Die KrimiWelt-Bestenliste Januar 2011

Januar 1, 2011

Neues Jahr, neue Bestenliste der KrimiWelt-Jungs. Auf die erste Liste des neuen Jahres haben es folgende Werke geschafft:

1 (1) John le Carré: Verräter wie wir

2 (4) Åke Edwardson: Der letzte Winter

3 (-) Ken Bruen: London Boulevard

4 (2) Don Winslow: Tage der Toten

5 (-) Tana French: Sterbenskalt

6 (10*)Jo Nesbø: Headhunter

7 (8) Joe R. Lansdale: Kahlschlag

8 (-) Kurt Bracharz: Der zweitbeste Koch

9 (6) Solange Fasquelle: Trio Infernal

10 (-) James Sallis: Dunkle Vergeltung

In ( ) ist die Platzierung des Vormonats. Der * bedeutet, dass es sich um einen Wiedereinstieg handel.

Nur vier neue Werke, wobei „London Boulevard“ (gut), „Dunkle Vergeltung“ (auch gut) und „Der zweitbeste Koch“ (keine Ahnung) auch angenehm kurz sind. Wahrscheinlich hatten die Rezensenten, wie ich, im Dezember wenig Zeit zum Bücherlesen.


Horrorfilm des Tages: Night of the Living Dead

Dezember 30, 2010

Nach der von Frank Schnelle und Andreas Thiemann für „Die 50 besten Horrorfilme“ (Bertz + Fischer Verlag, 2010) erstellten Liste ist George A. Romeros „Night of the Living Dead“ (Die Nacht der lebenden Toten, USA 1968) der beste Horrorfilm aller Zeiten.

Für alle die ihn noch nicht gesehen haben:

Die Bildqualität der Kopie ist bescheiden. Aber für einen ersten Eindruck reicht es allemal.


Kleinkram

Dezember 24, 2010

Duane Swierczynski (aka Duane Louis) hat seine Weihnachtsfilme zusammengestellt. Eine feine Liste, unter anderem mit „The Ice Harvest“ (der dieses Jahr leider nicht im TV läuft) und „Stirb langsam“ (der heute Abend läuft).

Christopher G. Moore schreibt über „The cursed day in a Thai dog’s life“ und „Mapping the loss of empathy“.

Matt Beynon Rees über, hm, Kundenservice:

I’ll sum up what’s been going on, and then I’ll tell you why the “customer service” department is the anti-creative, anti-crime novel acme of our society. I’ll also tell you why I bet Dick Cheney doesn’t like crime novels.

Christa Faust schreibt über ihren Lieblings-Noir-Film „Night and the City“ (das Original mit Richard Widmark).

Maxim Jakubowski schreibt über Derek Raymond.

Brian Lindenmuth über den Fall (und Aufstieg) von Krimi-Comics.

Charlie Huston schreibt eine Kurzgeschichte.

Der A. V. Club hat sich mit „Burn Notice“-Erfinder Matt Nix unterhalten.

Crime always pays (Declan Burke) mit R. J. Ellory und mit James Thompson.

PBS mit Garry Disher.

In der aktuellen Ausgabe von The Big Thrill gibt es unter anderem ein Interview mit Heather Graham, Alexandra Sokoloff und Deborah LeBlanc und Hoyt Hilsman schreibt über seinen Weg vom Drehbuch- zum Buchautor.

Im Tainted Archive (Jack Martin/Gary Dobbs) wird der jetzt von den Coen-Brüdern wieder verfilmte Western „True Grit“ von Charles Portis mit der Verfilmung „Der Marshal“ (von Henry Hathaway, mit John Wayne) verglichen.

Außerdem wird der zweite Rooster-Cogburn-Film „Mit Dynamit und frommen Sprüchen“ (Rooster Cogburn, von Stuart Miller, mit John Wayne und Katharine Hepburn) besprochen.

Und es gibt die Erklärung, warum Roger Moore der beste James Bond war.

Ahem, James Bond: die BBC hat in ihren Archiven gewühlt und etliche historische Interviews mit verschiedenen Bond-Machern, Reportagen über die Bond-Filme und ein halbstündiges Gespräch von 1958 zwischen Raymond Chandler und Ian Fleming ausgegraben.

Der Noir of the Week ist „Escape from Crime“.

Hoffentlich nicht.


The Lincoln Lawyer – neuer Trailer

Dezember 23, 2010

Der neue Trailer für die Michael-Connelly-Verfilmung „The Lincoln Lawyer“ (Der Mandant) ist draußen:

Sieht aus, als ob sich die Macher ziemlich an das Buch halten. Allerdings waren für mich beim Lesen alle Charaktere einige Jahre älter.

Und das erste Plakat sieht so aus:

Den deutschen Starttermin kenne ich noch nicht. Aber er wird nach dem 18. März 2011, dem US-Start, sein.


Der neue Ignatius ist eine Wiederveröffentlichung

Dezember 10, 2010

Der Mann, der niemals lebte“ ist der bekannteste Roman von David Ignatius, der in den USA seit Jahren als Journalist und Polit-Thrillerautor bekannt ist. Ridley Scott verfilmte den Thriller mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.

Die deutschen Ausgaben seiner Thriller erscheinen inzwischen bei Rowohlt. Ignatius wird zwar von der Kritik für seine detaillierten Einblicke in die politische Situation des Nahen Ostens und die packenden Geschichten gelobt wird, aber er ist nicht gerade ein besonders produktiver Autor. Seit seinem Debüt 1987 veröffentlichte er nur sechs weitere Werke.

Deshalb ist es wenig erstaunlich, dass der gerade im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienene Thriller „Operation Beirut“ ein älteres Werk ist.

Es ist sein Debüt „Agents of Innocence“ von 1987, das bereits 1988 im List Verlag als „Die Wurzeln der Hölle“ erschien. Für die Neuausgabe wurde die Übersetzung überarbeitet.

Die Story (nach dem Klappentext):

Mission: Impossible

Libanon, 1969. Tom Rogers, Nachrichtenoffizier der CIA, wird nach Beirut versetzt. Seine Aufgabe: Informationen über palästinensische Untergrundorganisationen zu beschaffen. Dabei gelingt ihm ein Coup – Jamal Ramlawi, ein hochrangiges Mitglied der Fatah, erklärt sich bereit, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Doch will er das wirklich? Die beiden Männer trennen Welten, und ein gefährliches Spiel voller Täuschungen und Intrigen nimmt seinen Lauf …

Es geht also weit zurück in die Vergangenheit.

 


Veranstaltungsreihe „Querschläger“ startet heute mit Ross-Thomas-Abend

Dezember 9, 2010

Das ist ein Abend für die Berliner: Heute Abend startet im „Ex’n’Pop (Potsdamer Straße 157, Nähe U-Bahnhof Bülowstraße oder Kleistpark) um 20.00 Uhr die neue Veranstaltungsreihe „Querschläger“. Der Alexander Verlag, Distel Literaturverlag, Pendragon und Pulp Master wollen mehrmals im Jahr in einem angemessenen Rahmen ausgewählte Neuerscheinungen vorstellen.

Den Auftakt macht der Alexander Verlag mit einem Ross-Thomas-Abend (19. Februar 1926 – 18. Dezember 1995). Es wird die absolut empfehlenswerte Ross-Thomas-Werkausgabe und der neueste Band „The Yellow-Dog-Kontrakt“ (Yellow Dog Contract, 1976, deutsche, gekürzte Erstausgabe als „Geheimoperation Gelber Hund) präsentiert. Krimikritiker und Ross-Thomas-Fan Thomas Wörtche wird durch den Abend führen und im Kinosaal wird der Thriller „Bad Company“ (USA 1995) gezeigt. Regie führte Damian Harris. Ellen Barkin, Laurence Fishburne und Frank Langella spielen mit. Aber das Wichtigste ist: Ross Thomas schrieb das Drehbuch für den noirischen Polit-Thriller.


Und wer jetzt überlegt, ob er sich den Abend leisten kann: Der Eintritt ist frei.


Etwas für die Wunschliste: Film Noir Collection Box 1

Dezember 4, 2010

Wer die ersten drei Filme der „Film Noir“-Reihe von Koch Media noch nicht hat, sollte bei der jetzt erschienenen „Film Noir Collection Box 1“ zuschlagen. Denn „Die blaue Dahlie“ (nach einem Drehbuch von Raymond Chandler), „Spiel mit dem Tod“ (nach einem Roman von Kenneth Fearing) und „Scharzer Engel“ (nach einem Roman von Cornell Woolrich) sind tolle Noirs und schon seit Ewigkeiten nicht mehr im TV gelaufen.


Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jean-Luc Godard!

Dezember 3, 2010

Jean-Luc Godard, geboren am 3. Dezember 1930 in Paris.

Sein erster Spielfilm war 1960 „Außer Atem“ (À bout de souffle) mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg. Danach zahlreiche weitere Filme, wobei die Filme seit 1968 zunehmend abstrakter wurden und, auch deshalb, nur noch ein überschaubares Publikum erreichten.

In unseren Kinos lief schon seit Ewigkeiten kein Godard-Film mehr und auch im Fernsehen laufen seine nach „Eins plus eins“ (Sympathy for the devil) gedrehten Filme selten bis nie.

Sein neuester Film heißt „Film socialisme“ (Homepage, Wikipedia).


Kleinkram, vollkommen unsortiert

Dezember 1, 2010

Für den “ Telegraph“ hat David Gritten sich mit Elmore Leonard unterhalten. Der Grund war die DVD-Veröffentlichung der ersten Staffel der TV-Serie „Justified“ mit Timothy Olyphant als dem von Elmore Leonard erfundenem Charakter US Marshal Raylan Givens in der Hauptrolle.

In dem Interview erfahren wir auch, was „W W E D“ bedeutet.

Für die „taz“ hat Ilka Kreutzträger sich mit Frank Göhre unterhalten:

Ich weiß bei meinen Geschichten, auf welche inhaltliche Lösung ich hinauswill, aber wenn mich meine Frau abends fragt, wie es weitergehen soll, kann ich keine Auskunft geben.

Für Collider hat Steve Weintraub sich mit William Monahan über seine Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ (die deutsche Ausgabe ist jetzt bei Suhrkamp erschienen [Unbedingt kaufen!]) unterhalten.

Daniel Woodrell fragt sich „How much Ozarks is in me?“

Joe R. Lansdale meint „Walmart I can’t quit you“.

R.J. Ellory fragt „Why does an Englischman write American Fiction?“.

Lawrence Block erinnert sich an den Krimiautor Henry Kane (Sie kennen ihn nicht? Im nächsten Antiquariat müssten Sie eines seiner Werke finden.).

Darren Aronofsky

– spricht über seinen letzten Film „Black Swan“ (deutscher Kinostart ist 20. Januar 2011). Hauptdarstellerin Natalie Portman war auch dabei.

– spricht über seinen nächsten Film „The Wolverine“ (yep, X-Men-Universum):

I think, for the first time in my life—you know, every single film that I’ve done so far I’ve been the only person in the room who wants to make the movie. And, I kinda am excited about doin’ a film where actually everyone wants to make it. And, just to see what the experience is like and to see if I can do what I do in that world.

Ich gehe mal davon aus, dass die Produzenten wissen, dass Darren Aronofsky nicht gerade der klassische Mainstream-Regisseur ist und sie keinen 08/15-Blockbuster wollen. Sonst könnte es zu ernsthaften „kreativen Differenzen“ kommen.


Der enorm produktive Kevin J. Anderson gibt in seinem Blog tolle Schreibtipps.

Anderson schrieb – wenn Sie sich gerade fragen, woher sie den Namen kennen –  zahlreiche „Star Wars“- und „Akte X“-Romane.


Die KrimiWelt-Bestenliste Dezember 2010

November 27, 2010

Die vorweihnachtliche Bestenliste der KrimiWelt:

1 (-) John le Carré: Verräter wie wir

2 (1) Don Winslow: Tage der Toten

3 (3) David Peace: Tokio, besetzte Stadt

4 (-) Åke Edwardson: Der letzte Winter

5 (2) Zoran Drvenkar: DU

6 (-) Solange Fasquelle: Trio infernal

7 (9) Oliver Bottini: Das verborgene Netz

8 (-) Joe R. Lansdale: Kahlschlag

9 (-) Håkan Nesser: Die Perspektive des Gärtners

10 (5) Heinrich Steinfest: Batmans Schönheit

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Auch die Dezemberliste besteht zur Hälfte aus Neueinsteigern. Dass John le Carré, nachdem er einhellig abgefeiert wird (jedenfalls habe ich noch keinen Verriss entdeckt), auch einen Platz auf der Liste erhält, werwundert nicht. Trotzdem hat mir „Verräter wie wir“ nicht gefallen. Mehr dazu demnächst. Dass Zoran Drvenkar, nachdem die Besprechungen für „DU“ bestenfalls gemischt waren, wieder auf der Liste ist, verwundert dagegen schon etwas. Und schön, dass Joe R. Lansdale einen „Kahlschlag“ liefert.


One World Berlin 2010

November 25, 2010

Heute startet zum siebten Mal das Bürger- und Menschenrechtsfilmfestival „One World Berlin“. Die Humanistische Union präsentiert, wie in den vergangenen Jahren, einige Filme (und weil ich im Vorstand der HU bin,…). Das Festival findet im Kino Arsenal (S/U-Bahnhof Potsdamer Platz) vom Donnerstag, den 25. November, bis zum Mittwoch, den 1. Dezember statt.

 

In diesem Jahr präsentieren wir

Donnerstag, 25. November, 19.00 Uhr

der Eröffnungsfilm

ZERTIFIKAT DEUTSCH (Deutschland 2009, Regie: Karin Jurschick)

anschließend Gespräch mit

Karin Jurschick (Regisseurin) und

Günter Piening (Senatsbeauftragter für Migration und Integration)

 

Karin Jurschicks beobachtender Dokumentarfilm begleitet einen vorbereitenden Integrationskurs an der Volkshochschule Köln, der mit dem „Zertifikat Deutsch“ endet. Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten müssen seit 2005 den Kurs besuchen, wenn sie eine Einbürgerung anstreben, ihre Aufenthaltserlaubnis verlängern oder Transferleistungen erhalten möchten. In 645 Unterrichtsstunden sollen grundlegende Sprachkenntnisse, die ‚deutsche Kultur‘ und ‚demokratische Grundwerte‘ vermittelt werden. Diese Integrationskurse (2009 wurde das Curriculum modifiziert) sind umstritten.

Karin Jurschicks Film gewährt einen ungewöhnlichen Einblick in den Kursalltag und lässt die Teilnehmer zu Wort kommen.

 

ACHTUNG: Beschränkter Kartenverkauf; Vorbestellung unter 030 – 24 31 30 37 erbeten.

 

Freitag, 26. November, 21.15 Uhr (Deutschland-Premiere)

COMPLAINTS CHOIR (Dänemark 2009, Regie: Ada Bligaard Soby)

anschließend Gespräch mit

Anja Kofbinger (Mitglied im Abgeordnetenhaus für Bündnis 90/Die Grünen, Schriftführerin im Petititonsausschuss des Abgeordnetenhauses)

 

Worüber beschwerst Du Dich eigentlich?“ Dieser Frage sind die finnischen Künstler Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen nachgegangen. Das finnische Wort ‚Valituskuoro‘, wörtlich übersetzt Complaints Choir oder Beschwerdechor, bezeichnet eine Situation, in der viele gleichzeitig ihrem Ärger Luft machen. Warum, fragten sie sich, nicht die Idee wortwörtlich nehmen und mit einem wahrhaftigen Beschwerdechor ein Forum zur spielerischen Artikulation von Unmut bieten? Aus diesem semantischen Spiel ist ein weltumspannendes partizipatorisches Kunstprojekt geworden.

Menschen von Hamburg bis Hongkong, Juneau bis Jerusalem und Malmö bis Melbourne haben sich bei dem finnischen Künstlerduo gemeldet, einen Chor zusammengetrommelt, Beschwerden gesammelt, zu Liedtexten verarbeitet und diese einstudiert. Höhepunkt der Aktion ist eine Aufführung im öffentlichen Raum der jeweiligen Stadt, die mit Video aufgezeichnet und im Internet archiviert wird.

Ada Bligaards Søbys Langfilmdebüt begleitet Chorprojekte in Chicago und Singapur. Den

Soundtrack steuerte der dänische Electronica-Musiker und -Produzent Trentemøller.

 

Sonntag, 28. November, 21.15 Uhr (Deutschland-Premiere)

TERE BIN LADEN (Without Bin Laden) (Indien 2010, Regie: Abhishek Sharma)

anschließend Gespräch mit

Rosi Will (Bundesvorsitzende Humanistische Union) und

Julia Scherf (Leiterin des Asien-Referats der Heinrich-Böll-Stiftung)

 

14. September, 2001. Ein ehrgeiziger TV-Reporter (gespielt vom pakistanischen Popstar Ali Zafar) freut sich auf seinen neuen Job in den USA. Auf dem Flug löst ein zu Boden gefallenes Messer folgenschwere Missverstände aus. Der Journalist erhält ein lebenslanges Einreiseverbot und findet sich im Krieg gegen den Terror verwickelt. Eine Kette aberwitziger Ereignisse nimmt seinen Lauf, bis er schließlich Al-Kaida-Videobotschaften mit einem Osama-Double fingiert…

Die Bollywood-Verwechslungskomödie erfreut sich großer Beliebtheit in USA und Indien, wurde aber in dem Heimatland des Hauptdarstellers verboten. Sie nimmt den Terrorkrieg der USA, den Islamismus und das Karrierestreben von Journalisten auf die Schippe.

 

Montag, 29. November, 21.30 Uhr (Berlin-Premiere)

RESTREPO (USA 2009, Regie: Sebastian Junger, Tim Hetherington)

anschließend Gespräch mit

Otfried Nassauer (Direktor des Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit [BITS])

Thomas Wiegold (Journalist, angefragt)

 

Juan Restrepo war Sanitäter in der US-Armee. Er war in Afghanistan stationiert. 2007 kam er bei Kampfhandlungen um. Seine Kameraden der 173. Luftlandebrigade haben einen Außenposten im Korengal-Tal im östlichen Afghanistan nach ihm benannt. Dieses Gebiet gilt als das gefährlichste im ganzen Land. Täglich kommt es zu Kämpfen zwischen US-Truppen und Taliban.

Ein Jahr begleiteten der Journalist Sebastian Junger („Der perfekte Sturm“) und der Fotograf Tim Hetherington als „embedded reporters“ die Einheit. Sie schildern die Geschehnisse des inzwischen längsten Krieges, in dem die USA verwickelt sind, aus der Perspektive der einfachen Soldaten.

Restrepo“ wurde beim Sundance Filmfestival 2010 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.


Einige Interviews mit Harlan Coben

November 24, 2010

Ohne weitere Worte:

Den ersten Teil finde ich nicht, aber dafür den Rest:

Zuletzt erschien bei uns von Harlan Coben der neue Myron-Bolitar-Krimi „Von meinem Blut“ (Long lost).


„The Lincoln Lawyer“ – der erste Trailer

November 22, 2010

Der US-Kinostart der Michael-Connelly-Verfilmung „The Lincoln Lawyer“ (Der Mandant) ist am 18. März 2011. Der deutsche Kinostart ist noch unklar, aber dafür ist jetzt der erste Trailer draußen:

Naja. Hippe Optik, aber für mein Empfinden ist Matthew McConaughey einfach zehn Jahre zu jung für Michael Haller und ich hab absolut keine Ahnung, wie die die zweite Hälfte des Romans (der fast ausschließlich im Gerichtssaal spielt) auf die Leinwand bringen wollen.

 


Sara Paretsky ist Grandmaster 2011

November 21, 2010

Die Mystery Writers of America (MWA) haben Sara Paretsky zum Grandmaster 2011 ernannt. Mit ihrer Privatdetektivin Vic Warshawski wurde 1982 das Tough-Guy-Genre um eine nicht minder schlagkräftige und schlagfertige Frau erweitert und seitdem gab es unzählige weibliche PIs. Paretsky gehörte außerdem zu den Gründerinnen von Sisters in Crime.

In der MWA-Presseerklärung steht:

„The mystery genre took a seven-league stride thanks to Sara Paretsky, whose gutsy and dauntless protagonist showed that women can be tough guys, too,“ said Larry Light, Executive Vice President of Mystery Writers of America. „Before, in Sara’s words, women in mysteries were either vamps or victims. Her heroine, private eye V.I. Warshawski, is whip-smart and two-fisted, capable of slugging back whiskey and wrecking cars, and afire to redress social injustice.“

In Deutschland hatte Sara Paretsky dagegen einen schweren Stand. Zuletzt erschien „Feuereifer“ (Fire Sale, 2005). Das Einzelwerk „Bleeding Kansas“ (2007) wurde nicht übersetzt. Ihr vorletzter Warshawski-Krimi „Hardball“ (2009) ist für April 2011 bei Dumont angekündigt und für ihren neuesten Warshawski-Krimi „Body Work“ (2010) gibt es noch keinen deutschen Veröffentlichungstermin.

Die Preisverleihung ist am 28. April 2011 in New York City.


Lesen, lesen, lesen mit Stadt Land Buch

November 20, 2010

Im 19. Jahr haben die Macher die Berlin-Brandenburgischen Buchwochen in „Stadt Land Buch“ umbenannt und sie verleihen zum ersten Mal einen Preis für den besten Katzenkrimi. Anscheinend gibt es da viele Bücher und Fans. Hm.

Jedenfalls startet der Marathon am Sonntag, den 21. November, und endet am Montag, den 28. November, und für Krimifans ist, neben dem Katzenkrimipreis, auch einiges im Angebot:

am Montag, den 22. November, liest Sabine Alt aus „Gegen das Licht“ und Hellmuth Karasek aus „Billy Wilder – Eine Nahaufnahme“.

am Mittwoch, den 24. November, lesen Horst Bosetzy (-ky), Martina Arnholt, Barbara Ahrens und Heidi Ramlow aus „Berliner Morde“ und „Ran an ’n Sarg und mitjeweent“,

am Donnerstag, den 25. November, wird der Katzenkrimipreis verliehen,

am Freitag, den 26. November, liest Horst Bosetzky (-ky) aus „Rumbalotte“ und Christian Brückner aus Umberto Ecos „Das Foucaultsche Pendel“.

Das waren die Berliner Termine. In Frankfurt (Oder) wird am Donnerstag, den 25. November Rainer Kaufmanns Ingrid-Noll-Verfilmung „Kalt ist der Abendhauch“ gezeigt.

Das gesamte Programm gibt es hier.


Kleinkram – mit vielen Interviews

November 17, 2010

Die November-Ausgabe von The Big Thrill ist online. Es gibt unter anderem Interviews mit

Christopher Reich

Brad Thor

Jim Fusilli (endlich wieder ein neues Buch, aber im Moment nur als Hörbuch)

Heather Graham, Alexandra Sokoloff und Deborah LeBlanc

zu ihren neuen Thrillern.

Weitere Interviews an anderen Orten gibt es mit

RJ Ellory

John Harvey (über Charlie Resnick)

Karin Fossum

China Miéville (der gerade für „Die Stadt & Die Stadt“ den Hugo erhielt)

Ken Follett

Reed Farrel Coleman (Hm, der könnte mal übersetzt werden)

Alvaro Rodriguez (dem Drehbuchautor von „Machete“)

Das fällt wohl in die Kategorie „endlich online“: 1976 unterhielt Roger Ebert sich mit Krimiautor John D. MacDonald (der Erfinder von Privatdetektiv Travis McGee).

Joe R. Lansdale denkt über „Noir“ nach.

Matt Zoller Seitz schreibt über „How Hollywood killed the Movie Stunt“. Denn während wir früher noch sehen konnten, wie echte Menschen gefährliche Dinge taten (Nein, ich nenne jetzt keine Beispiele.), bekommen wir heute ein Schnittgewitter präsentiert, bei dem man zwar irgendwie das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein, aber sich auch denkt „Das könnte ich auch.“.

Denn die neuen Action-Filme sind, weil wir die wirkliche Action nicht mehr sehen, Post-Action-Filme.


Im Trailerpark des Herrn Stephen King

November 16, 2010

Stephen Kings neues Buch heißt „Zwischen Nacht und Dunkel“ (Full Dark, No Stars, 2010), die deutsche Ausgabe ist jetzt bei Heyne erschienen und sie enthält vier neue Kurzromane des Grandmasters. „Kurz“ für Kingsche Verhältnisse, denn das Inhaltsverzeichnis liest sich so:

1922 – 11

Big Driver – 199

Faire Verlängerung – 357

Eine gute Ehe – 403

Nachwort – 523

Bis auf die knapp fünfzigseitige „Faire Verlängerung“ würden die Geschichten (die natürlich alles Horror- oder Kriminalgeschichten sind) bei anderen Autoren als eigenständige Romane durchgehen.

Um das Buch zu promoten, gibt es natürlich einen Trailer von seinem US-Verlag

Ziemlich öde, aber die Trailer von Future Shorts für die vier Geschichten (gemacht in Kooperation mit Kings englischem Verlag) sind wirklich gut

Am besten gefällt mir der Trailer für „A good marriage“ (Eine gute Ehe). Der könnte von David Lynch sein. Aber auch die anderen machen neugierig auf die Geschichten.

Stephen King: Zwischen Nacht und Dunkel

(übersetzt von Wulf Berger)

Heyne, 2010

528 Seiten

19,99 Euro

P. S.: Wenn ich mir die verschiedenen Covers für „Zwischen Nacht und Dunkel“ ansehe, gefällt mir das deutsche Cover von David Hauptmann (Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich) am besten.


Kleinkram

November 12, 2010

Das kommt nicht wirklich überraschend: Das Erste hat sich entschlossen, am kommenden Freitag, den 19. November, nicht zwei, sondern drei Folgen von „Im Angesicht des Verbrechens“ auszustrahlen.

Die Erklärung:

Man verleihe der Serie so einen prägnanteren Schluss, hieß es von der ARD. Diejenigen, die von der Serie begeistert seien, müssten dann nicht noch eine Woche warten, um zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht.

In der Süddeutschen Zeitung wird auch ARD-Programmdirektor Volker Herres zitiert:

Herres spricht von seiner Befürchtung, die zehnte Folge könne als Stand Alone absaufen. Aber dann hätte man sie von Anfang an nicht allein stehend programmieren dürfen.

Die Saga einer Berliner Russenmafia wurde bereits zur Hälfte ausgestrahlt und hat bislang ein Publikum von konstant zwei Millionen. Zwei Millionen Menschen sind ordentlich, aber natürlich deutlich weniger als 3,5 Millionen, die den üblichen Zuschauerschnitt am Freitagabend bilden, wenn die ARD um 21.45 Uhr zur Tatort-Wiederholung ansetzt.

Die Erklärung ist natürlich Bullshit. Aber nur die Privaten dürfen sagen, dass sie wegen schlechter Quoten eine Sendung absetzen oder auf einen Nach-Mitternacht-Sendeplatz verschieben.

Vielleicht gab’s auch einige empörte Anrufe von schockierten Zuschauern.

Und nun zu erfreulicheren Dingen:

der Noir of the Week ist „Auf falscher Spur“ (The clouded yellow, USA 1950) von Ralph Thomas nach einem Drehbuch von Janet Green mit Jean Simmons und Trevor Howard.

Letzte Woche war’s „Tokio-Story“ (House of Bamboo, USA 1955) von Sam Fuller.

Bei Mulholland Books gibt’s Artikel über

Charles Willeford

die Thorne-Verfilmung „Sleepyhead“ (nach dem Roman von Mark Billingham)

What makes a great novel?“ (R. J. Ellory versucht die Frage zu beantworten)

„What ya readin‘ for?“ (R. J. Ellory versucht auch diese Frage zu beantworten)

Ken Bruen unterhält sich mit Andrew Vachss und er bespricht Andrew Vachss‘ neuen Noir „The Weight“

Andrew Vachss hat die Kurzgeschichte „As the crow flies“ geschrieben (Teil eins, Teil zwei)

Maxim Jakubowski hat sich mit Regisseur Mike Hodges (Get Carter) unterhalten

Martin Compart gratuliert Alain Delon zum Geburtstag.

 


Kleinkram

November 10, 2010

Dinge, die es nach der Schulphysik nicht geben dürfte: Filmcharaktere schreiben Bücher.

Es gibt sie trotzdem. Hier eine aktuelle Liste: angefangen bei Roger Sterling („Mad Men“) über Richard Castle („Castle“) bis hin zu Jessica Fletcher („Murder, she wrote“).

Lee Child nennt fünf Krimis, in denen das Wort „Child“ im Titel enthalten ist:

Robert B. Parker: God Save the Child

John Hart: The Last Child

Laurie R. King: With Child

Andrew Vachss: Only Child: A Burke Novel

Tom Rob Smith: Child 44

Very childish!

Thriller-Autor Brett Battles erzählt, wie er dieses Jahr in seiner Heimatstadt Los Angeles gerufen wurde, um seine bürgerlichen Pflichten als Geschworener zu erledigen.


Hinweise

November 9, 2010

Peter Bogdanovich ist unter die Blogger gegangen. Zuletzt hat er über Fritz Langs „M“ geschrieben. Davor unter anderem über „Psycho“ und „Stagecoach“ (Ringo; Höllenfahrt nach Santa Fé).

Sehr empfehlenswert!

Im Tagesspiegel unterhält Rainer Tittelbach sich mit Drehbuchautor Christian Jeltzsch. Er schrieb die Bücher für etliche „Tatorte“, einige „Polizeirufe“, dreimal ließ er „Kommissarin Lucas“ ermitteln, er war „Am Ende der Eiszeit“ und er erfand den neuen Kommissar Kreutzer (der von Christoph Maria Herbst gespielt wird):

Viele Redakteure haben gesagt, sie fänden die Figur Kreutzer super, aber sie würden das im Sender nicht unterkriegen. Hauptgegenargument: „Das gab es noch nie.“ Bedenken gab es auch wegen der Einheit des Ortes. Wird das nicht zu viel Kammerspiel? Will das der Zuschauer sehen? Es fehlte der Mut, das auszuprobieren. Bei den Öffentlich-Rechtlichen setzt man lieber auf Bewährtes in Variation. Oft heißt es: „Wollen wir nicht etwas machen wie …?“

Schon einige Tage online, immer noch aktuell und inzwischen auch locker erreichbar: Lobbypedia – eine Seite über; hier steht’s doch:

Lobbypedia stellt den Einfluss von Unternehmen und Lobbyorganisationen auf staatliche Einrichtungen, Gesetzgebungsprozesse sowie Medien und die öffentliche Meinung dar. Lobbypedia ist ein Projekt der gemeinnützigen Initiative LobbyControl.

Derzeit arbeiten wir an drei Themenportalen, die Sie in der linken Navigationsleiste finden: die Seitenwechsel von PolitikerInnen, das Portal Bau- und Immobilienlobby aus Anlass Stuttgart 21 und die Lobbyarbeit der Finanzbranche.