Kurz gemeldet, hauptsächlich aus Hollywood

August 20, 2009

Hollywood will Charles Willefords „Ketzerei in Orange“ (The burnt orange heresy) verfilmen. Neil LaBute soll Regie führen. Mehr ist noch nicht bekannt. Außer dass Produzent William Horberg (yep, der hat auch die Willeford-Verfilmung „Miami Blues“ produziert) und LaBute große Willeford-Fans sind.

Via Go into the Movies habe ich dieses interessante Gespräch von Tony Martin mit Robert McKee entdeckt:

Sehr schön ist die Diskussion am Anfang des zweiten Teils über sympathische Helden – und warum wir trotzdem unsympathische Helden wie Hannibal Lecter und Macbeth bewundern.

Und wer nicht hören will, kann lesen.

Dass die Guten gewinnen und dass auch „böse Menschen“, wie unser liebster Serienkiller Dexter Morgan oder Mafiosi Tony Soprano, ein Gewissen haben und ihren moralischen Regeln folgen, beschreibt Lisa Kling:

TV is a highly moralistic universe.  Good almost always triumphs over evil.  There are, of course, gray areas.  Antiheroes like Tony Soprano, Vic Mackey, Dexter Morgan and Patty Hewes are far from squeaky clean.  But if you look closely, they do have their own moral codes which may be outside the law, but aren’t full-on “evil.”  Dexter may be a serial killer, but he only kills really bad people.  Patty is a scheming liar, but does it for the sake of her wronged clients.  And these characters inevitably pay some emotional price for the shady things they do.  You’ll never meet a happy antihero.  My point is that for all the dark, edgy drama on the air, there’s still only so far you can push the boundaries of conventional morality on television.  Networks and studios will insist on some redeeming qualities for your lead characters.  I don’t think they’re entirely wrong about this, either. (…)

As TV writers, if we’re very lucky, our work will be seen by millions of people.  If we’re even luckier, it might influence the way those people think.  Which is why I really don’t have a problem with the good guys, however predictably, winning their fictional battles more often than not.

Drehbuchautor John August spricht über seine Arbeit, also das Schreiben von Drehbüchern (Teil ein, Teil zwei).

Bei uns hat sich Aufregung um den „Baader-Meinhof-Komplex“ bereits gelegt. Dennoch muss ich auf dieses sehr ausführliche Interview mit Regisseur Uli Edel (der hier bei uns ja fast keine Interviews zum Film gab) hinweisen. Witzig ist diese Passage:

They didn’t like that nude beach scene, huh?

No! In Germany, that’s nothing. Not one person referred to that. The first word I got about it was from an American guy who saw it in London: “Uh… those two naked girls… don’t you think you’ll have problems with that?”

Und den neuen Bond mag Edel auch nicht:

Yeah, that’s what I hated in the new Bond movie. How could they say that was a good movie? I could hardly see a thing in those action scenes!

Aber in erster Linie geht es um den Film und die damalige Zeit.

Und The Rap Sheet stellt John Connolly einige Fragen:

I think that the books in which the supernatural element is used feel richer and more layered to me. There are plenty of straightforward crime novelists out there, and what they do they do very well. But there are fewer, I think, who are prepared to experiment and hybridize, mainly because there still seems to be resistance to it among the more conservative sections of the genre. That comes, I think, from a fundamental misunderstanding of how it can be used.

In my books, it’s not a case of “the ghost did it.” I simply don’t find metaphysical and anti-rationalist concepts inimical or alien to the genre. I guess, if I have to defend myself, I take a wider, more inclusive view of the genre’s possibilities, and that can’t be a bad thing. Ultimately, open-minded beats narrow-minded every time.




Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag

August 19, 2009

Edition Köln

September

Peter Faecke: Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt (Kommissar Kleefisch muss sich mit den Morden an einer jungen Türkin und einer Marokkanerin herumschlagen. In Köln brodelt es mächtig zwischen den Kulturen.)

H. B. Lüttke: Ich liebe dich, Du tötest mich (Ein Lehrer verknallt sich in eine kurdische Schülerin. In einem Krimi kann das nur in Mord und Totschlag enden.)

Oktober

Adolf Streckfuß: Der tolle Hans (Criminalbibliothek 1850 – 1933 – Band IV, ein Krimi aus dem Jahr 1871 über einen Raubmord und die Beweisführung anhand von Indizien)

Ernst von Wildenbruch: Das wandernde Licht (Criminalbibliothek 1850 – 1933 – Band V, psychologisch fundierte Kriminalliteratur aus dem Jahr 1893 verspricht der Verlag)

November

Barolomé Leal: Tod in La Paz (Ein Antiquar und Privatdetektiv soll den Mord eines von Drogenhändlern Ermordeten aufklären.)

Dezember

Barbara Keller: „Sieht so eine Mörderin aus?“ (die BerlinKriminell-Macherin schreibt über ihre Begegnungen mit Frauen vor dem Kriminalgericht Berlin-Moabit. Es ist der Start der neuen Reihe „Wahre Kriminalgeschichten“.)

Bereits erhältlich

Die von Frank Göhre herausgegebene „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands“ (eine zehnbändige Geschichte des deutschen Krimis und des Landes von 1957 bis 1993) gibt’s jetzt im 10er-Pack für 48 Euro beim Verlag:

Egon Eis: Duell im Dunkel (1957)

Hansjörg Martin: Kein Schnaps für Tamara (1966)

Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig (1970)

-ky: Einer von uns beiden (1972)

Michael Molsner: Rote Messe (1973)

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, schlaf (1980)

Helge Riedel: Einer muss tot (1983)

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt (1984)

Peter Zeindler: Feuerprobe (1991)

Robert Brack: Psychofieber (1993)

Matthes & Seitz

August

Manfred Iwan Grunert: Amerikanskij Wolp (ein Kriegsreporter soll auf Wunsch der Russenmafia sterben, damit sein Doppelgänger weiterleben kann. Der Reporter versucht das zu verhindern – und der geneigte Leser darf sich durch gut 1000 Seiten kämpfen.)

Verbrecher Verlag

November

Tobias Ebbrecht: Bilder hinter den Worten – Spurensuche im Zwischenraum: Der Filmemacher Romuald Karmakar (eine Annäherung an den umstrittenen Regisseur.)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)


Kurzmeldungen: Tarantinos Lieblinge, Geschnittene Filme, Neue Drehbücher, Eine Analyse von Hitchcocks „Rope“, Noir of the Week, Trailer zur Verfilmung von Stieg Larssons „Verblendung“, Fantasy Filmfest

August 18, 2009

Quentin Tarantino nennt seine zwanzig Lieblingsfilme von 1992 bis heute.

Schnittberichte liefert einen Überblick über die neuen Filme, die wir dieses Jahr in Deutschland nur gekürzt sehen durften.

Simply Scripts weist auf einige neue Drehbücher (naja, neu im Netz) hin. Unter anderem:

Jules Furthman, Leigh Brackett: Rio Bravo

Alan Trustman: The Thomas Crown Affair (das Original)

John Huston, Gladys Hill: The man who would be king (ist natürlich die grandiose Rudyard-Kipling-Verfilmung „Der Mann, der König sein wollte“ mit Sean Connery und Michael Caine)

Sex in a Submarine analysiert Alfred Hitchcocks „Rope“ (Cocktail für eine Leiche). Hitchcock drehte die Verfilmung des Theaterstücks ohne einen einzigen Schnitt:

it’s an amazing experiment that actually works.

Warum? Nun, hier ist William Martells ausführliche Antwort.

Im Kino habe ich eben den Trailer für die Stieg-Larsson-Verfilmung „Verblendung“ gesehen. Der Film startet am 1. Oktober. Der Trailer sieht allerdings ziemlich s—, äh, wie ein biederer skandinavischer 08/15-TV-Krimi aus:

Der Noir of the Week ist „Aufruhr in Santa Sierra“ (Try and get me, USA 1950). Regie führte Cy Enfield. Das Drehbuch ist von Joe Pagano nach seinem Roman „The Condemned“.

Und, uh, nicht vergessen: Fantasy Filmfest. Denn danach gibt’s viele Filme nie wieder auf der großen Leinwand. Ich freue mich auf:

Largo Winch (Comicverfilmung von Jérôme Salle, der vorher „Anthony Zimmer“ drehte)

Deliver us from evil (ein neuer Ole Bornedal)

District 9 (der Hit aus den USA, ab 22. Oktober bei uns im Kino)

In the Electric Mist (hab die James-Lee-Burke-Verfilmung von Bertrand Tavernier mit Tommy Lee Jones auf der Berlinale verpasst)

Lesbian Vampire Killers (ist wahrscheinlich doof, hat aber einen genialen Titel)

New Town Killers (in Edinburgh. Schulden, 12.000 Pfund in einem Schließfach und die Jagd geht los.)

Pontypool (ein neuer Film von Bruce McDonald [Raodkill, Highway 61, Hard Core Logo])

Push (von „Lucky Number Slevin“-Macher Paul McGuigan – in einer Gratis-Vorführung)

The Sniper (ein Hongkong-Copthriller von Dante Lam)

Thirst – Durst („Oldboy“ Chan-Wook Parks neuester Streich)

The Tournament („Ein Battle Royal der Superkiller“ steht im Programmheft: alle sieben Jahre treffen sich die weltbesten Auftragskiller und knallen sich ab. Ach ja, es gibt natürlich etwas zu gewinnen. Ving Rhames und Robert Carlyle spielen mit.)

Außerdem sind Dario Argentos „Giallo“, John Woos „Red Cliff“  (erscheint im November auf DVD) und der neue Jackie-Chan-Film „Shinjuki Incident“ (erscheint 2010 auf DVD) im Angebot.


Kleinkram: Stuart Beattie über sein „G. I. Joe“-Buch, Bilder vom „Bad Lieutenant“-Remake, Laura Lippmann über Serien und Einzelwerke, Andrew Collins über Dan Brown, Allison Brennan über Taschenbücher, Alexandra Sokoloff über das dicke Ende

August 17, 2009

Wenn man den Kritiken vertrauen kann, ist das Beste an dem Action-Blockbuster „G. I. Joe“ das von Max Allan Collins geschriebene Buch zum Film. Im Hollywood Reporter hat Martin A. Grove mit Drehbuchautor Stuart Beattie (Collateral) über die Entstehung des Drehbuchs gesprochen. „Good news: You’re hired. Bad news: Write it in six weeks“ ist der lakonische Titel:

Normally, writers have plenty of time in which to work: „It’s 12 weeks usually for a first draft and then eight weeks for a second draft and all through preproduction, which is three or four months.“

In fact, preproduction on a big movie like this should have been six months, but it was only about four. „That’s when you want to fix things, because it’s just on paper at that stage,“ Beattie pointed out.

Die Sache mit den drei im Film genannten Autoren wird auch geklärt:

„They worked before me, but they worked on an entirely different movie,“ he explained. Studio to Beattie: „Don’t read any of the previous drafts. There’s nothing in them that we want to use. Just create an original story.“

Bei Collider gibt es einige Bilder aus dem neuen Nicholas-Cage-Film. Oder soll ich sagen: dem neuen Werner-Herzog-Film (der inzwischen in Hollywood eine ganz ordentliche Karriere macht)? Möglich wäre auch, es das Kinodebüt von Drehbuchautor William Finkelstein, der zahlreiche Bücher für die TV-Serien „L. A. Law“, „Murder One“, „Brooklyn South“, „Law & Order“ und „NYPD Blue“ schrieb, zu nennen.

In jedem Fall ist es das Remake von Abel Ferraras Kultfilm „Bad Lieutenant“. Die Story wurde nach New Orleans verlegt. Und dann wurden noch einige Kleinigkeiten verändert.

In einem Monat wird der Film fast gleichzeitig auf den Filmfestivals in Toronto und Venedig gezeigt.  Bis dahin gib’s einen Trailer

und ein elfminütiges Interview vom Gregory Mantell mit Produzent Randall Emmett (der derzeit in der IMDB nicht mehr genannt wird; Emmett produzierte zuletzt auch „Righteous Kill“ mit Al Pacino und Robert De Niro, Steve Miners „Day of the Dead“ und „Rambo“) und Schauspielerin Katie Chonacas

Laura Lippmann schreibt in der Washington Post über das Schreiben von Einzelwerken und Serien.

Andrew Collins versucht in der Times herauszufinden, warum Dan Brown so erfolgreich ist.

Allison Brennan schreibt über die Vor- und Nachteile von Taschenbücher. Sehr lesenswert!

Alexandra Sokoloff schreibt über die große Überraschung am Ende einer Geschichte. Wenn Sie also endlich das Ende von „Chinatown“, „The sixth Sense“, „Fight Club“, „Psycho“ und noch einigen anderen Geschichten erfahren wollen, ohne den Film oder das Buch ganz zu lesen, dann können Sie ihren Text lesen. Wenn Sie erfahren wollen, warum das Ende von diesen Geschichten so gut ist, dann müssen sie ihren Blogpost lesen:

If you’re interested in building your skill at twisting a story, I (as always) advocate making a list (ten at least!) of stories that have twists that you really respond to, and analyzing how the author, screenwriter, or playwright is manipulating you to give that twist its power, so that you can do the same for your readers and viewers.

I also think it’s helpful to realize that these techniques have been around since the beginning of drama, or I’m sure really since the cave-dweller storytellers (“The mastodon did it!”). Knowing the names of techniques is always of use to me, anyway!

And I’d also like to note up front that big twists almost always occur at the act climaxes of a story, because a reveal this big will naturally spin the story in a whole other direction.






Fundstücke

August 15, 2009

Will Quentin Tarantino Len Deighton verfilmen?

Quentin Tarantino does Muppets?

Markus Sakey (Der Blutzeuge; – seine weiteren Bücher sind immer noch nicht übersetzt) hält den Schreibhinweis, über das zu schreiben, was man kenne für einen schlechten Tipp. Stattdessen empfiehlt er:

“Write from the inside.”
Consider the person who is serving as your point of view character. Describe the world, and their reaction to it, according to what kind of person they are. The same place, event, or individual will look very different to a bubbly high-school cheerleader than it will to a world-weary journalist. Different even to a man and a woman. Think about those differences, and exploit them in your writing. That way you not only paint a more vivid scene, you define the character at the same time.
And remember cultural and temporal factors. (…)
“Learn something about what you’re writing about.”
AKA, research. Depending on your topic, that might mean riding with cops, reading histories of the Boer Wars, or taking swimming lessons. You should always try to get close to the things your characters are doing, especially if it’s a major part of their world. (…)
“Write what you know…about people.”
This is the most important component. Don’t worry about applying the explicit details you’ve learned in a job, or a hobby, or a religion. Just because you’re 20 doesn’t mean you can’t write about someone 90. But every experience you’ve had, and most especially those involving other people, has some impact on the way you write. That’s good. Use it.
One of the central goals of storytelling is always to render life to the page as accurately as you can. Even if you’re writing the most fantastical piece of magical realism, you should still be trying to capture accurate truths about the way people think and act. Without that, you got nothing.

Pulp Serenade (Cullen Gallagher) schreibt über „Difficult Lives“ von James Sallis. In dem 1993 erstmals publiziertem Buch porträtiert Sallis die Krimiautoren Jim Thompson, David Goodis und Chester Himes.


Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche

August 15, 2009

Fischer Verlag

12. August

Sigrid Neudecker: Wie war ich? – Der Mythos vom perfekten Sex (ein Ratgeber, der zu mehr Entspannung beim Geschlechtsverkehr rät. Also nix mehr mit stundenlangen Orgasmen, flotten Dreiern und Hochleistungssport im Bett. Endlich!)

Simon Schott: Der Barpianist – Kriegserinnerungen eines Überlebenskünstlers (Schott schrieb auch „Die Foldex-Krimis“)

Raffi Yessayan: Blutbad (Debüt: In Boston hinterlässt ein Serienkiller von seinen Opfern nur eine mit Blut gefüllte Badewanne. Zwei Polizisten jagen ihn.)

9. September

Helen Black: Schweigepflicht (Debüt: eine Pflichtverteidigerin hilft einer Vierzehnjährigen und stößt auf ein Geflecht aus Drogengeschäften, Kinderpornographie und Erpressung. – Tja, nun.)

13. Oktober

John Follain: Die letzten Paten – Aufstieg und Fall der Corleones (Sachbuch über den titelgebenden Mafia-Clan, geschrieben vom langjährigen Italienkorrespondent der „Sunday Times“ und des „Sunday Times Magazine“)

Robert Masello: Eiskaltes Blut (Als Journalist Michael Wilde über das Leben in einer Antarktis-Forschungsstation recherchiert, werden in einem Gletscher zwei vor 150 Jahren aneinander gekettete Leichen gefunden. Wilde will herausfinden, warum sie starben.)

11. November

Sabine Alt: Gegen das Licht (Auf einer Vernissage entdeckt die erfolgreiche Stefanie Plessen, dass es einen Zeugen für ein früheres Verbrechen gibt. Sie wird – denke ich mal – versuchen, den Zeugen zum Schweigen zu bringen.)

Felix Huby: Bienzle und das ewige Kind (ein neuer Bienzle, der sich verdächtig nach der Romanfassung seines Tatortes „Bienzle und der Tod in der Markhalle“ liest. Aber nach Hubys Biographie „Fast wie von selbst“ habe ich „Bienzle im Reich des Paten“, eine unterhaltsame Räuberpistole mit viel Berlin und Konstanz, gelesen. Ich bin also gespannt auf den neuen Bienzle-Roman. Bis dahin probier ich’s mit seinem neuen Heiland-Krimi „Null Chance“.)

8. Dezember

Yrsa Sigurdardóttir: Die eisblaue Spur (führt in ihrem vierten Fall die Anwältin Gudmundsdóttir auf ein entlegenes Forschungscamp und zu feindseligen Einheimischen.)

Carlene Thompson: Du wirst die Nächste sein (An einem einsamen See verschwindet Zoey. Jahre später will ihre Freundin Chyna Greer das Geheimnis ihres Verschwindens lösen und – Überraschung! – der Mörder wartet bereits auf sie.)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)


Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Regionen

August 13, 2009

oder einmal quer durch den Gemüsegarten, mal mit Mord, mal mit Terror, mal sogar ganz ohne Verbrechen

Edition Phantasia

August

Brian W. Aldiss: Terror (ist ein gesellschaftskritischer Science-Fiction-Roman. England wurde durch den Krieg gegen den Terror zum Polizeistaat. Der unschuldige Schriftsteller Autor Paul Fadhil Abbas Ali wird verdächtigt ein Terrorist zu sein. – Das neue Werk eines Altmeisters.)

Rex Miller: Im Blutrausch (ist der „Fettsack“-Autor auch in diesem Splatterkrimi. Jack Eichord jagt in dieser Erstausgabe einen Auftragskiller mit desolatem Privatleben.)

Liebeskind

August

Philip K. Dick: Unterwegs in einem kleinen Land (Deutsche Erstveröffentlichung eines posthum erschienen Werkes, das KEIN S-F-Roman, sondern eine Milieuschilderung der amerikanischen Mittelschicht zu Beginn der fünfziger Jahre ist.)

David Peace: Tokio im Jahr Null (Nach dem Red-Riding-Quartett jagt David Peace in Tokio einen Serienmörder.)

Rotbuch

August

Richard Aleas: Lieder der Unschuld (ein Hard-Case-Crime-Buch und der zweite Fall für den aus „Tod einer Stripperin“ bekannten Privatdetektiv John Blake)

Robert Bloch: Shooting Star (ein Hard-Case-Crime-Buch, mit diesem schönen Originalcovertext: „When Murder comes to Hollywood, only a one-eyed Private Eye can spot the Killer“)

Max Allan Collins: Der letzte Quarry (ein Hard-Case-Crime-Buch; der spannende letzte Auftrag für Collins‘ Auftragskiller)

Allan Guthrie: Hard Man (die weiteren Abenteuer des aus „Post Mortem“ bekannten Pearce. Jetzt soll er eine schwangere 16-jährige beschützen. Garantiert kein betulicher Häkelkrimi.)

Jörg Juretzka: Der Willy ist weg (aber dafür ist Juretzkas 2002 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnetes Werk wieder da.)

September

Jürgen Ebertkowski: Blutwäsche (der vierte Fall für Eugen Meunier ist sicher ein spannender Wirtschaftskrimi)

Christa Faust: Control Freak (deutsche Erstausgabe des Debüts der Autorin des von mir und vielen anderen geliebten „Hardcore Angel“)

Tropen

31. August

Jonas T. Bengtsson: Submarino (klingt nach einem gut abgehangenen Noir: zwei gescheiterte Existenzen, die nach dem Tod ihrer Mutter einen Neuanfang versuchen. In Dänemark ist’s ein Bestseller und „Das Fest“-Regisseur Thomas Vinterberg will’s verfilmen.)

Massimo Carlotto/Marco Videtta: Wo die Zitronen blühen („Carlotto und Videtta erzählen die bittere Wahrheit über unsere korrupte Gesellschaft“, sagt der Verlag. Mal sehen, ob’s stimmt.)

Mehmet Murat Sommer: Der Kuss-Mord (geschieht in Istanbul und eine Transe ermittelt im Milieu. – Könnte mir, weil’s so angenehm untouristisch klingt und der nächste Remzi-Ünal-Krimi von Celil Oker noch nicht angekündigt ist, gefallen.)

Unionsverlag

Wenig neues bei Metro, aber dafür die Gelegenheit, Lücken in der Sammlung zu schließen:

bereits erschienen

Chester Himes: Harlem-Romane (enthält „Die Geldmacher von Harlem“, „Heiße Nacht für kühle Killer“ und „Fenstersturz in Harlem“. – Sein 100. Geburtstag war am 29. Juli und niemand hat’s bemerkt.)

Petra Ivanov: Fremde Hände – Ein Fall für Flint und Cavalli (Taschenbuch-Ausgabe; die Erstausgabe erschien 2005 im Appenzeller Verlag)

Claudia Pineiro: Elena weiß Bescheid (ihr neues Buch – Besprechung demnächst)

Claudia Pineiro: Ganz die Deine (Taschenbuch-Ausgabe)

Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät (Die Briten benötigen die Hilfe von. C. F. Wong, der nach den ersten Toten seine Honorarforderungen beträchtlich erhöht.)

23. September

Hannelore Cayre: Der Lumpenadvokat (Taschenbuch-Ausgabe)

Frank Göhre: Mo – Der Lebensroman des Friedrich Glauser (Taschenbuch-Ausgabe eines ursprünglich bei Pendragon erschienenen Werkes)

Jean-Claude Izzo: Die Marseille-Trilogie (enthält „Total Cheops“, „Chourmo“ und „Solea“ – also, wenn sie die Bücher immer noch nicht gekauft haben, können sie jetzt zuschlagen)

Manfred Wieninger: Rostige Flügel (Taschenbuch-Ausgabe eines erstmals 2008 im Haymon Verlag erschienenen Krimis.)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)


Kurzmeldungen

August 12, 2009

Charles Ardai hat bereits vor längerem gesagt, dass sie für Dezember ein besonderes Hard-Case-Crime-Buch planen. Jetzt ist die Neuigkeit draußen: es ist die Novelle „The Valley of Fear“ von „The Lost World“-Autor A. C. Doyle.

Alle weiteren Informationen dazu und warum Ardai es für einen glücklichen Zufall hällt, dass im Dezember auch „Sherlock Holmes“ (deutscher Kinostart: 28. Januar 2010) anläuft gibt es bei Sarah Weinman.

Bei Facebook gibt es eine Gruppe „Kriminalliteratur“ (Gelle, Ludger).

George Pelecanos beantwortet in einem Kurzinterview des Independent einige Fragen nach seinen Vorbildern und seinen Lesern:

Most of them are like me. They are of a similar generation, they want to come and talk about music and „muscle cars“, and the 1970s. I see a lot of people who look like me.

Bei NPR gibt es ein Interview mit James Lee Burke und eines mit Mark Billingham.

New Mystery Reader unterhält sich mit Theresa Schwegel:

I think I’m a method writer. I don’t picture characters on screen, but I need know them—where they come from, what they think of themselves, and of each other. Method actors do this—and much of it is internal and never fully expressed. That’s true for my writing—I don’t “show” everything I know unless it fits contextually. In terms of scene, I need to see—to visualize the places: the streets, the surroundings, the details. When I lived in California I’d return to Chicago and take photos so I could keep the images fresh. It’s easier now that I’m in the city—all I have to do is look out the window. (…)

I think all my protagonists, male and female, have been strong—if only for coming to terms with their weaknesses. To me, that’s noir.

Ihr Buch „Das Gesetz der Spinne“ (Person of Interest, 2007) ist gerade bei Knaur erschienen.

Oline H. Cogdill fragt in der Mystery Scence, ob James Crumley eine Legende ist.

Auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest läuft auch „District 9“ (ein SF-Film über Menschen und Außerirdische). Im Netz finden sich bereits einige sehr vielversprechende Trailer.

Aber am Anfang war ein Kurzfilm.

Abteilung neue Drehbücher:

Jon Lucas, Scott Moore: The Hangover (Yep, die enorm erfolgreiche Komödie über einen aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschied in Las Vegas)

Robert Bolt: Lawrence of Arabia (der David-Lean-Klassiker)

Und der Noir of the Week ist „99 River Street“.


Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag

August 11, 2009

Edition Nautilus

26. August

Andrea Maria Schenkel: Tannöd (in einer Geschenkausgabe mit einem Titelbild von Tomi Ungerer. Die Verfilmung soll am 19. November starten.)

Jan Costin Wagner: Sandmann träumt (ein Kaliber.64-Buch über einen Lehrer, der sich in eine Schülerin verliebt)

Grafit

bereits erschienen

Hagemann & Stitz: Jung stirbt, wen die Götter lieben (historischer Krimi aus der Zeit, als die Römer in Germanien das Sagen hatten)

Andreas Hoppert: Der Thule-Code (Marc Hagen ist zurück)

August

Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud (hat eine 14-jährige ermordet. Kommissar Balleroy sucht den Mörder und findet auch eine jahrzehntelang gehütete Geheimnisse.)

Ella Theis: Die Spucke des Teufels (historischer Krimi aus der Zeit, als Friedrich II. die Kartoffel entdeckte)

September

Leo P. Ard/Reinhard Junge: Mordsschnellweg (Kurzgeschichten)

Thomas Hoeps/Jac. Toes: Das Lügenarchiv (Haben Dritte-Welt-Aktivisten irrtümlich einen Kunstrestaurator umgebracht. – Die erste Zusammenarbeit von Hoeps und Toes wurde für den Gouden Stroup nominiert.)

Harri Nykänen: Ariel – Mord vor Jom Kippur (in Helsinki. Zum Glück ermittelt der jüdische Kommissar Ariel Kafka.)

Oktober

Ralph Gerstenberg: Feuer im Aquarium (Hat Al Qaida in Berlin einen Anschlag verübt? Und was hat der Arbeitslose Henry Palmer damit zu tun? Die Lösung gibt’s nach 280 Seiten.)

Michael Herzig: Die Stunde der Töchter (oder: eine Polizistin sitzt bei der Suche nach einem entführtem Raubgutkunsthändler zwischen allen Stühlen.)

Jan Zweyer: Goldfasan (historischer Krimis aus der Zeit, als die Nazis im Ruhrpott wüteten)

Pendragon

So langsam wird der Pendragon-Verlag zur Auffangstation für renommierte deutsche Krimiautoren aus den Siebzigern und Achtzigern, die in den vergangenen Jahren ganz weit abseits des Rampenlichtes standen und in den Wühlkisten überlebten. Ich sage nur Frank Göhre, Wolfgang Schweiger, Friedhelm Werremeier. Und die Renaissance der alten Helden geht weiter.

Bereits erschienen

Roger Strub: Waches Auge (ist anscheinend eine weitere Variation zum Thema „Selbstjustiz“, in dem eine Kommissarin den Mörder jagt.)

Klaus-Peter Wolf: Samstags, wenn Krieg ist (Neuauflage eines Krimis über rechtsradikale Jugendliche in der Provinz. Vor gut fünfzehn Jahren gefiel mir das Buch ganz gut.)

12. August

Günthr Butkus (Hrsg.): Mord-Westfalen II – Kriminelle Geschichten aus Westfalen (erzählt von -ky, Max von der Grün, Frank Göhre, Willi Voss, u. a.)

Sabine Ernst: Der Krieger (Kommissarin Hanna Brandt sucht in Herford einen Dreifachmörder. Die Spur führt in die Vergangenheit.)

Wolfgang Schweiger: Kein Ort für eine Leiche – Chiemgau-Krimi (Die Kommissare Gruber und Bischoff suchen den Mörder eines 59-jährigen.)

Franz Zeller: Herzlos (Debüt: In Salzburg wird munter gestorben und der ‚liebeswunde‘ Chefinspektor Franco Moll ermittelt ‚in alle Richtungen‘. – Hm.)

16. September

Sandra Lüpkes: In Hermanns Schatten – Kriminelle Geschichten aus Nordrhein-Westfalen

Robert B. Parker: Hundert Dollar Baby (Hundred-Dollar Baby, 2006 – Tja, ein neuer Spenser, in dem auch April Kyle dabei ist.)

Willi Voss: Pforte des Todes (klingt nach einem 08/15-Mystery-Thriller um eine Sekte, die weiß, wie man aus dem Jenseits zurückkehren kann. – Weil Willi Voss ein Guter ist, ist „Pforte des Todes“ sicher kein 08/15-Mystery-Thriller)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)


Die Hugo-Gewinner 2009

August 10, 2009

Für uns Hardcore-Krimifans ist der Hugo natürlich nicht der wichtigste Preis des Universums. Aber bedeutend ist der Preis der amerikanischen Science-Fiction-Fans schon. Er wurde, wie immer, auf der WorldCon vergeben:

NOVEL – The Graveyard Book (Das Graveyard-Buch), Neil Gaiman

NOVELLA – The Erdmann Nexus, Nancy Kress

NOVELETTE- Shoggoths in Bloom, Elizabeth Bear

SHORT STORY – Exhalation, Ted Chiang

RELATED BOOK – Your Hate Mail Will Be Graded: A Decade of Whatever, 1998-2008, John Scalzi

GRAPHIC STORY – Girl Genius, Volume 8: Agatha Heterodyne and the Chapel of Bones, Kaja & Phil Foglio, art by Phil Foglio, colors by Cheyenne Wright

DRAMATIC PRESENTATION: LONG FORM – WALL-E (Andrew Stanton & Pete Docter, story; Andrew Stanton & Jim Reardon, screenplay; Andrew Stanton, directo; Pixar/Walt Disney)

DRAMATIC PRESENTATION: SHORT FORM – Doctor Horrible’s Sing-Along Blog (Joss Whedon, & Zack Whedon, & Jed Whedon, & Maurissa Tancharoen, writers; Joss Whedon, director; Mutant Enemy)

EDITOR, SHORT FORM – Ellen Datlow

EDITOR, LONG FORM – David G. Hartwell

PROFESSIONAL ARTIST – Donato Giancola

SEMIPROZINE – Weird Tales, Ann VanderMeer & Stephen H. Segal, eds.

FANZINE – Electric Velocipede, John Klima

FAN WRITER – Cheryl Morgan

FAN ARTIST – Frank Wu

Campbell Award for Best New Writer (Not a Hugo): David Anthony Durham

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

(Dank an BSC für die Infos. Dort gibt es auch die Nominierten.)


Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz

August 9, 2009

Nach Hollywood (schöne Bilder, aber auch zu viel Bildung) geht’s zurück in heimische Gefilde und ziemlich oft in die Vergangenheit. Werfen wir einen Blick auf die Speisekarte von zwei sehr in den Regionen verwurzelten Gasthäusern:

Emons

Im Frühling begann Emons mit einer Reihe „True Crime“ und im Herbst beginnt der Kölner Verlag mit einer „Tatort“-Reihe. Es sind klassische Romane zum Film und ich bin schon ziemlich gespannt auf das Ergebnis.

Natürlich gibt’s auch eine Ladung Regionalkrimis.

August

Udo Bürger: Bleche Botz und Klingelpütz – Kölner Kriminalfälle von 1815 – 1918

Volker Mauersberger: Kalte Wut – Der Fall Ellen Rinsche (Rekonstruktion eines wahren Mordfalls aus dem Nachkriegsdeutschland)

Renate Naber/Cornelia Ehses: Zeit der Strafe (Köln-Krimi mit einer Pfarrerin als Mörderjägerin.)

September

Rudolf Jagusch: Nebelspur (Ein Kommissar will herausfinden, warum seine Schwester vor vielen Jahren verschwunden ist.)

Dietmar Lykk: Totenuhr (ein Flensburg-Krimi)

Edgar Noske: Letzte Ausfahrt Eifel (Ähem, ein Eifel-Krimi mit Kommissar Roger Lemberg. Dieses Mal sucht er einen Polizistenmörder.)

Hannes Nygaard: Der Inselkönig (ein weiterer Hinterm-Deich-Krimi des sehr produktiven Nygaard)

Silke Urbanksi: Störtebekers Henker (ein Krimi aus dem Mittelalter)

Tatort

Martin Conrath: Aus der Traum (nach dem Tatort-Krimi von Fred und Léonie Breinersdorfer, mit Frank Kappl und Stefan Deininger)

Günther Jurczyk: Strahlende Zukunft (nach dem Tatort-Krimi von Christian Jeltsch, mit Inga Lürsen und Nils Stedefreund)

Martin Schüller: Die Blume des Bösen (nach dem Tatort-Krimi von Thomas Stiller, mit Max Ballauf und Freddy Schenk)

Martin Schüller: A gmahde Wiesn (nach dem Tatort-Krimi von Friedrich Ani, mit Franz Leitmayr und Ivo Batic)

Oliver Wachlin: Blinder Glaube (nach dem Tatort-Krimi von Andreas Pflüger, mit Till Ritter und Felix Stark)

Oliver Wachlin: Todesstrafe (nach dem Tatort-Krimi von Mario Giordano und Andreas Schlüter, mit Eva Saalfeld und Andreas Keppler)

Oktober

Sybille Baecker: Körperstrafen (auch die Schwaben morden)

Luc Bahl: Der Jakobs-Tarot (Was haben heutige Morde auf dem Jakobsweg mit Albrecht Dürer zu tun? Die Kommissare Pier und Kaiser wollen es wissen.)

Ralf Dorweiler: Badische Blutsbrüder (oder: was die Schwaben können, können die Badenser schon lange)

Edgar Franzmann: Millionenallee (Köln-Krimi über verbrecherische Umtriebe in einem Parfüm-Konzern und hilfsbereite Bettler)

Peter Freudenberger: Stiller und die Finsternis (in Aschaffenburg. Denn dort wurde während eines Ritterspiels ein bizarrer Mord verübt. Journalist Stiller recherchiert.)

Brigitte Glaser: Bienenstich (Spitzenköchin Katharina muss wieder Mörder jagen.)

Georg Gracher: Hanbalz (ein Energie-Lobbyist wird in den Alpen erschossen. Gendarmerie-Major Oskar Jacobi ermittelt.)

Hannsdieter Loy: Rosenmörder (ist der abschließende Band der in Oberbayern spielenden Rosen-Trilogie)

Manfred Megerle: Seeteufel (Am Bodensee sterben Obdachlose und alte Frauen wie die Fliegen. Kommissar Wolf ermittelt.)

Jutta Mehler: Saure Milch (In Fannis Garten wird eine Leiche entdeckt und bevor die Polizei den Falschen verhaftet, beginnt sie den Täter zu suchen.)

Antonia Pauly: Tod auf dem Mühlenschiff (ein Krimi aus dem Mittelalter)

Oliver Pautsch: Seelentöter (geht im Rheinland um: er tötet Frauen, die wie Kommissarin Broder aussehen.)

Marcus Raffelsberger: Menschenteufel (ein Wien-Krimi)

Britt Reißmann: Zimmer ohne Aussicht (ein Stuttgart-Krimi mit einem ermordeten Zugbegleiter, einem 23 Jahre zurückliegendem Bankraub und zwei Ermittlern, die auch ihre Beziehung zueinander klären müssen)

November

Thomas Roth: „Verbrechensbekämpfung“ und soziale Ausgrenzung im nationalsozialistischen Köln (Schriften des NS-Dokumentationszentrums 15, erhielt 2007 den Köln-Preis und ist mit 900 Seiten wahrlich keine leichte Lektüre)

Frank Schmitter: Die Stille nach dem letzten Satz (Niederrhein-Krimi: Hat die Mullmafia eine Journalistin umgebracht? Oder waren’s neidische Kollegen?)

Gmeiner

Der Krimiverlag aus dem Süden der Republik haut, wie immer, seine gesamtes Halbjahresprogramm an einem Tag heraus. Deshalb müssten alle Titel in der gutsortierten Buchhandlung ihres Vertrauens gegen einen geringen Obulus erhältlich sein.

Die historischen Krimis

Herbert Beckmann: Die indiskreten Briefe des Giacomo Casanova (historischer Krimi aus dem alten Preußen)

Dagmar Fohl: Das Mädchen und sein Henker (spielt im Hamburg des 18. Jahrhunderts)

Uwe Klausner: Pilger des Zorns (fallen 1416 in Mainfranken ein und Bruder Hilpert muss wieder für Gerechtigkeit sorgen)

Sabine Klewe: Die schwarzseidene Dame (läuft 1819 durch Düsseldorf)

Norbert Klugmann: Die Adler von Lübeck (ist ein neuer, in Lübeck 1602 spielender Fall, für die Hebamme Trine Deichmann)

Gerhard Loibelsberger: Die Naschmarkt-Morde (im Wien der Jahrhundertwende)

Die zeitgenössischen Krimis

Beate Baum: Ruchlos (In Dresden stirbt ein rechthaberischer Rentner. Journalistin Kirsten Bertram glaubt nicht an einen natürlichen Tod und beginnt zu recherchieren.)

Burger/Imbsweiler/Schöbel (Hrsg.): Tödliche Wasser (ist die offizielle Anthologie der „Krimitage Heidelberg“ mit Geschichten von -ky, Marcus Imbsweiler, Carlo Schäfer und Friederike Schmöe.)

Anni Bürkl: Schwarztee (Während einer Lesung in ihrem Teesalon nibbelt ein Besucher ab. Die Salon-Besitzerin sucht den Mörder.)

Norbert Horst Bosetzky (-ky): Unterm Kirschbaum (Ein Theodor-Fontane-Krimi mit Kommissar Mannhardt. – [Sorry, -ky. Wird nie wieder vorkommen.])

Anke Clausen: Dinnerparty (aka Fressen bis zum Tod. Denn bei dieser Promi-Kochshow stirbt die Gastgeberin und alle Promi-Köche haben einen guten Grund, der Gastgeberin etwas Gift in das Essen zu mischen.)

Pierre Emme: Pasta Mortale (müsste der letzte Roman des 2008 verstorbenen Autors sein)

Bernd Franzinger: Leidenstour (Kommissar Tannenberg muss herausfinden, wer den Mechaniker eines Trainingslagers für die Tour de France ermordete.)

Matthias P. Gibert: Eiszeit (In Kassel wird der Besitzer einer Eisdiele ermordet. Kommissar Lenz hält einen Investor, der ein wasserdichtes Alibi und gute Beziehungen hat, für den Mörder.)

Christian Gude: Homunculus (Kommissar Rünz muss sich in Darmstadt mit humanoiden Robotern und deren Erschaffern herumschlagen.)

Sigrid Hunold-Reime: Schattenmorellen (Eine alte Frau erinnert sich an einen Jahrzehnte zurückliegenden Mordfall. Aber auch die Gegenwart ist mörderisch. – Wird als „Frauenroman“ beworben und ist daher nichts für mich.)

Marcus Imbsweiler: Altstadtfest (Dort läuft jemand Amok. Es gibt Tote. Die Polizei, Geheimdienste und Privatdetektiv Max Koller ermitteln. – Einmal dürfen Sie raten, wer den Täter überführt.)

Paul Lascaux: Feuerwasser (ist der dritte Fall für die Berner Detektei Heinrich Müller und Nicole Himmel)

Kurt Lehmkuhl: Nürburghölle (Wurde ein Anschlag auf zwei Rennfahrer während des 24-Stunden-Rennens verübt? Der pensionierte Kommissar Böhnke ermittelt.)

Bernd Leix: Fächertraum (Dieses Mal scheint Kommissar Oskar Lindt eine ausgewachsene Herbstdepression zu pflegen. Zigarettenschmuggel und seltsame Tatorte lenken da kaum ab.)

Isabel Morf: Schrottreif (Debüt: In einem Fahrradladen liegt eine Leiche. Die Züricher Polizei und die Ladenbesitzerin ermitteln.)

Reinhard Pelte: Inselkoller (ist der Debüt-Tipp des Verlages: Kommissar Tomas Jung will herausfinden, wer eine Sylter Immobilienmaklerin ermordete.)

Harald Schneider: Erfindergeist (Wenn ein Kommissar Urlaub macht, ist die nächste Leiche nicht weit weg. Aktuelles Erholungsziel ist der Holiday Park Haßlich.)

Friederike Schmöe: Fliehganzleis (ist ein Krimi zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Aber schnell geht es noch weiter in die Vergangenheit.)

Erich Schütz: Judengold (Ein Journalist stößt bei Recherchen auf einen lange zurückliegenden Goldschmuggel.)

Willibald Spatz: Alpendöner (In Kempten wird eine alte Frau erstochen. Ein Dönerbudenbesitzer ist verdächtig und Jungjournalist Birne beginnt zu recherchieren. – Schöner Titel.)

Franziska Steinhauer: Wortlos (In Cottbus wird eine Studentin aus Haiti ermordet. Kommissar Nachtigall ermittelt.)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)


Arte über Dennis Lehane

August 9, 2009

Schnell, schnell. Dürfte nur einige Tage online sein. Die Reportage über Dennis Lehane bei dem Sender unseres Vertrauens.

(Kurze Vorfreudemeldung: Arte zeigt am Montag, den 17. August erstmals den Jean-Pierre-Melville-Klassiker „Der zweite Atem“ in der ungekürzten Version. 25 Minuten mehr Melville.)

Update – wenige Stunden später: Ist wohl schon offline.


Compartmania

August 7, 2009

Martin Compart schreibt in seinem Blog, dass es bald mit der „Luzifer-Connection“ (seinem neuen Roman) losgeht. Unklar ist noch, ob bei Evolver oder in seinem Blog.

Ich bin gespannt, auch wenn Martin einige Kürzungen vornehmen will. Jugendschutz und so etwas, brummelt er. Als ob heute Jugendliche noch lesen, wenn sie sich den neuen ultrabrutalen Splatter-Horror-Sex-Trash-Film, natürlich illegal, downloaden können und dabei murmeln „das Internet ist ein rechtsfreier Raum – das Internet ist ein rechtsfreier Raum“.

Damals, als ich jung war, gab’s pädagogisch wertvolle Werke von Mickey Spillane und Nick Carter ohne so ein Jugendschutzgedöns (dafür teilweise auf dem Index oder seltsam übersetzt).

Und so kann ich elegant zum schönen Interview von dpr mit Martin Compart im „Krimikultur: Archiv“ überleiten:

Frank Allan, John Kling oder Jerry Cotton bei der Erforschung deutscher Krimitraditionen auszulassen ist etwa so, als würden die Amerikaner ihren Nick Carter und andere Dime Novel-Heroen verschweigen, die bekanntlich das Bindeglied zwischen den Westernhelden und dem Private Eye oder anderen Hard-boiled-Typen sind.

Was bei uns alle paar Jahre als große Literatur abgefeiert wird, übersteht ja kaum den Zehnjahrestest. Meist ist das Lesen reine Zeitverschwendung. Grass oder Walser werden längst vergessen sein, wenn man Unterhaltungsschriftsteller wie Shakespeare, Dickens oder Chandler noch begeistert lesen wird.

Im Interview geht’s um Noir, die deutsche Verlagslandschaft (und das Ende der Krimireihen) und deutschsprachige Krimiautoren damals und heute:

Quantitativ hat der deutsche Krimi sicherlich ein höheres Niveau erreicht. Wenn alle Syndikat-Autoren sich gegenseitig kaufen, reicht das schon für eine Auflage. Qualitativ hat der deutsche Thriller oder Detektivroman nie wieder das Niveau alter Cracks wie Hans Gruhl oder Philip Vandenberg erreicht. Während ich Österreicher wie die Abenteuer von Ostbahn Kurti mit Vergnügen lesen kann, finde ich Haas unleserlich, fürchterlich gewollt, ohne Charme und Stil. Reine Pose. Ich lese kaum deutsche Krimis. (…)

Im Fernsehen ist es genauso: Man vergleiche nur die verwahrlosten TATORTE, ZDF oder RTL-Produktionen mit Serien wie SHIELD, WIRE oder SPOOKS. Genauso groß ist der Unterschied in der literarischen Produktion. Erfolg ist schön, aber kein Kriterium für Qualität.


Kleinkram: ein Lansdale-Interview, Ruttans Antwort auf Banville/Black und die Newsweek-True-Crime-Week

August 6, 2009

Dark Forces: Rick Klaw hat mit Joe R. Lansdale gesprochen (Teil 1, Teil 2):

It’s not that I can’t write without violence, but I don’t want. Depends on the book. When I wrote The Bottoms, there is violence in it but there’s almost a young adult feel to that novel. And The Boar is an example of what I can do. A lot more of the modern young adult books isn’t like See Spot Run or the Hardy Boys. I’m getting an opportunity to do something I’ve wanted to do for a really long time. If this goes well, I’m planning on doing more.

Ausgehend von John Banvilles (oder Benjamin Blacks) Bemerkung, dass er die Krimis schneller als seine literarischen Werke schreibe, hat Sandra Ruttan bei BSC einen sehr lesenswerten längeren Artikel über die Arbeitshaltung von Autoren, ihren Fans (Banville hat das zuletzt auf einem Krimifestival gesagt) und den Reaktionen von Autoren und Kritikern auf Banvilles Bemerkung geschrieben:

As writers, it helps if we know our audience when we’re writing, and it is extremely helpful if we know our audience when we’re speaking at an event. (This is part of the reason I attended events before I had a publishing contract.) If you’re on a panel and make a comment and it’s misinterpreted that’s your fault. It is your job, as a speaker, to express yourself clearly. It is no the audience’s job to read your mind or even give you the benefit of the doubt. (…)

Black’s been pushed as a literary writer, and instigated a few controversies in the community, and none of that makes me particularly interested in his books. I never hear about content, about the story, about captivating characters… just literary writer turned crime novelist, and that holds no special appeal for me. During the writers’ strike we received a lot of submissions from screenwriters, and we rejected almost all of them, because characters and setting were often underdeveloped. There’s nothing wrong with being a screenwriter; it requires a different set of writing muscles from novel writing. The same is true for genre writing and literary writing. None are better or worse, just because of their label, but within all the categories there will be works that are great and there will be works that are garbage. (…)

As writers our focus should be on the work, not kicking up a controversy to get our names in the press.

Newsweek hat die True-Crime-Week. Walter Mosley schreibt über die Wurzeln einer amerikanischen Obsession (Na, welche ist das wohl?). James Ellroy schreibt über die ermordete 17-jährige Lily Burk. Vincent Bugliosi (Helter Skelter) erinnert sich an die Manson-Morde. „Law & Order“-Erfinder Dick Wolf nennt die zehn Verbrecher, die ihn am meisten faszinierten. Malcolm Jones schreibt über Noir (und illustriert wird’s mit Hard-Case-Crime-Covers) und er nennt seine zehn Lieblingskrimis (schöne Liste).


Kurze Fortbildung zur Internetsperre

August 4, 2009

Kurze, sehr informative Reportage:


Crimespree-Award 2009 vergeben

August 4, 2009

Die diesjährigen Crimespree-Preise (einem Publikumspreis des Crimespree Magazine) gehen an:

Favorite book of 2008

Trigger City, von Sean Chercover

nominiert

Yellow Medicine, von Anthony Neil Smith

Envy The Night, von Michael Koryta

Chasing Darkness, von Robert Crais

Toros & Torsos, von Craig McDonald

Best in an ongoing series

Chasing Darkness, von Robert Crais

nominiert

Trigger City, von Sean Chercover

Toros & Torsos, von Craig McDonald

The Duffy Dombrowski Mystery Series, von Tom Schreck

Another Thing to Fall, von Laura Lippman

Favorite comics writer

Brian Azzarello

nominiert

Tim Broderick

B. Clay Moore

Ed Brubaker

Jason Aaron

Favorite original Paperback (mass market or trade)

Money Shot (Hardcore Angel), von Christa Faust

nominiert

Severance Package (Letzte Order), von Duane Swierczynski

Go Go Girls of the Apocalypse (Die Go-Go-Girls der Apokalypse, angekündigt für Januar 2010), von Victor Gischler

The Stolen (Fünf Jahre, angekündigt für November 2009), von Jason Pinter

The Evil That Men Do, von Dave White

Favorite Mystery Bookstore (die Kategorie ist wichtig für den nächsten Amerika-Besuch)

Once upon a crime, Minneapolis

nominiert

The Mystery Bookstore, Los Angeles

Murder by the book, Houston

Centuries & Sleuths, Forest Park, IL

M is for Mystery, San Mateo, California

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Eine feine Liste, die (auch wenn ich noch nicht alle Gewinner-Bücher gelesen habe) meinen Geschmack gut trifft. Hoffentlich werden noch einige der Bücher ins Deutsche übersetzt.


Kurzmeldungen

August 3, 2009

Wer nicht lesen will, darf sehen – beim Portable Film Festival. Da gibt es 180 Kurzfilme aus der ganzen Welt (yep, auch deutsch Filme sind dabei) und wir Zuschauer dürfen in den kommenden Wochen den besten Film wählen. Klingt doch gut.

Die SFWA (Science Fiction and Fantasy Writers of America) haben ihre Homepage gerelauncht. Sieht hübsch aus und bietet viele Infos.

Lisa Kling war bei den „Writers on Genre“-Veranstaltungen der Writers Guild Foundation:

One of the panel discussions was about Drama/Real Life stories.  Another one was about Sci Fi and Fantasy.  On the surface, opposite ends of the creative spectrum, right?  But I heard the very same piece of advice from both sets of writers: the historical accuracy (or fantastical creativity) of your script isn’t nearly as important as the emotional reality.

Außerdem weist sie auf die Seite von Lindsey Hughes hin: Screen Story Success. Hughes schreibt darüber, warum verschiedene Filme funktionieren und andere nicht. Lesenwert; – auch ihre Liebeserklärung an die Besucher der Comic Con:

Some people make fun of these extreme fans, but I think they are wonderful. They love the stories and characters so much that they want to live them. As creators engendering this devotion is what we should aspire to. Hopefully every person in the theater is swept away to the world we created and doesn’t want to come back.

Apropos Liebe. Da ist die Romantic Comedy nicht weit:

I just saw THE UGLY TRUTH and it was ugly.  There is nothing worse than a mediocre or bad romantic comedy and that is what we usually get.  In my opinion romantic comedies are the most difficult genre to write because they are all about character and dialogue.  The story is always the same.  Guy and girl meet, but for some reason they can’t immediately be together so they spend the movie lying and arguing until they realize they love each other.  For simplicity’s sake the lovers are almost always polar opposites, giving lots of opportunity for conflict.  In the movies, opposites really do attract.

„Die nackte Wahrheit“ (The ugly truth) startet bei uns am 1. Oktober.

Die Killer Covers beschäftigen sich mit Leslie Charteris‘ Helden Simon Templar, aka Der Heilige aka The Saint.

Und der Noir of the Week ist „Shield for Murder“ (Freibrief für Mord, USA 1954). Regie führten Edmond O’Brien (der auch die Hauptrolle spielt) und Howard W. Koch. Das Drehbuch ist von Richard Allan Simmons und John C. Higgins. Es ist die wohl unbekannteste Verfilmung eines Romans von Willam P. McGivern. Warum erfahren Sie hier.


Gesucht – gefunden

August 3, 2009

Im Rap Sheet gibt es ein Interview mit Tom Cain (Target, Survivor, beide Bastei-Lübbe) und ab heute (also Montag) die dreiteilige, bislang unveröffentlichte Kurzgeschichte „Bloodsport“.

Die August-Ausgabe von The Big Thrill, der monatlichen „Zeitung“ der International Thriller Writers (ITW), ist online mit vielen, vielen Interviews und Porträts. Douglas Preston/Lincoln Child, Brent Ghelfi und Thomas B. Sawyer (er war Autor/Produzent für „Murder, she wrote“ [Immer, wenn sie Krimis schrieb…]), um nur einige zu nenen, sind dieses Mal dabei.

Und noch ein Interview: Brett Battles (Der Profi) beantwortet einige Fragen von Timothy Hallinan (Autor der noch nicht übersetzten Poke-Rafferty-Bangkok-Thriller):

I guess thrillers have always been in my blood. They’re the books I loved to read growing up (both straight thrillers, and sci-fi adventures), and the books I continue to enjoy. The reason the Quinn thrillers have appealed to me is that they combine two things that I love, thrillers with an international flavor, and traveling. Though, I should say, that in the future I’m sure I’ll also write some thrillers that fall out of this specific area.

David Peace will nur zwölf Romane schreiben; – erzählt er jedenfalls dem Scotsman David Robinson.

Declan Burke hat seine zehn Schreibregeln veröffentlicht.

Die Berliner Morgenpost hat herausgefunden, warum die deutsche Comedy in der Krise steckt:

Glaubt man Georg Hirschberg, dann widerlegen die guten Verkaufszahlen von DVDs mit amerikanischen Sitcoms das Argument der Sender, dass der deutsche Konsument anspruchsvolle Unterhaltung nicht zu schätzen wisse. „Wir Produzenten müssen uns an die eigene Nase fassen“, sagt Hirschberg, der als Geschäftsführer der Firma „Prime Productions“ unter anderem für die „Comedystreet“ (ProSieben), „Schmitz in the City“ und die „heute-Show“ (ZDF) verantwortlich zeichnet.

Und bis die Produzenten uns eine gute deutsche Comedyserie präsentieren, können wir die guten ausländischen Serien auf DVD genießen.

No Exit Press hat für Februar 2010 eine Sammlung von sieben bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten von Edward Bunker angekündigt. „Death Row Breakout and other Stories“ heißt das Teil und ich freu mich schon drauf. Nachdem Edward Bunkers posthum erschienener Noir „Lockruf der Nacht“ (Stark, 2007) bei Liebeskind (dort erscheinen auch die Romane von David Peace) erschien, könnte „Death Row Breakout“ ebenfalls dort erscheinen.

Bei Schnittberichte gibt es einen Vergleich zwischen der Kinoversion von „Watchmen“ und dem Director’s Cut:

Die Bosse bei Warner haben Mut zum R-rated-Risiko bewiesen und wurden nicht belohnt. Aufgrund der hohen Produktionskosten von 130 Millionen Dollar, Werbeaufwendungen von weit über 50 Millionen Dollar und der komplizierten Verteilung der Einnahmen, die sich aus einem lange anhaltenden Rechtsstreit ergeben haben, wird der Film für Warner wohl immer ein Minusgeschäft bleiben. 184 Millionen US-Dollar Einnahmen weltweit waren hier einfach zu wenig. So kann man zwar nicht von einem ruinösen Flop reden, der finanzielle Erfolg blieb allerdings aus. Aber wenn wir ehrlich sind, war dies zu erwarten! Warner entschloss sich daher, mit der Veröffentlichung des Director’s Cut (Snyders bevorzugte Version) auf DVD und Blu-Ray in der Zukunft wenigstens etwas Gewinn zu erhalten – oder zumindest den Verlust zu verkleinern. Allerdings vorerst nur in den USA. Denn für Europa ist Paramount zuständig, beide Majors teilen sich die Rechte an dem Film. Und Paramount sieht bislang keine Veranlassung für eine erweiterte Fassung. Für Weihnachten ist in den Staaten sogar eine weitere, noch längere „Ultimate Edition“ von Warner angekündigt worden. Dort werden dann die Black-Freighter-Szenen in den Director’s-Cut integriert. Diese sind bereits als reiner Zeichentrickfilm erhältlich und wird in Deutschland unter „Tales of the Black Freighter“ ab 20.08.09 in den Videotheken zu finden sein. Fans müssen sich also wieder gedulden oder doch den Umweg über den Import in Kauf nehmen. In den USA sind mittlerweile beide Versionen auf DVD/Blu-Ray erschienen. Während die normale Kinofassung ohne Extras daherkommt, ist die Director’s-Cut-DVD etwas besser ausgestattet. Neben den ohnehin über 20 Minuten längeren Hauptfilm beinhaltet die 2-Disc-Special-Edition auch einige Dokumentationen sowie eine Digital-Copy des Filmes.

Wer also die volle Ladung „Watchmen“ will, muss sich die amerikanische Version bestellen, wer dagegen auf ein mit der FSK-Flatsche verschandeltes Cover steht, kann sich die deutsche Version kaufen.

Die Engländer scheinen auch nur die Kinoversion zu bekommen. Naja, vielleicht gibt’s zu Weihnachten einen Nachschlag.


Etwas Kleinholz mit George Pelecanos, James Rollins, Bones, Dexter, Sherlock Holmes, Burn Notice und einigen Überraschungen

Juli 31, 2009

Bei BSC entdeckt: den Mitschnitt einer Lesung von George Pelecanos aus seinem neuen Roman „The Way Home“ und einem begleitenden Konzert von den Pogues. Die Tonqualität ist zwar schauderhaft, aber

Seit Jason Bourne liebt Hollywood Robert Ludlum. Die neueste Meldung ist: Ron Howard wird „The Parsifal Mosaic“ verfilmen. David Self schreibt das Drehbuch.

Das TV probiert’s mal wieder mit Elmore Leonard: „Lawman“ heißt die 13-teilige Serie und Timothy Olyphant wird Marshal Raylan Givens spielen.  Hier ein Foto, hier die Fakten und hier nochmal auf Deutsch.

Eine kleine Ausbeute von der Comic Con (ist irgendwie wie Kindergeburtstag):

Bones (auch in Deutschland beliebt)

Dexter (die zweite Staffel wird bei uns wohl nie gezeigt werden – und in Amiland sind sie schon bei der vierten)

Sherlock Holmes (die Welt muss noch bis Jahresende warten; – das dürfte jetzt der umfangreichste Mitschnitt sein)

Burn Notice (die Amis lieben die Serie; bei uns will Vox die Burn Notice im Herbst ausstellen)

Für seinen Roman „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ hat James Rollins kürzlich den Scribe-Award erhalten. In den USA promotet er derzeit seinen neuen Roman „The Doomsday Key“ und natürlich gibt’s von einer Lesung auch einen schönen Mitschnitt:

Eine Neuauflage von Detektiv Rockford?

Das Drehbuch für einen Klassiker: John Michael Hayes: To Catch a Thief (nach dem Roman von David Dodge). Bei uns ist Alfred Hitchcocks Film als „Über den Dächern von Nizza“ bekannt.


Eisner Awards 2009 vergeben

Juli 26, 2009

Auf der Comic Con wurden selbstverständlich auch die Eisner-Preise vergeben. Die Gewinner in den wichtigsten Kategorien sind:

Best Short Story

Murder He Wrote, von Ian Booth Nina Matsumoto und Andrew Pepoy, in The Simpsons’ Treehouse of Horror #14 (Bongo)

Best Continuing Series

All Star Superman, von Grant Morrison und Frank Quitely (DC)

Best Limited Series

Hellboy: The Crooked Man, von Mike Mignola und Richard Corben (Dark Horse)

Best New Series

Invincible Iron Man, von Matt Fraction und Salvador Larocca (Marvel)

Best Anthology

Comic Book Tattoo: Narrative Art Inspired by the Lyrics and Music of Tori Amos, herausgegeben von Rantz Hoseley (Image)

Best Digital Comic

Finder, von Carla Speed McNeil

Best Reality-Based Work

What It Is, von Lynda Barry (Drawn & Quarterly)

Best Graphic Album

Swallow Me Whole, von Nate Powell (Top Shelf)

Best Graphic Album

Hellboy Library Edition, vols. 1 und 2, von Mike Mignola (Dark Horse)

Best Writer

Bill Willingham, Fables, House of Mystery (Vertigo/DC)

Best Writer/Artist

Chris Ware, Acme Novelty Library (Acme)

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Die Liste mit allen Gewinner gibt es bei BSC. Dort gibt es auch eine Liste mit allen Nominierungen