ von Regisseur Duncan Jones (ca. 29 Minuten)

Making of Moon (ca. 16 Minuten)

Visuelle Effekte (ca. 11 Minuten)

Interview auf dem Sundance Film Festival (ca. 11 Minuten)

Science Center Interview mit Regisseur Duncan Jones (ca. 21 Minuten)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Moon“

Wikipedia über „Moon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung des Films „Moon“


Die Hammett-Nominierungen

Januar 27, 2011

Die Nominierungen für den Hammett-Preis 2010, vergeben von der North American Branch of the International Association of Crime Writers, sind draußen. Nominiert sind:

Get Capone: The Secret Plot that Captured America’s Most Wanted Gangster, von Jonathan Eig (Simon & Schuster)

Crooked Letter, Crooked Letter, von Tom Franklin (Morrow)

Iron River, von T. Jefferson Parker (Dutton)

The Nearest Exit, von Olen Steinhauer (Minotaur)

Die Preisverleihung ist am 20. September in Atlantic City, New Jersey, auf der New Atlantic Independent Booksellers Association (NAIBA) Fall Conference.

(via The Rap Sheet)